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дима мишенин о pussy riot

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интервью димы мишенина для немецкого политического еженедельника "Zuerst!" о политических провокаторах и фальшивой группе "Pussy Riot"
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Deutsches Nachrichtenmagazin ∙ 10/2012
Aktivisten dieser Gruppe, einer der Gründer ist Oleg Worotnikow. FAZ-
Autor Moritz Gathmann fühlt sich bei der Gruppe an die deutsche „Sponti-
Szene in den sechziger Jahren des ver-
gangenen Jahrhunderts“ erinnert. So veranstaltete Woina im Frühjahr 2008 eine Gruppensex-Orgie in einem Moskauer Museum. Mit dabei: Tolo-
konnikowa – damals im neunten Mo-
nat schwanger – und ihr Mann. Auch vor Gewalt und Tierquälerei scheut die Gruppe nicht zurück, etwa wenn ein Polizeiwagen mit Insassen umgeworfen wird oder „Aktivisten“ lebende Katzen über den Tresen einer McDonalds- Filiale schleudern. Supermärkte sind ebenfalls ein begehrtes Ziel für Pro-
vokationen. In einem Fall wurden Men-
schen „symbolisch“ erhängt, in einem anderen stahl eine Woina-Aktivistin ein Suppenhuhn, um es sich so tief es ging in die Vagina zu stopfen und mit ihren Mitstreitern – darunter auch Kinder! – lärmend das Geschäft zu verlassen. Per-
version statt Punk!
Apropos Kinder: Die werden bei Aktionen skrupellos eingesetzt. Als Oleg Worotnikow bei einer illegalen links extremistischen Demonstration in St. Petersburg Polizisten mit in Fla-
schen abgefülltem Urin bespritzte, hatte er dabei seinen zweijährigen Sohn auf dem Rücken. Pjotr Wersilow stellte ein Foto seiner Tochter Gera ins Internet, auf dem das Mädchen ein Plakat hält mit der Aufschrift „Ich gehe auf die Demo, damit meine Mutter entlassen wird.“ Wirklich „Vorkämpfer für die Menschenrechte“ oder doch eher polit-
kriminelle Soziopathen? Sich selbst se-
hen die „Pussy-Riot“-Angeklagten als „drei Engel gegen Putin“ – ein Etikett, das zahlreiche deutsche Medien dank-
bar aufnahmen.
Ganz so falsch ist die Assoziation zur Fernsehserie Drei Engel für Charly aber gar nicht, denn auch dort hatten die En-
gel einen geheimen Auftraggeber, jenen „Charly“ eben. Handelt „Pussy Riot“ aus eigenem Antrieb, oder werden die Frauen instrumentalisiert? Eine Frage, die derzeit nicht mit Gewißheit zu be-
antworten ist. Doch es gibt Indizien. Zum Beispiel eine Petition an den Welt-
kirchenrat, in der dieser zur Unterstüt-
zung der „Punkband“ aufgerufen wird. Die beiden Erstunterzeichner sind Ljudmila Alexejewa, die Vorsitzende der Moskauer „Helsinki-Gruppe“, sowie der ehemalige Priester Gleb Jakunin, eben-
falls Mitglied der Helsinki-Gruppe und Vorsitzender eines „Komitees zum Schutz der Gewissensfreiheit“. Die Mos-
kauer Helsinki-Gruppe wurde bereits G
roße Empörung vermeldeten west-
liche Medien nach dem Schuld-
spruch gegen die drei jungen Frauen von „Pussy Riot“. Nadeschda Tolokon-
nikowa (22), Maria Aljochina (24) und Jekaterina Samuzewitsch (30) waren Mitte August von einem Moskauer Ge-
richt zu zwei Jahren Strafl ager wegen „Rowdytums aus religiös motiviertem Haß“ verurteilt worden. Bundeskanz-
lerin Angela Merkel kritisierte die Ent-
scheidung als „unverhältnismäßig hart“, das Weiße Haus protestierte, und Orga-
nisationen von Amnesty International bis Human Rights Watch zeigten sich erwartungsgemäß empört. In Berlin, Paris und New York wurden Solidari-
tätskundgebungen abgehalten, und auch in Moskau demonstrierten ein paar Dutzend Anhänger vor dem Ge-
richtsgebäude. Die „Empörung“ war allerdings überwiegend eine westliche Angelegenheit, dagegen sprachen sich 86 Prozent der Russen vor dem Prozeß für eine Bestrafung der Frauen aus, wie das russische Meinungsforschungs-
institut Lewada ermittelt hatte.
Was wurde den Verurteilten vor-
geworfen? Am 21. Februar dieses Jahres betraten vier Frauen die Christ-Erlöser-
Kathedrale in Moskau maskiert und in grellbuntem Aufzug, postierten sich vor der mit Ikonen geschmückten Kirchen-
wand, begannen wild herumzuzappeln und ein „Punkgebet“ zu grölen. Dabei forderten sie die Vertreibung Wladimir Putins, der damals noch Ministerprä-
sident war, beleidigten den Patriarchen und kreischten: „Göttlicher Dreck, Dreck, Dreck“. Dabei muß man wissen, daß die Kathedrale für die russisch-or-
thodoxen Christen eine ebensolche Be-
deutung hat wie beispielsweise der Köl-
ner Dom für die deutschen Katholiken. Das Ganze wurde gefi lmt, mit Musik unterlegt und in einem Videoclip ver-
öffentlicht. Seitdem wird „Pussy Riot“ (dt. „Muschi-Aufstand“) im Westen gern als Punkband tituliert. Tatsächlich sind sie von einer Punkband ungefähr genausoweit entfernt wie eine Punk-
band von einem Symphonieorchester. Es existieren weder Studioaufnahmen der „Band“, noch sind Konzertauftritte bekannt. Das Bild oppositioneller Musikerin-
nen verkauft sich international natür-
lich besser als die Wirklichkeit. Tatsäch-
lich gehört „Pussy Riot“ zu einer Grup-
pe, die sich 2009 von einem Netzwerk anarchistischer Aktions-„Künstler“ na-
mens Woina (dt. Krieg) abgespalten hatte. Sofern man denn Pornographie und Vandalismus als „Kunst“ bezeich-
nen will. Nadeschda Tolokonnikowa und ihr Mann Pjotr Wersilow waren KULTUR
Zwei Jahre Haft für „Pussy-Riot“-Krawallfrauen in Rußland.
Westliche „Menschenrechts“-Gruppen beben vor Zorn
„Muschi-Aufstand“
Westliche Menschenrechtsaktivisten demon-
strieren vor der russischen Botschaft in Dublin (Irland) für die Freilassung von „Pussy Riot“.
Foto: Amnesty International
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KULTUR
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10/2012 ∙ Deutsches Nachrichtenmagazin
1976 gegründet, um „Menschenrechts-
verletzungen“ zu beobachten und zu dokumentieren.
Seit kurzem ist in Rußland Gesetz, daß sich „Nichtregierungsorganisatio-
nen“, die maßgeblich aus dem Ausland fi nanziert werden, als „ausländische Agenten“ registrieren lassen müssen (siehe ZUERST! 8-9/2012). Als eine der ersten hatte Ljudmila Alexejewa scharf dagegen protestiert und von den USA und dem EU-Parlament gefordert, die Namen aller Abgeordneten, die dem Gesetz zu gestimmt haben, auf eine Liste von Personen zu setzen, die mit Einrei-
se-Sanktionen belegt werden. „Zuvor hatte Alexejewa mitgeteilt, daß sich die Internationale Helsinki-Gruppe unter keinen Umständen als ein ‚ausländi-
scher Agent‘ registrieren lassen würde“, meldete die russische Nachrichtenagen-
tur RIA Nowosti. Dabei zeigt doch gera-
de diese Drohung mit ausländischen Sanktionen, wie notwendig das Gesetz offenbar ist.
Doch weshalb regt sich die alte Dame so auf? Ist es ihr unangenehm oder will sie davon ablenken, daß die Moskauer Helsinki-Gruppe aus den USA finanziell unterstützt wird? Nämlich vom so genannten „National Endowment for Democracy“ (NED, dt.: Nationale Stiftung für Demokra-
tie). In seinem Jahresbericht für 2011 listet das NED allein in Rußland 74 Grup-
pen auf, die Geld erhalten haben, dar-
unter die Moskauer Helsinki-Gruppe mit 50.000 US-Dollar. Die Einfl uß-
organisation (Motto: „Supporting free-
dom around the world“) wird wieder-
um direkt vom US-Kongreß fi nanziert. Hinter der Gründung der Stiftung 1983 zur Zeit der Reagan-Administration stand die Idee, künftig das öffentlich zu tun, was der US-Geheimdienst CIA bisher verdeckt getan hatte: im Fein-
desland westlich orientierte Gruppen und Personen hoch zupäppeln. Voraus-
gegangen war eine Reihe von Geheim-
dienst-Skandalen. Der damalige NED-
Chef Carl Gershman wurde 1986 von der New York Times zitiert: „Es wäre doch schrecklich für demokratische Gruppen in der ganzen Welt, als von der CIA subventioniert angesehen zu werden.“ Deshalb sei die Stiftung ge-
gründet worden.
Folgt man dieser Indizienkette, liegt die Vermutung gar nicht so fern, daß das ganze Pussy-Riot-Theater aus dem Westen gefördert, wenn nicht gar lan-
ciert wurde, um das „Regime“ des rus-
sischen Präsidenten Wladimir Putin zu destabilisieren. Pussy-Riot-PR für De-
mokratie und Menschenrechte, die Chiffren für die globale Hegemonie der USA und ihren „way of life“. Übrigens: Auch in der Bundesrepublik Deutsch-
land kann verurteilt werden, wer in ei-
nem Gotteshaus „beschimpfenden Un-
fug“ veranstaltet (§ 167 StGB: Störung der Religionsausübung). Dafür drohen bis zu drei Jahre Haft.
F
ALK
T
IEDEMANN
Hinter den Unterstützern
von „Pussy Riot“ steht eine
dubiose US-Organisation
„Provozierter Skandal“
„Pussy Riot“: Der russische Künstler
Dima Mishenin erklärt im ZUERST!-Interview,
warum er die Punkband für eine Luftnummer hält
spirationsquelle beispielsweise der so-
wjetische Futurismus ist, und Sie dann einer politischen Hetzjagd ausgesetzt werden – dann ist das eine politische Verfolgung. Der Westen sieht in der Gruppe Vor-
kämpfer
innen für Meinungsfreiheit…
Mishenin: I
ch bitte Sie. Das sind keine Künstlerinnen, das sind komplexbela-
dene Vandalinnen. Sie wollen „Wider-
stand“ spielen und trotzdem Geld und Ruhm. Ihre sogenannte „Performance“ in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau, für die die Mädchen verurteilt wurden, war rational geplant und zy-
nisch. Das waren ihre früheren Aktio-
nen übrigens auch schon… Dieser Op-
ferkult um „Pussy Riot“ nimmt nun bi-
zarre Züge an: Eine 76jährige Frau und ihre 38jährige Tochter sind vor einigen Tagen in Kasan, der Hauptstadt der Teilrepublik Tatarstan, in ihrer Woh-
nung getötet worden. Der mutmaßliche Täter hat dabei „Free Pussy Riot“ mit ihrem Blut an die Wand geschmiert. Sie sagen, „Pussy Riot“ seien gar keine Künstler
innen…
Sind „Pussy Riot“ tatsächlich politisch verfolgt?
Mishenin: Wenn Sie irgendein Haus stürmen und in ein Wohnzimmer scheißen, ist das ganz banales Rowdy-
tum. Sogar dann, wenn Sie diesen Hau-
fen, den Sie in Anwesenheit von Kin-
dern und Alten in das Haus gesetzt ha-
ben, später „Protest gegen den Totalita-
rismus“ nennen. Aber wenn Sie ein schönes Kunstwerk schaffen, dessen In-
Mishenin: Sie sind Berufsprovokateure, die sich wie Rowdies benehmen. Ihre Schändung der Christ-Erlöser-Kathe-
drale war alles andere als „künstlerisch wertvoll“ oder „kreativ“. Erst haben sie die russisch-orthodoxe Kathedrale ge-
stürmt und geschändet, dabei alles auf Video aufgenommen. Das provokante Lied wurde danach dem Video hinzu-
gefügt. Ich fi nde es geradezu ekelhaft, daß die Mehrheit der Menschen im We-
sten denkt, es habe sich um einen spon-
tanen Protest verfolgter junger Künst-
lerinnen gehandelt. Es ist traurig mit anzusehen, wie naiv der Westen doch ist.
Ist die Schändung einer Kirche Kunst?
Mishenin: R
enommierte Kunstwissen-
schaftler rühmen als Vorbilder für mo-
derne Kunst einen „Künstler“, der in Kirchen alte Ikonen einfach zerhackte. Die „Kunstkritiker“ sahen darin einen „konzeptionellen Akt“. Ich frage Sie nun: Was ist Kunst? Das Zerstören oder das Schaffen von Ikonen? Jedes kleine Kind weiß die Antwort! Herr Mishenin, vielen Dank für das Ge-
spräch.
Dima Mischenin ist einer der Köpfe der russischen Künstlergruppe Doping-
Pong. Die Gruppe bekam den Auftrag, die Werbemotive für das Bauprojekt des rus sischen Skikurortes Gorki-Gorod zu erstellen. Der 1972 in St. Petersburg geborene Künstler ist verheiratet und hat einen Sohn. Foto: Privat Zuerst 10-2012.indd 62Zuerst 10-2012.indd 62 12.09.12 16:04
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