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Die Alchemie im Mittelalter. Von W. GanzenmUller. 1938. Verlag der Bonifacius-Druckerei Paderborn. 240 Seiten und 4 Bildtafeln. Kart. 3.90 RM. geb. 4.80 RM. В Э BesprecherZimmermann

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Bucherschau
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Magische Gifte, Rausch- und Betaubungsmittel der Neuen Welt. Von
Prof. V i c t o r A. R e k o , Mitglied der Akademie der Wissenschaften,
Mexiko. Zweite, umgearbeitete und erweiterte Aufbge. 1938. Stuttgart. Ferd.
Enke, Verlag. XI1 und 206 Seiten, geh. 6.- RM., geb. 7.50 RM. Besprecher:
W. Z i m m e r m a n n .
Schon die Einleitung ,,Rauschgiftsucht und Rauschgifte" fesselt durch ihre
griindliche Kenntnis des schwer zugiinglichen Stoffes. Geschichte, Gegenwart,
Zahlen und Tatsachen werden vermittelt. Man erfahrt vieles aus Schmuggelund Verbrechertum. 15 Pflanzen behandelt Reko in fast leidenschaftlich beschwingter Weise, der man die Freude anmerkt, etwas Eigenartiges bringen
zu konnen aus eigenstem, sicherem Wissen heraus uber scheu verheimlichte
Suchte. Xrzte, Pharmazeuten. Pharmakologen, Chemiker, Botaniker, Volksforscher, Juristen sind von diesen Schilderungen gleichermaBen beriihrt.
Reko geht der Geschichte d e r Anwendung, ihrer Verwendung als Volksmittel ebenso nach wie den Bemuhungen, die Stammpflanzen der Pflaneenteile zu erforschen. Die Wirkungen werden bis ins letzte, einzelne geschildert,
in Tier- und menschlichen Selbstversuchen beobachtet. Die Erlebnisse sind
packend wiedergegeben. So schauen wir die hypnotisierende Wirkung der
Oldiuqui (Samen von Turbina corymbosa, Convolvulaceae). die Halluzinationen ,durch den Kaktus Peyotl (Lophophora Williamsi). Wir lernen die
weite Verbreitung der mexikanischen Haschichsucht durch Gebrauch von
Marihuana (Cannabis sativa, Urticaceae) kennen und d a s mexikanische Ersatzmittel fur 0 ium Chioalote, das aus $den Kopfen der Kreuzung Argemone
mexicana mit japaver somniferum gewonnen wird. Ayahuasca (Banisteria
caapi, Malpighiaceae) erzeugt den YagC-Rausch mit schrechlichen Traumen;
den Wirkstoff Banisterin baben wir in den Arzneischatz iibernommen. Toloachi (Samen von Datura tatula) zeigt sich als auRerst gefahrliches Aphrodisiacum. Ein Aphrodisiacum sind auch die roten Bohnen Colorines von
Erythrinaarten. VergeBlich macht der Trank Sinicuichi aus Heimia salicifolia und anderen Pflanzen (je nach Landschaft); taumeln laRt der GenuB
von Coztic-Zapote, der Frucht von Lucuma salicifolia, Sapotaceae, und Irresein bewirkt der Pilz Nanacatl (Amanita muscaria var. mexicana? und andere).
Glaserner Sarg heiBt der Trank aus der Wurzel von Gelsemium sempervirens,
Loganiaceae, Xomil-Xihuite, weil er eine Korperstarre bei vollem BewuRtsein eintreten lii0t. Die wurmbefallenen Samen der Euphorbiacee Sebastiana
pavonis hiipfen durch Bewegungen der Larve und heiBen deshalb ,,hupfende
Bohnen"; als Mincapatli werden sie als Anreiz- und Aufpeitschmittel bei
starken Anstrengungen ahnlich wie Koka benutzt. Als Narrenkrauter schildert
Reko drei Krauter: Dioon edule. Cycadaceae, Astragalus amphyoxys, Oxytropis Lambertii. Leguminosae unter ,,Hierbas locas". Unheimlich durch
ihre schleichende, todliche Wirkung ist die Knolle Camotillo von Dioscorea
composita. von der geglaubt wird, daB man den T o d auf einen bestimmten
T a g erzielen konne. Den SchluB bildet ,das drastische Abfuhrmittel Cohombrillo, ein Trockenextrakt aus den Fruchten von Momordica elaterium, Cucurbitaceae, das als Gegenmittel gegen ,den Kater nach Rauschzustanden verwendet wird. Das vielseitige Buch wird auch in der zweiten Auflage viele
Leser finden.
Die Alchernie im Mittelalter. Von W. G a n z e n m ii 1 1 e r. 1938. Verlag der Bonifacius-Druckerei, Paderborn. 240 Seiten und 4 Bildtafeln. Kart.
3.90 RM., geb. 4.80 RM. - Besprecher: Z i m m e r m a n n.
Vor die SchluBzusammenfassung hat der Verfasser den A,bschnitt ,+Mchemie und Religion" gesetzt. In ihm tut sich die Absicht kund. der Alchemie
und den Alchemisten Gerechtigkeit widerfahren zu lassen gegeniiber der noch
haufig vertretenen Meinung, gauklerische Goldmacherei und Aberglaube habe
die Alchemisten geleitet. Ganzenmiiller laBt die Alchernie, die sich in ihrer
Sprache haufig religiiiser Bilder bedient, aus der frommen Geistesverfassung
454
Biicherschau.
dcs Alittelalters heraus vcrstehen, die in t i d e r Ehrfurcht die Wunder dzr
Gottesnatur nach dem damaligen Erkenntnisstande hinnahm. Nach geschichtlichen Abschnitten (Anfange der Alchemie im Abcndlande, Kulturschichtenfolge der Alchemie, alchemistisches Schrifttum, die Gelehrten und ihre
Gegner, Alchemie an Furstenhfifen), bei denen er neben eigenen Studien die
neuesten Arbeiten von Diepgen, v. Lippmann, Ruska, Sudhoff verwertet. geht
er zu uberschauenden Darstellungen uber (Alchemie und Politik, Bildungsgang des Alchemisten, die alchemistische Thcorie. Verhiiltnis von Theorie
und Praxis, Geriite und Arbeiten). Ganzenmuller wendet sich nicht an den
Sonderforscher, sondcrn an den naturwissenschaftlich geschulten un.d gebildeten Lcscrkreis. Diesem gibt er mit seiner Zusammenstcllung eine handliche
Einfuhrung in dieses chemie- un,d pharmaziegeschichtlich ebenso fesselnde wie
naturphilosophisch zu bewertende Gebiet der Erforschung der Natur.
Das Luminaire maius von Joannes Jacobus Manlius d e Bosco 1536. Ubcrsetzt und mit Anmerkungen versehen von B. S c h u h m a c h e r , Apotheker
in Jiilich (Rheinland). 1938. Verlag Arthur Nemayer. Mittenwald; herausgegeben von der Gesellschaft fur Geschichte der Pharmazie. (Den Mitgliedern
geht der stattliche Band [VIII und 336 S.] als erste Veroffentlichung des
Besprecher: W. Z i m m e r m il n n.
Jahres 1938 zu.)
Wir mussen bei diesem sehr willkommenen Werk drei Gesichtspunkte
anlegen. DaB Schuhmacher sich der Ubersetzung dieses wichtigen und lange
Zeit maagebenden Arzneivorschriftenbuches, das erstmals 1490 erschien, unt,erzog und daB die Gesellschaft fur Geachichte der Pharmazie es herausgab. ist
zum ersten a h sehr verdienstvoll anzuerk,ennen. Die Ubersetzung mit dem
urspriinglichen Kommentar des Manlius spricht fliir sich. Daraus ergibt sich
die zweite Wertung: was bietet eine deutsche Herausgabe dieses lalten Arzneibuchea 'dem heutigen Apotheker? Dem, der nur Geschichtsfreund seines Faches
ist. entrollt es unterhaltende und belehrende Bilder aus .dem Arzneischatz und
den Arzneiformen damaliger Zeit. Dem Pharmaziegeschichtsforscher ist eine
Unterlage fur weitere Arbeiten geboten, die nun leicht in Arbeit genommen
werden konnen, da die zeitraubendere lateinischse Lesung nicht mehr notig
ist. Wir konnen nun den ursprunglichen Kommentar benutzen. was uns
in mancher Weise vorwarts bringen wird. Da macht sich das Fehlen eines
Stichwortverzeichnisses bei Schuhmacher bemerkbar Drittens mussen wir
Schuhmachers Deutung betrachten, die er in Anmerkungen und in einein
,,Verzeichnis von Synonymen und seltcnen Ausdriicken" bringt. Hier sind
unverkennbare Schwiichen. Seite 277 z. B. ist di,e Pflanze cotilidon deutlich
gekennzeichnet als Bewohner von Haus- und Kirchendachern (Cotyledon
Umbilicus L.), Schuhmacher deutet : Hydrocotyle vulgaris, N,abelkraut. welche
niedere Umbellifere aber sich in Wassergraben find,et. Seite 252 ware fur
trifolium acetosum noch die Erklarung: Oxalis acetosella zu geben gewesen.
Seite 68 wir.d bedeguard als Crataegusart erklart, Seite 328 als eine Distel.
Sisimbrium, S. 16, ist Mentha aquatica und nicht Sisymbrium polyceratium.
Verweise innerhalb .der Anmerkungen hatten den Wert .der Bearbeitung erhoht. Gerade diese Unsicherheiten in der Deutung, die sich auch in Unvollstiindigkeiten im Synonymenverzeichnis bemerkbar machen, weisen uns
einen Arbeitsweg, einen sehr muhseligen. Wir mussen moglichst viele Deutungen (Kommentierungen) in Angriff nehmen und d a m einmal ubersichtlich
zusammenstellen. Sicher kann heute noch niemand auf diesem Gebiete sein.
Deshalb mindern die Beispiele von Schwachen die ,Bedeutun,g und das Verdienst der Arbeit Schuhmachers nicht. (Seite V I blieb ein unbemerkter Druckfehler stehen; es mui3 Zeile 14 heiRen 1 Gran = 0,0621 Gramm).
Tabellen zur Bestimmung der wichtigsten mitteleuropaischen Giftpflamen
im blutenlosen Zustand. Von Dr. E. J u 1 1 e r und Dr. R. K ti h I e r - W i e d e r.
1938. Verlag von Gustav Fischer. Jena. VI und 105 Seiten mit 138 Abbildungen. Steif geh. 5 RM. - Besprecher: W. 2 i m m e r m a n n.
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