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2283.Typisch deutsch Типичные немцы

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Copyright ОАО «ЦКБ «БИБКОМ» & ООО «Aгентство Kнига-Cервис»
ФЕДЕРАЛЬНОЕ АГЕНТСТВО ПО ОБРАЗОВАНИЮ
ГОСУДАРСТВЕННОЕ ОБРАЗОВАТЕЛЬНОЕ УЧРЕЖДЕНИЕ
ВЫСШЕГО ПРОФЕССИОНАЛЬНОГО ОБРАЗОВАНИЯ
«ШУЙСКИЙ ГОСУДАРСТВЕННЫЙ ПЕДАГОГИЧЕСКИЙ УНИВЕРСИТЕТ»
Typisch deutsch?
Учебно-методические материалы
по практике устной и письменной речи
немецкого языка для студентов
историко-филологического факультета
немецкого отделения
Шуя, 2007
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Copyright ОАО «ЦКБ «БИБКОМ» & ООО «Aгентство Kнига-Cервис»
Автор-составитель:
кандидат филологических наук, доцент Л.В. Гудкова.
Рецензент:
кандидат филологических наук, доцент кафедры немецкой филологии ИвГУ
Н.Ю. Хорецкая.
Учебно-методические материалы раскрывают важные особенности современной
жизни Германии, отражающиеся в таких значимых областях, как менталитет, одежда, кухня
и язык. Содержат аутентичный языковой материал, на основе которого создан комплекс
упражнений, направленный на формирование навыков общения по заданной тематике.
Предназначены для студентов IV курса историко-филологического факультета
немецкого отделения ШГПУ.
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INHALT
Vorwort ..........................................................................................................................
Deutsche Mentalität .......................................................................................................
Deutsche Kleidung ........................................................................................................
Deutsche Küche ............................................................................................................
Deutsche Sprache ..........................................................................................................
Quellenverzeichnis ........................................................................................................
Anhang ..........................................................................................................................
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Liebe Freunde Deutschlands,
sicher kann man Sie so nennen, sonst ist es ja kaum zu glauben, dass jemand die deutsche Sprache
sowie die deutsche Kultur und Geschichte seit vier Jahren an einer Universität studiert, ohne eine
große Vorliebe zu dem Land und seinen Leuten zu haben. Bestimmt wissen Sie schon Vieles über
die deutschen Traditionen und Bräuche, machen sich mit der deutschen Literatur und Filmkunst
bekannt. Sie hören etwas über die deutsche nationale Eigenart und einige von Ihnen haben
persönliche Erfahrung im Umgang mit Deutschen.
Man kann aber vermuten, dass die meisten unsere Deutschlandbilder nicht immer ganz frei von
Klischees und Vorurteilen sind. Wir sind fest überzeugt, dass Deutschland „das Land der Dichter
und Denker“ ist. Nach unserem Begriff sind Deutschlands Ureinwohner blond, haben blaue Augen,
sind kühl und zurückhaltend. Am häufigsten tragen sie Lederhosen, die bei jedem Bewegen leise
knarren. Sie ernähren sich am liebsten von Würsten mit Sauerkraut, zu denen sie gerne Bier
trinken. Aber kann das alles typisch für ein Land sein, in dem mehr als 80 Millionen Menschen
leben? Wir wissen wohl, es gibt kein Land, wo alle Menschen gleich sind und dass die
Besonderheiten der nationalen Entwicklung
– und in Deutschland war es gerade der Fall –
kulturelle Vielgestaltigkeit hervorrufen können. Außerdem gewann die deutsche Gesellschaft in den
letzten Jahren dank der Völkerannäherung so große Vielfalt, dass manches Klischee hier einfach
nicht mehr greift.
Ich glaube, wer heute mit offenen Augen nach Deutschland kommt, wird überrascht sein. Deutsche
tragen auch Dreadlocks und essen Döner. Deutsche lachen gern und genießen ihr Leben in einem
gemütlichen Café. Das moderne Deutschland ist viel zu abwechslungsreich und vielschichtig, um es
in wenige Worte zu fassen. Ich hoffe sehr, dass das vorliegende Heft Ihnen hilft, einige hoffnungslos
veraltete Deutschlandsauffassungen loszuwerden, sich gegen Deutschen unvoreingenommen zu
verhalten und viel Neues und Interessantes in der deutschen Lebenshaltung zu entdecken!
Viel Spaß bei der Arbeit!
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Deutsche Mentalität
1. Übersetzen Sie folgende Wörter und Wortverbindungen ins Russische und lernen Sie diese
auswendig.
Lexik zum Thema „Deutsche Mentalität“
der Nationalcharakter (e)
der Nationaltypus (en)
das Klischee (s)
das stereotype Bild (er)
die Lebenshaltung (en)
die (nationale) Eigenschaft (en)
die (nationale) Eigenart (en)
die Eigentümlichkeit; eigentümlich
das kulturelle Erbe
die Vielfalt Syn. die Mannigfaltigkeit
urteilen über + Akk.; das Urteil (e) über + Akk.: sich (D) ein Urteil über + Akk. bilden; sein Urteil
über + Akk. abgeben, kein Urteil über + Akk. haben
das Vorurteil (e) Syn. die vorgefasste Meinung Syn. die Voreingenommenheit
die Auffassung (en); nach meiner Auffassung; eine Auffassung von + Dat. haben
der Brauch, Bräuche
die Sitte, n
einen (sehr starken) Hang zu + Dat. haben
die Eigenschaften sind bei j-m anzutreffen
Beobachtungen anstellen
auffallen (ie,a) = ins Auge fallen
üblich, gebräuchlich sein: so ist es üblich Syn. das ist Brauch, hier ist es Sitte
angebracht sein
arbeitsam
gutbürgerlich
leistungsbewusst
präzis Syn. exakt
starr; die Starre
steif; die Steifheit
locker
pfiffig
eifrig Syn. fleißig; der Arbeitseifer
freigebig
kleinbürgerlich Syn. spießbürgerlich, spießig
voreingenommen sein gegen + Akk.
2. Was fällt Ihnen spontan ein, wenn Sie an Deutschland und die Deutschen denken? Woran
denken Sie, wenn Sie "typisch deutsch" hören? Sammeln Sie ihre Einfälle.
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Ordnung
?
fleißig
Typisch deutsch
?
?
Bier
3. a) Lesen Sie das Gedicht durch. Überlegen Sie sich, welche
Deutschen folgende Interjektionen ausdrücken können.
Gefühle
im Verhalten zu
Empfindungswörter
Aha, die Deutschen!
Ei, die Deutschen!
Hurra, die Deutschen!
Pfui, die Deutschen!
Ach, die Deutschen?
Nanu, die Deutschen!
Oho, die Deutschen...
Hm, die Deutschen.
Nein, die Deutschen!
Jaja, die Deutschen!
(Rudolf Otto Wiemer)
Finden Sie bitte für jede Zeile ein Wort, mit dem man das entsprechende Gefühl bezeichnen kann,
z.B. Verwunderung, Stolz, Enttäuschung usw. Notieren Sie sich diese Wörter.
Sagen Sie, in welcher Situation jemand diese Zeilen sprechen kann. Mit welcher Mimik und
Gestik begleitet der Sprecher dann die Aussagen?
Beispiel:
„Hurra die Deutschen!" ruft jemand, wenn die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft gewonnen
hat. Dabei springt er von seinem Stuhl auf und reißt beide Arme hoch.
b) Tragen Sie das Gedicht vor, beachten Sie dabei die Intonation, durch die Sie unterschiedliche
Empfindungen zu „diesen Deutschen“ deutlich wiedergeben können.
4. Die Haltung zu Deutschen und ihren Lebensgewohnheiten kann, wie Sie im Gedicht von R.O.
Wiemer merkten, nicht immer eindeutig sein. Das liegt an den verschiedenen deutschen nationalen
Charakterzüge, die bei den Menschen anderer Nationalitäten unterschiedliche Reaktion hervorrufen
können. Die Vorstellungen über den typisch deutschen Charakter sind so bunt und manchmal
widersprüchlich, dass man sich davon eigentlich kein klares Bild zusammenstellen kann. Die
einander ausschließenden Charakteristiken können „das wahre Gesicht des echten deutschen
Nationaltyps“ nur zerreißen!
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Der typische Deutsche?
angepasstbiederchar
heffektivehrliche
üblerischheimatve
tigherzensgutherz
igkleinkariertkon
larmoyantmelanch
dordentlichperfe
ipientreupenibel
dlichromantisch
eßigstolztierli
Vaterlandsliebe
hverträumtwider
ässigausländerf
tigstumpfsinnigfr
akterfestdogmatisc
ngstirnigfleißiggr
rbundenherrschsüch
losignorantj ähzorn
formistischkorrekt
olischnaturlieben
ktionistischprinz
rechthaberischre
sensibelsauberspi
ebtreuunterwürfi g
ndverei nsmeierisc
sprüchlichzuverl
eindlichmissmu
eudlosstur
a) Nennen Sie alle Merkmale des deutschen Nationalcharakters, die auf dem Bild verschlüsselt
sind. Übersetzen Sie diese ins Russische. Haben Sie auch die Widersprüche festgestellt?
b) Versuchen Sie folgende Adjektive zu erklären, die einige deutsche Charakterzüge bezeichnen.
Wenn es nötig ist, schlagen Sie im Wörterbuch der Fremdwörter oder Deutungswörterbuch (z.B.
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Duden) nach.
z.B. Charakterfest – der Mensch hat einen festen Charakter. Er weiß immer, was er machen will
und soll.
аngepasst - ?
Biedercharakter - ?
engstirnig - ?
grüblerisch - ?
herrschsüchtig - ?
kleinkariert - ?
konformistisch - ?
perfektionistisch - ?
penibel - ?
rechthaberisch - ?
spießig - ?
unterwürfig - ?
vereinsmeierisch - ?
5. Da sind noch einige stereotype Bilder von Deutschland, aber auch von Russland.
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a) Versuchen Sie in der Rubrik „Was ist deutsch? Was ist russisch?“ folgende feststehende
Auffassungen zu erklären. Wie meinen Sie, woher können sie kommen?
Bierchen, Würstchen, Sauerkraut, Glühwein
Gretchen
sich immer schuldig fühlen
Wirtschaftswunder
die Mauer
Dichter und Denker
Wessis gegen Ossis? Ossis gegen Wessis?
Umweltschutz
Fußball ist unser Leben
A-Waffe
eine lichtvolle Zukunft
die leidende russische Seele
Vitamin B
Weiße Bären auf den Straßen
Moskau ist ein drittes Rom
die schönste Metro
b) Welche Eigenschaften, die in der Rubrik „Das ist deutsch! Das ist russisch!“ den typischen
deutschen zugeschrieben sind, waren für Sie neu und unerwartet? Welche typische russischen
Charakteristiken brachten Sie zum Erstaunen?
c) Finden Sie alle Sprichwörter, die für die Beschreibung sowohl der deutschen als auch der
russischen Eigenschaften gebraucht wurden. Wie meinen Sie, warum waren gerade diese
Sprichwörter ausgewählt? Interpretieren Sie diese.
6. Weltbekannt sind auch Waren aus deutschsprachigen Ländern.
a) Welche dieser Produktnamen kennen Sie? Was produzieren diese Firmen? Ordnen Sie zu.
Welche von diesen Erzeugnissen kann man in Ihrem Ort kaufen?
 Bosch  der Volkswagen  blend-a-med  Mozartkugeln  Milka 
Emmentaler  Kettler  NIVEA  Früchtegut  Rolex  Salamander  Nescafé  der
BMW  der Mercedes  Adidas  Tobleron  Mannesmann  Singer  Pelikan 
VARTA
* Kosmetik und Hygieneartikel * Schuhe * Technik * Lebensmittel *
Sportartikel * Schreibwaren * Hausgeräte * Uhren * Batterien
Lastkraftwagen
b) Wofür sind deutsche Waren besonders bekannt?
z.B. Deutsche Autos (der VW, der BMW, der Mercedes u.a.) sind dadurch bekannt, dass sie
verkehrssicher sind./ Deutsche Autos (der VW, der BMW, der Mercedes u.a.) sind durch ihre
Verkehrssicherheit bekannt.
die Qualität ♦ die Zuverlässigkeit ♦ die Betriebssicherheit ♦ der Service
♦ das Design ♦ verkehrssicher ♦ benutzerfreundlich ♦ pflegeleicht ♦
wartungsfrei ♦ bedarfsgerecht ♦ langlebig ♦ umweltfreundlich
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Charakterisieren Sie solcher Weise jedes Ihnen gut bekannte deutsche Produkt aus Übung 6a), dafür
können Sie natürlich Ihre eigenen Adjektive gebrauchen.
7. Aber was meinen die Deutschen über sich selbst?
a) Lesen Sie den folgenden Text durch.
Die Deutschen über sich selbst
Typisch deutsch: "Schon am Abend vorher die Liegen für den nächsten Tag am Pool
reservieren!" Oder: " Mund aufreißen und nichts dahinter"?
Ein Viertel der Deutschen antwortet auf die Frage: Was ist Ihrer Meinung nach typisch
deutsch? spontan mit einer negativen Aussage. Dies ergab eine repräsentative Umfrage
des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Gallup in Wiesbaden unter 1008
Erwachsenen mit Wohnsitz in Deutschland. Angeführt werden die Negativnennungen von
den Attributen "Passivität", "Umständlichkeit" (je 6 % der Gesamtnennungen) und
"Gefühlskälte" (3 %). "Passivität" und "keine eigene Meinung haben" wurde überwiegend
von Männern angegeben. Frauen halten, verglichen mit den männlichen Befragten, eher
"Sturheit", "Gefühlskälte" und "Ehrgeiz" für typisch deutsch. 16 Prozent der Befragten
wissen gar nicht, was typisch für ihr Volk sein könnte.
Dem größten Teil der Befragten (46 %) fallen bei drei Antwortmöglichkeiten jedoch
überwiegend positive Eigenschaften für "den Deutschen" ein. Besonders häufig wurden
"Zuverlässigkeit", "Fleiß" und "Perfektion" genannt, gefolgt von "Ordnung" und
"Pünktlichkeit".
Vier Prozent nennen ein bestimmtes Nahrungsmittel als charakteristisch für Deutschland,
wobei in erster Linie Bier, Sauerkraut und Bratwurst angegeben wurden. Weitere neutrale
Bezeichnungen waren "Autos" bzw. einzelne Automarken und "Zurückhaltung" (je 1%).
b) Leseverstehen
Welche der folgenden Aussagen sind nach dem Text sinngemäß richtig? Nennen Sie die
zutreffenden Aussagen.

Nach der Frage „Was ist typisch deutsch?“ beginnen die Deutschen sofort zu
prahlen und ihre Nation zu lobpreisen.

Die Umständlichkeit
zugerechnet.

Zwischen den Frauen und Männermeinungen liegt ein gewisser Unterschied.

16 % der Befragten konnten den deutschen Nationalcharakter wegen seiner
Vielgestaltigkeit nicht beschreiben.

Perfektion ist bei den Deutschen deutlich anzutreffen, darauf wiesen viele
Befragten hin und schrieben diese Eigenschaft zu den positiven kennzeichnenden
Zügen ihres Volkes.

Die meisten Befragten stellen bei Deutschen einen sehr starken Hang zu Bier,
Sauerkraut und Bratwurst fest.
wird
von
den
Deutschen
den
guten
Eigenschaften
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c) Sprache
 Im Text kommen sehr viele Substantive vor. Wie heißen aber die entsprechenden
Adjektive?
die Passivität
passiv
die Umständlichkeit
die Gefühlskälte
?
?
die Sturheit
?
der Ehrgeiz
?
die Zuverlässigkeit
die Perfektion
?
die Ordnung
?
?
 Ergänzen Sie die Lücken mit den passenden Adjektiven.
a. Ein Mensch, der immer zur verabredeten Zeit zu einem Treffen kommt, ist ein ......
Mensch.
b. Ein Mensch, der im Leben sehr viel erreichen will, ist ein ...... Mensch.
c. Ein fauler Mensch arbeitet nicht gern und ist somit kein ..... Mensch.
d. Ein Mensch, der auch tut, was er anderen verspricht, ist ein ....... Mensch.
e. Ein Mensch, der seine Meinung nicht ändert, obwohl er einen Fehler gemacht hat, ist
ein ..... Mensch.
f.
Ein Mensch, der nicht den einfachen Weg bei der Lösung eines Problems wählt, ist
ein ...... Mensch.
g. Ein Mensch, der alles (z.B. seinen Schreibtisch, sein Zimmer, sein Leben) sehr gut
organisiert, ist ein ....... Mensch.
 Vergleichen Sie Ihre eigenen Gedanken und Ideen mit denen der befragten Deutschen (siehe
auch Tabelle):
Welche Eigenschaften können sowohl negativ als auch positiv verstanden werden
(darüber kann man natürlich streiten...)?
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Was ist Ihrer Meinung nach typisch deutsch?
TOP 10
Gesamt
(N= 1008)
Männer
(N= 502)
Frauen
(N= 506)
Zuverlässigkeit
20 %
48 %
52 %
Fleiß
10 %
50 %
50 %
Perfektion
10 %
52 %
48 %
Ordnung
9%
41 %
59 %
Pünktlichkeit
6%
48 %
52 %
Passivität
6%
65 %
35 %
Umständlichkeit
6%
53 %
47 %
Nahrungsmittel
4%
49 %
51 %
Arbeitseifer
3%
45 %
55 %
Disziplin
3%
55 %
45 %
8. Wenn man an Deutschland denkt, kommt bei mehreren von uns sofort der Begriff „Ordnung“ in
den Sinn. Nichts zu machen, die deutsche Ordnung ist ja weltbekannt! Aber was halten einige
Ausländer, z.B. Amerikaner, von dieser Ordnung?
a) Lesen Sie den Text, möglichst ohne das Wörterbuch zu Hilfe zu nehmen.
Was macht die Deutschen zu Deutschen?
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Der „Nationalcharakter" —das war vor und nach dem Zweiten Weltkrieg eines der
zentralen wissenschaftlichen Themen: Was macht den Russen zum Russen, den
Deutschen zum Deutschen, den Amerikaner zum Amerikaner?
Als sich, nach dem Krieg, die Nationen auf eine Ära der friedlichen Zusammenarbeit
einrichteten, verschwand auch das Interesse am Nationalcharakter wieder, das
Interesse konzentrierte sich jetzt auf Versuche zur Verbesserung der
Zusammenarbeit zwischen den Völkern —man ging davon aus, dass die
Unterschiede zwischen den Nationen ohnehin verschwänden.
Die folgenden Jahrzehnte haben diese Prognose allerdings nicht bestätigt. Vielmehr
hat das Nationalgefühl in vielerlei Hinsicht wieder das Interesse an den
Besonderheiten der verschiedenen Völker geweckt. Der Grund dafür ist die
Erkenntnis, dass sich Menschen verschiedener Völker in der Tat nach eben den
Werten unterscheiden, die einen Teil ihres kulturellen Erbes bilden.
Das Urteil über den Nationalcharakter anderer wird dabei immer von der Kultur
gefärbt sein, in der der Beobachter aufgewachsen ist. Bestimmte Grundzüge freilich
werden
stets auffallen: eben die Grundzüge, die alle Deutschen zu Deutschen,
alle Amerikaner zu Amerikanern machen. Was sind nun diese kontinuierlichen
Eigenarten, die alle Deutschen verbinden? Worin besteht die Besonderheit der
deutschen Kultur und ihrer Organisation?
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Bei der Fahrt durch Deutschland bemerkt man zuallererst die ordentliche und präzise
Aufteilung von Raum, Land und Gebäuden: Stadt wie Land sind in ordentliche,
geometrische Parzellen aufgeteilt, die von einer Vielzahl von Mauern, Zäunen und
Toren bezeichnet werden. Jeder Fleck Boden scheint von einer definitiven Grenze
umschlossen, die ihn klar von allen anliegenden Grundstücken scheidet. In den
Kleinstädten sind die einzelnen Häuser durch regelrechte Mauern voneinander
getrennt, und innerhalb dieser ummauerten Liegenschaften befinden sich wiederum
Mauern, die den Vorgarten vom Haus und dieses wieder vom Hof trennen - und das
Haus selbst erscheint durch seine Rollläden vollends als Festung. Aber auch
innerhalb dieses schon so wohl befestigten Hauses teilen normalerweise nochmals
massive Türen einen Raum vom anderen.
Diese Aufteilung des Raums wird von einer ebenso unmissverständlichen Reihe von
Regeln und Übereinkünften flankiert, die die Benutzung dieses Raums regeln. Überall
scheinen Hinweis- und Verbotsschilder aufgestellt zu sein; eins der ersten Wörter,
das jeder Ausländer in Deutschland lernt, ist „verboten". Appartementhäuser sind mit
Verhaltensanweisungen für Bewohner wie Besucher bestückt; Parks und
Arbeitsplätze haben ihre Benutzungsordnung. Sogar die Kinderspielplätze, die
sowieso schon von Zäunen und Toren markiert sind, haben eine
Benutzungsordnung, die genau bestimmt, Kinder welchen Alters auf ihnen spielen
dürfen, was sie auf ihnen spielen dürfen, von wann bis wann sie spielen dürfen. Wo
man in Deutschland auch hinkommt, irgend jemand war immer schon da, um ein
Schild aufzuhängen.
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Dieses Grundmuster der Aufstellung und Zuordnung von Land und Raum mit Hilfe
besonderer Verordnungen zeigt sich auch im Umgang mit der Zeit. Wie jeder Raum
von einem besonderen Regelwerk peinlich genau aufgeteilt und beherrscht wird, so
wird auch die Zeit von zahlreichen und unterschiedlichen Zeitplänen strikt eingeteilt.
Es gibt genaue Arbeitszeiten, Schulstunden und ganz bestimmte Zeiten, zu denen in
den Restaurants ganz bestimmte Gerichte zu haben sind. Es gibt sogar generelle
Leitpläne (wie etwa das Ladenschlussgesetz), die wiederum die einzelnen Zeitpläne
koordinieren. Selbst wo es keine offiziellen Zeitpläne gibt, werden informelle
aufgestellt und so genau eingehalten, als seien sie Gesetz. Die Deutschen halten
Essenszeiten fast so exakt ein wie U-Bahn-Fahrpläne.
Zeit und Raum sind in Deutschland vom Wert strikter Ordnung durchdrungen. Dieses
Ideal zieht sich quer durch die deutschen Wohnungen und Häuser, die Geschäfte, die
Regierung, die Freizeit, die Schule. Die Hausfrau will ihr Heim und ihre Kinder in
Ordnung halten; der Arbeitsplatz in der Fabrik hat in Ordnung zu sein. Die Klasse des
Lehrers, die ganze Lebensführung des Menschen hat in Ordnung zu sein. Das
Konzept der Ordnung ist sowohl Teil des stereotypen Bilds, das Ausländer von
Deutschland haben, als auch Teil ihres Erstaunens über die Deutschen. Diese
Erzwingung der Ordnung von Zeit und Raum ist eine der größten Leistungen der
deutschen Gesellschaft. Sie hat die Bundesrepublik zu einer der führenden
Industrienationen gemacht, aber gleichzeitig der deutschen Psyche und
Persönlichkeit eine ungeheure Starre aufgezwungen.
(Aus: Jack Mclver Weatherford,
Deutsche Kultur, amerikanisch betrachtet,
in: Tintenfisch 15, Berlin 1978)
b) Leseverstehen
Der Abschnitt Zeilen 1 - 19
Beantworten Sie nun folgende Fragen zu diesem Abschnitt.
1. Womit hat sich die Wissenschaft beschäftigt? Wann und warum hat die Wissenschaft das
Interesse an diese Frage verloren?
2. Wie kommt es, dass man sich heute wieder für die verschiedene Völker interessiert?
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3. Warum gibt es kein eindeutiges Urteil über den Nationalcharakter eines Volkes?
4. Warum ist es, nach Aussage des Textes, trotzdem sinnvoll, nach dem Nationalcharakter
eines Volkes zu fragen?
Der Abschnitt von Z. 20 – 40
Stellen Sie Ihrem Nachbarn 5 Fragen zu dem angegebenen Abschnitt.
Der Abschnitt von Z. 41 – 61
Welche der folgenden Aussagen stimmen mit dem Text sinngemäß überein? Berichtigen Sie die
abweichenden Aussagen.
1. Nicht nur der Raum, sondern auch die Zeit ist genau eingeteilt.
2. Wie für den Raum so gibt es auch für die Zeit Regeln und Verordnungen.
3. Das Ladenschlussgesetz ist ein Beispiel für einen übergeordneten Zeitplan.
4. Die Öffnungszeiten eines bestimmten Geschäfts sind ein einzelner Zeitplan, der vom
Ladenschlussgesetz unabhängig ist.
5. Zwischen Essenzeiten und
Unterschied.
Fahrplänen der Untergrundplan gibt es einen deutlichen
6. Das Ideal, das den Raum und die Zeit bestimmt, ist die Ordnung.
7. Zum Bild des Ausländers von Deutschland gehört die Ordnung.
8. Alle Ausländer wundern sich über die strikte Ordnung in Deutschland.
9. Die Ordnung ist das, was an Deutschland ohne Einschränkung positiv ist.
c) Sprache
Der Abschnitt bis Z.20
Entscheiden Sie, welche Wörter bzw. Wendungen das Gleiche ausdrücken.
1. Die Ära (Z. 4)
a) das Merkmal
2. Sich einrichten auf (Z. 5)
b) die Zeit, der Zeitabschnitt
3. Die Prognose (Z.9)
c) die Aufmerksamkeit auf sich lenken
4. Etwas bestätigen (Z. 9)
d) von den Vorfahren überkommener Besitz
5. Das Erbe (Z. 13)
e) beeinflusst werden von
6. Gefärbt sein von (Z.15)
f) sich einstellen auf
7. Auffallen (Z. 16)
g) als zutreffen erweisen
8. Die Eigenart (Z. 18)
h) die Voraussage, die Annahme
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Der Abschnitt von Z. 20 – 40
Lesen Sie diesen Abschnitt noch einmal und vervollständigen Sie dann die Sätze sinngemäß mit
den folgenden Wendungen.
wie eine Burg; Benutzungsordnung; ordentlich und präzise aufteilen; ein Schild
aufstellen; durch Mauern trennen; in kleine geradlinige Grundstücke einteilen;
durch Vorschriften regeln; durch Türen voneinander trennen; eine feste
Grenze haben
1. In Deutschland sind Raum, Land und Gebäude ..... (ordentlich und präzise aufteilen).
2. Ob in der Stadt oder auf dem Land, ganz Deutschland ist .... .
3. Jeder Fleck Boden scheint .... .
4. Die Häuser sind von einander, von den Vorgärten und von den Höfen .... .
5. Da die Häuser außerdem noch Rollläden haben, wirken ... .
6. Auch innerhalb der Häuser werden die Räume ..... .
7. Die Benutzung des Raums ist durch ..... .
8. In Appartementhäusern, in Parks, am Arbeitsplatz, auf den Kinderplätzen, überall gibt ...
9. Gleichgültig wo man in Deutschland hinkommt, kann man sicher sein, dass ..... .
Der Abschnitt von Z. 41 – 61
Ersetzen Sie folgende Wörter durch Synonyme aus dem Text.
Zeile 41 - 50: das Grundprinzip; eine Menge zusammengehörender, aufeinander bezogener Regeln;
genau eingeteilt; ein allgemeiner Plan, der anderen Einzelplänen übergeordnet ist; genau.
Zeile 51 - 61: völlig bestimmt werden von; die Vorstellung, die Idee; die Verwunderung; die Seele,
das Wesen, geistig-seelische Haltung; Unbeweglichkeit; Steifheit
d) Diskussion/Eigene Erfahrung
Der Abschnitt bis Z.20
1. Alle Menschen eines Volkes sind vom Nationalcharakter ihres Volkes geprägt. Stimmen Sie
dieser Behauptung zu? Begründen Sie Ihre Meinung.
2. Das Interesse am Nationalcharakter müsste viel stärker sein. Stimmen Sie dieser Forderung zu?
Begründen Sie Ihre Meinung.
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Der Abschnitt von Z. 20 – 40
1. Zuerst bemerkt man in Deutschland die präzise Aufteilung von Raum, Land und Gebäude. War
das auch Ihr erster Eindruck?
2. Wirken deutsche Häuser wie Festungen? Vergleichen Sie diese mit russischen Häusern.
3. Ist es richtig, dass überall Hinweis- und Verbotsschilder sind? Wie steht
Verbotschildern bei uns in Russland?
es mit den
Der Abschnitt von Z. 41 – 61
1. Die Ordnung in Häusern, Geschäften, der Freizeit, der Schule/Hochschule etc. ist bei uns
genauso (nicht so) groß. Führen Sie bitte Ihre Beispiele an.
2. Die Deutschen sind (nicht) sehr steif (Beispiele). Bei uns zu Hause sind die Leute genauso (ganz
anders).
9. Eine alte Weisheit lautet: „Es gibt so viele Meinungen, soviel es Menschen gibt“. Eine Tatsache,
die von einem als negativ bewertet wird, kann von dem anderen als positiv verstanden werden. Die
deutsche Ordnung, von einem Amerikaner als Starre empfunden (Üb. 8), ruft bei einem Holländer
ganz andere Gefühle hervor.
a) Machen Sie sich mit dem folgenden Text bekannt.
Elf Gründe, um Deutschland zu mögen
Des Nachbars schöne Seiten
„Deutschland, wer möchte da schon leben?“, dachte sich Philippe Remarque, als er im Januar
1999 nach Berlin kam. Über fünf Jahre berichtete der Journalist als Korrespondent für die
niederländische Tageszeitung „De Volkskrant“ aus der deutschen Hauptstadt – und änderte seine
Meinung gründlich. Als er 2004 zurückmusste, wäre er am liebsten geblieben.
Als ich mich vor sechs Jahren aufmachte, um nach Berlin
umzuziehen, hatten einige Niederländer Mitleid mit mir:
„Muss das wirklich sein?“, „Dann musst du ja zwischen den
Deutschen leben!“ oder „Hatten die nichts Schöneres für
dich?“ bekam ich immer wieder zu hören. Vielen Dank für
die Anteilnahme, aber es war halb so schlimm. Im
Gegenteil: Die Zeit in Deutschland war sehr angenehm.
Hatte ich anfangs noch gezögert, ertappte ich mich später
dabei, wie ich mir mit meiner Frau vorstellte, dass wir durch
einen unvorhergesehenen Zufall den Rest unseres Lebens
hier verbringen müssten. Wir hielten das für keine schlechte
Idee. Was man von niederländischen
Emigranten in Berlin übrigens häufig hört. Dennoch sind für viele die schönen Seiten
Deutschlands noch immer ein wohl behütetes Geheimnis – das muss nicht so bleiben.
Schließlich wäre es ungerecht, all jene, die noch nie dort waren, nicht einzuweihen. Darum
gebe ich hier elf Beispiele, warum das Leben in Deutschland so angenehm ist.
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MENSCHEN
Um schon vorab die größte Sorge vieler Ausländer vorwegzunehmen: Die Deutschen sind
im Allgemeinen sehr, sehr nett, sie haben schon seit 60 Jahren kein Nachbarland mehr
überfallen und man kann mit ihnen sogar lachen! Sie sind den Niederländern sehr ähnlich.
Was kein Zufall ist, schließlich haben wir die gleichen Wurzeln. Zugegeben, die
männlichen Vertreter in einem gewissen Alter führen sich manchmal etwas pedantisch auf.
Auch wird Sie ein Deutscher nicht sofort in sein Haus schleppen und dazu zwingen, einen
Liter Wodka mit ihm zu trinken. Aber zumindest ein Niederländer sollte mit der
Reserviertheit der Nordeuropäer umgehen können – schließlich ist er selbst einer.
HÖFLICHKEIT
Wie oft habe ich Gäste sagen hören, die mit dem Zug von Amsterdam nach Berlin gereist
waren: „Mein Gott, was sind die Deutschen freundlich.“ Dieses Erstaunen drückt etwas
über die Vorurteile in den Niederlanden, aber auch etwas über Deutschland aus. Nach der
lauten Musik aus dem Autoradio und dem endlosen Gejammer des Taxifahrers zu Hause
ist die Fahrt im Berliner Taxi eine Erleichterung. Das Auto kommt immer innerhalb von drei
Minuten, der Fahrer hält höflich die Tür auf, auf dem Armaturenbrett liegt „Die Zeit“, aus
den Lautsprechern klingt dezente klassische Musik. Und die Fahrt ist vergleichsweise
preisgünstig. Auch in den deutschen Zügen sind die Schaffner höflich, freundlich und nie
aufdringlich. Und wo wir schon mal davon reden: Wussten Sie schon, dass die Deutsche
Bahn auch dann noch pünktlich fährt, wenn Herbstblätter auf den Schienen liegen?
INTELLEKTUELLE DEBATTE
Es muss nur jemand laut sagen, dass er stolz auf Deutschland ist, und schon bricht in den
Zeitungen die soundsovielte Debatte los. Natürlich lässt sich über die deutsche Neigung
spotten, immer über das schwierige Vaterland zu grübeln. Aber wie scharf können die
deutschen Intellektuellen denken und formulieren! Und wie schön schlagen sie sich
gegenseitig rhetorisch die Schädel ein! Auch im Bundestag wird hart attackiert. Ab und zu
schüttelt man wegen der extremen Formulierungen besorgt den Kopf, aber der Debatte tut
es gut.
BRÖTCHEN & ZEITUNGEN
Während sich ein Niederländer schon mal morgens mit dem geschnittenen Brot vom
Vortag bestraft, beginnt der Tag in Deutschland mit frischen weißen Brötchen. Die
Bäckereien duften herrlich, da immer wieder neue Backbleche mit Brötchen in den Ofen
geschoben werden. Und dann geht man mit der warmen Tüte (offen, sonst werden die
Brötchen weich!) mal kurz zum Kiosk, um die Zeitung zu holen. In den Niederlanden liegt
die Zeitung auf der Türmatte. Was natürlich bequemer ist, aber man kommt nicht aus dem
Haus. Der morgendliche Gang von Hunderttausenden zur Bäckerei und zum Kiosk trägt
dagegen zum urbanen Lebensgefühl bei.
MEDIEN
Deutschlandfunk: Keine Stimme ist so beruhigend, sonor und doch so freundlich wie diese
zu jeder halben Stunde. Sie verspricht eine wohltuende, gut informierte Neutralität – und
die liefert sie auch. Ruhig, mit Niveau und ohne bombastisches Wortgeklingel oder auch
nur eine Sekunde Werbung meldet und beleuchtet der Deutschlandfunk die Nachrichten
aus aller Welt. Die deutschen Regionalsender sind ebenso solide. Zwar zahlen die
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Deutschen etwas mehr Rundfunkgebühren, aber sie bekommen auch etwas dafür.
Niederländer müssen sogar beim Frühstücksfernsehen zehn Minuten Werbung erdulden.
Die niederländischen Rundfunkmacher glauben wohl, dass die Zuschauer ohne viel Lärm,
pseudo-witzige Kommentare der Sprecher und Reportagen über einen Fahrradschlosser
in Ommen, der sein Jubiläum feiert, den Nachrichten nicht gewachsen sind. Auch die
deutschen Zeitungen bieten hohe Qualität. Sie sehen zwar langweilig aus und
präsentieren auf den Titelseiten nur Politikthemen. Aber die deutschen Journalisten
schreiben hervorragend.
KINDERKRIPPEN
Ich sage gleich, dass dies nur auf Berlin zutrifft, denn im Süden Deutschlands ist die
Kinderbetreuung oft weniger ideal geregelt. In Berlin können Eltern ihr Kind aber ab einem
Alter von sechs Wochen in die Krippe geben. Obwohl nur relativ wenige Mütter und Väter
von dem Angebot Gebrauch machen, ihr Kind so früh abzugeben, da in Deutschland auch
die Regelungen für die Elternzeit ausgezeichnet sind. Aber in der Krippe ist es völlig
normal, dass Mädchen und Jungen ab einem Alter von ungefähr einem Jahr bis zum
Nachmittag mit ihren Altersgenossen spielen, behütet von sehr netten Damen. Eine
warme Mahlzeit mit viel Soße ist dabei inbegriffen. Die Vollzeitbetreuung für zwei Kinder
kostete mich 250 Euro monatlich. Niederländische Eltern sind immer vollkommen
überrascht, wenn sie das hören. Denn die Niederlande geben zwar Geld für die
Emanzipation der Frauen aus, aber die Kinderkrippen sind oft so teuer, dass die Eltern auf
das Angebot lieber verzichten.
ALLES IST GROß
Als einer der „55 Gründe, weshalb die niederländische Mannschaft heute Abend gegen
uns verlieren wird“ gab die „Bild“-Zeitung 2003 vor einem Fußball-Länderspiel an: „Weil
eure Häuser schmaler sind als unsere Kleiderschränke.“ Die Niederländer können daran
selbstverständlich wenig ändern. Aber es ist schon wirklich ein Genuss, in Berlin zu
wohnen, wo die Mauern der Häuser dick und die Straßen breit sind. Wie viel Platz dieses
Land doch hat! Und von welch gediegener Qualität sind die Dinge! Wobei man es bei dem
bleischweren Kinderwagen der Marke „Teutonia“ damit vielleicht etwas übertrieben hat.
Aber die Häuser im Berliner Stadtteil Charlottenburg kann ich von ganzem Herzen
empfehlen. Sie haben Zimmer so groß wie Ballsäle, Flügeltüren, und 3,60 Meter hohe
Stuckdecken. Die Deutschen wussten schon 1907, als diese Häuser für gut betuchte
Bürger gebaut wurde, dass ein Mensch Platz zum Atmen braucht.
ORDNUNG
Ich weiß, es ist ein heikler Punkt: Es gibt ihn wirklich, den deutschen Fußgänger, der lange
vor der roten Ampel wartet, obwohl weit und breit kein anderer Verkehrsteilnehmer zu
sehen ist. Und er kritisiert auch noch lauthals Menschen, die gegen die Regeln verstoßen
und trotz Rot über die Ampel gehen. Es ist eine Angewohnheit, die in Deutschland leider
stark verbreitet ist. Ordnung hat jedoch auch große Vorteile. All meinen niederländischen
Gästen fiel auf, wie sauber die Straßen hier sind. Die Deutschen legen Wert auf die
Erhaltung und Pflege von öffentlichen Einrichtungen, und es wird auch relativ wenig
demoliert. Jahrelang habe ich mein Fahrrad, nur mit einem kleinen Ringschloss gesichert,
abgestellt. Und selbst das habe ich ab und zu vergessen. Gestohlen wurde es jedoch
nicht. Das ist nicht ganz unerheblich für die Lebensqualität! Selbst in der Millionenstadt
Berlin muss man fast vor nichts Angst haben. Wer mit dem Zug nachts um 0.30 Uhr am
Bahnhof Zoo ankommt und einige Tage später am Hauptbahnhof in Amsterdam, weiß,
was ich meine.
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DEUTLICHKEIT
Die Deutschen mögen klare Strukturen: Regeln sind Regeln, der Lehrer wird gesiezt und
ein Untergebener tut, was sein Chef ihm sagt. „Pfui Teufel“, denken Sie jetzt. Tatsächlich
erschreckt man als Niederländer manchmal, wie unflexibel an Regeln festgehalten wird.
Darüber hinaus drohen Deutsche beim kleinsten Konflikt mit einer Klage oder einem
Rechtsanwalt. Aber versetzen Sie sich umgekehrt mal in einen Deutschen, der in einem
niederländischen Unternehmen landet. Der Chef dort heißt Jasper, trägt keine Krawatte
und sagt während einer der endlosen Meetings: „Vielleicht müssen wir das doch noch mal
überdenken.“ Der Deutsche versteht nicht, dass das Projekt damit erledigt ist. Auch die
Niederlande besitzen eine Hierarchie, aber die wird versteckt, da wir keine Wichtigtuerei
mögen. Aber was ist ehrlicher? Und sind wir denn so zufrieden mit dem Ergebnis unserer
„Duldungskultur“? Auch wenn dies nicht der einzige Grund ist, warum es den Ausländern
in Deutschland so viel besser geht als in den Niederlanden – die deutsche Klarheit und
Ordnung tragen gewiss hierzu bei.
GESUNDHEITSWESEN
Man kann den Hausarzt belächeln, der alle sechs Monate vorschlägt, sicherheitshalber die
Exkremente gründlich zu untersuchen. Oder die Mutter, die nach einem gewiss nicht
ernsthaften Sturz ihrer Tochter vom Klettergerüst den Krankenwagen vorfahren lässt. Kein
Wunder, dass das deutsche Gesundheitswesen jetzt abspecken muss. Aber wie sorglos
ist man hier als Patient! Mit Routineuntersuchungen werden Krankheiten ausgeschlossen,
die man nicht mal kannte. Die Operation kann übermorgen erfolgen und der MRI-Scan
noch heute Nachmittag. Sie werden wohl verstehen, dass ich mich noch schnell
vollständig untersuchen ließ, bevor ich wieder auf der niederländischen Warteliste landete.
KEIN NATIONALISMUS
Ein Deutscher würde sein eigenes Land nie so sehr loben, wie ich es jetzt getan habe.
Das rührt natürlich daher, dass die damals noch junge deutsche Nation dem
Nationalismus zum Opfer gefallen ist, mit den bekannten Folgen. Es gibt kein Land, das
seine eigenen Übeltaten so gnadenlos verarbeitet – fast genauso gründlich, wie sie
begangen wurden. Die kritische Haltung dem eigenen Land gegenüber grenzt schon an
Depression. Doch den in den Niederlanden so bekannten Spruch „Bei uns ist alles besser“
habe ich in Deutschland noch nie gehört.
18.07.2005
b) Leseverstehen
Füllen Sie die Tabelle aus, indem Sie die Autorengedanken unter gegebenen Stichwörtern kurz
fassen.
Grund
Menschen
In der Niederlande
In Deutschland
müssen mit der Reserviertheit der sind sehr nett
Nordeuropäer umgehen können
mit ihnen kann man lachen
sind mit Niederländern sehr ähnlich
sind etwas zurückhaltend
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Höflichkeit
Intellektuelle
Debatte
Brötchen und
Zeitungen
Massenmedien
Kinderkrippen
Größe
Ordnung
Deutlichkeit
Gesundheitswesen
Nationalismus
c) Sprache
 Formulieren Sie anders. Erklären Sie
Wortverbindungen mit Ihren eigenen Worten.
dabei
die
unterstrichenen
Wörter
oder
Wir hielten das für keine schlechte Idee.
Ruhig, mit Niveau und ohne bombastische Wortklingel oder auch nur eine Sekunde Werbung
meldet und beleuchtet der Deutschlandfunk die Nachrichten aus aller Welt.
Im Süden Deutschlands ist die Kinderbetreuung oft weniger ideal geregelt.
Und von welch gediegener Qualität sind die Dinge!
Ich weiß, es ist ein heikler Punkt.
Die Deutschen legen Wert auf die Erhaltung und Pflege von öffentlichen Einrichtungen, und es
wird auch relativ wenig demoliert.
Das ist nicht ganz unerheblich für die Lebensqualität!
Regeln sind Regeln, der Lehrer wird gesiezt und ein Untergebener tut, was sein Chef ihm sagt.
Auch die Niederlande besitzen eine Hierarchie, aber die wird versteckt, da wir keine
Wichtigtuerei mögen.
Oder die Mutter, die nach einem gewiss nicht ernsthaften Sturz ihrer Tochter vom Klettergerüst
den Krankenwagen vorfahren lässt.
 Der Text ist in leichtem ironischen Ton verfasst, dank dem Autorenhumor erscheint der Text
hell und nicht sehr kritisch zu sein. Die meisten Ironiemittel beruhen auf einen Widerspruch
oder ein Paradox. Finden Sie bitte im Text ironische Sätze, die Philippe Remarque so
meisterhaft in seinen Text eingeflochten hat, und versuchen Sie diese zu interpretieren.
d) Eigene Erfahrung
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Falls Sie in Deutschland waren, fiel Ihnen bestimmt ins Auge, dass sich die Alltagskultur und
Lebenshaltung der Deutschen von denen der Russen ein wenig unterscheiden. Stimmen Sie mit der
Meinung des niederländischen Journalisten in allen elf Bereichen überein oder haben Sie eine
andere Erfahrung gesammelt? Was ist Ihnen im Gedächtnis besonders haften geblieben?
10. Zusammenfassung
Diskussion
a)
Ulrich Hofmann. Deutschlandbilder
Warum sind die Denkblasen in den Deutschlandbildern so unterschiedlich? Was will der Grafiker
damit ausdrücken? Wie bilden sich die Menschen ihre Urteile über eine Tatsache, eine Situation
oder sogar den Nationalcharakter der anderen Völker?
b)
Auf dem Wege zur Verständigung.
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Was meint der Grafiker mit Dreieck, Viereck und Kreis? Was bedeuten die entsprechenden
Sprechblasen? Hat das etwas mit der Mentalität der Menschen zu tun? Was für ein Gedanke stellt
sich in dieser Zeichnung heraus? Wie kann man auf den Weg zur Verständigung kommen?
Deutsche Kleidung
1. Übersetzen Sie folgende Wörter und Wortgruppen ins Russische. Lernen Sie diese auswendig.
der Trend (s), im Trend sein; trendy
die Modeströmung (en)
der Modebewusstsein; modebewusst
der Markenartikel (-)
der Look Syn. das Outfit
die Kauflust
in/out sein
angesagt sein
von der Stange sein
sich kleiden Syn. sich anziehen
2. Das Thema „Kleidung“ ist für die Menschen mehr oder weniger immer aktuell. Junge Leute und
alle Frauen verbinden die Kleidung direkt mit der Mode, für sie ist es ein untrennbarer
Zusammenhang! Ist für Sie die Kleidung auch zu einer brennenden Frage geworden?
a) Was fällt Ihnen spontan zum Begriff Mode ein?
?
in sein
Mode
elegant
?
?
?
Modeschau
?
b) Sie als Kleidungsexperten können sicher auch sagen, wie Kleidung sein kann und wie sie nicht
sein muss?
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modisch, einfarbig,
konservativ, anliegend, wenig
beliebt, witzig, phantasievoll,
trübe, schick, überheblich,
elegant, verrückt, blass, bunt,
modebewusst, weiblich,
auffallend, angemessen
Wie kann die Kleidung noch sein? Finden Sie bitte alle passenden Adjektive.
Welche Kleidung ziehen Sie persönlich vor? Warum?
3. Was passt zusammen? Ordnen Sie die Verben den Substantiven zu.
1.
In das Sortiment
a) anbieten
2. Kleidung
b) achten
3. Auf die Kleidung
c) untersuchen
4. Auf Markenartikel
d) erfüllen
5. Das Kaufverhalten
e) viel Wert legen
6. Einen Trend
f) erkennen
7. Sich seine Modewünsche
g) aufnehmen
Bilden Sie Sätze mit diesen Wortgruppen.
4. Im modernen Deutsch, besonders in der Jugendsprache (im Bereich Kleidung, Musik, Freizeit
u.ä.) werden viele Anglizismen gebraucht. Die Linguisten erfanden für so eine Erscheinjung sogar
einen besonderen Begriff „Denglisch“. Wie heißen aber einige englische Modewörter auf Deutsch?
Finden Sie für die fett gedruckten Wörter deutsche Äquivalente.
1. Als die Industrie den Trend entdeckt hatte, entstand eine neue Modeströmung,
die man als Club-Mode bezeichnet hat.
2. In ihrem Look spiegeln sich die Modetrends wider.
3. Einen Techno-Fan kann man an seinem Outfit erkennen.
4. Zu meinen sportlichen Stil gehören immer schwere Boots.
5.
Worauf kommt es den deutschen Jugendlichen in der Kleidung besonders an? Worauf legen sie
viel Wert und was ist für sie von äußersten Wichtigkeit? Die Antworten auf diesen Fragen finden
Sie im folgenden Text.
a) Lesen Sie den Text.
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Mode und Trends
Welche Kleidung sich ein Jugendlicher kauft oder anzieht, ist nicht nur eine Frage des
Geschmacks. Viele zusätzliche Faktoren spielen eine Rolle, wenn es um die Kleiderfrage
geht.
Wichtig ist natürlich das Alter, denn je älter die Jugendlichen sind, desto mehr Geld steht
ihnen in der Regel für ihre Garderobe zur Verfügung und desto ausgeprägter ist ihr
Modebewusstsein. Untersuchungen zum Kaufverhalten von deutschen Jugendlichen
haben ergeben, dass ungefähr jeder zweite darauf achtet, welche Marke er trägt. Oft
kommt es
für die
Jugendlichen mehr darauf an, von welchem Hersteller das
Kleidungsstück kommt, und weniger, wie es aussieht. Das bezieht sich vor allem auf
Jeans und Turnschuhe.
Die Jeans des amerikanischen Herstellers Levi's, des Klassikers unter den Jeans, ist für
die meisten Jugendlichen ein Kleidungsstück mit Kultstatus. In fast jedem Kleiderschrank
der 10- bis 18-Jährigen befindet sich eine Levi's, wenn möglich sogar eine 501 (eine
spezielle Jeans aus dem Levi's-Sortiment). Aber auch andere Marken wie Adidas, Diesel,
Benetton und Esprit sowie Kleidung von Hermes & Mauritz erfreuen sich bei den
Jugendlichen großer Beliebtheit.
Wie sich die Jugendlichen kleiden, hängt auch damit zusammen, wo sie aufwachsen.
Sicherlich kleiden sich Jugendliche in Berlin oder Köln anders als diejenigen, die in einer
Provinzstadt leben. Die Kinder aus den deutschen Großstädten wissen, was cool und
anerkannt ist. Sobald die Markenhersteller bei den Jugendlichen einen Trend erkannt
haben, wird er in das Sortiment der großen Warenhäuser aufgenommen. Die Mode aus
Berlin kommt mit zeitlicher Verspätung und in stark abgeschwächter Form auch in der
Provinz in die Läden. Kleidung und vor allem Markenartikel sind in Deutschland nicht
billig, eine Levi's kostet ungefähr 75 €. Schätzungsweise drei Milliarden Euro verdient
die Kleidungsindustrie an den jungen Käufern. Manche Schüler jobben neben der Schule,
um sich ein bisschen Geld zu verdienen und ihre Modewünsche selbst zu erfüllen, meist
zahlen jedoch Mammi und Pappi. Nicht selten übersteigen die Kleiderausgaben der
Kinder die ihrer Eltern. Kleidung ist für viele Jugendliche auch Ausdruck ihrer eigenen
Persönlichkeit. Durch die Art, wie man sich kleidet und stylt, wird signalisiert, zu welcher
Gruppe man gehören möchte. An Kleidung vieler Jugendlicher ist zu erkennen, welche
Musikrichtung sie gut finden oder für welchen Sport sie schwärmen. Ihr Outfit wird so
zur Visitenkarte. Die Modesymbole jeder Gruppe beziehen sich nicht nur auf die
Kleidung, sondern auch auf Frisur, Schmuck und Kosmetik.
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b) Leseverstehen
Welche Information gibt der Text zu folgenden Fragen?

Wie ist das Kaufverhalten der jungen Deutschen?

Wie viel Geld geben die Jugendlichen in Deutschland durchschnittlich für Kleidung
aus?

Welche Marken sind „in“?

Was geben junge Leute durch ihre Kleidung zu erkennen?

In welcher deutschen Stadt kann man besonders preiswert einkaufen?

Wie kleiden sich Jugendliche in Provinzstädten?
c) Diskussion
Was können Sie über die Jugendmode in Russland sagen? Gehen Sie auf die folgenden Punkte ein.

Sind Markenartikel trendy?

Welche Marken sind „in“?

Wer zahlt für die Kleidung?

Wie kleiden sich die Jugendlichen in Groß- und Provinzstädten?

Drücken die Jugendlichen in Russland durch ihre Art, sich zu kleiden, auch etwas aus?
Dabei können Sie folgende Wortverbindungen gebrauchen:
Genauso wie die deutschen Jugendlichen tragen/kaufen/kleiden sich die russischen Jugendlichen ..
..... .
Im Gegensatz zu den deutschen Jugendlichen ..... ..... ..... .
... ist /sind „in“/ trendy/ im Trend.
... legen viel Wert auf ..... ..... ..... .
.. ist/sind angesagt/beliebt ..... ..... ..... .
.... erfreut sich/ erfreuen sich großer Beliebtheit.
6. Die Psychologen behaupten, die Mentalität der Menschen beeinflusse jeden Bereich ihres
Lebens, vor allem das alltägliche Leben und alles, was damit zusammenhängt. Aber in wieweit
prägt die „deutsche“ Mentalität die Kleidung der Deutschen? Gibt es denn überhaupt die „typisch
deutsche Kleidung“? Unterscheiden die modernen Kleidungsstücke Deutsche und Russen von
einander?
a) Machen Sie sich mit dem Inhalt beider Texte von Daniela Droth vertraut.
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Was man hier und da so trägt
angesagte Klamotten - ja bitte!
Kommt man als deutscher Jugendlicher nach Russland, wird
einem oft die Frage gestellt: „Was zieht man in Deutschland an?“
Dann beginnt man zu überlegen und bemerkt, dass man diese
Frage gar nicht so einfach beantworten kann. Obwohl in diesem
Jahr in Deutschland heiß diskutiert wurde, ob man nun bauchfrei
zur Schule gehen sollte oder nicht, gibt es eigentlich keinen Dress
Code.
Da sind zum einen die Studenten, die zu einem großen Teil zu den Secondhand-Käufern
gehören. Hierfür gibt es mehrere Gründe: In den Secondhand-Shops wie „Klamottenkiste“
oder „Garage“ findet man oft witzige Klamotten der 60er und 70er Jahre zu niedrigen
Preisen, zum anderen sind die erworbenen Stücke nicht „von der Stange". Natürlich kaufen
nicht alle Studenten ihre Klamotten in Secondhand-Laden, sondern überwiegend die
Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaftler.
Oft hängt das Outfit davon ab, welche Musik man hört oder welcher Clique man angehört.
Beispielsweise gibt es die Punks, die man unschwer an ihren buntgefärbten Haaren,
zerrissenen Jeans, T-Shirts und an ihren Hunden erkennt.
In Hip-Hop-Kreisen und bei den Skatern trägt man extrem weite Hosen, so genannte
„Baggy-Pants“, die mit übergroßen Sweatshirts, Base Caps und Sneakers kombiniert, echt
szenetauglich sind.
Nicht zu vergessen, die Jüngsten (13 -17-Jährige) der Modeszene, für sie gibt es inzwischen
eine riesige Auswahl an Klamottengeschäften, wie z. B. „New Yorker“, „Pimkie“ und „Orsay“.
Hier findet man die neusten Trends und die angesagtesten „Teile“ der Saison für wenig Geld.
Die Möglichkeiten sind vielfältig, natürlich gilt das Motto „erlaubt ist, was gefällt“, allerdings
sehen das die Szenegänger anders.
Unter den russischen Jugendlichen ist das zwar ähnlich,
trotzdem kann man kleine Unterschiede, die das Outfit
betreffen,
feststellen.
Beispielsweise
die
total
angesagten, hochhackigen und zugegeben auch echt
schicken Schuhe der russischen Mädchen - wie kann man
darin nur den Tag überstehen, da muss es doch einen
Trick geben? Oder auch die Handtaschen der jungen
Männer - da frage ich mich doch als Nicht-Russin, was zum
Teufel haben die Jungs da bloß drin ???
Man bemerkt auch ganz schnell, dass Handys hier nicht versteckt in der Tasche getragen
werden, nein, es ist im Moment absolut angesagt, das Handy an einer Kette um den Hals zu
tragen. Und es versteht sich ganz von selbst, dass sich jede russische Frau freut, wenn sie
dann endlich im November ihren echten Pelz aus dem Schrank holen kann, um diesen dann
voller Stolz zu präsentieren.
Egal ob bequeme Jeans, kurze Rocke, trendy oder out, wichtig ist doch, dass man sich
wohlfühlt und das trägt, was einem gefällt. Habt Fantasie und hört nicht darauf, was die
anderen sagen!
Daniela Droth
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Bemerkungen
Dress Code - angebrachte Art sich zu kleiden
Baggy-Pants – sehr weite Hose
„Klammottenkiste“ – Kommissionsladen in Stuttgart
„Garage“ - Kommissionsladen in Berlin
die Teile – hier: Kleidungsstücke
hochhackig – mit hohen Absätzen
Woran erkennt man in Russland einen „echten“ Deutschen?
Neulich in Moskau sah ich einen Mann, den ich für einen typischen russischen Geschäftsmann
hielt. Er trug eine Anzugshose, ein hellblaues Hemd und eine dazu passende Krawatte –
eigentlich ganz normal, dachte ich. Falsch gedacht! Denn als er ausstieg, unterhielt er sich mit
einer Frau in akzentfreiem Deutsch.
Warum hatte ich nicht bemerkt, dass er Deutscher ist? Woran erkennt man eigentlich einen
„echten“ Deutschen in Russland?
Die Vorstellung mancher Leute, dass die
Deutschen
gerne
Krach-Lederhosen,
zünftige Dirndl und Trachten tragen, ist
längst out. So einen Deutschen habe ich
bisher nur einmal im Fernsehen gesehen.
Klar weiß ich, dass auch deutsche
Jugendliche gerne lässige Jeans, T-Shirts
und Turnschuhe anziehen. Aber diese
Mode hat die Kleiderschränke bereits
international erobert und macht daher noch
lange keinen Deutschen aus. Auch meine
Mitschüler, Freunde oder jeder andere läuft
manchmal so herum. Bei diesem Look
könnte nicht einmal ein Mode- Experte
sagen: „Das sieht man doch. Das ist typisch deutsch!". Und wie bitte schön soll ich dann
erst unter den zehn Mio. Menschen sehen, die hier in Moskau leben, einen Deutschen
erkennen? Unmöglich.
Ein paar Unterschiede gibt es aber doch: Man muss nur einmal das westeuropäische Flair
der Metropole verlassen und sich in Richtung Osten tiefer in unser riesiges Land begeben.
Hier, im rauhen Sibirien, stehen Temperaturen von bis zu 30 Grad minus an der
Tagesordnung. Unter diesen extremen Bedingungen fällt es schon deutlich leichter, die
Menschen zu unterscheiden. Denn während die Einheimischen die Kälte mit dicken
Pelzen, Fellmützen und Walenki, den schweren Filzstiefeln, bekämpfen, versuchen es die
Deutschen mit farbenfrohen Skijacken, sportlichen Hosen und Baumwollmützen.
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Auch würde man im Sibirischen Winter
wohl kein deutsches Mädchen finden,
das so mutig und modebewusst ist,
dass
es
selbst bei minus 20 Grad in einem
kurzen
Rock
und
hochhackigen
Stiefeln über die vereisten Wege
stolziert.
Zur männlichen Fraktion ist zu sagen,
dass russische Jungs im Unterschied
zu deutschen eine Vorliebe für dunkle
Lederjacken haben. Vielleicht, weil die
im herben russischen Winter einfach
nicht so schnell schmutzig werden.
Aber ob
Pelz oder Wolle, letztlich wäre Mode nicht Mode, wenn sie nicht über die eigentliche
Funktion von Kleidung hinaus ginge. So hat eben jeder - ob Russe oder Deutscher seinen ganz eigenen persönlichen Stil. Manche wollen sich einfach nur wohlfühlen, andere
zeigen, dass sie zu einer bestimmten Szene gehören. Und mal ehrlich, auffallen wollen wir
doch alle. Die einen mit schrillen Klamotten, die anderen mit einer abgefahrenen Frisur.
Die Mode ist eben überall genau so vielseitig wie die Menschen. Oder genau so ähnlich.
Zum Abschluss aber noch ein kleiner Tipp: Wenn ihr in Russland ein Paar seht und der
Mann trägt nicht alle Tüten und Taschen der Frau, dann könnte man sich fragen, ob es
nicht vielleicht Deutsche sind.
Daniela Droth
Bemerkungen
das zünftige Dirndl – настоящее баварское платье
lässige Jeans, T-Shirts anziehen – надевать свободные джинсы, футболки
das westeuropäische Flair – западноевропейский налет
der Filzstiefel – валенок
in hochhackigen Stiefeln stolzieren – гордо вышагивать на каблуках
die Szene – hier: тусовка
schrille Klamotten – яркие шмотки, яркий «прикид»
die abgefahrene Frisur – «навороченная», «крутая» прическа
b) Übergreifendes Verständnis
Leseverstehen
 Ergänzen Sie folgende Sätze, stützen Sie dabei auf die Information in den beiden Texten.
Das Outfit der jungen Deutschen hängt von .... ..... ..... ab.
Die deutschen Studenten und Jugendlichen können ihre Sachen in ... .... ..... kaufen.
Es gibt keinen deutschen Dress Code, weil ... .... ......
.
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 Anhand der beiden Texte nennen Sie alle Unterschiede, die für Daniela Droth in der
„deutschen“ und „russischen“ Art sich zu kleiden augenfällig wurden. Füllen Sie dabei
folgende Tabelle aus.
In Russland
In Deutschland
Die Mädchen tragen schicke Schuhe und Stiefel Die Mädchen ziehen praktische feste Schuhe vor
mit hohen Absätzen
Sprache

Finden Sie in beiden Texten alle Synonyme (einschl. textuelle Synonyme) zu folgenden
Begriffen.
die Kleidungmodisch sein –
das Geschäft –
das Aussehen –

Sagen Sie anders. Versuchen Sie die unterstrichenen Wörter und Wortgruppen anders zu
formulieren (Text „Woran erkennt man in Russland einen „echten“ Deutschen?)

Die Vorstellung mancher Leute, dass die Deutschen gerne Krach-Lederhosen,
zünftige Dirndl und Trachten tragen, ist längst out.

Aber diese Mode hat die Kleiderschränke bereits international erobert und macht
daher noch lange keinen Deutschen aus.

Denn während die Einheimischen die Kälte mit dicken Pelzen, Fellmützen und
Walenki, den schweren Filzstiefeln, bekämpfen, versuchen es die Deutschen mit
farbenfrohen Skijacken, sportlichen Hosen und Baumwollmützen.

Man würde kein deutsches Mädchen finden, das so mutig und modebewusst ist,
dass es selbst bei minus 20 Grad in einem kurzen Rock und hochhackigen Stiefeln
über die vereisten Wege stolziert.

Russische Jungs haben im Vergleich zu deutschen eine Vorliebe für dunkle
Lederjacken.
Interpretation
Vergleichen Sie die beiden Texten von Daniela Droth. Was vereinigt sie, was unterscheidet sie?
Welche Idee stellt die deutsche Journalistin in ihren Texten dar? Zu welchem Schluss kommt sie?
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7. Zusammenfassung
Diskussion
Nehmen Sie bitte Stellung zu einer von folgenden Äußerungen.
♦ Es gibt heutzutage keine typische deutsche sowie typische russische Kleidung.
♦ Die Kleidung ist genauso vielseitig wie die Menschen.
♦ In der Kleidung ist das Wichtigste, dass man sich wohl fühlt und das trägt, was man einem
gefällt.
Deutsche Küche
1. Übersetzen Sie folgende Wörter und Wortgruppen ins Russische. Lernen Sie diese auswendig.
der Feinschmecker, (-)
die Spezialität, en
das Fastfood
das Ethno-food (Ethnofood)
die Imbisstube, n Syn. der Imbissstand, - e, Syn. die Imbissbude, n (ugs.)
die kalte Platte
kosten
schmecken
einschenken
mit j-m anstoßen (ie, o)
trinken auf + Akk.
grillen
verzehren
zubereiten
köstlich
2. a) Welche Assoziationen lösen bei Ihnen die Ausdrücke „deutsches Essen“ und „deutsche
Getränke“ aus? Sammeln Sie Ihre Einfälle.
?
Würstchen
würzig
?
?
?
?
?
Kaffeе
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b) Welche deutsche Firmen, die Lebensmittel herstellen, sind Ihnen bekannt? Nennen Sie bitte die
Firma und ihr Produkt, z.B.
Gummibärchen „Haribo“, Keks „Bahlsen“, ..... ...... ......
.
3. Sicher bereitete es für Sie keine Schwierigkeiten, die deutschen Lieblingsgerichte und Getränke
zu nennen. Die traditionelle Vorstellung über die deutsche Küche prägte sich in unser Bewusstsein
durch viele literarische Werke, Filme und Witze ein. Die deutsche Sprache aber verfügt auch über
viele Phraseologismen, die die Benennungen der von Deutschen beliebten Lebensmittel enthalten,
z.B.
Das ist (nicht) mein Bier
Es ist mir alles Wurst
usw. Finden Sie bitte im Wörterbuch auch andere „Eß- und Trinkidiome“ und erklären Sie ihre
Bedeutung auf Deutsch.
4. Hier sind kurze Texte, in denen erklärt wird, warum die Deutschen auf einige ihre
Nahrungsmittel besonders stolz sind.
a) Machen Sie sich mit den Texten vertraut.
Deutsches Wasser
Vom Durstlöscher zum Trendgetränk: Ob aus der Designerflasche oder aus der traditionellen
deutschen „Perlenflasche“ – noch nie war es in Deutschland so „in“, Wasser zu trinken. Aus 239
Brunnen sprudeln zwischen Nordsee und Alpen Mineral- und Heilwasser. 9,4 Milliarden Liter
davon setzen die deutschen Brunnen im Jahr ab. Und auch wenn es in Restaurants inzwischen
Wasserkarten gibt: Leitungswasser wird in Deutschland strengstens kontrolliert – man kann es sich
bedenkenlos schmecken lassen.
Was den internationalen Trend betrifft, so verhält sich Deutschland
erfreulich solidarisch. Auch hier geht der Konsum von Alkoholika nach
unten, der von Wasser hoch, und zwar rasant: In den letzten rund 30
Jahren haben die Deutschen den Verbrauch von Mineralwassern
verzehnfacht. Heute trinken sie in der Weltspitzengruppe der
Wassertrinker mit, rund 130 Liter schluckt jeder im Jahr.
Das ist überraschend und fast ein bisschen skandalös für eine Nation,
von der man zumeist annimmt, sie ernähre sich vornehmlich von Bier.
Doch all die Bewegungen der neuen Zeit – die Fitnesswelle, die
Diätwelle, die Gesundheitswelle – haben auch hier ihren Tribut gefordert. Anders als etwa
in den USA, wo in jedem Restaurant ein kostenloses Glas Eiswasser bereitsteht, ist der
deutsche Gast daran gewöhnt, dass er nicht nur den Wein, sondern auch das Wasser
bestellt. So hat sich eine eigene Kultur entwickelt, spezielle Wasserkarten, mit bis zu 30
Sorten und Sommeliers, die darüber Beratungsgespräche führen, als ginge es um die
Entscheidung zwischen einem Montrachet und einem Corton-Charlemagne. Wasser ist
chic und trendy.
Allein in deutschen Landen sprudeln 239 Brunnen, und die Leute, die da an den Quellen
sitzen, gewinnen daraus etwa 500 bis 600 Mineralwässer. Das sind bei weitem mehr als in
Italien, Frankreich oder England produziert werden. Die größten deutschen Marken in der
Gastronomie sind Gerolsteiner, Appolinaris und Fachinger. Der Geschmack, so haben die
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Wirte beobachtet, geht in Richtung der stillen Wässer, also jene ohne oder mit nur
geringer Kohlensäure.
Dass Wasser ein neuer Kult ist, sieht man auch an den hastig herausgegebenen Büchern
zum Thema; selbst der Sommelier-Champion Markus Del Monego, sonst nur mit teuren
Weinen befasst, hat ein Wasser-Buch geschrieben. „Der Wasser-Snobismus hat den
Wein-Snobismus abgelöst“, schreibt Udo Pini in seinem „Gourmet-Handbuch“, bei
Wässern aus Kanada und Neuseeland auf deutschen Restaurantkarten nicht
unglaubwürdig. Dass inzwischen manch Wasser mehr kostet als eine Flasche Wein, ist
indes eine Übertreibung, allerdings nur eine kleine.
Deutsches Brot
Außen knusprig, innen dunkel – oder hell oder körnig: Brot aus Deutschland ist eine ganz
alltägliche Spezialität mit Variationen in jeder Region. 300 verschiedene Sorten Brot gibt es – und
da sind die Brötchen noch gar nicht mitgezählt
Jeder Deutsche, der mal Freunde oder Verwandte am
Mittelmeer, in Mittelost oder auch in Amerika besucht hat,
kennt die Antwort, was sie denn gern als Mitbringsel
hätten: „Bitte, bringt doch ein frisches Vollkornbrot mit!“
Das deutsche Brot gilt für die Deutschen im Ausland als
einer der größten Heimwehfaktoren. In den Ländern des
Weißbrots sehnen sie sich zu den bissfesten Krusten der
Heimat zurück. Als typisch deutsch gelten immerhin die
herzhaften dunklen Brote mit ihren
knusprigen Krusten. „Es gibt kein richtiges Brot in den Staaten“, jammerte schon Bertolt
Brecht 1941 im amerikanischen Exil in sein Tagebuch, „und ich esse gern Brot.“Jeder
Deutsche, der mal Freunde oder Verwandte am Mittelmeer, in Mittelost oder auch in
Amerika besucht hat, kennt die Antwort, was sie denn gern als Mitbringsel hätten: „Bitte,
bringt doch ein frisches Vollkornbrot mit!“ Das deutsche Brot gilt für die Deutschen im
Ausland als einer der größten Heimwehfaktoren. In den Ländern des Weißbrots sehnen
sie sich zu den bissfesten Krusten der Heimat zurück. Als typisch deutsch gelten immerhin
die herzhaften dunklen Brote mit ihren knusprigen Krusten. „Es gibt kein richtiges Brot in
den Staaten“, jammerte schon Bertolt Brecht 1941 im amerikanischen Exil in sein
Tagebuch, „und ich esse gern Brot.“
Warum ausgerechnet die deutsche Brotkultur eine so extreme Vielfalt von rund 300 Sorten
(und dazu 1200 verschiedenen Kleingebäcken) hervorgebracht hat, verliert sich allerdings
irgendwo im Nebel der frühen Brotgeschichte. Schließlich wurde hierzulande das Brot, das
auch schon die Ägypter kannten, bereits vor der Christianisierung gebacken. Die
Grundbestandteile von Brot sind seit je dieselben: Mehl und/oder Schrot, Wasser, Hefe
oder Sauerteig und Salz. Doch in Deutschland, insbesondere im Norden, wurde sehr bald
schon Weizen- mit Roggenmehl gemischt – die Grundlage für das typisch deutsche Brot:
In zwei Dritteln aller deutschen Brotsorten steht Roggen auf der Zutatenliste. Aber auch
Hafer, Gerste und Dinkel oder Zwiebeln, Nüsse, besondere Körner und Gewürze kommen
gern mal mit in den Teig. Im Süden und Westen – in Richtung Weißbrotland Frankreich –
hellt sich das Brot eher auf, kommt mehr Weizenmehl ins Spiel. Als Kontrastprogramm
wurde in Westfalen dafür der Pumpernickel erfunden: Das wohl dunkelste Brot überhaupt
besteht vor allem aus Roggenschrot und wird nicht gebacken, sondern dampfgegart.
Dadurch wird es so fest und saftig und schmeckt eher süßlich. Es bleibt außerdem lange
frisch (weshalb es sich auch für die Lieben im Ausland besonders eignet).
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Ausländer, die in Deutschland eine Bäckerei betreten, sind immer wieder amüsiert von
den vielen, meist unaussprechlichen Namen: Was etwa im Hochdeutschen als Brötchen
verkauft wird, heißt in den verschiedenen Himmelsrichtungen Semmel, Wecke, Schrippe,
auch Schusterjunge oder Pfennigmuggel. Gut, dass man auch mit dem Finger zeigen
kann, was man haben möchte!
Deutsche Wurst
Heiß geliebter Imbiss oder Belag fürs Butterbrot: Wer mal in Deutschland vor der Theke einer
Metzgerei gestanden hat, weiß, was hier besonders gern gegessen wird: Wurst und Würstchen in
allen Variationen
Wenn international die Rede ist von deutscher Kost, fällt vielen wohl immer noch als erstes
Schweinebraten oder Eisbein ein; vielleicht kommt noch das Sauerkraut dazu. Mal
abgesehen davon, dass an diesen Klischees nicht mehr allzu viel dran ist und diese
Gerichte zwar existieren, aber bestimmt nicht täglich auf dem Tisch stehen: Wenn es eine
wirkliche nationale Spezialität Deutschlands gibt, dann dürfte das die Wurst sein.
Es gibt von ihr weltrekordverdächtige 1500 Sorten,
gekochte und gebratene und jene, die kalt als Brotauflage
gegessen werden. Fast die Hälfte des Fleischkonsums
wird in Deutschland in Form von Wurst verzehrt.
Die berühmteste ist die Currywurst. Die Hauptstadt
reklamiert für sich, sie erfunden zu haben, aber auch das
Ruhrgebiet und
Hamburg erheben Ansprüche. Zu bekommen ist sie heute eigentlich an jedem
Imbissstand im Land. Wenn Politiker populär sein wollen, dann essen sie an einer
Currywurstbude; rund siebzig Millionen der geschnetzelten Brat- oder Brühwurst mit
Ketchup und Currypulver gehen allein jährlich in Berlin über die Tresen. Eine kulinarische
Finesse ist das nicht, aber ein Kultimbiss: Der Liedersänger Herbert Grönemeyer hat sie
besungen, ein literarischer Roman schildert „Die Entdeckung der Currywurst“. Das können
die Thüringer Rostbratwürste, die Nürnberger, die Frankfurter nicht überbieten, und nicht
einmal die Münchner Weißwürste mit ihrer für jeden Nicht-Bayer so schwierigen Etikette:
Man isst sie zum zweiten Frühstück, zusammen mit einer Semmel (niemals mit
Kartoffelsalat oder gar mit Sauerkraut), der Senf muss süß sein, das Getränk ist eine
Halbe Bier oder zumindest ein Weißbier. Und traditionell müssen sie vor dem
Zwölfuhrläuten verzehrt sein, doch das ist ein Gebot aus den Jugendjahren der
Weißwurst, als man sie noch nicht haltbar machen konnte.
Und von den Würsten, die kalt verzehrt werden, gibt es – Mortadella, Salami, Jagd-, Mett-,
Grütz-, Meng-, Tee-, Plock-, Rot-, Lungenwurst – eine regional aufgefächerte,
unübersehbare Vielfalt von Formen, Farben und Geschmäckern. Viele von ihnen werden
auch heute noch in kleinen Metzgerbetrieben in Handarbeit hergestellt, gewürzt, gemischt
und geräuchert. Und so manche Wurst bietet auch heute noch ein Geheimnis. Wie eine
ältere Spruchweisheit aus der Pfalz reimt: „Das Innere der Leberworscht ist noch gänzlich
unerforscht.“
Deutscher Käse
Vom Allgäuer Bergkäse aus dem Süden bis zur Ziegenrolle aus Nordfriesland: Deutschland ist
Käseland – und Spitzenreiter in der Herstellung. Gut 1,8 Millionen Tonnen produzieren die
deutschen Käsereien, ein Drittel davon geht ins Ausland
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„Wie soll man nur ein Land regieren“, so lautet der
berühmte Stoßseufzer Charles de Gaulles, „in dem es
mehr als 350 Käsesorten gibt?!“ Wenn daran etwas
Wahres ist, dann sollten die Deutschen froh sein, dass
sie nur halb so viele haben, und doch sind sie eine
führende Käsenation: Deutschland stellt in Europa den
meisten Käse her, Frankreich, Italien und die
Niederlande folgen auf den Plätzen. Überraschung.
Käse selbst ist uralt, doch eine systematische Produktion
in Deutschland beginnt erst im Mittelalter. Die Klöster spielen eine große Rolle dabei,
deren Bewohner waren durchweg versierte Feinschmecker. Auch bei der Bier-Entwicklung
hatten sie bereits eine wichtige Rolle gespielt, weil der Gerstensaft ja nicht als
Nahrungsmittel galt und deshalb von den Mönchen gern als Atzung für die Fastenzeit
gebraut wurde. Den Käse produzierten sie nicht selbst, schrieben aber die Rezepte der
Bauern auf, die selbst nicht schreiben konnten, sammelten sie und verliehen Käsekessel
und Werkzeuge, wofür sie einen Teil des Käses übernahmen.
Es kamen Emigranten nach Deutschland und brachten ihre Käse mit: Der Tilsiter hat
holländische Ahnen, der Limburger ist mit dem belgischen Hervé verwandt, der
Rotschmierkäse Romadur mit dem Remoudou. So wuchs aus internationalen Einflüssen
eine grenzüberschreitende Vielfalt aus importierten Rezepturen und regionalen Produkten.
Das Allgäu gilt als „Käseküche Deutschlands“. Hier grasen braungefleckte Kühe auf
naturbelassenen Weiden, aus ihrer Milch entstehen Rohmilchkäse wie der Allgäuer
Bergkäse oder der Emmentaler, aber auch der Rest Bayerns oder der Harz (Harzer Roller)
sind bekannte Erzeugergebiete. Die Topliste der beliebtesten Sorten führt in Deutschland
allerdings ein Nachbar an: der schnittfeste milde Gouda aus den Niederlanden.
Die neuen Trends heißen: Käse aus kleinen handwerklichen Betrieben und aus
ökologischem Anbau, also Produkte mit Premium-Qualität. So erstaunt es nicht, dass
Käse in Deutschland schon längst nicht mehr nur als Brotbelag dient. Die Käsewagen in
feinen Restaurants, die nach einem feinschmeckerischen Menu herumgefahren werden,
waren noch vor einer Generation ausschließlich mit französischen Käsen bestückt. Heute
dominieren dort, schlagender Qualitätsnachweis, einheimische Produkte.
Deutsches Bier
Wasser, Hopfen, Hefe, Malz – und sonst gar nichts: Die Zutaten fürs Bier sind seit bald 500 Jahren
in der Deutschen liebstem Erlass verankert. Das Reinheitsgebot garantiert die pure Qualität des
deutschen Bieres ohne Zusatzstoffe. Außerdem enthält es Mineralstoffe und Vitamine – und
Kalorien. Dagegen mit rund 5 Prozent nur vergleichsweise wenig Alkohol, manchmal sogar gar
keinen. Überschäumend ist aber die regionale Vielfalt des in Deutschland gebrauten Gerstensaftes:
Von „hellblond“ über „bernsteinfarben“ bis „dunkelbraun“ unterscheiden die Kenner die Farbe,
von „hopfenblumig“ bis „weich-malzig“ im Geruch, der „Blume“. Biertrinken kann eine
Wissenschaft sein – oder ein erfrischender Spaß an einem Sommerabend.
Nein, die Deutschen haben es nicht erfunden. Bier war schon in
Mesopotamien volkstümlich, am Nil tranken es die Sklaven beim Bau
der ägyptischen Pyramiden, in Griechenland war es ein Arme-LeuteGetränk, und inzwischen gibt es wohl kaum noch ein Land, in dem kein
Bier gebraut wird. Jedoch hat kein Land (wie Deutschland seit zehn
Jahren) einen „Tag des Bieres“, genau gesagt: „des deutschen Bieres“,
den 23. April.
Der Tag erinnert an das so genannte deutsche Reinheitsgebot von 1516, die älteste
lebensmittelrechtliche Vorschrift der Welt und der Stolz der deutschen Brauerzunft. In ihr
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wird festgelegt, dass Bier nur aus Wasser, Hopfen, Hefe und Malz bestehen darf: „Hopfen
und Malz, Gott erhalt‘s.“
Warum die Deutschen international stets als die notorische Biertrinker-Nation gelten, bleibt
ein Geheimnis. Wahrscheinlich spielt dabei der besondere Ruf des Münchner
Hofbräuhauses mit all den bierseligen Seppelhosen eine besondere Rolle. Auch die
weltweit verbreiteten Hofbräuhaus-Imitationen von Bangkok bis Las Vegas tragen das ihre
dazu bei. Und natürlich und nicht zuletzt der untadelige Ruf des deutschen Biers, das ja
fast ebenso weit verbreitet ist. Denn eine Landschaft von rund 1270 Brauereien und über
5000 Biermarken markiert da schon eine Art Weltrekord.
Der deutsche Biertrinker allerdings ist in den letzten Jahren deutlich zurückhaltender
geworden, im statistischen Durchschnitt sank sein Pro-Kopf-Konsum von rund 133 Litern
im Jahr 1994 auf nur noch knapp 114 Liter – die Iren sind mit 125 Litern jetzt die
europäischen Champions. Der Nachteil dieser Statistik besteht natürlich darin, dass wir
nicht den Durchschnitts-Bayern ins Rennen schicken können, sondern nur den
Durchschnittsdeutschen. Nach der Statistik sind die Deutschen eher die Nation der
Kaffeetrinker, die haben mit 156 Litern pro Person die Biertrinker längst überholt.
Doch hat das deutsche Bier eine Qualität, die kein anderes Getränk für sich reklamieren
kann: „Sein größter Wert als Getränk“, so belehrt ein „Appetitlexikon“ von 1892: „Das Bier
ist vorzugsweise ein Stoff, der den Menschen zum Menschen gesellt, er ist die wahre
Mutter der Gemütlichkeit“. Wenn dem so ist, so sind wir womöglich doch eine BierNation...
b) Textverstehen

Nennen Sie Gründe, warum die Deutschen gerade auf ihr Wasser, Brot, ihre Wurst und den
Käse Stolz empfinden. Wie meinen Sie, ist es ein berechtigter Stolz?

Schreiben Sie aus den Texten alle Sorten von den erwähnten Lebensmitteln. Welche von
ihnen haben Sie schon einmal probiert?

Weist die deutsche Küche in ihren Grundnahrungsmitteln auf regionale Unterschiede? Warum
(nicht)?
5. Die Beschreibung der typischen deutschen Küche wird dadurch schwieriger, dass es keine
einheitliche deutsche Küche gibt. In verschiedenen Gegenden Deutschlands zieht man oft
unterschiedliche Gerichte vor. Alle nötige Information zu dem Thema gibt folgender Text.
a) Lesen Sie den Text durch.
Ess- und Trinkkultur in Deutschland
(abgekürzt)
Die deutsche Küche ist sehr vielfältig. Dabei bestehen zwischen den
einzelnen Regionen des Landes große Unterschiede. Kartoffeln und
Kartoffelprodukte sowie Brot, von dem bundesweit inzwischen mehr
als 200 Sorten gebacken werden, bilden die Grundnahrungsmittel. Bier
ist in ganz Deutschland verbreitet und beliebt. In den westlichen und
südlichen Bundesländern und einigen kleinen Gebieten der östlichen
wird auch Wein angebaut.
Im Hinblick auf eine gesunde Ernährung insgesamt und insbesondere bei geschäftlichen Anlässen
trinkt man jetzt vermehrt auch Fruchtsäfte und Mineralwasser.
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Auf Grund der Vielfältigkeit der deutschen Küche sollen zunächst einzelne Regionen, mit den für
sie typischen Gerichten und Getränken vorgestellt werden.
Wir beginnen unsere kulinarische Reise im Norden Deutschlands. Auf Grund der Lage an zwei
Meeren wird dort generell auch mehr Fisch gegessen, welcher zum Teil fangfrisch auf den Teller
gelangt. Zu den besten Speisefischen zählen Barsche, Kabeljau und Schollen, die in gebackener
oder gekochter Form zubereitet werden. Dazu isst man Kartoffeln und Remoulade bzw. Sauce. Sehr
verbreitet ist natürlich auch der Hering. Zu den lokalen Besonderheiten zählen in Hamburg
Aalsuppe und Labskaus, ein typisches Seemannsgericht, in Niedersachsen Grünkohl und
Bregenwurst, eine frische oder geräucherte Wurst aus Schweinefleisch. Dieses Gericht unterliegt
vielfältigen Variationen; im Oldenburgischen bereitet man es anders zu als beispielsweise im
Hannoverschen; und es wird nur im Winter gegessen. Dazu trinkt man, gerade auch in der kalten
Jahreszeit, Bier und Korn. Im Bereich der süßen Speisen steht in diesem Teil Deutschlands die Rote
Grütze im Vordergrund, ein Dessert aus Früchten, roten und schwarzen Johannisbeeren, Himbeeren
und Kirschen, deren Saft angedickt wird. Es wird mit Schlagsahne oder Vanillesauce garniert.
Von den südlichen Regionen sollen stellvertretend Baden und Franken vorgestellt werden. Wegen
seiner Lage zwischen Rhein und Schwarzwald zählt Baden zu den klimatisch am meisten
begünstigten Gegenden Deutschlands. Es ist die wärmste Region der Bundesrepublik. Auf die
Küche Badens wirkt sich natürlich auch die unmittelbare Nachbarschaft zu Frankreich und zur
Schweiz aus, zwei Ländern, die über eine hochentwickelte Kochkunst verfügen. In Baden isst man,
wie im angrenzenden Schwaben auch, vorrangig Spätzle, eine besondere Form von Nudeln, für die
es in der Regel in jeder Familie ein eigenes, spezielles Rezept gibt. Dazu passt Fleisch der
verschiedensten Geschmacksrichtungen und natürlich Gemüse, welches in Baden besonders gut
gedeiht. Eine regionale Spezialität ist der Schwetzinger Spargel. Auf der des milden Klimas kommt
das Stangengemüse aus dieser Region als erstes in Deutschland auf den Markt. Wurst ist traditionell
in Baden nicht sehr verbreitet, dafür aber Käse. Ein regionaltypisches Gericht sind Flammekuchen,
runde Kuchen aus Hefeteig, die mit Gemüse, Pilzen, zumeist aus dem Schwarzwald, Fleisch und
anderem belegt werden. Dieses Gericht isst man, wie im benachbarten Elsass mit seinem
Zwiebelkuchen auch, besonders zu Wein, der in Baden eine besondere Rolle spielt.
Die fränkische Küche ist im Vergleich zur badischen derber. Fleisch und Wurst gehören zu jedem
Gericht dazu; auch bevorzugen die Franken Innereien. Dazu isst man in der Region traditionell
Klöße. Eine weitere Spezialität Frankens sind Nürnberger, feine, kleine Bratwürste, zu denen
Sauerkraut gereicht wird. Auf Grund einer hervorragenden Fischwirtschaft kann man dort
insbesondere auch Hechte und Karpfen essen. Die Saison dafür beginnt im September. In Franken
trinkt man sowohl Bier als auch Wein.
Von den Küchen im Osten Deutschlands sollen diejenigen Berlins und Sachsens vorgestellt werden.
Die Berliner Küche ist traditionell eher einfach. Zu einer der beliebtesten Speisen, die darüber
hinaus schnell und unkompliziert zubereitet werden kann, zählt die Bulette. Typische Berliner
Gerichte sind weiterhin Aal grün, wobei der Fisch in einer speziellen Dillsauce gekocht wird, und
Eisbein mit Sauerkraut, Erbspüree und Kartoffeln. Durch Zuwanderer fanden auch Speisen aus
anderen Teilen zunächst Preußens und später Deutschlands Eingang in die Berliner Küche, je nach
Herkunft der Familie. Der Berliner liebt die Kneipe um die Ecke, in der er sein Bier trinken und
eine Kleinigkeit essen kann, vor allem die schon erwähnten Buletten. Traditionell geht man in
Berlin auch gerne in die Konditorei, um dort Torten und Gebäck bei Kaffee und Tee zu verzehren.
Die Berliner Konditorenkunst gehört zu den hervorragendsten in Deutschland. Unter einem Berliner
versteht man im Übrigen einen Pfannkuchen aus Hefeteig, der mit Marmelade oder Pflaumenmaus
gefüllt wird, und der insbesondere zu Silvester und zum Fasching sehr beliebt ist.
In Sachsen isst man neben Fleisch auch Wild, aus dem Erzgebirge bzw. der Dübener Heide, und
Fisch, da insbesondere die Lausitz, wie Franken auch, über eine hochentwickelte Fischwirtschaft
verfügt. Sehr beliebt sind in Sachsen natürlich auch Klöße. Ein typisch sächsisches Dessert sind
Quarkkeulchen, die aus einem Teig aus Quark, Mehl, Eiern und gekochten Kartoffeln bestehen, der
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in Fett ausgebacken wird. Eine bekannte Kuchenspezialität Sachsens ist die Dresdner Eierschecke.
Neben Bayern ist Sachsen das Bundesland, in dem am meisten Bier getrunken wird.
Aus dem Westen Deutschlands sollen die Küchen der Pfalz und des
Rheinlandes vorgestellt werden. Die zuerst genannte Region wird
auch als der Garten Deutschlands bezeichnet. Einfluss auf die
Küche haben natürlich das benachbarte Elsass und Lothringen.
Daher stehen Kartoffeln und Gemüse im Vordergrund. Zu den
regionalen Spezialitäten zählen Schwenkbraten und Saumagen. Bei
ersterem wird Schweinefleisch im Stück auf einem Gestell über
offenem Feuer hin und her geschwenkt. Dadurch erhält das Fleisch
eine besonders knusprige Kruste und einen speziellen Geschmack.
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Dabei wird der Magen eines Schweins mit Fleisch, Kartoffeln und teilweise Gemüse sowie
Kräutern gefüllt und anschließend gekocht. Stellvertretend für andere Spezialitäten dieser Region
sei der Rheinische Sauerbraten genannt, bei welchem im Unterschied zu anderen Gegenden
Deutschlands die Sauce zusätzlich Rosinen enthält, wodurch die Speise eine süße Geschmacksnote
erhält. Das südliche Rheinland, vor allem natürlich die Mosel und der Mittelrhein, ist zu allererst
Weinanbaugebiet. Im nördlichen Teil wird hingegen vorrangig Bier gebraut.
In Bezug auf die täglichen Essgewohnheiten ist eine Veränderung festzustellen. Stand früher das
Mittagessen mit der gesamten Familie im Vordergrund, muss man heute davon ausgehen, dass eine
Mahlzeit in dieser Form, die ja auch das Zusammentreffen der Familienmitglieder während des
Tages bedeutete, in immer wenigeren Fällen möglich ist. Dies liegt vor allem an der Berufstätigkeit
beider Elternteile und an dem Schulbesuch bzw. der Ausbildung der Kinder und Jugendlichen. Im
Unterschied zu Russland leben außerdem die Großeltern nicht mehr zusammen mit den anderen
Generationen und stehen daher zum Beispiel auch für die Zubereitung von Mahlzeiten nicht zur
Verfügung. Zum Frühstück isst man Brot und Brötchen, zum Teil auch Kuchen. Dazu reicht man
verschiedene Sorten Wurst und Käse, Marmelade und Honig. Einige bevorzugen darüber hinaus
zum Frühstück Cornflakes, Müsli, Joghurt oder Obst. Man trinkt Kaffee, Tee oder Kakao bzw.
Milch. Das Abendbrot ähnelt teilweise dem Frühstück. In Familien, in denen kein warmes
Mittagessen eingenommen wird, ist es inzwischen auch üblich geworden, abends etwas Warmes zu
essen. In beiden Fällen trinkt man abends dazu vielfach Bier oder Wein.
Die Trinkgewohnheiten unterliegen in Deutschland ebenfalls Veränderungen. Dass weniger Bier
und mehr Säfte und Mineralwasser getrunken werden, wurde bereits erwähnt. Dies wird sich
langfristig auch auf das deutsche Brauereiwesen auswirken. Die Ursachen liegen zum einen darin,
dass sich die Menschen gesundheitsbewusster ernähren, zu anderen darin, dass es bei geschäftlichen
Anlässen im Gegensatz zu früher inopportun ist, Alkohol, und sei es in Form von Bier oder Wein,
zu trinken. Daher geht auch der Konsum von Cognac, Whisky und anderen alkoholischen
Getränken kontinuierlich zurück. Nach wie vor großer Beliebtheit in Deutschland erfreuen sich zu
jeder Tageszeit Kaffee und in der letzten Zeit ist auch schwarzer und grüner Tee sehr verbreitet und
beliebt.
Ess- und Trinkgewohnheiten sind von den Tischmanieren nicht wegzudenken. Hier sind einige der
wichtigsten allgemeinen Regeln am Tisch nach Knigge.
Müssen wir unseren eigenen Essstil dem der Deutschen anpassen? Die Antwort soll eigentlich so
lauten: Ja, aber man sollte sich nicht zu sehr verbiegen.
Aber folgende Tischmanieren sollte man in Deutschland unbedingt beachten:
 Vor dem Essen sucht man die Toilette auf und wäscht sich die Hände.
 Wünschen Sie am Anfang immer „Guten Appetit“.
 Hände beim Essen auf den Tisch, nicht darunter. Die Ellenbogen kommen mit dem
Tisch nie in Berührung.
 Aufrecht sitzen – nahe am Tisch. Auch zwischen den Gängen ist eine aufrechte
Sitzhaltung angebracht.
 Nicht zu essen beginnen, bevor alle das Gericht vor sich auf dem Tisch haben.
 Nicht zu trinken beginnen, bevor alle etwas haben und dann vor dem ersten Schluck
anstoßen und sich dabei gegenseitig anschauen.
 Nicht alleine aufstehen, wenn man mit dem Essen fertig ist: Wenn man gemeinsam
kommt, geht man auch gemeinsam.
 Zu den allgemein anerkannten Tabus am Tisch zählen auch das Kauen von Fingernägeln
sowie kauen von Kaugummi zwischen den Gängen.
 Denken Sie daran, dass man üblicherweise seinen Teller leer isst. Ansonsten wird es
meist so verstanden, dass es Ihnen nicht geschmeckt hat.
 Sobald Sie fertig sind, legen Sie Messer und Gabel parallel über die rechte Tellerseite
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
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Kleinere Suppentassen darf man am Schluss austrinken: fassen Sie dazu die Tasse an
den Henkeln (Ohren), möglichst nur an dem linken.
Erlaubt ist natürlich das Säubern der Nase mit dem Taschentuch, wenn man sich dabei
vom Tisch abwendet und die Aktion nicht zu lange ausdehnt. Besser wäre es, zu diesem
Zweck kurz aufzustehen und sich ein paar Schritte vom Tisch zu entfernen.
Die Servietten müssen benutzt werden, und ihr Platz ist immer auf dem Schoß! Die
Papier- und Stoffservietten sollen nach dem Essen leicht zusammengeknüllt bzw. locker
gefaltet links neben den Teller gelegt werden – aber nie auf den Teller!
Tischgespräche während des Essens sind nur mit den unmittelbaren Nachbarn erlaubt.
Man sollte unbedingt vermeiden, hinter vorgehaltener Hand zu tuscheln oder zu flüstern.
Dies ist zum einen unhöflich und zum anderen unpraktisch.
Es ist auch nicht erlaubt, vor oder hinter dem Kopf des direkten Nachbarn mit dem
übernächsten Nachbarn zu sprechen.
Zwischen den Gängen kann es bei den Gesprächen am Tisch etwas lauter sein als
während des Essens, wobei aber Nörgelei über die Qualität des Essens meistens nicht
gut ankommt.
Es macht keinen guten Eindruck, wenn Sie die Speisen sehr schnell essen, um noch
einmal nachfassen zu können.
Völlig unmöglich ist es, wenn Sie sich in den Essenpausen am Tisch die Haare kämmen
oder das Make-up korrigieren.
Das Handy sollte während des Essens abgeschaltet oder zumindest stumm geschaltet
sein.
Die Tischsitten schreiben in Deutschland vor, das Essen mit Messer und Gabel zu
zerkleinern, mit dem Messer auf die Gabel zu schieben und dann zum Mund zu führen,
ohne mit den Ellbogen den Tisch zu berühren.
Die deutsche Tischsitten schreiben vor, nach dem einschenken die Flasche beiseite zu
stellen. Das bedeutet keinesfalls die Getränkerationierung.
Wie muss man eigentlich die Rechnung für das Essen in einem Restaurant bzw. Lokal
bezahlen? Wollen Sie Ihre Gäste nicht sehen lassen, was für das Essen und Getränke ausgegeben
wurde – dies verlangt auch die Höflichkeit, - gehen Sie zum Kellner und wickeln dort die
Bezahlung unauffällig ab. Es ist immer besser die Rechnung mit dem Kellner nicht am Tisch,
sondern am Tresen zu begleichen. Es ist auch üblich, dem Kellner Trinkgeld zu geben. Trinkgeld
ist eine Anerkennung für gute Leistungen des Personals. Bei der Höhe des Trinkgeldes können Sie
in Deutschland an die 5- bis 10%-Regel, bezogen auf die Rechnungshöhe, halten, wenn Sie sich gut
bedient gefühlt haben. 5- bis 10-15% ist allgemeine Höhe des Trinkgeldes in den meisten Ländern
der Welt. Falls Sie mit Scheckkarte bezahlen, überreichen Sie das Trinkgeld separat dem Kellner.
Wenn Sie nicht zufrieden waren, können Sie kein Trinkgeld geben, ohne den guten Ton zu
verletzen.
b) Leseverstehen
 Nennen Sie allgemeine Unterschiede der Regionalküchen Deutschlands. Füllen Sie dabei
folgende Tabelle aus.
Im Norden
wird generell Fisch
gegessen
.... ..... ...... .....
Im Süden
.... .....
......
Im Westen
.....
.... .....
......
.....
Im Osten
.... .....
......
.....
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 Erklären Sie anhand des Textes, was das ist und woraus es zubereitet wird.
 Rote Grütze
 Spätzle
 Flammekuchen
 Quarkkeulchen

Nennen Sie unter den im Text aufgezählten Tischmanieren die, die
gleichen. Und welche waren für Sie neu?
den russischen
6. Hier sind zwei Speisekarten aus einigen Berliner Cafés. Machen Sie sich mit diesen Menüs
bekannt, vergleichen Sie diese mit einander und sagen: Werden heutzutage in deutschen
Gaststätten viele Nationalgerichte angeboten? Welche Gerichte sind in diesen Speisekarten
Ihrer Meinung nach „typisch deutsch“ und welche sind für die deutsche Küche relativ fremd?
MENÜ
Frisch zubereitete Salate
Salat mit Jogurt-Dressing oder Essig und Oil serviert
6,5 €
Mozzarella mit Tomaten und Basilikum:
Salat Thunfisch oder Salat Schafskäse:
6,0 €
Salat Spezial :
7,50 €
Mit Thunfisch & Schafskäse und Mozzarella
Putengeschnitzeltes:
7,50 €
In Zwieb eln-Sahnesauce mit Erb sen, Möhren & Wildreis
Hühnerfrikassee:
7,50 €
In cremiger Sauce mit Spargel & Champignons
mit Erb sen & Möhren und Reis
Königsberger Klopse:
7,50 €
In Pikant-Cremiger Kapernsauce mit Erb sen,
Möhren und Kartoffelpüree
Rindergulasch :
7,50 €
Mit Reis und Erb sen, Möhren und Gemüse
Frisch belegte Baguette
3, 5 €
Mit Putenbrust, mit Mozzarella, mit Thunfisch
Mit Schinken, mit Schafskäse, mit Salami
Bockwurst mit Kartoffel sal at
Warmer Apfelstrudel:
4,-€
Mit Sahne und Vanille-Sauce
Warmer Apfelstrudel:
4,-€
Mit Sahne und Vanille-Sauce
Süßes Frühstück:
5,50 €
3 Sorten Marmelade, Nuss-Nouguat-Creme, Honig,
Butter, Obst, Brot&Brötchen
Großes Frühstück:
6,50 €
Wurst-Sorten, Käse-Sorten, Kräuterquark, gekochtes Ei, Obst,
Butter, Brot&Brötchen
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Eine Auswahl unserer Menüs
Menü 1
Steinpilzsuppe
Filetspitzen
geschnetzeltes Rinderfilet
mit frischen Champignons,
dazu Nudeln und Salat
Dessert
Menü 2
9, 50 €
Rinderbouillon
Entrecôte
frisches argentinisches
Entrecôte vom Grill,
mit Kräuterbutter, dazu
Pommes frites und Salat
Dessert
9, 90 €
Menü 3 Tortellini in Brodo
Scampino a la Griglia
Black Tiger-Garnelen in Teigmantel,
in Cognac-Pfeffersauce, dazu
Butterreis und Salat
Dessert
9, 90 €
Menü 4 Spargelcrèmesuppe
Frango Indiana
Putenbrustfilet mit Orangen,
Ananas in Curry-Sahnesauce,
dazu Reis und Salat
Dessert
9, 50 €
7. Wie Sie gerade feststellten, isst man heute in Deutschland nicht nur „typisch deutsch“. Der
Multikulturalismus hat auch die deutsche Küche und Essgewohnheiten der Deutschen
beeinflusst und verändert. Was wird dann im modernen Deutschland im Alltag zum Essen
angeboten?
a) Lesen Sie den folgenden Text durch.
Falafel, Burrito, Sushi – Deutschland isst ethno.
Was essen die Deutschen heute, fragt in einem Brief die Tante, die seit vierzig Jahren in
Amerika lebt. „Deutsche essen am liebsten Schweinefleisch", meldete ein Verbandsblatt
Schweizer Bauern im Frühjahr. Am liebsten Schweinernes: Nach einer Haxe fragen die
Touristen aus Japan, wenn sie in Bayern eine Wirtschaft betreten, nach einem Rippchen,
wenn sie in Frankfurt sind. Guckt man den Gästen aus Fernost in solchen Lokalen auf den
Teller, sieht man oft genug, dass sie es bei ein paar Probebissen belassen haben.
Der Tourist fährt nach Hause, der Einheimische bleibt. Eintöniges Land, gäbe es nur die Art
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von Gasthäusern, in denen jeden Tag die Vorurteile gegen die deutsche Küche - zu
fett, zu schwer, zu fleischig - bestätigt werden. Doch größer ist die Zahl der Lokale, die
anbieten, was nicht „typisch deutsch" ist. Mittags und abends, im Restaurant, in der Bar, im
Weinlokal nehmen die Deutschen gerne das Ausland zwischen die Zähne. Bestellen
Tapas, die iberischen Häppchen, deren Genuss im Spanischen mit dem Wort „tapear" ein
Stück Leben ausdrückt: Freunde treffen, Geschäftspartner, ein Glas zusammen trinken,
eine Kleinigkeit essen. Die Deutschen, vor allem Großstädter im berufsreifen Alter, lieben
auch Kamen, die reichhaltigen japanischen Nudelsuppen, die dampfend heiß aus großen
Schüsseln geschlürft werden. „Mosch Mosch" heißt eine deutsche Kette, die dieses
gesunde Fastfood offeriert.
„Wrap it" al gusto
In (fast) jeder Fußgängerzone steht heute eine Imbissbude, die Falafel anbietet, die
arabischen fritierten Kichererbsen-Bällchen. Sie werden in tütenförmig zusammengelegten
Teigfladen verkauft, mit einer scharfen foghurtsauce, die gerne aufs Hemd tropft. Auf
deutsch gesprochen gehören die Falafel, wenn sie im Fladen stecken, zu den „Wraps".
Solche dürfen auf keinem Trend-Büffet fehlen. Erwachsene lieben sie, noch nicht
erwachsene Menschen auch. „Wraps" (sprich Rräps) sind dünne Teigfladen, die mit
knackigen Sachen gefüllt und anschließend zusammengerollt werden. Ursprünglich kommt
die Idee aus dem Orient, Mode wurden sie in den USA. „Die dünnen Fladen bekommst du
am ehesten im Asienladen oder beim Türken. Oder du bäckst Pfannekuchen", heißt es in
einer Kochanleitung für Kinder. Gelobt sei, was einfach ist. Ob kleingeschnittenes
Hühnerfleisch, Gemüse, Früchte oder alles zusammen mit einer cremigen Masse mischen,
einwickeln, fertig - „wrap it".
Döner, Fastfood Nummer eins
Was essen die Deutschen? Reisgerichte im China-Lokal
oder Rotes Gemüsecurry 2beim Thailänder“, so viel Döner,
als sei ihrer aller Heimat die Türkei. Das Fleisch vom
drehenden Spieß ist der Deutschen liebstes Fastfood –
jedenfalls wird inzwischen deutlich mehr Döner verkauft als
Bratwurst oder Hähnchen vom Grill. Die Deutschen essen
Tacos und Burritos, und immer noch Pasta und Pizza.
Irgendwann in den neunziger Jahren wurde für all der
Döner Kebab
Begriff „Ethno-Food“ geprägt. Wo genau er das erste Mal auftauchte, lässt sich kaum
noch recherchieren. Sinngemäß soll er alle landestypischen Küchen beschreiben, das,
was früher im Feinkostladen als „internationale Spezialität“ verkauft wurde. Hauptsächlich
verwandt wird er heute in der Welt des Marketings und in der Lebensmittelindustrie.
Basmati-Reis und Pflaumenwein, die in jedem Supermarkt angeboten werden, sind „EthnoFood" genauso wie der Balsamico-Essig und die Fertigpizza. Mehrere hundert Millionen
Euro beträgt der jährliche Gesamtumsatz mit so genannten Ethno-Produkten, ein guter Teil
davon entfällt auf Fertig- und Halbfertiggerichte. Und warum essen die Deutschen EthnoFood? „Einen erheblichen Beitrag zur Etablierung von ethnisch positionierten Lebensmitteln
haben zweifelsohne die vielen Koch- und Reisesendungen im Fernsehen geleistet", heißt
es im Vorwort einer Marktforschungs-Studie zu diesem Thema. Die typischen „Ethno-Food"Kundinnen und -Kunden, so nimmt man an, sind zwischen 25 und 45 Jahren alt, berufstätig,
gebildet, verdienen gut. Die anderen beißen in die Bratwurst. Die aber ist längst auch
schon wieder modern, genauso wie das Schnitzel, das in manchen Szene-Lokalen so
selbstverständlich angeboten wird wie noch vor zwei Jahren die Enchillada. Ist ja auch
Ethno-Food, eigentlich, deutsche halt, oder auch österreichische, wenn es ein Wiener
Schnitzel ist. Im Großeinkauf können Gastronomen auch schon lange einkaufen, was
ihnen von Anbietern als „Ethno-Food from Austria" angeboten wird. Vorgekochte
Marillenknödel zum Beispiel, „gebröselt, mit ganzer Aprikose", im Acht-Kilogramm-Beutel.
Exotik des Marillenknödels
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„Ethno-Food ist etwas Exotisches" wendet in einem Gespräch am Küchentisch ein Freund
ein, Marillenknödel hin oder her. Den Einwand, dass ein guter Marillenknödel, angeboten
in Deutschland, durchaus etwas Exotisches ist, lässt er nicht geten. Das könnte ja dann
gleich heißen, dass gute Küche exotisch ist, denn Standard ist ja das Mittelmaß;
andererseits muss „Ethno" nicht „gut" bedeuten... Und überhaupt, was ist mit Hamburgern?
Ethno-Food aus Amerika? Wir finden einen neuen Begriff: „Global Food".
Jacqueline Vogt
b) Textverstehen
 Warum kann man heute in Deutschland immer weniger Restaurants finden, in denen
man typische deutsche Küche anbietet?
 Warum wird das Ethno-Food in Deutschland immer beliebter? Welche
Bevölkerungsschicht zieht das Ehtno-Food am meisten vor? Warum?
 Schreiben Sie aus dem Text alle Ethno-Spezialitäten aus und erklären Sie, woher sie
kommen und wie sie zubereitet werden.
c) Eigene Erfahrung
 Welche von den im Text beschriebenen Ethno-Spezialitäten haben Sie schon einmal
probiert? Erzählen Sie kurz diese Situation.
 Kann man das Ethno-Food auch in Schuja/Iwanowo/Russland finden? Wie heißen
diese Ethno-Gerichte?
d) Diskussion
 Halten Sie es für gut oder schlecht, dass das Ethno-Food auch in Russland in
schnellem Tempo verbreitet wird? Warum?
 Finden Sie den Begriff „Ethno-Food“ korrekt? Wie meinen Sie, warum schlägt
Jacqueline Vogt vor, diesen Begriff durch den „Global-Food“ zu ersetzen?
8. Zusammenfassung
Diskussion
a) An folgendem Bild sind verschiedene deutsche Würstchensorten dargestellt: Original
Frankfurter, Thüringer Bratwurst, Bayerische Weißwurst, Grünkohl mit Pinkel aus Bremen. Wie
meinen Sie, was wollte der Fotograph mit seinem Bild erreichen? Nehmen Sie bitte Stellung zu
diesem Foto.
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b) Äußern Sie bitte Ihre Meinung zu folgenden Gedanken.
 Die moderne deutsche Küche verliert allmählich ihre nationale Eigenart.
 In der modernen Welt hat jede nationale Küche keinen Chance, sich unbeeinflusst zu
erhalten.
 Die steigende Globalisierung ruft viele positive Veränderungen hervor, auch im
Bereich der Esskultur.
c) Sprache
Gestalten Sie ein kulinarisches Nachschlagewerk, in dem Sie deutsche und ausländische Gerichte
vorstellen, die heutzutage in Deutschland zu treffen sind.
Die deutsche Sprache
Sie studieren Deutsch schon seit vier Jahren und verstehen schon die Eigenart und Besonderheiten
dieser Sprache. Wie jede große Sprache, die weite Verbreitung in der Welt findet, ruft die deutsche
Sprache bei den Menschen gewisse Empfindungen und Assoziationen hervor. Aber alle diese
Einfälle stützen sich natürlich auf bestimmte Eigenschaften der deutschen Sprache. Die
auffallendsten davon werden in diesem Teil unseres Heftes besprochen.
1. Lesen Sie das Gedicht von Mira Lobe durch.
Deutsch ist schwer
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Deutsch ist schwer.
Das kann ich beweisen,
bitte sehr!
Herr Maus heißt zum Beispiel Mäuserich.
Herr Laus aber keineswegs Läuserich.
Herr Ziege heißt Bock,
aber Herr Fliege nicht Flock.
Frau Hahn heißt Henne,
Frau Pferd heißt Stute,
Frau Truthahn Pute,
und vom Schwein die Frau
heißt Sau.
Und die Kleinen sind Ferkel.
Ob ich mir das merke?
Und Herr Kuh ist gar ein doppeltes Tier,
heißt Ochse oder Stier,
und alle zusammen sind Rinder.
Aber die Kinder
sind Kälber!
Na, bitte sehr,
sagt doch selber
Ist Deutsch nicht schwer?
a) Versuchen Sie das Gedicht phonetisch richtig vorzutragen. Beachten Sie dabei „die typische
deutsche“ Intonation und Aussprache!
b) Leseverstehen
Welche Besonderheit der deutschen Sprache wird im Gedicht hervorgehoben?
Sind Sie auch der Meinung, dass das deutsche Wortbildungssystem ziemlich kompliziert ist?
c) Sprache
Finden Sie die richtigen Tiernamen, die das Weibchen und das Männchen des entsprechenden
Tierpaars bezeichnen.
Weibchen
Männchen
Die Maus
Die Laus
Die Ziege
Die Fliege
Die Henne
Die Stute
Der Mäuserich
?
?
?
?
?
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Die Pute
Die Kuh
?
?
2. Im folgenden Text handelt es sich von einer anderen morphologischen Besonderheit des
Deutschen.
a) Lesen Sie den Text durch.
Land und Leute
Allen Zweiflern zum Trotz: Es geht nichts über unsere Sprache. Sie ist so einfach, so
logisch, so unkompliziert — und über meinen Freund Marcel Dupont aus Frankreich kann
ich
nur
lachen,
wenn er mir weismachen will, dass irgend etwas in der Beziehung
bei uns nicht stimmt.
Neulich wollte er mir eine Falle stellen.
«Wie nennt ihr die Einwohner von Italien?»
«Natürlich Italiener», erwiderte ich.
«Und von Sizilien?»
«Siziliener», hätte ich beinahe gesagt, besann mich jedoch im letzten Moment und
verkündete: «Sizilianer!»
«Dann müsste es auch Italianer heißen», meinte Marcel.
«Die von Kastilien nennt ihr jedenfalls Kastilianer».
«Das schon», bemerkte ich, «aber die von Indien sind keine Indianer — das sind wieder
andere — und die von Spanien keine Spanianer».
«Sondern?»
«Spanier», erklärte ich kurz.
Marcel grinste. «Warum sagt ihr dann nicht Italier?»
«Weil Italiener italienischer klingt», gab ich gereizt zur Antwort.
«Und Spaniener klingt nicht spanienischer?»
Ich rang die Hände. «Es heißt spanisch!»
Er sah mich unbeirrt an. «Und warum nicht italisch?»
Tief durchatmen! war mein nächster Gedanke. Ich legte nachsichtig die Hand auf
seine Schulter.
«Was du hier treibst, nennen wir Haarspalterei. In Wirklichkeit ist unsere Sprache ohne
Fehl und Tadel».
«Lass uns noch ein bisschen fachsimpeln», meinte er. «Wie nennt ihr die Einwohner von
Belgien?»
«Belgier».
Er nickte. «Dann wohnen in Bulgarien die Bulgarier».
«Nein», stöhnte ich, «das sind Bulgaren. Wir sagen auch nicht Jugoslawier, sondern
Jugoslawen».
«Aber Beigen sagt ihr nicht», beharrte er, «das sind auf einmal Belgier. Warum?»
«Warum! Warum!» rief ich aus. «Das ist nun mal so!»
Er lächelte undurchsichtig. «Drollige Sprache», stellte er fest.
«Ein Einwohner von Polen ist für euch ein Pole».
«Allerdings».
«Und einer von Schweden ein Schwede», fuhr er fort.
«Logisch», bemerkte ich.
«Dann ist einer von Norwegen ein Norwege».
«Nein!» fuhr ich auf. «Das ist ein Norweger!»
Marcel sah mich erstaunt an. «Warum sagt ihr dann nicht Poler oder Schweder?»
Mir platzte der Kragen.
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«Solche Winkelzüge!» ächzte ich. «Solche willkürlichen Beispiele!»
«Machen
wir
es
ganz
einfach»,
sagte
Marcel
sanft.
«Ein
Einwohner von Finnland ist bei euch ein Finne, vom alten Russland ein Russe — also
wohnt in Island ein Isse».
«Isländer!» verbesserte ich. «Das ist wie mit Österreich. Dort wohnen nämlich
Österreicher».
«Jetzt verstehe ich», murmelte Marcel. «Dann leben bei uns in Frankreich die
Frankreichen».
«Aber nein!» rief ich aus. «Ihr seid Franzosen!»
«Und in Österreich sind keine... Österrosen?» fragte Marcel.
«Österrosen!» stammelte ich verächtlich. «So ein Wort gibt es überhaupt nicht.
Höchstens Osterrosen. Aber das sind Blumen».
«Keine Menschen?» raunte Marcel.
Ich fühlte, wie mir der Boden unter den Füßen entschwand.
Unsere schöne, herrliche, treffsichere Sprache wurde von meinem französischen
Freund arg angeschlagen. Meine ganze Kraft musste ich zusammennehmen.
«Sprechen wir einmal von Zaire», bemerkte Marcel ungerührt.«Wie nennt ihr die dortigen
Einwohner?»
«Das sind Zairer», antwortete ich, «oder Zairen... oder Zairaner...» Mir stand der Schweiß
auf der Stirn. «Zairenen»,stammelte ich.
«Ich sehe, du weißt es selbst nicht», erklärte Marcel, «da will ich nach den Einwohnern
von Kenia gar nicht erst fragen».
«Aber das kannst du!» trumpfte ich auf. «Unsere Sprache ist schließlich logisch. Da in
China die Chinesen leben, sind in Kenia natürlich Keniesen!»
Marcel
lachte
aus
vollem
Halse,
«Und
in
Amerika
Amerikesen!»,
spottete er. «O eure Sprache! Eure kluge, logische Sprache!» Dann wurde er
vertraulicher: «Euer Rundfunkreporter bei den Olympischen Spielen war jedenfalls klüger.
Er hat den Marathonläufer aus Kenia ganz einwandfrei bezeichnet».
«Hat er Keniaer gesagt?» fragte ich.
«Nein».
«Vielleicht Keniat?»
«Auch nicht».
Ich blickte hilflos auf Marcel. «Wie dann?»
Mein französischer Freund lächelte nachsichtig. «Darauf kommst du nie», erklärte er.
«Aber wenn ich mir eure diesbezüglichen Schwierigkeiten betrachte, solltet ihr euch an
ihm ein Beispiel nehmen».
«Was hat er denn gesagt?» fragte ich gespannt.
«Das Allereinfachste», erwiderte Marcel. «Er sagte nur immer wieder: ,der Mann aus
Kenia'!»
«Aus Kenia», wiederholte ich.
«Und das musste er ziemlich oft sagen», meinte Marcel. «Die Strecke ist immerhin
zweiundvierzig Kilometer lang».
Ich nickte ergriffen.
«Aber jetzt mal zu dir», fuhr er fort. «Wir kennen uns nun schon seit dreißig Jahren. Willst
du nicht endlich anfangen, Französisch zu lernen?»
«Ausgeschlossen», erwiderte ich und hob abwehrend beide Hände. «Dazu hat eure
Sprache viel zu viele Ausnahmen!»
Ralph Wiener
b) Leseverstehen
Welche Eigenart der deutschen Sprache wird im Text von den Freunden besprochen?
Fällt Ihre Meinung mit der Meinung des französischen Jungen darüber zusammen?
c) Sprache
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Stellen Sie die volle „Nationsliste“ zusammen.
Land/Gegend
Leute
Italien
Sizilien
Indien
Spanien
Belgien
Bulgarien
Polen
Schweden
Norwegen
Finnland
Russland
Island
Frankreich
Österreich
Zaire
Kenia
China
Amerika
Italiener
?
?
?
?
?
?
?
?
?
?
?
?
?
?
?
?
?
3. Ein berühmter amerikanischer Schriftsteller Mark Twain wollte der Menschheit seine Meinung
über die deutsche Sprache auch unbedingt hinterlassen.
a) Machen Sie sich mit dem Text vertraut.
Die schreckliche deutsche Sprache
(abgekürzt)
.... Wer nie Deutsch gelernt hat, macht sich keinen Begriff, wie verwirrend diese Sprache ist. ... Es
gibt ganz gewiss keine andere Sprache, die so unordentlich und systemlos daherkommt und
dermaßen jedem Zugriff entschlüpft. Aufs Hilfloseste wird man in ihr hin und her geschwemmt,
und wenn man glaubt, man habe endlich eine Regel zu fassen bekommen, die im tosenden Aufruhr
der zehn Wortarten festen Boden zum Verschnaufen verspricht, blättert man um und liest: „Der
Lernende merke sich die folgenden Ausnahmen.“ Man überfliegt die Liste und stellt fest, dass es
mehr Ausnahmen als Beispiele für diese Regel gibt. Also springt man abermals über Bord, um nach
einem neuen Ararat zu suchen, und was man findet, ist neuer Treibsand. Dies war und ist auch jetzt
noch meine Erfahrung. Jedes Mal, wenn ich glaube, ich hätte einen dieser vier verwirrenden Fälle
endlich da, wo ich ihn beherrsche, schleicht sich, mit furchtbarer und unvermuteter Macht
ausgestattet, eine scheinbar unbedeutende Präposition in meinen Satz und zieht mir den Boden
unter den Füßen weg. Zum Beispiel fragt mein Buch nach einem gewissen Vogel (es fragt immerzu
nach Dingen, die für niemanden irgendwelche Bedeutung haben): „Wo ist der Vogel?“ Die Antwort
auf diese Frage lautet – gemäß dem Buch –, dass der Vogel in der Schmiede wartet, wegen des
Regens. Natürlich würde kein Vogel so etwas tun, aber ich muss mich an das Buch halten. Schön
und gut, ich mache mich also daran, das Deutsch für diese Antwort zusammenzuklauben. Ich fange
am falschen Ende an, das muss so sein, denn das ist die deutsche Idee. Ich sage mir: „‚Regen‘ ist
Maskulinum – oder vielleicht Femininum – oder auch Neutrum – es ist zu mühsam, das jetzt
nachzuschlagen. Es heißt also entweder der Regen oder die (Regen oder das Regen – je nachdem,
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welches Geschlecht das Wort hat, wenn ich nachsehe. Im Interesse der Wissenschaft will ich einmal
von der Hypothese ausgehen, es sei Maskulinum. Gut – der Regen ist der Regen, wenn er im
Ruhezustand, ohne Ergänzung oder weitere Erörterung, lediglich erwähnt wird – Nominativ; aber
falls der Regen herumliegt, etwa so ganz allgemein auf dem Boden, dann ist er örtlich fixiert, er tut
etwas, nämlich er liegt (was nach den Vorstellungen der deutschen Grammatik eine Tätigkeit ist),
und das wirft den Regen in den Dativ und macht aus ihm dem Regen. Dieser Regen jedoch liegt
nicht, sondern er tut etwas Aktives – er fällt (wahrscheinlich um den Vogel zu ärgern), und das
deutet auf Bewegung hin, die wiederum bewirkt, dass er in den Akkusativ rutscht und sich aus dem
Regen in den Regen verwandelt.“ Damit ist das grammatikalische Horoskop für diesen Fall
abgeschlossen, und ich gebe zuversichtlich Antwort und erkläre auf Deutsch, dass der Vogel sich
„wegen den Regen“ in der Schmiede aufhält. Sofort fällt mir der Lehrer sanft in den Rücken mit der
Bemerkung, dass das Wort „wegen“, wenn es in einen Satz einbricht, den betroffenen Gegenstand
immer und ohne Rücksicht auf die Folgen in den Genitiv befördere – und dass dieser Vogel daher
„wegen des Regens“ in der Schmiede gewartet habe.
N. B. Von höherer Stelle erfuhr ich später, dass es hier eine „Ausnahme“ gebe, die es einem
erlaube, in gewissen eigentümlichen und komplizierten Umständen „wegen den Regen“ zu sagen;
aber diese Ausnahme gelte wirklich für nichts anderes als für den Regen.
Es gibt zehn Wortarten, und alle zehn machen Ärger. Ein durchschnittlicher Satz in einer deutschen
Zeitung ist eine erhabene, eindrucksvolle Kuriosität; er nimmt ein Viertel einer Spalte ein; er enthält
sämtliche zehn Wortarten – nicht in ordentlicher Reihenfolge, sondern durcheinander; er besteht
hauptsächlich aus zusammengesetzten Wörtern, die der Verfasser an Ort und Stelle gebildet hat,
sodass sie in keinem Wörterbuch zu finden sind – sechs oder sieben Wörter zu einem
zusammengepackt, und zwar ohne Gelenk und Naht, das heißt: ohne Bindestriche; er behandelt
vierzehn oder fünfzehn verschiedene Themen, von denen jedes in seine eigene Parenthese (=
Schaltwörter und Schaltsätze) eingeschlossen ist, und jeweils drei oder vier dieser Parenthesen
werden hier und dort durch eine zusätzliche Parenthese abermals eingeschlossen, sodass Pferche
innerhalb von Pferchen entstehen; schließlich werden alle diese Parenthesen und Überparenthesen
in einer Hauptparenthese zusammengefasst, die in der ersten Zeile des majestätischen Satzes
anfängt und in der Mitte seiner letzten Zeile aufhört – und danach kommt das Verb, und man erfährt
zum ersten Mal, wovon die ganze Zeit die Rede war; und nach dem Verb hängt der Verfasser noch
„haben sind gewesen gehabt haben geworden sein“ oder etwas dergleichen an – rein zur
Verzierung, soweit ich das ergründen konnte –, und das Monument ist fertig. Ich nehme an, dieses
abschließende Hurra ist so etwas wie der Schnörkel an einer Unterschrift – nicht notwendig, aber
hübsch. Deutsche Bücher sind recht einfach zu lesen, wenn man sie vor einen Spiegel hält oder sich
auf den Kopf stellt, um die Konstruktion herumzudrehen, aber eine deutsche Zeitung zu lesen und
zu verstehen wird für den Ausländer wohl immer eine Unmöglichkeit bleiben.
Doch selbst deutsche Bücher sind nicht völlig frei von Anfällen der Parenthesekrankheit, wenn sie
hier auch gewöhnlich so milde verläuft, dass sie nur ein paar Zeilen in Mitleidenschaft zieht. Man
kann daher dem Verb, wenn man es endlich erreicht, einige Bedeutung abgewinnen, erinnert man
sich doch noch an ein gut Teil des Voraufgehenden. Nun, hier ist ein Satz aus einem beliebten,
vortrefflichen deutschen Roman – mit einer kleinen Parenthese darin. Ich werde eine absolut
wörtliche Übersetzung anfertigen und zur Leseerleichterung Parentheseklammern und einige
Bindestriche einstreuen – im Original gibt es weder Parentheseklammern noch Bindestriche, und es
bleibt dem Leser nichts anderes übrig, als sich zum weit entfernten Verb durchzuschlagen, so gut er
kann:
„Wenn er aber auf der Straße der in Samt und Seide gehüllten, jetzt sehr ungeniert nach der
neuesten Mode gekleideten Regierungsrätin begegnete ...“
Dieser Satz stammt aus dem „Geheimnis der alten Mamsell“ von Frau Marlitt und ist nach dem
anerkanntesten deutschen Modell konstruiert. Man beachte, wie weit das Verb von der
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Ausgangsbasis des Lesers entfernt liegt; nun, in deutschen Zeitungen bringt man das Verb erst auf
der nächsten Seite, und ich habe gehört, dass die Leute manchmal, nachdem sie sich ein, zwei
Spalten lang in aufregenden Präliminarien und Parenthesen ergangen haben, in Eile geraten und
schließlich drucken müssen, ohne überhaupt bis zum Verb vorgestoßen zu sein, was natürlich dazu
führt, dass der Leser in einem Zustand größter Erschöpfung und Unkenntnis zurückgelassen wird.
Die Deutschen kennen noch eine weitere Form der Parenthese, die sie herstellen, indem sie ein
Verb spalten und die eine Hälfte an den Anfang eines spannenden Kapitels setzen und die andere
Hälfte an den Schluss. Kann man sich etwas Verwirrenderes vorstellen? Diese Dinger heißen
„trennbare Verben“. Die deutsche Grammatik ist geradezu übersät mit trennbaren Verben, und je
weiter die beiden Teile auseinander gerissen werden, desto zufriedener ist der Urheber des
Verbrechens mit seiner Leistung. Eines der beliebtesten Exemplare ist reiste ab. Hier ist ein
Beispiel, das ich in einem Roman aufgelesen und ins Englische übertragen habe:
„Die Koffer waren gepackt, und er reiste, nachdem er seine Mutter und seine Schwestern geküsst
und noch ein letztes Mal sein angebetetes Gretchen an sich gedrückt hatte, das, in schlichten
weißen Musselin gekleidet und mit einer einzelnen Nachthyazinthe im üppigen braunen Haar,
kraftlos die Treppe herabgetaumelt war, immer noch blass von dem Entsetzen und der Aufregung
des vorangegangenen Abends, aber voller Sehnsucht, ihren armen schmerzenden Kopf noch einmal
an die Brust des Mannes zu legen, den sie mehr als ihr eigenes Leben liebte, ab.“
Es ist jedoch nicht ratsam, zu lange bei den trennbaren Verben zu verweilen. Man verliert bald
unweigerlich die Beherrschung, und wenn man bei dem Thema bleibt und sich nicht warnen lässt,
weicht schließlich das Gehirn davon auf oder versteinert.
Personalpronomen und Adjektive sind eine ewige Plage in dieser Sprache, und man hätte sie besser
weggelassen. Das Wort „sie“ zum Beispiel bedeutet sowohl „you“ als auch „she“ als auch „her“ als
auch „it“ als auch „they“ als auch „them“. Man stelle sich die bittere Armut einer Sprache vor, in
der ein einziges Wort die Arbeit von sechs tun muss – noch dazu ein so armes, kleines, schwaches
Ding von nur drei Buchstaben. Vor allem aber stelle man sich die Verzweiflung vor, nie zu wissen,
welche dieser Bedeutungen der Sprecher gerade meint. Das erklärt auch, warum ich im
Allgemeinen jeden, der „sie“ zu mir sagt, umzubringen versuche, sofern ich ihn nicht kenne.
Nun zum Adjektiv. Hier haben wir einen Fall, in dem Einfachheit ein Vorzug gewesen wäre, und
nur aus diesem und aus keinem anderen Grund hat der Erfinder das Adjektiv so kompliziert
gestaltet, wie es eben ging. Wenn wir in unserer eigenen aufgeklärten Sprache von unserem „good
friend“ oder unseren „good friends“ sprechen wollen, bleiben wir bei der einen Form, und es gibt
deswegen keinen Ärger und kein böses Blut. Im Deutschen jedoch ist das anders. Wenn einem
Deutschen ein Adjektiv in die Finger fällt, dekliniert und dekliniert und dekliniert er es, bis aller
gesunde Menschenverstand herausdekliniert ist. Es ist so schlimm wie im Lateinischen. Er sagt zum
Beispiel:
Singular
Nominativ: Mein guter Freund
Genitiv: Meines guten Freundes
Dativ: Meinem guten Freunde
Akkusativ: Meinen guten Freund
Plural
N.: Meine guten Freunde
G.: Meiner guten Freunde
D.: Meinen guten Freunden
A.: Meine guten Freunde
Nun darf der Kandidat fürs Irrenhaus versuchen, diese Variationen auswendig zu lernen – man wird
ihn im Nu wählen. Vielleicht sollte man in Deutschland lieber auf Freunde verzichten, als sich all
diese Mühe mit ihnen zu machen. Ich habe gezeigt, wie lästig es ist, einen guten (männlichen)
Freund zu deklinieren; das ist aber erst ein Drittel der Arbeit, denn man muss eine Vielzahl neuer
Verdrehungen des Adjektivs dazulernen, wenn der Gegenstand der Bemühungen weiblich ist, und
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noch weitere, wenn er sächlich ist. Nun gibt es aber in dieser Sprache mehr Adjektive als schwarze
Katzen in der Schweiz, und sie müssen alle ebenso kunstvoll gebeugt werden wie das oben
angeführte Beispiel. Schwierig? Mühsam? Diese Worte können es nicht beschreiben. Ich habe einen
Studenten aus Kalifornien in Heidelberg in einem seiner ruhigsten Augenblicke sagen hören, lieber
beuge er hundertmal beide Knie als auch nur einmal ein einziges Adjektiv, und es handelte sich
nicht etwa um einen Turner.
Der Erfinder dieser Sprache scheint sich einen Spaß daraus gemacht zu haben, sie auf jede Art, die
ihm nur in den Sinn kam, zu komplizieren. Wenn man zum Beispiel ein Haus oder ein Pferd oder
einen Hund beiläufig erwähnt, schreibt man diese Wörter wie angegeben; aber wenn man sich auf
sie im Dativ bezieht, hängt man ein närrisches und unnötiges e an und schreibt sie „Hause“,
„Pferde“, „Hunde“. Da nun ein e oft den Plural bezeichnet (wie bei uns das s), kann es dem
Anfänger leicht passieren, dass er zwei Monate lang aus einem Dativhund Zwillinge macht, bevor
er seinen Irrtum entdeckt; und auf der anderen Seite hat manch ein Anfänger, der sich solche
Einbuße nur schlecht leisten konnte, zwei Hunde erworben und bezahlt und nur einen von ihnen
erhalten, da er diesen Hund unwissentlich im Dativ Singular kaufte, während er im Plural zu
sprechen glaubte – wobei das Recht gemäß den strengen Gesetzen der Grammatik natürlich auf
Seiten des Verkäufers war und das verlorene Geld daher nicht eingeklagt werden konnte.
Im Deutschen beginnen alle Substantive mit einem großen Buchstaben. Das ist nun wahrhaftig mal
eine gute Idee, und eine gute Idee fällt in dieser Sprache durch ihr Alleinstehen notwendigerweise
auf. Ich halte diese Großschreibung der Substantive darum für eine gute Idee, weil man ihr zufolge
ein Substantiv fast immer erkennen kann, sobald man es sieht. Hin und wieder irrt man sich
allerdings und nimmt den Namen einer Person fälschlich für den einer Sache und verschwendet viel
Zeit darauf, einen Sinn aus dem Ganzen herauszulesen. Deutsche Namen bedeuten fast immer
etwas, und das fördert die Täuschung des Lernbeflissenen. Ich übersetzte eines Tages einen Satz, in
dem es hieß, die wütende Tigerin habe sich losgerissen und „den unglückseligen Tannenwald
gänzlich aufgefressen“. Schon rüstete ich mich, dies zu bezweifeln, da fand ich heraus, dass
Tannenwald in diesem Falle der Name eines Mannes war.
Jedes Substantiv hat sein grammatisches Geschlecht, und die Verteilung ist ohne Sinn und
Methode. Man muss daher bei jedem Substantiv das Geschlecht eigens mitlernen. Eine andere
Möglichkeit gibt es nicht. Um das fertig zu bringen, braucht man ein Gedächtnis wie ein
Terminkalender. Im Deutschen hat ein Fräulein kein Geschlecht, eine Rübe dagegen schon. Welch
eine übermäßige Hochachtung vor der Rübe und welch eine kaltherzige Missachtung des Mädchens
verrät sich hier! Sehen Sie einmal, wie es sich gedruckt ausnimmt – ich übersetze im Folgenden ein
Gespräch aus einem der besten deutschen Sonntagsschulbücher:
Gretchen: „Wilhelm, wo ist die Rübe?“
Wilhelm: „Sie ist in der Küche.“
Gretchen: „Wo ist das vielseitig gebildete, schöne englische Mädchen?“
Wilhelm: „Es ist in der Oper.“
Um mit den deutschen Geschlechtern fortzufahren: Ein Baum ist männlich, seine Knospen sind
weiblich, seine Blätter sächlich; Pferde sind geschlechtslos, Hunde sind männlich, Katzen weiblich
– Kater natürlich inbegriffen; Mund, Hals, Busen, Ellenbogen, Finger, Nägel, Füße und Rumpf
eines Menschen sind männlichen Geschlechts; was auf dem Hals sitzt, ist entweder männlich oder
sächlich, aber das richtet sich nach dem Wort, das man dafür benutzt, und nicht etwa nach dem
Geschlecht des tragenden Individuums, denn in Deutschland haben alle Frauen entweder einen
männlichen „Kopf“ oder ein geschlechtsloses „Haupt“. Nase, Lippen, Schultern, Brust, Hände,
Hüften und Zehen eines Menschen sind weiblich, und sein Haar, seine Ohren, Augen, Beine, Knie,
sein Kinn, sein Herz und sein Gewissen haben gar kein Geschlecht. Was der Erfinder der Sprache
vom Gewissen wusste, wird er wohl vom Hörensagen gewusst haben.
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Eine Frau ist zwar im Deutschen infolge eines Versehens des Erfinders der Sprache weiblich; ein
Weib jedoch ist es zu seinem Pech nicht. Ein Weib hat hier kein Geschlecht, es ist ein Neutrum;
laut Grammatik ist also ein Fisch „er“, seine Schuppen „sie“, ein Fischweib aber keins von beiden.
Ein Weib geschlechtslos zu nennen darf wohl als eine hinter dem Sachverhalt zurückbleibende
Beschreibung gelten. Schlimm genug – aber übergroße Genauigkeit ist sicherlich noch schlimmer.
Ein Deutscher nennt einen Bewohner Englands einen „Engländer“. Zur Änderung des Geschlechts
fügt er ein „-in“ an und bezeichnet die weibliche Einwohnerin desselben Landes als „Engländerin“.
Damit scheint sie ausreichend beschrieben, aber für einen Deutschen ist das noch nicht exakt genug,
also stellt er dem Wort den Artikel voran, der anzeigt, dass das nun folgende Geschöpf weiblich ist,
und schreibt: „die Engländerin“ (was soviel heißt wie „the she-Englishwoman“). Meiner Ansicht
nach ist diese Person überbezeichnet.
Wohl in allen Sprachen sind Ähnlichkeiten in Aussehen und Klang zwischen Wörtern, bei denen
keine Ähnlichkeit der Bedeutung besteht, eine ewige Quelle der Verwirrung für den Ausländer. Das
ist in unserer eigenen Sprache so und ganz besonders auch im Deutschen. Da hätten wir zum
Beispiel das lästige Wort „vermählt“. Für mich hat es eine so große – wirkliche oder nur
eingebildete – Ähnlichkeit mit drei oder vier anderen Wörtern, dass ich nie weiß, ob es tatsächlich
„verheiratet“ bedeutet (wie mir das Wörterbuch beim Nachschlagen immer wieder versichert) oder
ob ich es nicht doch wieder einmal mit „verschmäht“, „gemalt“ oder „verdächtigt“ verwechselt
habe. Solche Wörter gibt es haufenweise, und sie sind eine echte Plage. Damit die Schwierigkeiten
noch größer werden, gibt es außerdem Wörter, die einander zu ähneln scheinen, sich jedoch in
Wirklichkeit ganz und gar nicht ähneln; aber sie machen nicht weniger Ärger, als wenn sie es
wirklich täten. Da haben wir zum Beispiel das Wort „vermieten“ und das Wort „verheiraten“. Ich
habe von einem Engländer gehört, der in Heidelberg bei einem Mann anklopfte und in dem besten
Deutsch, das ihm zur Verfügung stand, fragte, ob er ihm sein Haus verheiraten könne. Dann gibt es
da gewisse Wörter, die eins bedeuten, wenn man sie auf der ersten Silbe betont, aber etwas ganz
anderes, wenn man den Ton auf die zweite oder letzte Silbe verschiebt. So kann man zum Beispiel
mit einem Menschen umgehen oder aber ihn umgehen – je nachdem, wie man das Wort betont; und
man darf sich darauf verlassen, dass man die Betonung in der Regel auf die falsche Silbe legt und
Ärger bekommt.
Eine Eintragung in meinem Notizbuch liefert mir den Text zu ein paar Bemerkungen über einen der
eigentümlichsten und bemerkenswertesten Züge des von mir behandelten Gegenstandes – die Länge
deutscher Wörter. Manche deutschen Wörter sind so lang, dass man sie nur aus der Ferne ganz
sehen kann. Man betrachte die folgenden Beispiele:
„Freundschaftsbeziehungen“
„Dilettantenaufdringlichkeiten“
„Stadtverordnetenversammlungen“
Dies sind keine Wörter, es sind Umzüge sämtlicher Buchstaben des Alphabets. Und sie kommen
nicht etwa selten vor. Wo man auch immer eine deutsche Zeitung aufschlägt, kann man sie
majestätisch über die Seite marschieren sehen – und wer die nötige Phantasie besitzt, sieht auch die
Fahnen und hört die Musik. Sie geben selbst dem sanftesten Thema etwas schauererregend
Martialisches. Ich interessiere mich sehr für diese Kuriositäten. Sooft mir ein gutes Exemplar
begegnet, stopfe ich es aus für mein Museum. Auf diese Weise habe ich eine recht wertvolle
Sammlung zusammengebracht. Wenn ich auf Duplikate stoße, tausche ich mit anderen Sammlern
und erhöhe so die Mannigfaltigkeit meines Bestandes. Hier sind einige Exemplare, die ich kürzlich
auf der Versteigerung des persönlichen Besitzes eines bankrotten Raritätenjägers erstand:
„Generalstaatsverordnetenversammlungen“
„Altertumswissenschaften“
„Kinderbewahrungsanstalten“
„Unabhängigkeitserklärungen“
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„Wiederherstellungsbestrebungen“
„Waffenstillstandsverhandlungen“
Natürlich schmückt und adelt solch ein großartiger Gebirgszug die literarische Landschaft, wenn er
sich quer über die Druckseite erstreckt; gleichzeitig jedoch bereitet er dem Anfänger großen
Verdruss, denn er versperrt ihm den Weg. Er kann nicht darunter durchkriechen oder darüber
hinwegklettern oder einen Tunnel hindurchbohren. Er wendet sich also hilfesuchend ans
Wörterbuch, aber dort findet er keine Hilfe. Das Wörterbuch muss irgendwo eine Grenze ziehen,
daher lässt es diese Sorte von Wörtern aus, und zwar mit Recht, denn diese langen Dinger sind wohl
kaum rechtmäßige Wörter, sondern vielmehr Wortkombinationen, deren Erfinder man hätte
umbringen sollen. Es sind zusammengesetzte Wörter ohne Bindestrich. Die einzelnen Wörter, die
zu ihrem Aufbau benutzt wurden, stehen im Wörterbuch, allerdings sehr verstreut. Man kann sich
also das Material Stück um Stück zusammensuchen und auf diese Weise schließlich auf die
Bedeutung stoßen, aber es ist eine mühselige Plackerei.
„Also!“ Falls es mir nicht gelungen ist zu beweisen, dass das Deutsche eine schwierige Sprache ist
– versucht habe ich es jedenfalls. Ich hörte von einem amerikanischen Studenten, den jemand
fragte, wie er mit seinem Deutsch vorankomme, und der ohne Zögern antwortete: „Überhaupt nicht.
Drei volle Monate habe ich jetzt hart daran gearbeitet, und dabei ist nichts weiter herausgekommen
als eine einzige deutsche Wendung: ‚Zwei Glas!‘“ Er hielt einen Augenblick lang inne und fügte
dann mit Nachdruck hinzu: „Aber das sitzt!“
Nachdem ich nun ausführlich auf die verschiedenen Untugenden dieser Sprache hingewiesen habe,
komme ich zu der kurzen und angenehmen Aufgabe, ihre Tugenden hervorzuheben. Die
Großschreibung der Substantive habe ich bereits erwähnt. Aber weit größer noch als dieser Vorzug
ist ein anderer: dass die Wörter so geschrieben werden, wie sie klingen. Nach einer kurzen
Unterweisung im Alphabet weiß der Lernende, wie jedes deutsche Wort ausgesprochen wird, ohne
nachfragen zu müssen. Ganz anders in unserer Sprache: Wenn ein Lernender sich bei uns erkundigt,
wie man das Wort „bow“ ausspricht, müssen wir ihm antworten: „Das kann man so, wenn es für
sich allein steht, nicht sagen; dazu muss man den Zusammenhang berücksichtigen und die
Bedeutung ermitteln – handelt es sich um ein Ding zum Abschießen von Pfeilen oder um ein
Neigen des Kopfes oder um das vordere Ende eines Bootes?“
Einige deutsche Wörter sind von einzigartiger Ausdruckskraft. Zum Beispiel jene, die das einfache,
stille und zärtliche häusliche Leben beschreiben; sodann die, die mit der Liebe in all ihren Arten
und Formen zu tun haben, von bloßer Güte und Wohlwollen gegenüber dem durchreisenden
Fremden bis hin zum Liebeswerben; aber auch die Wörter, die von den zartesten und
liebreizendsten Dingen draußen in der Natur künden – von Wiesen und Wäldern und Vögeln und
Blumen, vom Duft und Sonnenschein des Sommers und vom Mondschein in stillen Winternächten;
mit einem Wort: alle jene, die von Ruhe, Rast und Frieden handeln; auch jene, die sich auf die
Wesen und Wunder des Märchenlandes beziehen. Letztlich und hauptsächlich ist die Sprache
unübertrefflich reich und ausdrucksvoll bei allen Wörtern, die Gefühl ausdrücken. Es gibt deutsche
Lieder, die selbst den, dem die Sprache fremd ist, zum Weinen bringen können. Darin zeigt sich,
dass der Klang der Wörter richtig ist – er gibt die Bedeutung mit Wahrhaftigkeit und Genauigkeit
wieder; und so wird das Ohr angesprochen und durch das Ohr das Herz.
Es gibt Leute auf der Welt, die sich der allergrößten Mühe unterziehen, um auf die Schwächen einer
Religion oder einer Sprache hinzuweisen, und dann freundlich ihrer Wege gehen, ohne
irgendwelche Verbesserungsvorschläge zu machen. Ich gehöre nicht zu dieser Sorte. Ich habe
dargelegt, dass die deutsche Sprache reformbedürftig ist. Nun denn, ich bin bereit, sie zu
reformieren. Zumindest bin ich bereit, die richtigen Vorschläge zu machen. Solch ein Unterfangen
mag bei einem anderen unbescheiden erscheinen; ich jedoch habe fürs Erste und Letzte neun volle
Wochen dem sorgfältigen und kritischen Studium dieser Sprache gewidmet und dadurch ein
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Vertrauen in meine Fähigkeiten, sie zu reformieren, gewonnen, das mir eine nur oberflächliche
Bekanntschaft nicht hätte verschaffen können.
Zunächst einmal würde ich den Dativ weglassen. Er bringt die Plurale durcheinander, und
außerdem weiß man nie, wann man sich im Dativ befindet, es sei denn, man bemerkt es zufällig –
und dann weiß man nicht, wann und wo man hineingeraten ist oder wie lange man schon darin ist
oder wie man jemals wieder herauskommen soll. Der Dativ ist nichts weiter als schmückender
Unsinn – es ist besser, ihn abzuschaffen.
Sodann würde ich das Verb weiter nach vorne holen. Man mag ein noch so gutes Verb laden, bei
der gegenwärtigen deutschen Entfernung bringt man nach meiner Beobachtung das Subjekt nie
wirklich zur Strecke – man schießt es nur an. Ich empfehle daher mit Nachdruck, diese wichtige
Wortart an eine Stelle vorzuziehen, wo man sie leicht mit bloßem Auge sehen kann.
Drittens würde ich ein paar starke Ausdrücke aus dem Englischen importieren – zum Fluchen und
auch zur kraftvollen Beschreibung aller möglichen kraftvollen Vorgänge. („Verdammt“ und seine
Variationen und Erweiterungen sind Wörter von allerhand Bedeutung, aber ihr Klang ist so sanft
und wenig ausdrucksvoll, dass deutsche Damen sie benutzen können, ohne dass es eine Sünde
wäre.)
Viertens würde ich die Geschlechtszugehörigkeit neu regeln und die Verteilung gemäß dem Willen
des Schöpfers vornehmen. Dies schon aus Respekt.
Fünftens würde ich diese großen, langen, zusammengesetzten Wörter abschaffen oder zumindest
von dem Sprecher verlangen, sie abschnittweise vorzutragen mit Erfrischungspausen dazwischen.
Sie gänzlich abzuschaffen wäre das Beste, denn Gedanken werden leichter aufgenommen und
verdaut, wenn sie einer nach dem anderen und nicht zu großen Haufen geballt daherkommen. Mit
der geistigen Nahrung verhält es sich genauso wie mit jeder anderen: Es ist angenehmer und
bekömmlicher, sie mit dem Löffel anstatt mit der Schaufel zu sich zu nehmen.
Sechstens würde ich von dem Sprecher verlangen, dass er aufhört, wenn er fertig ist, und nicht noch
eine Kette dieser nutzlosen „haben sind gewesen gehabt haben geworden sein“ hinten an den Satz
anhängt. Solcher Tand schmückt das Gesagte nicht, sondern raubt ihm seine Würde. Er ist daher ein
Ärgernis und sollte abgeschafft werden.
Siebtens würde ich die Parenthese abschaffen. Desgleichen die Überparenthese, die
Oberüberparenthese, die Außenumoberüberparenthese und schließlich auch die letzte,
weitreichende, alles umfassende Hauptparenthese. Ich würde von jedermann, ob hoch oder niedrig,
verlangen, dass er mir einfach und geradezu mit dem kommt, was er mir erzählen will, oder aber
seine Geschichte zusammenrollt und sich draufsetzt und Ruhe gibt. Übertretungen dieses Gesetzes
müssten mit dem Tode bestraft werden.
Ich habe nun die Änderungen genannt, die ich für die nötigsten und wichtigsten halte. Dies sind
wohl alle, die man von mir gratis erwarten kann; aber ich habe noch weitere Vorschläge, die ich
machen kann und auch machen werde, falls meine geplante Bewerbung dazu führt, dass ich von der
Regierung offiziell angestellt werde, an der Reform der Sprache zu arbeiten.
Aufgrund meiner philologischen Studien bin ich überzeugt, dass ein begabter Mensch Englisch
(außer Schreibung und Aussprache) in dreißig Stunden, Französisch in dreißig Tagen und Deutsch
in dreißig Jahren lernen kann. Es liegt daher auf der Hand, dass die letztgenannte Sprache
zurechtgestutzt und repariert werden sollte. Falls sie so bleibt, wie sie ist, sollte sie sanft und
ehrerbietig zu den toten Sprachen gestellt werden, denn nur die Toten haben genügend Zeit, sie zu
lernen.
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b) Leseverstehen

Zählen Sie alle Besonderheiten des Deutschen auf, die Mark Twain in Verwunderung
brachten und ihm sehr schwer fielen.
Wofür will Mark Twain die deutsche Sprache trotzdem loben?

c) Sprache
 Der Text enthält viel Ironie, mit der der Autor die Eigenart der deutschen Sprache beschreibt.
Finden Sie im Text Sätze, die die ironische Haltung von Mark Twain aufdecken.
 Wie können Sie selbst das Deutsche charakterisieren? Finden Sie die Adjektive, die Ihren
Eindruck am besten wiedergeben können.
Z.B. logisch, rhythmisch, ... ..... ..... .....
.
d) Eigene Meinung/Diskussion



Alle im Text aufgezählten morphologischen und syntaktischen Besonderheiten des
Deutschen bereiteten für Mark Twain gewisse Schwierigkeiten. Und wie steht es mit
Ihnen? Fallen Sie Ihnen (nicht) schwer? Wie meinen Sie, warum?
Welche besondere Eigenschaften der deutschen Sprache, die „das Deutsche zum
Deutschen“ machen, können Sie noch nennen?
Was halten Sie von Twains „Vorschlägen zur Verbesserung der deutschen Sprache“?
4. Im folgenden Text ist die Rede wieder von einer Besonderheit der deutschen Gegenwartssprache.
a) Machen Sie sich mit dem Text bekannt.
Deutsch ist nicht nur Deutsch
Fast Food
Portier
Power
Sputnik
Intercity
Computer
Hooligan
T-Shirt
Cool
Airbag
Show master
Talk Show
Stellen Sie sich vor, ein deutscher Kosmonaut kommt jetzt, nach Mannequin
40 Jahren, aus dem Kosmos in seine Heimat zurück. Vieles,
in, out
was er hört, ist für ihn sehr seltsam und fremd.
Wenn er durch die Stadt geht, sind ihm viele Schilder und Story
Beschriftungen unbekannt. Am Kiosk kann er die Schlagzeilen
der Zeitungen kaum verstehen, und die Wörter auf den Shop
Reklameplakaten fast gar nicht. Auch im Gespräch muss er sehr
oft nachfragen, was denn nun dieses oder jenes Wort bedeutet. Insider
Wenn er auf den Schreck erst einmal schnell an der Ecke ein
Bier trinken gehen will, gibt es dort seine Stammkneipe
bestimmt nicht mehr, sondern ein Pub, eine beer-bar oder ein
Bistro. Auf der Speisekarte kann er sich kaum orientieren:
Espresso, Cappuccino, Gyros, Kebab, Baguette, Mozarella,
Tiramisu! Die Leute an der Theke verabreden sich gerade zum
Jogging, zum Badminton oder Inline-Scating, andere reden von
Extrem-Sport, Free-climbing, Rafting und Sky-surfing.(Durch
Nachfragen erfährt er, dass die Leute an Häusern klettern, mit
dem Schlauchboot im Wildwasser fahren, aus Flugzeugen
abspringen und möglichst lange ohne Fallschirm durch die Luft
gleiten). Einige diskutieren über neue Software, über Preise von
Laptops, das Leasing von Off-road-Jeeps und neue
Eigenschaften von Mountain-bikes. Unser Held aus dem
Tour
Ralley
Bestseller
Design
Comeback
Self Service
Girls
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Surfen
Kosmos staunt und staunt und versteht so gut wie nichts.
Rendezvous
An diesen Beispielen wird deutlich, dass die deutsche Sprache Supermarket
gerade in den letzten Jahrzehnten viele Einflüsse aus anderen
Sprachen aufgenommen hat. Wie Käse aus Holland, Bananen Boom
aus Kolumbien, wein ais Italien oder Textilien aus Südasien in
die deutschen Warenhäuser kommen, so gelangen auch Wörter Borschtsch
aus fremden Sprachen in die deutsche Sprache.
Snack
Meeting
Banking
Center
Apartment
Walkman
Trouble
Skinhead
Rush hour
Snow-board
Nightclub
Recycling
Chips
Boutique
High-tech
Samowar
Für diese Entwicklung gibt es viele Gründe: Immigranten und
Besucher bringen etwas aus ihren Sprachen mit. Deutsch
bringen von Urlaubs- und Geschäftsreisen neben Souvenirs und
unbekannten Dingen auch fremde Wörter mit. Auch die
technische Entwicklung und eine immer stärker werdende
Globalisierung des Marktes tragen zu einer Internationalisierung
der Sprache bei. Viele Wörter allerdings, die einst aus fremden
Sprachen importiert wurden, sind inzwischen schon so in die
Alltagssprache eingegengen, dass sie wohl kaum noch jemand
als Fremdwörter empfindet. Wer kommt schon auf die Idee,
hinter dem Wort Tee ein Fremdwort aus dem Chinesischen zu
vermuten?
Für einen Deutschlerner hat diese Entwicklung zwei Seiten.
Einerseits erleichtert es ihm das Lernen, da er viele
internationale Begriffe schon aus seiner Muttersprache kennt:
Wörter wie Computer, Roboter oder Restaurant braucht kaum
jemand neu zu lernen. Andererseits muss er neben der
deutschen Sprache noch eine Reihe von Vokabeln aus anderen
Sprachen lernen. Zugespitzt gesagt: Um Deutsch zu lernen,
genügt es nicht, nur Deutsch zu lernen.
Drink
Bodybuilding
Handy
Fair play
Outfit
Falafel
Single
Soljanka
Chatten
Relaxen
Punker
Pommes
b) Leseverstehen
Formulieren Sie die Grundidee des Textes.
c) Sprache
Was bedeuten die Wörter, die rechts und links vom Text stehen? Aus welchen Sprachen wurden sie
entlehnt? Wie bezeichnen wir - die Russen - dieselben Begriffe und Erscheinungen? Wie meinen
Sie, warum gerade (auch/nicht) so?
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5. Die Sprachen können sich von einander nicht nur durch ihre bedeutenden Systemmerkmale (wie
z.B. morphologische, syntaktische u.a. Besonderheiten) unterscheiden, sondern auch ihre kleinsten
Wörtchen, die anscheinend keine Bedeutung überhaupt haben - z.B. Interjektionen - können ihre
sprachliche Eigenart bilden. In verschieden Sprachen also können in denselben kommunikativen
Situationen unterschiedliche Interjektionen gebraucht werden.
Um aber die interkulturelle
Kommunikation effektiv zu gestalten, muss man auf den richtigen Gebrauch von Interjektionen
achten. In der Rede können sie die Aussage des Sprechers entweder bekräftigen oder sie bei der
falschen Verwendung (völlig) unverständlich machen.
a) Welche Gefühle werden hier durch Mimik und Gestik ausgedrückt? Ordnen Sie zu.
Keine Kommunikation ohne Emotion
a) angenehme Überraschung
b) Erschrecken
c) Erstaunen
d) Ablehnung
e) Ärger
b) Versuchen Sie, diese mimischen und gestischen Ausdrucksformen durch russische Interjektionen
wiederzugeben.
5. Unten sind Interjektionen und andere üblichen Redewendungen angeführt, die im Deutschen für
einige Situationen typisch sind.
a) Machen Sie sich mit dieser Liste bekannt. Ein und dieselbe Interjektion kann in verschiedenen
Situationen unterschiedliche Emotionen ausdrücken.
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Angenehmes Erstaunen
Bestätigung, Zustimmung
Unangenehme Überraschung
Schadenfreude
Positive Einschätzung
Zweifel
Mag es so sein, wie du willst
Verwirrung
Angenehme Überraschung,
Erstaunen
Befürchtung
Warnung, Bitte still zu sein
Zweifelsfrage
Ärger
Erstaunen
Zweifel und erstaunen
Erleichterung
Ah! So ein Auto habe ich mir schon immer gewünscht.
Eben! Genau das meine ich auch.
Ach, du lieber Himmel! Schon wieder kein Licht.
Ha! Jetzt habe ich dich erwischt!
Mmh, lecker! Das schmeckt aber sehr gut.
Hm? Ich wei0 nicht, ob das gut ist.
Na ja! Meinetwegen, geh doch ins Kino.
Nun, was machen wir jetzt?
Oh! Wie schön.
Oh je! was soll bloß aus dir werden?
Pst! Sei leise! das Kind schläft schon.
So? Meinst du das wirklich?
Verdammt noch mal! das Auto ist schon wieder kaputt.
Was? Schon wieder Rosen?
Wirklich? Ist das denn möglich?
Gott sei Dank!
b) Wie drückt man solche Emotionen im Russischen aus? Vergleichen Sie die Interjektionen
(Partikeln, Modalwörter, stehende Redewendungen) der beiden Sprachen.
c) Wählen Sie aus der Liste solche deutschen Interjektionen aus, die zu den Bildern in Übung 4
passen.
6. Ersetzen Sie die Aussagen durch Interjektionen oder Ausrufe.
Sei ruhig! .....................................
Das ist aber komisch! ..................
Das freut mich sehr! ....................
Mmh!  Oh!  So?  Was?  Pst!
Verdammt noch mal!  Oh je!
Ah!  Du lieber Himmel!
Du tust schon wieder nichts!........
Meinst du das wirklich? ..............
Eben!  Wirklich?  Haha!
Da muss ich aber staunen! ...........
Er hat schon wieder eine Tasse kaputt gemacht......
Deine Torte schmeckt wieder fantastisch! ..............
Genau das meine ich auch. ...........
7. Bilden Sie zu den folgenden Interjektionen/Redewendungen passende Sätze.
Oh! -
Ich habe schon wieder meinen Schlüssel vergessen.
Hm? - .............................................................................................
Oh je! - ........................................................................................
Na ja! - .........................................................................................
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Eben! - ............................................................................................
Pst! - .................................................................................................
Ach, du lieber Himmel! - ..............................................................
Mmh, lecker! - .................................................................................
7. Deutsch ist zweifellos eine Weltsprache. Sie zu lernen ist nicht nur nötig, sondern auch sehr
interessant.
a) Machen Sie sich mit den Gründen für Deutschlernen vertraut, die die Methodiker aus dem
Goethe-Institut gefunden haben.
Zehn Gründe für Deutsch
Rund um den Globus: Erfahrungen mit Deutsch. Deutsch lernen weltweit
Was immer für Pläne Sie für Ihre Zukunft haben mögen, mit
Deutschkenntnissen schaffen Sie sich unendliche Möglichkeiten.
Deutsch zu lernen bedeutet Fertigkeiten zu erwerben, mit denen Sie
Ihre berufliche und private Lebensqualität verbessern können:
Im Geschäftsleben: Kommunikation auf Deutsch mit Ihren deutschsprachigen Geschäftspartnern
führt zu besseren Geschäftsbeziehungen und dadurch zu besseren Chancen für effektive
Kommunikation - und somit zum Erfolg.
Eine globale Karriere: Mit Deutschkenntnissen verbessern Sie Ihre Berufschancen bei deutschen
Firmen in Ihrem eigenen Land und in anderen Ländern. Gute Deutschkenntnisse machen Sie zu
einem
produktiven
Mitarbeiter/Mitarbeiterin
für
einen
Arbeitgeber
mit
globalen
Geschäftsbeziehungen.
Tourismus und Hotelfach: Touristen aus deutschsprachigen Ländern reisen viel und weit, sie
geben im Urlaub mehr Geld aus als Touristen aus anderen Ländern. Sie lassen sich gerne von
deutschsprachigem Personal und deutschsprachigen Reiseführern verwöhnen.
Wissenschaft und Forschung: Deutsch ist die zweitwichtigste Sprache der Wissenschaft.
Deutschland steht mit seinem Beitrag zu Forschung und Entwicklung an dritter Stelle in der Welt
und vergibt Forschungsstipendien an ausländische Wissenschaftler.
Kommunikation:
Die
Entwicklungen
im
Bereich
Medien,
lnformationsund
Kommunikationstechnologie machen multilinguale Kommunikation erforderlich. Eine Reihe
wichtiger Webseiten ist auf Deutsch. Jedes zehnte Buch wird in deutscher Sprache gedruckt. Ihre
Deutschkenntnisse ermöglichen Ihnen daher erweiterten Zugang zu Informationen.
Kulturelles Verständnis: Deutsch zu lernen bedeutet einen Einblick zu gewinnen in das Leben, die
Wünsche und Träume der Menschen in deutschsprachigen Ländern mit ihrer multikulturellen
Gesellschaft.
Reisen: Vertiefen Sie mit Ihren Deutschkenntnissen Ihre Reiseerlebnisse nicht nur in den
deutschsprachigen Ländern, sondern in anderen Ländern Europas, besonders auch in Osteuropa.
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Genuss von Literatur, Musik, Kunst und Philosophie: Deutsch ist die Sprache von Goethe,
Kafka, Mozart, Bach und Beethoven. Vertiefen Sie den Genuss des Lesens und/oder Hörens ihrer
Werke in deren Originalsprache.
Studien- und Arbeitsmöglichkeiten in Deutschland: Deutschland vergibt eine große Anzahl von
Stipendien zum Studium in Deutschland. Für junge Ausländer gibt es besondere Arbeitsurlaubsvisa,
und für bestimmte Berufe gibt es Sonderbestimmungen für eine Arbeitserlaubnis.
Austauschprogramme: Es bestehen Abkommen zum Schüler- und Studentenaustausch zwischen
Deutschland und vielen Ländern der Welt.
Außerdem :
Deutschland ist das größte Exportland der Welt.
Deutsch ist die meistgesprochene Sprache in der EU.
18 % aller Bücher weltweit erscheinen auf Deutsch.
Viele internationale Unternehmen haben ihren Sitz in Deutschland.
Deutsch ist nicht schwerer zu lernen als andere Sprachen.
Deutsch ist die zweithäufigste Sprache in der Wissenschaft.
Deutsch ist die Sprache Goethes, Nietzsches und Kafkas. Auch Mozart, Bach, Beethoven,
Freud und Einstein sprachen Deutsch.
8. Wer Deutsch spricht und versteht, lernt die Kultur besser lernen und verbessert seine
Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
9. Wer Deutsch lernt, erschließt sich einen wichtigen geistigen, wirtschaftlichen und
kulturgeschichtlichen Bereich Zentraleuropas.
10. In vielen Ländern kommen die meisten Touristen aus Deutschland.
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
b) Welche Gründe können Sie als zukünftige Deutschlehrer noch nennen, um das Interesse bei
Ihren Schülern für Deutsch zu erwecken bzw. zu stärken?
Zusammenfassung
Also, wir haben die „typisch deutschen Züge“ im Bereich Mentalität, Essen, Kleidung und Sprache
besprochen. Mit Sicherheit kann man nun feststellen, dass dieses schöne bunte Land in die engen
Rahmen der stereotypen Bilder nicht hineinpasst. Das moderne Deutschland steht für alle aktuellen
Veränderungen offen und es ist zur Zeit wirklich schwierig, die Frage „Was ist typisch deutsch?“
eindeutig zu beantworten. Es ist ja schon klar, dass Deutschland doch mehr als Bratwurst und Bier
bedeutet. Hier gibt es so viel Neues und Abwechslungsreiches, dass man jeden Tag „etwas
Typische“ entdecken kann. Ist vielleicht nun eben das „typisch deutsch“?
1. Sicher haben Sie nun andere Bilder von Deutschland als vorher. Was fällt Ihnen zu jedem
Buchstaben in der Wortgruppe typisch deutsch jetzt ein? Bitte sprechen Sie über Ihre Ergebnisse.
T Tannenbaum
D _________________________
Y _____________________
E _________________________
P ______________________
U __________________________
I _______________________
T __________________________
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S _________________________
S_____________________________
C _________________________
C ____________________________
H _________________________
H ____________________________
2. Hoffentlich haben Sie viele neue Information über Deutschland und seine Leute bekommen, so
dass Sie zum Schluss unserer Arbeit ein Deutschland-Quiz sicher zusammenstellen können. Als
Muster, an dem Sie sich halten können, ist unten ein Russland-Quiz angeführt. Wahrscheinlich
können Sie Ihr Quiz in dem gleichen humorvollen Ton schreiben?
5 x Warum-Fragen. Rate mal!
1. Warum begrüßt man den Gast in Russland mit Brot und Salz?
a) Weil bei Ankunft des Gastes alles andere schon aufgegessen ist;
b) Weil man hierzulande sagt, dass der kürzeste Weg zum Herzen des Gastes durch den Magen
führt;
c) Damit der Gast die Reise leichter übersteht;
d) Weil Brot das Wohlergehen und die Gastfreundschaft symbolisiert, Salz vor Unglück und
Feuer schützt.
2. Warum nehmen die Russen ihre Mahlzeiten meistenteils in der Küche ein?
a) Um möglichst in der Nähe des Kühlschranks zu sitzen;
b) Die Wohnungen in Russland sind so groß, dass das Essen auf dem langen Weg zum
Wohnzimmer auskühlt;
c) Viele Russen hatten unter Chruschtschow ein Zimmer, mussten aber mit anderen Familien
zusammen ein Bad, eine Toilette und eine Küche teilen. Als sie dann eine separate Wohnung
beziehen konnten, wurde die Küche zu einem der gemütlichen Räume;
d) Die Russen sind sehr gastfreundschaftlich, man kann jederzeit und unangemeldet zu ihnen zu
Besuch kommen. Damit das Wohnzimmer immer empfangsbereit ist, essen die Russen in der
Küche.
3. Warum küssen sich die Russen dreimal auf die Wangen?
a) Weil sie sich dabei Geheimnisse in die Ohren flüstern können;
b) Dieser Brauch entstand in den Zeiten des KGB. Während des Küssens nutzte man die Möglichkeit dem anderen unbemerkt über die Schulter zu sehen und zu überprüfen, ob man von einem
KGB-Spitzel beobachtet wird;
c) Das ist auf die Dreieinigkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist zurückzuführen und bedeutet
die Segnung des anderen;
d) Bei jedem KUSS wird eine Silbe des dreisilbigen Grußes „Sdrast-wuj-tje" ausgesprochen.
4. Warum sind in alten russischen Bauernhäusern die Türen sehr niedrig?
a) Damit die Mütze automatisch vom Kopf gestreift wird;
b) Damit die Feinde, die nichts davon wussten, sich heftig am Kopf stießen und gleich außer
Gefecht gesetzt waren;
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c) Damit die wilden hungrigen Bären nicht in die Häuser eindringen konnten;
d) Die Menschen waren früher kleiner. Außerdem sollten sie sich beim Eintreten verbeugen, was
Achtung gegenüber dem Hausherrn bedeutete.
5. Warum nennt man „die neuen Russen" neue?
a) Weil sie sich nach der neuesten Mode anziehen;
b) Weil sie neue Lebensanschauungen haben;
c) Weil sie reich sind;
d) Weil sie jung sind.
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Quellenverzeichnis
1. Гальскова Н.Д. Mosaik Deutsch 9. Учебник для школ с угл. из. нем. яз. М., 2002.
2. Крылова Ж.Я. Deutsch, bitte! Интен. курс нем. яз. М, 1995.
3. Antonowa L, Breitung H. u.a. Hallo, Nachbarn! 3. Teil. Goethe-Institut München, 1999.
4. Droth, D. Woran erkannt man einen „echten“ Deutschen? //“Warum? Darum!“, 2004, N 1.
S. 12-13.
5. Kyritsyn W.M.
Ess- und Trinkkultur in Deutschland als Komponente der soziokulturellen
Kompetenzen der Deutschlernenden.// „Мультикультурное образование и обучение
межкультурной коммуникации“. Международ. сб. статей. Шуя, 2005. С. 30-38.
6. Luscher, R. Deutschland nach der Wende. Daten. Texte. Aufgaben für Deutsch als
Fremdsprache. München, 1994.
7. Remarque, Ph. Des Nachbars schöne Seiten. // „Deutschland“, 2005 N 4. C. 56-57.
8. Stalb, H. Deutsch für Studenten. Text/und Übungsbuch. München, 1991.
9. Vogt, J. Falafel, Burrito, Sushi – Deutschland isst ethno/ „Deutschland“, 2003 N 5. C. 2023.
10. Vossberg, A; Bungert, S. u.a. Deutsches Wasser, deutsches Brot, deutsches Bier, deutsche
Wurst, deutscher Käse// „Deutschland“, 2005 N 3. C. 40-50.
11. http: //www.heimat- in-deutschland.de//uebungen/typisch-deutsch
12. http://www.schneid9.de/twain.php
13. http://www.juma.de (Juma 3/2003)
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A N H A N G
Liedertexte
PREUßEN
Was ist uns von Preußen geblieben,
Was wir so bewundern, nicht lieben,
Was wir aber auch nicht hassen,
Was ist es uns hinterlassen?
Nicht weinen, früh aufstehen, nie krank sein,
Gerade sich halten und schlank sein.
Nicht lügen und Schmerzen verbeißen,
Das ist uns geblieben seit Preußen.
Nur das essen, was wir bedürfen,
Und nur das tun, was wir auch dürfen.
Die Dürftigkeit von Kirchenmäusen
Steckt tief in uns drinnen seit Preußen.
Gehorchen statt Horchen und Lauschen,
An Tüchtigkeit nur sich berauschen
Und immer zusammen sich reißen,
Das ist uns geblieben von Preußen.
Nicht weinen, früh aufstehen, nie krank sein,
Gerade sich halten und schlank sein.
Nicht lügen und Schmerzen verbeißen,
Das ist uns geblieben von Preußen.
Es ist nicht mehr so. Wir sind heute
Humorvolle, lässige Leute.
Steh´n spät auf, durchfeiern die Nächte
Und wehren uns, wahr´n unsere Rechte.
Tun nicht unbedingt, was wir sollen,
Und werden auch krank, wenn wir wollen.
Doch immer, mit schmalen Munde,
Steht Preußen im Hintergrunde.
Nicht weinen, früh aufstehen, nie krank sein,
Gerade sich halten und schlank sein.
Nicht lügen und Schmerzen verbeißen,
Das ist uns geblieben von Preußen.
Wir üben die Kochkunst aus Büchern
Und siegen dabei wie Blücher.
Gewürze steh´n im Regale
Wie Trommeln im Arsenale.
Was wir machen, das machen wir richtig,
Und wenn wir uns lockern, dann tüchtig.
Nicht weinen, früh aufstehen, nie krank sein,
Gerade sich halten und schlank sein!
So zog Preußens Pflug seine Furchen
Durch uns durch, die ganz durch und durchen.
Und wenn wir uns nicht so beeilen,
Kann Preußen vielleicht mal verheilen.
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DEUTSCHLAND
1. Deutsch, deutsch, deutsch...
Natürlich hat ein Deutscher Wetten-dass erfunden,
Vielen Dank für die schönen Stunden.
Wir sind die freundlichsten Kunden auf dieser Welt.
Wir sind bescheiden – wir haben Geld.
Die Allerbesten in jedem Sport,
Die Steuer hier sind Weltrekord.
Bereisen Sie Deutschland und bleiben Sie hier,
Auf diese Art von Besuchern warten wir.
Es kann jeder hier wohnen, dem es gefällt,
Wir sind das freundlichste Volk auf dieser Welt.
Deutsch, deutsch, deutsch...
Nur eine Kleinigkeit ist hier verkehrt,
und zwar dass Schuhmacher keinen Mercedes fährt.
Refrain
Das alles ist Deutschland, das alles sind wir.
Das gibt´s nirgendwo anders, nur hier, nur hier.
Das alles ist Deutschland, das sind alles wir.
Wir leben und wir sterben hier.
2. Deutsch, deutsch, deutsch...
Es bilden sich viele was auf Deutschland ein,
Und mancher findet es geil, ein .... zu sein.
Es gibt manchen, der sich gern über die Kanaken beschwert.
Und zum .... jedes Jahr nach Thailand fährt.
Wir lieben unsere Autos mehr als unsere Frauen,
denn deutschen Autos können wir vertrauen.
Gott hat die Erde nur einmal geküsst,
genau an der Stelle, wo jetzt Deutschland ist.
Wir sind überall die Besten, natürlich auch im Bett.
Und zu Hunden und Katzen besonders nett.
Refrain
3. Wir sind besonders gut im Auf-die-Fresse-Hauen,
und im Feuerlegen kann man uns vertrauen.
Wir stehen auf Ordnung und Sauberkeit,
Wir sind jeder Zeit für ein´n Krieg bereit.
Schönen Gruß an die Welt, seht es endlich ein,
Wir können stolz auf Deutschland, Deutschland ,
Deutschland sein.
Schwein, Schwein, Schwein...
Refrain
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DEUTSCHLAND IST SCHÖN
Ich bin zu Besuch hier.
Wie lange? Bis Mai.
Ja, jetzt hab´ ich Ferien,
Bis Mai hab´ ich frei.
Ja, Deutschland gefällt mir,
ist sehr interessant.
Die Landschaft, die Städte ein sehr schönes Land.
Wie bitte? Verstehe nicht.
Was hab´n Sie gesagt?
Wie bitte? Verstehe nicht,
Was hab´n Sie gefragt?
Wie schmeckt mir das Essen?
Ich ess´ gern Eisbein.
Wie find´ ich das Wetter?
Es könnt´ wärmer sein.
Was hab´ ich gesehen?
Ich denke, recht viel.
Wo war ich? In Salzburg, in Basel und Kiel.
Wie, mein Deutsch ist toll?
Nein, ich sprech´ noch nicht gut.
Die Leute sind nett hier
Und machen mir Mut.
Ich bin zu Besuch hier.
Wie lange? Bis Mai.
Ja, ich hab jetzt Ferien,
Bis Mai hab´ ich frei.
Ja, schön Sie zu sehen.
Wie heiße ich? Frank.
Ja, gleichfalls, viel Spaß noch!
Oh, recht vielen Dank!
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WARUM MACHT IHR DAS?
Warum ist das so?
Warum ist das so?
Warum ist das bei euch so?
Du, das finde ich ja komisch,
Du, das finde ich ja komisch,
Warum ist das bei euch so?
Ja, das ist halt so,
Ja, das ist halt so,
Ja, das ist bei uns halt so.
Andere Länder, andere Sitten,
Andere Länder, andere Sitten,
Ja, das ist bei uns halt so.
Warum macht ihr das?
Warum macht ihr das?
Warum macht ihr das denn so?
Du, bei uns macht man das anders,
Du, bei uns macht man das anders,
Warum macht ihr das denn so?
Du, hier macht man so.
Du, hier macht man so.
Du, hier macht man eben so.
Andere Länder, andere Sitten,
Andere Länder, andere Sitten,
Ja, hier macht man eben so.
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KOCHEN
Hier ist ein Rezept von Berliner Pfannkuchen, die in der Hauptstadt Deutschlands auf besondere Art
gebacken werden. Möchten Sie die echten Berliner Pfannkuchen kosten? Dann los, an den Herd!
Zutaten
500g Mehl
20 g Hefe
50 g Zucker
50 g Fett / Margarine
etwas Salz
¼ Liter Milch
2 Eier
1 Zitrone (abgeriebene Schale)
1 Päckchen Vanillinzucker
Öl / Fett zum Ausbacken
Puderzucker oder Glasur
Gelee, Konfitüre, Pflaumenmus, Haselnusscreme für die Füllung
Zubereitung
Das Mehl in eine Schüssel sieben. In die Mitte eine Grube machen und die zerbröckelte Hefe
hineingeben. Mit lauwarmer Milch und etwas Mehl verrühren. Den Teig an einem warmen Ort etwa
eine halbe Stunde zugedeckt gehen lassen.
Danach das weiche Fett, Zucker und Vanillinzucker auf dem Teig verteilen. Die Eier und die
abgeriebene Zitronenschale hinzufügen. Alles zu einem Hefeteig verarbeiten, bis er sich glatt von
der Schüssel löst. Erneut an einem warmen Ort eine halbe Stunde gehen lassen.
Anschließend Teig ausrollen, etwa 1,5 cm dick. Dann mit einem Wasserglas Kreise ausstechen. In
die Mitte eines Kreises je einen Teelöffel Gelee, Konfitüre, Pflaumenmus oder Haselnusscreme
geben. Einen zweiten Teigkreis darüberlegen, die Teigplatten-Ränder mit Wasser befeuchten und
zusammendrücken. Mit dem Glas noch einmal beide Teigschichten glatt ausstechen. Wieder gehen
lassen. Die ausgestochenen Scheiben in einen Topf mit heißem Öl oder in eine vorgeheizte Friteuse
geben. Nach 8-10 Minuten herausnehmen und das Fett abtropfen lassen. Anschließend die fertigen
Pfannkuchen mit Puderzucker bestreuen oder mit Puderzuckerglasur bestreichen.
Wenn Sie Lust haben, sich mit der deutschen Küche weiter bekannt zu machen, so können Sie
verschiedene Rezepte, Menüvarianten und Wörterbuch der Kochbegriffe auf der Internetseite
www.cma.de finden und herunterladen.
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