close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

An smtliche Mitglieder des Vereins deutscher Chemiker.

код для вставкиСкачать
Zeitschrift fiir angewandte Chemie
und
Zentralblatt fiir technische Chemie.
XXIV. Jahrgang.
Hen 35.
I.September 1911.
An simtllthe Mlt~llederdes Uerelns deutsiher Chemlker.
Im nachsten Jahre, 1912, in der Woche nach Pfingsten, findet die 25 j a h r i g e G r i i n d u n g s f e i e r d e s V e r e i n s d e u t s c h e r C h e m i k e r zu Freiburg i. Br. statt.
Mit berechtigtem Stolz blickt der Verein deutscher Chemiker auf eine Entwicklung zuriick,
wie sie kaum ein anderer Fachverein aufzuweisen hat. Die Zahl unserer Mitglieder, d. h. der akademisch gebildeten Chemiker, der chemischen Institute und Fabriken hat sich in den letzten
10 Jahren verdoppelt und betragt zurzeit mehr a h 4600. Unser wochentlich erscheinendes Organ,
die Zeitschrift fur angewandte Chemie, hat eine Auflage von rund 6ooo Exemplaren erreicht.
Wir arbeitcn in 20 Bezirksvereinen, von denen drei im Auslande (in Belgien, Nordamerika und
Siidamerika), und 12 Fachgruppen auf den verschiedensten Gebieten der angewandten und technischen Chemie. Nicht nur diese zu pflegen ist e k e Hauptaufgabe unseres Vereins, sondern
vor allem auch die Forderung der Standesinteressen der deutschen Chemiker. Wir rechnen
es uns als besonderes Verdienst an, daB bei uns selbstandige und angestellte Chemiker, a u c h a u f
d e n G e b i e t e n d e r S o z i a l p o l i t i k , in friedlicher und die gemeinsamen Interessen fordernder
Weise zusammenwirkcn.
Unter diesen Umstanden gebiihrt es sich wohl, die 25 jahrige Jubilaumsfeier unseres Vereins
glanzvoll zu gestalten. Auf Grund eihgehender Vorberatung durch Vorstand und Vorstandsrat
ist daher auf der diesjahrigen Hauptversammlung zu Stettin in der geschaftlichen Sitzung
e i n s t i m m i g beschlossen worden, auf unserer nachstjahrigen Hauptversanimlung zu Freiburg
i. Br. nicht nur den allgemein wissenschaftlichen Teil in gewohnter Weise gut und zeitgemal3
auszubilden, sondern diesen wichtigen Abschnitt im Leben unseres Vereins auch dadurch zu
kennzeichnen, daB wir einen Jubilaumsfonds stiften, dessen Gelder zum Vorteil der Mitglieder
unseres Vereins Verwendung finden sollen.
Das wichtigste, was der Verein besitzt, um anregend und fordernd auf seine Mitglieder zu
wirken, ist die Z e i t s c h r i f t , in der, neben wissenschaftlichenArbeiten aus dem Gebiete der angewandten Chemie, cbersichtsberichte iiber samtliche Sondergebiete der chemischen Industrie
erscheinen. I n einem wirtschaftlich-gewerblichen Teile werden Tagesnachrichten iiber alles,
was sich auf dem Gebiete der angewandten Chemie, sei es wirtschaftlich, sei es wissenschaftlich,
ereignet, sowie Personalnachrichten gebracht. AuDerdem wird ein Drittel des Vereinsorgans eingenommen von moglichst schnell erscheinenden Referaten aus allen Zeitschriften, Patentanmeldungen und Patenten des In- und Auslandes, soweit sie die t e c h n i s c h e C h e m i e betreffen.
Es ist nun schon wit mehreren Jahren unser Wunsch, diese Referate zu eineni Z e n t r a l b 1a t t f ii r t e c h n is c h e C h e in i e zusammenzufassen, das dann a h Erganzung des beriihmten,
von dcr Deutschen Chemischen Gesellschaft herausgegebenen Chemischen Zentralblattes, welchcs
nur die wissenschaftliche Chemie beriicksichtigt, dient. Unser Zentralblatt fiir technische Cheniic
SOU unabhangig von der Zeitschrift fur angewandte Chemie an jedem Dienstag erscheinen, wahrend
Ch. 1911.
203
1618
An e h t l i o h e MitgUeiler deo Vereinr d
die Zeitschrift fur anpcwandte Chemie wie bisher Freitaga herausgegeben werden wird. h i d e
Zeitschriften sollen niit einem wirtschaftlich-gewerblichen Teil versehen werden, so daB d a m die
Redaktion in der L a p ist, zweimal wochentlich und sotnit nioglichst prompt iiber alle sich im Handel
und Verkehr, i t n Gcwerbe und in der Industrie abspielenden Ereignisse zu berichten.
Die Kosten dieser Verbesserungen unseres Zeitschriftcnunternehmens sind aber so hoch,
daD sich, fur tlrn .4 nfnng wctiigstens, diese Neuerung ohne Erhohung der Mitgliederbeitrage
um miiiilestens 5 ?tiark nicht dnrchfiihrcn I&.
Die lrlrhrzahl unwrer Mitglieder, etwa 60 96,
sind als a n g e s t e I 1 t e C h e ni i k e r im Dienste der Industrie, an den Hochschulcn und in den
Untersuchungslaboratorieii tiitig. Viele unter ihnen wiirden diese Mehraiisgabe unangenchni
isnipfinden. Deshalh 1ii.B sicli dicse im Interesse unserer Mitglieder und der Industrie so wicht ipc
Ausgcstaltung unsrrcr Zritwhrift bisher nicht ohne Errchubterung des Vereins durchfiihren.
Sie l a D t sich nbcr sofvrt ins Werk set.zen, wenn uns die F i r m e n m i t g l i e d e r , die allesamt ein grol3es
Ii+trresse an der Zvitsclirift liahrn, fiir rinige Jahre durch Brwilligung groBcrer jahrlichcr Extrabeitrapt? utitcrstutzen, rind ~ e n die
n saintlichen in bcsseren Verhaltnissen lebendeii p e r s o 11 1 ic h B t i
nr i t g l i c t l e r unwrcs Vrrrins ebcnso verfahren odrr fur 5 Jahrc ihren Vereinsbeitrag vervielfachcn oc1t.r wenigstens vcrtloppcln wollten. Nach Ablauf dieser Frist wird, dariibcr bestcht
kein Zweifrl, die durch Inscratr in beiden Zcitschriften LII crzielcnde Mehreinnahnie ausreichen,
urn weitere Ililfc unriiitig zii iiiachen.
Wir wenden iins deshalb an nlle deutschcn Cheniikcr dcr Wissenschaft und Industrie und an
alle der chrniischrn Indust rie arigcliiircnden Firnirn niit tlcr dringenden Rittc, den1 Vercin driitsclier Chrmiker, soweit dies noch nicht gcscliehen sein s o l l t ~ ,im Jubiliiuinsjahr beizutrcten i i n d
all :ille unserc Rlitg1iedt.r. n:ich dicaser Rielit uiig erneute Iverbetiitigkeit auszuiiben. .AuBcrdem
bitten a i r a h , die d a m in der Lage sind. iins durch Gt~\vilirungeiner Jubiliiunisspende, uiitcr
Zeicfinung Fines fiir 5 Jalirc pcltentlen griil3:wn Rcitrags. zu untrrstutzen. Zrim ersten Male scit
scbineni Hestchc~ii w n d c t sich drr Vercin tlrutscher Cheniiker an dir Firmen der cheniischen 1ndustrie untl an se4iir Nitplicder mit der Rittc uni Gcldbmilligung; cs gilt aber auch, ein h0ht.s Zicl
zu crreichcn ! Zuvrrsichtlicli rechnen wir darauf, daD cs uns gelitigen w i d , auf diese Weise jahrlich wid zwar fur 5 Jahre mindestens 25 OOO his 30 000 Mark zusainnicnzubringen. Sollte dica
0pfcrfrcudigl;eit griiner win, so ist dies uin SO btaswr, da wir nicht nur die Eingiinge dcs erstcii
Jahrrs ganz, sontlmi auch t l i c t 1Iilft-c der Oherscliiisse dcr niichsten Jahre RUS den1 Zeitschriftcnuntrrnchmcn - iind (liest. werden von Jnlir zu J a h r griiBcr werdcn - zu einer Jubil~iumsstiftung
die bcgcisteri c Zustininiung unsrrer Mitplieder finden und sic
verw-cnden wollrn, die si~1ii~rlieh
deshalb aucli vwanlassrn wirt1, dic Beitriige hoch zii lieniessen.
Eines der wiclitiptrn Mittel, den Gesichtskrcis tlcr Chrmiker zu erweitern, ihrr Fiihigkeitcn
zii cntwickeln und ihre Kenntnisse zu verinrhrrn, ailid zwifellos S t u d i e t i r e i s t ' n , die sir in
Irtmitlc Indnstric- iind IIand(~lszetitrendiesscits und jciisrits des Mccrcs fuhren. Solchc Studicnrchiscw, (lie hisher nur den w o h l h a b r ~ i d t ~odcr
n
den \wnigcn niit akademischcn Stipmdicn ausgestattetrn Clicrniliern tiiiiglich waren, werden niit Vorteil ati den nesucli von nat.ionalcn odcr
i~itertiationalrnI<origrcsscn angcschlosscn, dn sich hri sokhen Gclegtdieiten Tore von Fnlirikt-ri
zu offtieri pflegcn. die sonst, vrrschlosseii blriben.
Rekaiiiitlich findet nun ini Jahre 1912 dcr VIlI. Internationale Kongrel3 fur angewandtc
Chcmic: in \Vashington utid -Veu.York statt.. Uic anicrilisnischrn Cheniiker schicken sich an, diesc,
I'crsatnrnlung tiiiiglichst iniposant, wid itit.oressant zit gestalten. Hirrhci sol1 auch auf einer mit
Estluzug z i t niac.hrndcn Rundfalirt durch K;ordanicril;a die 1ndustrie dieses gcsegncten Landes
gcecigt wrrdcti. E s wiiro daher fiir iiiisere Chcmilirr von grol3r.r Bedeutung, wenn mnglichst vicle
von ilitien an t l ~ * r i i111tcrriatic~iial~~ti
Kcmgr~sscrind i i i i tlcii . s i i . h daran anscliliefienden Eskursioncw
teilrichtncn 1;iiniitvn. ])as ist nher fur dir mristen i i n ~ ~ i i ~ c ~ s t ~ ~ l l t c ~ i i v cbcfiiidliclicn
rhlltiiis
Cheniikcr l)rsontl(w der hohcn Kosten wcgen unniiiplich.
Nun k a n n die vun u n s gcplaritc VcAcsserung uiid Er\vcitcrung unscrixr Zritsclirift erst mit
Hcginn des Jalires 1913 tliirclipc4ulirt w r d c n . Es sollcti dshcr die fur das ii;cIist(: Jahr grzviclincten .Jul~il~iui~isspcritlcn
dazu vrrwantlt w r d c n , cinc lic-ille voii im .4 TI g c s t. c I 1 t e it v t- I' Ii I1t ti i 3 1) c f i 11 d 1 i c h e 11 C h c 11; i k e r n drr Inclustric uiid \Vissenxhaft nach Kordanic~i1;a
Z I I scndt~n. Es kiinncn sich allc niit Glucksgiitern niclit, gesegnvtc Jlitplietler unswcs \'ereins,
d i e , glaubcii. sich i i i irgend c i i i ~ r\Veisc urn die cht~tniscliclndustrie o h \Vissrn-chaft vcrdic.nt.
p~iii:icIit n i Iiabrn, liierzri nielden. Die Aus1va111, die sich miiglichst auf die verscliietleirt~rr
!aft
m.
hbrgang.
1. September l911.1
,-
.
1618
pnd Hy@ene.
B6hdg: Ch-6
-
-
Sondergebiete der Chemie verteilen aoll, trifft der Voretandsrat rnit Unhrstiitcnng der Ehrenmitglieder unseres Vereins. Die definitive Entacheidung uber die Enteendung, soweit die verfiigbaren Mittel reichen, erfolgt durch das L o s. -Die Namen der Auagelosten werden in d e r Fatsitzung der Jubilaumshauptversammlung bekannt gegaben. Die Abgeaandten konnen, soweit
es rnit ihren Reiseplanen vereinbar iat, uber die Vortrage a d dem Kongrel3, die R u n d f a h n
und Reisen in den Vereinigten Staaten in unserer Zeitachrift berichten.
Um diese Einrichtung dauernd zu gestalten, soll spater die Halfte des aus dem Zeitschriftenunternehmen flieI3enden Oberschusses zu einem Jubilaumsfonds angesammelt werden, dessen
Zinsen hierfiir Verwendung finden. J e mehr Mittel eingehen, u m so mehr jiingere angestellte
Cherniker konnen sowohl im nachsten J a h r e wie auch spater entsandt werden. Darum bitten
wir Jeden, nach seineni Konnen, reichlich zu geben, d a m i t schon im nachs e n J a h r e der zur Verf i g u n g stehende Retrag recht hoch ist, und die uberschiisse aus der Z e i t x h r i f t auch die Ansammlung eines grol3en Jubilaumsfonds ermoglichen; alles zum Segen unseres Standes, unserer
Wissenschaft und unserer Industrie.
Das J a h r 1912 muB und soll ein Markstein in der Geschichte der Entwicklung unseres Vereins
und seiner Mitglieder sein und bleiben.
Dor Vorstand und Vorstandsrat des Vereins deutscher Chemiker.
Vorstand :
C. D u i s b e r g , M. D e l b r i i c k , F. L i i t y , W. H e m p e l , P. F l e m m i n g , W. S c h e i t h a u e r .
Vorstandsr:it:
A. F i s c h e r , L. L a n d s b e r g , A. Z a n n e r , S. B e i n , C. G r a e b e , C. G o p n e r , 0. J o r d a n ,
Th. D i e h l , R. W o y , C h r . H e B , F. R a s c h i g , W. W a s s e r m a n n , J. C r e u t z , 0. D r e s s e l ,
E. W i r t h . R. H a r t l e b , P. P r i i s s i n g , 0. B r u n c k , 0. S c h m i d t , W. F r e s e n i u s ,
F. Q u i n c k e , E. v o n M e y e r , Ed. K l o e p p e l , H. P r e c h t , A. E i c h e n g r i i n , M. F r e u n d ,
K. S c h a u m , H. W i c h e l h a u s , A. L e h n e .
G. L u n g e , J. S c h e n k e l , 11. K r e y , R i c h . C u r t i u s ; E. A. M e r c k .
Chernie und Hygiene.
Voii A.
Rijtiiirc,
Leipzig.
(Eiugey. 5.7. 1911.)
In der Haupt- und Residenzstadt Dresden hat
unter den gunstigsten Auspizien die Internationale
Hygieneausstellung ihre Tore geoffnet und mit magischer %aft einen ungeheuren Fremdenstrom an sich
gezogen. Was lockt die Zalil der WiObegierigen nach
der Stiitte der Wissenschaft ? 1st es Neugierde, folgt
man dem Drange der alles belierrschenden Mode,
oder ist ea daa in jeder Mensclienbrust schlummernde
Verlangen nach Aufkliiriing und Bildunp? Es ist
das Zauberwort ,,Hygiene", das auch im Munde des
h i e n einen guten Klang Lesitzt und nocli rinma1 die gefurchtete Ausstpllungsmiidigkcit sieghaft
iiberwunden hat. Gar mnnclier Besucher, der in
seinem Berufsleben mit dcr 6ffent.lichen und praktischen Kommunalliygiene i n Bcruhrung kommt,
wird meinen, iiber dau Wescn der modernsten aller
Wissenschaften, der ,,Hygiene", einigermaaen orientiert zu sein. Erst beim nurchwandern der vielen
und ausgedehnten .-ibteilunpen, die fur sich und
untereinander eine t ief durrhdachte und planmaOige
Anordnung auch schon fur den oberflichlichen
Beobachter erkennen Issen. und die die kundige und
straffe Hand des leitenden Kaufmanns verraten,
wird man an all dem Gesehenen mit Erstaunen ge-
wahr, daB die Bedeutung undder Inhalt des W O W
,,Hygiene" doch noch hiiufig allzuselir unterschiitzt
wird. Man wird iiber sich selbst nicht allzu sehr
iiberrascht sein, wenn man hort, daO allen Ernstea
behauptet wird, was auch wiederum dem Hygieniker
vom Facbe bekannt ist, dal3 noch die iiberwiegende Mehrzahl aller Menschen und merkwurdigerweise auch ein groOer Teil der Gebildeten noch die
allerverworrensten Begriffe von der Hygiene haben.
Hierfiir spricht auch in recht bezeichnender Weise
daa Vorwort des groOen Ausstellungskataloge, daa
rnit der Definition: ,.Die Hygiene ist die Lehre von
der Erhaltung und Pflege der menscblichen Gesundheit, die Lehre von der Erhaltung des menschlichen
Wohlbefindens," beginnt, unddaran die nicht minder
auffdlige Tatsache ankniipft, daO auf den 530
auf dns Preisausschreiben eingegangenen Plakaten
fur die Ausstellung nicht weniger als 800 Schlangen
angebracht waren, die, wic es ini Katalog heiBt.
,,aufgespieOt., erwurgt, zertreten oder niit allen unmoglichsten Instrumenten niedergest,reckt oder getotet wirden." Wenn die Heilkunde ein W h e n von
dem ist. was der Gesundheit frommt. so geht die
niodernr Hygiene doch noch einen Schritt weiter,
sie will nicht n u r die Lehre von der Gesundheit
der Menschen sein, sondern auch durch die Pflege
des Korpers das Wohlbefinden des einzelnen und
damit auch dar des ganzen Volkes fordern; sie leitet
die Scliulniedizin in neue Bahnen. und durch den
209.
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
0
Размер файла
274 Кб
Теги
deutsche, mitglieder, smtliche, des, chemiker, verein
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа