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anderungen des flievermgens von geschmolzenem polypropylen durch geringe zustze von niedermolekularen organischen stoffen.

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Die Angewandte Makromolekulare Chemie 2 (1968) 165 - 179 ( N r . 7 )
Aus dem Hoheren Chemisch-TechnologischenInstitut, Sofia
Anderungen des FlieBvermogens von geschmolzenem Polypropylen durch geringe Zusatze
von niedermolekularen organischen Stoffen
Von M. NATOV
und E. DJAGAROVA
(Eingegangen am 6. Oktober 1967)
ZUSAMMENFASSUNG :
Die unter dem EinfluD geringer Mengen (unter 1 Gew.-%) von niedermolekularen organischen Zusatzen auftretenden extremen h d e r u n g e n des FlieDvermogens von Polypropylenschmelzen werden eingehend untersucht. Das FlieDvermogen
der Polymerenschmelze wird angesehen als eine Funktion der Art und Menge der
niedermolekularen Zusatze, der Scherspannung, bei der das Polymere hersusflieDt,
der Temperatur der Schmelze und des Molekulargewichts des Polymeren. Die beobachteten Erscheinungen stehen in Einklang mit der vorgeschlagenen Vorstellung
von der zwischenmolekularenund zwischenstrukturellen Verteilung der organischen
Substanzen in der Schmelze.
SUMMARY:
The extreme changes in the flow properties of polypropylene melts under the
influence of small amounts (less than 1yo by weight) of low-molecular organic
compounds are thoroughly investigated. The flow properties of the polymer melts
are envisaged as functions of the type and amount of low-molecular additive, of the
shear stress a t which the polymer flows out, of the temperature of the melt, and of
the molecular wight of the polymer. The observed phenomena are in accord with
the proposed conception of intermolecular and interstructural distribution of the
organic compounds within the melt.
1. Einleitung
Die gegenwgrtigen Vorstellungen von der ubermolekularen Struktur der
Polymeren werden in immer grof3erem Umfang von der Auffassung beherrscht,
daf3 in ihnen unabhangig von ihrem Phasen- und Aggregatzustand Molekularaggregate vorliegen mussen11 21 3. Kurzlich wurden Molekulaggregate in festen
amorphen Polymeren43 5 und in Polymerlosungen, schon von deren niedrigsten
Konzentrationen an, nachgewiesens, 7. Elementare ubermolekulare Gebilde
165
M. NATOV
und E. DJAGAROVA
liegen vermutlich auch in den Polymerenschmelzen vor, doch fehlen dafiir
noch immer experimentell begriindete Beweise.
Messungen der Streuung von Rontgenstrahlen an Polymerschmelzen ergaben, daB in diesen tatsachlich eine gewisse Anordnung der Molekiile bestehts.
Besonders aufschluBreich erscheint die Moglichkeit zur zwischenmolekularen
und zwischenstrukturellen Verteilung der in den Polymeren gelosten niedermolekularen Stoffen. Die interstrukturelle Verteilung von niedermolekularen
Liisungsmitteln in Polymergelen ist schon langst bekanntg. I n jungster Zeit
wurde eine zwischenstrukturelle und zwischenmolekulare Plastifizierung von
amorphen Polymeren beobachtetlo] 11. Die Art und Weise der Verteilung niedermolekularer Substanzen in Polymergemischen mu13 sich unumganglich auf
deren FlieBeigenschaften auswirken. Um Klarheit dariiber zu erlangen, erforschten wir das FlieBvermogen von Hochdruck-Polyathylenl2, NiederdruckPolyathylenl3 und Polyoxymethylenl4 unter Einlagerung von wesensverschiedenen niedermolekularen Stoffen. Es erwies sich, daB es Stoffe gibt, von denen
ein minimaler Anteil im Polymeren dessen FlieBvermogen bzw. Viskositat betrachtlich andert.
Wir nehmen an, daB die Viskositatsanderung als eine allgemeine Erscheinung
stets in Mischungen auftritt, indem fur jedes Polymere geeignete Substanzen
ausgewahlt werden konnen, die seine Viskositat in der einen oder anderen Richtung andern. Zur Bekraftigung dieser Annahme seien im folgenden das Wesen
und die GesetzmaBigkeit dieses Phanomens in Polypropylenschmelzen ausfuhrlicher erlautert.
2. Methodik und Gegenstand der Untersuchung
Bei den Untersuchungen wurde das isotaktische Polypropylen der Handelsmarke
DAPLEN (Osterreich) eingesetzt. Seine Viskositiitszahl, gemessen in Xylol bei
85OC, betriigt 1,40 dl/g und entspricht einem Molekulargewicht von etwa 100000.
Die von uns in das Polypropylen eingefuhrten niedermolekularen Substanzen
sind in Tab. 1 aufgefuhrt.
Der Anteil der in das Polymere eingelagerten niedermolekularen Stoffe betrug
jeweils 0,1 bis 5,O Gew.-%. Die Polymergemische mit den niedermolekularen Substanzen wurden durch Versetzen ihrer Losungen mit Toluol und anschlieoendes
Eindampfen des Losungsmittels bei 373-383 "K bereitet. Zur vollstiindigen Abscheidung des Toluols aus den Gemischen wurden diese auf 441"K, den Schmp.
des Polymeren, erhitzt. Die in Toluol unloslichen Substanzen werden nach Auflosung in Dichlorathan zugesetzt. I n den hierbei entstandenen Gemischen miissen
die beiden Stoffe in homogener Verteilung vorliegen, denn mehrmaliges Umriihren
ihrer Schmelze iindert ihr FlieBvermogen nicht.
Zur Messung bedienten wir uns eines Viskosimeters, wie es zur Ermittlung des
Schmelzindexes nach ASTMl5 gebriiuchlich ist. Die Messungen erfolgten in Scherspannungsintervallen von 0,3.104 bis 4,5.104 N/m2 und bei Temperaturen von 446
bis 523'K.
166
Fliepvermogen von geschmolzenem Polypropylen
Tab. 1 . Untersuchte Zusatze fur Polypropylen
Nr .
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
Substanz
flussiges Paraffin
Chlorparaffin
Polyvinylchlorid
Glycerin
Adipinsaure
Anthracen
Resorcin
Hydrochinon
p-Naphthol
Benzoesaure
Dioctylphthalat
I
Charakteristische Konstante
ng
ng
[q]
Schmp.
Schmp.
Schmp.
Schmp.
Schmp.
Schmp.
Schmp.
n2,2
-
1,4796
=
1,4876
=
0,59 dl/g*
= 291,O O
K
424,O OK
487,O "K
= 380,O O
K
= 4 4 3 3 "K
= 393,6 O
K
= 395,O O
K
=
1,4855
=
=
* in Dichloriithan
3 . Ergebnisse und Diskussion
Das FlieBvermogen des Polypropylens wird wiedergegeben durch den
Schmelzindex (MI)16,der die Menge des durch die Viskosimeterkapillare innerhalb von 10 Min. bei konstanter Temperatur und Scherspannung auslaufenden
Polypropylens angibt. Von den untersuchten Substanzen war es nur das
fliissige Paraffin, das bei seiner Einlagerung in das Polypropylen das FlieBvermogen der Polypropylenschmelze gleichmaBig anderte (vgl. Abb. 1 a). Bei der
Einlagerung der iibrigen Stoffe andert sich das FlieBvermogen des Polypropylens mit dem Auftreten eines Maximums beim Gehalt an Zusatzstoffen von
0,l bis 0,5 Gew.-% und eines darauffolgenden Minimums bei 0,5 bis 1,0 Gew.-%
des Zusatzstoffes. So andert sich z. B. das FlieBvermogen der Polypropylenschmelze nach Einlagerung von Glycerin, Resorcin und Dioctylphthalat entsprechend den Abbildungen 1 b-d. Es gelang uns nicht, einen Stoff aufzufinden,
bei dessen Einlagerung in Polypropylen sich das FlieBvermogen lediglich mit
dem Auftreten eines Minimums andert, wie dies beim Polyathylenl27 13 und
beim Polyoxymethylenl4 haufig der Fall ist.
Das gesteigerte FlieBvermogen nach der Vermischung zweier Fliissigkeiten
geht auf den Zerfall von iibermolekularen Strukturen in den reinen Fliissigkeiten zuriick. Eine Verringerung des FlieBvermogens diirfte hingegen auf das
Auftreten neuer Aggregate zuriickzufuhren sein. Diese ganz allgemeine Vorstellung erlautert zwar die h d e r u n g des FlieBvermogens bei der Vermischung
niedermolekularer Fliissigkeiten, nicht aber die beobachteten Extreme des
FlieBvermogens der Polymerenschmelze, sofern in diese niedermolekulare Substanzen eingelagert sind. Ferner leuchtet aus dieser Vorstellung nicht ein, war-
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M. NATOV
und E. DJAQAROVA
um der ursprunglichen Erhohung der FlieBbarkeit ein Abfall folgt, der auf die
sprungartige dnderung der Konformation der Makromolekule unter der EinQ/
2
4
0
1
2
3
4
3
7
6
5
7
4
6
5
4
3
0
4
2
3
9
5
GeKz Resorcin
Abb. 1.
168
Abhangigkeit des Schmelzindexes (MI) der Polypropylenschmelze vom
Anteil der niedermolekularen Stoffe :
a ) flussiges Paraffin bei 453°K und Scherspannung 3,73-103 N/m2;
b) Glycerin bei 453°K und Scherspannung 3,73.103 N/m2;
c) Resorcin bei 453°K und Scherspannung 6,0.103 N/mz;
d) Dioctylphthalat bei 453 O K und Scherspannung 4,2 .lo3 N/m2.
Flie/3vermogen von geschmolzenewa Polypropylen
wirkung des Zusatzstoffes zuruckgehen konnte. Eine weitgehende Veranderung
der Entropiel8 nach der Einfuhrung von Losemitteln in die Polymeren wird jedoch innerhalb weiter Grenzen des Verhaltnisses zwischen den beiden Substanzen beobachtet, wahrend die FlieBeigenschaften in einem auBerordentlich
engen Interval1 der Konzentration des Zusatzstoffes wechseln. Die komplizierte
h d e r u n g des FlieBvermogens konnte durch den ursprunglichen Abbau der
ubermolekularen Struktur in der Schmelze bedingt sein, wobei das FlieBvermogen zunimmt. AnschlieBend tritt eine Solvatation zwischen den heterogenen
Molekulen unter neuerlicher Abnahme des FlieBvermogens ein. DaB aber geringfugige Mengen von Zusatzstoffen fahig waren, die ubermolekulare Struktur
in der Polymerenschmelze abzubauen, ist sehr unwahrscheinlich.
Wir nehmen an, daB in den Polymerenschmelzen zwischen Teilen der Makromolekule langere Zeit bestandige Aggregate vorliegen. Infolge der gesteigerten
Segmentbewegungen der Makromolekule in der Schmelze konnen manche Aggregate mit der Zeit zerfallen und andere sich an ihrer Stelle bilden. Aufgrund
dieser Annahme ist der FlieBmechanismus der Polymerenschmelzen als eine
Selbstdiffusion namentlich der Aggregate als vollstandiger kinetischer Einheiten
anzusehen. Die Selbstdiffusion von Teilen der Makromolekule, die aus einem
Aggregat ins andeie hinuberwandern, d. h. das Zustandekommen des FlieBens
durch unausgesetzte Umlagerung der Makromolekule, kommt ebenfalls sehr
haufig vor. Beim Einfuhren von Zusatzstoffen lagern sich deren Molekule zunachst vornehmlich zwischen die Strukturelemente des Polymeren ein. Vielleicht kann der Zusatzstoff je nach seiner Zusammensetzung die im Polymeren
vorhandenen Aggregate abdichten (abrunden), ja selbst ihren Anteil in der
Schmelze erhohen sowie gemeinsame Solvatationsaggregate bilden. Selbstverstandlich wird der niedermolekulare Stoff die Beweglichkeit der vollstandigen
Makromolekulaggregate und somit auch das FlieBvermogen der Schmelze fordern. Die niedermolekulare Substanz erfullt mit zunehmender Konzentration
den zwischenstrukturellen Raum und dringt allmahlich in die Molekulaggregate
ein. I m letzteren Fall mu13 die Beweglichkeit der einzelnen Makromolekule ansteigen, die sich dann als selbstandige kinetische Einheiten bewegen. Das FlieBen vollzieht sich nunmehr vorwiegend durch individuelle Verschiebungen von
Makromolekulteilen. Die Wahrscheinlichkeit ist kleiner, daB voneinander
getrennte Makromolekule als daB miteinander aggregierte Makromolekulteile
sich in derselben Richtung bewegen. Dieser Vorgang mu13 zur Herabsetzung
des durch den Zusatzstoff zunachst erhohten FlieBvermogens fuhren. Liegen
groBere Mengen an niedermolekularer Substanz vor, so steigt das FlieBvermogen wieder an, da die Beweglichkeit der Makromolekule infolge der groBen
Anzahl der sie umhullenden leichtbeweglichen Molekule der niedermolekularen
Substanz schon wesentlich erleichtert ist.
169
M. NATOVund E. DJAGAROVA
Auf eine Beeiiitrachtigung des Mechanismus weist die Tatsache hin, daB die
Steigerung des FlieBvermogens bei Einlagerung polarer StoRe (Glycerin, Chlorparaffin) bedeutender ist, als dies bei Kohlenwasserstoffen (Anthracen) der Fall
ist. Die polaren Stoffe sind weniger loslich im schwach polaren Polypropylen.
Sie lagern sich vornehmlich zwischen seine Aggregate und bilden vermutlich
Solvataggregate. Daher muB sich das FlieBen in groBerem Umfang verwirklichen durch den organisierten Gruppenmechanismus der Selbstdiffusion der
makromolekularen Aggregate. Das fliissige Paraffin besitzt eine dem Polypropylen analoge Struktur. I n beiden Substanzen sind ahnliche Molekulaggregate
vorhanden, und mit ihrer Vermischung wechselt das FlieBvermogen weniger,
wenn sich die Zusammensetzung andert. Nach der Einlagerung von Polyvinylchlorid in das Polypropylen nimmt das FlieBvermogen der Schmelze gleichfalls erst schnell zu und dann langsam ab (Abb. 2). Das Polyvinylchlorid lagert
sich zwischen die strukturellen Gebilde des Polypropylens ein und beschleunigt
somit ihre Bewegung als ganze Einheiten. Wegen der Unvertraglichkeit der
beiden Polymeren kann es nicht zu deren zwischenmolekularer Verteilung und
'
a/
Abb. 2. Abhangigkeit des Schmelzindexes der Polypropylenschmelzevom
Anteil an niedermolekularem Polyvinylchlorid bei 453°K und Scherspannung 6,0.103 N/mz (a);Abhiingigkeit des Wertes der Aktivierungsenergie des viskosen FlieDens der
Polypropylenschmelze vom Anteil des
Anthracens (b) und des Dioctylphthalats (c).
f0
9
8
170
Fliepvermogen von geschmolzenem Polypropylen
zur Anderung des FlieBmechanismus kommen. Daher ist auch kein jahes Sinken des FlieBvermogens nach seinem ursprunglichen Anstieg zu beobachten.
Immerhin vollzieht sich ein langsamer Abfall des FlieBvermogens, da das Polyvinylchlorid eine hohere Viskositat besitzt als das Polypropylen.
1st die Anderung des FlieBvermogens durch den veranderten FlieBmechanismus hervorgerufen, so ist zu erwarten, daB sich die Aktivierungsenergie des
viskosen FlieBens nach dem Einfuhren des Zusatzstoffes nicht merklich andern
wird. Die Aktivierungsenergie des yiskosen FlieBens besteht aus zwei Komponenten, der energetischen Schwelle (Sperre) fur die allmahliche Konformationsanderung des Makromolekuls und derjenigen fur die fortschreitende Verschiebung von Makromolekulteilen. Aggregierte Makromolekule konnen nur
bestehen, wenn ihre Warmeschwankungen synchronisiert sind. Die Energien der
Warmeschwingungen summieren sich, doch nimmt auch die Potentialsperre
fur die fortschreitende Bewegung des Aggregates als Ganzes proportional der
Anzahl der es aufbauenden Makromolekule zu. Aus diesem Grunde miiBte die
Aktivierungsenergie des viskosen FlieBens der Aggregate oder der Makromolekiile keine wesentliche Unterschiedlichkeit aufweisen.
Wir bestimmten die Aktivierungsenergie des viskosen FlieBens des Polypropylens bei dessen Vermischung mit Dioctylphthalat und Anthracen anhand der
Abhangigkeit der scheinbaren Viskositat vom Kehrwert der absoluten Temperaturl7. Die scheinbare Viskositat ermittelten wir nach einem bekannten
Verfahreng, indem wir aus der Geschwindigkeit des Kolbenschubs des Kapillarviskosimeters das Schergefalle errechneten : aus dem mittleren Schergefalle und
der Scherspannung wurde die FlieBkurve gezeichnet, die zur Bestimmung der
effektiven Viskositat verhalf. Die Aktivierungsenergie variiert nur wenig (vgl.
Abb. 2 b, c) und weist ein Maximum fur die Gemische mit maximalem FlieBvermogen auf. Trotzdem die Potentialsperre groBer wird, erreicht das FlieBvermogen der Schmelze zugleich seinen Hochstwert. Daraus leuchtet ein, daB die
Zusatzstoffe vorwiegend den FlieBmechanismus beeinflussen.
Um nachzuprufen, ob das FlieBvermogen der Gemische von deren Vorbehandlung abhangt, unternahmen wir Messungen an Gemischen aus Polypropylen und Anthracen, und zwar: nach langerem Erwarmen auf 473"K, nach
Erhitzen auf 532 OK mit anschlieBendem schnellen Abkuhlen auf 473 OK und
mehrmaliger Messung des FlieBvermogens bei 473 OK. I n allen Fallen bleibt das
Maximum des FlieBvermogens bei 0,l %igem Anteil an Anthracen bestehen.
Tritt die Anderung des FlieBvermogens infolge der zwischenstrukturellen
Verteilung der Zusatzstoffe in der Schmelze auf, so miiBte die Wirkung der
Zusatzstoffe mit steigender Temperatur und Scherspannung abnehmen.
Um GewiBheit uber die Richtigkeit dieser Vorstellung zu erlangen, untersuchten wir die Bnderung des FlieBvermogens des Polypropylens mit Zu171
M. NATOV
und E. DJAGAROVA
satz von Chlorparaffin (Abb. 3 a , b) und Anthracen (Abb. 3c, d) bei unterschiedlichen Temperaturen und Scherspannungen. Bei Temperaturen, die dem
Schmelzpunkt des Polymeren naheliegen, andert sich das Fliehermogen der
Gemische annahernd proportional zur eingesetzten Substanz, wie aus den Abbildungen ersichtlich ist. Bei diesen Temperaturen bestehen in den Schmelzen
6/
410
f05
100
95
90
&5
42
80
38
r5
70
34
30
26
22
32
20
$8
46
Abb. 3. Abhangigkeit des Schmelzindexes des Systems Polypropylen/Chlorparaffin: a) bei unveranderlicher Scherspannung 1,12 - 1 0 4 N/m2 und verschiedenen Temperaturen (446 O K , 453 OK, 473 O K , 488 O K , 503 O K und 523O K ) ;
b) bei 473 O K und unterschiedlicher Scherspannung (0,3. l o 4 N/m2,
0,6.104 N/m2, 1,12*104N/m2und 4,43-104N/m2).
172
Flie/3vermogen uon geschrnolzenem Polypropylen
MJ
78 &Om/,
270
74
250
70
230
66
2to
62
/9u
58
49
54
150 45
50
44
46
37
42 45
33
38
470
130
44
29
37
25
33
29
5
25
4
3
2
4
Cew.2 Anthracen
Abb. 3. Abhiingigkeit des Schmelzindexes des Systems Polypropylen/Anthracen :
c) bei konstanter Temperatur 503O K und unterschiedlicher Scherspannung
(0,3.104N/m2, 0,6.104N/m2, l,l2*lO4N/m2, 4,43.104N/m2, 9,5.104
N/m2) und d ) bei konstanter Scherspannung 4,43.104N/mz und unterschiedlichen Temperaturen (453OK, 473 O K , 503OK und 523OK).
173
M. NATOV
und E, DJAGAROVA
verhaltnismaBig groBe makromolekulare Aggregate (trimere Kristallisationskeime), deren FlieBvermogen von anwesenden niedermolekularen Stoffen unbeeinfluobar ist. Bei erhohten Temperaturen (10-12 O iiber dem Schmelzpunkt)
treten die extremen Punkte der Abhangigkeit FlieBvermogen/Zusammensetzung auf. Mit zunehmender Temperatur steigb der absolute Wert der extremen
Punkte, bei sehr hohen Temperaturen hingegen sinkt allmahlich ihr relativer
Wert, bezogen auf das FlieBvermogen der reinen Polymeren, und strebt Null
zu. &nlich ist die Wirkung der Scherspannung. Besonders deutlich treten diese
GesetzmaSigkeiten hervor, wenn man
MI,,,
- MI
MI
und
MImax - MImin
MI
graphisch als Funktion der Temperatur (Abb. 4a, b) oder der Scherspannung
(Abb. 4c, d) darstellt, wo MI,,,
und MImin das FlieBvermogen der Schmelze
imMaximum bzw. Minimum undMI dasjenigedesreinen Polypropylens bedeutet.
Aus dem Diagramm leuchtet ein, daS der relative Wert der extremen Punkte
der Kurve FlieBvermogen/Zusammensetzung der Schmelze im allgemeinen abnimmt, wenn Temperatur und Scherspannung zunehmen. Die beiden letztgenannten Faktoren wirken destruktiv auf die makromolekularen Aggregate
und hemmen somit die Wirkung der Zusatzstoffe.
8
h e
7
Abb. 4.
Relative h d e r u n g des FlieBvermogens im Maximum und Minimum des SystemsPolypropylen/
Chlorparaffin in Abhangigkeit
von
4 a) der Temperatur und
2
i
0
* 30
P^,
se
t 'K
t
174
O K
b) der Scherspannungsowie
des Systems Polypropylen/Anthracen in Abhangigkeit
c) von der Temperatur und
d) von der Scherspannung.
-
.r
E
30
L2040
;
s
-%
175
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und E. DJAGAROVA
a/
I
I
176
Fliepvermogen v o n gesehmolzenem Polypropylen
Y
U/
48
min
t7
46
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#4
f3
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ft
10
9
8
7
6
5
4
3
2
/
'
I
' 3 4
5
Gew;I Ceycerin
Abb. 6.
Abhangigkeit des Schmelzindexes des Systems Polypropylen/Glycerin bei
konstanter Temperatur 493 O K und unterschiedlicher Scherspannung
(23.103 N/m2, 5,74.103 N/m2, 1,03.104 N/m2, 1,505*104N/m2) vom
Molekulargewicht des Polypropylens bei mittlerem Viskositats-Molekulargewicht a,) 53000, b) 40500 und c) 26000.
Abb. 5. Abhangigkeit des Schmelzindexes der Polypropylenschmelze vom Anteil
an Chlorparaffin a) bei konstanter Scherspannung 1,4.104 N/m2 und
unterschiedlichen Temperaturen (453 O K , 473 O K , 503 O K ) und b) bei kon4
stanter Temperatur und unterschiedlichen Scherspannungen (4,2 -103
N/m2, 8,6-103 N/m2, 1,4.104N/m2 und 4,5*104N/m2).
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und E. DJAGAROVA
Alle vorstehend erwahnten Abhangigkeiten wurden bei sprungha,fter Konzentrationsanderung im Bereich von 0 , l bis 0,5 Gew.-% beobachtet, wie aus
den Abbildungen ersichtlich ist. Wechselt die Konzentration kontinuierlich um
0,05 Gew.- yo,so wird der Verlauf der Abhangigkeit FlieBvermogen/Zusammensetzung im groBen und ganzen beibehalten; es hat sich jedoch erwiesen, da13
diese Abhangigkeit komplizierter Art ist. So andert sich das FlieBvermogen,
wenn z. B. die Konzentration des Chlorparaffins wechselt (vgl. Abb. 5a, b).
I n allen Fallen erscheinen zwei Maxima beim Anteil des Chlorparaffins 0,lO bis
0,15 Gew.-yo bzw. 0,45 Gew.-% und ein Minimum bei 0,20 Gew.-%. Das zeugt
davon, daB sich das FlieBvermogen schon von geringsten Konzentrationsschwankungen der niedermolekularen Substanz weitgehend beeinflussen 1aBt.
Einen konstanten Effekt kann man erst bei recht guter Verteilung des Zusatzstoffes im Polymeren erwarten.
Auffallend ist auch der EinfluB des Molekulargewichts des Polymeren auf
das FlieBvermogen der Polyrnerschmelze in Gegenwart von Zusatzstoffen. Um
diesen EinfluB zu klaren, brachten wir das Polypropylen zum Abbau, indem
wir einen Teil davon 2 Stdn. auf 473 OK erhitzten. Daraufhin wurde das Polypropylen durch Fallung aus Xyllollosung in 3 Teile fraktioniert, die folgende
Molekulargewichte hatten: 53700 bzw. 40500 bzw. 26000. An jeder der drei
Frakt,ionen wurde der EinfluB des Glycerins untersucht. Ober die dnderung des
FlieBvermogens fur alle drei Fraktionen des Polypropylens gibt Abb. 6 i ~ Ausc
kunft. Mit abnehmendem Molekulargewicht des Polypropylens andert sich
auch der Effekt der Zusatzstoffe ; die extremen Punkte verschwinden bereits
beim Molekulargewicht 26 000. Wir konnen vorlaufig noch keine befriedigende
Erklarung fur die Tatsache finden, daB bei verhLltnismaBig hohem Molekulargewicht die Wirkung der Zusatzstoffe aufhort. Anderseits sagen die Ergebnisse
aus, daB der Effekt der Zusatzstoffe nur dann verschwindend klein ist, wenn
das Molekulargewicht des Polymeren weit unterhalb desjenigen liegt, das fur
dessen technische Verwertung erforderlich ist.
1
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H. STAUDINGER,
Die hochmolekularen organischen Verbindungen, Kautschuk
und Cellulose, Verlag Julius Springer, Berlin 1932.
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8
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10
11
12
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14
15
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179
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