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Anorganisch-Chemisches Institut der T. H. Berlin. Colloquium am 12. Juni 1940

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v ers a n?,m1 u n g s b e r i c h t e
VERSAMMLlJNOS6RRlCHTE
Energiegewinn verlaGft. Zuni SchluW geht Vortr. genauer auf die
Zerfallsmoglichkeiten des CI*-Kerns ein.
Physikalisdres Institut der Universitiit Berlin.
Fischer : Bestimmung elavrischer Konstanten niittels U ltraschalluvellen.
I n Fortsetzung seiner Untersuchungen iiber die Transversalwellen in einem Korper, der in schiefeni Einfall mit l'ltraschallstrahlen bestrahlt wird, hat Biir eine Methode zur Messung der
elastischen Xonstanten angegeben. Um eine Platte herum, deren
eine Kante unter 4 5 O angeschliffen ist und a d die ein Ultraschallstrahl geeignet auftrifft, entsteht ein Schallfeld, das sich sichtbar
machen 1aBt. Es besteht aus einem Streifensystem, wobei der
Streifenabstand den Winkel zwischen Longitudinal- und Transversalstrahlen ergibt, wahrend die Richtung der Streifen gleich der
Richtung der Winkelhalbierenden zwischen beiden Strahlen ist.
Aus diesem sichtbar gemachten Schallfeld konnen die optischen
Konstanten des durchstrahlten Stoffes bestimmt werden. Die ersten
zunachst qualitativen Versuche wurden an Glas durchgefiht. Die
grunckatzlich mogliche obertragung der Methode auf undurchsichtige Korper gelang bei Kupfer und Hartgummi nicht, offenbar
weil cliese Materialien zu weich sind und damit zu starke Dampfung
auftritt; etwas bessere Ergebnisse wurden nut Messing und recht
gute mit Eisen erhalten.
Colloquium am Freitag, d e m 26. A p r i l 1940.
Justi, Berlin-Charlottenburg : Mechan imnus der tlektrisrhen
Leifung in dlkalien.
Die Sonmerfsldsche Theorie der Metalle (Fermi-Statistik des
Elektronengases) rechnet mit einem isotropen Gas freier Elektronen
und beriicksichtigt den EinfluB des Kristallgitters lediglich durch
Annahme einer mittleren isotropen Sto5zeit der Elektronen. Eine
groBe Anzahl von Erscheinungen konnte auf diesem Wege richtig
t-largestellt werden mit Ausnahme der Widerstandsanderung in
Xagnetfeldern und anderen galvanomagnetischen Effekten. I)er
Mangel der Theorie besteht in der Annahme der Isotropie, wie Ju..sti
11. Scheffers durch den Nachweis der Abhangigkeit der magnetischen
Widerstandsanderung selbst kubisch kristallisierender Metalle vom
Winkel zwischeii M agnetfeld und Kristallachsen zeigen konnten]).
I n der wellenmechanischen Elektronentheorie wird das Kristallgitter durch Einfuhrung eines dreifach periodischen Potentialfeldes
in R e c b u n g gesetzt. Nach dieser Theorie wird die magnetische
~Yiderstandsanderung, sowohl durch die Anisotropie der StoDzeit
der Elektronen als auch durch die Anisotropie ihrer Bindung an das
Ionengitter bestimmt. Im Grenzfall isotroper Bindung und anisotroper StoBzeit2) ist die Anisotropie der StoBzeit auf die Anisotropie der elastischen Konstanten zuriickzufiihren, da in die quantenniechanische StoDrechnung,die Schallgeschwindigkeit der elastischen
Wellen eingeht. Dieser Grenzfall sollte naerungsweise bei den
Alkalien vorliegen, da die elastische Anisotropie fur die Alkalien
nach neueren Messungen extrem hohe Werte annimmt. Die Messungen von Jlrnli u. A'XWWT~)
haben diese Vermutung bestatigt. Vortr.
zeigt Polardiagramme der prozentualen Widerstandsanderung eines
sehr reinen Natriumkristalls im magnetischen Querfelcl (33000 GauP)
bei Drehung des Magnetfeldes urn den festgehaltenen Kristnllstab.
Die relative Widerstandsanderung betragt im Minimal-Azimut
gtwa 9, im Maximal-Azimut etwa 22:.'
Die Messungen wurden bei
20,4O abs. durchgefiihrt, bei 78O abs. ist keine meDbare Anisotropie
mehr vorhanden. Kalium zeigt ebenfalls eine solche Anisotropie.
Die Elektronenleitung iiii Alkalimetall 1a5t sich hiernach so
kennzeichnen, daD in ihm das Elektronengas zwar frei, aber nicht
isotrop ist. Der umgekehrte Ertrenifall liegt z. B. fur Wolfram vor,
das elastisch isotrop ist, bei dem die Elektronen aber starker gebunden sind. Fur andere Metalle, wie z. B. Gold, das ebenfalls untersucht wurde, sind sowohl die Ftoi3- als auch die Bindungsanisotropie
von EinfluB.
Colloquium a m Freitag, d e m 3. M a i 1940.
Bor
Stuhlinger : Die ~ezrtroiieiispeElreiiv a n Lithi~cin,BerylEiunL ?And
den, Bcschui? t'on .s-Strrriilen.
linter
Der ProzeB I,i7 ja,n)B1° gibt iluskunft iiber die angeregten
Zustande des entstehenden B'O-lierns, wenn man das Energiespektrum der entstehenden Neutronen kennt. Zur Feststellung
dieses Energiespektrums wird die Energie der a-Strahlen langsain
erhoht und die Zahl der ausgesandten thermischen (langsamen)
Neutronen bestimnt. Die hierfiir benutzte Anordnung entspricht
im wesentlichen einer friiher von li"infer4) angegebenen (a-Praparat
in der Mitte einer Kugel, die mit Li,CO, ausgekleidet und mit CO,
von variierbarem Druck gefiillt ist, auWen herum die Neutronenzahlrohre mit Borauskleidung, die nur auf thermische Neutronen
ansprechen) bis auf die hier nicht vorhandene dicke Paraffinschichts),
die bei Fiinfer die gesamte Versuchsanordnung umgibt. \Venn
nun durch Erniedrigung des C0,-Drucks in der Kugel die Energie
der a d die Waudbekleidnng der Kugel (Li,CO,) auftreffenden
a-Strahlen imrnrr groBer mird, so Kerden im Augenblick des Erreichens der Anregungsspannung thermische Neutronen entstehen,
weil die gesamte a-Strahl-Energie unmittelbar fur die Auslosung
des Neutrons aufgebraucht wurde. Bei Steigerung der a-Strahlenergie wird dann das Neutron auch noch eine gewisse kinetische
Enrrgie mitbekommen, es wird also ein schnelles Neutron entstehen.
\Vegen der alleinigen Registrierung nur thermischer Neutronen und
wegen der integralen Messung (Totlaufen der a-Strahlen in der
I,i,CO,-Schicht) ergibt die Aufzeichnung der ZUrohrstrijme eine
Stufenkurve, aus der sich die Anregungsspannungen unmittelbar
als Stufenabstande ablesen lassen. In der gleichen Weise wurden
nucli fur die Prozesse Be9 (u,n)C1*und B11(a,n)W4 die Neutronenenergiespektren untersucht und d a e t Aussagen iiber die Anregungsniveaus der Kerne CL2und NZ4 erhalten. I n diesen beiden Fallen
1aWt sich der Grundzustand aus den MeDergebnissen nicht direkt
feslstellen, sondern nur die hoheren Niveaus, weil der ProzeD unter
Vgl. Kohlrr, d i s c Ztbchn. 50, 221 [193'il.
M. IioNer. Ann. Physik 36, 348 [1939].
9 Eune Mitteilung ~ g l Pbyaik.
.
Z. 41, 105 [1940].
9 Ann. P h p i k 82, 313 119381.
6, H a r d u. bnhlinger, Z. P L F i k 114, 178, 185 [IMI].
I)
*) E . J v a i u.
3 94
Colloquium am Freitag, d e m 10. Mai 1940.
Picht : Das theoretisch erreichbare Auflosung6c~erniogen
rlen 61ePtronenm.ikroskops.
Die fortschreitende Entwicklung der Elektronenmikroskopie
legt die Frage nahe, bis zu welcher Grenze sich das Auflijsungsvermogen der Elektronenmikroskope steigern laat. Diese Frage
wnrde von Schemera) fur die verschiedenen Typen des Elektronenmikroskops (magnetisches und elektrisches Mikroskop, Abtastmikroskop, Schattenmikroskop) unter Betrachtung des Beugungsund des Offnungsfehlers eingehend untersucht. E s zeigt sich, clalJ
in allen Fallen der Ansdruck fiir die Begrenzung des Auflosungsvermogens die gleiche Form annimmt, so dal3 also keines dieser
Elektronenmikroskope, von diesem Standpunkt aus gesehen. gegeniiber den anderen bevorzugt ist. Eine Abschatzung der theoretisch
erreichbaren Auflosungsgrenze fiihrt zu einem auflosbaren Punktabstancl von 100 Elektronenwellenlangen, der inimerhin noch uber
eine Zehnerpotenz kleiner ist als der bisher aufgeloste Punktabstand.
Ein groDerer Fortschritt iiber die angebene Grenze yon 100 61ektronenwellenlangen ware zu erwarten, wenn es gelange, nennensmerte Ladungen, z. 13. diinne, leitende Folien, in den Strahlengang
zu bringen.
Colloquium a m F r e i t a g , d e m 31. M a i 1940.
Fliigge : Entdeckung und Eigenschaften des Mesotrons.
Zwei verschiedene Wege haben unabhangig voneinander zur
Entdeckung des- Mesotrons gefuhrt, der eine von der Kernphysik.
der andere von den Hohenstrahlen her. T'ortr. gibt zunachst einen
uberblick-uber die Fermische Theorie, die aus den Schwierigkeiten
der Erklarung gewisser P-Zerfallsvorgange erwuchs'), und leitet im
AnschluB daran aus Analogiebetrachtnngen zwischen Elektrodynamik (MaxweZlscheTheorie) und Kerndynamik die Grundgedanken der Theorie von Yu.kaua ab. Die Masse des YzlkawaTeilchens (Mesotrons) berechnet sich zu 137 Elektronenmassen, seine
Lebensdauer laPt sich zu
s abschatzen.
Vollig unabhangig von diesen theoretischen Schlussen auf das
Vorhandensein des Yukawa-Teilchens wurden bei der Untersuchung
der Hohenstrahlung in der Nebelkammer viele Teilchen etwa gleichen
Ionisierungsvermogens entdeckt, die nach ihren Eigenschaften mjt
ihrer Masse zwischen Elektronen und Protonen stehen muBten. An
eirizelnen dieser Teilchen gelang dann Maier-Leibnizs) mit Hilfe
einer Nebelkammer mit Magnetfeld der Nachweis, da13 die Masse
dieser Teilchen zwischen 100 und 200 Elektronenmassen liegt. Man
nimmt heutzutage an, dan die harte Komponente der Hohenstrahlung
an der Erdoberflache im wesentlichen aus diesen Teilchen, den
sogenannten Mesotronen, besteht ; es handelt sich also bei der harten
Xomponente der Hohenstrahlung um sekundare Teilchen, deren
Entstehungsort entsprechend der Zerfallszeit des Mesotrons in hohrren
Schichten der Atmosphare zu suchen ist9).
Anorganis&-Chemisches Institut der T. H. Berlin.
Colloquium am 12. Juni 1940.
Doz. Dr. W. Hofmann, Berlin: Stmkturbestirn?nunyen C O I L
Sdfiden und Sdfosalzen des Antimons und U'ismzlts.
Die Strukturanalpse'o) ergab weitgehende BMichkeit des Auf baues zwischen Sulfiden und Sulfosalzen. I n Sb,S, - und entsprechend Bi,S3 - sind die Antimonatome an je drei Schmefelatome
gebunden, wobei die Valenzen von einer Ecke des Wiirfels nach den
9 Z. Physik 114, 327 119401.
Bart&, diese Ztschr. 51, 1 [1958] und Euler, diese Ztschr. 51, GI3 [1938].
112, 569 [19391.
O) Vgl. XoZh6rsler, diese Ztschr. 68,153 119401.
Vorlaufige Zusameufassung, 11,'. Hofmalkn, 2. Kristallogr., Kristallgeometr.. KridnllpLTsik, hristallchem. (Aht. A d . Z. Kristrrllogr., hlineral., Petrogr.) 92. Id1 119351.
:) Cgl.
'1 Z . Phgsik
loi
X r u e Biicher
drei nachsten Ecken verlaufen. Die [SbSJPyramjden sind entsprechecd der Formel Sb,S, zu bandfornugen hlolekiilen
/ \Sb/
I
\ $b/
\8b/
k
\
\sb/
\SG/
1
I
\ st/
sI
\Sb/
5'
!
8
~ e r b u n d e n . Die in Iden Bandern enthaltenen Pyramidenkttten
\sL/
j\sb/5\sb/
birden auch cin Bauelement des nadelformig kristallisierenden
CuSbS, bzw. CuBiS,. Die Rupferatome sind hier tetraedrisch ron
Schwefelatomen umgrben.
Die [SbS,]- und [BiS,]-Pyramiden bzw. die unten beschriebenen
vbergange zu Oktaedern sind wohl am Aufbau der meisten kristallisierten Sulfosalze beteiligt. Soweit Blei das zweiwertige Metal1
bildet, sind Oktaeder [PbS,] als weiteres Strukturelement wahrscheinlich. wobei auch Kettenbildung iiach den1 Schema
\psb/
5\;b/
?\A/
/S\S/S\$/S\
moglich ist. I n AgSbS, sind die Silber- und Antimonatome yon
Schwefelatomen angenahert oktaedrisch umgebenll). Jedoch sind
vermutlich drei Abstande Sb-S kiirzer, drei langer, entsprechend
einer Andeutung der oben beschriebenen [SbS,]-Pyramide. Dagegen bilden in der uber 225O stabilen kubischen Modifikation von
AgBiS, die Schwefelatome regulare Oktaeder um die Silber- U R d
Wismutatornel2).
In den als Minerale vorkommenden Sulfosalzen sind somit
keine Saureradikale zu erkennen. Sie sind als Doppelsulfide aufzufassen, denen die Bauelemente der entsprechenden einfachen
Sulfide zugrunde liegen ,
"1 W.Bofmann, Fj.-B.PralW. iLkad. Wiss.1868, 111.
12)
P. Ran7duhr.etienrla 1988,71.
WEUB BUCHER
Die Renaissance d e r Physik. Von X. D a r r o w . Autorisierte
Obersetzung aus dern Amerikanischen von P. G u t s c h e r . 385 S .
mit 43 Bildbeigaben. P. Szolnay Verlag. Berlin.V'ien, Leipzigl939.
Pr. kart. RM. 7,50, geb. RhI. 8,50.
Vf. stellt sich die Aufgabe, die ErkenntnisEe der neueren
Physik einem weiteren Kreise zu vermitteln. Ich glaube, daB diese
Aufgabe nicht gelost werden kann, weil sie Voraussetzungen verlangt, welche nicht gegeben sind. Dessen ist sich der Vf. auchwohl
bewuBt; er schaltet immer wieder Teile ein, in Kelchen die unentbehrlichen Grundlagen aus der alteren Physik dem Leser beigebracht
werden sollen, und er bemiiht sich durch eine oft recht bilderreiche,
an bekannte Erscheinungen der Natur anschlieBende Sprachc,
das Eindringen i n reichlich abstrakte Gebiete zu erleichtern. Hierdurch muI3 eine sehr groBe Breite der Darstellung in Kauf gecommen
werden, welche den aufmerksamen, naturwissenschaftlich gut
ausgebildeten Leser, der vie1 von dem Studium des Buches haben
kann, stort. den1 reinen Laien aber nichts niitzt. Behandelt wird
die gesamte neuere Atomistik, von Elektronen und Lichtquanten
bis zu Materiewellen und kiinstlicher Radioaktivitat ; nicht nur die
Ergebnisse und ihre Bedeutung f* das physikalische Weltbild,
sondern auch die wichtigsten Verfahren werden gebracht. - Die
Ubersetzung ist nicht gut, z. T. sind sinnstorende Fehler gemacbt.
So wird immer und immer wieder von ,,Brechung" gesprochen.
wenn Beugung gemeint ist. S. 186 sol1 erklKrt werden, daB das
Reflexioiisgitter ,,die verstoBenen oder gebrochenen ( ! ) Strahleri
erscheinen 1aI3t, in denen sich die komponenten Wellen des Strahles
verteilen". Ehenso unverstandlich ist die Erklarung des Auflosungsvermogens eines Gitters : ,,J e niehr Linien nebeneinanderliegen,
desto scharfer und klarer sind die Bahnen der gebrochenen Wellenziige". (Man findet mehrere solche Satze, bei denen man nicht
weiP, ob den Verfasser oder den Ubersetzer die Schuld trifft.)
,,Mica" heist auf deutsch Glimmer, was der Ubersetzer wohl hatte
feststellen konuen. S . 122 ist nicht von der Theorie des Lichtes.
sondern von der des L e u c h t e n s die Rede; S . 137 sind nicht chernsche Zusammensetzungen, sondern Molekiile gemeint : man sagt
nicht ,,Rastrierung" sondern Teilung eines Gitters; S. 176 mu13
es statt gleichartig heioen gleichformig (gemeint ist isotrop). Dies
nur als einige Beispiele, die zum Teil arge Misverstandnisse hervorrufen konnen. - Gar nicht verstamllich ist niir der Titel des Buches
und seine Begrundung : Die .,Renaissance vor vierhundert J ahren"
war doch eine Wiedergeburt einer schon einmal lebendig gewesenen
Kultur und Geistigkeit - die^ heutige Physik ist eine besonders
gliickliche Periode (wie es deren schon mehrere gab) in der Erforschung der Natur, die in ihrem Strehen nach Erkenntnis und in
ihrer grundsatzlichen Methodik folgerichtig die seit Beginn der
exakten Naturforschung eingeschlagene Richtung fortsetzt.
W . Cerlach. [RB. lS6.l
Angewu%dle C h e m i e
53.Jahrg. 1940. h'r.33134
Leuchtfarben. Geschichte, Herstellung, Eigenschaften und
Anwendung. Von F. F r i t z . Mit zahlr.Tab., Vorschr. u.Lit.-Ang.
224 S.
Chem.-techn. Verlag Bodenbender. Berlin 1940.
Pr. geb. Rhf. 18,--.
Nach einigen kurzeu einleitenden Abschnitten iiber Begriffsbestimmung und Benennung phosphorescierender Korper sowie
einer Aufzahlung der auffallendsten physikalischen Erscheinungen
auf diesem Gebiet bringen die am meisten ausgebauten Abschnitte
des Buches eine eingehende Wiedergabe der Geschichte der anorganischen Phosphore und insbesondere der Methoden zur Herstellung
derselben. In der chemisch methodischen s i t e liegt der Schwerpunkt
des Buches. Das Buch zeichnet sich durch eine mit grodtem FleiB
zusammengetragene Ubersicht iiber dieim Schrifttum und in Patenten
niedergelegten Erfahrungen, insbesondere solche praparativer Art,
aus. Hervorgehoben sei die Beriicksichtigung der alteren Literatur.
Ein nicht zu umgehender Mangel derartiger Zusammenstellungen
liegt naturgemai3 in dem Umstand, d a 5 die Erfahrungen der hdustrie
nur insofern zur Geltung kommen, als skin der Patentliteratur niedergelegt sind. Bei dern i n Frage kommenden Gebiet diirften gerade
die wirksamsten chemischen Verfahren bzw. Verfahrenseinzelheiten
nieist unveroffentlicht win. Bin eigener Abschnitt ist der Frage der
Auftragung der Phosphore (Bindemittel) gewidmet.
Bei der Suche z.B. nach Patenten bildet das Buch ein willkommenes Nachschlagewerk.
I n einem phgaikalischen Teil bringt das Buch cine Beschreibung
der Erscheinungen und die herkommlichen Ansichten iiber deren
Deutung. Hierbei wurden die auf eine Xlarung der Vorstellungtn
und auf eine Vereinfachung des bis vor kurzem noch uberaus verwickelten Tatbestandes hindeutenden neuen experinientellen Befunse
nicht beriicksichtigt. Ein letzter Abschnitt bringt schlieBlich e k e
kurze Darstellung der technischen Anwendungen von Leuchtmasst n
(Sichtbarmachen von Gegenstanden in1 Dunkeln, Leuchtschirme,
Verwendung in der Photographie, in der I,ichttechnik und zu analytischen Zwecken), wobei jedoch die sehr wichtige neue Literatur fast
keine Beriicksichtigung gefunden hat.
Eine Behandlung der organischen I,euchtstoffe w 5 e iiber den
Rahmen des Buches hinausgegangen. Angesichts der Bedeutung,
die sie auf vielen Gebieten z. B. bei der Luminescenzanalyse oder auf
photographischem Gebiet erlangt haben, ist es jedoch nicht zutreffend,
wenn man diesen Leuchtstoffen die praktische Bedeutung abspricht
( S . 113).
Zum SchluB wird eine Aufzahlung der Firmen gebracht, die
sich niit der Herstellung von Leuchtstoffen beschaftigen.
U'as die audere Ausstattung des Buches anbelangt, so sei
erwahnt, daI3 es nlit einem mit Leuchtfarben iiberzogenen nachleuchtenden Buchriicken verselien ist.
Srhbn. [BB. 103.1
Fortschritte d e r p h o t o g r a p h i e 11. Bearb. v. H. F r i e s e r , H. L a p p ,
R. L e i s t n e r , H. Liischer, W. M e i d i n g e r , R. M e y e r , H. S a n e r ,
G. S t a d e , M. Wolff. Herausg. v. E. S t e n g e r u. H. S t a u d e .
Bd. 6 d. Ergebn. d. angew. physikal. Chemie, begr. v . M. L e B l a n c .
11.487 Fig. Akadem. Verlagsges. rn. b. H. Leipzig 1940. Pr. geh
RM. 44,--,geb. RM. 46,--.
Das Werk berichtet in Erganzung zum ersten Band - bewul3t
iiber die Grenzen der physikalischen Chemie hinausgreifend - in
Einzelberichten iiber die Fortschritte wissenschaftlicher, technischer
und patatrechtlicher Art auf folgenden Gebieten : Lichtquellen f i i r
photographische Zwecke ( M . WoZff), photographische Optik ( K .Leistner), photographische Entfernungsmesser ( H . Sazler), Nitro- und
Acetylcellulose als Schichttrager f i i r photographische Emulsionen
( H . Lapp), Sensitometrie (R.
Stazlde), Kornigkeit und Auflosungsvermogen ( H . Prieser), die farbenphotographischen subtraktiven
Mehrschichtenverfahren ( K .Meyer), Infrarotphotographie und RBntgenphotographie ( W .Meidinger), Stereophotographie ( H . Liischer) und
Mikrophotographie (Q. Stade). Der Wert des Buches liegt nicht nur
in der Reichhaltigkeit, sondern ebensosehr in der Art der Darstellung.
Der vorhandene Stoff ist nicht einfach in zeitlicher Reihenfolge
zusammengetragen, sondern geordnet, kritisch bewertet und in
grol3ere Zusarnmenhange hineingestellt. Einzelne Beitrage gewinuen
durch besondere .Wage lehrbuchahnlichen Charakter und schliel3en
so z . B. fur Komigkeit und Auflosungsvermogen, Sensitometrie und
Farbenphotographie langst empfundene Liicken. Dem in der photographischen Industrie Tatigen werden die z. T. mit bemerkenswerter Miihe ausgearbeiteten Patentzusatnnietistrll~gen (2. B.
iiber photographische Optik) aukrordentlich willkommen sein.
Entsprechend dem Doppelcharakter des Buches als Nachschlagewerk und Speziallehrbuch wird der Leserkreis, der von ihm Nutzen
ziehen kann, sehr gr05 sein, zumal gegenwartig das photographische
Berichtswesen infolge des Krieges und wegen des Nichtwiedererscheinens voii Eders Jahrbuch und Priesers und Staiules Jahresberichten der Photographie ziemlich unzureichend jst. Kritisch sei
folgendes bemerkt : Die aua&id&ch als prinzipiell gekennzeichnete
Darstel lung d+r ZtRtmmenhGnge zwischen Sensibilisierungsvermogeu
und Ronstitution gibt kein zutreffendes Bild dieses allerdings auch
fiir eine Darstellung auf nur 3 Seiten zu unifangreichen Gebietes.
Bei der Besprechung der Infrarotaufnahrnematerialien fehlt ein
Hinweis auf auslandische Fabrikate. Uber den Platz, der heute in
tinem Fortschrittshericht (der j a nicht nur Zukiinftiges vorweg-
3 95
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