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Ansprache von J. v. Braun bei der Feier des 80. Geburtstages von Carl Graebe zu Frankfurt a. M. am 24.2. 1921

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Zeitschrift fur angewandte Chemie
34. Jahrgang S. 129-136
I
Aufsatzteil und Vereinsnachrichtun
,,Alkohol und Essigsaure a u s Kalkstein und
Kohle".
(Eingeg. 29.13. 1921.)
Vor einem halhen Jahre wurde i n Mitteldeutschen Zeitungen eifrig
geworben fur ein Projekt zum 13au einer Fabrik in Belgern bei Torgau,
in der ,,triilkbarer Alkohol" und Essipsaute imch einem angt blich
neuen patentierten Verfahren R U S ,,Kalkslein und Kohle" gewonnen
werden sollten. Der Griiuder des Ilnternehmens, Herr h erhert
Albert S a n d e r , wufjte eine grofjere Zahl von Geldpebern, Rau- urld
Apparate-Fbrmen fur seiiien Pi.ln xu interessieren und verbreitete ihn
i n aeiteren Kreisen durch eine Versamnilunp, die im Oktober 1920 in
Leilbzig stattfdnd. Das von Herrn - a n d e r beanspruchte Kapital von
40Mill. Mark war nach seinen Angahen bereits zum grofjen Teil pezeichnet und sollte sich infolge eines gunstigen Vertrages mit
der Branntwein - Monopolverwall u g reichlich verzinsen. ( lutacllteli
von ,,Siichverstiindiuen", Bau eicliii.ingen und Kostenberechnungen
von erstkliissigen Firmen lagen vor; aber auf die von den wenigen
anwesenden Chemikern yeairBerten technischen B. denken ging Herr
S a n d e r nicht ein, sondern versprach, sie in einer spatereu Besprechung
mit den Chemikerri zu widerlegen.
Da Herr S a n d e r jedoch diese Besprechung rnit Sachverstandigen
wegen haufigen Geschaiftsreisen immer wieder hinausschob, wurde ich
von einigen Interessenteu gebeten, die chemischen und technischen
Unterlagen des Verfahrens zu priifen. Bei diesel ziemlich miihsanien
Arbeit stiefj ich auf grooe Unstimmigkeilen und cheniische Widerspriiche; ich lief3 daher Herrn S a n d e r bitlen, sie in mundlicher Verhandlung aufzuklaren. Nachdem Herr S a n d e r den dafiir bestimmten
Termin mehrfach abgeFagt hatte, kam die Unterredung, a n der Herr
Dr. 0 t t o S c h r a m m teilnahm, am 4. Dezeniber 1920 zustande.
In vierstundiger Unterhandlung wies ich Herrn Sander auf die Unzuliingliclikeiten und F'ehler seirier techn schen Austuhrungrn und
Kalkulationtn hin. Um nur wenige Heispitle anzufiihren: Herr Sander
errechnete rich einen erklecklichen Gawii n aus dem Verkauf von I s o a m y l a l k o h o l bei der Htrstellung von K a r b i d a l k o h o l ! F r r n r r
wollte er das bei d r r Ace1ylenherstrllu tig abfa lleride C a 1c i u m h y d r o x yd
in ( : h l o r c a l c i u m verwarldeln u1.d durch diesen Verkauf einen Gawinn erzielen! Er war rich ubrigens nicht klar daruber, ob er in
seiner Kalkulation C h l o r c* ; i l ci u mo d r r C h l o r k a l k meinte; Salzsaure
ode! Chlor waren in der Ka,kulation aher nicht vorgesehen, ebensowettig die betreffenden Apparaturen ! Der Spiritus sollte durch Filtration trinkfahig gemacht wtrden, aber in dt r Kalkulation war weder
ein F i l t e r m i t l e l , noch eine R e g e n e r a t i o n s a n l a g e dafiir vorgesehen! Das K a r b i d sollte nicht in elekirischen Ofen, sondern mit
K n a l l g a s in S c h a c h t o f e n erschmolzen werden, die angeblich in
England ausprobiert waren !
Vor d i e m aber fehlten die Patentanmeldungen, in denen die neuen
Verfahren zur Umwandlung von Acetylen in Acetaldehyd und zur Darstellung von trinkfahigem spiritus niedergelegt sein sollten.
Herr S a n d e r versprach schlieBlicb, da6 er uns verbesserte Unterlagen und besonders iiuch die Abschriften seiner Patentanriieldungen
in weriigen Taven zusenden wurde.
Bis heute haben wir nichts d w o n zu sehen bekommen.
Wegen der verschiedenen chemischen Unstimmigkeiten in seinen
Kalkulationen und miindlichen Ausfiihrungen kamen mir Bedenken
wegen der Aushildung des Herrn S a n d e r . der einen Stempel benulzt
,Dr. Herb. Alb. S a n d e r , Chemiker". Ich fragte ihn daher, wann und
bei wem er promoviert habe, und bekain zur Anlwort: Elwa im
Jahre 1900 bei Prof. Dr. F e l i x E h r l i c h in Breslau. Herr Prof.
Dr. E h r l i c h teilte mir jedoch ;iuf meine Anfrage mit, dafj er einen
H. A. S a n d e r weder als Schuler grhabt habe noch iibcrhaupt kenne.
Auch habe ich einen Menschen dieses Namens in den Listen des
,,Verb;wdes der Laboratoriumsvorsteher" nicht auffinden konnen.
Da sich inzwischen die hiesigen Intercnssenten von dem Projekt
zuriickzogen, hielt ich die Sache fur endgiiltig erledipt. Nun lese ich
aber in der ,,Voss. Zeitung" vom 17. Marz 1921 : ,,Neue Aktiengeseuschaft".
,,In Nieriburg wird eine n e w Aktiengesellschaft unter dem Namen
,,Anhaltisch-Sachsische Spiritus- und Xtherfabrik'' rnit einem Kapital
von 3ti Millionen Mark gegrundet. Die Akliengesellschaft eirichtet
auf einem 35 Morgen grollen Geliinde zwischen der Chemischen Fabrik
in Nienburg und der Zementfabt ik Jesarbruch ihr Werk, welches als
erstes in Deutschland au s K a l k s t e i n und K o h l e Spiritus herstellen
wird. Man rechnet rnit einer Tagesproduktion von 31000 Liiern Essigs l u r e und 17 Lilern (sol1 offenbar 17000 Liter heifjen) Spiritus."
Durch Ruckfrage in Nienburg habe ich festgestellt, daij Herr ,,GeneraldirektorDr. H e r b . A l b.Sander"diesesUnternehmeninsWerksetzen will.
Ich bitte die Chemiker,. die mit dieser Angelegenheit zu iun bekommen, die Unterlagen einer recht genauen Prufung zu unterziehen.
Meine eigenen Erfahrungen bin ich gern bereit, mitzuteilen. Das grofje
Publikum urld die Tageszeitungen zeigen in dieser Frage eine ahnliche
Kritiklosigkeit wie gegeniiber dem geheimnisvollen Kasten, mit dessen
Hilfe Herr v. U n r u h beliebige hlengen von Elektrizilat aus der Luft
gewinnen wollte.
Angew. Chem. 1921. Aufsatzteil zo Nr 27.
I
5. April 1921
Ohne Zweifel ist in den gegenwartigen Preisen fur Essigsaure und
Trinkbranntwein und in unserer Holz- und K irtoffelknappheit ein
grofjer Anreiz gepeben, jene Stoffe auch auf anderen Wegen als durch
Destillalion von Holz oder durch GIrung zu erzeugen, und es ist allgemein bekannt, daij groi3e Fabriken des In- und Auslandes aus
,,Kohle und Kalkstein" uber Karbid und Acetylen Essigsaure und
,,Mineralspiritus" niit Erfolg herstellen. Die von Herrn S a n d e r beigebrachten Pachverstandigengutachten bestatigen das natiirlich in
allgenieiner Form. Oh jedocti das von Herrn S a n d e r so sorgfaltig
geheimgehaltene Verfahren mit denen, die in den erwahttten grofjen
Fabriken mit ihren Staben von technisch ausgebildeten Chemikern
ausgearbeitet worden sind, zu konkurrieren vermag, mu6 ich bezweifeln,
bis ein wirklicher Beweis dafiir erbracht wird. Das Reichsrnonopolamt hat es inzwischen abgelehnt, sich rnit dem Projekt des Herrn
S a n d e r in Belgern weiter zu befassen.
[A. 52.1
Leipzig, den 29./3. 1921.
Prof. Dr. B. Rassow.
Ansprache von J. v. Braun bei der Feier d e s
80. Geburtstages von Carl Graehe zu Frankfurt a. M. am 24.12. 1921.
(Eingeg. ?1./3. 1921.)
Hochansehnliche Versammlung!
In den Jahren 1865 und 1866 erschienen - als erste wissenschaftliche Publikationen eines bis dahin weiteren Kreisen unbekannten
jungrn Chemikers C a r l G r a e b e - in L i e b i g s Annalen der Chemie
einige kleine Experimentaluntersuchungen iiber die Einfuhrung der
Methylgruppe in das Phenolhydroxyl mehrerer aromatisi-her Oxysiiuten, insbesondere dec Salicylsaure. - Und rund 40 Jahre spiiter
brachten sowohl die Lie bigsc he n Annalen als auch ihre inzwischen
nu Welt gekommene, groB und sogar bedenklich die-kleibig gewordrne Schwester und K*,nkurrentin, das Organ der Deutschen Chemiwhen Gesellschaft als letztes Produkt experimenteller Arbeit desselben
Forschers etnige Aufsatze, die wiederum ein ganz nahe verwandtes
Thema, die Methylierung des Phenolhydroxyls beruhren.
Beide Serien von Arbeiten schlielien, wie eine schon ziselierte
Klammer einen Kreis, der sich uber einen Zeitraum von vier Jahrzehnten erstreckt, und in dem sich ein Gelehrtendasein bewegt, nicht
allzu reich an liuijeren Erlebnissen, aber um so reicher an Werten,
die es selher hervorgebracht hat: der chemisch schaffende Lebensabschnitt C a r 1 G r a e b e s.
Wenn wir uns heute versammeln, um die achtzigste Wiederkehr
des Geburtstages des Patriarchen der deutschen Chernie zu feiern, so
tun wir es mit dem Gefuhl der Freude, des Stolzes und des Dankes.
Der Freude, dall es uns verglinnt ist, ihn in so hohem Alter noch
unter uns zu wissen, wenn es ihm auch lei-ier heute nicht mliglich
ist, in unserer Mitte zu weilen; des Stolzes, daf3 dieser Mann, den das
1,ebensschicksal schon friih fur ein ganzes Viertel jahrhundert an eine
Hochschule der franzosischen Schweiz verschlagen hat, unser deutscher
( i r a e b e geblieben ist, und das, was er schuf, in seiner deutschen
Muttersprache der Welt mitteilte; und dcs Dankes, des tiefgefahlten
Dmkes fur das, was er geschaffen hat. Sein I-ebenswerk ist rnit zwei
Worten charakterisiert: er ist einer der Schlipfer der organischen
Chemir, in der t. orm, wie sie sich heute in ihrer sehr charakteristischen
Ubei ganpszeit unseren Blicken darstellt. Eine in schneller Entwicklung
hegriffene Wissenschaft befindet sich ja eigentlich immer in einer
Ubergangszeit, wir hiiben aber das GefUhl, da8 die organische Chemie
in der Jetztz it einen besonders schroffen Frontwechsel vollzieht.
Denn die Chemie der Kohlenstoffverbindungen von morgen wird der
Chemie von gestern in vielem sicher unahnlich sein; sie wendet sich
immer mehr biolorischen Problemen zu, sie wird immer mehr von
energetischen Betritchtungen durchleuchtet, sie wird immer mehr der
verstandigen Mitarbeit dt s Physiologen und Mediziners und der Hilfe
des Physikers bedurfen. Um aber reif fur diese Periode zu wertlen,
an dwen Schwelle wir scheinbar stehen, muate sie eine Entwicklung
durchmachen, die vorwirgend in dem bammeln und Sichten des Stofflichen bestand. Diese Arbeit - eine Hiesenarbrit - ist wesentlich
in der zweiten Hllfte des vorigen Jahrhunderts geleistet worden und
an ihr nahm G r a e b e hervorragenden Anteil. Wenn wir heute in dem
Gefuhl leben, gewissermaBen ein hliher gelegenes Stockwerk der organischen Chemie zu betreten, so diirfen wir nicht vergessen, daij eine
der festen Saulen, auf der dieses Stockwerk ruht, unser heutiger Jubilar ist. - Seine wissenschaftlichen Verdienste sind schon einmal
in erhebender Weise von Freunden und Schulern gefeiert worden vor 18 Jahren in Kassel. Er stand damals mitten im Schaffen drin
und ha t spater noch mehrere Jahre hindurch wertvolle Heitrage fur
die Chemie geliefert. Heute, nachdem er seit anderthalb Jahrzehnten
das Reagenzglas a us der Hand gelegt hat, haben wir mehr Distanz
gewonnen I nd iibersehen sein Lebenswerk vielleicht noch in plastischerer Weise wie damals: wie alles Groije wachst es um so mehr,
je weiter man sich davon entfernt.
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Ansprache von J. v. Braun bei der Feier des 80. Geburtstages von Carl Graebe usw.
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Der allererste Aiifang lie6 freilich die spateren groBen wissen.
schaftlichen Taten noch nicht so recht ahnen; vorgebildet in Marburg
und Heidelberg fiihrte er sich in die Wisseiischaft mit einer kleiner
Heidelberger Arbeit iiber Methy1s:ilicylsiiare ein, auf die ich eingangr
iingespielt habe und die -- gleich einigctn folgenden Arbeiten - be
:iller Sorgfalt der Ausfuhrung nichts Balinbrechendes fur die Chemic
bedeutete. Aber bald diirairf - nach ganz vorubergehender indu,
strieller Tiitigkeit i n den Hochster Farbwerken - fiihrte ihn dar
Schiclrsal in dns nicht gliinzend ausgestattete, aber von einem glii.
hendim Arbeitsdrang erfiillte Laboratoriiim der Gewerbeakademie ir
Berlin, in welcheni der jugendliche Ad o l f B a e y e r ein chemisches
Arbeitszentruin gescliaffen hatte, ebenhiirtig einer zweiten Berlinei
itte, in deren Mittelpunkt der Uni1,ersitatslehrer A.W.H o f i n a n r
ier in Berlin kam plijtzlich zum .iusl)ruch, was a n chemischen
Kijnnttn in ( i r i i e b e steckte: befruchtet durch die kurz vorher auf.
gestellte K e k u l e s c h e Kenzoltheorie schuf er in weiiigen Jahren
Srhlag ;iuf Schlag Meisterwerke, die sc4nem Namen dauernd einen
P h t z in der Geschiclite der Chemie sicliern und in denen das Allel.meiste von den1 schon wurzelt, was spiiter in der langen Lebensarbeil
von ilini gelieferl worden ist. Im Grunde entspringeii auch die Meisterwerkc. der Herliner Zeit einem einzipen glticklichen Griff, zu dem ebensc
sehr einr: kiinstlerisclie Phantasie ;{Is eine experimentell geiibte Hand
gehiiren: der riditigen Erfassung der Katui, der Chinone. Seit K e k 111 6 s genialer Architektenblick fur die Struktur der aromatischen
\'erbindungen ein zutreffendes Hild geschaffen hatte, wiir es ihm und
mxr
cinderen gelungen, eine grolie Anzahl von Stoffen in die Kategorie der Henzolderivate einziiordnen. Unberiickbichtigt waren ab.er
d:is ('hinon untl seine Abkiiinmlinge peblieben. In uberzeugender
\Veise \vies G r n e b e niich, diiB auch sie i i u f das Benzolsechseckscliema
ZII
bt~ziehensind, und wenn er vorerst die Superoxydlormel wiihlte der (:;irhonylforinulittrung von F i t t i g schlofi er sich erst spiiter
;in - u n d wenn er ferner niangels eiiier genziuen Konstilutionsermittliing des Hytlrochinons - die richtige Para-Formel verdanken wir
erst tleni Frankfurter Chemiker'l'heodor P e t e r s e n im Jahre 1874 die Siiuerstnffatome henachbart iinnalim, so bedeuten diese kleinen
linrivhtigkeiten wenig gegeniiber dem gewaltigen Fortschritt, der in
der (;rundidee l:ig. IVie fruchtbar sie war, das zeigte sich sofort: sie
setztc ihn instiind, in das Geheirnnis dt:s Baues einer Reihe komplin einzudringen und dern K e k u l e s c h e n Gedanken
1 Gebildes den ebcnso lebensfahigen Gedanken
eines polyzyklischen zur Seite zii stellen. Rein theoretisch war freilich
diesel, Geditnke - in seiner Anwendung auf ein Zweiringrystem schon vorher vmtiliert worden. E r l e ii m e y e r hatte die Frage aufgeworfen, ob nicht vielleicht das Naphthalin zwei miteinander verschmolzene 13enzolkeime darstellen k6nne; nichts nber war geschehen,
uni durch Tatsactienniateriiil dieser Papieridee Leben einzuhauchen.
Erst G r a e b e tiit es: die Abwandlungstahigkeit der Naphthachinone
setzte ihn in den Stand, abwechselnd die eine und die andere HIlfte
des Naphthalinniolekiils oxydativ iibzusprengen, den zuruckbleibenden
Rest als Benzolabkornmling zu charakterisieren und so unumstdijlich
zu beweisen, daR wirklich das Naphthalin aus zwei I3enzolringen zusamniengefiigt ist. Und dann niachte er noch einen Schritt weiter
und luhrte in die Chemie den Typus eines trizyklischen (jebildes ein:
das war das Anthracen. Auch hier fiilirte der experimentelle Weg
iiber ein Chinon, und zwar ein liingst der Praxis bekanntes und fur
sie n-ichtiges Chinon. namlich das Alizarin, zu dessen Bearbeitung sich
G r a e b e niit L i e b e r m a t i n verband. Alizarin konnte zur Phthalsaure
oxydiert, andererseits zum liingst bekannten Anthracen reduziert, dieses
endlich zu Anthractiiiion oxydiert werden : das waren die drei Etappen,
diircli die die Natur des Anthracens klargelegt wurde, soweit wenigstens,
diill die Gegenwart dreier Benzolringe bewiesen ward. DaB ihre Anordniing zuniichst noch nicht in richtiger Weise gewiihlt wurde - es
wurde niirnlich iler linearen die mgullrtr bevorzugt, die dem spateren
erst von G r i i e b e u n d z u g l e i c h von F i t t i g entdeckten Phenanthren
zukornmt. Dieser Uinstmd heeintrkhtigt G r a e b e s und L i e b e r m a n ns Leistung ebensowenig, wie die kleinen Differenzen des von
G r a e b e gewiihlten Chinonbildes im I'ergleich zu dessen heutiger
Pormel. Mit wdchem Eifer und mit R elrher Geschwindigkeit diese
experimentelle Xufgabe, die in das Jahr 1868 fallt, von den beiden
Freuriden gelost wurde, kann man aus folgendem ersehen: am Freitag,
den 2 i . Februar wuitle von G r a e b e und L i e b e r m a n n die Untersuchung begonnen, am Sonnabend und Sonntag wurde durchgearbeitet
und ;in1 Montag den 24. Febrim, also lieute vor 43 Jahren his 7 Uhr
abends soweit gefordert, dnli in der um 7 i / 2 Ubr beginnenden Sitzung
der ('heinisrhen.,Gesellschaft die .Hauptresultate vurgetragen werden
konnt en.
An die dritte Etappe der Alizarin-Arbeit, die Oxydation des A T
thracens zum Anthrachinon schloij sich gleich eine vierte an, in der
die jungen Forscher in unerhdrter Weise von Gluck begiinstigt wurden
rind die ihren Nameti in tiller Leute Murid brachte: sie fuhrten in das
Anthrachhon 2 Atome Brom ein, ersetzten sie durch 2 Hydroxylgruppen
und
hatten das Alizarin in der Hand. Man weiij nicht, wenn man
heutc ruckschariend die Verhiiltnisse bctrachtet, ob man sich uber
diesen leichten Erfolq freuen, oder ob man wunsehen soll, die Sache
wiire nicht ganz so schnell und glatt lerlaufen: die zlhe Ausdauer,
die G ra e b e sp3ter bei anderen Untersuchungen bewiesen hat, lafit
es sicher erscheinen, daf3 er das Alizarin schlieBlich gefaijt hatte, auch
wenn dies ini ersten Anlauf nicht gelungen ware und wer weiij, welche
Fulle von wichtigen neuen Beobachtungen sich dabei fur die Chemie
(3s
'-
r,n,",B::zcE~,r,,-
ergeben h l t t e ; aber an sich war doch die Synthese des Alizarins, des
ersten etwas komplizierter zusammengesetzten Pflanzenprodukts eine
Tatsache von so grolier Tragweite, daf3 ihr moglichst friihes und namentlich glattes Gelingen in vieler Hinsicht, wie wir weiter sehen
werden, die nachhaltigsten Folgen hatte.
Wie ein fruchtbarer Boden neben schiiell wachsenden Pflanzen,
die schon bald durch Bliitenpracht erfreuen, auch Gewiichse von langsanier Entwicklung hervorbringt, so entsprang iinch den1 G r a e b e schen Arbeitszimmer in der Berliner Gewerbeakadeinie noch mancherr t gleich dem Naphthalin. Chinon, Alizarin die Zeite, aber doch Keiine groDer spiiterer Entwicklung
in sich trug. Zwei Arbeiten seien hier besonders hervorgehoben :
einmal die richtige Auffassung der Additionsprodukte aromatischer
Verbindungen, die nach G r a e b e durcli Sprengung der I)oppelbindnngen
desBenzolkernszustande kommen, eine Idee, die spiiter unter anderen zur
Grundliige des Studiunis der hydronroin;itisclien Stoffe wurde und die
wiederum gemeinsam mit C. L i e b e r m a n n entwickelte Anschauung,
daB der farbige Zustand durch eine diclitere Aneinanderlagerung von
Atomen in kohlenstoffhaltigen Molekiilen bedingt wird, eine Anschauung, die uns allniiihlich in Fleisch und Hlut iihergegangen ist, wenn
wir iiuch heute noch einen Schritt weiter gemaclit haben: wir
daij nicht die dichte Lagerung a n sich, sondern der dadurch bedingte
Zustand unvollstlndiger Valenzahslttigung , wie er auijerdem noch
z. K. im Gombergschen Triphenylinethyl und itn Wielandsclien Diphenylstickstoff vorhanden ist, fiir die selektive Lichtabsorption die Verantwortung triigt. Eine ungemein wichtige Stiitze fiir seine Anschmung konnte G r a e b e - allerdings erst spiiter im Leben - erbringen,
als es ihm gelang, den ersten farbigen Kohlenwasserstoff Iiervorzubringen wo jede Beeinflussung der Lichtabsorption durch Elemente,
wie Sauerstoff, Schwefel, Stickstoff wegfiillt. Das Ergebnis der schopferischen Berliner .lahre war ein gewaltiges:
fur G r a e b e selbst, fur die chemisehe Wissenschaft und fiir unsere
chemische Industrie. - In der Behauptung, dnli es unersetzliclie
Menschen nicht gibt, steckt wohl ein richtiger Kern und wir wollen
gern glauben, daD, wenn es unserem G r a e b e nicht bescliieden gewesen
ware in der zweiten Halfte der sechziger Jahre z u zeigen, was Chinonkorper, was Naphthalin und was Anthracen sind, diese Fragen friiher
oder s p l t e r von anderer Seite richlig gelost worden wiiren. We]. aber
weiij, von welchen Zufiilligkeiten oft der Erfolg einer chemisclien
Arbeit abhlngt, der wird sich die Frage vorlegen, ob die Saclie nicht
recht I m g e hiitte dauern konnen u n d oh nicht die fruchtbare Arbeit,
die auf den von G r a e b e geschaffenen Grundlagen iin Gebiete der
aromatischen Verbindungen nunmehr einsetzen konnte, nicht recht
lange verzogert worden ware. Und wenn wir bedenken, wie reichlich
- vielleicht sogar fur manclien Geschmack allzu reichlich - die Ernte
eines jeden Jabres seither gewesen ist, so konnen wir unschwer errechnen, was eine Verzogerung dieser Entwicklung auch nur urn
wenige Jahre f u r die chemische Wissenschaft bedeutet hiitte. Das
Sprichwort: Zeit ist Geld, trifft vielleicht auf kein Gebiet naturwissenschaftlichen Schaffens so zu, wie auf das der organischen
Chemie in der zweiten Hllfte des verflossenen Jahrhunderts.
Aber Geld, bares Geld bedeuteten G r a e b e s Laboratoriumsversuche
in direktesteni Sinne fur unsere Volkswirtschaft und Industrie. Des
Alizarins nahm sich bald - in einer Weise die zu bekannt ist, um
darauf hier n l h e r einzugehen - eines iinserer fiihrenden Werke, die
Badische Anilin- und Soda-Fabrik, an, die am Arbeitstisch des Wissenschaftlers durchgefuhrte Synthese lief3 eine Ubertragung ins GroBe
zu und wurde so zum Markstein in der Entwicklung der deutschen
Industrie: daB ein pl;involl ndch wissenschaftlichen Prinzipien i n
kleinem Maijstabe durchgefuhrter Prozef3 auch zu einem technischen
Prozeij von gewaltigen Dimensionen werden kann, wurde hier zum
erstenmal erwiesen und bildete den Ausgangspunkt fur die wundervolle industrielle Entwicklung, um die uns die Welt erst bewundern,
dann beneiden und schlieijlich hassen gelernt hat. Der Kranz von
industriellen Werken, der ,auvh die alte Kaiserstadt hier am Main umzibt, Ialit sich - ohne obertreihung - auf G r a e b e s bescheidenes
Berliner Arbeitszimmer in der KlosterstraSe als Urzelle zuruckfuhren.
Und G r n e b e selbst, was bedeuteten fur ihn die Errungenschaften
Jer vier Berliner J a h r e ? Zunachst die Grundlagen des weiteren
wissensrhaftlichen Schaffens. Wie ein S t u r z b x h brach sich in der
Berliner Zeit die Flut seiner Gedanken Bahn durch ein felsiges Gestein, urn dann in einen breiten ruhigereri Strom iibergehend, weite
Strecken Neulnnd zu bewiissern. Aber das war nicht die einzigste
Folge. Der technische Ausbau der Alizarinsynthese, deren volkswirtxhaftliche Bedeutung iibrigens G r a e b e und L i e b e r m a n n von Anh g an vollig klar erkannten, brachte G r a e b e in innige Beriilirung
n i t der Industrie und ihren Vertretern und druckte seinem weiteren
khaffen einen besonderen Stempel auf. Nicht daij er von da ab
'roblemen nachgejagt wiire, die fabrikatorischen Gewinn versprachen,
)der sich gar an der Fabrikation selhst heteiligt hatte. Das tat er
iicht; er verband sich aber freundsrhaftlich mit der Industrie und
ichuf den Typus des deutschen chemischen Gelehrten, dem die Inlustrie gern zur wissenschaftlichen Untersuchung mancherlei a u s
hrem Betrieb uberlafit, wohl wissend, dali der Erfolg dieser wissenchaftlichen Arbeit ihr schlieijlich in der einen oder anderen Form
,ugute kommen wird. Viele seither im Deutschen Reich sind diesen
Neg gegangen - zum Vorteil fur sich und zum Vorteil fur die Inlustrie: A d o l f B a e y e r , E m i l F i s c h e r , L u d w i g K n o r r , P a u l
' r i e d l a n d e r , C a r l H a r r i e s und nicht zuletzt G r a e b e s Jugend-
Anfsatrtell
34. Jahrgang 1921
1
-
131
Ansprache von J. v. Braun bei der Feier des 80. Geburtstages von Carl Graebe usw.
freund und Arbeitsgenosse L i e b e r m a n n , dessen schijnste und reifstc
Frucht seines Lebens, die Untersuchung der Zimtsauren durch seir
freundschaftliches Verhaltnis zur Braunschweiger Chininfabrik genai
so gefijrdert worden ist, wie es bei G r a e b e mit zahlreichen Unter
suchungen der Fall war, die er von 1869 ab auf Anregung und zun
Teil in Gemeinschaft init C a r o , B r u n e k , G l a s e r , B o h n und a n
deren bedeutenden Mannern aus dem Kreise der deutschen Industric
ausfuhite. Eine ganz besondere Rolle unter diesen Untersuchungen spielt eint
Arbeit, die - wenn auch etwas spater entstanden - doch unmittelbai
a n das Alizarin anknupft, zugleich aber in ganz neue Gebiete dei
Chemie, die der stickstoffhaltigen Ringkijrper heruberleitet: das is,
die Untersuchung des Alizarinblaues. In Ludwigshafen war bei Farbe
versuchen die mit Alizarin und nitriertem Alizarin bei Gegenwart vor
Glyzerin unter dem EinfluB von Schwefelsaure vor sich gehende Ver,
anderung wahrgenommen worden, B r u n e k hatte auch das neu ent,
standene Produkt isoliert, aber G r a e b e k l l r t e es auf: er zeigte, dai
es einen a n den Alizarinkomplex angeschlossenen Pyridinring enthiilt
er verwandelte es in Anthrachinolin und es ergab sich, dal3 es mil
Hilfe des Glyzerins mijiglich ist, einer aromatischen Base die zur Bil.
dung des Chinolinringes nijtige Dreikohlenstoffkette darzubieten eine Methode, die spater von K o n i g s und S k r a u p i n so fruchtbarei
Weise ausgebaut worden ist. Die Alizarinblau-Untersuchung entstand nicht mehr in Berlin, s o n
dern in Genf : im .Jahre 1869 ging G r a e b e als Privatdozent nach Leip
zig, kurz darauf als Professor nach KBnigsberg und Ende der siebzige1
Jahre fuhrte ihn das Schicksal vom nebligen Kurischen Haff zum sonnigen Genfer See. Hier blieb er, der groBe organische Nachfolger des
groi3en Anorganikers Marignac fast drei Jahrzehnte lang. Hier ging seine
experimentelle Arbeit in die Breite, hier kamen zahllose friihere
Keime zur Entfaltung. Seine Untersuchungen im einzelnen durchzunehmen, auch nur alles Wichtigere zu erwahnen, ist fur uns hier unmoglich, betrlgt doch die Zahl der experimentellen Arbeiten - abgesehen von unzahligen Dissertationen - uber 200. Nur allgemein
sei hier gestattet, aut Ursprung, Zusammenhang und Auswirkung der
Hauptuntersuchungsreihen einen Blick zu werfen.
Wie sich die schon erwahnten Berliner Erstlingsarbeiten von
wenigen Gesichtspunkten, richtiger gesagt von einem, der Chinonauffassung heraus folgerichtig entwickelt haben, so zeigt auch die nachfolgende langjahrige Produktion ein organisches Wachstum ; pl6tzliche
unverrnittelte Einfiille sehen wir kaum, aber ein andauerndes Verfolgen des einmal i n Angriff Genommenen, ein zahes Abringen der
verschiedensten Seiten deni einmal gewahlten Thenia. Es gibt eine
groije Anzahl von Forschern, die jahre- untl jahrzehntelang ein einmal
betretenes Gebiet nicht wechseln. Viele tun es, weil ihnen - wir
wollen es ruhig eingestehen - beim besten Willen nichts Neues mehr
im Leben einfallt, nur wenige, weil die eitimal rnit richtigem Instinkt
angeschlagene Wasserader sich als unversiegbar erweist und zum Abzapfen stets neuer geistiger Schiitze lockt. So ging es Emil Fischer,
der bis zum letzten Atemzug immer wieder zum schiinsten Kapitel
seiner Lebensarbeit, den Kohlenhydraten, zuruckkehrte, und so ging
es in vieler Hinsicht auch Graebe.
Als er mit den Chinoneii der Benzol-, Naphthalin- und Anthracenreihe naher bekannt geworden war, da hielt er Umschau, ob nicht
weitere Stoffe bekannt seien, die gleichfalls Chinoncharakter haben
und blieb bei zweien stehen: dem tiuxanthon, das im Organismus der
Wiederkiiuer aus einer auch heute noch unbekannten Ursubstanz der
Bliitter des Mangobaumes entsteht und dem Diphthalyl. das im Reagenzglas aus dem Chlorid der zweibasischen PhthalsHure durch Wegnahme
des Chlors erhalten worden war. Keines erwies sich als Chinon, aber
der Gegenstand wurde weiter verfolgt. Die Euxanthonversuche fuhrten
zur Hearbeitung der phenylierten Salizylsiiure, des Xanthons, des geschwefelten Xanthons, der hydroxylierten mit dem Euxanthon isomeren
Xanthone, endlich zur Synthese des Euxanthons selber, wornit von
Oraebe zum zweitenmal ein N;durfarbstoff ltunstlich erhalten worden
war. Wenn auch der Farbstoff selber vie1 weniger wichtig als das
Alizarin ist und die Xanthongruppe, der es angehtirt, .geringere Bedeutung als die Gruppe der Anthracenverbindungen besitzt, so ist die
Synthese des Euxanthons rnit der jahrelangen vorbereitenden Arbeit
als cheniische Leistung zweifellos htiher als d i e Synthese des Alizarins zu
bewerten, und unwillkurlich drangt sich die schon einmal aufgeworfene
Frape ;inf, welche -- his jetzt vielleicht noch nicht gehobenen Scbatze
iiii Anthracengebiel Graebes Meisterhand entdeckt hHtte, wenn die Alizarinsynthese nicht auf den ersten Anhieb gelungen w2re und ein
weiter Umweg hatte eiiigeschlagen werden mussen.
Ganz ungemein reizvoll ist es fur e i n m Chemiker, zu verfolgen,
welche Arbeitsgebiete fiir Graebe durch das Studiurn des Diphlhalyls
erschlossen wurden, das er sehr bald als nicht in die Gruppe der
Chinone fallend erkannte, dem er aber eine Reihe von Jahren hindurch svine Arbeitskrsft widmete. Als die unsymmetrische Struktur
des 1Xphth;ilyls offenkundig wurde, wurde er zum naheren Studium
der Phthalsiiure und ihrer Ester gefuhrt, darvus ergab sich das Studium
des Phthaliniids, seine Uberfuhrung in Phthalimidin und - nach einer
weiteren Reihe von Jahren - die Untersuchung des Auramins und
anderer analoger Verbindungen vom Imidketontypus, die im Molekul
denjenigen doppelt gebundenen Imidkomplex enthalten, den Graebe
nicht g m z ini Einlilang mit unseren heutigen Anschauungen in dem
nach seiner Ansicht unsymmetrisch gebauten Phthalimid annahm. Diese
Auffasssng des Phthalimids hat auch eine Arbeit hervorgebracht, die
geschiohtlich von Interesse ist. Im Jahre 1884 versuchte Graebe, das
am Stickstoff methylierte Phthalimid durch Umformung des Molekuls
in ein bicyklisches Gebilde zu verwandeln mit dem Atomskelett des
damals noch unbekannten, von Graebe aber offenbar fur existenzfahig
gehaltenen Isocbinolins. Der Versuch gelang nicht, sehr bald darauf,
namlich nach einem Jahr, wurde aber das Isochinolin wirklicb im
Teer entdeckt und noch ein Ja hr spater von Gabriel, dessen Arbeiten
iiber Phthalsaurederivate iiberhaup? so nahe die Graebeschen streiften,
kunstlich dargestellt. Wie wichlig es seither als Stammsubstanz zahlreicber Alkaloide geworden ist, ist zur Geniige bekannt. Dem Naphthalin
und dem Anthracen ha t Graebe nach seinen ersten bahnbrechenden
Untersuchungen verha1tnism;lljig nicht viel Beachtung geschenkt, aber
doch noch mancherlei Wertvolles in diesen Gebieten entdeckt: auf
seine Untersuchungen geht im wesentlichen die Erkenntnis der viel
grijBeren Reaktionsfahigkeit der Naphthale im Vergleich zu den Phenden
zuriick, ihm verdanken wir die genaue Feststellung der interessanten
Tatsache, daB in Dinitronaphthalinen unter bestimmten Bedingungen
eine Nitrogruppe in den Nitrosonaphtholkomplex ubergeht, eine wie
mir scheint noch sehr ausbaufahige Erscheinung.
Auch dem Gebiet der Farbstoffe ha t G r a e b e weniger Arbeit gewidmet, als man es eigentlich von dem Entdecker des ktinstlichen
Alizarins und des Euxanthons hatte erwarten sollen. Wohl hat er
Farbstoffthemata verschiedentlich in Angriff genommen - auBer dem
bereits erwahnten Auramin waren es z. B. Polyoxyanthrachinone,
Galloflavin, Benzoingelb, einfacbe Oxyketonfarbstoffe, die Versuche
auf diesem Gebiet tragen aber einen mehr zufalligen Charakter und
waren meist durch Anregungen bedingt, die von befreundeter technischer Seite a n ihn herantraten. E i n e Farbstoffuntersuchung ist
aber von grijfiter Bedeutung und wird bleibenden historischen Wert
behalten: das ist die Untersuchung iiber Rosolsaure, zu der er sich
mit C a r o , oder - um gerecht zu sein, zu der sich rnit ihm C a r o
verband. Gegenuber alteren Ansichten verhalfen die beiden Forscher
- der Wissenschaftler und der Techniker - der Ansicht zum Durchbruch, daB dem Rosanilin und der genetisch rnit ihm verknupften
Rosolsaure ein zusamnienhangendes nicht durch Sauerstoff oder Stickstoffatome zertrenntes Kohlenstoffskelett zugrunde liegt, diesen zugrunde liegenden Kohlenwasserstoff konnten sie aber nicht fassen.
Das gelang erst ganz kurze Zeit darauf (1876) dem Vetternpaar E m i l
und O t t o F i s c h e r und so bilden beide Untersuchungen die Grundlage fur die richtige Erkenntnis der Triphenylmethanfarbstoffe, die
bis in die letzte Zeit eine, praktisch kann man vielleicht sagen sinkende,
theoretisch aber immer mehr sich steigernde wichtige Rolle gespielt
haben.
Wohl am bedeutungsvollsten in der ganzen langen nachberlinerischen Zeit erscheint uns der groi3e Komplex von G r a e b e s Arbeiten,
welcher Verbindungen polyzyklischer Art zum Gegenstand hat: sie
fesselten ihn jahrzehntelang so, wie in der Jugendzeit das Naphthalin
und das Anthrazen. Von dem Umfang dieser Arbeiten kijnnen wir
uns ein Bild machen, wenn wir uns daran erinnern, daB er der Entdecker des Phenanthrens, Pyrens, Akridins, Carbazols ist, daf3 er Abbau, Umformungen und Synthesen sowohl dieser Stoffe, als auch
einiger weiterer von andrer Seite entdeckter, so des Fluorens, Chry$ens, Picens, Acenaphthens durchgefiihrt hat. Ihn als Entdecker der
vier erstgenannten zu bezeichnen, ist vielleicht nicht ganz richtig:
zefunden waren sie zuerst wo anders, in fabrikatorischen, sich rnit
dem Steinkohlenteer befassenden Betrieben, fur deren hochsiedende
Fraktionen das Interesse rege geworden war, als sich dank G r a e b e
und L i e b e r m a n n gezeigt hatte, wie wertvoll das Anthracen n x h
der Veredelung wird. Aber diese Substanzen kamen wie chemische
Ratsel zu ihm auf den Arbeitstisch geflogen, um von ihm entziffert
cu werden und wem hatte in der Tat eine solche Untersuchung mit
ne hr Aussicht auf Erfolg anvertraut werden kijnnen, als ihni, wohl
iem besten Kenner dieses Gebietes. An die analytische Untersuchung
;chloij sich in der Regel der oft in muhsamster Weise durchgefuhrte
ibbau, dann kamen die synthetischen Versuche und endlich die Darjtellung von Scharen von AbkSmmlingen. Ganz aufierordentlich groi3e
Zebiete der Forschung sind durch G r a e b e s nach dieser Richtung
geleistete Arbeit erschlossen worden, Gebiete, die noch langst nicht
iusgebeutet sind und in denen die Chemie noch jahrelang rnit Nutzen
vird arbeiten klinnen; auch die Industrie hat vielfach schon die
idher siedenden Bestandteile des Teem zum Ausgangspunkt wichtiger
ieuer Kunststoffe gemacht: wer hier in Frankfurt denkt dabei nicht
in das prachtvolle aus Carbazol entstehende Hydronblau, das in
dainkur das Licht der Welt erblickt hat oder a n die Akridinfarbstoffe,
inter denen P a u l E h r l i c h s gcnialer Blick auch medizinisch wichige Glieder entdecken konnte.
Was in diesen Arbeiten G r a e b e s in methodischer Beziehung
Fanz besonders in den Vordergrund tritt, das ist der bei hoherer
'emperatur von ihm angewandte DehydrierungsprozeB: Komplexe
n i t geringer Ringzahl pflegte er mit seltener Virtuositat durch
Vegnahme von Wasserstoff in Komplexen mit grijBerer Ringzahl zuammenzufugen - ein Vorgang, der wohl auch im Teer die Bildung
ahlreicher vielgliedriger Ringsysteme bedingt. Aber G r a e b e war
iicht einseitig. Auch der umgekehrte Vorgang, die kiinstliche Zufuhr
'on Wasserstoff in mehr oder weniger hochmolekularen Gebilden
og er in den Kreis seiner Arbeit'smethoden, allerdings in fruheren
ahren, in denen er z. B. die Hydrierungsprodukte des Naphthalins, Carbzols, Akridins usw. genau untersuchte, viel, viel mehr als in der
20 *
132
~~
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Rundschau
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Personal- und Hochschulnachrichten - Aus anderen Vereinen und Versammlungen
splteren Periode, wie denn uherhaupt die-e Arbeitsrichtung ih der orgnnischen Chemie eine Zeitlang eine Untorhrechung erfahren hat. Sie
ist neuerdings, \vie bekannt, durch die Icntdeckung der kaialytischen
Hydrierungsniethoden neu belebt worden und wenn es, wie ich es eingangs getan habe, erliiubt ist, von einern gewissen M'endepunkt der organischen Chemie uberhaupt zu sprechen, so trifft diese Charakterislik
ganz hesonders auf die Cheniie des Teers zu; nicht nur sind wir hestrebt, wohldefinierte Stoffe, die wir.fertig aus dem Teer herausbringen,
zu h>drieren, sondern auch ihre Bildung durch Variation der Destillirtionsbedingungon der Kohle iihe haupt zu verhindern. Es ist zu
hoffen, da5 es so m6glich s t i n wird, festzustellen, aus welchen Bestandteilen des Pflanzenleibes die der M. issenschaft von G r a e h e zuerst sign:ilisierten Stoffe wie Calbazol, .\kridin usw. sich iiherhaupt
bilden.
Technische Fortschritte, wenn sie fur die Laboratoriumspraxis von
Bcdeutung waien, verfol-te G r a e b e stets mit besonderer Aufmerksamkeit. Und so war sein Laboratorium wohl das erste,in welchem das
Methylsalfat eine Anwendung fur wissenschaftliche Zwecke gefunden
hiii. I n diesem Reagens erkannte er, schon in hliherem Alter stehend,
bald ein Mittel, da8 ihrn Aufgahen aus einem Gebiet zu Ilisen gestattet. welchem er seine erste Krnft gewidmet hatte - dem Gehiet
der Meihylierung von phenolischen Hydroxylgruppen in Stoffen verschiedenster Art - und so entstand eine recht ansehnliche Heihe von
Arbeiten, die in geschicktester Weise Metliylierungsprobleme lliste und
ihin such die Synthese einiger Naturstoffe (z. B. der Syringa- und Sinapinsiiure) ermoglichte. Damit aber schlo5 sich der Krei-; seiner Experiinentalarheiten. Zum Ausgangspunkt seiner wissenschaftlichen Laufbahn zuriickgekehrt, w i n d t e er sich - 65 jiihrig - vom Laboratoriumstiscli ab, nachdem er ein experiinentellt s Lebenswerk vollbracht
hatte, groS an Umfang, groS durch die Tiefe der Gedanken, gro5
;inch dadu ch, d;i5 alles von ihm Heobachtete sich durch absolute
Zuverlsssigkeit xuszeichnet und niemals einer Korrektur bedurft
hat. -~
Mit der Aufziihlung der Experiin~ntal;irheiten,die G r a e h e in den
1,;iboratorien von Berlin, Leipzig, Kbnigsberg und Genf ausgefuhrt hat,
sind aher die Leistungen der besten Jahre seines Lebens nur unvollstindig charakterisiert. Gelegentlich der fiir ihn in Ka%selvor IS Jahren
veranstalteten Feier sagte er selber, der Unterricht hahe in seinem
1,ehen eine fast noch grijMere Rolle als das Forschen gespirlt und
welchr Summe von Arheit er in der Tat der Unterrichthtltigkeit gewidmet h a t , d a s k m n inan er:iiessen, wenn man die Frequenzlisten
des Genfer I,nhoratoriums durchmustei-t u n d die Zahl der daraus hervorgegangenen L)issert:itionen i n lietrxcht zirht. Abar die Mengr der
Arbeit tat es noch niclit, es kiim noch etwas anderes hinzu. Srlher
habe ic-h leider nie zu Fiifkn unseres Jubilars grsessen, aber aus den
Erziihliingen seiner Sehiiler kann ich unschwer entnehmen, da5 G r a e b e
;]Is Lehrer in schonster Weise die Traditionen der B a r y e r s c h v n Schule
verkijrperte. Erziehung zur absoluteri wibsenschaftlichen Wahrhaftigkeit
i i u f dei, einen, z n i n selbstiindigen chemiselien Denken anf der anderen
Seite, zwingloser von Geheimniskriimerei freier Verkehr zwischen dem
Meister und den Srliiilern, das werden die Haupteleinente gewesen
w i n , ;ius denen sich die XtmosphRre i n den Laboratorien zusamniensetzte, in d t lien G r i i e b e das Szepter fiihrle uiid iius denen zahlreiche
Chemiker priiktisrher iind wissensc1i;iftlicIier Hichtung Iiervorgegangen
sind. S c h u l t z , G u y e . I ' i c t e t , U l l r n a n i i - um nur einige Namen
zn iieniieii - fingen sclion friili unter ihin Y I I iirbeiten a n , D e c k e r ,
F e h r i i i i i i i n 11. a. k:inien schon in reifercsm Alter zu ihm, sind aber
en Grade in ihn:r Arbeitsrichlnng auch niit
z\veifelloh bis z n n i g e l
breint'lcifit lvorden. Dcnn d;is ist ,ja d;is wunderbiir Verlockende a n
eiiier \\.issenst:li;ittlic:Ilcn Atiiiosphiii'e, nil: sie Leute von G r a e b e s
Schlagt: scliiiffen, dnlS hei dein regr:n Ged;inkenaust;~iiscIieine strenge
Scheidiing der I)erikgetiiete des fxirizelncii nicht aufrecht erhalten hleiht
uiitl \vie i n i liidukioriiirn ein elekirischer Funlie von Al:inn zii Miinn
springt. Anregiingm sctiiiffeiid uiid sc:hluininernde Gedanken :iuslosend.
I V o I i l dein. dcr sirh eine solche I'tngetliilig z u c*h:ifft.n x'ei.strht. \Vrlnigc, .J;riii,e n:ic.li der K;is.;elei, Feier reiiies 2 5 hrigeii Genfer Jnhiliinins treiinle sicli ( i r a e h e y o n esperimciiteller Forschung und Lehrtiiiiglieit. Mit den ineistrn Ehren iibersclriittet, welcht: gelelii,te Gest Ilsch:iftcn des In- rind Aus1;indc.s zu \ ergeben hatten, verlieiJ er
die S(*li\veizund zog n:ic-h Franlitnit, d a w o er im Jahre 1841 - heute
voi' 80 Jahren - gebown \v:ird. Aber nit.ht ruhiger Heschaulichkeit
s o l l t e d:is Fr:inkfnrter Ilasein gt~\\-idmets(.in; d;is, wozii ihin wie so
viclen Ikrufsliollegen die iiulleixn Umstlinde des Lebens keine Zeit
gel;issen hatten, die litcnr;irische 'riitigkeit, die trat jetzt in ihre Recbie.
llir Niederschlag war erst eine sch8ne Biographie K e r t h e l o t s , dann
eiri liingerer Aufsatz iiber A v o g i i d r o und seine Theorie und endlich
vor eineiri .T;ihre iiberraschte der 79jiilirigi: die wissenscshaftliche Welt
niit eiiieiii pro[< angelegten Werk, d a s zu schreiben er wie selten einer
heriiferi war: der ,,Geschichte der org:inischt:n Chernie". Sie fiingt
niit S c h e e l e ;in und bring$ a u f G r u n d iniiiutiocer u n d kritischer
(jucllenfors~.hungtlen \Verdeg;ing der Verbiiidiingen des Kohlenstoff's leider ;rhei- niclit bis z u r .lelztzrit, sondein nur his ziiin Anfang der
achizigc:r Jahre. Die Forlf'iihrung his zui' Gegenwart war ihm unmijgli(.ti u n d wiirde eiiiem jiingeren Fachgenossen iiberlirssen.
O b dmvit die ~vissenscliiiftliclien (hbthn G r i i e b e s z u Ende sind,
oh er tins nioht doch noch, wenn auch kein gr65eres Werk, so doch
kleincre Anfsiitze hritischen und historischen Inhiilts bescheren wird?
So sehr wir uiis dariihcr freuen wiirden, so wollen wir in unseren
U'iinsc'lien nicht iinhescheiden sein und VOR dem, der uns so vie1
[ a n $ ~ ~ ~ ~ ~ & i e
-
____._____
gegeben hat, nicht noch mehr verbngen. In Ehrfurcht wollen wir
uns vor dem heute diis .neunte Jahrzehnt bpginnendcn Forscher verbeugan und ihm tiefgefuhlten Dank fur alles dns sagen, was die Chemie
als dauernden kostbaren Besitz von ihm hat.
[A. 48.)
Run d scha u.
uber die Ausniitzung der Torfmoore hielten auf der ersten
wiirtt. Technikerwoche drei Fachleute, ein Geologe (Prof. Sa u e r ) ,
ein Ingenieur (Oberbaurat C a n z) und ein Chemiker (Dr. S c h i k l e r)
Vortrlge, um deren Drucklegung sich im Auftrage des Verbmdes
technischer Vereine Wurttembergs Herr Dr. S i l b e r e i s e n sehr verdient gemacht hat.
Die Vortriige sind im Verlag von W i t t w e r in Stuttgart 1920 erkchienen. Sie geben uber das geologische Vorkommen, die Hildungsweise der Torfmoore, uber ihre Ausnutzung und Verwrrtung eingehend
Auskunft, so d a 5 sie von Interessenien sicher gerne gekauft werden.
Die Verwertung des Olschiefers wurcie mlii5lich der Tagung
der ersten wurttembergischen Technikerwoche von geologischer, cheniischer und bautechnischer Seite in sehr interessanten Vortrlgen von
Prof. Dr. S a u e r , Prof. Dr. G r u b e , Bauinspektor von der B u r c h a r d
und Prof. Dr. S c h m i d t behandelt.
Diese VortrKge sind im Verlag von Wittwer, Stuttgart 1920 erschienen. Dr. S i l h e r e i s e n bemerkt mit Hecht in einem Vorwort zu
diesen Vortriigen, dais eine endgultige Llisung der Olschieferfrage durch
diese Valrtrwge naturlich nicht herbeigefuhrt werden kbnne, da5 es
nber geboten erschienen sei, die wissenschaftlichen Tatsachen und
Versuche einmal zus:!pmenzufassen, um ein einigermafien klares Kild
utter den Stand der Olschieferverwertung zu bekrlinmen. Deshdb hat
der Verband technischer Vereine zweifellos mit der VerSffentlichung
dieser Voi?riige einem bestehenden Bediirfnis abgeholfen. Allen denen,
die sich fiir dieses Problem von der geologischen, chemischen, feuerungsund hautechnischen Seite, in letzterer Hinsicht bezuglicli der Verwertung
der Schlacke ZII Bausteinen interessieren, k m n das Studium dieser vier
Vortrage auf das wiirmste empfohlen werden. Der Cheinilrer insbesondere
wird in dein Vortrage von l'rof. G r u b e , der sich wissenschaftlich und
praktisch niit der Lbsung dieses Problenies in eingehender Weise befiif3t hat, vie1 Wissenswertes finden. Er betont, da8 die Erzeugung
al ler drei Produkte (dchieferbl, Kraftgrs nnd kiusteine) das Ziel des
gemeius:iinen Strebens sein musse. Wenn dies gescliehe, so werde
eirie industrielle nutzbringende Verwertung der Olschieferlager wohl
niliglich sein.
M.
Personal- u nd Hochschul n a chrichten.
Prof. Dr. B o r u t t a u , der 1.eiter des ph~-siologisch-cliemisclienIJ:iborwloriums a m Krankenhans Friedrichhh:rin, hat \'on der inedizinisc.licn
F;ikultiit der Urliversitiit ili B a r e e l o n ; , die Einladung erhaltrn, doit
G a s t v o r l e s u n g e n anf dein Gebiete der l'hgsiologie n n d 1'Ii:irinakologir z u lidten.
Deiii Verl;igsbucliliiindler L e o ,To1o w i c'z, Inhaber der Aliademisclien
Verlagage-ellsc.li;IfI und der I3uchhandlung Criist;iv Fock in Leipzig, ist
wegen heiiier Verdienste uni die Her;! usg.ibe und Veririittlung wihsensc'hafllicher, inshesondere chernischer und physikalischer Litvriitur,
von der 'rechni+,chen Hochschule in Karl~ci~uhe
die \Viii.de eines Ur.-Irig.
h. c. \ erliehen worden.
E s \ T u r d e n e r n a n n t : G e o r g e I). Mc. T,:~nghlin zum Direlitor
des nerien Forscliurigsinstitnls fiii. Kolloidclieniie :in1 College of liiigineering d e r Uiiiverhitiit von Cineinntiti. D;is Institut ist von dein
Tanners Council of the United States erriclitet \vorden: Dr. O r 1 o
Prof. dct' Cherriie :ini University College von N o r . 11 Wales ziiiii Mitglied der K o y i l Soi.iety in Imndon; (icli.-l{;it l'rof. I)r. T h . l':i111 i i i
der Sit/ui,g rfcr Societad d e Fisicir y Quiniica z u 3l;idrid vom 10. 3. d. .I.
Z u n i Elireniiiitglied dei. Gesellscliaft
G e s t o r t ) c r i s i n d : Iiig.-Cheniiker ( i . R I a r t i n e l l i in Fei-riirii. 1ng.-Cheinilier 1J. R o s s i , Prof. dei Chcmie :in1 'l'echnischen Institiit
in Varese, ;in1 1:3.,2. im Alter voii 48 J;ilii.en. - 1)r. -1. Z i i n t z , Berlin.
Auf'siclitsr;rlsiiiit~lietl dei' A.-Ci. ,Joh;innes .Jeserich. Ch;irlottenburp
am 19. 3.
I / .
Aus anderen Vereinen und Versammlungen.
Bund angestellter Chemiker und Ingcnieure.
%II dem Reichsrahmentarif fiir naturwissenschiifiliclie und technische Angestellte mit Hochschnlbildung cier cheniischen Industrie ist
von d e n l3und angestellter Cheniiker uiid Ingenieure u n d dem Arheitgeherverband der ,chemisc.hen I ndustrie ein Zusatzvertrag nbgeschlos.en
worden, der die Uherg;ingsbesiimnirinpen betr. Karcnzltlaiisel genaiier
priizisiert u n d ferner Vereinbarungeh iiher die Nennnng des Erfinderniimens enthlilt, d;i niicb den1 jetzigen Patentgeselz die ini Reichstarif
vereinharte Nennung des Erfinders im Patent nicht moglich ist. I k r
Zusatzvertrag ist mit einein Koininentar im Druck erschienen u n d zuni
Preise voii 60 Pf. auf der Geschlftsstelle des Hundes Berlin IV 35,
Potsdamer Str. 36, zu erhalten.
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