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Anwendung staubfrmiger Mittel im Pflanzenschutz.

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1032
_~_.____________
~
Riehm: Anwendung staubf6rmiger Mittel im Pflanzenschutz
__
nun aber die genannte Heaktion - wie oben gesagt ohne Sensibilisator und auch die niit Chlor sensibilisierte
pro Quant drei Atonie Sauerstofi liefert, iiberschreitet
die Ausbeute der mit Brom serisibilisierten Reaktion das
Quantengesetz, wie B o n 11h o f f e r 14) zeigen konnte, uni
den Faktor 30. Dieser Fall eines durch Sensibilisation
erhohten Unisatzes steht iiicht vereinzelt da. Es gehoren
hierher die von B o r i x i s k i
bearbeitete Sensibilisation der Malei'nesterunilageriing und die von E g g e r t
und I3 o o k let) erforschte Photochlorierung des Toluols.
Ein sehr schones Beispiel fur eine sensibilisierte Reaktion, die deni Quantenaquivalentgesetz gehorcht, bietet
noch die Oxydation des Trichlorbronimethans zu Phosgen,
untersucht worden ist.
die von H. G r ii s s
-%us allen diesen Arbeiten geht deutlich hervor, dalJ
eine Ubertragung der absorbierten Energie von dem absorbiereriden Molekul auf ein anderes, welches nunmehr
reaktionsfahig wird, nioglich ist. Das urspriinglich absorbierende Molekiil ist an der eigentlichen Reaktion also
iiberhaupt nicht niehr beteiligt. Nahere Vorstellungen,
wie diese Energieiibertragung vor sich geht und wie die
in vielen Fallen beobachtete erhohte Ausbeute resultiert,
liillt das bisher vorliegende 1.ersuchsinaterial nicht ZU.
Schlielllich sol1 noch der in allerneuester Zeit unter
dem Gesichtspunkt der Quantenvorstellung begonnenen
Untersuchungen der zu den oben behandelten Reaktionen
inversen Vorgauge Erwiihnung getan werden. Es handelt
sich um Chemolumineszenzerscheinungen, bei denen
linter Verlauf einer cheniischen Reaktion Licht ausgesandt wird. An erster Stelle ist da die Arbeit von H a b e r
uud Z i s c h I * ) xu nennen. Diese Autoren betrachten
Reaktionen der Halogene niit Natriumdanipf in eineni
Teniperaturgebiet, wo ein schwarzer Korper noch keine
dem Xuge sichtbare Strahlung aussenden wiirde. Die
bei den Vorg2ngen auftretende Flaniine strahlt die 1)Linie in mellbarer Starke aus. Aus den Messungen
Iiiinnen die Verfasser zunachst uberschlagen, dall nur
sehr viel weniger Quanten ausgesandt werden als der
%ah1 stattfindender Eleinentarprozesse entspricht. Weiterhin ist wesentlich, daI3 die D-Linie ausgestrahlt wird,
denn diese kann nur voni cheniisch unbeeinflullten Natriumatorn herruhren. Diese Tatsache fiihrt die Verfasser zur ;\nnahme v011 Additionskorpern NaX. Diese
Zwischenprodukte kiinnen eiitweder ihre verfiigbare
Energie in eineni Quantensprung als Licht oder aber als
Wsirnie Lei ZusaniinenstoBen mit anderen Molekiilen abgeben. Der letzte Fall kommt sehr viel hlufiger vor als
der erste.
Die bedeutsaiiien Arbeilen von Z o c 11 e r und
l i a u t s k y la) uber Chemo1uniineszenzersc.heinungen an
Siliciuiiiverbindungen haben neben einer Fiille anderer
qualitativer Resultate Zuni Ergebnis, dall in allen Fallen
wahrscheinlich n i c. h t r e a g i e r e n d e Molekiile der
betrefienden Siliciulnverbiiidullg die Strahler sind, und
da13 also Energieiibertragungeri von Molekiil zu Molekiil
eine groBe Kolle spielen.
Wir haber, in1 vorstehenden versucht, einen kurzen
ifberblicli uber die neueren Ergebnisse auf dem Gebiete
K. F. 1l o n n h ij f f P r , Z. Phys. 13. 91 [1923].
E g g e r t , Physikal. Ztschr. 25, 19-21 [la11 (nach
Versuchen von B o r i n s k i ) .
16) G. Bock 11. I. E g g e r t , Z. 15lektroch. 29, ?l./YL J . [1923].
1 7 ) H. C; r ii 6 ,Art. Cit.
19) H i t b e r u. % i s c h , Z. Phys. 9, 302 [1922].
19) Z n
h e r u. K a u l z k y , Z. Phys. 9: 267 [1922]. Satur\\issi.nsc.hnften 11. 194-199 [1923]. - K it u t s k y u.
Z o c h e r , Z. Elektroch. 29. 308 [1923]. - K a u t s k y u.
T h i e l P . %. nnorg. 11. :iIlg. Ch. 114, 197 119291.
19)
15)
[
Zeitschrift firr
mgewondte Chemie
der Photochemie zu erhalten. Dabei hat sich das Quantenaquivalentgesetz als ein guter Fuhrer durch die Fiille d e r
iieuen Erscheinungen und Resultate erwiesen, wenn wir
aucli sahen, daD nur in besonderen Fallen die vom Gesetz geforderten Beziehungen zwischeri der Anzahl absorbierter Quanten und endgiiltig umgesetztet Molekule erftillt war. Dies ltann nur dann eintreten, wenn zufallig
die primair durch das absorbierte Quant entstandenen
Healitiuiisprodukte stabile Korper sind oder wenn den
entstehenden reaktionsfahigen Korpern durch die Versuchsaxiordnung die Moglichkeit einer weiteren Reaktion
init den Ausgangsprodukten genomnien wird. Solche
VerhBltnisse sind jedoch nur in seltenen Fallen anzutreffen. Daher darf es nicht verwundera, dai3 in den
ineisten Fiillen das Endresultat einer photochemischen
Realition ein anderes i d , als das \om Aquivalentgesetz geforderte.
Mail hat am dieser Einschranliung, die pich so fiir das Quantengesetz ergfbt, die Berechtigung fur eine BeLeichnung ,,Quantedaquivalentgesetz" in Frage gestellt. In dieser Beziehung ist sowohl
als kritische als auch als zusaminenfassende Arbeit die
Veroffentlichung von N e r n s t und N o d d a c k 20) zu
nennen. Die Fortschritte der Photographie sind im Vorstehenden noch nicht behandelt. Sie sollen in einem
speziellen Referat zusanimengefaiit werden.
[A. 122.1
-
Anwendung staubformiger Mittel Im
Pflanzenschutz.
Von Dr. E. RIEHM, Berlin-Dahlem.
(Eingeg. 8.8 1925)
In Deutschland pflegt man die Mittel zur Bekiiiiipfung
schhdlicher Insekten oder parasitischer Pilze nieist in
wiisserigen Losungen oder Suspensionen anzuwenden;
man denlie nur a n die Anwendung der Kupferkalkbriihe
in1 Wein- und Obstbau, an die arsenhaltigen Spritzbriihen
gegen Insekten mit beiflenden Mundwerkzeugen, an die
Losungen, die zur Saatgutbeize verwendet werden usw.
Nur im Weinbau ist man schon seit Jahrzehnten daran
gewohnt, ein staubformiges hlittel trocken zur Xnwendung zu bringen, das Schwefelpulver, das niit Hilfe von
auf den1 Rucken getragenen Verstaubern zur Bekampfung
des echten Mehltaues auf die Reben gebracht wird. I n
den Ietzten Jahren hat nian auch angefangen, staubformige Calciumarsenatpraparate gegen die Traubenwickler mit Erfolg anzuwenden. Andere staubformige
Pflanzenschutzmittel sind bei uns bisher noch nicht in
weiterem Umfange eingefiihrt, wahrend man in Anierilra
auch staubformige Kupfermittel gegen verschiedene Pilze
und staubformige Beizen zur Behandlung des Saatgetreides anwendet. Allerdings hat es auch in Amerika
langer Arbeit bedurft, um die Staubmittel und Trocltenbeizen einzufiihren, und noch jetzt spielt das Thema
,,spraying versus dusting" eine grolle Rolle in der amerikanischen Pflanzenschutzliteratur.
Die Frage der Trockenbeize habe ich in dieser Zeitschrift schon friiher kurz behandelt') und damals den
Standpunkt vertreten, daB die NaBbeizen eine sicherere
Wirkung versprechen als die Trockenbeizen, besonders
wenn man solche Praparate verwendet, die nicht nur die
Sporenkeimung hemmen, sondern die Sporen wirklich
abtoten. Die ungleichmagigen Ergebnisse der anierikanischen Versuchsstationen und eigene Versuche, die
recht widersprechende Ergebnisse hatten, fiihrten niirh
2 0 ) W. N e r 11 s t u. W. N o d d a c k , Ber. d . I'reuB.
Akad.
d e r 1Vis.s. 1923, S. 110 ff.
I ) %. itng. Ch. 38, 5 [19221.
38. Jahrgang lvb]
-
Riehm : Ahwendung staubftirmiger Mittel im Pflanzenschutz
zu dem ScbluO, daij eine sichere wirkung durch Trocltenbeizen wahl nicht zu erreichen sein wiirde. Auch in der
amerikanischen Literatur wird zugegeben, dai3 die
'I'rockenbeizen nicht befriedigend wirken, wenn der
Weizen sehr brandhaltig ist. Die deutsche chemische
Industrie hat neuerdings Trockenbeizen herausgebracht,
die auch d a m zu wirken scheinen, wenn amerikanische
Praparate versagen, namlich bei sehr starkem Brandbefall. Der Deutsche Pflanzenschutzdienst konnte auf
Grund seiner soeben abgeschlossenen Wersuche die folgenden Trockenbeizniittel zur versuchweisen Anwendung empfehlen:
Abavit von der Chemischen Fabrik L u d w i g
M e y e r , Mainz, Trockenbeize Hochst von den F a r b w e r k e n vorm. M e i s t e r L u c i u s & B r u n i n g ,
Hochst (Main). Tutan von der Saccharinfabrik Magdeburg SO.
Eine uneingeschrankte Empfehlung der Praparate
kann noch nicht erfolgen, aber es ist doch sehr beinerkenwert, dai3 diese Praparate in vielen Versuchen
befriedigend gewirkt hahen, obwohl der unbehandelte
Weizen zum Teil sehr starken Brandbefall aufwies.
Einen Einflui3 auf die Wirksamkeit der Praparate konnten vielleicht noch die Feuchtigkeitsverhaltnisse und die
Reaktion des Bodens ausiiben; hierauf habe ich bereits
friiher hingewiesen.
Selbstverstandlich i s t bei der Anwendung \'on
'l'rackenbeizen groi3te Vorsicht geboten, weil die wirksamen Trockenbeizmittel Quecksilber oder Arsen enthalten. Das Beizen erfolgt am besten i n einem der bereits konstruierten staubdicht schliei3enden Trockenbeizapparate. Die Arbeiter tragen dabei, ebenso wie beim
Einsacken des behandelten Getreides zweckmafiig einen
Atemschutz. Zu beachten ist noch die Frage, ob bei der
Aussaat sich nicht soviel von der Trockenbeize von den
Koinern ablost, dai3 die hinter der Drillmaschine beschaftigten Arbeiter durch Staubwolken belastigt werden. Den Vorzug verdienen jedenfalls solche Trockenbeizmittel, die recht fest am Korn haften.
Auch zur Bekampfung schadlicher Pilze und Insekten
im Wein-, Obst- und Forstbau werden schon verschiedene
staubformige Mittel hergestellt, die trocken zur Anwendung kommen. Die Bestaubung hat ja vor der Anwendung von Spritzbriihen ganz erhebliche Vorteile. Man
spart das Herbeischaffen groi3er Wassermengen, das
z. R. in steilen Weinbergslagen rnit viel Miihe und Kosten
verbunden ist. Die Staubmittel werden gebrauchsfertiq
geliefert; es ist also ausgeschlossen, dai3 irgendwelche
Fehler beim hbwagen oder Verdiinnen gemacht werden.
Spritzbruhen setzen sich zum Teil wahrend des Gebrauchs
langsam ab,, eine Folge dieser Entniischung ist ungleichmaiBige Wirkung oder auch Schadigung der behandelten
Pflanzen. Auch dieser fibelstand fallt bei der Anwendung von Staubrnitteln fort. Durch Staubmittel konnen
in 'einer Stunde bedeutend inehr Pflanzen behandelt werden, als durch Spritzmittel; man spart also an Srbeitskraft. Aui3erdem hangt die Wirkung vieler Pflanzenschutzmittel davon ab, dai3 sie im richtigen Zeitpunkt
angewendet werden; srhon eine Verzogerung um einige
Tage kann ausschlaggebend fur die Wirkung sein. Mit
Staubmitteln kann man mit wenigen Arbeitskraften
schnell grofie Flpchep behandeln, so dafi diese Mittel
vor den Spritzmitteln auch in dieser Beziehung den Vorzug verdienen. Auch fur die Bekampfung von Waldsrhadlingen vom Flugzeslg aus kommen nur staubformige
Mittel in Frage, weil die Mitnahme von Wasser oder
Fliissigkeit die Flugzeuge zu stark belasten wiirde. So
niirde also alles fur die ausschliefiliche Verwenduikg
1033
von Staubmitteln sprechen, w e m die Wirksamkeit der
Staubmittel der der Spritzmittel annahernd gleich kame.
Sieht man von der Anwendung des Schwefelpulvers
und des Calciumarsenats gegen den echten Mehltau und
den Traubenwickler ab, so findet man zurzeit keine
staubformigen Mittel, die hinsichtlich ihrer Wirkung den
Spritzbruhen gleich koninien. Zuzugeben ist allerdings,
dafi man in Amerika durch Anwendung von Kupferkalk-,
Bleiarsenat-, Calciumarsenat- und Nikotinsulfatpulver
schon recht beaehtenswerte Ergebnisse erzielt hat. Auch
die deutsche Industrie hat in neuester Zeit Praparate
hergestellt, deren weitere Vervollkommnung sicher zur
erhohten Anwendung der Staubmittel fuhren wird.
Von besonderer Wichtigkeit fur die Wirksamkeit der
Staubmittel ist die Feinheit und Leichtigkeit des Pulvers.
In Amerika hat man deshalb in neuerer Zeit prazipitierten Schwefel hergestellt, der zum trocknen Verstauben bestimmt ist, vorlaufig aber noch nicht billig genug
geliefert wird. Zur Verbilligung des ,,kolloidalen"
Schwefels hat man in Amerika vorgeschlagen, ihn mit
gewohnlichem Schwefelpulver zu strecken.
Als staubformiger Ersatz fur die Kupferkallrbriihe
wird in Amerika ,,Sanders Kupferkalkpulver" verwendet.
Das Praparat wirkt geniigend, wenn es auf feuchte Blatter
gestaubt wird, weil dann ahnliche Kupferkalkverbindungen entstehen, wie bei der Herstellung der Bordeauxbruhe. Auf trockenen Blattern dagegen wird das Calciumhydroxyd in Calciumcarbonat verwandelt und die Idslichen Kupfersalze werden vom Regen abgewaschen. Sehr
hiiufig entstehen hierbei Atzungen a n den behandelteii
Blattern und Friichten. Ein gutes staubformiges Kupferpriiparat wiirde besonders fur den Weinbau eine wesentliche Erleichterung bedeuten, Das Pulver mul3 in Wasser
unloslich und moglichst fein sein und recht fest a n den
U l t t e r n haften. Das ,,Horstsche Kupferstaubmittel" hat
sich nicht bewahrt, dagegen scheint das Praparat Nosperit
der Hochster Farbwerke den Anforderungen viel besser
zu entsprechen.
Die in Amerika rnit viel Erfolg angewendeten Nikotinstaubmittel, die aus Kaolin und Nikotinsulfat bestehen,
sind in Deutschland noch nicht erprobt, werden wohl
auch viel zu teuer sein, als dai3 sie im groiSen angewendet
werden konnten.
Bleiarsenatpulver werden in Deutschland mit Rucksicht auf ihre hohe Giitigkeit nicht angewendet, dagegen
sind Pulver, die Calciumarsezlat enthalten, im Weinbau
bereits eingefuhrt. Verschiedene Firmen haben Prlparate hergestellt, die bereits erprobt sind (,,Dr. S t u r rn s
Heu- und Sauerwurmmittel" der Firma M e r c k , Darmstadt, ,,Silesia - Verstaubungsmittel" der G ii t t 1 e r S c h a r f e - W e r k e in Reichenstein in Schlesien,
,,Arsenverstaubungsmittel 1922" vGn H i n s b e r g ,
Nackenheim am Rhein) ; andere Firmen haben neuerdings ahnliche Praparate herausgebracht, deren Wirksamkeit und ilnwendbarkeit noch festzustellen sind. Vielleicht gelingt es, auch noch ganz anders zusammengesetzte
Staubmittel zu finden; so wird in der amerikanischen
Literatur darauf hingewiesen, dai3 die fungiziden Eigeiisrhaften von Nickel- und Quecksilberstaubmitteln noch
nicht geniigend erforscht sind.
Zur Bodendesinfektion hat man, soweit sie uberhaupt durchgefiihrt wird, bisher meist Schwefelkohlenstoff verwendet. Trockene Insektizide oder Fungizide
sind bisher kaum zur Anwendung gekommen. GewiS
liann man die Kohlhernie bekampfen, indem man den
Eoden mit trockenem Uspulun (ChlorphenolquecksilberprEipaFat der Firma Bayer & Co.) vermischt, aber dies
Bekampfungsmittel ist viel zu teuer, als daB es beim feld-
1034
_____
___-____
-
Scharrer und Strobel: Der gegenwtir*tige Stand der Futterkonservierung
. _~.
.
miii3igen Gemusebau angewendet werden konnte. Es ist
wohl kaum damit zu rechnen, da5 man billige Bodendesinfektionsmittel findet, die rnit dem Dungerstreuer
auf das Feld gebracht und eingeeggt werden konnen, und
die dann entweder schwere insektizide Gase abspalten,
oder in Losung ubergehen und fungizid wirken.
[A. 131.1
-.
Der gegenwartige Stand der Futterkonsurvierung.
Von K. SCHARRER
und A. STROBEL.
Aus dem Agrikulturchemischen Institut der Hochschule fur Landwirtschaft und Brauerei Weihenstephan b. Miinchen.
(Eingrg. 27.,'6. 1925.)
Da bei der Trocknung des Griinfutters selbst bei
giinstigstem Wetter bis zu 25 YO Nahrstoffverluste auftreten.
eine Zahl, die sich naturgemaB bei schlechter Witterung
bedeutend vergroflert, war man schon seit langem bestrebt, durch mancherlei Verfahren die Emte vor dem
Verderben zu schutzen I). Bei dem Braunheuverfahren
wurde in der Weise gearbeitet, dai3 man die abgemahten
Futterpflanzen stark abwelken lafit, hierauf in Haufen
lagert und schichtweise festtritt, wodurch die Luftzufuhr
verhindert wird. Ein groi3er Teil des Wassergehaltes der
Pflanzen verdunstet infolge der eintretenden Erwarmung,
und der Haufen beginnt zu garen. Nach sechs bis acht
Wochen ist der ProzeB beendet, und es bleibt ein braunes
Futter von sauerlichem Geruch zuriick. Bei der Brennheubereitung werden die gemahten und moglichst vorgetrockneten Pflanzen zu groBen Haufen mit eingebautem vertikalen Luftschacht aufgeschichtet und festgetreten, wodurch binnen kurzem eine mit starker Warmeentwicklung
verbundene Garung eintritt. Sobald die Temperatur der
Masse 60-70 O erreicht hat, werden die Haufen bei s o d gem Wetter ameinandergerissen und getrocknet.
Der Nachteil dieser beiden geschilderten, primitiven
Konservierungsmethoden lie@ vor allem in den dabei auftretenden groflen Nahrstoff verlusten. Vorteilhafter arbeiten jene Verfahren, bei denen das Futter durch einen
innerhalb gewisser Grenzen zu regulierenden GIrprozef3
haltbar gemacht wird.
Die alteste Art dieser Garfutterbereitung ist die durch
Einsauerung in Gruben. Falls Futterpflanzen ohne Vorbereitung in solche Gruben eingelegt werden, so steht den
Essig- und Buttersaurebakterien so vie1 Feuchtigkeit zur
Verfiigung, dai3 sie sich lebhaft zu entwickeln vermogen
und als Endprodukt ein Sauerfutter ergeben. V o 1t z 2,
hat nachgewiesen, daB sich durch Zusammenpressen von
Pflan7enteilen in einer gemauerten Erdgrube die Essigund Buttersaurehakterien nur schlecht entwickeln konnen
und sich schon bei einer Temperatur von 25-30 O die Konservierung mit Erfolg durchfiihren lafit. Um die Bildung
von Milchsaure zu beschleunigen, rat er, mit Milchsaurekrilturen zu impfen. Er zeigte, dai3 es Milchsaurerassen
gibt, die schon bei niedriger Temperatur kraftig arbeiten,
weshalb auch bei den genannten Temperaturen eine gute
MiIchsaurebildung erreicht wird: die Substanzverluste
konnen dadurch auf ein Minimum herabgedriickt werden.
W. V o 1t z und H. J a n t i! o n s, stellten vergleichende
Versuche bei Rubenblattern und Zuckerruben rnit wilder
I) Siehe z. B. K e 11 n e r, Die Ernahrung d. landwirtschaftl.
Nutztiere. S. 235. (1920). P. Parey, Berlin.
2 ) W. V 6 1 t z , Vgl. hierzu die weiter unten angegebenen
Arbeiten.
s) W. V 61 t z und H. J a n t z o n , Landw. Jahrb. 48, 493
[1915];49, 797 [1916].
%
*:nk[E
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Sauerung und Reinzuchtsauerung an. D. M e y e r ') verwendete Milchsaurebakterien sowohl bei der Einsauerung
der Kartoffeln als auch der Riibenschnitzel. Zu giinstigeren Ergebnissen als die genannten Forscher kamen
A h r und M a y e r s, bei Versuchen mit gedampften Kartoffeln. Gute Erfolge bei Verwendung von Milchsaurekulturen machten ferner C. G o r i n i B ) , K. U r b a n 7 )
V o 1t z 9 weist darauf hin, dai3 die
und Z s c h e y e
schlechten Erfahrungen bei Anwendung von Milchsaurebakterien nur auf einen Mange1 an Zucker zuriickzufiihren
seien, da die Polysaccharide durch Milchsaurebakterien
nicht verwertet werden konnen. Ausgedehnte Versuche,
die F. H o n c a m p lo)
iiber den Futterwert von getrocknetem frischen und eingesauerten Rubenkraut und dabei
auftretenden Verlusten an Nahrstoff en machte, ergaben,
dai3 dabei hauptsachlich die stickstofffreien Extraktivstoff e angegriffen werden, wahrend das Protein eine
Qualitatsverschlechterung durch teilweise Uberfiihrung in
Amidokorper erleidet; unversehrt beim Prozea des Einsauerns bleiben nach seinen Untersuchungen Rohfett und
Rohfoser. Versuche nach V o 1t z 11) bei der Einsauerung
von Rieselfeldergras in wasserundurchlassigen Gruben
und bei Imptung niit Milchsaurebakterien ergaben zwar
einen geringeren Verlust an Nahrstoff en, jedoch konnte er
ebenfalls einen weitgehenden Abbau der EiweiBstoffe zu
' Aminosauren feststellen. Bei spateren Arbeiten, die er in
der Weise ausfuhrte, dai3 er Wiesengras teils durch Wildsauerung, teih durch Reinkultursauerung konservierte,
erhielt jedoch V o 1t z l2)ziemliche Verluste an Rohprotein und Starltewert. Dagegen glaubt A. S t u t z e r 9,
dai3 eine Impfung des Materiales mit Milchsaurebakterien
durch die schnelle Bildung von Saure eine Zersetzung
des Eiweit3 hintanhalt.
Beim sogenannten Sui3pre5futterverfahren, das von
G. F r y 14) urn 1880 in England eingefuhrt wurde, wird
die Atmungswarme, die sich in den abgeschnittenen
Pflanzen entwickelt, zur Abtotung der Essig- und Buttersiiurebakterien benutzt, und die Temperatur rasch auf
500 getrieben. F r y bezeichnet das dabei erhaltene Produkt ,,sweet ensilage", weil er es im Gegensatz zum
Sauerfutter fur ein suaes, nicht gesauertes Produkt hielt.
K ii h n I s ) jedoch war sich vollkommen b e d t , dai3 auch
~
D. M e y e r , Ill. landw. Ztg. 34,407 [1914]; 35,353 [1915].
A h r m d M a y e r, Ill. landw. Ztg. 34, 86 [1914].- Die
Verluste bei der Diirrheubereitung und die Sauerfutterherstellung. Fiihling 66, 185 [1917].
0 ) C.
G o r i n i , Verbesserte Bereitung v. Sauerfutter.
Milchw. Z e n t d b l . 43, 393 [1914]. - Zentralbl. f. Bakt. 11,
42. 261 [1914]. - Weitere Untersuchmgen iiber die Biologie
der Milchsawebakterien. Zentralbl. f. Bakt. 11, 68, 284 [1921].
7 ) K. U r b a n , Z. f. Zuckerind. in Bohmen 39, 20 [1914].
Cit. nach H o n c a m p - N o 1t e , Agrikulturchemie (Wissensch.
Forschungsberichte. Bd. 10. Verlag Th. Steinkopff, DresdenLeipzig).
8 ) Z s c h e y e , 2. d. Vereins d
. dtsch. Zuckerind. 64, 668
[1914]. Gilt. nach H o n c a m p - N o 1t e , loc. cit.
9) W. V o l t z, Ill. landw. Ztg. 35, 353 [1915].
1 0 ) F. H o n c a m p
und Mitarbeiter, Landw. Versuchsst.
88, 305 [1916];90,431 [1917].
F. H o n c a m p , B. G s c h w e n d n e r und H. M i i l l n e r ,
Landw. Versuchsst. 78, 305 [1916].
F. H o n c a m p , Trocknung oder Einsauerung d. Riibenkrautes. Fiihling 68,41 [1919].
11) W. V 6 1 t z , Mitt. D. L. G. 33, 384 [1918].
12)
W. V 6 1 t z , Wochenschr. f. Brauerei 16, 352 [1919].
13) A. Stu t z e r , Bioch. Z. 79, 299 119151.
14) G. F r y ,
Die EinsiiBung der Futtermittel. (Berlin
1885.)
15) J. K i i h n , Das Einsguern der Futtermittel
(BerLin
4)
5)
1885.)
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