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Arbeitsgruppe fr Spezialzemente des Internationalen Talsperrenkomitees der Weltkraftkonferenz und des Kaiser Wilhelm-Instituts fr Silikatforschung.

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Eiii erheblicher Teil der Mittel hat diese Priifung nach 6 Monaten
gut iiberstanden. Fur die Auswertung der Ergebnisse war es
notwendig, die Wirksamkeit der Mittel in Abhangigkeit von
der aufgenonimenen Menge zu prufen. Man konnte dabei
feststellen, da13 die Wirkung mit steigernder Aufnahme bei
einer gewissen aufgenommenen Menge mehr oder weniger
sprungartig einsetzt, dann init zunehniender Aufnalme mehr
oder niiiider rasch anwachst
wobei die Schutzwirkung der
Mittel uni so groBer ist, je friiher und je steiler dieser Anstieg
erfolgt - und daB schliefilich ein Punkt erreicht wird, an
welcheni eine weitere Schutzmittelaufnahme keine Wirkungssteigerung mehr zur Folge hat. Um zu einer vergleichbaren
obersicht zu gelsngen, muBten bestimmte Wirkuiigswerte
errechnet werden, und zwar wurde ein Wirkungswert W1 aufgestellt, der die Widerstandsfahigkeit gegen Feuer, berechnet
auf Endgewichtsverlust, wiedergibt, und ein Wirkungswert W,,
der die Brennverzogerung wiedergibt. Die Werte wurden in
10 Stufen geteilt, wobei die Stufe 0 den1 unbehaiidelten Holz,
die Stufe 10 deni hochsten erreichbaren Wert entspricht. Der
Wert W, darf jedoch nicht fur sich allein betrachtet werden,
da es Mittel gibt, die zwar eine gute Brennverzogerung aufweisen, aber dennoch das Herunterbrennen des Prufstabes
nicht verhindern konnten. Die Widerstandsfahigkeit gegen
das Feuer ist bei dieser Be%-ertuiig immer dann als gut zu
bezeichnen, wenii der Wert W,=8 oder hoher ist. Als weitere
EewertungsgroBen wurde die Loschwirkung herangezogen, die
tlas Mittel nach der Entfernung des Brenners auf die noch rorhandene F l a m e ausiibt, ferner die I'iihigkeit des Mittels,
clas hTachgliihen zu verhiiten.
Eine Gesaintiibersicht der Ikgebiiisse zeigt, daB 23
cler oben angefiihrten Mittel bei einer Aufiiahme von 20%
ein iiberlegenes Verhalten zeigen, wahrend bei der nach Gebrauchsvorschrift erzielten Hochstaufnahme 26% und bei
Zubilligung eines nur mittelguten Verhaltens hinsichtlich eines
der vier Beffertungsmer~~iale
42% der Mittel allen Anforderungen entsprechen, die man gerechterweise an eiti gutes
Holzfeuerschutzmittel stellen darf. Durcli Anstrich bzw.
Spritzen mit waI3rigen Salzlosungen war allerdings im allgeiiieinen keine ausreichende Wirksamkeit zu erzielen ; nur Salzgemische, die Netznlittel enthielten, zeigten ein gutes Verhalten, alle iibrigen Mittel versagten weitgehend. Der Grund
hierfiir ist iiii wesentlichen darin zu erblicken, daI3 der Schutz
sich zufolge einer iiur geringen Aufnahme der Mittel durch
das H o l ~auf die auBerste Holzschicht beschrankt und eine
ausreichende Tiefeiiwirkung fehlt . Einige im Anstrichverfahren
iiicht geniigende Mittel habeii daher beiiii Einlaugen ein
gutes Verhalten gezeigt. Der l'erbesserung der Schutzwirkung
durch Erhohung der Anzahl der Anstriche ist eine gewisse
Grenze gesetzt, weil die Poren nach deni ersteii Anstrich nur
noch weriig aufnahmefahig sind. Sehr gut haben sich hi
Vakuumdruckverf ahren mit waBrigen Salzlosungen behandelt e
Ilolzer verhalten. Unter den wasserglashaltigen Anstricliniitteln befand sich eine groBere Zahl von Mitteln, die gute
Ergebnisse zeitigten. Sie zeigteii vor allem die Fahigkeit,
das Feuer nur schlecht weiterzuleiten, wirken also zum Teil
auf iiieclianischeni Wege. Einige Mittel fieleii im Feuer teilweise vom Holz. Ole und Lacke bzw. solche enthaltende
Mittel bewahrten sich am schlechtesten. Nicht eines darunter
zeigte auch nur eine mittlere Wirksamkeit. Auch Chlorkautschukanstriche sind kaum als Feuerschutzfarben anzusprechen. Sehr gut haben sich die organischen Blasenbildner
verhalten, die an der feuerbespiilten Stelle eine das Holz gut
gcgen Flanmenwirkung isolierende Schaumschicht entstehen
lassen. Ein Teil dieser Mittel zeigte den Nachteil einer mangelhafteii 1,oschwirkung.
Nach der oben beschriebenen sechsmonatigen 1,agerung
relativer Luftfeuchtigkeit hatte eine Keihe
bei 35 bzw. 95
von Mitteln seine Schutzwirkung beibehalten, einige hatten
sich verschlechtert, einige verbessert. 2 . B. zeigten wafirige
Salzlosungen haufig die Tendenz zur Verbesserung, allerdings
reichte der Effekt nicht tius, uin sie in eine hohere Klasse
einreihen zu konnen. Bei einer Reihe von Salzen war auch
Schimmelbildung eingetreten. Wasserglashaltige Anstriche
hatten ihre Schutzwirkung noch ziemlich bewahrt, Chlorkautschukfarben, 61- uiid lackhaltjge Mittel hatten sich nicht
verandert. Unter den organischen Schaumbildnern waren
einige u n v e r a d e r t gebliebcii, aiidere waren feuclit geworden
:,,
und abgelaufen. Nach einjahriger 1,agerung hatten sich diese
Erscheinungen samtlich verstarkt.
Bei einer Berechnung des Preises der Schutzmittel, bezogen auf eineu Wirkungswert von 8, ergaben sich aufierordentliche Unterschiede. Die Kosten lagen zwischen 133 und
S Pfg/iiiz, wobei die Arbeitskosten nicht berucksichtigt waren.
Bei den wasserglashaltigen Mittelii allein betrugen die Preisscliwankungen 8-99
Pfg/m2. Sieben Mittel verhielten sich
besonders giinstig, sie verursachten fur die Erzielung einer
guten Schutzwirkung Kosten von 8-30 Pfg/m2.
AuWerdem wurden Versuche niit solcheii Schutzmitteln
vorgenomnicn, die gegebenenfalls als Notanstrich zu venvenden
sind. Eine Reihe von billigen, leicht erhaltlichen waWrigen
Salzlosungen aus einheimischen Rohstoffen wurde nach dieser
Richtung gepriift. Bisher ergab sich allerdings kein allseitig
hefriedigeiides Resultat. Eine Reihe vori Mitteln, wie Natriumchlorid und Natriumacetat, zeigten nur eine mangelhafte Wirksamkeit. Besondere Bedeutung als behelfsmafiiges Anstrichiiiittel besitzt zweifellos Wasserglas. Der N2chteil des Natronwasserglases, an der 1,uft zu venvittern, ist zwar beiiii Kaliwasserglas etwas geringer, aber es ist bislaiig nicht gelungen,
ihn grundsatzlich zu beheben. Eine Reihe von Zusatzen wurde
in dieser Hinsicht gepriift, wobei sich ergab, daB es fur die
Wirksamkeit nicht so sehr auf die Art des Pigments als auf
die Zusaniniensetzung der Mischung ankommt. Schlamme,
z. B. Zeinent und Kalk, fallen leicht vom Holz ab, Zusatze
von organischen Bindemitteln hatten bisher keinen rechten
Erfolg. Porige Kohleschichten haben mit den besten Schutz
gezeigt, so dafi die Vemendung organischer Stoffe, die unter
A%ufblahungverkohlen, insbesondere Kohlenhydrate, EiweiIJkorper und liestinmite Abfallstoffe, aussichtsreich erscheint.
Arbeit sgruppe fur Spezialzemente
des Internationalen Talsperrenkomitees der Weltkraftkonferenz und des Kaiser Wilhelm-Instituts
f iir Silikatforschung.
Tagung am 28. und 29. Oktober 1935 im Harnackhaus,
Berlin-Dahlem.
Taguiig d e s K a i s e r ~ ~ i l h e l i i i - I i i s t i t ~ If tusr S i l i k a t forschuiig.
Die von ~ahlreichenVertretern der Behordeii und der
Wissenschaft sowie des Auslandes besuchte Tagung wurde
durch den Direktor des Kaiser Wilhelni-Instituts fiir Silikatforschung, Prof. Dr. E i t e l , eroffnet. Hierauf begriiWte der
Sekretar der Kaiser Wilhelm-Gesellschaft, Dr. T e l s c h o w , die
Versammlung. Anschlieljend wurden die wissenschaftlichen
Vortrage grhalten.
Dr. F. M. L e a , Building Research Station in Garston,
London : ,$as System Kalk-Tonerde-Kaeselsazire-Eisenoxydals
phasentheovetische Grundlage der Konstitution des Klinkers."
Vortr., der der groaten englischen staatlichen Mate-ialprtifungsanstalt angehort, hat sich in jahrelangen Arbeiten
init der grundsatzlichen Klarung der Kristallisation und der
Schmelzreaktionen ini Zementklinker beschaftigt. Er behsndelte eingehcnd die Anwendung der Phasengleichgewichte
in1 System Kalk-Tonerde-Eisenoxyd-Kieselsaure.Das voii
Bogue vorausgesetzte vollstandige Gleichgewicht ist fast nie
vorhanden. Vortr. betraclitcte daher die Vorgange in dem
genannten System bei unabhangiger Erstarrung und bei plotzlichir Abschreckung (,,gefrorenes Gleichgewicht"). Der Gehalt
an Glas ninimt init steigender Temperatur zu. Eine Formel
zur Berechnung des glasigen Anteils in Handelszementinischungen in Abhaiigigkeit \-mi der Temperatur wird aiigegeben.
A z i s s p v n c h e : Prof. Dr. I i i i h l : Die amerikanischen
Atbeiten haben dazu verleitet, die Bedeutung des thermischen
Diagramnis zu iiberschatzen. Die Boguesche Formel ist nur
beschrankt anwendbar, da sie iediglich fur rolliges Gleichgewicht gilt. Das Eisenoxyd ist von wesentlichem EinfluB
auf die Art der Schmelze. Redner weist ferner auf die Bedeutung
der ,,Kalk-Standard"-Formel hin, die an die Stelle des friiher
ron ihni rertretenen ,,Kalksattigungsgrades" getreten ist.
40
Angewandte Chemi?
Versammlungsberichte
~
~~~~~
..
Prof. Dr. R. N a c k e n , Frankfurt a. M.: ,,Verhalten iron
Kalksilicaten und Ka!kaluvninaten gegen Wasser."
Als Vorstufe zur Klarung des Verlaufs der hauptsachlichsten Reaktionen beim Abbinden der Zemente hat Vortr.
Versuche mit reinen Klinkermineralien angestellt. Die Hauptschwierigkeiten dabei sind die Verzogerungen und Ungleichgewichte, die sich an den Reaktionsprodukten einstellen.
Der ausgepragt kolloidale Charakter der Kieselsaure und ihre
groBe Reaktionstiagheit sind die Ursachen dafiir, dalj sich
die urspriinglich entstehenden lockeren Adsorptionsverbindungen innerhalb der Versuchszeiten nicht in die entsprechenden kristallisierten Verbindungen umlagern, sondern
hochdispers verbleiben. Die Versuche beschrankten sich auf
Tr icalciumaluminat und Tricalciumsilicat, die von Dr . Haegernzann in sehr reinen Praparaten zur Verfiigung gestellt wurden.
Abgewogene Mengen (1-6 g auf 1000 cm3 Wasser) wurden
in verschlossenen GefaBen unter KohlensaureabschluB bei
laufender Kontrolle der Zusanimensetzung des Bodenkorpers
wahrend 27 his 54 Tagen geschiittelt. Die Temperatur betrug
23 & l o . Bei 3Ca0.A1,03 trat nach 15 tagigem Schiitteln
Konstanz ein. In 1,osung gingen 0,676 g/l, unabhangig von
der eingewogenen Menge. Schwieriger gestalteten sich die
Versuche mit Tricalciumsilicat. Eine Ubertragung der Versuchsergebnisse auf die in der Praxis beim Abbinden des
Zements vorliegenden Verhaltnisse ist nicht moglich, da hier
eine gegenseitige Beeinflussung der verschiedenen Umsetzungsprodukte und insbesondere die filtrierende Wirkung des Gels
zu beriicksichtigen sind. Jedenfalls ist der Abbindevorgang
als ein Zusammenwirken von Gel und hochdispersen Kristallen
aufzufassen.
A u s s p r a c h e : Dr. Gone11 weist auf Versuche hin, die
zurzeit im Staatlichen Mateiialpriifungsanit Berlin-Dahlem
im Gange sind und auf neuen Wegen zur Aufklarung der
Hydratationsvo-gange dienen sollen. InsbesondeTe findet dabei
- wohl erstmalig - das ,,Dielkometer"-Vetfahrenl) Anwendung. Im kommenden J ahr wird voraussichtlich Naheres
iiber die erstennrgebnisse der Versuche berichtet werden konnen.
Dr. €1.€3. S c h w i e t e , Beilin-Dahlem: ,,Ubevdze Schraindung
und Ripbildung uon Zevnenten."
Die Technik zum Messen der Schwindung von Zementmortel und Beton ist weit entwickelt. Theorie und Forschung
auf diesem Gebiet stehen jedoch noch im Anfang. Die Literatur
iiber das Schwinden von Zement ist nicht auswertbar, da die
Versuche unter ganz verschiedenen Voraussetzungen ausgefiihrt
sind. H u m m e 1 hat im Jahre 1930 an Stelle des bis dahin
allein iiblichen Verfahrens der Messung der Langenanderung
das Verfahren der Messung der RiBbildung zur Beurteilung
der Schwindung von Zement vorgeschlagen. Unter Anwendung
dieses Verfahrens hat Vortr. die physikalischen Grundlagen
des Schwindens untersucht und insbesondere Berechnungen
zur Erfassung der auftretenden Spannungen durchgefiihrt.
Die Probekorper sind zylindrische Stabe, die in ihrer Langsachse eine Eisenspindel enthalten. Beim Schwinden des
Zements treten an diesen Korpern Risse auf, von denen jedoch
nur die Querrisse zur Bewertung des Schwindens herangezogen werden. Korper ohne eingelagerte Eisenspindel zeigen
keine RiWbildung. Als ,,Gefahrenwert" fur das Auftreten von
Rissen wird folgende Formel angegeben :
cs = Zugspannung
T
=
Zugfestigkeit
c = Druckfestigkeit
C = Kontraktion je Langeneinheit
Die Versuche wurden erganzt durch Druckmessungen
mittels des Dilatonieters.
A u s s p r a c h e : Prof. D o m k e , Aachen, wiinscht nahere
Aufklarung iiber die der Berechnung der Spannungsrisse zugrunde gelegten Voxmssetzungen.
Dr. G. H a e g e r n i a n n , Berlin-Karlshorst: ,,Zernent fiir
Wasserbauten."
Die Anforderungen, die der Ingenieur an Zement fur
Wasserbauten stellt, sind insbesondere : 1. Cewarleistung
1)
Vgl. Chem. Fabrik 7, 180 [1935].
49. Jahrg. 1936. Nr. 1
_____._.~
~
~
. . ~ - ~ ~ ~ ~ ~ _ _ _ _ _ _
eines dichten Betons, 2. Bestandigkeit gegen aggressive Wasser,
3 . geringe Warmeentwicklung, 4. Geschmeidigkeit bei der
Verarbeitung u. a.
Die dichtende Wirkung des Zements ist um so groBer, je
feiner die Mahlung ist. Zenient mit hohem Al,O,-Gehalt hat
einen groBeren, Zement mit hohem Fe,O,-Gehalt einen geringeren Wasserbedarf. Dementsprechend sind die ersteren geschmeidiger, letztere weniger geschmeidig (,,kurz"). Ebenso
sind scharf gebrannte Zemente kiirzer, schwach gebrannte
geschmeidig. Da auf scharfen Brand Wert gelegt werden muB,
kann im Bedarfsfall durch Zusatz von etwas gebranntem
Kalk die Geschmeidigkeit wieder erhoht werden.
Die Forderung der Festigkeit tritt gegeniiber der Forderung der Dichte des Betons bei Massenbauten, wie Talsperren,
zuriick. Sclion aus Griinden der Wirtschaftlichkeit ist bei
Massenbauten die Zementmenge herabzusetzen, soweit dies
die Festigkeitsanforderungen zulassen. Um trotzdem geniigende
Dichte zu gewahrleisten, ist der Zuschlagstoff entsprechend
abzustufen. Zusatz von TraB oder anderen sogen. hydraulischen
Zusatzstoffen halt Vortr. bei geniigend guter Abstufung des
Zuschlagstoffes nicht fur notwendig. Jedenfalls sollte das
Verhaltnis TraB : Zement nicht schematisch festgelegt werden,
da der Zusatz von TraB und allen anderen Zusatzstoffen
nach der Art der Zuschlagstoffe2)abgestimmt werden mu&
Die Dichte des Betons ist auch maBgebend fur seine
Widerstandsfahigkeit gegen aggressive Wasser und fiir seine
Frostbestandigkeit . Gegeniiber dem Angriff schwach sauren
Wassers kann von einer Uberlegenheit der einen oder der
anderen Zementart nicht gesprochen werden. In gipshaltigen
Wassern sind Tonerdezemente und Erzzemente bestandiger
als andere Zemente, nicht dagegen in Losungen von Natriumsulfat und Magnesiumsulfat. Trotzdem kann jedoch ein gegen
Seewasser bestandiger Beton aus Normenzement hergestellt
werden.
Ein an sich harmloses Wasser kann einen undichten
Beton infolge Auslaugung schadigen, wahrend ein dichter
Beton auch gegeniiber einem Wasser, das gewisse angreifende
Eigenschaften besitzt, bestandig sein kann. Dabei ist zu den
Wassern mit angreifenden Eigenschaften auch sehr reines
(,,weiches") Wasser, das hohes Losungsvermogen besitzt, zu
rechnen.
Als Grenze fiir die Gefahrlichkeit eines U'assers gegeniiber
dichtem Beton gab Vortr. die folgenden Werte an:
Wasserstoffionenkonzentration PH : mindestens 6,5,
Gehalt an Sulfaten, berechnet als SO,: hochstens 300 mg/l,
Gehalt an aggressiver Kohlensaure : hochstens 3 mg/l.
(Diese Grenzwerte sind jedoch nicht starr anzuwenden. Bei
der Beurteilung eines Wassers sind auch seine sonstigen
Bestandteile und insbesondere die ortlichen Verhaltnisse zu
beriicksichtigen! D. Ref.)
Die geringe Warmeentwicklung eines Zements ist fiir
Massenbauten giinstig wegen der Herabsetzung der Temperaturspannungen. Bei geringen Temperaturspannungen kann die
Anzahl der Dehnungsfugen herabgesetzt werden. Verminderte
Warmeentwicklung beim Abbinden wird erreicht durch Herabsetzung des Aluminatgehalts und Steigerung des Silicatgehalts.
Die Herstellung solcher Zemente bietet keine technischen
Schwierigkeiten. Erforderlich ist nur die Auswahl geeigneter
Rohstoffe. Schon vor dem Kriege besaBen wir in Deutschland
einen Zement dieser Art im Erzzement, der damals allerdings
nicht beliebt war, da er zu trage erhartete. Neuerdings werden
Zemente, die geringe Warmeentwicklung und infolgedessen
allerdings auch trage Erhartung zeigen, vor allem in Amerika
und Schweden hergestellt.
Den Inhalt seiner Ausfiihrungen faBte Vortr. wie folgt
zusammen.
1. Deutsche Normenzemente sind fiir alle Jahreszeiten
ein geeignetes Material.
2. Zusatz von TraB u. dgl. kann zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit dienen.
3. Chemische Zusatze sollten nicht verwendet werden.
z, Zuschlagstoffe sind Sand, Kies, Gesteinssplitt, Schotter.
I m Unterschied hierzu werden Tral3- und andere Puzzuolane, Sistoff, Ziegelmehl, Hochofenschlacke als Zusa tzstoffe bezeichnet.
Vereine uiitl Versanimlungeii
A u s s p r a c h e : Dr. F o r s e n : In vielen Fallen haben sicli
doc11 Zusatze sogen. hydraulischer Stoffe als zweckmaf3ig
erwiesen. Insbesondere weist F. auf die Bindung des Kalkhydrats hin. (Vgl.seine spateren Xusfiihrungen.) ~- Dr. H aegeriiiann will sich zur Frage der Kalkbindung nicht AiuBern, da
diese noch ganzlich ungeklart ist.
Dr. W. Biissein: ,,Struktzrv u n d .Konstitutzon ?ion Klinlzerniineralien,."
Die Aufklarung der Konstitution und Struktur von
Klinkermineralien durch rontgenographische Cntersuchungen
ist schon wiederholt versucht worden. Vortr. hat die Struktur
des Brownniillerits (Tetracalciuma1un:inatferrit 4CaO. A1,0,.
IZe,O,) aufgeklart. Der Brownmillerit kristallisiert pseudotetragonal. E r ist stabiler als das Dicalciuniferrit, das inkongruent schmilzt, wahrend Brownmillerit kongruent schmilzt.
Die festgestellte Struktur niacht erklarlich, daR die Einlagerung von kleinen Mengen MgO inoglich ist, wobei gleichzeitig eine gewisse Verschiebung der Synimetrie eintritt .
Hierbei miissen Eisenatonie im Kristallpitter frei werden,
w-odurch die griine Farbung des MgO-haltigen Brownmillerits
erklarbar wird. Zugleich wird auf Grund der Pntersuchungen
des Vortr . verstandlich, daB ein Dicalciuiiialuniinat nicht
bestandig sein kann, wiihrend die konipliziert erscheinende
Doppelverbindung des Dicalciumaluminats niit dern Dicalciuniferrit zuni Brownmillerit eine bestandige Verbindung darstellt,
die einen der Hauptbestandteile des modernen langsain
bindenden Zements bildet .
- -
Kuiirischau
41
die tonerdehaltig sind (Kachweis durch Anfarbung). Der
schadliche EinfluB von humushaltigem Sand wird darauf
zuriickgefiihrt, daB der Gips vorzeitig ausgefallt wird und
hierdurch schnelles Binden eintritt. Ausgedehnte Versuche
wurden niit verschiedenen hydraulischen Zusatzstoffen geniacht .
Dabei wurde an Mischungen aus 70y0 Portlandzement und
30% des betr. Zusatzstoffes (italienische Puzzcolane, Kaolinit.
A%nhydritund Pansarerde) die Kalkbindung bestimnit. Diese
war am hochsten bei Pansarerde, iiber deren Herkunft keine
naheren Angaben gemacht wurden. Der Pansarzusatz sol1
aui3erdem die Wasserdurchlassigkeit verrnindern und die Widerstandsfahigkeit gegen aggressive Wasser vermehren. E r bewirkt ferner eine Erniedrigung der Warmetonung.
-41s Zemente niit besonderen Eigenschaften werden in
Schweden hergestellt : Spezialzement, 9-Zement, Silicatzement ,
Pansar-AZenient (75-800,b
A-Zement + 20--250/;
Pansar)
und Pansar-Silicat-Zement (S50/, Silicatzement 157; Pansar).
Die Pansarzemente werden wegen ihrer geringen Warmeentwicklung beim Abbinden als besonders geeignet fur den
Talsperrenbau bezeichnet.
+
Prof. Dr. R. G r i i n , Diisseldorf: ,,Erfahvungen nzit Spezinlzementen ."
Vortr. gab einen eberblick iiber die Eigenschaften der
verschiedenen Zementarten unter besonderer Beriicksichtigung
der unter Verwendung von Zusatzstoffen wie TraB, Ziegelmehl,
Hochofenschlacke hergestellten Zemente.
A u s s p r a c h e : Prof. K i i h l fragt, ob auf Grund der Vermche auch andere Verfarbungen, z. R. die vielfacli auftretende
Kotfarbung des Klinkers, erklart werden konnen. - Dr. z u r
S t r a s s e n : Der rote Klinker entsteht bei sehr scharfer Abschreckung, da dann die Zuni griinen Klinker fiihrende Mischkristallbildung nicht eintritt. Der Klinker behalt dann die rote
Farbung des Rrowninillerits. - Dr. (kaf C z e r n i n vermil3t die
Reriicksichtigung der Oxydation. Man kann je nach Fiihrung
des Brennprozesses nach Belieben braune oder griine Klinker
erzeugen.
Prof. 0. G r a f , Stuttgart: ,,Einige Benirvkungen iibrr
wichtige Eigenschaften des Zementes ztnd des Betons z u massigeii
Bauwevken."
Beim Bau von Talsperren ist das wichtigste Erfordernis
die Dichte des Betons. Hierdurch wird eine Auslaugung durcli
durchdringendes Wasser verniieden. Daher hat der Ingenieur
in erster Linie fur Auswahl geeigneter Zuschlagstoffe und sorgfaltige Herstellung zu sorgen. Fur die Auswahl besonderer
Zemente fur den Talsperrenbau liegen noch keine geniigenden
Erfahrnngen vor.
Dr. H. z u r S t r a s s e n , Berlin-Dahlem: ,,Bildungsvea/rfionen %kndPhasengleichgewichte magnesiahaltigev Klinker."
Vortr. untersucht die Bildungsbedingungen fur Calciuninnd Magnesiumsilicate in Gemischen, die MgO, CaO und SiO,
in verschiedenen Verhaltnissen enthalten. Vortr. kommt zu
dem SchluR, daB Magnesiumoxyd neben gesattigten CaO-Verbindungen ini Zementklinker nicht gebunden rorliegen kann.
Daher besteht die Befiirchtung des Magnesiatreibens bei
ifberschreitung eines gewissen Magnesiagehalts, der in den
Sormen festgelegt ist, zu Kecht.
Dr. TI'. P e t r J - , Obercassel/Siegkreis: ,,Betonie~ungsanlagen
beim Bat6 von Talsperven."
Tagung der Arbeitsgruppe fur Spezialzeniente d es
I n t e r n a t i o n a1e n T a 1s p e r r e n k o 111i t e e s d e r W e l t k r a f t konferenz.
Die Tagung w-urde durch eine BegriiiJungsansprache des
Vorsitzenden des Deutschen Nationalen Kornitees, Geheimrat
Prof Dr. d e T h i e r r y , und durch Prof. Dr. W.E i t e l eroffnet.
Perner begriiijte der Prasident der Kaiser Wilhelm-Gesellschaft,
Geheimrat Prof. Dr. M. P l a n k , die Tagungsteilnehnier.
Weitere Ansprachen hielten der Prasident des Werberats der
deutschen Wirtschaft, Ministerialdirektor i. e. R . R e i c h a r d ,
der Fuhrer der Deutschen Zeinentindustrie, Direktor Alfred
Miiller, zugleich im Namen des Deutschen Zementbundes, und
der Vertreter der Arbeitsgruppe fur Spezialzeinente, Dr. H e l l s t r o m , Stockholm.
25. Hauptversammlung mit der Feier des 25jahrigen Bestehens am l l . Januar 1936 im Harnack-Haus, BerlinDahlem .
BegruRungsansprache des Prasidenten.
Halbjahresbericht.
Prof. Dr. P. D e b y e , Berlin: ,,Struktz~rvon Fliissigkeiteu"
(xnit Lichtbildern); Prof. Dr. I,. B r u h n s , Ron1 : ,,Die deutschr
Kunst i l l Italien" (mit Lichthildern).
Dr. I,. Forsi.n, 34almo: ,, i?ber neue Zementfovschung i n
.%/kweden."
Vortr , behandelte einige besonders michtige Fragen fiber
die Konstitution des Zenientklinkers und des Abbindens und
Brhartens nach neuen Untersuchungen von F. A ssavsson und
Sundius. Insbesondere wurde der EinfluR des Gipses untersucht . Bei Schnellbindern, die ohne Gips hergestellt sind,
tritt anfangs starkere, spater geringere Kalkhydratabscheidung
cin. Zugleich wird im Anfang starke Gelbildung beobachtet.
In Zenienten nlit Gipszusatz treten Kalkhpdratkristalle auf,
Dr.-Ing. Dr.Ing. e. h. L i n k , Essen: ,,Die Bedeutung dev
Talspewenbauten fiir die Wasserwirtschaft des Ruhrgebirfs."
VEREINE UND VERSAMMLUNGEN
Kaiser Wilhelm-Gesellschaft zur Forderung
der Wissenschaften.
RUNDSCHAU
Einheitliche internationale Bezeichnung
der Arzneimittel.
Der Prasident des internationalen pharinazeutisclien
Rundes Dr. Madsen-Kopenhagen hielt a m 2. Dezember d . J .
vor der deutschen Apothekerschaft einen l-ortrag iiber die
einheitliche Bezeichnung der Arzneimittel und die Aufnahrne
solcher Bezeichnungen in die Xrzneibiicher der einzelnen
Lander. Der Sitzung wohnten zahlreiche, l'ertreter der zustandigen Behorden, der Universitat, der Arztewelt, der Apotheker, der Industrie und der Parteigliederungen bei. Dr. Madsen gab einen Uberblick iiber seine bisherigen Bemiihungen
und iiber die Erfolge in den verschiedenen Landern, wies
hierbei auf die l'orteile einer einheitlichen Kegelung auch fiir
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