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Associazione Italiana di Chimica.

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652
Chemie
Jahrg. 1932. Nr. 35
[ 45.Acgrwandtr
Versammlungsberichte
d e r Luft ,nusgeschlossen ist. Diese V'oraussetzun'g kann Stan'dpunkt aus a l s eiiie intereesante Neuerung erscheint,
nber in fast allen Fallen gem,acht werden. Eine Aus- Plattchen aus gesinterteni Glas a l s Reagensstreifen a n
riahime biMet hiichstens d i e Gegenwart von Ammoniak Stelle von Papier zu benutzen. Derartige Platlchen sind
in Ra.umen, in denen sich Kuhlmaschinen befinden, oder nach einmaliger Benutzung keineswegs verbraucht,
in Stallungen. Kohlensaure stort selbst in starkeren sondern konnen durch Ausljaugen niit Wasser jedesinal
Konzentratio'nen nicht, da Kohlensaure in 22%iger Koch- wieder regeneriert w e d e n .
salzlosung unloslich ist.
Z u s a m m e n f a s s u n g.
Bei Gegenwart storender Mengen von Ammoniak in
I
n
der
Verordnung
des Reichsministers fur Erd e r zu priifenden Luft, was m'an ja sofort geruchlich
w h r n e h I m e n wurlde, wiir,de es sich empfehlen, als Indi- nahrung un'd Landwirtschaft vom 27. F e b r u a r 1932
ltator niaht einen d e r genannten Farbindikatoren zu uber d e n Gebrauch von Athylenoxyd zur SchiidlingswHhlen, sondern einen Tpopfen einer konzentrierten bekampfung wird vorgeschrieben, dai3 vor Freigabe
Kupfersulfatlosung. 0,l mg Athyleii'oxyd rufen bei,ni Er- oines athylenoxpdbegasten Raumes d i e Abwesenheit
wiirnien di'eser Losung bereits eine de'utlich sichtblare giftiger Gasmengen d u r c h (den negativen Ausfall einer
Gasrestprobe festgestellt wirtd. Durch Runsdschreiben des
T r i i h n g durch Ausscheidung von Cuprihydroxyd hervor.
Reichsministers fur E r n a h r u n g und Lanldwirtschaft vom
Geringe Mengen Anirnoniak konnen diese Ausscheidung
weder cerhindern noclh flur sic.h ,allein das Hydroxyd 10. Marz a i r d hierzu erganzend bestlirnmt, d i e Gasrestfallen. Durch nephelornetrische Messung des Trubungs- probe mit einem Fuchsinschwefligsiiure-Reagens vorgrades lass,en sich niit dieseni Verf,ahren selbst geringste zunehmen. Da Ndieser Reaktion jedoch s e h r bedenkliche
Athylenosydniengen sehr g e n a u qunntitativ bestimmen. Mangel anh'aften, wepden a n d e r e Vorschlage fiir eine
So brauchbar d i e hier init X un,d B bezeichneten d e n Forderungen d e r Verondnuiig entsprechend leicht
Verfnhren fur #den praktischen Gasrestnachweis von ausfuhrbare Gasrestprobe gemacht. Die Reaktion, d i e
bt,hylenosyd sin'd, so ware doch ein R e a g e n s - den1 vorgeschlagenen Verfahren zugrunde liegt, besteht
in d e r Bildung von Hydroxylionen in einer konzenp a p i e r - N n c.h w e li s , ahnlich d s n i Benzidin-Kupferncetat-P,api'er fur d e n Nachweis von Blaustiure oder #dem trierten Kochsalzlosung bei Hinzutritt von Athylenoxyd
Eleiacetatpnpier fur d e n Nachweis von Schwefelwasser- uird Messung d e r veranlderten Wasserstoffionenkonzenstoff, in d e r Han~dlial)mLirig
no& einfacher. Papier laBt tration sdurch Farbinsdikatoren. F u r d a s Verfahren
wepden m e h r e r e Ausfiihrungsformen beschrieben. Ein
sioh jedoch in dieseni Falle nicht verwenden, da beim
Erwiirmen feuchter Filtrierpnpierstreifen s a u r e B e s h n d - einzelner Nachweis nirnmt jedesmal nur 1 bis 2 rnin in
teile in Losung gelien und d e n Farbumschlag verhindern. Anspruch. Je nach Wahl d'es Inldikators bedeutet ein
Man kann nber an Stelle von Papierstreifen 1 nim starke negativer Ausfall d e r Renktion bei Untersuchung von
P I H t t c h e n n u s g e s i n t e r t e m J . e n a e r G l n s 200 cni3 Luft d i e bestinimte Abwesenheit v m Athylenniit Reagensfliissigkeit (in diesein Fnl1.e niit Koch- onyd-Mengen, d i e grofier sinid als 0,5 mg/l (bei Phenolsnlz g esiit t igt e r Braomthy ni 01b h u - Losu ng ) t ran ken, d e r phthalein) bzw. 0,l mg/l (bei Brmnithymolblau). [A. 37.1
iithylenoxydhaltigen Lnft aussetzen, und dann .auf einer
Li t e r a t u r :
heii3en Platte (j.edenfal1.s nicht iiber einer fr.eien Flamnie)
1. W. D e c k e r t , Ztschr. analyt. Chem. 82, 297 [1930].
erhitzen. Eir1.e intensive B1,aufiirbung tritt jedoch n.ur
2. F 1 h r y , Verhandlungen der Deutschen Pharrnakologisch~n
e i n, w en.n !die At h y lmox yd-K oilze n t r,ation seh r stark ist,
Gesellschaft, X . Tagung, 4.-7. Svept. 1930 in Konigsberg i. Pr.
oder wenn nian die P1iittch.en m e h r e r e M.in.uten, .unter 3. K 6 I s c h u. L e d e r e r , Zentralblatt Gewerbehyg. UnfallUlinst5nden his z u einer h.alhen Stunde, ex.poniert. Hierverhut. 17, 264 [19301.
durch wird a b e r d e r Vo.rz.ug .dieser h l e t h . d e gegeniiber 4. A. M U 1 lie r , Ztschr. Desinfektions-, Gesundheitswesen 23,
d e n Verf;lhren A und B iniehr n l s ausgeglichen. Ich er117 119301.
wChne dieses Verfahren d a h e r 1endiglic.h der Vdlstindig5. Th. S a 1 i n g , ebenda 23, 170 [IBU].
keit h a b e r , und weil es mir voni wissenschnltbicheri 6. S c h w a r z u. D e c k e r t , ebenda 23, 405 [1931].
Associazione ltaliana di Chimica.
IVu Congresso Nazionnle di Chirniea Pura ed Apylieata').
(4. NationalkongreB fur reine und angewandte Chemie.)
Rom und Abriizzen, 6. his 12. Juni 1932.
I. Genieinsame Sitzungen aller Paehgruppen.
Vorsitzender: Dr. G. M o r s e 11 i , Mailand.
Der alle tlrei Jnlire stattfindende KongreD wurde in der
Academia dei Lincei in Rom niit uber 200 Teilnehmern eroffnet.
AulJer Vertretern der italienischen Behorden war auch eine
Anznhl auswartiger Gaste erschienen, u. a. Prof. G. T a m m a n n,
Gottingen, und als Vertreter der franzosischen Verbande Prof.
S n b a t i e r , Paris.
Die Versammlung begann mit einer Bekanntgabe der
Ehrungen und Pr~miennuszeichnungen.Prof. N. P a r r a v a n 0 ,
Rom, Mitglied der Academia d'Italia, wurdigte i n einer Iangeren
hnsprnche die Verdienste Prof. T a in 111 a n n s und seiner
Schule uni die Ausbildung der modernen anorganischen Chemie,
Die gesanimelten Vortrage werden spater von der A s s o c i a z i o n e I t a l i a n a d i C h i m i c a , Rom (101), Via
IV Novenibre 154, i n den A t t i d e l C o n g r e s s o herausgegeben.
I)
inshesondere auF dein Gebiete der Metallforschung, und iiberreichte ihm die Emanuele Paterno-Meddle der Associazione
Italiana.
Prof. G. r a m m a n 1 1 , Gottingen: ,,Ober dns Verhnllen des
Polotiizims und des Tlioriums B zu nnderen Metnllen?)."
a-Strahlen radioaktiver Elemente hinterlassen auf d e r
photographischen Platte bei der Entwicklung chnrakteristische
Punktfolgen, deren Dichte proportional der Anzahl der sie
treffenden a-Teilchen und daher auch der Atomzahl des
a-Strahlers ist. Auf Grund dieses Verhallens wurde gefunden,
dai3 dss Polonium sowohl in Metallen als nuch in den Telluriumkerbindungen aufierordentlich schwer loslich ist. Ahnlich verhalten sich auch die Blei-Isotopen Thorium B und Radium D. Die
geringe Loslichkeit des Poloniums in anderen Metallen und die
darnit zusarnrnenhangende geringe Diffusionstatigkeit steht i m
Gegensatz zur Diffusionsfahigkeit nicht radioaktiver Metalle
ineinander. Als Ursache nininit Vortr. eine Behinderung der
I3ewegung radioaktiver Metallatonie in die Gitter anderer
Bletalle an. Ing. G. F a u s e r , Mailand: ,,Die synthelische Darstellunq
hochkonzenlrierter Salpelersiiure."
Die Salpetersaurebildung verlauft nach dem Vortr. uber die
O2= 4HN03 18,8Cal;
folgenden Gleichungen: 2H20 2N,O,
+
2)
+
Vgl. T a m rn a n n , dime Ztschr. 45, 499
+
"321.
Angewandle Chemie
45. Jahrg. 1932. Nr. 351
+
"
.
..
Versammlungsberichfe
+
4NH3 50, = 6H20 4NO; SNO 1- 20, = 4N0,; 4NO, = 2N204.
Die bei d e r Aninioniakverbrennung erhaltenen Sticksioffoxyde
werden unter Druck rnit Sauerstolf zu Stickstoffdioxyd bzw. Salpetersaureanhydrid oxydiert und liefern rnit der stochionietrischen Menge Wasser dann hochkonzentrierte Salpetersaure. Vortr.
hat dasverfaliren, das er an d e r Hand \-on Skizzen und Schaubilderri erlautert, zu einem kontinuierlichen KreisprozelJ ausgebildet, das sich bereits in grijReren Versuchsnrilagen bewiihrt
hat. Nach F a u s e r diirfte sich die direkte Synthese hochkonzent rierter Salpetersaure binnen kurzeni allgeniein in der
Praxis durchsetzen. I I ~L.. M a n f r e d i n i , Mailand, Direktor de r MonlecatiniA.-G. : ,,Die Induslrie d e s Aluminiums."
Vortr. gibt eine ausfiihrliche Ubersicht uber die Entwicklung der Tonerde- und Aluininiuiiiindustrie, die namentlich in
Italien seit 1928 zu auBerordentlicher wirtschaftlicher Bedeutung
gelangt ist und bereits 1931 eine Produktionsziffer von 12000 t
Aluminium erreichte. Italien ist damit heute zu einein wichtigen Ausfuhrland f u r Aluminium geworden. Italien ist dank
seiner reichen Lagerstatten hochwertiger Bauxite und Leuzite
unabhlngig voni Ausland. In der Produktion von Bauxit steht
es an zweiter Stelle i n Europa. Eingefiihrt werderi lediglich
Kryolith und Petroleunikoks, fiir die bisher jahrlich je 3 Millionen Lire an5 Ausland abgefiihrt werden mu0ten. Seit 1930
werden jedoch in P o r t o M a r g h e r a 700 t kiinstlichen Kryoliths erzeugt, d. i. etwa die Halfte des Redarfs d e r italienischen
Industrie. Auch durch Verbesserung der italienischen Crackaiilagm ist zu erwarten, dalj ein ,grofler Teil des fur die Elektrodenherstellung notwendigen Petroleumkokses im Lande selbst
gewonrien werden kann. Giinstig gestellt ist Italien beziigl. elektrischer Energie, die beim fertigen Metall eirischliefilich der
Herstellung der Tonerde bis etwa 33% d e r Gestehungskwten
ausmacht. Die italienische Aluminiumindustrie verbraucht heute
4%) bis 460 Mill. kWh, fiir die billlige Wasverkrafte zur Verfiigung stehen. Die Tonerde selbst wird in Italien heute nach
den drei Verfahren B a y e r , H a g g l u n d und B 1 a n c gewonnen. Das bereits seit 1912 in Italien ausgeiibte B a y e r Verfahren ist neuerdings in B u s s i vollstandig modernisiert
worden. Die Anlage, welche jahrlich 10 000 t Tonerde erzeugen
kann, vermochte deli Verbrauch an Brennstoffen auf 40% des
bisherigen Konsunis herabzusetzen. Seit zwei Jahren arbeitet
in P o r 1 o M a r g h e r a eine Anlage rnit vier elektrischen Ufen
von einer Tagesleistung von j e 12 t Tonerde nach dem H a g g 1 u n d - Verfahren, die inistande ist, jiihrlich 12 000 t Tonerde
zu liefern. Seit Juli 1930 wurden bereits 20000 t hergestellt.
Das B 1 a n c - Verfahren wird zur Zeit in A u r e 1 i a von einer
anierikanischen Gruppe betrieben. Das iiach diesem Verfabren
gewonnene Aluminiuiiioxyd zeichriet sich durch seine Leichtloslichkeit ini Kryolithbad d er Elektrolyse aus. Vortr. geht
kurz auf die neuereii Anschauungen iiber den Reaktionsvorgang
bei d e r Tonerdeelektrolyse ein, nach denen die Fluorionen des
Kryoliths und nicht die Aluminiumionen d er Tonerde Leiter
des Stromes sind. Auf diese Weise lassen sich zaanglos auch
die Kryolithverluste erklaren, d a das Fluor mit dern Kohlenstoff gasformige Produkte, vielleicht Tetrafluorkohlenstoff,
bildet. Vori d e r aufgewandten Energie werden nur 25% fur
die Dissoziation verbraucht, wahrend 75% zur Aufrechterhaltung d e r Teniperatur des Bades dienen. Neuere Arbeiten zielen
darauf hin, durch Verniinderung des calorischen Aufwandes
Ersparnisse an Energie zu erreichen, die heute in giinstigsten
Fallen 18 bis 20 kWh je Kilogramm Metall betragen so11. In
der Praxis werden von d en besten Zellen ini Durchschnitt 22 bis
23 kWh benotigt. Von technisch interessanten Neuerungen
haben die e l e k t r o l y t i s c h e R a f f i n i e r u n g d e s Aluminiums mittels der H o o p s schen Zelle und die a n o d i s c h e
0 x y d a t i o n des Aluminiums und seiner Legierungen Bedeutung gewonnen. Durch letztere erhalt das Metall eine diinne,
festhaftende Oxydschicht, die den Widerstand gegen mechanische und Saureangriffe auijerordentlich erhoht. Geeignete
Zusatze zum Elektrolyten ergebeii dabei verschiedene Farbungen der Metalloberflache, die das Aluminium auch fur Zwecke
d e r Innendekoration besonders wertvoll macht. Vortr. gibt
einen Uberblick iiber die vielseitige Anwendung des Alumin i u m im Maschinen-, Eisenbahn-, Schiffs- und Hochbau, deren
Moglichkeiten noch lange uicht erschopft sind. Durch die Weltkrise sind alle Industrielander zu einer kartellmaaigen Be-
563
grenzung de r Aluniiniumerzeugung gekomnien. Eine Ausdehnungsnioglichkeit des Auflenmarktes ist nnch Ansicht des Vortr.
uni so weriiger wahrscheinlich, als binnen kurzeiii niit. einer
starken Konkurrenz der noch im Ausbau befindlichen russisrhen
und japanischen Aluininiumindustrie gerechnet werden niuB
und die groBen Industrielander z. T. heute ohnehin nur niit
30% ihrer Prcxlul~tionslinpazitatarbeiten. Es schien eine Zeitlang, als ob das Leuzitverfnhren berufen ware, fur Italien eirie
Art Monopolstellung in der Tonerdeerzeugung zu schaffen. Die
Zukunft dieses Verfahrens ist jedoch nach deni Vortr. mthr eine
Frage d e r Kalidiinger, da die Toiierde neben deni Kaliumnitrat
nur als Nebenprodukt betrachtet werden darf. Letzteres niuB fiir
Diingezwecke aul3erdeni in das weniger wertvolle Sulfat verwnndelt werden. Selbst wenn man den Tonerdepreis niit Null ansetzt,
wodurch sich de r Gestehungspreis des Aluminiums um 35%
\.erniindern wiirde, so geiiiigte diese Verbilligung noch nicht zur
Uberwindung der heutigen Zollrnauern, mit denen jedes IAnnd
seine eigene Industrie scliiilzt. Es ist deshalb iiach den1 Vortr.
nicht ratsani, \veitere Kapitalien in iieuen Anlagen festzulegen,
da keine Aussichten fur die Erweiterung des Aufienabsatzes
bestehen. Antlererseits ist das Aluniiniuniprobleni auf3er der Toiierdefrage eine Frage der billigen elektrischeri Eiiergie. Da bereits iiber ein Dritlel der verfugbaren italienischeii hydroelektrischen Krafte, und zwar die wirtschaftlichsten, ausgebeulet
werden, so wiirde ein weiterer Ausbau, wie er fur neue Anlagen erforderlich ware, rnit erheblich hohereii Energiekosten
zu rechnen haben. Vortr. sieht daher die Zukurift der ilalieriischen Aluniiniuniindustrie, die heute 70% und deninachst vielleicht 90% ilires Rohstoffbedarfs irii eigeiien Laride deckt, im
Ausbau des einheiniischen Marktes, wo der Aluniiniuniverbraiich
auf den liopf der Bevolkeruug heute erst ein Dritlel des
Bedarfs der europaischen Industrielander und ein Sechstel
Anierikas betragt.
A u s s p r a c h e : Prof. G. A. B 1 a n c , Roni: In bezug auf
die Verwendungsnioglichkeiten des Aluminiums stehen wir
heute erst ani Anfang. Gerade fur Italien, das verhaltnismifiig
arm a n Eisenerzen ist, sind Aluminiuni und seine Legierurigen
als Werkstoffe besonders wichtig. Daher wird auch d a s Leuzitverfahren, das sich vor allen anderen durch geringen Bedarf an
Brennstoffenergie auszeichnet, seine wirtschaftliche Bedeuturig
fur Italien weiter behalten. Das Verfahren ist inzwischen technisch weiter entwickelt und wird in niichster Zeit in groaeiii
Ma kta be auagefiihrt werden. Dr. E. V i v i a II i , Mailand: ,,Praktische Anii:endungen der
E'odenstarkenkonlrolle von Tsxtilfnsern."
Vortr. gibt an der Harid zahlreicher Lichtbilder eine Ubersicht iiber seine neuen Untersuchungsniethoden zur Kontrolle
und fortlaufenden Aufzeichnurig d e r Dicke von Spinnfaden, die
neuerdings namentlich in de r Kunstseideindustrie auch aul3erhalb Italiens viell'ach Eingang gefunden haben. Er fiihrt
Beispiele von Gewebeschadigungen infolge Unregelniaaigkeiten
beim Spinnprozea vor und zeigt, wie solche Unregelniafligkeiten
sich erkennen und beseitigen lassen, sei es durch Priifung der
Spinnfaden oder durch Priifung de r Spinnorgane. Durch Einfiihrung der neuen Kontrollmethode ist es gelungen, die Fasereigenschaften wesentlich zu verbessern. Prof. H. M o 1 i n a r i , Mailand: ,,Die industriellen Anlayen
von Salsomayyiore."
Vortr. gibt eine ausfuhrliche Beschreibung der von ihm
entworfenen und ausgefiihrten tec.hnischen Anlagen zur G e winnung der in den Mineralquellen von S a l s o m a g g i o r e
vorkonimenden wertvollen Produkte. Die Quellen liefern auBer
einer Natrium-, Calcium-, Lithium- und Magnesiumchlorid,
Magnesiumbrornid und -jodid neben geringen Mengen anderer
Salze enthaltenden Lauge auch Rohpetroleum und betrachtliche
Mengen Naturgas rnit eirieni Gehalt von etwa 68% Methan und
22% Athan bei einem Heizwert von etwa loo00 Cal. je 1113, yon
denen tiiglich 3000 m3 in den technischen Anlagen zur Daiiipfund Krafterzeugung verwendet werden, was einer Ersparnis
von 5 t Steinkohle pro Tag entspricht. Der Rest dient
zur . Versorgung d e r Gemeinde rnit Leuchtgas. Insgesanit
wurden taglich lo00 nis Quellengas abgegeben. Die Quellenh u g e wird zunachst vom Naturgas urid deiii Rohpetroleurn getrennt. Die Ausbeute an Petroleum, das in der Jodextraktiunsa d a g e de s Werkes verwendet wird, betragt 200 bis 300 1 pro
Tag. Von der 14 bis 160 BC starken Lauge konnen 100 n i x .
564
Versammlungsberichte
taglich verarbeitet und daraus 12 t Tafelsalz gewonnen
werden. Zunachst wird die zu verarbeitende Liisung kontinuierlich durch Zugabe von Kalkmilch, Lufteinblasen und
Filtration enteisent und im Vakuum unter feinkristalliner Ausscheidung des Kochsalzes eingedampft. Letzteres wird nach Abtrennung der Mutterlaugen. rnit Soda und Binatriumphosphat
behandelt, auf Trommelfiltern abgetrennt und getrocknet. Das
Verpacken des nicht hygroskopischen Feinsalzea geschieht in
einer automatischen Fullanlage mit einer Minutenleistung voxi
30 Schachteln zu j e 1 kg oder K kg. Aus der Mutterlauge,
welche nach der Abtrennung des Salzes in einer Menge von
72 1 aus 1 m3 und in einer Dichte von 280 BB erhalten wird,
werden Calcium- und Magnesiumchloride durch Sodazusatz gefallt und dienen zur Herstellung von Zahnpulver. Das in den
Restlaugen enthaltene Lithium wird als Carbonat abgetrennt
und dient zur Herstellung lithiumhaltiger Brausepulver oder
wird slu solches verkauft. GroI3e wirtschaftliche Bedeutung hat
die Extraktion des Jods gewonnen, von dem die Quellenlaugen
50 g je ma enthalten. Zur Extraktion gelangen auch die Abwasser aus den Badern mit nur 25 bis 30 g Jod pro ms. Das
in Form von Magneeiumjodid vorhandene Halogen wird durch
Zusatz von Schwefelsiiure und Nitrit in Freiheit gesetzt und mit
dem aus den Quellen gewonnenen Petroleum extrahiert. Nach
Befreiung des Extraktionsmittels vom Jod durch Zusatz von
Natriuxnsulfit gelangt es in den Kreislauf des Prcnesses zuriick.
Das hierbei erhaltene Jodnatrium liefert beim Behandeln mit
Bichromat und Schwefelsaure Roh jod. Die Extraktionsausbeute
betragt iiber 90%. Heute werden in S a l s o m a g g i o r e
tliglich 2000 ms Lauge auf Jod extrahiert. Die A d a g e ist fiir
die doppelte Leistung vorgesehen und vermag schon heute den
ganzen Jodbedarf Italiens, etwa 300 bis 500 dz im Wert von
5% Mill. Lire, die bisher eingefuhrt werden mufiten, zu decken.
Der Gesamtwert aller in den technischen Anlagen von
S a 16 o m a g g i o r e neuerdinge gewonnenen Produkte beliiuft
sich auf iiber 20 Mill. Lire jahrlich. Ing. C. T o n i o 10 , Mailand: ,,Die Stickdoffindustrie und
die Weltkrise."
Trotz der Krise, in der sich die Stickstoffindustrie bereits
wenige Jahrzehnte nach ihrer BegrUndung befindet, ist sie eine
Lebensnotwendigkeit ftir die Kulturvolker. Vortr. untersucht die
einzelnen Ur6achen der Krise, die er in dem unnatiirlichen
Ausdehnungsdrang und den Hegemoniebeetrebungen von
Liinder- und Mustriegruppen, in der verfehlten Politik der
Kartelle, Industrieabkommen und noch in den Autarkieabsichten
der Staaten und dem Ubergang zu Zollkiimpfen, Vergeltungsmadnahmen, Dumping usw. sieht. Das heutige Schicksal der
Stickstoffindustrie kann alle andern Zweige der kapitalistischen
Weltwirkchaft treffen, wenn es nicht i n letzter Stunde gelingt,
die wirtschaftlichen und geistigen Krafte der ganzen Welt zu
einer harmonischen Zusammenarbeit zu fiihren. 2. S i t z u n g s t a g i n d e r A c a d e n i i a d e i L i n c e i .
7. J u n i 1932.
Vorsitzender: Dr. G. M o r s e 11 i , Mailand.
Prof. N. Pa r r a v a n 0 , Mitglied der Academia d'Italia,
Rom: ,,Die Lage der lndustrie der Agrumenderivate."
Die gegenwartige bedrohliche Lage d e r italienischen
Agrumenindustrie ist a u k r durch die allgemeine Weltkrise
besonders durch zwei Ursachen bedingt, einmal durch die Einfiihrung mechanischer Verfahren zur Gewinnung der Citronenessenz, welche m r Uberproduktion von minderwertigen Produkten und damit zu einer Preiskrise gefiihrt haben, d a m
zweitens durch die Konkurrenz der Garungscitronensaure. Auf
Initiative des lstituto Nazionale delle Esportazioni wurde inzwischen vorn Consiglio Nazionale delle Ricerche ein neues
mechanisches Verfahren zur Essenzgewinnung ausgearbeitet, das
Produkte liefert, welche den friiheren hochwertigen, nach
dem sogenannten Schwammverfahren manuell gewonnenen
Citronenessenzen praktisch gleichwertig sind. Das neue Verfahren ist heute bereits in Sicilien in grodem Umfange eingefiihrt und gestattet, den fur die Citronensiiure als Ausgangsmaterial dienenden Citronensaft als N e b e n p r o d u k t zu
kalkulieren. Dadurch ist die Wettbewerbsfiihigkeit der natiirlichen Citronensaure gegenuber d e r biologischen wiederhergmtellt. Notigenfalls konnte der als Nebenprodukt gewonnene Saft der Limonen, der die CitronensiIure bereits
Chemie
IAngewandte
Jahrg.
Nr. 35
45.
1932.
vorgebildet enthiilt und fur keine weiteren Verwendungszwecke
in Frage kommt, zu einem Kampfpreis eingesetzt werden, der
lediglich die Kosten des Auspressens deckt, wiihrend Kohlehydrate, die erst durch biologische Prozesse in Citronensaure
verwandelt werden miissen, unter normalen Verhdtnissen nicht
unter eine bestinmte Preisgrenze gehen konnen, zumal wenn
rnit Aufhoren d e r Weltkrise eine starkere Nachfrage nach
Kohlehydraten einsetzt. Als wertvolle Nebenprodukte der
Agrumenindustrie sind neuerdings noch Pektin- und Fettstoffe
hinzugekommen, so daB nach Aufhoren d e r Weltkrise und nach
Einfiihrung technischer und namentlich organisatorkcher Reformen die Agrumenindustrie zweifellos ihre friihere wirtschaftliche Bedeutung wiedergewinnen wird. Dr. F. G r o t t a n e 11 i , Turin: ,,Uber moderne Kriegssprengdoffe."
Vortr. behandelt insbesondere die Frage d e r SchieSpulver
in Form fester Liisungen und hebt den Anteil Italiens auf
diesem Gebiete durch Darstellung der Nitroacetylcellulose
hervor. Durch Einfiihrung von Essigsaureanhydrid als Losungsmittel an Stelle von Oleum bei der Cellulosenitrierung gelang
es so, Nitrocellulosen mit hochstem Stickstoffgehalt zu erhalten.
Auf dem Gebiet der modernen Sprengstoffe ist Italien heute
durch Einfiihrung des Pentrits und des ,,T4", welche die
doppelte Sprengkraft des Tritols aufweisen und mil Hilfe von
Methanol gewonnen werden, u n a b b g i g von Steinkohlenderivaten geworden. Prof. F. P a 1 a 7. z 0 , Florenz: ,,Die Cellulose unserer Hoke7
in der Wirtschajt und Landesverteidigung."
Die Entwicklung der heimischen Celluloseindustrie riickt
die Frage der Holzproduktion in ein neues Licht. Vortr. geht
auf die Moglichkeiten ein, durch weiteren Ausbau der Forstkultur und durch die Moglichkeit der Celluloseindustrie, auch
junge Holzgewachse von geringem Nutzholzwert zu verarbeiten,
zu einer g r o h r e n Unabhiingigkeit in der Rohstoffrage zu
gelangen. Dr. G. G i n o r i C o n t i , Florenz: ,,Die Borsllureindustrie
im ersten Jahrzehnt der faschistischen Am."
Vortr. berichtet nach einem kurzen geschiehtlichen Uberblick iiber die Borsauregewinnung in L a r d e r e 11 o (Toscana)
iiber die neueren Fortschritte dieser Industrie. Namentlich die
Ausnutzung des natiirlichen Wasserdampfes in der 1916 gegriindeten groBen ,,geo-thermoelektrischen Zentrale" von L a r d e r e 11o hat rnit Erbohrung des ,,Soffionissimo" von 1921, der
stiindlich 230 t Dampf liefert, und dem neueaten Bohrloch vom
April d. J. mit 176 t Stundenleistung gewaltige Fortschritte
gemacht. Seit 1922 ist namentlich die Konzentration d e r borsaurehaltigen Wiisser wesentlich verbessert worden, ebenso die
Gewinung dea im Dampf der ,,Soffioni" enthaltenen Ammoniaks.
Auch der friiher vernachllssigte Schwefelwasserstoffgehalt
wird heute verwertet. Neue Moglichkeiten bietet die neue
Industrie dea Trockeneises fur die seit 1926 in einer Verfliissigungsanlage gewonnene Kohlensiiure, welche von den
Quellen in unbegrenzter Menge geliefert wird. Zur Zeit sind
Arbeiten im Gange, auch die andern gasformigen Bestandteile
der Soffioni: Methan, Wasserstoff, Stickstoff und echliefilich
Helium, zu gewinnen. Prof. Q. S e s t i n i , Bergamo (Italcement A.-G.): ,,Uber
das Abbinden und h'rharten der Zemente."
Neue Forschungsergebnisse iiber Abbinden und Erhhrten
von Zement werden an der Hand von Lichtbildern nach
mikroskopischen Priiparaten mitgeteilt, welche die Erscheinungen der Wasseraufnahme und Kristallisation sowie die
Bildung und das Festwerden von Kolloiden erliiutern, durch
die Portlandzementmijrtel in seinen verschiedenen Ubergangszustanden bestimnit wird. Namentlich durch Zusatze von
Kieselsaure aus dem Blanc-Verfahren wird das Erharten solcher
Mortel verbessert, so daB i n dieser Richtung noch weitere Verbesserungen in bezug auf die Widerstandsfahigkeit der Zementmortel gegentiber der Zeit und korrodierenden Einfliissen zu
erwarten sind. Prof. L. C a m b i , Mailand: ,,Die Nichteisen-Schwermetalle
in Italien."
Vortr. weist auf d i e groden Fortschritte hin, die in Italien
im letzten Jahrzehnt auf dem metallurgischen Gebiet, insbesondere der Zink- und Bleierze, wissenschaftlich und technisch
gemacht worden sind und das Land zum groi3en Teil von der
Angewandte Chemie
45. Jahrg. 1932. N r . 351
565
Versanimlungsberichte
Einfuhr dieser Metalle unabhangig gemacht haben. Die gegenwartige Krise wird verscharft durch die Verbindung der einheimischen nietallurgischen Industrie mit grof3en auslkdischen
Interessenguppen, aelche infolge der Uberproduktion im
eigenen Land vielfach das Bestreben zeigen, die italienische
Produktion zu unterdriicken. Um alle Bodenschatze an
Mineralien auszunutzen, wie sie namentlich Sardinien besitzt,
ist vor alleni notwendig, die vorhandenen Wasserkrafte weiter
auszubauen, um die erforderlichen Mengen billiger elektrischer
Energie zu gewinnen. 3. G e m e i n s c h a f t 1 i c h e S i t z u n g d e r F a c h g r u p p e u
im Istituto Nazionale Medico Farmazeutico
,,S e r o n o", 8. Juni 1932.
Vorsitzender: Dr. G. M o r s e 11 i , Mailand.
Prof. C. S e r o n 0 , Rom: ,,Organ-thercrpeufische Produkle."
Vortr. gibt eine erschopfende Ubersicht uber C'heniie und
Riologie d e r Organprodukte und die Wirkung d e r Hormone in
den Drusen mit innerer Sekretion. Die Fabrikation solcher
Produkte wird erlautert und in einem anschlief3enden Rundgang durch die Betriebsanlagen des Instituts praktisch vorgefiihrt. Prof. F. S c u r t i , Turin: ,,Die Chemie i m Nnhrungsmittellrunsport."
Nach einem uberblick Cber die verschiedenen Veriinderungen physiltalischer, cheniischer und biologischer Art,
welche Nahrungsniittel auf ihrem Transport erleiden konnen,
wird uber die praktischen Versuche berichtet, die auf Anregung
des Vortr. gemeinsani mi! dem Landwirtschafts- und Korperschaftsministerium ausgefiihrt werden. Prof. G. T o m m a s i , Rom: ,,Die Chemie in d e n neueslen
Problemen der 1anduWschaftlichen Brzeugung."
Auf Grund seiner Forschungen uber Wachstum, Wns6erbedarf und Nahrstoffgehalt d e r landwirtschaftlichen Kulturpflanzen und iiber die Korrektion des Ackerbodens gelangte
Vortr. zu seinem System der ,,Rieselfelder rnit Uberproduktion
hochstkonzentrierter Futterpflanzen" zwecks raschester Uma a n d l u n g mineralischen Stickdoffs in organischen und zur Erzeugung konzentrierter Futtermittel von groljem biologischen
Wert in beschleunigter Fruchtfolge. Diese Bedingungen werden
erfullt, namentlich in den wasserreichen Gegenden Mittel- und
Suditaliens, bei starker Bewasserung, Dungung und dichter Aussaat rasch aachsender Pflanzenarten, a i e z. B. Wintergetreide,
in der warnien Jahreszeit. Es lassen sich auf diese Weise in
30 bis 40 Tagen 400 bis 450 d z Griinfutter pro ha gewinnen,
tias etwa 30% Eiweilj, 50% Kohlehydrate und nur 5% Cellulose
in d e r Trockenmasse enthalt und an Futtenvert die besten UIkuchen infolge seines Vitamin- und Nahrsalzgehalts ubertfifft.
Dadurch wird f u r die menschliche Ernahrung ein groRer Teil
des bisher verfutterten Getreides frei, dessen Einfuhr die
italienische Handelsbilanz heute so stark belastet. 11. Sitzungen der einzelnen Fachgruppen3). 7. und 8.Juni 1932.
A . Allgemeine und organische Chemie.
S e k t i o n I.
Allgenieine und physikalische C h ~ m i e .
Chemifiches Institut der Universitat Rom.
\
Vorsitzender: Prof. N. P a r a v a n 0 , Roni, Mitglied der
Acad. d'Italia.
Prof. V. C a g 1 i o t i , Rom: ,,Die kafalylische Zerselzung
des Alkohols mitlels Titondioxyd."
Beltaiintlich wirkt TiO, bei hoherer Temperatur auf Alkohol
dehydrierend und wasserabspaltend. Vortr. fand, dalj die Katalyse nicllt von der Struktur des Titandioxyds beeinfluljt a i r d .
Dagegen zeigen Katalysatoren aus Titanhydroxyden, die durch
Fallung mit Ammoniak oder Soda gewonnen wurden, eine Zunahriie d e r Wasserstoffabspaltung, die von einer Abnahme de r
katalytischen Wirkung begleitet is!, die d er Vortr. auf eine
Vergiftung der Aktivitatszentren durch adsorbierte Alkalihydroxyde zuruckfiihrt. Prof. B. F o r e s t i , Parma: ,,Ketlenrenklionen in der
heferogenen Katalyse."
Vortr. fand bei Versuchen mittels Differentialniikrome!ers,
dalj bei d e r Hydrierung von Athylen i n Gegenwart von Platin3) Von den iiber 180 Vortrigen kann im folgenden n u r eine
kleine Zahl behandelt werden.
schwnrz sich der Katalysator erhitzt, was im Gegensatz zu der
Warmebilanz steht, welche sich aus d e r von B e n n e w i t z und
N e u m a n n angeiiomnienen Reaktionsgleichung ergibt. Aus
caloririietrischen Versuchen konnte die Molekularwarme der
Athylenhydrierung rnit 26 bis 36 Cal festgestellt werden. Dime
Zahlen stimmen niit den bereits bekannten und zwischen
30 und 35 C X angenonimenen Werten gut uberein. Es ist soniit
erwiesen, dalj die ganze Reaktion auf der Oberflache des Katalysators verlauft und nicht, wie B e n n e a i t z und N e u m a II n
annehmen, eiuen Impuls vom Katalysator erhalt und dnnn
auIJerhalb dimes Katalysators in der gasformigen Phase von
selbst weitergeht. . T. R o n d e 11 i , Mailand: ,,Alkaliverbindungen des Eisens."
Vortr. berichtet uber seine Versuche iiber das bisher wenig
belrannte aber interessante Natriumferrit, Na,FeO,, dessen Dar&ellung auf elektrolytischem und auf rein chemischem Wege
beschrieben und dessen Beziehungen zum magnetischen Oxyd
hervorgehobeii werden. Das anodische Verhalten verschiedener
eisenhaltiger Materialien, einschl. des ,,nichtrostenden" Chromstahb, wurde in einfachen alkalischen Badern und in Gegenwart von Ferriten und Ferraten untersucht, ebenso d e r Angriff
alkalischer Lkunge n auf solche Materialien. Die Ferro-ferrihydratreaktionen zeigen d i e besondere Wirkung kolloidaler
Membranen bei der Ausbreitung des Rostes. Die Gegenwart
von Oxydationsmitteln in alkalischen Losungen ruft beim Stahl
und bei Eisenlegierungen bestimnite Anderungen der mikroskopischen Struktur hervor, die Vortr. rnit der Bildung von
niagnetischeni Oxyd in Verbindung bringt. Dr. F. S c h a c h e r 1 , Rom: ,,Kafn/ytischeEinjZiisse auf d i e
Chemiluminescenz des Phosphors."
Wahrend Tetrachiorkohlenstoff die Luminesceriz des Phosphors unte'rdruckt, wirkt Phosphoroxychlorid als Aktivator
iihnlich wie Ozon, Diphenylamin und Nitrobenzol. Nach
S e m e n o f f ergibt sich die Chemiluminescenz des Phosphors
aus fol'genden Kettenreaktionen: 0,= 0 0; PI 0 = P,O;
P,O -!- 0, = P,&; 0 P, = P40 usw. Die negative Wirkung
von Katalysatoren 1af3t sich durch Inaktivierung eines Kettengliedes erklaren, modurch d e r Fortgang der Reaktion unterbrochen wird. Phosphoroxychlorid dagegen bildet Aktivitate
zentren, und die Reaktion verlauf t daher nach d e r Gleirhung:
POC& PI = P40 PCI,; P40 O2= P40, 0; 0 P, = P40
usw. Prof. G. S e in e r a n 0 , Padua: ,,PoZarogrnphische Untersuchungen mil der QuecksilberlropfenknfRode."
Vortr. gibt eine Ubersicht iiber die polarographische Methode
und ihre verschiedenen Anwendungsmoglichkeiten, die an der
Reduktion des Acetons und Benzaldehyds gezeigt werden. Be1
Gegenwart von Lithiumsalzen als Elektrolyt wurde Aceton bis
zum Pinakon und Benzaldehyd bis Zuni Hydrobenzoin reduziert.
Der Benzaldehyd wird stark an der Zwischenschicht Quecksilber/Losung absorbiert. Die Methode eignet sich i'?r niikroanalytische Bestimmungen von Benzaldehyd bis zu einem Wert
von 10-7 g. -
+
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S e k t i o n 11: O r g a n i s c h e C h e m i e .
Chemisches Institut der Universitat.
Vorsitzender: Prof. G. B a r g e 11 i n i , Rom.
Prof. W. C i u 6 a , Bologna: ,,Diacetyl und Methglacetylcnrbinol durch Enzymwirkung Q U S Proleinen."
Bei der Einwirkung von Pepsin, Trypsin und Papain auf
Milch wurden wechselnde Mengen von Diacetyl und Methylacetylcarbinol erhalten. Vorlr. nimmt an, dalj diese aus den
Proteinen entstehen. I n keinienden Pflanzensamen kommen sie
ebenfalsls vor, \wmiutlich durch Wirkung b e t i m m t e r Bakterien. Prof. R. D e F a z i , Pisa: ,,Ein neues Isomeres d e s Cholesterins."
Bei der Einwirkung von Salzsaure auf Cholesterin in Gegenwart von o-Cresol oder Alkohol bzw. wasserfreiem Ather wurden drei verschiedene Chlorhydrate erhalten niit den Schmelzpunkten 136-1380,1580 und 124-1260. Aus dem ersteren wurde
ein neues Isoineres des Cholesterins rnit einem Schmp. von
141-1430 erhalten, das sich niit dem aus dem bei 124-126C
schmelzenden Chlorhydrat als identisch erwies. Durch Anwendung dieser Methode auf Ergosterin sind neue Ergosterinisonieren zu erwarten. -
566
i
Versammlungsbericht e
Dr. Z. E. J o 11 e s, Florenz: ,,Uber die Zersetzung der norrnalen Diazotate."
Vortr. erhielt durch spontane Reaktion normaler Diazotate
bei Einwirkung von Alkalien die von ihm in fruheren Arbeiten
bescliriebenen ,,Diazoharze". Das Diazotat hat hierbei in folgend e r Weise reagiert:
4CeH5. N2. OH -F C24HiBN10 3HzO 3N2,
wahrend bei d e r klassischen Spaltung nach G r i e b die Diazotate in Phenol und Stickstoff zerfallen. Die Art der Reaktion
ist a b ~ n g i gvon der herrschenden Alkalikonzentration. Prof. D. 111 a r o t t a , Rom: ,,Uber die Struklicr substituierler
und nichl subslituierter Barbitursaureabliommlinge."
Bei d e r Einwirkung von Diazomethan auf Verona1 erhielt'
Vortr. die isomeren Stickstoff- und Sauerstoffester. Aueh das
,,Dial", das entsprechende Allylderivat, lieferte rnit Diazomethan
einen festen Stickstolfester und einen flussigen Sauerstoffester.
Da die Menge des Stickstoffesters hierbei uberwiegt, ist anzunehmen, d a b beim Dial das Gleichgewicht mehr nach der Seite
der normalen Ketoform zu liegt. Prof. L. M o n t i , Roni: ,,Synthetische Malariamillel."
Vortr. gibt eine Ubersicht uber die bislier vorliegenden
Arbeiten i n anderen Landern. Neuerdings sind auch in der
Hochschule fiir Malariaforschung (Italien) wirksanie Malariamittel in Form von Derivaten des Chinolins und Acridins erhalten warden. Pro€. L. M u s a j 0 , Roni: ,,Katalytische Phenyl-PyridinSynlhesen."
Beim Erhilzen von Acetaldehyd, Acetophenon und Ammoriiak auf 400" i n Gegenwart von Aluminiumoxyd wurde ein
Reaktionsgemisch erhalten, das beim Fraktionieren neben Pyridin eine bei 270-3100 ubergehende Hauptfraktion lieferte,
welche bei der Oxydation rnit Permanganat a-Phenylpyridin-ycarbonsiiure ergab. Mittels Pikrinsaure konnten die beiden Basen
+
+
bestimmt werden. Prof. M. P a s 6 e r i n i , Siena: ,,Reaktionen zwisehen In- und Schiffscken Basen."
dolen
Die Schiffschen Basen wirken auf Indole ahnlich wie auf
Naphthole. Beim a-Methylindol findet die Kondensation in
p-Stellung, beim Sltatol i n a-Stellung statt. Prof. R. P o g g i , Florenz: ,,Untersuchungen mil C?ycZokelonen."
Vorlr. erhielt bei d er Kondensation von o-Methylcyclohexanon niit Benzaldehyd in verdiinnter 4% iger Kalilauge
2-Methyl6-benzal-1-cyclohexnnon. Beim ('ycloheranon und seinem p-Methylderivat verlauft die Kondensation nicht einheitlich
niononiolekular, sondern etwa 30% des Produktes werden weiter
in das o-0'-Dibenzalderivat ubergefuhrt. Es wurden neue Oxime
und Semicarbazone dargestellt, die sich vorziiglich zur Trennung
d e r Mono- und Dibenzalverbindungen eignen. Bei der Reduktion mit Platinmohr wurden die entsprechenden Benzylderivate
erhalten. Prof. A. Q u i 1 i c o , Mailand: ..Ubsr die Renktionsprodukte
der Salpetersaure auf Acclylen. Die Azoverbindungen des Trinitromethans, eine neue Klasse von Explosivstoffen."
Bei der direlrten Eiuwirkung von Salpetersaure auf Acetylen
wurde ein gelber, explosiver Korper erhalten, der sich auf
Grund seiner Synthese nus a-Isoxazoldiazotat und Ammoniumnitroformiat als ein a-koxazol-azo-trinitromethanerwies:
CH --CH
I1
I/
N\dC--N=N-C
/NO;
NO,
\NO:!
Das Nitrofornl ist befahigt, in neutraler aabriger oder essigsaurer Losung mit aromatischen Diazokorpern zu kiippeln. Die
neuen Verbindungen von der allgemeirien Forniel :
R-N
/NO2
= N-C-NO!
\NO1
sind gelb gefarbt und stark explosiv. -
Angewandte Chemie
45. Jahrg. 1932. N r . 35
B. Angewandte Chernie.
S e k t i o n I: T e c h n i s c h e C h e m i e .
Physikalisches Institut de r Universitat.
Vorsitzender: Prof. C. M a z z e t t i , Rom.
Prof. M. G i o r d a n i , Rom: ,,Cilronensuuregiirung."
E-s gelang, eine im Laboratorium auf verschimmeltem Brot
isolierte Abart des Aspergillus niger in Gegenwart von Oxydationsmitteln auf kiinstlichen Nahrboden zum Citronensaurebildner heranzuziichten, der Saccharose bis zu 50% in Citronensaure vergart. Lavulose, Glucose und Invertzucker liefern reichlich rnit Sporen durchsetzte Gemische und iiberwiegend Oxalsaure. Dieser Umstand ist bei d e r Sterilisierung der rohrzuckerhaltigen Nahrlijsungen zu beachten, um Citronensaureverl u d e infolge Invertierung zu vermeiden. Prof. G. M e z z a d r o 1 i , Bologna: ,,Enzyrnatische Enlhaarung von Fellen rnittels Hefe-Autolysaten."
Das proteolytische Enzym de r Hefe bietet bei der Enthaarung der Hlute wesentliche Vorteile gegeniiber allen bisher
gebrauchlichen Verfahren. Es gewahrleistet eine gleichmabige,
vollkommene Enthaarung, ohne die Haute im geringsten zu
schiidigen. Prof. V. M o n t o r 0 , Mailand: ,,Affination der Blei-Antimon-Legierungen."
Durch Einverleibung kleiner,Mengen Natrium gelingt es, die
Harte der Legierungen zu erhohen, wobei d i e mikrographische
Struktur gleichzeitig verandert wird. Prof. G. N a t t a , hlailand: ,,AZkoholsynthese dureh katalytiachs Reduklion des Kohlendioxyds."
Vortr. berichtet uber die Ergebnisse, die im technischen
Dauerbetriebe durch Katalyse eines Gemisches von Kohlenoxyd
und Wasseretoff im geschlossenen Reaktionskreislauf bei
Drucken von 300-500 at erhalten wurden. Unter den Reaktionsprodukten iiberwiegen die primaren Alkohole, und zwar die
normalen niit ungerader Kohlenstoffzahl und d i e rnit verzweigter
Kohlenstoffkette mit /I-Methylgruppen. Propyl- und Isobutylalkohol stellen allein schon etwa 70% de r gebildeten hoheren
Alkohole dar. Prof. L. S z e g 6 , Mailand: JJnlersuchungen iiber den Bleikarnmerproze p."
Vortr. berichtet iiber kinetische Untersuchungen uber die
Absorption des Salpetrigsaureanhydrids und des Stickdioxyds in
verschiedenen Gemischen von Schwefelsaure und Wasser. In
Schwefelsaure mittlerer und hoher Konzentration zeigt Salpetrigsaureanhydrid die grobere Absorption6geschwindigkeit, in verdiinnter Schwefelsaure und in Wasser ist das Verhaltnis umgekehrt. S e k t i o n 11: A g r i k u l t u r c h e m ie.
Botanisches Institut d e r Universitat.
Vorsitzender: Prof. G. T o m m a s i , Rom.
Prof. 0. B o l t i n i , Rom: ,,Wber die Erscheinung des
CapiElaranstiegs des Wassers i m Boden."
In Anbetracht des Einflusses d e r austauschbaren Kationen
auf die physikalischen Eigenschaften, namentlich hinsichtlich
des Wasserkreislaufs im Boden, wurde die Wirkung der verschiedenen einwertigen, zweiwertigen und dreiwertigen Kationen
auf die Capillaritat des Bodens untersucht. Im gleichen Boden
ergaben die verschiedenen Kationen verschiedene Aufstiegsgeschwindigkeiten fur Wasser, woraus die Wichtigkeit d e r austauschbaren Kationen fur die Capillarbewegung des Wassers im
Boden erhellt. Dr. V. M o r a n i , Rorn: ,,#ber die Bestimmung des Sattigungsgrades der Ackerboden."
Bei der Bestimmung der austauschbaren Basen nach den
verschiedenen Methoden beeinflubt d i e Wasserstoffionenkonzentration, mit welcher die Extraktion der Basen ausgefiihrt wird,
oft nierklich die Ergebnisse. Es erscheint daher zweckmaig,
fur solche Extraktionen gepufferte Losungen, wie z. B. von
Ammonacetat, anzuwenden. Fur die Bestimmung d e r Absorptionsfahigkeit wird zweckmal3iger die Absattigung der Kolloide
mit prr 8,5 anstatt 11 angenommen.
Prof. G. T o m ma s i , Rom: ,,Experirnentalunlersuchungen
uber die Korrektur saurer Humusboden."
Die Versuche ergaben die Notwendigkeit, auber der Austauschaciditat auch einen Teil d e r hydrolytischen Aciditat des
Bodens abzusattigen. Der Sattigungsgrad de r Kolloide zei@ auf
Humusboden einen vie1 geringeren Wert als auf vorwiegend
-
Angewandte Chemie
45. Jahrg. 1932. Nr. 35)
567
Versammlungsberichte
mineralischen Boden. Schon bei einer Absattigung de r bei
PH 11 absorbierbaren Basen bis zu 20% und entsprechender
Diingung konnten auf strengen Humusboden mit 20-25% organischen Substanzen und pH-Werten von durchschnittlich 5 in
700 m Hohe Ernten bis zu 30 dz pro ha erreicht werden, gegeniiber 5-6 dz ohne Korrektur. S e k t i o n 111:
N a h r u n g s m i t t e 1- u n d a n a l y t i s c h e C h e m i e.
Pharmazeutisches Institut d er Universitat.
Vorsitzender: Prof. C. M a n u e 11 i , Rom.
Prof. R. D e F a z i , Pisa: ,,Uber die Frischhaltwng des
Citronensaftes und des Vitamins C."
Die Veranderungen d e s Citronensaftes wurden als eine Wirkung d e r von den Schalen herriihrenden Mikroorganismen erkannt. Durch ultraviolette Bestrahlung konnten der Saft und
das darin enthaltende Vitamin C konserviert werden. Dr. S. F a c h i n i , Mailand: ,,Der Brechungsindex als
charaMeristische und physikalische Konstande der Ole und Fette
insbssondere bei der Olivenoluntersuchung."
Der mittels eines auf Vorschlag des Vortr. rnit heizbaren
Prismen versehenen Immersionsrefraktometers nach P u 1f r i c h
mit einer Genauigkeit von 2 Einheiten in d er 5. Dezimale bestimmbare Brechungsindex kann als Konstante in der Oluntersuchung dienen und vermag d i e weit weniger genaue Jodzahl
vorteilhaft zu ersetzen. Prof. F. G a r e l l i , Turin: ,,Bestimmung des Phosphms in
organischen Verbindungen mittels der calorimetrischen Bombe."
Beim Erhitzen von fein gepulverten phosphorhaltigen organischen Substanzen, zweckmaBig nach Anfeuchten rnit Toluol
oder Dekalin, in der VZA-Bombe mit Sauerstoff wurde e ine vollstandige Verbrennung erhalten. Die Substanzprobe wurde in
einem Quarztiegel in d i e Bombe gebracht. Nach d e r Verbrennung kann man die entstandene Phosphorsaure direkt mit
Ammoniak und Magnesiummixtur fallen. Um Spuren von Eisen
i n Lijsung zu halten, werden einige Kubikzentimeter Ammoncitratliisung hinzugefiigt. In gleicher Weise laBt sich auch Arsen
in organischen Verbindungen bestimmen. Prof. D. M a r o t t a , Rom: ,,Alkoholyse der Felte."
Nach H a 1 1e r bilden die Glyceride d er Fette beim Behandeln rnit angesauerten Alkoholen Fetlsaureester solcher Alkohole (Alkoholyse). Vortr. versuchte diese Methode, iiber die
sich viele Widerspriiche i n der Literatur finden, bei der Untersuchung von Fe t t en Wurde Butter nach H a 11e r mit Methylalltohol behandelt, so wurden verschiedene Ester verschiedener
Dichfe und Brechungsindices erhalten, d i e sich isolieren lieBen
und deren wichtigste Konstanten festgestellt wurden. Prof. D. M a r o t t a , Rom: ,,Die chemische Behandlung der
Mehlnrlen."
Vortr. weist auf d en hoheren Marklwert gebleichter Mehlsorten hin, da der heimische Verbraucher das Brot so weiB
wie moglich wiinscht. Zuni Bleichen d e r Mehle dienten zuerst
Gase, wie Chlor, schwe€lige Saure, Stickoxyde, Nitrosylchlorid
und Ozon, spater wurden auch feste Oxydationsmittel, wie
Benzoylperoxyd, Ammonpersulfat und -perborat, Kaliumbromat
iind -chlorat usw., benutzt. Die chemische Mehlbehandlung
wwrde sogar als notwendig angesehen, urn die Wirkung d e r
Hefe, d i e Qualitat des Glutins und des Brotes und vor allem
auch d i e Brotausbeute des Mehls zu erhohen. Das Bleiehen des
Mehles erklart sich aus d er Umwandlung des im Mehl enthaltenen gelben C a r o t i n s durch die Oxydationsmittel. Da
hierbei aber auch die Vitaminwirkungen des Carotins zerstort
werden, wird die Verdaulichkeit und Bekommlichkeit des Brotes
herabgesetzt. Die Zunahme der Backausbeute beruht lediglich
auf den1 hoheren Wassergehalt des aus chemisch behandelten
Mehlen oder unter Verwendung von Backpulvern (aus Calciumphosphaten, Ammonsulfat und -chlorid und auch a m Aluminiumverbindungen) hergestellten Brotes. V o r t r. 1 e h n t
j e d e c h e m i s c h e B e h a n d l u n g d e r M e h l e a b , da
sie durch Verminderung d er Verdaulichkeit des wichtigsten
heimischen Nahrungsmittels eine Gefahr fur die Volksgesundheit bedeutet. Gesetzgeberische Maenahmen in diesem Sinne
sind bereit8 vorgesehen. Dr. I. S o r g a t 0 , Mailand: ,,Leitfahigkeitsmessungen in der
Zuckeranalyse."
Vortr. berichtet iiber seine Versuche zur Zuckerbestimmung
in Rohzuckern. Die mit dem technischen Apparat von T o d t
erhaltenen Daten wurden mittels einer Wheatstoneschen Briicke
nachgepriift, bei de r die Vergleichsstrecken aus Widerstanden
bis zu 11000 Ohm bestanden und das Gleichgewicht mittels
e i n s vom Vortr. fur diesen Zweck konstruierten Verstarkers
nus dre i Verstarkerrohren entweder akustisch oder galvanonietrisch nach Gleichrichtung des Stroms nach der letzten Verstarkungsstufe bestimmt wurde. Die Methode ist durch ihre
rasche Ausfiihrbarkeit und Genauigkeit hervorragend zur Betriebskoutrolle geeignet.
111. Besichtigungen industrieller Anlagen.
A b r u z z e n , 9. b i s 12. J u n i 1932.
AnschlieBend an die wissenschaftlichen Tagungen fanden
Besichtigungen industrieller Anlagen statt, die die Teilnehmer
in diesem Jahr in die Industriegebiete der Abruzzen fuhrten.
Zuerst wurde die groBe M a 1 z f a b r i k der A.-G. M a l t e r i e I t a l i a n e in A v e z z a n o in d e r Ebene des ehemaligen L a g o F u c i n o besucht. Der rnit acht Keimtrommeln,
Bauart G a 11a n d , zu je 12,5 t Fassungsvermogen arbeitende
Betrieb verarbeitet italienische Gersten auf verschiedene
Brauereimalztypen und hochdiastatisches Malzmehl und bietet
in seiner erdbebensicheren Bauart in Eisenbeton bei fiinf
Stockwerken und fast 40 m Hohe bautechnisches Interesse. Die
Erdbebenkatastrophe, welche 1915 die Umgebung von A v e z z a n o verwiistete, vermochte dem Betriebe nichts anzuhaben.
Der folgende Tag brachte von Pescara aus eingehende Besichtigungen der Zuni M o n t e c a t i n i - Konzern gehorenden
Anlagen d e r S o c i e t t i N a z i o n a l e C h i m i c a , der S O C .
A n. A z o g e n o und d e r S O C .I n d u s t r i e M i n e r a r i e e d
E l e t t r o c h i m i c h e (S.I.M.E.) in B u s s i . In1 ersteren Werk
sind eine moderne W a s s e r e 1 e k t r o 1 y s e a n l a g e , Bauart
Knowles, mit 5000-kW-Leistung, sowie verschiedene Anlagen
fur die Kochsalzelektrolyse (Amalgamverfahren und Zellensysteme) bemerkenswert. Das gewonnene Chlor wird teils mit
Waseerstoff zu Salzsaure verbrannt, teils auf andere Produkte,
wie Chlorkallr, Tetra- und Trichiorathan ww., verarbeitet, die
z. T. auch exportiert werden.
Der Wasserstoff dient in der benachbarten Claude-Anlage
der , , A z o g e n o " zur A m m o n i a k s y n t h e s e . Der notige
Stickstoff wird in einer Luftverflussigungs- und Destillieranlage
nach Claude gewonnen.
Ein grol3er Teil des erhaltenen Ammooiaks wird in einer
ltatalytischen Anlage nach T o n i o 1 o - N i t r u m , die eine besonders hohe Leistung pro Katalysatoreinheit aufweist, mit
Sauerstoff zu S a I p e 1 e r s a u r e oxydiert. Weiter w i d
.4mmonnitrat durch direkte Vereinigung von Ammoniak mit
Salpetersaure hergestellt.
In dem Werk de r S.I.M.E. bot namentlich die neuzeitliche
Anlage zur Gewinnung von Aluminiumoxyd nach dem B a y e rVerfahren Interesse. Erzeugt werden hier jahrlich 10 OOO t
Oxyd aus italienischen Bauxiten, ferner Kohleelektroden fur die
Aluminiuniofen. Die Wiedergewinnung de r Natronlauge erfolgt
in machtigen Vakuumverdampfern rnit Turbokompressoren fur
die Briiden nach E s c h e r - W y s s. Eine moderne elektrostatische Entstaubungsanlage, Bauart 0 r s k i , reinigt die Abgase der Calcinierofen. Die gesamten Werke beschaftigen heute
iiber 1100 Arbeiter.
AnschlieBend konnten die h y d r o e 1 e k t r i s c h e n A n l a g e n d e r S O C . M e r i d i o n a l e d i E l e t t r i c i t h besichtigt werden, welche aus den Wasserkraften des Flusses
P e s c a r a in vier Gefallstufen 54 000 kW gewinnt und auDer
den Werken in B u s s i auch das suditalienische Gebiet mit
Strom versorgt.
Den AbschluB bildeten Einladungen kleinerer Unternehmungen de r metallurgischen und Nahrungsmittelindustrie (Teigwaren) in P e s c a r a selbst.
Die Besichtigungen boten auch fur den nichtitalienischen
Fachmann e k e Fiille von Anregungen und gaben ein eindrucksvolles Bild von der Lektungsfahigkeit und dem bemerkenswert
hohen Stand de r noch verhaltnismaBig jungen chemischen
Industrie Italiens. Hervorgehoben zu werden verdienen auch
die vorzugliche Organisation des Kongresses und die aui3erordentliche Gastlichkeil, an die jeder Teilnehmer rnit Vergniigen zuruckdenken wird.
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