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Auffindung und Ausgrabung einer 8 Leipz. Ellen 57 Zoll langen Blitzrhre bei Dresden

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VII.
Auflndung und Auegritlung
einer 8 Leipz. Ellen 54 Zolt lnngen BLiteroirre
bei Dreaden;
Y O U
KARLGUSTAV
FIEDLER,
Da. Eli.,.
des prakt. Berg-
11.
HUttenwef. willco t p Freibcq irn Erzgebirgc ?).
Nachdein ich ORern i8ai die game Uingegend von
Dresden, wo fich Sand befindet, dL1rcld~cht,I d endlich an dem kahlen Sandhiigel, $ Stunde vom L d 7 h
nhnnychen Bade und etwa 600 Scliritt xiijrdlich hintef dem iiber der Priernitz gelegnen ZeichenfcliliigerHanfe, am We&!nach den1 P (einer Abtheilung des
Forfireviers 1, Stiicke von Blitzr6hren aufgefiinden
hatte, ohne jedocli ihre Gcbnrtskiite entdecken zu
kiinnen, - gliickte ee niir iin Herbfi 1821, als ich
w i d e r einige T a p zu meiner E r h o l i i n ~in dem freundlichen Dresden znbrachte und das Naclifi~chenfortIktzte, eine Blitzriilire an ihrer Gebnrtshtte aufzufinden, nnd zwar am l~ordiifilicllenobern Albliange Jee
kalilen Sandliiigcls. Ich lids IbSleicli die A~sgrabuna
anfaxigen, allein lchon bei 5 Ellen Tcufe wurdg fie fo
*) Ueber die B1itr:tihren und ihre EntRehuog fiehe meine ArifEitLe in diden Annnlen J. 1817 St. 3 (B. 5 5 S. 121) mit 2 Kupfertafeln. uiid j. ~ g l oSt. 3 (B. lil S. 2335) mit I Kpftfl. Ucber die Biitrr~lrreiibei Dreaden 1 i g z i St. 6 (6.68 S.209). Fa
I
302
I
perbmchlich, dale ee nicht mehr magllicli war ein ganzee Stiick aue dem Sande zii nehmen. "ur auf eine
Lttnge von 2 0 2011waren die Stiicke fo unverfehrt geblieben, dak ich fie wieder zufammen kitten und in
ihrer natiirlichen Lage darfiellen konnte 3. Sie hat hier
&en 2 Zoll langen Seiten&, der &nzige welcher in
der ganzen Lttngs von 3 Ellen Gch zeige. Die Blitzging fafi fenkrecht in den Sand hinab, und gehiirtwzu der Abanderung mit gerundetern, nicht knorrigen AulienflSchen deren Seitenwgnde faR nur aue
einer einzigbn Lage verlchmolzener SandkGrner befie-hen. Diefe BlitzrZiliren pflegen ohne bedeutende
Kriimrnungen? in h e r geradern €kauptriclitung, und
liur mit h f t e n Seitenbiegungen i n den Sand liinab
ZU gelin; b auch diefe. Diejenigen Blitzriihren dagegen, deren Au~senflirchenmelir zackig und knorrig find,
und die aus mehr gefchmolzener MaRk befiehn, fchlangeln fich i n mannigfaltigern Kriimmungen in den
Sand hinab.
Ofiern 1822 hatte ich die Frende, als ich den Hiigel abermale bef'uchte, am nordwefilichen oberii AbIiange deRelben, wieder eine Blitzriilire a n ihrcr GOburtskltte aufzufinden ; lie gins in einer Hanptrichtung in den Sand hinab, linter einem Winkel VOII
8q0mit dem Horizont. Ich veranfialtete das Anegraben diefer R6hre in den folgcnden Tagen, u11d da
hierbei Zirnmerung atis n~ancherlei Urfachen nicht
anwendbar war, lids icli einen weiten Kreie famen;
die W e i t e dcflelben und die Bofcchungen des herabfd-
,
*) Didor Scllck Bllbtlhrs von
belner Sumlong.
F.
$01'
U n g r befindet lich noch In
t 303 1
Ienden Sandes befiimmten did Td&; bie ZLI welchet
ich die R6lire verfolgen konnte. 6ie behielt jllre fafi
reigere und nur wenig nach ddr MW dee Hiigele geneigte Hauptrichtiing bia zu dii& Teufe von etwao
tiber 5 Bllen.bei, d a m aber fchlM&lte fie Iich bis an
i h r Ende, der Haupticlitung nach nnter 650, nach
der Mitte de8 Hiigds zu und fall d e kleinen Seitenafie waren auch dahin gcrichtet. 'Dh die Riihre in die
fcdliche Seite des im Sande gebifdeten Trichters binein fortfetzte, fo lie& ich, in der MeiMng bald dasEnae der Riihre zii erreichen hnd''+h' den Trichter
&lit Cehr bedelltend weiter faflen Iden -diz mi&& (da
er
fchon iiber 12 Ellen Dzirchnteffer hatte),' bier
r u d nieder gehen ala Collte eih .Brunnen gegraben
werden. Als wir indefs bis gegen 7 ISBen tief-her&
waren 9 , driickte fich eine bedeutende SandmaITe ab,
aind verrchiittete mich und eirten der Arbeiter, jedoeh,
Gott fey Dank, niir bio an dio Brufi, da ich mich eben
wieder aufgerichtet hatte, uni wieder tiefer niedergehn
zu hKen ; C o d ware ich Iicher ziilaknmengedriickt worden, und hgtte errticken muKen **I.
,
,
ro
,
Namlich von der nn8ngl~chenOberfl~che
dcs Puhktes ab gerechr
net, von welcherll pus die Rtihre in den Sand hinabging; dagcgen
fa& 11 Ellen tief, wenn man den ausgeworfenen Sand dazu
rechnete, wiewohl ich diefen immer wicder abwerfen Iiefs. F.
**) Diefes zur Warnuag mr diejenigen, die etwa derglcichen
Ausgrabungen in der Folge irgendwo onteruehmen foliten.
Der Sand hatte Bch, da er feucht und fchwer war, fo fell urn
mcinen Ktirper zufarnmengefetzt , d d a ich kein Glied rUhren
konnte; ja, alr ich nach fafl I Stunde bis unter die Knie ausgerchaurelt war, und bia dahin frsl mich brwegcn konnte,
vermochte ich ooch keinen Furs heraur zu ziehen und such
nicht zu rtlhren, da der Sand gar nicht nachgab.
F.
0)
[ 304
1
Bei diefern Hereinslien dcs Sandee ging ein 64tenart rerloreq; die Oeffnung, wo er ausging, ifi a n c h
noch an der HBhre zu bemerken. Ein zweiter Seitenafi geht 64 Zoll hi;her (von oben lierab gerechnet bei
6 Ellen 2'4 LXnge der Aahre) aus dem Hauptftamm ab;
er iR 12: 2011 $ng, K a y n To Rark wie eine Krdienfeder, iind bjegt fich anfapglich c i n weni6 aufwgrts, fetzt
donn 4ber (da Gch 1iieF.die I M r e bersits Linter 6 5 O
verflgcht ) horizontal i n den Sand fort; die Aufsenfltrchen deblben GiJd ziemlicli geriindet. Etwa 142011 untey dielpm,Seitenafte zeigen Iicli einige ganz Tonderbar
gfbi!cl$a KnorFen an dcT Rohre, urid if 2011 weiter
h+b gehen einaiider eztgegengefetzt 2 kleine SeitenaRe. ays der bo.Jyy,,welclies ich an don Senner BlitzPFhrcn, nocjh +lit bemerkt hatte. Noch m 2011 tiefer eeigt fick wiedpl: ein wiinderbar gebildeter KnorTen. Fit ein Parr SpitFen. Gtwa 5'1 tiefer befindet ficli
eine kleine Spitze. ayfwgrts gericlitet. Am Ende der
Aiihre gelien cinander gcrade pSeiiiiber zwci kleine
Spitzen, deren jede, etwa g6 Zoll lang ;It, rechtwinklig a m dem Haiiptltamme, und bilden die Gefialt einee kleinen Kreuzes; eg zeist dielks eiii Ansliralilen
der Electricitiit, llnd erinnert a n die electrifchen Strahlenbiifchel.
Der Sand wurde, je ticfer wir Iiinab kanien urn
&fio feuchter, uiid am Endo der Ralire fall n a k , To
ditB er beinah IangCm von der Schanfel abflofs. Uebrigens war in der ganzen Erliinsiing der RShre der
nq,ebende Sand iiberall gleichformig ; niir a m Ende
Jerfclben wurde er etwas griiber iin Korn, jedocli fand
weder unter dem Ende der liolirc, noch da, wo
kleine Seiten&&eaushcfca, eiwas EilhL'cliiilGges, oder
-
I
.-
4
.
,
E 305 I
etwas Thonigee, das etwa eine Lage Sand feuchter ale
die andere erhalten hiitte, oder fonR etwae wodurcli
eine Haupt oder Neben-Leitung angenrcheinlich bemerkbar geworden wgre.
Die Rbhre war, wie alle bieher anfgefudenen,
d t rgthlich gewordenem Sande *I umgeben.
Alle Blitzrbhren mit rtarken Seitenwanden haben
Reis eine zackige knorrige Aufeenbite, und End, wie
ich fchon i n den friihern Abliandlungen in diefen Annden bemerkte, i n ihrer xiatiirlichen L a p durch
Querfpriinge i n Stiicke, welchc aufs genaueRe auf ein,ander paflen von # Zoll bis zu einigen ZollenLange ( je
i a c h der Starke der Rbhren, und alfo der glafigen Mare
welche im F l u b war) zerrprungen tvie es nothwendig gefchehen mufete 3a die gefchmolzene glaGge
Mallk, durch den fie dicht umfchliefsenden feucliten
Sand, fchnell erkaltete. W e n n man ein Stiick einer
TolchenRBhre era To weit frei gemzchthat, dafs fie noch,
wie an einer W a n d herablanfend, fich im Sande im Prof3zeigt, To erfcheint fie im vSlligen Zurammenhange;
ee trennen fich dann aber bei der leifcfien Bcriihrung
die genau auf einandor lichenden Stiicke. B1itzri;hren, wdche i n ihrer ganzen Liinge nur diinne Seitenw8nde haben zeigen fiets eine gerundetere Aufsenflache mil eine rundere innere Hahlullg; da alfo dann
nur cine einzige Schicht Sand verrchmolzen war,
To find in ihnen Querrpriinge zwar auch vorhanden,
a h nicht lo htiufig. DaUelbe findet bei den 18ngern
-
,
,
,
,
fa
.’) Anch du Sand dcr HUgelr rird, in reinea Gehken, in anU a d u RothglRhhitze rlithlich.
F.
Anad, 6 PhyEk. 8.71. St, 3, J, rtlzr. St.7.
U
c
306
1
S e i t e n A n h t t , die, wenn auch die RGhren aubeil
rehr zackig nnd knorrig find, fiets gernndeter vorkommen. Befiehen eber die Seiten,Whde gar nur aue einer
Lage nur unvollkommcn mit einander vcrfclimolzener
(zulammengefritteter Sandkijrner b End die QuerCpriinge, wie rcl'chon zu vermiithen war noch A'eltener,
ipdeCs fich vide nach der Lgnge der Seitenwande herab geliende grijfsere und kleinere RiEe zeigen.
Dafs zwifchen den Blitzriihren, welche i n ilirer ganzen
Lsnge nur diinne und aufsen rundere Seitenwgnde
haben, und den Blitzrijliren mit &irkern und aufscn
zackigen und knorrigen Seitenmllnden eine Verfcl~ieheit in AbIicht des rfi der Electricitat fiatt gefiinden
habe, lrfst fich zwm vermiithen aber nicht nachweilen.
Bei denen mit zackigen knorrigen AufsenCeiten find
alle NebenVftc meift gerundeter von auken, und haben diinne Seitenwltnde, auch werden fie nacli dern
Ende zu aulserlidi meift runder; h e r CcIieint alfo eine
abnelimende Inteniitttlt dos electril'clien Feuers ZLI
Grunde zu liegen. Da6 diefe nach dem Ende zu fiatt
finden muhte, zeigt der hier augenfcheinlich immer
leitender werdenb Sand; aler auch bci SeitexlKTten ging ja nur ein Nebenfunke aus dem Hauptlirahl.
Nachdem dieles vorausgefchickt ill, komme ich
wieder zu der bei Dresden auegegabenen Blitzriihre
zuriick. Sie geh6rt zu denen, wo vie1 Quarz i n Flde
war7 und deren Adenfeiten zackig und knorrig find.
Der jetzt ausgegrabene und zurammengefetzte HanptRamm derrelben war durch Querlpriinge i n 337 Stiicke
zertheilt, nnd rechnet man die der Scitcnxfie mit, fo
waren ee iiber 400 Stiicke. Ich numerirte jedes, Co wie
ich e6 ane dem Sonde nahm, und wickelte es in ein be-
,
-
[ 307
1
fonderee Papier ein; zii Ha& kittcte ich fie Jan11 Lb
aakmmen, wie fie nach det s u m m e r folgtell und
an einander palten. (Do lich die zerbrecllliche glnfige
Rahre niclit oline Unterfiiitzung zu erllalten im Stande war, fo bofirte icli unter den vielen Kriimmungcn,
welche die R6lire machte, kleine Erhabenlleiten yon
den1 Sande, in welcliem die R6hre vorkam, To d&
fich die Rollre iiber diere wie iiber kleine Huge1 hinrchlungelt. Zdetzt uingab icli lic noch mit der cliarakterifil'clien riitlilichen Farbung dos iigclirten Sandea, To dal" fie jetzt moglichfi natiirgetreu im ProfiI, in
ihrem natiirlichen Vorkommen, in eincm dazu panenden h c h e n Karten dargefiellt ifi. Die Lange der Blitzriihr,e betrtigt 8 Ellen 53 2011; rechnet man aber alle
ihre Kriimmungen mit To kommen 10 Ellen 16; 2011
Iieraus. Die Rohre hat oben 4 ZoU im DurchmefFer,
endigt fich aber wie eins l'chwache Kr~lienfeder. Sie
ifi im Aeuhern und Innern den Senner Blitzrohren
vollkonimen Phnlich ") belondera lirt fie aber mit der
d 240
in diden Anna]. J. 1819 St. 3, od. B. 61 St. 3 S
befchriebenefi und auf Taf. IV Fig. 2 abgebildeten einige Aehnlichkeit i n Riickficlit der Knorrenbildiing.
wenn auch diefe bei der jetzt ausgegrabenen in gerin
gerem-Maabe Ratt Gndet, wie bei jener "3.
,
,
9
Ich nehme hierbel delepnheit einen hieraof Bezng hrbenden
Drackfehler in meinem letzten kleinen AuVatz zu erwfhneo.
1: 1811 St. 6, od. R. 68 S.2x1 Zeile x p opal gmandsrs follte
heifien opac gsroordms.
F.
**) Icb licfere von der jetzt ausgegrabenea ksine Zeichnnng.
mil lie zu wenig und zu kleine SeitenN?e aurfchickt. and dei
Hauptfiomm PlbR nur klsinere Seltenbiegungen macht , folgu 2
I
308
1
Msrkwiirdig an diefer Rlihre iR, dare nach jeder
Ge wie eiii Ring oder Wvlfi rnnd uingebender Knorrenbildung, die Rohre etwa # bis 12011 weit rundlich, u n d etwa n u r lialb To fiark wie derXnorren fortfetzt bis entweder wieder ein &her Kuorren folgt,
oder ihre Aufsenfl~chenwieder zackig werden.
,
Die jetzt ausgegrabene Blitzrahre fcheint m i r in
folgenden Punkten yon den Senner Blitzrahren etwas
abzuweichen :
I) Die Abnahme ihrer Dicke iR bei ihrer bedewtenden Liinge geringer wie bei den Senner Blitzrahren.
Diere nehmen zwar an& oft auf Langen von einigen
Fufsen kaurn merkbar ab, irn Oanzen aber u d im
Vergleich mit diefer +errinsert Gcli ihre Dicke dennoch etwas merkbarer. Der Grund hicrvon fcheint
mir darin zu liegen
d o h 2 ) die jetzt befcliriebene Blitzriihre bci weitem weniger u n d unbedeutendere SeitenBfie hat, als die
4ue der Paderborncr Senne. Dab diere letzteren nicht
n u r hfufigere, b n d e r n auch h r k e r e Seitenzweige zei116 bin Bad In rerjhgten Marfie zu fehr nut einer geraden
Linie die Gch an ihrem untern Theil etwae krUmmt , Ehnlich
fehen wllrde.
F.
[ Daffir fdge ich diefern Stack zur Beqnemlichkeit der Lefec
einen nenen Abzug der erwghntell Kupferplatte Taf.IV Jg. 1819
St 3 bei, auf welcber ich durch Hrn Dr. Fiedler in den Stand
gefetzt wordm war, zwet von Hrn d.van Conomdm bei Rheino, im ohemaligcn Bisthum Miinlter, in siner Heidegegend, die
Bantelge , ansgegrabne zweiarmige Elitzrtihren abbilden zu la6
fen. Die in Fig. 2 dargeltsllte war 15 FUR lang; die in Fig. I
abgebildcte wabrfcheinlich vie1 Itioger, fie wurde abor nnr bis
za einer Tiefo von 13 Furs ausgegraben. Gilb. J
t 5P9 1
Ben, davon kann man Ech aus den Abbildungen Sehner Blitzrohren in diefen Annalen fiberzeugen, fowohl
auf beiliegender TaE IV B. cii wo lie nach verjiingtem
Maal'sfib dargeliellt find, als ous Taf. 111, Jahrg. 1817,
B. 55, St. 2 weblie fie in iiatiirlicher Griifse zeigt.
Die Seitenzweige der Dresdner Blitzrahre haben nur
etwa die Starke wie Fig. 5 n u f Taf. 111, und docli ifi
ihr Hauplliamm oben nur wenig fchwllaher als der in
Fig. 1 auf dcrfelben Kupfertafel in natiirlicher GrBlbe
abgebildeten Blitzrohro aue der Genne *I.
3) Scheint mir die Dreedner Blitzrahre mehr kleinera Kriimmungen zu liaben ale die Senner, wenigRens a l s die, welche ich zu beobachten Gelegenheit
hatte wiewohl diefe Iich auch unter manriigfaltigen,
ofi lbgar reclitwinkligen Kriirnmiingen in den Sand
hinabfchlb~gelntGehe beilieg. Taf. IV Fig. i und J. 1819
st. 3 s. 258).
Sind auch die angegebenen Unterfchiede nur gering, beronders da 'Kriimmungen und Seitenzweige
bei jeder Blitzr6hre Iich verfchieden zeigen, Po wollte
ich fie doeh nicht init Stillfcliweigen iibergehen, do
id ads den Auegrabungen die' ich bei Dresden maclite, rchlieben zu kcanen glaube, dare hier die Blitze
nicht mit der Intdndtst als i n der Senne gewirkt haben wo freilich oft die'Sonnenglut11 in der SandRepp fehr groh ifi ehe Gbwitter zu Stande kommen, und
diefe oft lange iiber derfelben herumziehn, da lie wenGJldiZrOh ejne kleine Gebirgekettd eingefaht
,
,
a.
*)
Wrr dirfer be1 der Dresdnn rerglricht murS jrdoch diere
meffw ond drnn erlt mlt drm Kapferltich vergleichon, dr
P.
dirfrr C o d C m Augr bei reitem OIrker afcheint.
(
510
1
Benierkenswerili ili nocli, dafs in deli letztei~5
Fub fich in der llijlire at1 melirern Stellen eiile braune vegetabilifch E ' a k zeigte, w ~ h r e n dweiter oben die
Aolire oft innerlicfi vallig zul';lmrnengefloITeii war, i d
loomit iiiclit die geringlle Oeffiiiing Iieh, durch ~ e l c h etwas Vegetabilifches Iiatte eilidringen oder liiii einfallen kiinnen. Diefes verniag icli nicht zu erkltiren, u n d eben fo wenig anzugeben was den Blitz i n
jenen Hiigel leitete. Traf er vielleiclit friiher dort T i fiende Bapme ? und drang an eincr ihrer W u r z e l n a16
Hauptleitung in den Hiigel? Oder mnchte es vielleiclit
die yor den Gewittern meilt fiatt findende auruerordentliche Sonnenhitze, bei der belonders lofer Sand fafi
brennend lie& wird dals aus den1 im Iniiern itulberli
feuchtensandhiigel, welcher einer der IiohernPunkte der
niichfien Umgebungen iR und delTen fieile Abhtlnge
prallig Begen die meiR von dielkr Seite heranziehenden GewitMr gekehrt find, t E ausfiraldte? und vermehrtelievielleiclit die freiwerdeiidefEder voriiber ziehenden Gewitterwolken To, daL3 der electriblie Funke
(der Blitz), wenn er durch den nicht leitenden Sand hersbfuhr, in diefem Nichtleiter Schmelzung verurfachen,
den kalten feirchten Sand uni die gerclimoleenen Theile nach den Seiten drangen, und To eine holile Rohre
bilk11 konnte? Diefe Iotzte Vmmutbuiig, dds die
iaqere Feuchtigkeit dee Sandl~iigelsdie Leitung bewirkte, rcheiF4 mir die wal1rLbheinIichrte zu Teyq yVe't~igfiensleitetc lie micli bei meiner erfieii Unter[uC ~ I U Ider
~
Gcgend zii jenem Hiigel ? der mir fiir electri&Iie Entladunee!l die giinliiSlie Lage zu liaben
fcliiep und dor lkfalg bekitigte nieine Verrnuth t ~ i i ~
j113ecii iclt dovt die erfier~ Rlitzrolireii, die in der Ge-
,
,
,
,
I
311
1
e n d von Dreedeir und in SachCen gefunden worden
find, aufzufinden die Freude Iiatte.
Obgleich mir die bei der Ausgrabung gebrauchten Leute verficherten dab in den Jahren 1813 zmd
1815 der Blitz an diefer Seite dee Hiigels, wo die Blitz-
,
riilire fich befand, eingefchlagen haba, Id IchlieLe ich
dennoch, zu Folge der Beobaclitungen, die ic!, bei den
Senner BlitzriJihren zu machen Gelegenheit fand, au.s
Jer bedeutenden Sttirke der Dreedner BlitzrShre im
VerhdtniL 211 ihrer Abnahme, dafs die hier yon rnir
ansgegrabene Blitzrahre aue weit fruhern Zeiten herriihrt iind dak, als fie gebildet wurde, der Hiigel wenigfiens urn 8 Ellen liSlier war. Fand ich ihn doch
feit Einem Jahre auf der einen Seite um 5 Zoll erniedrigt, da der Wind den lol'en Sand immerwiihrend
forttreibt. Sclion im J. 1813, als der Huge1 von den
Franzdren zu einer Redoute benutzt wurde, mub eiii
grober T h e 3 der Blitzrohre weggefchaufelt worden
Ieyn. Dal;, die 8 Ellen 53 2011 lange Rohre, welche
fich noch im Sande befand in ihrer erften urfpriingli&en Lage war, dafiir gaben den Beweis die fchwa&, aber doch wahrnehmbare regelmnhige Schiclitunt;
des Sandes, und die noch in ihrer natiirlichen Lage in
den Sand herabgehenden verfadten Wurzeln friiher
allf dem Hiige1gel)andener Bttume,
,
,
Bei dem hohen InterelTe, welches Se. Majelltit der
Allerdurchlauchti@e hochR verehrtefie Koiiig yon
Sachfen F r i e d r i c h A u g u R , mein allergnrdigfier
Landeevater fur allee Gute Schijne und Mierkwiirdige, befonders in HGchfi D ~ TLanden
O
hegen wagte
ich es, diere nocli in keinem Mureurn im Ganzen auf-
,
,
,
I
512
3
gefiellte und vorziiglicli fiir die Gegend voii Dresden
intereraante Naturiiierkwiirdigkeit Sr. Majefiat als ein
Zeichen meiner E h r h c h t Unterthaigkeit iind Liebe, in Pillnitz zu iiberreichen. Unvergel'slicli wird
inir der oifie Mai feyii, an welclieni Se. Majefiat diere
Natur- Mcrkwiirdigkeit mit Huld und Gnade anzunehmen geruhten. Ich brachte darauf den Behltlter
mit der Blitzriihre in einer grofsen Golidel Celbli nach
Dresden i n das Kiinigl. StichC Naturalien -Kabinet,
und. habe
es mir engleich zur Ehre und ziim Vergnii,
gen gernaclit diefcr ausgezeiclineten Sammlung eine
Suite von 27 Stuck Blitzrahren von dcr fiarkften bis
Bur' ~chw~cliRenvon denen jede etwas Charakterifiirchee zeigt zu iiberreichen, fo dals man dort den Gegenltand in bis jetzt miigliclilter Vollftandigkeit in Augen rchein n eh m en k a n n.
,
,
Dresden Ende Mni
18~2.
K. G . F i e d l e r
Doct.
aus Bautzen in der Oberlauiitz.
6)
') Noch einiges liber Blitzriihren, wclches diefem Auffatatee als
Naclifchrift folgen follte, mufs, um dem Folgenden den Platz
nicht zu beaehmeu I fur das nichlte Stiick zurtick bleiben ; daber hier n u r noch die Notiz, dafs ein Ring, welcher dem Dr.
Fiedler durch den Hrn Berghauptmrnn von Herder in Freiberg
rugeftellt wurde, diefem Sr. KSnigl. MajeMt Goade und Zufriedenheit beurkuadet bat. Eine folche Ausgrabung uud Darfieiluag einer BlitzrShre in ihrer ganzen L?inge if? nicht iiur
mUhftam und genhrlich. foudern 1ft such unbegiinftigc durch
befondere Verhtiltuiffe nicht leicht anter hundert Thaler Unko.
fia ZU bewerklteliigen.
Gilb.
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