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Auffindung von Diamanten in Bhmen.

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XI. Auf$ndung worn Diamanten in Bohmaem.
Hr.Dr. A. S c h a f a r i k , Prof. d. Chemie am bahmischen
PO-
lytechnischen Landesinstitute, verbffentlicht unter d. 15. Jan.
dieses Jahres in einer Prager Zeitung folgende, uns mitget heilte Nachrich t.
Acht Meilen nordwestlich von Prag, zwischen der Q e r
und dem Mitielgebirge, liegen westlich von Libochovitz die
Granatgruhen von Dlaschkovitz, welche dem Grafen von
Schauborn gehairen, seit langem ausgebcutet werden und schon
lasge wissenschaftlirh bekannt und von Prof. A. E. R e a f s
beschrieben siad. Etwa bis 1 Klafter unter dem Ackernnd Lehrnboden liegt dort anf den horizontalen Scbichten
des PlkiiierkalLes eine Reihe ausgedehntei flacher Mulden,
die sich vom Basaltgebirge riach dem Flusse zu senken uod
von einer 1 bis 2 Klafter machtigen Gerallschichfe ausgeffillt
sind. Das Geralle besteht vorwiegeud aus Brocken von
Basalt, daneben noch Gneis, Sandstein, Pllinerkalk, und isc
gcmengt mit Sand und Grns. Letzterer fiihrt neben vorwiegenden Quarzkarnern arich kleine KBrner verschiedener
Edelsteine, namentlich Pyrop (sogenannten bbhmischm Granat), Zirkon, Spinell (sowohl rothen
sogenannten l h b i s Balais, a b schwarzen - sogenaanten Pleonast), Korund (Gewbhnlich blaugi au, unreinen sag. Sapphir) , Chrysolit, und
(selten) Turmalin. Von diesen wird nur der Pyrop durch
Graben, Waschen und Auslesen des Sandes gewonnen und
verscbliffen, die tibrigen wcgen ihrer Unreinheit nicht beachtet: Mchstens gelangt hie und da etwas davon in Mineraliensarnmlungen. Die Frau Grafin von S c h b n b o rn liifst
indefs die seltencn, etwas ausehnlicheren Exemplare der letztgenannten Edelsteine sammeln, sdleifen und zu kleinen Bijoux fassen, urn sie als bahmische Souvenirs au verwenden,
deren Haaptwerth natiirlich in ihrer relativen Seltenheit
liegt. Unltingst kam nun uiiter mehren derlei Steinchen
eins in die Schleiferei, welches die Aufmerhsamkeit der
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Steinsebleifer dadurch erregte, dafs es nicht nur w m S ~ P gel nicht angegriffen wurde, soadern im Gegentheile dke
Scbleifscheibe angriff. Der Glanz des Steinehens erregte die
Vermnthung, dafs es Diamant sey. Hr. Hauptbassier M a & e k
brachte dasselbe narh Prag 211 Hrn. Profvssor Krej&i.
Meiu Kollege zeigte inir den Stein am 19. d. M. und bet
mich, ihn chemisch zu un!ersuchen, da die& doc11 die nveiste
Sieherheit gebe., Es war tins zwar beiden ttnwahrseheidkh,
dab der Stein Diamant sey, wahrscheimlicher Korund sder
Cbrysoberyll; u m ihn jedoch nichi ohne Noth zii besch8digen, besclitofs ich, vorher die physihalischen Eigenschahcn
gsnau zu tintersuchen. Nachdetn eine vorltintige Bestimmuag
des- speciiisclten Gewichks ein ungiinstiges ResuItar ergebea
hafte, nahm ich den Stein naeh Hause, a m seine Htirte zu
prltfen. Er ritzte Topas, Zirkon, Spinell und Chqsobq41
mlt Leichtigkeit; hieratif nahm ich einen blalren s i b i r i s c h
Korund (den bartesten Stein ngchst Diamant), auek dieser
wurde tief und kr';iftig geritzt. In grafster Spaunung ergriff
ich nun einen braunen ostindischea Diamant und versuebte
das Steinehen cu ritaen, aber nach Itingerern kraftigeia Reihen Mieb dasselbe ganzkich zmaet-sehrt.p Es war somit &amatar. Sogleidl eilte ich in mein Laboratoriurn r~lldn*
nochitids mit mgglichsfer Sorgfah das specifische Gewicht;
im Mitteel aus zuei Verstichen fand ich 3,%, vd1k-n
dasjenige des Diamants. Auch die ii brigen physikatischen
Versitcke ergalren die Eigenschaften des Diamants. W e ebe-.
mische Untersnehtmg war iiberflibsig geworden.
Der erste bohmische Diamaut, von mir ale solcher erkannt, wiegt genau 57 Milligrammen oder KaPat, ist licht
weingdb, und hat annlihernd WurfelEorm mi$ stark verstitmmehen Eeken und Kanten, auch sehr unebewn, aber
dennoch glatten und gltinzendea Fltichen. Der kleinste
Bewhmesser isk %
,; der grafste 4 Millimeter; aprf der eiaen
Seite besitzt er dnen einspringeden Winkel, was beffeksf,
CbeQS elx e i s unvollkommen awsgebildeter Zwillingskrystall ist;
a d eiwr zweiten Fltrche trggi. er mehre tiefe seharfkarttige
g k t e Eirrdrtkeke oon anderen Kry&al1ea, in deren Nghs atl
a
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sich gebildet hat; unter einem starken Mikroskope sieht man
die Mehrzahl der Flachen v o n zablreirhen parallelen Streifen (Krystallkanten) bedeckt, gemengt hie cind da mit dreiechigen Verliefungen und spicgelglatten , aufcrordentlich
glanzenden Porragenden Ociaederflacien ibis 0,2 Millinieier
grofs). Uurch Kciben wird der Sfein stark positiv elebtrisch.
Beim Erwarmen auf efwa I N o konnte ich i m Dunkelii
keine Phospliorescenz beinerbcn; aber diese haon beim Auf
kitten behufs des Sclileifversucbes durcti die Erhitzung zerstort wortleu seyn. Irn polarisirtcn Lichte spielt er Farben,
wie schon Hr. Prof. K r e j 6 i bemerkt halle, was sonst octaedrisch krystallisirte Korper nicht thun; aber schon Sir
D a v i d B r e w s t e r hat diese Anomalie beim Diamanten
beobachtet, uiid auch ich fand, dafs ein hleiner gruner Diamant aus Brasilien, den ich zum Vergleiche nahm, noch
>tarhereFarbeu zeigte, als iinser bohrnischer. Milrroskopische
Hbhlungeii oder Einschliisse honnte ich nicht bemerken.
W a s die Harte betrifft, so siud bekanntlich nicht alle Uiamanten gleich hart; es giebt welche, die jedem Schliffe widerstehen (hollandisch Divelsteene , d. i. Teufelsleiiie genanut). Der oslindische gilt fiir barter als der brasilianische,
und wird daher vorwiegend zum Glassclineiden verwendet.
Es ist nun interessant, dafs der biihlnische hierin dem ostindischcn gleicht; die beiden hatteii einander nichts an; wahrend dagegeii ein spilziger brasiliaiiischer Spli Lter, womit ich
niiseren Stein anhalt end und starb rieb, ganzlich seine Spilze
verlor, ohiie dafs dec bohmische Stein unter dem Mil\roshope
eine Spur eines Rilzes zeigte.
Diainanten wurden bisher gefunden: 1) in Ostindien,
und zwar in zwei getrennten Gegenden Vorderindiens, ferner auf den Molucken: Borneo, Celebes, Java - dort iiberall seit den altesten Zeiten; 2) in Brasilien, seit 1728 bekannt ; 3) am Ural 1829, wahrend H u m b o Id t’s sibirischer
Reise, zuerst in Krestowozdwiiensk, 6stlich von Perm, also
auf europaischer Seite, spater (bis 1839) uoch an drei anderen Orten, wovon 1 auf europaischer , 1 auf asiatischer
Seite, 1 in dem ganz vom Gebirge ttmschlossenen Thale VOD
19 f
Miask, beruhmt durch seinen Mineralreichthum j 4) bald
nachher in Mexico (Sierra Madre); 5) in Nordamerika,
1847 bis 1830 in Carolina und Georgia, spater in Californien; 6 ) in Australien (Colony Victoria) 1860; 7 ) endlich
1867 in Siidafrika, nordlich von der Capcolonie. Hieran
reiht Bich als 8 ) und erste, cigentlich earop2iscbe Fundstkitte
Biihmen. Dieselbe ist wichtig fiir die Frage nach dein rathselhaften Ursprunge des Diamnanien, welchen B r e w s t e r ,
L i e b i g nnd andere bedeutende Forscher in der orgaiiischen
Natiir zu SI chen geneigl sind, wcil Dinmant bis jetzt nur
in llteren sedimentlrcn Schichten vorhommt und bei sehr
starker Hitze vethohlt; in Dlaschkovitz haben wir ihn gesellt
mit Mineralien, welche entsehieden ursprunglich im plutouisclten Basalt eingeweehscn waren, finden auch nirgends in
der Nahe jene Gcsieine, 11clche den brasilischen, uraliscben
und indiscben Diamant begleilen. Ziim Schlusse nocb eine
Bemerkung. Bei drm skepiischen Zuge unserer Zeit mqfs
man auf Zweifel am Dlaschkovitzer Funde gefafst seyn; anch
iiber die ersten nralischen Funde wurde ausgestreut, man
habe absichtlich geschnitteiie brasilische Steine dem Sande
beigemengt, und doch sind laut eines Berichtes des berlihmten Montanisten Z e r r en n e r , Inspect or dcr Krondiamantwtischereien, 1829 bis 1847 daselbst 61 verscbiedene rohe
Diamanten gefunden worden. Ueberlassen wir also die
Zweifier dem Zneifel i:nd mis der Fretide am Foude, wel&em nun, bei einmal geweckter Aufmerksamkeit, gewih
friiher oder spiter andere folgen werden, sicber nicht haufige, sonst waren sie schon friiher geschehen l ) .
1) Mit Bezug
auf die Notiz des nPtnger Abendblattes~~,
wonach der
blicer Stcin nirhts als Zirkon seyn soil, nur so virl: Zilhon ist in
TIiTii-
blic fast so hRufig wie Pyrop, nber Hiirte und specifisrhcs Gewicht sind
so verschieden von jenen des Diarnantes, dais I I U ~ein Dileffant sich
durclr Zirkon tluschen lassen hann.
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