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Aufnahme negativer Elektricitt aus der Luft durch fallende Wassertropfen.

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224
224
12. Awfnahme
Awfnahme negativer
negativer ElektrJcitat
Elektr4citat
12.
aus
der
U
f
t
durch
fallende
Wassertropfen;
aus der Luft durch fallende Wassertropfen;
won
A.
S
c
hm
auss.
won A. S c hm auss.
Die Untersuchungen L e n a r d ’ s l) haben ergeben, dass
reines Wasser, welches durch Luft fallt, beim Auftreffen auf
ein Hindernis negative Elektricitat in die umgebende Luft
sendet , wahrend es selbst mit der entsprechenden positiven
Elektricitat sich beladt. Zur Erklhrung dieser Erscheinung
nimmt L e n a r d die Bildung einer elektrischen Doppelschicht
an zwischen dem Wasser und der wahrend des Falles absorbiden Luft, die, beim Auftreffen auf einen Gegenstand zerrissen , die Trennung der beiden Elektricitaten herbeifuhrt.
Der Grund dieser Elektrisirung ist in elektrochemischen Kraften
zwischen den beiden Medien zu suchen.
Durch geringe Beimengungen des Wassers wird die Grosse
und das Vorzeichen der entwickelten Elektricitat verandert,
Betrag und Vorzeichen
der Elektrisirung hangen auch
auchvon
vonddeenn Gase
Gase
gen
ab, durch
durch welches
welches die
die
ab,
Tropfen fallen.
fallen.
I
Tropfen
,
I
I.
f II
I.
I
Der
Verfasser
legte
1
Der Verfasser legte
A
m80m
I
sich
die
Frage
vor,
ob
sich
die
Frage
vor,
ob
A
I3
B
I
und inin welcher
welcher Weise
Weise
und
c:
'7 h E
dieElektrisirung
Elektrisirung beeinbeeindie
l
flusst werden konne
durch Ionisirung der
Luft, durch welche das
Fig. 1.
Wasser fallt. Ein Blechgefass A (vgl. Fig. 1) hing an paraffinirten Seidenfaden f f in
einem zur Erde abgeleiteten Gehause B. Das Wasser fie1 aus
7T
*urn IVRFIU
--
Ph.Lensrd,
Lensrd,Wied.
Wied.Ann.
Ann.46.
46.p.p.584.
584.1892.
1892.
1)1)Ph.
dufnahrne negativer h%&icitat
aus der hft etc.
225
einem Yessingrohrohen C, das mit dem elektrisch schiitzenden
Blechkasten B verlotet war, gegen eine in dem Qefiea A
hervorstehende Yeesingplatte E (Weite der Ansftussoikung
ca. 2 qmm). Die Hiihe von A war so bemeSBBn, dass allee
an E verspritzende Wasser in A gesammelt und seine L d u n g
mit einem Quadrantenelektrometer - die Leitung za demselben war gut elektrisch geschiitzt - bestimmt werden konnte.
Bei B drangen die Bontgenstrahlen in das GeMuse B und
ionisirten die Luft (etwa 1 Min. lang), die das Wasserstriihlohen
durchsetzen musste. Die Geschwindigkeit, des aneetromenden
Wassers war durch eine f60,.
Mariotte'sche Flasche constant gehalten. DurchHeben 5 0 v . c und Senken derselben wurde
der Druck regulirt. Der
Wasserstrahl wurde stets 130
erst laufen gelassen, nachdem das die Rohre speisende Inductorium abgestellt + I # ,
war. Uebereinstimmend ergaben die Versuche (DruckMhe des Wassers 50 ccm) -10
folgendes Bild (Figur 2):
Fig. 2.
Werden die Elektrometerausschlage in Volt, nachdem der Strahl eingesetzt hat, in Abs t b d e n von je 30 Sec. notirt, so zeigen die vorstehenden
Curven den Verlauf der Elektrisirung, die durch das Wasser
dem Auffanggebse A zngefiihrt wird, und zwar einmal ohne
vorherige Ionisation, das andere Ma1 nachdem das Gas etwa
1 Yin. leng den Rdntgenstrahlen ausgesetzt war.
Es zeigt sich, dass dem Gefasse nach voxheriger Ionisation zuerst negative Ladnng mitgeteilt wird; nach kurzer
Zeit kehrt sich das Vorzeichen in das gewahnliche, von
L e n a r d bestimmte positive um; wenn die Qersuche lsnge
genugz fortgesetzt werden, nlihert sich die Cnrve 2 der
Curve 1.
Da der Strahl, wie bereits erwahnt, erst nach Durchstrahlung des Gases einsetzte, mithin etwaige secundtire Wirkungen durch das Auftreffen der Rontgenstrahlen auf die
+
Annslen der Physik. IV Folge. 9.
15
226
A. Schmauss.
Metallplatte B ausgeschlossen waren, scheinen folgende Erklarungen fiir diese Erscheinung moglich :
1. das Wasser bekommt diese negative Ladung beim
Abtrennen vom Ausflussrohre;
2. es wird in ionisirter Luft die gegenseitige Lage der
elektrischen Doppelschichten, durch deren Zerreissen man sich
nach L e n a r d die ,,WasserfallelektricitLt:' hervorgebracht denkt,
umgekehrt. Ebenso wie minimale Verunreinigungen des Wassers
konnte ja auch die Veranderung des Gases durch Ionisation
diese Umkehr bewirken. Oder
3. das Wasser nimmt beim Falle durch die ionisirte Luft
negative Elektricitat auf.
Zunachst wurde untersucht, ob die bei Ionisation beobachtete negative Elektrisirung an die Stelle der , , L e n a r d Wirkung" tritt, wie ich kurz die Erscheinung der positiven
Elektrisirung des Wassers beim Auftreffen auf ein Metal1 bezeichnen miichte, oder ob dieselbe neben der , , L e n a r d Wirkung" ihre Existenz hat.
1st das letztere der Fall, dann muss die negative Elektrisirung bedeutender werden, wenn die ,,Lenard-Wirkung"
auf ein geringeres Maass zuruckgedrangt wird.
Dies kann man erreichen, wenn man das Wasser auf eine
Reihe Drahtgaze oder Tuch fallen lasst l), statt auf das Blech 3.
Oder man nimmt einen schwacheren Strahl (z. B. durch Verringerung der Druckhohe). Thut
man dies, dann ist nicht nur die
negative Elektrisirung nach vorheriger Ionisation vermehrt, sondern man beobachtet auch ohne
Ionisation anfangs eine geringe
Fig. 3.
negative Ladung (vgl. Fig. 3).
Damit scheiden die beiden ersten von den obigen Erklarungen aus. Betreffs des ersten Punktes konnte man an
eine Influenzwirkung auf den sich auflosenden Strahl infolge
elektrischer Potentialdifferenzen einzelner Metallteile gegeneinander denken. Durch die Untersuchungen von E l s t e r und
1) Ph. Lenard, 1. c. p. 614.
Aufnahme neyativer Elektricitat aus der I;$!
etc.
227
G e i t e l l) weiss man, wie empfindlich ein Wasserstrahl darauf
reagirt. Es ware aber dann nicht einzusehen, warum die Umkehr von negativen zu positiven Werten erfolgt. Wenn die
Influenzwirkung zu Anfang im stande ware, sich ubsr die
,,Lenard-Wirkung" zu einer negativen Elektrisirung zu lagern,
dann miisste das stets der Fall sein.
Ware die zweite der obigen Erkltungen richtig, dann
miisste bei der abgeanderten Versuchsanordnnng die negative
Elektrisirung vermindert werden. L en a r d hat gezeigt , dass
fur die negative Elektrisirung - z. B. bei Beimengung von
ClNa zu dem Wasser - dieselben Gesetze gelten wie f&r die
,,positive" Wirkung: Abnahme der Elektrisirung, wenn die
Tropfen mit verminderter Energie auftreffen. Noch deutlicher
bekommt man die negative Elektrisirung, wenn man statt des
Gefasses A nur: ein Messingdrahtnetz an Seidenfsden f f (Fig. 1)
einhangt (man erreicht dadurch eine bedeutende Verminderung
der Capacitat).
Wir sehen, dass nur die dritte der obigen Erklirungen
weiter zu discutiren ist: Aufnahme negativer Elektricitat aus
der (natiirlich oder kunstlich) ionisirten Luft.
Qon Zeleny?) ist gezeigt worden, dass ein isolirter Leiter,
gegen welchen ein durch Rontgenstrahlen ionisirter Luftstrom
gerichtet wird, infolge der grijsseren Geschwindigkeit der negativen Ionen negative Ladung annimmt. Da gewahnliche Luft
nach den Untersuchungen von E l s t e r und Geitels) sich wie
ein schwach ionisirtes Gas verhalt, kiinnen wir einen ahnlichen, kleineren Effect fiir einen gewijhnlichen Luftstrom annehmen.
Kehren wir den Versuch Zeleny's um, lassen wir lden
Leiter sich gegen die ionisirte Luft bewegen, dann resultirt
die oben beschriebene Erscheinung.
1) J. E l s t e r u. H. G e i t e l , 4. Jahre~bericht des Ver. fdr INaturwissenschaft zii Braunschweig p. 27. 1887.
2) J. Z e l e n y , Phil. Mag. 46. p. 120. 1898.
3) H. G e i t e l , Phys. Zaitaahr. 2. p. 116,1900;J. Eleter u. H. G e i t e l ,
Phys. Zeitschr. 2. p. 560. 1901; C. T. R. W i l s o n , Proc. Boy. SOC. 60.
p. 277. 1902.
l5*
228
A. Schrnauss.
11.
Mit dieser Vorstellung stimmen alle dariiber angestellten
Uersnche iiberein ; einige derselben mogen erwahnt werden.
1. Abnahme der Wirkung mit der Anzahl der Versuche.
Da der Shahl nach unserer Vorstellung negative Ionen
am der Luft aufnimmf, entsteht die Frage, ob dieselben rasch
gmug nachgeliefert werden kiinnen. Die Elektrisirung geht
meist bald. zum positiven Vorzeichen uber. Stellt man dann
den Strahl ah, leitet das Elektrometer zur Erde ab, und liisst
hierauf den Stsahl wieder laufen, so erhalt man wiederum
negative Elektricitai,, aber weniger als vorher. Folgande
Tabelle gisbt eine Reihe von nacheinander (ohne vorherige
Ionisation) mgestellte Versuche. t bedeutet die Zeit vom
Augenblick, da der Strahl einsetzt, cz den Stand des Elektrometers.
T a b e l l e 1.
+
h'ullpunkt dea Elektrometers 500. (+ 2 V. = 50 Scalect.) (Der Strahl
fiillt auf das Biech E bei Druckhtihe des Wassers H = 20 cm.)
1
t =
10
20
492
49s
491
503
512
613
514
5L4
514
11
a 1. I'
a 2.
a 3.
a 4.
1
5.
11
CI
a 6.
a 7.
'
1
I
501
594
505
505
505
1
-
30
-
498
509
519
521
520
520
521
-
527
530
536
1
~
1
1
530
535
539
1
-
1
534
539
544
Kachdem der erste Strahl eine entsprechende Anzahl negttiver Ionen aus dem Luftcylinder entfernt hatte, der gewissermaassen seinen ,,Wirkungsbereich" darstellt , fand der zweite
nicht mehr so viel, bei jedem folgenden tritt die Aufnahme
negativer Elektricitat gegen die , , L e n a r d -Wirkung(&zuruck.
Sechsmal ging der Strahl 30 Sec. lang, bereits beim vierten
Strahle stellte sich anscheinend ein stationarer Zustand her:
Durch die Luftstromung, die ein jeder Strahl erzeugt, wurde
eine bestimmte Ionenmenge zugefiihrt. Dass thatsachlich aucb
2228
dufrahme negativm E l d r i c i t a t aus d m Luft ctc.
jetzt, wo snscheinend eine reine ,,,Lenard-WhkuqgcL
uorbanden
war, noch wgatiwe E1ektriciti-i.t auti der Luft aufgenommm
wurde, das zeigts &h, a19 nach dem seabeten 8trahl der
folgende 1 Min. lang floss. Die beim aohben und neunten
B h h l i n der Zeit von 30 Sec. erreichte positive Ladung ubertraf die in der gleichen Zeit beim dritten oder ,viestensmichte.
In der Zeit, die vom Abstellen eines S t r a b h i m m Einsetzen eines neuen (etwa 30 Sec.) verstreicht, diffundiren wieder
neue lonen nach der Bahn des Strahles. J e Bnger der Strahl
gegangen , desto mehr Ionen musste er aufgenommen haben,
um so weniger reichte die Zwischenzeit aus, die Ionen nachzuliefern. Ich ftihre von der ganzen Versuchsrehe noch drei
spiitere Reihen an (16., 17., 18.), nachdem die Versuche in
.gbisher Weise (LO. bis 15.) fortgesetzt waren.
T a b e l l e 2.
~
~
I
=
__
10
-
111,
~
~
I--
a 16.
17.
a 19.
_
~
‘’
~
11 ;:”5
I1
_-_
20
535
537
539
520
1
_ ~
30
1
I
-
549
551
551
I
40
559
562
562
~-
50
~
6 0 aec
____
574
575
575
569
571
57 1
I
Wie man sieht (Fig. 4), stiegen
in der Zwischenzeit die positiven
Elektrisirungen ganz betrilchtlich
an. Nach dem 17. Strahl war anscheinend wie&er ein atationarm
Zustand erreicht, es fragte sich,
ob sich durch Verlangerung der
23eitdsuer, die der 8tetLhl lief,
eine lhnliche Steigerung erzielen
lasse, wie etwa nach 6. Ich liess
derum jetzt den Strahl 2’ gehen,
bekam aber dieselben Werte
T a b e l l e 3.
t=
R
19.
1
/I
10
e0
I
30
~
40
1
KO
I
6Osec
I
520
538
b5t
561
I
569
57 5
230
A. Schmauss.
Nunmehr war man also dem stationaren Zustand nahe
gekommen, wo der Strahl ebensoviel negative Ionen aufnahm,
als von der Umgebung nachgeliefert werden konnten.
Unterbricht man den Strahl und wartet einige Zeit, d a m
regenerirt sich die Atmosphare wieder. Beispielsweise waren
die Elektrisirungen (Fig. 5 ) nach 2' bez. 5' Ruhe (das G e h s
blieb geschlossen) :
T a b e l l e 4.
t
=
a 20.
a 21.
jl
I/
10
519
513
!
i
20
535
525
I
30
!
548
532
I
~
40
558
536
1
~
50
565
537
1
1'
60 sec
571
539
Nach einigen Stunden war der Status quo ante erreicht.
Anstatt so lange zu warten, kann man die Atmosphare
sofort regeneriren, indem man sie der Wirkung der Rontgen-
a 22.
a 23.
a 24.
I
j
484
480
481
488
485
488
488
485
492
490
488
492
4 92
489
493
494
490
493
231
Aufnahme negative7 Blektricitat aus der Luft etc.
2. Steigerung der Wirkung, wenn das G e f h
B dauernd
geachloaaen gehalten wurde.
Wenn ich einmal die Atmosphiire sich regeneriren liess
bei geschlossenem, und dann bei offenem Gefaes B, so zeigte
sich , dass bei geschlossenem Gefass schliesslich eine grossere
negative Ladung erreicht werden konnte , als wenn dasselbe
offen gewesen war. Als Beispiel diene eine Messung (Fig. 7), bei
welcher vorher einen Tag geluftet worden war. Dann wurde,
ohne an der gegenseitigen Lage der Apparatteile etwas zu
andern, das Gefass 2 Tage geschlossen gehalten.
T a b e l l e 6.
1. Vorher offen
2. 2 Tage geschl.
1
49s
493
~
j
495
493
485
479
I
492
1
493
476
1
472
I
494
468
(Das W w e r fie1 in achwachem Strehle auf daa Drahtnetz.)
Diese Erscheinuiig findet wohl ihre Erklarung in dem
Resultate der Herren E l s t e r und Geitel'), dass abgeschlossene
Luftmassen einen hoheren Ionen- ,
gehalt aufweisen. Eine Bestatigung erhielt ich in folgender
Weise :
Da bei den Versuchen, bei
welchen die Luft kiinstlich ioni- sirt wurde, vom Abstellen des Inductoriums (welches den Strom
Fig. 7.
fur die Rbtgenrohre lieferte)
bis zum Einsetzen des Strahles immerhin einige Zeit (etwa l/;Min.)
verstrich, war es sicher;), dass ich gar nicht das Ionenmaximum
ausnutzte, sondern dass der grosete Teil der Ionisirung bereits
zuriickgegaiigen war. Ich suchte daruber Aufschlnss zu erhalten,
indem ich in verschiedenen zeitlichen Abstanden nach Ab_
_
~
~~
J. Elster u. H. Geitel, Phys. Zeitechr.
560. 1901.
Zeitachr. 2. p. 116. 560.
2) E. Rutherford (Phil. Mag.
Mag. 44. p. 423. 1897)
1897) zeigte, dass naah
urspriinglichen Wertee adetwa 3 Sec. die Ionisation nur mehr 'lo des urapriinglichen
1)
weist.
A. Schp~auss.
232
sperrung der Rontgenstrahlen den Strahl laufen liess. Bedeutet t,
wie bisher, die Zeit nach dem Einsetzen des Strahles, t' die
Zeit nach Abstellen des Inductoriums, dann stellen sich die
Resultate in folgender Tabelle dar.
Ta be l l e 7.
Tabelle
50
480
482
482
483
483
484
1
477
478
478
47 9
480
481
474
475
475
477
477
478
1
474
473
476
475
60 see
473
472
475
174
,,
488
Man sieht, dass die erhaltenen negativen Ladungen von 't
t'= 30
(anfengend von 30 Sec.) beinahe unabhangig sind. Das Gas
wird durch die Rontgenstrahlen in den hoheren Ionengehalt
(neben einer rasch vorubergehenden noch hoheren Ionisirnng)
ubergefihrt , den :damelbe auch bei langer Abgeschlossenheit
mit der Aussenluft erreicht. Man braucht nur den Elektrometergang hier mit dem Gang in der vorigen Tabelle (Tab. 6)
zu vergleichen. Der hohe Ionengehalt, den die Rontgenstrahlen
in einem Qase, das vorher mit der atmospharischen Luft
communicirte, hervorriefen, verschwindet also anscheinend nicht
vollstandig, sondern geht nur bis zu dem Werte zuriick, den die
in der Luft oder an den Gefasswanden vorhandene radioactive
Substanz (nach E l s t e r und Geitel) aufrecht zu erhalten vermag.
Es dtirfte vielleicht der Elektrometergang interessiren,
wenn nach obigen Vereuchen geSffnet wurde. t" bedeute die
Zeit, wiihrend welcher das Gefass B durch Abnahme des
Deckels bei B geoffnet war.
T a b e l l e 8.
t" = 6 min
1" = 20
t" = 50
,,
),
483
493
! 1
500
506
I
1
490
493
493
488
492
497
485
492
498
482
494
I
483
495
512
Die Abnahme der negativen Ladung, hervorgerufen durch
Verminderung des Ionengehaltes, ist sehr deutlich.
Aufmhme negativer Elektricitat aus der Luft etc.
238
3. Abhiingigkeit der negativen Elektrieirung des Wasaers von
der Liinge des Strahles.
Wenn bei haherem Ionengehalt in der Volumeneinheit
eine hiihere negative Ladung des Wassers erreicht werden
kann, kann die Wirkung erhijht werden, wenn man dem Wasser
einen langeren Weg, und damit eine grijssere Ionenzahl darbietet?
Um das zu untersuchen, wurde das Gefass A wieder durch
ein an Seidenfhden gehaltenes Drahtnetz ersetzt und in verschiedenen Hohen innerhalb des Gefasses B aufgehangt. Bedeutet h die freie Fallhohe des Wassers, dann ergeben die
Yessungen (Fig. 8):
Tabelle 9.
~
~~
1. h = 1 2 c m
2. h = 25
3. h = 60 ,,
,,
~
500
495
492
1
'
499
487
485
1
,
498
485
479
1
'
497
483
474
~
496
480
470
I
j
493
478
467
Die obige Frage beantwortet sich also im bejahenden Sinne.
Fig. 8.
4. Einfluss der Druckhiihe.
Da mit wachsender Druckhohe des Wassers die ,,Lenar dd-Wirkung" zunimmt, so war zu erwarten, dasa die Aufnahme
negativer Ladung sich scheinbar vermindern wiirde. Es zeigte
sich jedoch das merkwurdige Resultat, dass auch der Aufnahme negativer Elektricitilt eine griissere Druckhohe gilnstig
war, aber nur bis zu einem bestimmten Punkte. Hatte vorher
die Aufnahme negativer Elektricitiit uberwogen, so kam jetzt
234
A . Schmauss.
die ,,Lenard-Wirkung" ins Uebergewicht, wie aus der Tab. 10
ersichtlich ist. €Z bedeute die Druckhohe.
T a b e l l e 10.
~~~
~~
t=
1. H = 20 cm
2. H = 30 ,,
3. H = 50 ,,
4. H = 70 ,,
/I
li
,I
1
'
li
~~
10
-
498
493
489
488
492
484
479
487
486
479
474
484
481
475
470
485
477
472
469
486
474
470
467
487
Die grossere Aufnahme negativer Elektricitat bei hoherem
Drucke findet wohl ihre Erklarung in der besseren Ventilation
starkerer Strahlen. Eine Grenze ist gegeben, wenn trotzdem
nicht geniigend Ionen nachgesohoben werden konnen, urn die
,,Lenard-Wirkung", die j a auch mit der Druckhohe wachst,
zu ubertreffen.
Eine Bestatigung fur diese Ansicht erhielt ich, ah ich
zuerst langere Zeit den Strahl bei Druckhohe 4. hatte laufen
lassen und dann sofort zur Druckhohe 1. iiberging (Fig. 9).
Folgendes waren die nach je 10 Sec. notirten Scalenwerte
bei Druckhohe 1.
T a b e l l e 11.
Fig. 9.
Man sieht, wie lange es brauchte, bis dem Strahl bei
Druckhohe 1. geniigend Ionen zugefiihrt wurden, dass er negative Ladung anzeigen konnte.
Aufnahme negativcr Elektricitat aus deer h f ' t etc.
235
5. Einflusa der Luftfeuchtigkeit.
Sehr haufig bemerkte ich, wenn das Gefass B 2 Tage
geoffnet gehalten worden war, dass der erste Strahl keine oder
nur geringe negative Ladung aufnahrn und erst der zweite
grossere negative Betrage anzeigte. Es scheint eine gewisse
Luftfeuchtigkeit der Aufnahme negativer Ionen gunstig zu sein.
6. Versuche mit Kohlensaure.
Von Zeleny') wurde das Verhaltnis der Geschwindigkeiten der negativen und der positiven Ionen in verschiedenen
Gasen bestimmt. Z e l e n y fand fur alle Gase einen Wert
grosser als 1, ausgenommen fur Kohlensaure. F u r Luft war
derselbe 1,24, fir Kohlensaure l,O. Da die Aufnahme negativer Elektricitat aus der Luft gerade auf dieser verschiedenen
Ionengcschwindigkeit beruht, war es von Interesse, die Luft
durch Kohlensaure zu ersetzen. Die erste Reihe giebt die
Resultate fur den durch Luft fallenden Strahl, die zweite unter
gleichen Verhaltnissen die Resultate, wenn eine halbe Stunde
Kohlensaure eingestromt war.
T a b e l l e 12.
'
t=
~-
~~~~
f t r Luft
fur CO,
10
'
20
~
30
I
40
I
50
450
'
443
1
438
~
~1478'
460
I
496
490
~
I
487
483
480
60 sec
1
1
434
478
Man sieht die Abnahme der Wirkung in Kohlensaure.
7. Untersuchung der Luft nach dem Durchgange dee Strahles.
Wenn der Strahl negative Ionen aus der Atmosphare
herausnimmt , muss ein Ueberschuss an positiven im Gefisse
verbleiben.
Um dies zu untersuchen, musste ein Apparat von kleineren
Dimensionen benutzt werden. Es wurden zwei Blechbiichsen
in der Weise miteinander verlotet, dass ihre Boden aneinander
stiessen. Die Boden waren mit einer Reihe kleiner Locher
versehen, sodass das Wasser, das man in die eine der Biichsen
1)
J. Zeleny, Phil. Mag. 46. p. 120.
1898.
236
A . Schmauss.
goss, als Regen durch die andere fiel.
In die zweite Buchse
miindete ein Rohrchen, durch welches die Luft nach einem
eng aufgerollten 'Drahtnetz abgesaugt werden kann. Das
Drahtnetz war mit einem empfindlichen Dolezalek-Eldktrometer verbunden.
'Hit dieser Anordnung liess sich eine positive 'Ladung 'der
Lu& nachweisen, wenn Wasser durch dieselbe gefdlen war.
8. Versuche mit anderen Substansen.
E s war von Interesse zu sehen, ob auch andere Kiirper
als reines Wasser negative Elektricitat aus der 8Luft aufnahmen.
Zunachst wurden zwei andere Flfissigkeiten , Ammonidk
und f4chwefelkohlenstoff, untersucht und das gleiche 'Verhalten
constatirt. Dann liess ich Eisenfeilsphe und *Sand yon einer
zur Erde abgeleiteten Eisenplatte auf eine Platte desselben
Materides fallen und ethielt ebenfalls negative Elektricitit.
r Eieenfeile
Doch ist dem kein Gewicht beizulegen, da f ~ die
eine elektrische Potentialdifferenz der Eisenteile, ftir den feinen
Sand Reibungselektricitat als Erklarung herangezogen werden
kann.
Die Versuche mit Wasser - und Ammoniak und CS,
sind in der Beziehung einwandsfrei, da die ,,Lenard-Wirkung"
stets eine willkommene Controle bot.
-
Schlussfolgerung.
Die vorliegenden Beobachtungen scheinen uns eine dritte
Quelle der negativen Erdladung und der entsprechend positiven
Ladung der atmospharischen Luft zu geben.
Von den Herren E l s t e r und G e i t e l l ) wurde in dem
Einstromen negativer Ionen aus der umgebenden Luft in
Analogie mit den bereits erwahnten Versuchen von Z e l e n y r )
eine Maglichkeit gegeben, die negative Erdladung zu erklaren.
.I)Vgl. H. G e i t e l , Ueber die Anwendung der Gasionen aufsdte
Erscheinungen der atmosphtirischen Elektricittit. Braunschweig 1901.
2) Vgl. auch E. Rutherford, Phil. Mag. A-3. p..241. 1897.
Aufnahme TLegativer Elektricitat aus der Luft etc.
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Ton Hrn. C. 1'. R. Wilson') wurde gezeigt, dass die
negativen Ionen leichter Condensationskerne fiir den atmosphiirischen Wasserdampf als die positiven Ionen werden
konnen. Daraus rmltirt eine iiberwiegend negative Ladung
des Regens.
Nunmehr sehen wir die Moglichkeit, dass auch die einzeloen
Regentropfen auf ihrem Wege durch die besonders in hoheren
Scbichten ionenreiche Luft negative Ionen daraus fortnehmen
und damit negative Ladung der Erde zufuhren konnen.
E l s t e r und G e i t e l a ) konnten bei der Untersuchung der
elektrischen Ladung des Regens mehr Falle negativer als positiver Ladung constatiren.
Leider sind die langen und eingehenden Beobachtungen,
derselben vor dem Jahre 1892 angestellt, in welchen Hr,
L e n a r d zeigte, dass Wasser, welches gegen eine Metallscheibe
sgritzt, positive Elektricitat annimmt. Ihre Versuchsanordnung
ist dazu angethan , die ,,Len a r d -Wirkung" hervorzurufen.
Es moge fiir spiitere Messungen der elektrischen Ladung des
Regens auf diese grosse Fehlerquelle hingewiesen werden, die
sich durch geeignete Vorrichtungen bedeutend vermindern liisst.
Miinchen, Physik. Institut der Universitiit, Juni 1902.
1) C. T. R. Wilson, Proc. Roy. SOC. 64. p. 127. 1898.
2) J. Elster u. H. Geitel, Sitzungsber. d. k. A'kad. d. Wisaensch.
zu wien 99. p. 421. ISSO.
(Ekegangen 20. Joni 1902.)
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