close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

August Bernthsen zum Gedchtnis.

код для вставкиСкачать
141
A N G E W A N D T E CHEMIE
45. Jahrgang, S. 1411160
I n h a l t s v e n e l d d r : Siehe Anzdgentell S. ?D
rn
IS. Februar 193Z,
Nr. 7
August Bernthsen zum Gedachtnis.
Ain 26. November 1931 stanb, wie schon kurz berichtet, Geheiiner Hofrat Professor Dr. August B e r n t 11s e n , Ehrenmitglied unseres Vereins, ehemals Mitglied
des Vorstandes der Badischen Anilin- & M a - F a b r i k in
L u d . . s h a f e n a. Rhein.
Bernthsen wurde am 29. August 1855 in Krefeld geboren, habilitierte sich, naahdem er in Bonn bei
K e k u l k promoviert hatte, 1874 in Heidelberg, und trat
in1 Jahre 1887 in d i e Badische Anilin- & Soda-Fabrilc
uber, in der er bis zum Kriegsende tiitig war. Die Zeit
seines Wirkens fallt somit zusamnen mit d e r Periode
der audergewohnlichen Fortschritte zuntichst auf den1
Gebiet d e r Teerfarbstoffe, &nn auf anorganischem Gebiet, von dem es genugt, die Kontaktschwefels2iure und
d i e verschiedenen Vorschlage zur Bindung des Luftstickstaffs zu erwahnen. Zu d e r Entwicklung dieser Gebiete,
naaentlich der organischen Farbstoffe, hat Bernthsen
wesentlich beigetragen. Paul J u 1i u s 1) hat Bernthsens
Erfolge namentlioh auf organisohem Gebiete n'nlai3lich
dessen 70. Geburtstags ausfuhrlich geschildert. Es sei
daher an dieser Stelle auf Bernthsens Leistungen auf
den Farbstoffgebiete nur kurz hingewiesen. Seine bekannteste Arbeit ist hier wohl die, welche zur Aufklarung der vordem unbekannten Konstitution des
Methylenblaus Mhrte. E r konnte d m n Muttersubstanz,
das Thiodiphenylamin, herstellen, von ihm ausgehend
zalilreiche Farbstoffe d e r Methylenblauklasse synthetisch
gewinnen und dadurch seine Untersuchungen bestatigen
und fruchtbar maclien. Ahnliche Aufklanungen gehngeii
ihm auf dem Gebiet des Toluylenrots als eines Phenazinnbkommlings, des Gafranins und der Rhodamine, bei
weloh letzteren er die praktisch wichtige Veresterungsfslhigkeit der aus dern PhthalJurerest stammenden
Carboxylgruppe nachwies. Einzelhdten aus dieser Zeit
hat auch H. C a r o in seinem bekannten Aufsatz uber
die Entwicklung der deutschen Teerfarbenindustriel)
dargelegt.
Zu den bekannteren Arbeiten Bernthsens gehoren
weitenhin seine Untersuchungen ihber Hydrom1fits), in
denen er unter Anwendung verschiedener analytischer
Methoden - er fiihrte hier an Stelle der mvor benutzten,
jedoch ganz unbrauchbaren Oxydation mit Permanganat
die noch heute ubliche Titrationsmethde mit Indigocarmin ein - die Formel Na&04 Wr das Hydraulfit
ermittelte, abweichend von Sc h ii t z e n b e r g e r , der
die Formel NaHSOo verteidigt hatte. Bernthsens Befund
wurde noch lange hartnackig bestritten, hat sich aber
endgiiltig als richtig erwiesen, als es spater B a z l e n
gelang, das Hydrosulfit, das mvor nur in unreiner Form
in sehr zersetzliohen Losungen vorgelegen hatte, aus
diesen in reiner kristallisierter Fonm abwscheiden,
zuniichst als Hydrat NaSz04+ 2H20,das spiiter nachtriiglich oder unmittelbar bei seiner Darstellung in eine
wasserfreie Form von uberraschend groDer Luffbestandigkeit iibergefilhrt werden konnte.
Die Entwicklung der Industrie war rnit hedtigen
Konkurrenzkampfen im In- und Ausland verbunden, die
schon friih zu einer Reihe groderer, vielfach leidenschaft1)
3)
Dime Ztschr. 38,737 [1825].2) Ber.Dtsch.chem.Ges. 25,955.
Z. B. LIEBIGSAnn. 208 und 211.
Ansew. Cbernie, 1932. Nr.7
lich gefiihrter Patentprozesse fiihrten. Bald wurde
Bernthsen von C a r o., der Bernthsens besondere Begabung fur die grundliche Durchdenkung ohemischer
Fragen urid ihre juristische Behandlung erkannte, mit
der Mitwirkung in diesen Patentstreitigkeiten, spater
init der Leitung samtlicher Patentangeelegenheiten der
Badischen Anilin- & Scda-Fabrik Sbetraut. Mehrfach hatte
Bernthsen hier zunachst Gelegenheit, in englischen urid
ainerikanischen Prozessen als Sachverstandiger aufzutreten und im Kreuzverhor sein Geschick gegenuber den
verFanglichen Fragen der gegnerischen Anwalte zu beweisen. Eine schwierige, aber auch sehr wichtige Aufgabe war spater die Patentierung des von K n i e t s c 11
entwickelten Kontaktschwefelslure-Verfahrens, desseii
Patentfahigkeit in harten Kiimpfen vor dem Patentamt
erfolgreich bcwiesen werden konnte. Zu versehiedenen
groi3en Prozessen iin In- und Xusland gaben auch die
schon oben erwihnten Ester der Rhodaminklasse AnlaD.
Spater galt es, den von d e r ,,Radischen" erstmnls technisch hergestellten synthetischen Indigo, ferner den Besitzstand nuf dem Gebiet d e r Azofarbtofk und d e r
daraus hergestellten Farblacke in gerichtlichen Verfahren
zu verteidigen. AuBer versohiedenen wichtigen Wollfarbstoff'en war das als Lackfarbstoff sehr begehrte
Litholrot Gegenstand verschiedener Versuche von auBenstehender Seite, in den P a t e n t b i t 2 der Badischen Anilin& Soda-Fabrik einaudringen, doch gelang es, alle
gegnerischen Bemiihung en er f olgr eich a bzu w ehr en. Da
uber die Fragen, urn die es sich bei solchen Streitigkeiten handelt, selten etyas in die ORentlichkeit gelangt,
durften einige kurze Angaben dariiber von Interesse sei!i.
Das L i t h o 1 r o t - Patent 112 833 schutzte die Herstelluilg eines vorziiglichen, leuchtendroten Farblackes
duroh Umsetzung der Alkalisalze des Azofarbstoffes aus
2-Naphthylamin-1-sulfos;iure und /?-Naphthol rnit Bariumchlorid oder ahrrlichen Metallverbindungen in der Hitze
und in walhiger Losung oder Suspension. Der erste
Versuch d e r Konkurrenz gjng darauf hinaus, durch einen
Zusatz von Alkahol die Umsetzung in der Kalte m6glich
7u machen. Eine zweite Umgehung beruhte darauf, dai3
die diazotierte Naphthylaminsulfosaure durch Kupplung
rnit Badmnaphtholat unmittelbar zum Farblack vereinigt wurde, wobei die Verteidigung dahin ging, daD
eine doppelte Unisetzung des fertigen Farbstoffes rnit
Bariumsalz wie in dem Patent der ,,Badischen" nicht
stattfinde. Endlich brachte eine fremde Firma einen
Farblack gleicher Zusammensetzung, aber etwas anderer
Nuance )in den Handel, d e r nus einem Azofarbstoff aus
den gleichen Komponenten, der jedooh in d e r Hitze gekuppelt war, erzeugt wurde, und von dem daher behauptet wurde, dad er aus einem nnderen als dem fur
dm geschutzte Verlack'ungsvepfahren benutzten normalen
Farbstoff hergestellt sei. In allen diesen Fallen wurde
jedoch von der ,,Badischen" gezeigt, daf3 es sich um
Variationen des geschutzten Verfahrens handle, die vielleicht eine zuslitzliche Erfindung enthalten und moglicherweise noch patentfahig sein konnten, aber trotzdeni
den in dern iilteren Patent verkorperten wesentlichen
Enfindungsgedankeii zur Grundlage hatten, ihn mitbenutzten und &her von dem alteren Patent ,,abMngig"
c
142
--_______
Holdermann: Augusl Bernthsen zurn Gedachlnis
~-
seien. Der Unterschied zwischen Patentfahigkeit und
Abhangigkeit hat sich damals bei dem verhiiItnismaDig
geringen Alter des deutschen Patentgesetzes und der
noch nicht sehr umfangreichen gerichtlichen Praxis auf
diesem Gebiete nur langsam in volliger Scharfe herausgehooben, und es war insbesondere Bernthsen, der die
beiden Gesichtspunkte klar erkannte, sie immer wieder
mit Entschiedenheit geltend machte und dadurch zurn
groi3en Teil dazu beitrug, dab sic sich in der Praxis
durchsetzten.
Auch auf dem H y d r o 4 u 1f i t g e b i e t , dein
Bernthsen, wie schon erwahnt, schon vor seinem Eintrilt
in die Industrie sein besonderes Interesse zugewandt
hatte, konnte Bernthsen in langwierigen Prozessen seine
grundlichen Kenntnisse dieser Korperklasse praktisch
und mit Erfolg verwerten. Einem der Streitfalle lag
folgender Sachverhalt zugrunde:
Die Darstellung des E'ormalldehyd~ulfoxylates
durch
vollige Reduktion der schwefligen Saure H&Or bis zur
hypothetischen Sulfoxylsaure H2S02, welch letztere sich
im Hydrosulfit nur in anhydridartiger Vereinigung mit
der schwefligeii Saure als HISa(), vorfindet. war der
,,Bndischen" irstmals durch Anwendung der Formaldehydverbindung des Hydrosulfits und des Formaldehydbisulfits gelungen (D. R. P. 165 &07). Es wurde spaterhin voii
anderer Seite ein chemisch recht interessantes Verfahren
gefunden, welches darin bestaid, dai3 schweflige Saure
in ein Gemisch von Zinkstaub unld Formaldehyd eingeleitet wurde. Man koiinte so beim Arbeiten in der
Warme direkt zum basischen Zinkformaldehydsulfoxylat
gelangen. Die Erfinderin dieses Verfahrens glaubte von
dem Patentbereich der ,,Badischen" frei zu sein, d a sie
weder von Bisulfit noch von Hydrosulfit ausgehe, sondern direkt und in einem Zuge aus schwefliger Saure,
Formaldehyd und Zinkstaub das Sulfoxylat erhalte.
Aufjerdem sei dieses kein Alkali-, sondern ein Zinksaiz
und daher ein neues Produkt. Es seien somit sowohl
Ausgangsmaterial, wie auch P e r Weg, der Reaktionsverlauf und d a s E d p r o d u k t von denjenigen des alteren
Patents verschieden. Auoh hier gelang es der ,,Badischen" nachzuweisen, daD ihre Erfindungsidee trotzdem
benutzt wurde und das neue Verfahren daher, gleichgultig, ob es patentfahig sei d e r nicht, doch in das
altere Patent eingreife.
Auf dem T h i o i n d i g o g e b i e t war i n d e r ,,Badischen" im Anschlui3 an die erste Synthese F r i e d 1 5 n d e r s , d i e 'allerdings d e r Indigosynthese aus
Phenylglycin-o-carbonsaurenachgebildet war, eine neuartige, wissenschaftlich hochinteressante Synthese gefunden worden, die von der ublichen Indigosynthese
grundsatzlich abwich und sich auf die Indigoreihe auch
nicht iibertragen laat. Wiihrend nainlich 'der Weg zurn
Indigo nach allen bekannten Synthesen stets iiber das
Indoxyl fiihrt, von dem sich erst im letzten Moment zwei
Molekiile zum Indigornolekiil vereinigen, geht die erw5hnte Thioindigosynthese der ,,Badischen" von der
Acetylen-bis-thiwalicylsaure aus, d i e das Geriist des
Farbstoffes bereits enthalt und durch doppelseitige Ringschliei3ung unter Wasseraustritt i n den Thioindigofarbstoff ubergefuhrt werden kann. Es handelte sich eigentlich uin einen Schulfall ftir die ausgesprochene Absicht
des deutschen Patentgesetzes, durch Verweigerung eines
absoluten Stoffschutzes fur neue Produkte, wie ihn
manche andere Lander kennen, den Ansporn zur Auffindung von neuen Wegen zu geben und hlerdurch Industrie und Wissenschaft zu fordern. Dieser Standpunkt
w d e auch von der ,,Badkchen", die von der Inhaberin
des F r i e d 12 n d 0 r schen Patentes verklagt wurde,
,
-
~
~
-
-
Angewandte Chemie
Jehrg 1932 Nr 7
I45
_
.
._
vertreten und von der 1. Jnstanz des Gerichts geteilt.
Der von der Patentinhaberin erhobene Einwand stutzte
sich darauf, da3 schon in der Herstellung der Acetylenbis-thiosalicylsaure eine Verletmng zu erblicken sei,
weil bei ihrer Herstellung die Mercaptangruppe der
Thiosalicylsaure mit einem Kohlenwasserstoffrest verknupft werde, wie es bei d e r Herstellung d e r Phenylthie
glykol-ecarbons;iure gemai3 ihrem Patent bei d e r Kondensationlder Thiosalicylsaure niit Chloressigsaure erfolge.
Die A m m o n i a k s y 11 t h e s e , deren Patentierung
ebenfalls vie1 achwierige Oberlegungen erforderte,
brachte ebenso wie zuvor die Kontaktschwefeldure
Bernthsen auf das Gebiet der physikalischen Cheniie,
dem er schon friiher groi3es Jnteresse zugewandt hatte;
seine Begabung fur Mathematik, deren Kenntnis er sich
als Student durch Teilriahme an einem Seminar griindlich angeeignet hatte und die er spater bei seinen Betrachtungen irnnler w i d e r g e m anwandte, kam ihlli
hierbei sehr Zu statten.
Mit vorstehendem sind jedoch nur einige der wichtigsten Betiitigungen Bernthsens auf dern Patentgebiet
herausgegriffen. Die Durchfuhrung d e r Prozesse brachte
Bernthsen init einer groi3en Zahl i o n Fachgenossen voii
hohem Ruf in Beriihrung, die in diesen Prozessen als
Gutachter, sei es im Auftrage der Badischen Anilin- h
Soda-Fabrik oder als gerichtliche Sachverstiindige tatig
waren.' Aus ihrer Reihe seien die Namen A. v. B a e y e r ,
0. N. W i t t , L u n g e , A r m s t r o n g , N i e t z k i ,
N o e l t i n g , L i e b e r m a n n hier nur als Beispiele
herausgegriffen. Auch durch rege Teilnahme a n Kongressen war Bernthsen bestrebt, d e n geistigen und personlichen Verkehr mit den Vertretern der Wissenschait
aufrechtzuerhalten, verkorperte sich doch in ihm selbst
sowohl d e r wissenschaftlich wie d e r industriel1 tatige
Gelehrte, woraus ein hohes Gefuhl fiir die Fruchtbarkeit
des Zusainmenwirkens von Wissenschaff und Technik
entsprang. Er ubernnhm es auch gerne, in den bekannten
Vortragen, die in dieser Zeitschrift gedruckt sind, uber
die Arbeiten der Badischen Anilin- & Soda-Fabrik a.uf
d e m Gebiet der Luftsalpetersaure') und uber die synthetische Gewinnung des A m m o n i a k ~ ~im
) , ersten Falle
vor dem Wissenschaftlichen Vereiii cu Berlin, im anderen auf dem 8. Internationalen KongreB zu h'm York,
zu berichten,
Auch d e r E n t w i c k l u n g d e s P a t e n t g e s e t z e s widmete Bernthsen sein Augenmerk. Die
praktischen Erfahrungen, d i e er bei d e r Entnahme der
Patente .unld ihrer Anwendung in d e n verschiedenen
Prozessen gewonnen hatte, fiihrten ihn naturgernaD
mehrfach zu wertvollen Anregungen. Zu dern Entwurf
eines neuen Patentgesetzes, d e r schon vor dem Kriege
zur Diskusfiion stand und neuerdings wieder in den
Vordergrulla tritt, hat Bernthsen im Verein zur Wahrung
der Interessen der Chemischen Inrdustrie Deutschlands
auf dessen Hauptversammlung zu Hamburg an1 19. September 1913 ausfiihrlich Stellung genommen. Abgesehen
von d e n Schwierigkeiten, die das Voranstellen d e r Interessen des angestellten Erfinders gegenbber denen
seines Arbeitgebers im Rahmen des Patentgesetzes erwarten lie& behandelte Bernthsen ausfuhrlich die Forderung einer dritten Instanz Iur d e n Anmelder, dem ja
im geltenden Recht nur zwei Instanzen gegenuber vier
Instanzen seines Gegnere Bur Verfiigung stehen, und trat
entschieden fiir deren Erfiillung ein. Dieser Wunsch
ist allerdings heute noch unberiicksichtigt geblieben,
wahrend ahdere Vorschlage (Verlangerung der Patent-___
4) Diese Ztschr. 1909, Heft 24.
5) Ebenda 1913, Nr. 1, Aufsatzteil.
hngewandte Chemie
45. Jahrg. 1932. h'r. 7
1
Hoffmann: Die Bedeutung der Membranfilter fur die Filtration von Wasser
dauer, Wiedereinsetzung in den vorigen Stand u. a.)
dnrch Novellen und Sonderbestimmungen nach und nach
im Hahmen des bestehenden Gesetzes verwirklicht worden sind. Der Verlauf verwhiedener Prozesse hatte gezeigt, daB die Reohtsprechung d e r ihre Anwendung
durch untere Instanzen unerfreuliche Wege einzuschlagen
begann, indem sder Inhalt des Patentanspruchs mehr und
mehr beiseite gexhoben wurde, wodurch eine erhebliche
Unsicherheit iiber die Tragweite von Patenten zu entstehen drohte. Hlergegen wandte sich Bernthsen rnit
aller Scharfe, und er vertrat den Stan'dpunkt, dai3 angesichts der Ungeklartheit dieser Frage die Schaffung
eines neuen Patentgesetzes verfriiht erscheine und dafj
ein dringendes Bedurfnis hierfiir iiberhwpt nicht anerkannt werden konne. Diese Ansicht wird auch heute
von weiten Kreisen vertreten. Mit ebenso groi3er Entsohiedenheit vertrat Bernthsen d i e Forderung nach der
Schaffung besonders auf technische Fragen eingearbeiteter Gecichtshofe zur Vermeidung von Fehlurteilen, eine
Forderung, die seitdem immer wieder aufs neue erhoben w i d .
143
USW.
-_
In d e r Hadischen Anilin- & Soda-Fabrik war Bernthsen aui3erdem auch rnit d e r Auswnhl lder neu einzustellenden jungen Chemiker betraut, wobei er manchen
Bewersber durch orientierende Fragen auf seinem alten
Lieblingsgebiet des Methylenblaus in Verlegenheit gebracht haben soll. Bernthsen stellte groi3e Anforderungeii
an d i e chemische Ausbildung, verstalkd es aber infolge
seines groi3en didaktischen Geschicks in vorziiglicher
Weise, die groi3en Erfahmngen, die er selbst im Laufe
der Zeit erworben katte, den ihm Nahestehenden mitzuteilen. Auch sein kurzes Lehrbuch d e r anorganischen
Chsmie, welches eine hohe Zahl von Anflagen erlebte
und in die Hande fast jedes Chemiestudierenden kam,
legt von seiner hohen Lehrbegabung Zeugnis ab.
Bernthsens Name wird mit d e r Entwicklung der
deutschen chemischen Ind'ustrie und besoraders d e r
Badkchen Anilin- & Soda-Fabrik stets verkniipft bleiben.
Die Jndustrie wie auch die wissenschaftliche Welt, der
er immer treu geblieben, hat allen Anlai3, ihin ein dankbares unld ehrendes Andenlten zu bewahren.
Holdermann. [A. 5.1
Die Bedeutung der Membranfilter fiir die Filtration von Wasser,
insbesondere Trinkwasser.
Von Dr. W. HOFFMANN,
Laboratorium I1 der Moor-Versuchs-Station in Bremen.
(Eingeg. 10. August 1931.)
genau die gleiche Menge an fein verteilten Stollen enthalten
kann.
T a b e l l e 2.
Untersuchung des unfiltrierten Rohwassers auIy dem Konigsmoor.
Trocken- Asche, SiO, Filterrlick- Gluhverlust
riickst.(l€G'I
od. in HCI stand (Trork- des Filterunlosl. , nung b. 180O) ruckstandes
des Fi h a t s
in g
in g
in g
in g
1
2-sec..-Membranfilter .
0,1576
0,0136
0,0212
0,0128
10-sec.-Membranfilter .
0,1264
0,0530
0,0278
22-sec.-MemI
branfilter .
0,0284
0,1252
I 0'a080
0,0080 I 0.0526
Engporigere Mernbranfilter und UltrafeinfilterJ) ergaben
wieder die annahernd gleichen Ergebnisse wie das 10-sec.- und
22-sec.-hIembranfiIter. Zum Vergleich sei noch angefuhrt, daU
der Trockenriickstand des unfiltrierten Rohwassera (in d e r Tabelle nicht extra auigefiihrt), 0,1780 g betrug, wahrend der
Trockenriickstand des durch Kiesfilter filtrierten Wassera
0,1574 g und der Trockenruckstand des durch e i n lO-sec.-Membranfilter filtrierten Rohwassers n u r 0,1264 g betragt. Am
der sich ergebenen Differenz von 0,0206 g und 0,0516 g ist deutlich die Mehrleistung des Membranfilters zu erkennen.
!
I
,
.
-.
,
-
-~
-
..
Trocken- Asche, Si02' Filterruck- Gluhverlust
ruckst.(18@) od. in HCI lstand(Trock- des F i l k r nung b.18001 ruckstandes
des Filtrats
unlosl.
ing
I ing
in g
ing
Kiesfilter . .
2-sec.-Membranfilter .
10-sec.-Membranfilter .
42-sec.-Membraofilter .
0,1574
0,1432
0,1382
0,1364
i
1
~
I
::::::
I
I
0,0124
I
I
0,0056
0,0110
0,0170
I
0,0088
0,0080
0,0206
I
0,0094
I
Ich filtrierte zunlichst im Laboratorim 1. mir zugesanldtes Rohwasser, 2. bereits a n Ort und Stelle durchI)W. H o f f m a n n , Uber die Verwendung von Membranfiltern bei der chemischen Bodenanalyse, Ztschr. angew. Chem.
40, 1053 [1927]. G. J a n d e r u. J. Z a k o w s k i , Membran-,
Cella- und Ultrafeinfilter, Leipzig 1B9. H. H a r t , Zernent,
Nr. 13 u. 27, "271. H. C i t r o n , Uber den Nachweis voii
Tuberkelbazillen im Urin, Dtsch. Med. Wchschr. 1919, 322-323
(Nr. 12) ; Chem. Ztrbl. 1919, 11, 654. S t r e r a t h , 1naug.-Dim.
Hannowr 1927.
1 ) H. M e i e r i n g h , Uber Bakterienfiltration mit Zsigmondy-Bachmann-Filtern. Ztschr. f. Hyg. u. 1nf.-Krankheiten
97, 116-136 [1922] u. Klin. Wchschr. 1. Jahrg., Nr. 20 u. Chem.
Ztrbl. 1923, 11, 313. M. F i c k e r , Ober ein Toxin des aus Gasbrandfallen isolierten Bazillus odematis maligni, Med. Klin.
46, 5 [1917]. R. K o I k w i t z , Plankton-Membranfilter, Ber.
Dtsch. Botan. Ges. 42, 205 [1924].
Z s i g m o n d y u. B a c h m a n n : Uber neue Filter,
Ztschr. anorgan. allg. Chem. 103, 119-128 [1918]; Ref. im Chem.
Ztrbl. 1918, 11, 430.
7'
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
1
Размер файла
429 Кб
Теги
zum, august, bernthsen, gedchtnis
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа