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Aus anderen Vereinen und Versammlungen. Preisarbeiten und Aufgaben des Vereins der Zellstoff und Papier-Chemiker

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das gleielie beohachtet, vielleicht nur deshalb nicht S O fruhzeitig und
so auffallend, weil der mobilisierbare Vorrat von diesen geradeso
lebenswichtigen Bausteinen grljBer gewesen ist oder langer gereicht
hat. Aber im ganzen genommen, an der Tatsache, daB das L i e b i g s c h e
Minimumgesetz fiir den tierischen Organisinus geradeso gilt wie fur
den pflanzlichen, ist nicht mehr zu zweifeln, und gerade die Versuche
uber die Erganzungsstoffe haben das von neuem erhartet. Sie haben
aber auch gezeigt, wie schwer ein vollgultiger Heweis geliefert werden
kann bei den engen physiologischen Beziebungen der einzelnen Bausteine untereinander und zu den Funktionen des gesamten Protoplasmas.
Der gesamte Pflanzenorganismus enthiilt stets alle drei Erginzungsstoffe. Das junge Pflanzchen braucht sie ja genau so wie wir zum
Wachsen, his es soweit ist, daB es die Sonnenwarme ausnutzen und
nun sie sich selber bilden kann. Und 60 enthalten auch unsere
Nahrungsmittel, so wie wir sie von der Natur erhalten, meist alle drei
Stoffe. Aber so lassen wir sie nivht. Wir verlndern sie. Wir
scheiden durch Mablen und Siehen, durch l'rocknen, Auspressen oder
Einsauern rnanche schwer verdaulichen und bitter schmeckenden
Teile a b und nur was iibrig bleibt, essen wir, nachdem wir es noch
durch unsere Kochkiinste miBhandelt haben. Eine derartige Speise
kann dann allerdings mehr oder weniger yon ihrem friiheren Gehalt
an Erganzunpsstoffen eiiigebufit hahen. Sind wir gezwungen, nur von
solchen Speisen zu leben, dann allerdings kann auch uns der Mange1
an diesen Stoffen schaden. I>em entgehen wir, wenn wir Milch
haben. Hier liegt ihre groBe volkswirtschaftliche Bedeutung. Die E n p
lander nieinen, die Knochenerweichungen unserer Erwachsenen und
die Rachitis unserei. Kinder wahrend der Jahre 1917-1919 sei in erster
Linie auf die fehlende Milch, auf einen Alsngel a n A-Stoff zuriickzufuhren. An ihii miisse man bei der Versorgung einer Nation mit
Fetten heute denken. Ihr energetischer Niilirwert allein genuge nicht
mehr. Alle Kulturlander bedurfen eines Zuschusses von Fetten. Nur
i n den tropischen Landern wachst alles so schnell, daB ihre Bewohner
weniger verbrauchen als produzieren, und uns dort groDe Olernten zur
Verfiigung stehen. Aber leider enthalten gerade diese Pflanzenfette
sehr wenig A-Stoft'. Da hat das Butterfett einzuspringen, d i e Milch.
Wenn auch der Hackfruchtbau auf gleicher Eodenflache mehr Kalorien
hringt, es bleibe fraglich, ob uns damit allein gedient sei. Und ob
wir mit den Geniiisen und Hiilmfriichte~i allein auch genug Ergiinzungsstoffe und vollwertiges EiweiB bekommen. Genug unler
praktischen Verhiiltnissm. Die Menschen wollen nun einmal sich
nicht nach der Nahrwerltafel futtern, sie wollen das essen, was ihnen
schmeckt, wozu sie Liist hahen. Fleisch, Milch und Molkereiprodukte,
frisches Gemuse und Obst stehen obenan. .Die Begierde nach frischer
Nahrung hat wohl mehr Leben gerettet als durch Keime in der
Nahrung vernichtet worden sind." Von uiiseren frischen Nahrungsmitteln ist die Milch das allerwichtigste. So erheben sich immer mehr
Stimmen, die die Weidewirtschaft, die Fleisch- und Milchproduktion
weiiig>tens in der Ilmgehuno der Stadte erhalten wissen wollen, und
davor warnen, noch weiter Wiese in Ackerboden umzuwandeln. Heute
muzse man im Gegenteil bestrebt sein, dei. stadtischen Bev6lkerung
Fleisch- und Molkereiprodukte in ausreichendem MaBe zuzufiihren.
Die Akten uber d i we Frage scheinen mir heute noch nicht geschlossen
zu sein, sie spielt aher auch inehr in das Gehiet der p r a k t i s c h e n
Erniihrungslehre hinuber.
S c h l u 6.
Wir konimen zum SchluiL Wir haben gesehen, welch verschiedene
Beurteilung die Milch i n den verschiedenen Entwicklungsperioden der
Erniihrungslehre gefundta hat. Die Milch gnlt stets als ein sehr wertvolles Nahrungsmittel. Aber welcher Bestmdteil ihr den Wert verleiht, das ist in1 Lauf der Jabrzehnte ganz verschieden beurteilt worden.
Wir hljrten, daB sie einc: ideale Zusammensetzunghabe. Aber kommt
es bei den organischen Nahrstoffen wirklich so sehr auf das gegenseitige Mengenverhiiltnis a n ? Wir wurden schon gleich stutzig, da
H ir uns an das Gesetz
der isodynamen Vertretbarkeit erinnerten.
EiweiB, Fett, Kohlehydrate kljnnen fiireinander eintreten, in Mengen,
die gleicheni Energiegehnlt und damit gleichem Nahrwert entsprechen.
Nur fiir das EiweiB muBten wir eine gewisse Ausnahme gelten lassen.
Ganz durfte es nicht fehlen. Soweit kameii wir mit den alten Stoffwechselversuchen. Auf weiteres gahen sie keine Antwort mehr. Da
setzte die genauere cheniische Untersuchung der Nahrstoffe ein. Was
wir hisher als chemisch-einheitliche Gruppen angesehen hatten, begriff Bausteine ganz verschiedener A r t und Menge in sich und auf
diese Bausteine kiim es an. Nicht auf die Elemente Kohlenstoff,
Wasserstoff, Stickstoff. Wir mufiten versuchen, besseren Einhlick in
den Zwischenstoffwechsel zu bekommen. Da zeigte sich, daB das
Isodynamiegesetz nur in einem gewissen Umfang gilt. Das Gesetz des
Minimums herrscht vor. Auch von Fett und Kohlehydrat sollen begrenzte Mengen stets im Stoffwechsel vorhanden sein, besonders wenn
der EiweiBumsatz eingeschrankt ist. Hier sahpn wir, wie verschieden
viel wert in biologischer Beziehung die verschiedenen EiweiBkSrper
sind und wie gerade die der Milch besonders hochwerlig sind. Nicht
SO sehr allein fur sich. Wir sahen, daB mit Casein allein auf die
Dauer ein Tier nur leben kann, wenn sein I'utter davon ziernlich viel
enthiilt. Und ebenso vom Laktalhumin allein. Aber die gesamten
EiweiBkljrper der Milch erganzen sich gegenseitig so gunstig, daD der
Saugling tatslchlich rnit einem Minimum von Eiweifi lebt und alles
iihrige zum Ansatz verwenden kann. Und wir sahen, von welch prak-
tischem Wert es bereits geworden ist, die EiweiBsorten unserer Nahrungs- und Futtermittel zu kennen und durch einfache Futterungsversuche festzustellen, welche zusammenpassen. Wir wurden dabei
auf die Erganzungsstoffe aufmerksam, die nur in sehr kleinen Mengen
vorhanden, aber doch von gr6Bter Bedeutung f u r Gesundheit und
Leben sind. Wir beqitzen einen mehr oder minder groBen Vorrat
von ihnen in unseren Geweben, und kljnnen davon eine Zeitlang
zehren. Auf die Dauer durfen sie aber nicht fehlen. Skorbnt, Beriberi, Augenerkrankungen, vielleicht Rachitis sind wohl charakterisierte
Krankheiten, die auf eine Unterbilanz a n diesen Stoffen zuruckgefuhrt
werden. Allgemeine Hinfalligkeit, geringe Widerstandsfiihigkeit gegen
Infektion und andere Pchadigungen mtigen auch als Folge ihres Fehlens
angesehen werden. Aber solche allgemeine Erscheinungen treten
immer auf, wenn lebeuswichtige Bausteine unserer Nahrung mangeln.
Mljgen sie nun den Fetten, den Proteinen oder dem Reich der Mineralien irngehljren. Den Wert der Milch erkannten wir darin, daB sie
alle Bausteine e ntbllt, die mineralischen , die organisclien. die bekannten und die unbekannten, die wir jahrzehntelang ubersehen hatten.
An der Milch haben wir ein gut Teil der Beziehungen aufgefunden.
nach denen sich unser Stoffwechsel und unsere Ernahrung regelt.
Wir sind auch im allgemeinen in der Erkenntnis ein Stuck vorangekommen. Es ha t viel Miihe gemacht und lange Jahre gedauert.
Aber ist das nicht immer so? ,,Zu den sichersten Theorien gelangt
man nicht auf den Flugeln der Phantasie, die nur den Schein der
Kultur mit sich bringen kann, sondern mit der geduldigen Kleinarbeit,
mit dem methodischen taglichen Forschen, welches allein zur sicheren
Feststellung der einzelnen Tatsache fuhrt und damit zur Begrundung
der unanfechtbaren Gesetze des Lebens", so sagte Camillo Golgi in
seiner Nobelpreisrede. Und bleiben wir hescheiden. Denken wir
stets daran, daf3 wir nur in unserer Zeit leben, daB unser ganzes
Denken und Tun in den Anschauungen unserer Zeit wurzelt. Im
Talmud heiBt es schon: ,,Der Mensch bleibt weise, solange e r die
Wahrheit sucht; wenn er sie gefunden hat, ist er ein Narr."
[A. 253.j
-
Verzeichnis einschliigiger Arbeiten.
1. A b d e r h a l d e n , Lehrhuch der physiologischen Chemie. 4. Aufl.
1920.
2. A r o n und G w o l k a , Systematische Fiitterungsversuche mit
kiinstlich zusammengesetzten Nahrstoffgemischen. Handbuch der biologischen Arbeitsmethoden. Herausgcgeben von Abderhalden. Urban
& Schwarzenberg. Berlin-Wien 1921. Lief. 29.
3. a) D r u m m o n d , Lancet, 12. Okt. 1918.
b) D r u m m o n d u. C o w a r d , Biochem. Journ.l4,661,668,381[1920].
4. E i j k m a n n , Virch. Arch. 148, 523 [1897].
5. F o r s t e r , Z. f. Biol. 9, 297 [1873].
6. F u n k , Vitamine. Bergmann, Wiesbaden 1914.
7. H o f m e i s t e r , Qualitirtiv unzureichende Ernahrung, AsherSpiros Berichte der Physiologie 16, 1 u. 520 [1918].
8. a) H o p k i n s , Lancet 200, 1 [1921].
h) H o p k i n s , Journ. of Physiol. 44, 425 [1912].
c) H o p k i n s , Biochern. Journ. 14, 721 [1921].
9. G r a h a m L u s k , Science of nutrition. 3. Aufl. 1917. Philadelphia u. London, Saunders & Co.
10. a) M c C o l l u m , The newer Knowledge of nutrition 1918. McMillan & Co.
b) M c C o l l u m , Simmonds u. Parsons Supplementary protein
values in foods I-V. Americ. Journ. of Biolog. Chem. 47,111,247 [1921].
11. a) M i t s c h e r l i c h . Das Wirkungsgesetz der Wachstumsfaktoren.
Landw. Jahrb. 56, 71 [1921].
b) B a u l e , Zu Mitscherlichs Gesetz der physiologischen Beziehungen. Landw. !!ahrh. 51, 363 [1916].
12. R l j h m a n n , Uber kunstliche Ernahrung und Vitamine. 1916.
Borntraeger, Berlin.
13. a) S c h a u m a n n , Arch. f. Schi€fs-u. Tropenhygiene 15, Beih. 8,
1910; 18, Beih. 6, 1914; 19, 139, 1915.
h) A b d e r h a l d e n u. S c h a u m a n n , PFlug. Arch. 172, 1 [1918].
14. S c h m i d t , Sitzungsher. d. physik.-mediz. Gesellschaft. Wiirzburg 1913.
15. S t e p p , Ergebnisse derinn.Med. u.Kinderheilkundel5,257 119171.
Die meisten Arbeiten iiber EiweiBwertigkeit uod Erganzungsstoffe
sind zu finden im Biochem. Journ. und Americ. Journ. of Biolog.
Chemistry von 1914 ab, im Pfliigerschen Archiv von Bd. 172 ab.
Ausfuhrliche Referate seit 1980 in den Berichten der gesamten
Physiologie und-exwximentellen Pharmakologie. Verlag Springer Berlin seit 1920.
Aus andere6,Vereinen und Versammlungen.
Preisarbeiten und Aufgaben d e s Vereins der Zells toffund Papier-Chemiker.
Im Laufe der Jahre ha t der Verein eine grSBere Reihe von Preisiusschreiben erlassen und die Bearheitung vieler, fiir Wissenschaft
ind Industrie wichtiger Fragen angeregt. Da diese Aufforderungen
:ur L6sung derartiger Fragen in den VerSffentlichnngen des Vereins
:erstreut sind, werden sie nachstehend einmal iibersichtlich zusammenyestellt. Bezuglich des Nachweises von Literatur fur diese Aufgaben
nu13 im allgemeinen auf die Fachliteratur, Lehrbiicher und Aufsatze
Aufsetzteil
34. Jahrgang 19211
Aus anderen Vereinen und Versammlungen
607
_____
in den Facbzeitschriften verwiesen werden, die in der vom Geschaftsfuhrer des Vereins herausgegebenen Referatensammlung: Ausziige aus
der Literatur der Zellstoff- und Papierfahrikation 1909-21 zusammengestellt sind. Eihzelne Hinweise sind jedoch bei den Vertiffentliehungen zu den einzelnen Aufgaben selbst verzeichnet worden.
Fur die Preisbewerbungen gelten folgende Bestimmungen:
Die beste unter den preiswiirdigen Bearbeitungen nachfolgender
Preisfragen wird mit einem Preis von je M 1000,- ausgezeichnet.
Aufierdem steht dem Preisgericht das Recht zu, den Vorstand zu ersuchen, fiir besonders wertvolle Arbeiten einen Zusatzpreis zu bewilligen bis zu einer noch festzusetzenden HBhe, wenn nicht bei den
einzelnen Preisfragen anderes vermerkt ist. Ebenso ist er berechtigt,
fur Arbeiten, welche nicht voll preiswiirdig sind, aber, zur Klarung
der gestellten Frage beitragen, Teilpreise zu beantragen.,
Auch Arbeiten iiber selbstgewahlte Aufgaben werden zur Preisbewerbung zugelassen.
Jedes Ausschreiben bleibt so lange bestehen, bis ein voller Preis
erteilt ist oder der Vorstand dasselbe zurtickzieht.
Die preisgekrBnten Arbeiten werderi in den ,,Schriften des Vereins" oder in den Vereinszeitschrift en veroffentlicht. Diese bezahlen
dafur a n die Verfasser das iibliche Honorar.
Die nicht niit einem Geldpreis bedachten Arbeiten werden den
Verfassern zur Verfiigung gestellt , doch wird das Preisgericht den
Vereinszeitschriften die VerBffentlichung auch solcher Arbeitep, selbstverstandlich gegen Zahlung des iiblichen Honorars, empfehlen, welche
ihm fur die VerBffentlichung wertvoll genug erscheinen. Solche
Arbeiten ktinnen auBerdem mit einer .ehrenvollen Erwahnung' oder
durch Aufnahme unter die ,,Schriften des Vereins" ausgezeichnet
werden.
Die Arbeiteri mussed bis spatestens 1. August 1922 an den Geschaftsfiihrer des Vereins und Obmann des Fachausschusses, Prof.
Dr. C a r l G. S c h w a l b e in Eberswalde, Donopstr. 26, eingeliefert,
mit einem Kennwort versehen sein und diirfen den Namen des Verfassers nicht enthalten. Jeder Arbeit ist ein verschlossener Umschlag,
mit demselben Kennwort versehen, beizufiigen, in welchern Namen
und genaue Adresse des Verfassers anzugeben sind. Die Offnung der
Umschlage erfolgt fur die preisgekrhten Arbeiten durch das Preisgericht. Die Verfasser der nicht preisgekrbten Arbeiten erhalten
diese nach gehtirigem Ausweis vom Geschaftsfiihrer zuriick.
Der Fachausschufi oder Vorstand ist ermachtigt, ausnahmsweise
gute Arbeiten auch dann zu prarniieren, wenn eine Bewerbung des
Verfassers nicht vorliegt, oder wenn der Bewerber gegen gewisse
Punkte der Preisordnung, namlich Ablieferung zu einem bestimmten
Termin oder vollstiindige Namenlosigkeit , verstooen haben sollte.
Fachausschufi oder Vorstand sind ferner in der Lage, bei Drucklegung
von den Verein interessierenden Arbeiten den Verfasser durch teilweise Ubernahme der Druckkosten oder einer gr6Beren Anzahl von
Exemplaren zu unterstiitzen.
I. Preisfragen.
1. Normen fur Kauf und Priifung von Fullstoffen. Man vergleiche: Hauptversammlungsbericht 1906, Seite 9, und ,,Ausztige".
2. Trennung der Bestandteile von in Wasser aufgeschllmmtem
Papier-Ganzstoff durch Absitzenlassen in drei Stufen (Fraktionen).
Priifung dieser Stufen a) auf durchschnittliche Faserlange, b) auf
papieitechnischen Wert. H. 1906, Seite 31.
3. Wie verhalten sich Halbzellstoffe verschiedener Herkunft gegen
Holzzellstoffreagentien? Es sind insbesondere Kraftzellstoff, Braunschliff, ,,Engeschliff" und Sulfithalbzellstoffe gemeint. Man vergleiche
z. B. S c h w a 1b e , Halbzellstoffe, Internationaler KongreB New York.
4. Verwertung der Kalkriickstlnde der Sulfatzellstoff-Fabrikation.
H. 1910, S. 17.
5. Auf>chlieBungschwach verholzter Fasern, wie Flachs, Hanf li. dgl.,
insbesondere Beseitigung der ,,Schaben" ohne Ausbeuteschadigung.
6. Die Kittsubstanzen des Holzes.
Preis des ,,Vereins deutscher Holzstoff-Fabrikanten" im Betrage von
noch fcstzusetzender HBbe. Bei der Preisverteilung wirken auBerden
zustandigen Mitgliedern des Fachausschusses zwei von dem Verein
deutscher Holzstoff-Fabrikanten zu bestimmende Herren mit.
Nachdem durvh die neueren Untersuchungen von Z a c h a r i a s und
v o n S o y k a der AufschluB der Fichte und Kiefer beim Dampfen und
Kochen qualitativ und quantitativ im wesentlichen aufgeklart ist, wird
der diesbeziigliche Teil der Preisaufgabe als erledigt angesehen; zu
erledigen sind noch folgende Punkte:
a) Es soll grpriift werden, welche Sioffe als ,,Kittsubstanzen" des
Holzes anzusprechen sind. Auch ist die Entstehung der Farbung und
ihre etwaige Beeinflussung beim Dihpfen nach Zeit, Druck usw. zu
verfolgen.
b) Unter Variierung von Zeit- und Druckfaktoren ist die Ausbeute an Schleifholz festzustellen und zwar bei Fichte und Kiefer
nicht nur fur Stamm-, sondern auch fur Wipfelholz, fiir feste und
schwammige H6lzer. Uber den Standort der HSIzer, iiber die Schlagzeit , Lagerunpsdmer , iiber das Verhiiltnis von Splint zu Kernholz,
iiber Zahl und Weite der Jahresringe sind demgemafi Angaben zu
machen.
c) Die friiher fur Fichte durchgefiihrten Untersuchungen von
Z a c h a r i a s und S o y k a (vgl. hierzu auch ,,Auszuge aus der Literatur der Zellstoff- und Papierfabrikation" 1911 und 1912; ferner Jahresversammlungsberi,cht 1913: Vortrag des Herrn Prof. Dr. H e u s e r iiber
die Diplomarbeit von Dip1.-Ing. S o y ka) sollen auf Kiefer iibertragen
werden.
d) Auf Grund der a n geniigend gro5em Versuchsmaterial gewonnenen Erfahrungen sollen Vorschlage zur Verbesserung der bisherigen Dampf- und Kochverfahren gemacht werden, Vorschlage, die
Apparatur und Verfahren in Beziehung zur Ausbeute und Farbe
betreffen
Bemerkungen iiber die heute in der Papier- und Pappenindustrie
gebduchlichen Verfahren der Holzdampfung. Angaben iiber die Beschaffenheit des zu dieseni Zweck zur Verfiigung stehenden Holzes.
Bei Herstellung eines guten, leicht verkauflichen Braunholzpapieres oder ebensolcher Braunholzpappe aus reinem braunern Holzschliff kommt es darauf a n , einen langfaserigen, in sich kdftigen,
zahen Schliff von heller Farbe zurverfiigung zu haben. Zur Gewinnung des Schliffs wird auBer Tanne oder Fichte in der Hauptsache
die Kiefer aus Durchforstungsscblagen im Alter von 25-40 Jahren in
Starken von etwa 8-10 cm Durchmesser verwendet. Um ein Verstocken oder Blauwerden des Holzes m6glichst zu vermeiden und urn
die beim Schleifen llhtige Rinde sowie den Bast zu entfernen, werden die KnuppelhBIzer in der Regel bald nach erfolgtem Abtrieb geschllt. Die DurchforstungshSlzer sind in der Qualitat sehr verschieden.
Es ist als Erfahrungssatz hinzustellen, daB nicht mehr im Wachstum
befindliches, abgestorbenes Holz niemals braunen Schliff gleicher
Giite bergibt wie der grungeschlagene, noch im Saft stehende Baum.
Um den in der Fabrikation lastigen Gehalt an Harz, Terpentin USW.
mBglichst unschadlich zu machen, lai3t m a r c h Kiefernholz langere
Zeit lagern.
Es fragt sich nun, welche Behandlungsweise fur das Dampfen
oder Kochen die zweckmafiigste ist, um gleichmaBig guten und hellen
Srhliff zu erzielen. Es werden verschiedene Verfahren angewendet.
Ein Teil der Schleifereien dampfen das Holz mehrere (bis zu.zehn
und mehr) Stunden mit gesiittigtem Dampf von etwa 4 Atm. Uberdruck und schlieBen das Dampfen mit Zusatz von Wasser. Andere
kochen das Holz unter Druck in Wasser. Die Dampfdauer 1aBt sich
durch hSheren Druck in dazu geeigneten Dampffassern wesentlich
um die Halfte und mehr abkiirzen.
Man hat die Erfahrung gemacht, dafi das Schleifen von sehr lange
gedampftem Holz sich in quantitativer Beziehung gunstiger vollzieht
als von Holz, das kiirzere Zeit gedampft ist. Man erhalt bei langer
Dampfdauer eine sehr lange und weiche Faser, die aber leider den
Fehler einer zu dunklen Farhe hat. Kiirzeres Dampfen ergibt den
erwtinschten hellen Schliff, die Faser wird aber kiirzer und harter.
Nur so gedampfte Faser kommt fur die heute angefertigte Verkaufsware in Betracht.
7. Das Rotwerden ungebleichter Sulfitzellstoffe.
Ein Preis im Betrage von M 1500,- wurde urspriinglich im Jahre
1912 von der Flrma Hugo Hartig in Hamburg fur dieses Thema zur
Verfiigung gestellt. Da bis 1918 eine Preisarbeit uber dieses Thema
nicht eingelaufen war, hat diese Firma dem Verein den Betrag zur
freien Verfugung gestellt.
Beim Nassen erlahrt ungebleichte, feste Sulfitcellulose, insbesondere skandinavischer Herkunft, bisweilen stellenweise oder auch
vBllig eine RBtung. Es soll durch eine umfassende, wissenschaftlichtechnische Untersuchung festgestellt werden , welches die Ursachen
dieser RBtung sind. Ferner ist zu ermitteln, ob und wie sich diese
RBtung ohne grBBere Veranderung der Fabrikation im KochprozeB
oder beim Aufarbeiten des gekochten Zellstoffs vermeiden 1 a t . SchlieBlich ist anzugeben, wie sich die durch RBtung entstehenden Nachteile
in der Papierfabrikation obne wesentlirhe Kosten beseitigen lassen.
Eine Zusammenstellung schon bekannter Tatsachen und Abhilfvorschlage genugt den Bedingungen dieses Wettbewerbes nicht , es
wird eine Arbeit verlangt, deren Ergehnisse Erfolg versprechen. Verlangt wird auch eine Zusammenstellung der vorhandenen Literatur.
8. Zellstoffherstellung nach dem Sulfitverfahren.
a) Kritische Wiirdigung der verschiedenen Apparaturen und Arbeitsverfahren zur Sulfitlaugenherstellung.
b) Die Zusammensetzung der wahrend der Sulfitkochung von
Holz abgestoBenen Gase.
Eine derartige Arbeit ist wahrscheinlich nur im eigentlichen
Fahrikbetriebe mtiglich, denn bei den oft sehr kleinen Mengen von
Stoffen, die abgestoaen werden, miissen vielleicht sehr groBe Gasvolumina zur Verfiigung stehen, wenn die Abscheidung und chemische
Identifizierung iiberhaupt gelingen soll.
c) Die Verunreinigungen der KBst- und Turmgase sowie der Betriebslaugen in der Sulfiizellstoff-Fabrikation.
Hierbei ist daran gedacht, daf3 Metal1 und Metalloxyde, selbst bei
sehr sorgfaltiger, unter Urnstanden nasser Reinigung doch den Reinigungsapparat passieren und auf diese Weise in die Betriebslauge
gelangen kiinnten. Es sei erinnert an die Selenvergiftung der RBstgase, die vor einer Reibe von Jahren vorubergehend groBe Sufregung,
besonders in den nordischen Landern, hervorgerufen hat. - Es sei
ferner erwahnt, dai3 in den Schwefelkiesen so vielerlei Metalle vorkommen, daB immerhin die MBglichkeit besteht, daB sie entweder in
Form feinsten Flugstaubes oder als Oxyde bis in die Lauge gelangen.
- Als eine Verunreinigung der Lauge kann man auch den Schwefel
betrachten, derschoninden Geheimschriften des Herrn Prof. M i t s c h e r l i c h eine Rolle gespielt hat, und dessen Vorkommen und Nachweis
im Betriebe Iangat noch nicht in wiinschenswerter Weise geklart i8t.
- Schliefilich ktinnte man auch die Magnesia als eine Verunreinigung
der Sulfitlauge ansohen. Es ist wenig dariiher bekannt wie magnesiareiche 1,:iugen sich bei tler Korhiing verhalten.
In neuester Z r i t eind ferner eine Menge von neuen Rohstoffen
zur Gewinnung voii schwefliger Siiure in Anwendung gekommen, iIn
die nian friiher nicht gedacht hat. Genannt seien in erster Linie
Bisulfat untl die ( iasreinigun~sni;isse. Es ist nicht ausgeschlossen,
dad durch \.erwendung derartiger Kohstoffe iich die 1,augenzusammcnsetzung etwas iindern k m n .
d) U'ie verliiuft die Zuckerbildung beini Sulfitkochverfahren?
Fiir die I J s u n g vorstehender Aufgahen steht gegenwartig der
Teilbetrng \ion M 5000:z u r Verfiigung. nachdem der von den
Herren 1.. .I. D o r e r i f e l t l t i n Kristiania uiid Dr. K611e in Frankfurt a.,hl. gestiftett Preis von hl 1000,- t:rneut Erhdhung erfahren
hat. .Je nach den A'erten der Arbeiten kiinnen such Teilpreise verliehen werden. Dem I'reisgericlit gehlireii auder den zustandigen
Mitgliedern des Fachausschusses die Herren an: Fabrikdirektor
K. Mlirch in Greaker (Sorwegen), ICommerzialrat E. S p i r o inKrummau
in Btihnten und Fa1)rikdirektor G. S ii r e t h in Darmstadt.
11. .\ulgahen ,,im freien Wettbewerb".
Fiir diese Arbeiten sind vorerst hestim rnte Geldpreise nicht BUSgesetzt, doch klinnen sie, g e m i i oben abgedruckter Bestimmungen,
mit Geldpreisen oder ,ehrenvoller Erwiihnung" bedacht werden.
1. Die chemischen Eipenschitften des Aspen-(Pappel-)Zellstoffes
im Vergleich mit denen der Nadt:lholzzellstoffe.
2. (Ihemische Eigenichaften des Strohwichses, seine Abscheidung
und Verwertung.
3. Die stickstol'fhaltigen Bestandteile der Getreidestroharten.
4. Der Einfluii der Zylindertrocknunp auf die Festigkeit von
Papier.
5. Der Einfluij vorheriger Trocknung der Zellstoffe auf die Festigkeit der Papiere.
6. Die Methoden zur Trockenbestimmung von Zellstoffen. Neueste
Monographie von S i n d a l l . In englischer Pprache und "Ausziige aus
der Literatur der Zellstoff- und I'apierfabrilcation''.
7. Kutzbarmacliung von Abfallholz: Aufschlieijung junger Htilzer,
von Wipfelholz, Kniippdn und Ssgemehl. Entrindung solchen Rohmaterials.
111. Schulaufgaben.
Von den seinerzeit durch Herrn Prof. Dr. P a u 1 K1e m m - Gautzsch
bei Leipzig zusammengestellten sogenannlen ,,Schulaufgaben" sind
nachstehende teils unbeantwortet peblieben, teils nur unvollstandig
bearbeitet wordcn :
A u f Pa b r i k a t i o n s 1. o rg ii 11g e s i c 11 t) e zi e h e n d e A u f g a h en.
1. Es sol1 untersucht werden, ;iuf welche Weise sich Sisalhanf
am vorteilhaftesten aufschlieden ladt, urn Papierstoff herzustellen,
und bis zu welcliem Grade eine Veredelung des Faserprodnktes
ingglich ist.
Koch- und l-lleichversuche.
2. In welchen Grerizen kanri Torf Weit als Papier- und Pappenrohstoff beanspruchen?
Kritische literarische Studie iiber die Bemiihungen zur Anwendung von Torf als Papier- und Pappmrohstoff.
3. Die Veredeliingsfahigkeit von Braunholzstoff und deren praktische Grenzen (als kritische Studie).
Das Problem der Bleichbarkeit. - Veranderung der Eigenschaften. Was dabei gewonnen und preisgegeben wird. Aufwand
und Erfolg.
4. Welche Ktirper bedingen die geringeren Bleicherfolge des
Natron- oder des Sulfatholzzellstoffs im Vergleich zu Sulfitzellstoff ?
Ausziehen niit verschiedenen Llisungsmitteln. Bleichversuche
an den Stoffen und a n den Abdampfriickstanden der Ausziige.
6. Hedeutung der Fahrionschen Heobwhtungen iiber die Autooxydation des Kolophoniums fur die Verwendung von Harz zum
Leimen von Papier.
Zeitschr. f. angew. Chem. 1907, H. 9, S. 356-361.
Oxyabietinsaure, ferner neuere Arbeiten desselben Autors.
6. Verunreinigung der Zellstoffe dureh Schwefelverbindungen,
Grenzen derselben. Sulfitzellstoffe - Schwefligsaureverbindungen,
Schwefel; Sulfatzellstoffe - Sulfide und Schwefel.
Wichtig bei den Papieren, bei denen es auf Indifferenz gegen
Metalle ankommt, die durch Sulfit- und Sulfidbildung anlaufen.
7. Ausarbeituug einer Prufungsmethode, durch die man gebleichten und unge1)leicliten Holzschliff in Papieren unterscheiden kann.
deutscher Chemiker.
Preisverzeichnis fur Analysen.
Iler Vorstand des Yereins deutscher Chemiker hat in seiner Sitzung
am 27.11.1921 zu Berlin geiniid einem Antrag des Sonderausschusses
fur den Analysentarif folgende Entschlieijung gefadt:
,Der Vorstand des Vereins tleutscher Chemiker erklart, daij als
ubliche Preise die Siitzc. des Deutschen Annl) sentarifs vom Mai 1921
rnit einem A u f s c l i l a g von 50" ,, (aLso \Viiittemberger Tarif vom Marz
1920 Init eineui Aiifsch1:ig von 200'' ,,) anzusehen sind.'
Verlag Chernir G , m. b . H..Leipzig. - \'eranta-orUicher. Sehriltleiter Prof.
ES sei bei diesec Gelegenheit rrneut iitif den analogen Heschlud
unserer Stuttparter Hauptrersanirnlung verwiesen (Angew. Chem. 44,
214 [19''1]), der etwaige lJnterschreitunperi dieser Tarifpreise als unlauteren Wettbewerb bezeichriet. Der geriaiinte An:rlysentarif ist durch
rinseren Verlag Cliemie G. in. b. H., zum Preise von 11 8,- z u beziehen.
Aus den Bezirksvereinen.
Markischer Bezirksverein. Ikricht iiber die Sitzung m i Donnei.stag, 24. 11. 1921, aberids 8 Ultr, im grofien Horsaal des physikalischchemischen Institutes der {Jniversitiit, Hunsenstr. 1. Vors.: Prof. Dr.
A. H e s s e , Schriftfiihrer Dr. A . L3uss. K u I z ivicli S IJhr eroffnet der
Vorsitzende die Versammlung .und dankt zuniiclist Herru Geheimrat
Nernst fiir die liebenswuidige Uberlasiung des Hijrsaals, der die Fiille
der Versammlungsteilnehnw kauni zu fiissen vermag. Dann bittet
Prof. Hesse Herrn Dr. E r n s t A u e r b a c h uiii deli Nachruf fur den
verstorbenen Herrn Kommerzienrat Dr. E r i c h K u n h e i ni (s. u.).
Der Vorsitzende teilt dann noch mit, daf3 der Vorstand dem Direktor
der Kunheim-Werke, Herrii Dr. A. Lange, das Ueileid des Vereins ausgedruckt hat. Die Teilnehmer der Sitzung ehien das Andenken des
Verstorbenen durch Erheben von den Platzen.
Prof. Hesse bittet darauf die Mitglieder, an der Hothiillungsfeier
des Emil Fischer-Denkmals auf dem Luisenplatz am ?ti. 11. nachmittags
teilzunehmen. Nachdem der Schriftfiihrer die geschlftlichen Angelegenheiten vorgebracht und die Namen der lieu anfgenommenen und
gemeldeten Mitglieder bekanntgegeben hat, nimnit Herr Priviitdozent
Dr. W a l t e r S c l i r a u t h das Wort zu seinem Vortrag: ,,uber die Herstellung und Verwendung hydrierter organischer Verbindungen"
(mit Lichtbildern). Welches Interesse der Vortrag fand, ging aus der
lebhaften Aussprache hervor. Der Vortrag wird vor:inssichtlicth in der
Vereinszeitschrift veroffentlicht.
Dr. A. Knss.
Dr. Erich Kunheim
+.
Als der Markische Kezirksverein in seiner vorletzten Sitzung am
24. 9. seine Mitglieder mit ihren Damen in einer wohl bisher nicht
verzeichneten Anzahl versammelte, a m ihnen die Hesichtigung der in
Niederschoneweide gelegenen chemischen Fabrik von Kunheim & Co.
zu ermliglichen, da erfiillte die sie begrudenden Keiimten des Werkes
bereits bange Sorge um den Gesundheitsznstand des Inhabers der
Firma. Nun ist das Gefiirchtete eingetreten, Dr. Erich Kunheim ist
am 31. 10. nach schwerem Leiden im 50. Lebensjabre rerschieden,
und am 5. 11. haben wir, seine Angehtirigen. seine Freunde und
Berufsgenossen, die Angestellten und Arbeiter seiner Fabriken und
die Vertreter der befreundeten Pirmen ;in seiner Rahre um ihn getrauert.
Was Dr. Erich Kunheim im wirtsc.li:iftlic,hen Lehen war, das
habe ich vor der daiiialigen Hesichtignng der Fahrilten in einem
einleitenden Vortrag iiber die Entwicklung und die derzeitige Haupttltigkeit der Firma dargelegt, denn gerade ini vorliegenden, immer
seltener werctenden Fall, bei den) ein grofies Werk sich noch im
Hesitze eines einzelnen befindet, ist n:iturgemZB dem Unternehmen
der Stempel der Perstinlichkeit besonders deutlich aufgepriigt. Ich
mud es mir daher versagen, heute nochmals die cheniisch-teThnische
Seite des Lebenswerkes Dr. Erich Kunheims vor Augen zu fiihren, zumal
daruber von anderer Seite, namlich i n der ..Chemisehen Industrie",
ausfiihrlich berichtet werden wird.
Ich m6chte daher heute hier n u r den !densehen Erich Kunheim noch einmal kurz schildern, \vie er sich gab, wie er fiihlte und
wie er wirkte. Er war auch in den jungen .Jahren, in denen er fast
unmittelbar r o n der Universitiit weg die Verwaltnng seines vom Vater
ererbten Hesitzes iibernahm, keine jugendlich vorwarts stiirmende Kampfnatur, er hatte nicht den Ehrgeiz, von sich reden zu machen, die Welt
mit irgendwelchen GroiJtaten zu verbliiffen. Von tiefstem Pflichtgefiihl erfiillt uiid in voller Erkenntnis der Verantwortung, die auf
seinen Schultern ruhte, fafite er erst nach eingehender, reiflicher Prufung, nach verst~ndnisvoller, ins einzelne pehender Aussprache rnit
seinen Beratern seine Entschlusse. Immer aber hatte er nnverriickbar als Ziel vor Augen, das moralische Erbe seiner Vater, den
Ruf, das Ansehen und die Hedeutung der Firma zu wahren und zu
mehren. In hanseatischem Geiste dachte und arbeitete er und nie
sah er die Dinge nur aus dem realen Gesichtspunkt leichten und
sicheren Gelderwerbs. So lehnte er es z. H. beharrlich ab, auf einen
Vorschlag einzugehen, der ohne jede Schadigung seiner materiellen
Interessen darauf hinzielte, einen niit seiner Firma historisch verbundenen Fabrikationszweig vollig abzutreniien u i i d rinem anderen
Unternehmen anzugliedern, an dem er Z W R I ebenfalls beteiligt war,
dessen Leitung aber nicht ihm oder einem von ihm Beauftragten
unterstand. Er wollte der tatige, mitarbeitende, verantwortliche Fahrikant bleiben, und gerade dieses Beispiel ist iiberaus rharakteristisch
fur seine Denkweise, wie uberhaupt fiir die ernste Auffassung seiner
Stellung im industriellen Leben und Beruf.
Allzu friih ist er seiner ihm Freude mi~c~lieritten
1'iitigkeit entrissen
worden, wir aber, die wir ihn kannten, die tvir n i i t i l i r i i und unter
ihm arbeiteten, die wir seine wohlw,)llende (iesiiinung, hein allen
Auderlichkeiteri abholdes einf~icli-freundliclies, vornehmes Wesen
schiitzeii lernten, wir Hissen, was wir ihm verdauken, was wir a n ihm
verloren haben, und wir werden ihn nicht \'crgessen. A i i e r h a c h .
6.R a s s o n , Ixipzip.
- Druck \on J.
H. Hirbchleld
(A.
I'ict
s) it) 1.eipzig
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