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Aus anderen Vereinen und Versammlungen. Verein der Zellstoff- und Papierchemiker und -ingenieure

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Rundschau - Bus a a d m n Vereinen und Versammlungen
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d& zwei tibereinanderliegende Mulden GI und & entstehen. &el
dem nicht von der Querwand durchsetzien Teil der Mulde lie@ dic
Aufgabevorrichtung in Gestalt eines groBerl wagerecht gelagerten
Trichters C, in dem sich die Mitnehmerschnecken D drehen. Die
Svhlacke wird so, wie sie aus der Heizung kommt, also ohne jegliche
Vorbereitung, bei C in diesen Trichter hineingeschaufelt oder sie wird ihm
durrh eine automaiische Be*chickungsvorrichtung, ein Transportband,
ei n Becherwerk u.dgl.srlbsttBtig zogeftihrt. DieTrichterwandungist durchlovht, so daS der feine Grus bei K he~ausflllt. An den Trichter schlieBi
sich eine Trommel E, mit rostartig aysgebildeten WBnden an, die so
eingerichtet ist, dafi die einzelnen sich eventuell in der Schlacke
findenden tibermaBig proBen Brocken bei L auugesc-hieden werden.
Die ganze tihrige Schlat ke fallt durch die Wandungen des Rostmantels und den Trichter in die darunterstehende m i t der Trennungsfliissigkeit gettillte Mulde F. Hier. sinken Steine und Schlacke sofort
zu Boden, der Koks schwimmt auf der Oherflache. Von zwei sthidig
sich drehenden Schnecken parkt die obere den Koks, wahrend die
untere die Schlacke erfaBt. Der Kokq wird dureh die obere Mulde
nach der Auswurfbffnung M, dle Schlacke durch die untere nach dem
Auslmf N befbrdert, so daB sie beide getrenni den Separator verlassen.
Die Ausbeuten dieses Verfahrens sind nun natiirlich je nach dem
Kokspehalt der Schlai:ke vehchieden. Als Beispiel sei erwahnt, daW
aus der Generatorschlacke eines suddeutschen Ga*werks 68 V. H. Koks
und 32 v. H. St.hlacke erhalten wuiden. Der Koks hat im allgerneinen
einen Heizwert von 4000 bis 5000 Warmeeinheiten, bei 5 bis 80 Millimeter KorngrbBe.
Die Hedienung des Apparaies gestaltet sich sehr einfach, sie erfordert nur eine einzige Arheitskraft. Die GibBe des Separators
,,Kolumbus" kann der Grcifie des jeweiligen Betriebes angrpaljt werden,
wird er doch in verschieden grofjen, Ausiiihrungen hergestellt. Die
Type A verarheitet 1,5 Kuhikmeter Rohschlacke pro Stunde uiid hat einen
Kraftbedarf von 1 bis 1,5 PS. Die Type B erfordert hri einer Stundenleistung von 3 Kubiknieler Rohschlacke 2 PS, die Type C mit einer
Stundenleistung von 7 bis 10 Kubikmeter Rohschlacke 3 bis 4 PS.
Die beitien kleineren Typen lassen sich fahrbar einrichten, so daW
mehrere benach barte Betriebe einen solchen Separator gemeinsvhaftlich
benutzen kbnnen, der dann nach einem hwtimmten Arbeitsplan bald
im einen, b.tld im anderen arbeitet. AuBerdem gewahrrn die fabrbareir
Typen norh den Voiteil, daB man sie aur-h an alte, entlegene Halden
herirnf;ihren kann, um die dort aus frtiheren Jahren und vielleicht
Jahrzehn ten aufgespeicherten Schatze an Brennstolf wiederzugewinoen.
Der Separator ist j a an keine bestirnmte Antriebskraft genunden, er
kann von jeder vorhandenen Antrit b-kraft aus in Retrieb gesetzt werden.
Wo, wie z. B. an entlegenen Halden, keine andere Kraftquelle vorhanden
is+,wird zu seineni Antrieb ein an seinem Gestelle anmontierter kleiner
Verhrennungnmotor verwendet.
Was die Rentabilitat des Separierungsverfahrens anbetrifft, so sei erwahnt,daB eiii Separator im Ansc.hHffungspreiavon etwa40000 M im Jahre
rund 10000 Tonnen hocbwertigen Koks aurzulesen vermag. -4ngesichts
des Preises dieses Kokses ergibt sich ohne weiteres, daB der Separator
in verhaltnism8Big sehr kurzer Zeit bereits amortisiert ist und daB
die Betriebskosten durch die Verweridung des wiedergewonnenen
Kokses uni ein ansehnliches Teil herabgesetzt werden kbnnen.
Die Rentabilitat IiiBt sich aber noch dadurch weiter verbewern,
daij man die von Koks bpfreite Schlacke auf Schlackensteine verarbeitet, und zwar kann nicht nur die Svhlacke, sondern auch die vorn
Separator ausqeworfene Asche, oder der Grus in dieser Weise verwertet weiden. Zu diesem Zweck brinnt die Firma Schilde eine
Schla~kenstein-Formm:1schine in den Handel, die je navh der GrBIJe
entweder rnit der Hand oder durch mechsnischen Antrieb in Tatigkeit
gesetzt wl.rden k m n . Die Schlacke wird mit Zement gemischt und
dann in der Mascbine zu Steinen geprefit. Diese Steine werden an
der Luf t getrocknet. Durch Vcrwendting anderer Miachungen lassen
sich jedoch auch Steine herstellen, die dann einem Brrnnverfahren
unterworfen werden, wie iiherh:tupt die Zahl der verwendbaren Bindemillel eine ziemlivh crofie ist. So vermag roan, um nur einige Beispiele
anzufuhren, auch Gips- und K.llksteine anmfertigen, des weiteren 1aBt
sich den Steinen ein Zusatz von Schlick, Kaolin, Torf, Sagemehl usw.
geben. Bei grbijeren Beti ieben kann ihre F'abrikation in unmittelbarem
A I beitsgang an den Separator ,,Kolumbus" angeschlos.en werden, so
daW die abfallende Schlacke sofort weiterverarbeitei wird. Angesichts
der gegenwlrtigen Not a n Baustoffen und ihrer hohen Preise liegt in
der Vet bindung der Fahrikation von Bausteinen mit der Riickgewinnung
von Koks aus Schlacke ein weitgehender Vorteil, der um so beachtenswerter ist, als diese beidrn Verfahren ja ohne wetteres rnit jedem
bereits be-tehenden Betrieb verbunden werden k b n e n , welcher Art
er auch sein mbge.
[A. 238.1
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Rundschau.
Die gbf3te Sorge des staatlich oder privat angestellten Akademikers ist die Sicherheit seiner Angeharigen und seines eigenen Altep.
Pensionsansprtiche - soweit;er sie hat - genligen nur in den seltensten Ftillen und folgen den schwaokeoden Einkommensverhliltnisaen
nicht. Das e'nzige Mittel, Alters- und FamilienHirsorge den Wrchselfallen d r r Zeit dauernd und gleirhm#Big anzupassen, ist eine 'Lebensversicherung, die sich in Prllmie und Versicherungssumme fortlaufend
nach dem Gehalte richtet. Solche Versicherungmrt- gibt es bereiis;
es ist die ,,Lebensversicherung nach dem jeweiliged Gehalt", einge-
L
Il:%%Fc2*e
-
ftihrt und allein geboten von der Stuttgarter Lebensversicherungsbank a. G. (Afte Stuttgarter), der gr6Bten europliischen Lebensversicherungsgesell~chaftauf Gegenseitigkeit, die bekanntlich seit dem
Jahre 1883 mit dem V e r e i n d e u t s c h e r C h e m i k e r e. V. im VertragsverhBltnis steht. Eine P r o s p e k t k a r t e der ,,Alten Stuttgarter", auf
die schon in H e w 1 verwiesen wurde, liegt d i e s e m H e f t bei.
Die Deutshhe Gesellschalt far Kauhnanns-ErholungsheimeE. V.
(Ferienheime ftir Handel und lndustrie) hat i m Hinblick auf den auBerordentlichen Nutzen, den ein Winteraufenthalt im Gebirge ftir die
geistige und kbrperliche Erholung bietet, ihre Heime Landgut Aschenhot bei Stihl in Thtiringen, Brocken-Scheideck in Schirrke im Harz
(in der NBhe von Oberhof). wtihrend des kommenden w i n t e r s und
zwar vom 10. Dezember 1921 bis 5. Mlirz 1922 gebffnet. Das Kur- und
Badehaus Kblnischer Hof in Wiesbaden bleibt ohne Unterbrechung in
Betrieb. Die Pensionspreise sind sehr mBBig ; Auskunft erteilt d i e
Hauptgeschaftsstelle Wiesbaden, Wilhelmstr. 1.
Aus anderen Verelnen und Versammlungen.
Verein der Zellstoff- und Papierchemiker und
-ingenieui-e.
H a u p t v e r s a m m 1u n g. Berlin, 5. November 1921. Vorsitzender :
Kommerzienrat Dr. H a n s C l e m m , Waldhol-Mannheim. Der Vorsitzende
erbffnet die Versammlung mit einer BegriiBung der zahlreich erschienenen Milgliedar sowie der Vertreter befreundeter Faehvereine, um
sodann auf die groBrn Verdiemte des friiheren langjahrigen Vorsithenden, Dr. H a n s M U l l e r , Finkenwdde, hinzuweisen, der z m
Ehrenmitglied des Vereins ernannt wurde.
Im B e r i c h t d e s V o r s t a n d e s i i b e r d a s G e s c h a f t s j a h r 1920
teilt zunlchst Prof. Dr. C a r l G. S c h w a l b e , Eherswalde, einige Neuerungen in der Organisation mit. Dcr FachauswhuS wurde In eine
Reibe von Unterkommissionen aufgelbst, so daB jetzt drei stgndige
Kommissionen bestehen. die die Rundfragen und Preisaugaben bearbeiten fur das Gebiet der Natronzellstoff-, der Suliit- und der Papierfabrikation. Fur die Analysenfiagen auf diesen drei Gebieten arbeitet
sin aus Mitgliedern des Vereins der Zellstoff- und Papierchemiker
und des Vereins deutscher Chemiker zusarnmengesetzter AusschuB.
Herr S i e g r n u n d F e r e n c z i , Berlin, teilt mit, dnB die Zahi der
einheimischen Mitglieder von 430 auf 4H0 gestiegen ist, die Znhl der
susllndischen Mitglieder hat scheinbar abgenommen, da das Verhaltnis
des bsterreir.hisch-uniarischen Papierchemikervereins zurn deutschen
Verein noch nicht ganz gekllrt war.
Herr A l e x W e n d I e r erstattet den Kassenbericht.
Als V o r s t a n d s m i t g l i e d e r w u r d e n gewlhlt Prof.Dr.E.HeuserDarmstadt, Direktor P a u l Maucke-Aschaffenburg und Sixten S e n d Derg-Skulskar. I n der Kommission fur Natronzellstoffabrikation ist
Dr. S c h a c h t Vorsitzender, in der Sulfitkornmission Kommerzienrat
Dr. C l e m m und in der Kommission fur Papierhbrikation Dr. von
P v s s a n n e r . Der Kommission fiir Analysen gehbren fiir daq Gebiet
ler SulFitanalysen Dr. C l e m m und fur das Gebiet der Papieranalysen
Dr. S c h u h an.
Im Bericht des Fachausschusqes teilt Prof. Dr. S c h w a l b e mit,
laB die Sulfitkommission sich die Kocherkontrolie als Arbeitsgebiet
Zewahlt hat, die Papierkommission will durch eine Rundfrage festrtellen, welche Alaunanalysen und Trockenbestimmungen in Anwendung
rommen sollen. Preisarbeiten sind im vergangenen Jahr nicht eingelaufen. Es bestehen jetzt beim Verein im ganzen 8 Preisaufgahen ;
lie Preise sollen, entsprpchend den Zeitverhaltnissen, erhbht werden
vgl. Ang. Chem. 34, S. 606 [192l]).
Der M i t g l i e d s b e i t r a g ttir das .Jahr 1921 wird 50 M betrapen;
lafiir erhalten die Mitglieder die Zeitschrift ,,Papier und Zellstoff"
tostenfrei geliefert. Die den Mitgliedern bisher gelieferten Organe,
iie Papierzeitung und die Wochenschrift far Papierlabrikation, kbnnen
:u ermaBigten Preisen bezogen werden.
Prof. Dr. Heuser-Darrnstadt sprach dann uher ,,Probleme der
Sellylosechemie". Die Forschung auf dem Gebieie der Zellstoff:hemle, die vor dem Kiiege vor einem gewissen Abschlufi stand, selzte
rifolge der Not des Kiiegrs erneut ein. Die Weiterentwicklung der
Lellstoffindu*irie liegt auf cbemischem Gebiete, und iiheraus zahlreich
;ind die Probleme der Cellulosechemie, die noch der vollstandigen
Asung barren. Ausgehrnd von der Praxis erbirtert der Vortr. nun
iie wichtige Fiage der Zusammensetzung der Zellsfoffe. Jeder Praktiker
we%, dafi beim Bleichen Vorsia ht geboten ist, denn leicht tritt eine
Dberhleichung ein, die sich in einer Zerstbrung der Faqer offenbart.
Iabei wird die Cellulose auch chemisch vertindert, es ist dies erhichtlich
in dern ReduktiapsvermBgen. Es wird Oxycellulose gebildet. Obgleich
iich die Forschung schon lange rnit dieser vergnderten Cellulose beichllftigt, ist ihre Natur noeh nicht feststehend. Die Cellulose ak
iliphatischer Alkohol muf3 als erste Stufe der Oxydation einen Aldehyd
!rEeben, anderseits bleibt die Oxydaiion nicht auf der ersten Stuff
itehen, es offenbart aich die Oxycellulose auch als SBure. Man ha
ilso Aldehyd, Sliure oder beide nebeneinander zu erwarteo. Die OF
allulose ist kein chemisches Individuum, und es ist schwer, ein eii
ieitliclies Oxydationsprodukt zu isolieren, sei es ein Aldehyd, ein
;lipre oder eine Aldehydcarbonalure. Als eigentliche OxyceIlulor
taben wir uns nach Ansicht der meisten Forscher einen von unve
inderter Cellulose und ihren Abbauprodukten 'befreiten KUrper vo
Aufsatzteil
34. Jahrgang 19211
Aus anderen Vereinen und Versammlungen
zustellen. Die Ansirht von V i g n o n und T o l l e n s , daB die Oxycellulos~
unveranderte Cellulose verbunden mit Oxyglukuronsaure enthalt
scheint durch manche Beobachtungen eine Stiitze zu finden. Dic
Abspaltung der Isosac-charinsaure ktjnnle aurh durch Bildung vor
Glukuronsaure erklirt nerden, denn es ist N e u b e r g tatcachlict
gelungen, durch Einwirkung von Kalk auf Glukuronsaure Idosaccharin
siiurebildung zu beobachten. Die Abspaltung der vermeintlicher
Glukuronsaure vorn Cellulosekomplex gelingt nur schwer, erst untei
Anwendung von Druck erhllt nian eine der Glukuronsaure nahesiehendt
Verbindung, dereri Naiur aber noch nicht feststeht. Es verbleibt abei
ein Rest unveranderter Cellulose. Der Vortr. wendet sich nun einei
ErklBrung der Orrycellulo-e durch eine Hypothese von P r i n g s h e i l r
unter Zugrundelegung der modernen S t l i kecheniie zu. P r i n g s h e i m
sieht in der Stnrke das Polymerisacionsprodukt eines einfai.hen Grund.
ktirpers, der Anhydronialiose; bei der Cellulose hatten wir als Grund.
kdrper die Anhydrocellnbiose anzueehen. Der erste Schritt der Crllu.
loseaufspaltung ware Sprengung der Sauerstoflbindung. es resultierl
ein Komphx, der aus Cellohiose und Anhydrocellohiose besieht. Die
Oxyvel Iulose stelli dann eine Vereinigung von Anhydrocellobiose und
Anhydiocrllobionsaure dar. Nach I ' r i n g s h e i m gtAlangt man zu Deri.
vaten der Glukurons5ure. Man muate aber gtsnau unterscheiden
zwisa hen der Gliikuronsiiurehypothese urid der Cellobionstiurehypo.
these, je nac.hdeni, an welrhem A n t 4 dcr Cellobiose die Oxydation
anyreift. Nach Versuchen des Vortr. ist die Glukuronsaurehypothese
wahrscheinlicher. Von Bedeiitung scheint zu sein, den Vorgang dei
Oxycellulosebildung in zwei Stufen zu zerlegen, in die Hydrolyse und
die Oxydation. Ihie eiste Stufe ist identisch mit dem Vorgang, dei
zur Bildung der Bydrocellulose fiihrt, vor der Oxydation waren alsc
Hydrocellulose unti Oxgcellulose ein Begriff. Beide Produkie, Hydround Oxycellulose gehen ineinander iiber, aber die wahre Oxycellulose
ist ausgezeichnet durch grSi3ere Kohlenslureahspaltung. Die Ansichl
von O s t , woriach die Hydrocellulose ein ziemlich einheitliches Abbau.
produkt der Cellulose mil einern kleineren Molekulargewicht sei, halt
Vortr. nicht fur sehr uberzeugend. Das Problem der Oxycellulosebildung steht im engen Zusammenhang mit den Vorstellungen, die
wir uns vom Aul'bau der Cellulose und ihrer Konstitiition mavhen
mussw. In] Laufe der Jahre sind eine groL3e Reihe von Konstitutionsformeln aufgesiellt worden, aber wir sjnd noch weit von einer befrie digenden Losung entfernt. Doch scheinen die neuen Anschauungen,
ob wir annebmen, daW die Vereinigung der Bausteine der Cell b'inse
durch Kondensation oder durch Polymerisation zustandekommt, zum
Ziele zu fuhren. Das Prinzip der Aneinanderkettung von Glukosemolekulen scheint man verlassen zu miissen. Nnch den neueren
Arheiten von H e s s ist das Prinzip der Polymerisation wahrscheinlicher
und als Bausteine der Cellulose waren vier Glukosereste anzuseben.
Die Mercerisierung (Einwirkung kalter starker Schwefelsaure) scheint
eine Depolymerisation zu sein. Der Aufbau des Cellulosemolekiils ist
auch verstellbar durch die Vorstellung von Haupt- und Nebenvalenzen.
Mit einer Diskussion der verschiedenen Strukturformeln der Cellulose
begiht man sich aiif einen sehr unsicheren Boden.
In der D i s k u s s i o n weist Prof. P r i n g s h e i m darauf hin, dai.3
die Beobachtung, dalj die Oxycellulose im Gegrnsatz zur Hydrocellulose
mit verdijnnter S a h a u r e hedeutende Mengen Kohlensaure abspaltet, fiir
die Auffassung spreche, einen Unterschied zwischen Hydrocellulose und
Oxycellulose (oxydierte Hydi ocelluloie) zu marhen. Prof. H e r z o g betont,
did3 wir in bezug aiif die Spekulationen sehr eingeengt worden sind auf
Grund von Kbnigenatrahleo, mit deren Hilfe es sich nachweisen lie& daB
die Gesetze, die man aus der Kristallphy4k kennt, sich auch auf die
Cellulosec*hemie an wenden lassen. Auch die erwiihnten Beobachtungen
von H e s s sind auf Grund \on R6nigenversuchen gemacht worden.
Piof. Dr. R a e n i i g giht der Ansicht Ausdruck, daB die Erfahrungen
der Kunstseidefabi ikation dafiir sprechen, daS hei der Oxycellulose.
bildung primar eine I)epolymeri*ation stattfindet. Die peringe Viscositat
der Xani hogenatltisungen spricht dafiir, d;tB bei der Oxydation eine
Mole k iilzei klei nerung eingetreten ist.
Dr. R u d o 1 f A d I er , Wien sprach dann iiber ,,Die technische Anwendung der Adsorptionskohlen". Uberaus zahlreich sind die Versuche, die verschiedenstrn Ansgmgsmaterialien heranzuziehen zur
Gewinnung von kohlenstoffhaltigen Substanzen, die Gase und gel6sie
Stoffe aufzuqehmen und festzcihalten vermngen. Industrielle Bedeutung
haben zuerst Holz- und Knochenkohle erlangt. Vortr. zeigt nun, wie
die in der Zellstoffabrik Waldhof.Mannheim nach dem Patent von
Dr. K n 6 p f 1 rn a c b e r aus'Sulfitahlauge hergestellte hochaktive Adsorptionskohle" sich in der Medizin gut bewahrt hat und auch k r technische Zwecke anwendbar ist. In der 6sit rreichisch-unparischen Armee
wird dirse hochaktive Kohle seit 1917 venvendet, und es konnten
Chdera, Ruhr- und Typhu*epidemien sowie viele Magen- und Darmel krankungen, erfolgreich bekampft werden. Die gemachten Erfahrungen
sucht man jetzt fur tecbnische Zwerke zu verwerfen. Die Fahigkeit
einer Kohle, aus Fliissigkeiten gel6ste Stoffe festzvhalien, heruhen auf
Oberflacbenerscheinungen. Beztiglich der Theorie der Adsorptionserscheinungen verweist Vortr. auf G i b b s , O s t w a l d und die neueren
Arbeiten von F r e u n d l i c h , S c h m i d t u.a., sowie auchauf die Artbeiten
von M i c h a e l i s und R o n a , die die Adsorption auf chemische Valenzklafte zuriickfiihren. Der Vortr. streilt dann die Methoden zur Beurteilunp einer Adsorptionskohle und geht dann auf einige Anwendungen
der Adsorptionskohlen in der Technik und die dy.bei zuweilen auftreienden Schwierigkeiten ein. Hei pflanzlichen Oien, wie Sesam-,
Cotton61 u. a., die rich leicht durch Kohle bleichen lassen, ergab die
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Untersuchmg einzelner Sorten, die der Bleichung erheblichen Widerstand leisteten, die Ariwesenbeit von freien Fettsauren oder Alkalisalzen h6herer Fettsauren. Die Fettbauren vermligen die Oberflaehenspannung zu erniedrigen, sie reichern sich an der Kohle an und
verhindern die Entfernung der Stoffe, die man durch die Kohle
zuriickhalten will.
Auch bei der Raffination von MineralGlen
treten oft Schwierigkeiten auf, und in einigen Fallen konnten
Naphthensauren oder ihre Alknlisalze als ad$orplionshemmende Ursache erkannt werden. Oft sind geringe Verunreinigungen die Ursache
von auftretenden Schwierigkeiten. Wie Farbstoffe werden aurh Alkaloide
von Kohlen adsorbiert. Es wurde nun in einem Falle beobachtet, dat3
eine stark verdunnte AlkaloidlSsung, auq der durch Kohle das Alkaloid
enifernt weroen konnte, durch eine hochaktive Kohle von den letzten
Spurt-n des Alkaloids nicht befreit wurde. Die-e Anomalie konnte
durch die Abspaltung von Salzsaure bei der Adsorption erklart werden.
Die Wassersloflionen iiben auf das adsorpierte Alkaloid elne verdrangende Wirkune aus, und dieses geht wieder in Lijsung, SO daB
trolz der hochaktiven Kohle die L6sung nicht entgiftet wurde. Allgemeingiiltige Regeln fiir die Bewertung und Anwendung der Kohlen kann
man nicht aufstellen, aber der ersle Schritt ist getan, wenn man den
Adsorptionstiter bestimmt.
In der D i s k u s s i o n bemerkt Kommerzienht Dr. Clemm-Waldhof, daB aus Sul~itcelluloseablauge
hergestellte hocbwerlige Adsorptionskohle in der Trchnik scbon vielfaco angewandt wird. So wird das
beste Flieaerbenzin hergestellt, indem man es von Kohle ahsorbieren
116t und d a m auq der Kohle herausdrstilliert. Durch die Gasangriffe
a n der Front h r t die Adsorptionskohle besonders die Aufmerksamkeit
auf sich gezogen, hier sei betont, dd3 auch dem Ingenieiir neue Probleme
gestellt sind. denn die verwandten Apparate hahen groBen RinlluB auf
die Wirksamkeit. Es wird dann in der Oiskussion hingewiesen auf
die Verwendung a ktiw r Kohle zur Wiedergewinnurlg von LGsungsmitteln aus Luft und z u r Wiedergewinnung von Gasen aus Gasgrmischen. Das Gasreinigungsverfahren, das von E n g e l h a r d t ir,
den Farbenfahriken vorm. Friedrich Bayer & Co. auqearbeitet wurde,
stutzt sich auf die Verwendurg aktiver Kohle. Dr. B l o c h bemerkt,
daB das zur Enlflrhung von Zuc*kersaftenzur Verwendung kommende
Carboratfin, eine sehr fein verteilte Kohle, sich nicht vollstlndig aus
den SIiflen wieder entfernen 11Dt. Es warden jetzt Versuche gemacht,
durrh Plausonsche Filterpressen die letzten Spuren der feinverleillen
Adsorptionskohle aus den Zuckersaflen zu entfernen. Dr. Ad 1 e r halt
die Anwendung der Kolloidfilter fur nii.ht wirtschafllich. da ihr Nutzeflekt, relativ klein ist. Eine bessere Lasung der Frage ware es, die
Kohle in die atuckige Form der Knochenkohle zu brinpen.
Dr. H o t t e n r o t h - W d d h o f hielt einen Vortrag ,,Zur Kenntnis'
der alkalischen und sauren Bleiche". Der Vortr. streift zunachst
d i e bisherigen Untersuchungen iiber die chemischen Vorgtinge beim
BleichprozeW und besprivht die Ergebnisse der Arbeiten von N U B ba m,
E h e r t und S c h w a l b e , um dann auf seine eigenen Versuche einzugehen, die jedoch noch nicht abgesddossen sind. Der Grund, dal3 das
Anbauern des Bleichbades nicht die allgempine Anwendung findet, die
man verm6ge ihrer Beschleunigung des Bleichprozesses erwarten sollte,
liegt darin, daO die Faser in siiuren Biidern starker angegriffen wird
a1s in alkalischen. Bei den Versuchen wurde aber nieist SchwefelsIiure angewandt. Die Versuche des Vortr. erslreckten sich auf die
Anwendiing von Kohlensaure als Beschleunignngsrnittel bei der Chlorkalkbleiche. Es wird durch CO, aus Hypochlorit unterchlorige $"aure
ebenso freigemacht wie durch andere Sauren, aber es stand ZU erwarten, daW die Faser rnehr vor Zerst6iung geschiitzt wurde als bei
Anwendung rnineralischer SIuren. Vergleichende Untersuchungen mit
Bleichbadern, die mit COP angestiuert waren und anderen Badern, die
andrre Heschleunigungsmittel enthielten, zeigten, daB die Kohlensaure
sehr gut wirkt, aber gegenuber den anderen Sauren keine Vorteile
hinsichtlich der Beschleuriigung gibt. Uberraschende Ergebnisse ergab
die kombinierte alknlische und saure Bleiche, es zeigte sich, daB durch
Zusammenwirken der alkalischen und sauren Bleiche bessere Wirkungen
erzielt wurden als bei saurer oder alkalischer Bleiche a k i n . Fur die
beabsichtigte Wirkung ist jt doch die Reihenfolge sauer-alkalisch erforderlich, die umgekehrte Reihenfolge fiihct nicht zum gleichen Erfolg. Bei der kombinierten Bleiche wird die Faser nicht SO stark angegriffen, da die Sliure nur im Anfang in Anwendung kommt. Am
beden erwies es sich,
des zur Verwendung gelangenden Chlors
im angesauerten Bade, den Rest im alkalischen Bade zu benutzen.
In der Diskussion ist auch Prof. Dr. W a e n t i g der Ansicht, daB
die kombinierte Bleiche gtinstiger wirkt. Bei der sauren Bleiche haben
wir es auch mit der bleichenden Wirkung des freiwerdenden Chlors
zu tun, das in statu nascendi verbraucht wird. Die chlorierten Produkte des Zellstoffs, die im sauien Bade nicht herawgeldst werden,
werden durch dies alkalische Had beseitigt. Redner stellt dann die
Frage, ob Versuche iiber die Wirkung einer Durchluftung den Bleichgutes vorliegen ; es sol1 schon Luft den BleichprozeB beschleunigen.
Dr. H o t t e n r o t h erklart, daB er die KohlensUure stets mit Ixft
oemischt angewandt habe. Dr. S c h a c h t erklart, dalj die Versuche
I o t t e n r o t h s in der Praxis ihre Bestgtigung gefunden haben. Die
'apierfabrikanten haben die saure Arbeit meist ganz verlassen und
LI beiten alkalisch.
Es hat sich im Laufe der Zeit herausgeatellt, daB
lie alkalische kleicbe eine hUhere WeiBe liefeit als die saure Bleiche.
m Gegensatz zum Vortr. ist Redner jedoch der An-icht, daB es besser
st, sauer und nicht alkalisch zu enden. Die Papierfabrikation erfordert
n den meisten Fallen die Leimung, und diese gelingt besser bei den
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Neue Biicher - Anfragen und Antworten usw.
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Personal- und Hochschulnachrichten
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in der Bleiche sauer endigenden Halbstof fen. Das alkalische End6
der Bleiche ergibt eine Stufe, die fur die Leimung weniger geeignei
ist, es reichert sich nlmlich die Faser stark mit Salzen an, die dit
weitere Verarbeitung beeintrachtigen. Prof. K l e m m erklart, daS dic
Faser durch basische Saize beladen werden kann ; namentlich, wenr
Kohlensaure verwendet wurde, kann Beladung mit Calciumcarbonai
ejntreten. Dies mu13 beriicksichtigt werden und ist tiir die Prnxis wit
f u r die Erkenntnis des Reaktionsmechanismus von groiaer Tragweite,
Dr. H o t t e n r o t h bemerkt, um ein Miiaverstlndnis zu beseitigen, da t
bei der kornbinierten Bleiche die Behandlung nicht mit dem alkalischen
Chlorkalkhade ahgeachlossen ist, es folgt dann ein Anduern, das abei
nicht mehr zum BleichprozeB zu rechnen ist. Es schlieiat sich alsa
auch der kombinierten Bleiche in der Reihenfolge sauer-alkalisch zum
Schlui3 ein Andiuern an.
Prof. Dr. W a c n t i g , Dresden sprach iiber ,,die Bestimrnung der
ct-Cellulose." Zur Beurteilung von Zellstoff, inshesondere von Sulfitzellstoff , werden hiiufig die alkalildslichen Bestandteile bestimmt.
Bei der Viscosefabrikation wird der Zellstoff einer ahnlichen Behandlung unterworfen wie bei der analytischen Methode der Bestimmung
des n-Zellstoffs, d. h. desjenigen Teiles des Zellstoffes, der beim
Mercerisieren niclit in L6sung geht. Es ist daher vielfach die Frape
ertirtert worden, was durch die Mercerivationslauge mit dem Zellstoff
geschieht. Die durch die Mercerisierung auftretende Eigenschaftsanderung macht sich auch darin geltend, da13 die aus a-Cellulose hergestellte Viscose weniger zahflussig ist, als die aus gewdhnlicher
Cellulose hergestellte. Das Verfahren' der Cellulosebestimmung ist
sebr einfach; Voitr. streift kurz die Vorschrift von J e n t g e n . Fur
das Endergebnis ist dei. ZerkleinerungsprozrB und die Dauer der Einwirkung der Merverisationslauge von EinfluB. Beim MercerisiemngsprozeB, auch in der Form, wie er bei der a-Cellulosebeslimmung in
Anwendung kommt, wird ein Teil des Zellstoffs in kolloidaler Form
herausgelbst; vieles spricht dafiir, daB eiiie Aufspaltung des Molekiils
erfolgt, aber so, daB der ganze EffeM in den reduzierenden Gruppen
in Erscbeinung tritt. Der Ausdruck a-Cellulose, die wie auch p- und
7.-Cellulose von Gross stammt, ist schlecht gewahlt, tatsac-hlich verhiilt sich der Vorgang so, daB ein Gemisch von Substanzen (Cellulose,
ihre Ahbauprodukte, l'entosane, Lignin), gelSst werden, andererseits
ist der Ruckstand nicht ein widerstandsfahiges Material, sondern
gegen chemi>che Einfliisse sehr empfindlich und besitzt nich t einmal
den Reinheitsgrad von Haumwolle. Die Bezeichnung mercerisierte
Cellulose wurde Verwecbslungen vermeiden, doch will der Vortr.
keinen neuen Nanien vorschlagen. Hingewiesen sei noch auf das
verschiedene Verhalten von h u m w o l l e - und Holzrellulose. In der
Theorie kiinn man die Cellulosen als identisch ansehen, in der Praxis
sind sie es nicht. Ob das iluf die verschiedene chemische Behandlung
oder auf verschiedene mikroskopische Struktur zuriickzufiihren ist,
ist noch nicht entschieden. In der D i s k u s s i o n wird besonders die
Wahl des fur die Bt!stimmung der rt-Cc:llulose geeiguetsten Filters
hespro<*hen.Das von J e n t g e n vorgesch1:igene Raumwollfilter durfte
eine 1;ehlerquelle bedeuten, dii es stark quellen wird, weil es der
merceribierenden Einwirkung der Lauge unterworfen ist. Prof. W a e n t i g erkliirt, daB die Schwieriglteiten am ehesten ubergangen werden
ktinnen, wenn man die Verdiinnung der hlercerisationslauge so waiblt,
dsia man mit Pnpierfiltern arheiten kann. Versuche, mercerisierte
Haumwollfilter ZII verwenden, verkleinerten den Fehler, schlosben ihn
aber nicht ganz ;$us. Auch rnit Metallfi1tr:rn und Bronzesieben wurde
versucht zu arheiten. Eine vollstiindige Losung der Pikerfrage ist
bisher noch nicht gegeben. Dr. I I o t t e n r o t h verweist auf gute Etfiihrungen, die el. ohne Anwendung eint,r Filtermasse gemacht hat,
indem er die a-Cellulose direkl auf ein I'orzellanfilter brachte.
Dr. W a l t e r V i e w e g , P i m i ertirtertt: in seinem Vortrag ,,Zellstoff-chernisches ails dem Gebiete der Kunstseide" die Wandlungen, die der ( 'ellulosekon plex bei der Herstellung von Kunstseide
erfahrt und die sieben Reaktionsstufen, die man bei der Kunstseidefabrikation zu unterst:heicien hat
Die Zellstoffabriken sollten
es sich angelegen sein lassen, fiir die Kunstseideerzeugung einen Zellstoff zu fabrizieren. der ciem an a-Cellulose reichen schwedischen
Zellst off gleicb wcr Iig ist.
In der D i s k u s s i o n erklart Prof. K l e m m , daf3 die Bestimmung
der r~-Celluloseallein nicht ausreiche, uni die Tauglichkeit eines ZelF
stoffs fur die Kunstseideerzeugung zu ermitteln. Hierfur muBten
noch andere Methoden zur Verfiigung strhen. Die Eignung der
Celluloselo*ungen fiir die Kunslseidesrzeugung deckt sich mit der fur
die Zwecke der Perpnmentierung. Die Ansicht, daS die Art der
Koehung wichtiger als das Ausgangsmaterial sei, da nach angegebenen
Bec,bat:htungen verschiedene Kochungen desselben Holematerials oft
versrhiedene ViscositBIen ergahen, halt Prof. K l e m m nicht fur richtig, das Ausgangsmaterial spielt vielmehr nach seinen Heobachtungen
eine n-ichtige Rolle. Ein einfaches Mittel zur Untersuchung, oh eine
Cellulose sich fiir die Viscoseherstellung eignet, ist die niikrochemische
Untersuchung dei. Aufnahmefahigkeit fiir Malachilgriin und Rosanilinsulfat und die I(orro.jionsiinderunff, die erkennbar gernacht werden
kann init Kongorot und Chlorzinkjod. U'enn eine Cellulose sich verschiedenfiirbende Fasi:rn zeigt, dann kann man sagen, daB sie sich
nicht fur die Viscosetlerstellung eignet.
Grheimrat Prof. 1)r. F r i e d r i c h M u l l e r , Darmstadt besnrach ziim
Punkt T e c h n i s r h e K e u h e i t e n eine ,,t'inrichtung zur Einstellung
und Messong des spezifischen Mahfdruckes bei Papierhollandern".
Der Vortr. h<tteine Vorrichtung konstruit:rt,.die es ernibglicht, durch
.
[angewandte
Zeitschrift f t h
Chemie
-
~.
bewegliche Walzenlager, verbun9en rnit einer Wageeinrichtung, die
StBrke des Arbeitsdruckes stets festzustellen, durch diese Kontrolle
h t t man den Vorteil, den giinstigsten Flachendruck einstellen zu
kdnnen. Die zum Patent angemeldete Vorrichtung hat sich i m Laboratorium des Vortr. sehr gut bewahrt und wird sicher auch in der
Praxis gute Dienste leisten.
Es war folgende t e c h n i s c h e A n f r a g e eingegangen: ,,Welche
Erfahrungen sind in technisrher und wirtschaftlicher Hinsicht beim
Bleichen von Lumpenhalbstoff rnit dem von der Badischen Anilinund Sodafabrik jetzt in den Handel gebrachten fliissigen Chlor gemacht worden?" Aus der Versammlung heraus wjrd bemerkt, daia
die Fragestellung nicht genau sei, immerhin konnten einige Erfahrungen mitgeteilt werden. Die Anwendung des fliissigen Chlors hat
ihren Anlal3 in der Beobachtung, da13 die alkalische Bleiche sehr langsam verlluft, was zur sauren Hleiche fiihrte, die aber auch Nacbteile
i n sich birgt. Ein st6render Umstand iut der wechqelnde Gehalt an
Alkali im kauflichen Chlorkalk, so wurden Differenzen von 8 -15O,,
a n CaO gefunden. Bei der sauren Bleiche werden durch Neutralisation
verschiedene Mengen von Salzen gebildet. Es war daher der Gedanke
naheliegend, eine Bleichlliwng herzustellen, die weder alkalisch noch
sauer reagiert; eine solche LSsung erhalt man, wenn man eine Llisung
von technischem Chlorkalk durch flussiges Cblor aktiviert. Der Grenzpunkt des Einleittm kann entweder rnit dern Thermometer festgestellt
werden, die Temperatur darf nicht zu hoch steigen, nach einer
Angabe nicht iiber 30-354 wahrend von anderer Seite in der Versammlung erklart wurde, dat3 man nicht uber 2 t 0 gehen diirfe, um
Verluste zu vermeiden. Weiter wirkt der_Mangangehalt des Knlks
als Indikator, die Llisung wird bei einem U b e r s c h d an Chlor blaustichig rot, statt rot, wie sie im Anfang ist.
P.
Neue Bucher.
Ascherson, Oberbibliothekar Prof. Dr. F., Deutscher UniversiYatskalender.
95. Ausgabe. Wintersernester 192 1/22. Herausgegeben mit amtlivher Unterstutzung. Leipzig 1921. Verlag Joh. Ambr. Barth.
Bussler, Prof. Fr., Methode Rustin, Stlbstuoterrichtsbriefe in Verbindung mit eingehendem Fernunterricht. Physik. Lieferung 1-5.
11. Auflage. Potsdam 1921. . Verlag Bonnet5 & Hachfeld.
Einstein, A.. Sammlung Vieweg, Ober die spezielle und die allgerneine
Relativitatstheorie. Tage*fragen aus den Gebieten der Naturwissenschaften und der Technik. 13. Autlage. 4 Fig. Braunschweig 1921. Verlag Fiiedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig.
M 10,Forker, Prof. Dr. Georg, Chemie und Mineralogie. Lebensvoller Unterricht. Band 7. Ein Handbuch fur Lehrer an Volks-, Fortbildungsund Gewerbeschulen und zum Selbstunterricht. Mit 58 Xbb.
Leipzig 1921. Verldg Diirrsche Buclihandlung.
geh. M 50,-, geb. M 56,Hasse, Dr. phil. P., Laboratoriumsbuch fur die Weinuntersuchung.
Eine Einfuhrung in die Hauptabschnitte der Weinprhfung. Bd. 20.
Mit 26 in den Text gedruckten Abb. Halle (Snale) 1920. Verlag
Wilh. Knapp.
geh. M 27,-, geb. M 33,-
Anfragen und Antworten aus unserem
Leserkreise.
E s werden Anfragen aufgenommen nur von Milgliedtm diis Vereins oder vou regelnU3igen Reziehern der Zeitscbrift ; letztere rnllssen -ich 1113 solche durch Ginsendung
l a p Buchti2ndler- oder Postquittuna aubwelsen. Anfragen, die durch B nu'zung des
nseraientrils unserrr Zeitschrifi erledigt werdan kiinnen, b e i e s bei dc-sen Dorehsieht,
sti e s durch Aulgahr rines In-erates, we1dc;n niclit beantwortet.)
Anfrage Nr. 57.
Bei Versuchen, NuBbaurnbeize aus Kassler Braun herzustellen, gean& man stets zu nicht gllnzenden Produktcn im Gegen-atz zu der
qu13baumbeiz.e des Handels, welche durchweg aus schwarzglanzenden
jtiickchen besteht. Wie wird Nuiabaumbeize hergestellt, insbesondere
velche Arbeitsmethode ist aozuwenden, um ein schwarzglanzendes
'rodukt zu erhalten?
..
.
L
~
Personal- und Hochschulnachrichten.
E s h a b i l i t i e r t e n s i c h : Dr. H. B u s c h , bisher Privatdozent an
ler Universiiat GBttingen, a n , d e r Univeriifiit .Jena fur das Flitah der
'hysik; Privatdozent Dr. F r a n c k , Direktor des Zentrallaboratoriums
ler 8ayerischen Stit-kstoffwerke, an der Berliner Trchnischen Hoch.chule fur das Lehrfach Technologie katalytischer Gasreaktion.
E s w u r d e e r n a n n t : Dr. V. L. B o h n s o n zum a. 0. Prof. fur all[emeine Chemie an der Universitlt Wisconsin, Mwdi.;on, Wis.
Der Ordinarius und Direktor des chemischen Instituts an der Uni,ersitHt KSnigsberg, Geh. Reg.-Rat Dr. H. K l i n g e r , ist zuin 1. April
922 von seinen amtlichen Verpflichtungen enthunden worden.
Prof. Dr. A. Kei3ner hat seine hauptamtliche Tltigkeit an der
lerliner Technischen Hochschule niedergelegt, um eine leitende Stelle
n der Groaindustrie zu ubernehmen.
G e s t o r b e n s i n d : General I,. G o s l i c h , wahrend des Krieges
:ommandew der Gaspioniere 36 und der Heeresgasschule, zu Berlinlchmargendorf am 25. 11. 21. - Dr. G. R a c k , fruher Direktor der
,uckerfabrik Homburg, am 15. 11. 21 im Alter von 65 Jahren. ieh. R.-Rat Dr. A. S c h w a r z . Prof. d. Mathematik an der Berliner
Iniversitat, am 30. 11. 2L im Alter von 79 Jahren.
Verlag Chemie 13.m. b. H., Lripzig. - Verantwortlicher Schriftleiter Prof.Dr. B. R a s s o w , Leipzig.
- Druok von
J. B. Hirsehfeld (A. Pries) in Leipzig.
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