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Aus anderen Vereinen und Versammlungen. Verein ДVersuchs- und Lehranstalt fr Brauerei in BerlinФ

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dienen. Selbstredend mu6 auch dafur gesorgt werden, dal3 keine Luftschichten oder -bllschen im I'reijkiirper eingeschlossen bleiben, weil
dies nach den vorhergegangenen Erklarungen ebenfalls eine Ursache
mangelnder elektrischer Festigkeit bedeutet. J e hbher der angewendete Preijdruck ist, iim so fester wird der herzustellende Kbrper nicht
nur mechanisch, sondern auch elektrisch. Zu beachten ist noch, dal3
aus deniselben Material bei verschiedener Druckwirkung, z. B. bei
komplizierten Formstucken, ungleichmaijige Schichten entstehen kbnnen,
welche Unterschiede in den Dielektrizil3itskonstanten hervorrulen, was
Minderwertigkeit des Isolierktjrpers bedingt.
Besonders peinlich mu6 in diesrr Beziehung vorgegangen werden
bei der Herstellung von genickelten Durchfuhrungen iius Papierlagen
und heiSem Sctiellack oder heiijem Bakelit. Schon ein unscheinbares
kleines I(1aschen itus Luft oder Wasserdampf, welches mit eingewickelt
wurde, stellt die dauernde1sol;ition in Friige. Man priift deshalb Bakelitrohre, irideni man sie in 01 von 120" beispielsweise einer Dauerspannung von 150000 Volt 18 Stunden lang oder noch langer aussetzt,
wenn die Belriebsspannung 80000 Volt betragen soll.
I3ei derartigen Durchfubrnngen konimt unter anderm das Metallprinzip zur Geltung. Da ein inhomogenes Feld vorliegt, wickelt man
Metallagen (Stanniol) in die Rolle ein, so daS hintereinander geschaltete Kondensatoren entstehen. Werden diese durch richtige Dimensionierung ihreni Werte nach gleichgemaclit, verteilt sich die Potentialdifferenz linear, d. h. der Isolierstoff wird uberall mit einer gleichm a i g e n Feldstiirke beaneprucht.
J e hbher dic auf das Dielectricum einwirkende Potentialdifferenz
ist, also rnit jc groijerer Kraft die Elektronen der Kraftquelle auf die
Elektronen dcs Dielectricums drucken, um so eher kann eine elektrolytische Spalturig und eine elektroosmotische Betatigung zur Str omleitung, d. h. bei Isolierstoffen zur Vernichtung des Materials, fuhren.
Die Grenze der elektrischen Festigkeit ist in der Wahl der Rohstoffe
und deren Auftiereitung gelegen.
Helastet man einen elektrischen Isdierkiirper rnit Spannung, so
entsteht selbst bei gutisolierenden Stoffen im Innern derselben stets
geringer Sti omverlust, da, wie vorher bereits auseinandergesetzt wui de,
auch bei den liochwertigsten Dielectricit eine, wenn auch minimale
Leitung durch die im Isolator angenomnienen und fein darin vertrilten
leitenderi Teilchen vorhanden ist. Die hierdurch entstehende Warme
ist nach auf3en hin meistens so gering, dal3 man sie nicht wahrnehmen
kann; sie bildet die Ursarhe fur die Entstehung von Feuchtigkeit im
Innern. Man bczeichnet isolierende Korper, bei denen die St,omverluste dem Ohmsinhen (iesetz entsprechen, als v 01 1 k o m m e n e Dielectrica.
Dies sind aber nicht die einzigen Energieverluste i m Innern des
lsolierstoffes, sondern es kommt in Wecliselfeldern vor allem noch die
sogenannte Ruclistantlsbildung oder dielektrische Nachwirkung in Fiage,
welche oft ganz wesentlich ist, mit steigmden Frequenzen und Temperaturzuiiahme anwachst und in vielen Fiillen friih~eitigzur ZerstBrung
des isolierenden hlittels fuhrt. Die Dielektrizitatskonstante andert sich
mit der Periodenzahl und Teniperiitur, d. h. die Substanz des Dielectricums erleidet durch die Einwirkung des elektrischen Feldes derartige Veranderiingen oder Zerstbrungen, dal3 die spezifische Kapazitat
eine andere wird.
IJntersucht man die elektrischen Isolierstoffe daraufhin, bei welchen Arten die Intensitat der Induktion besonders voreilt, so findet
man, d;,B dies in erster Linie bei solchen Massen der Fall ist, bei
welchen gewisse Unlioniogenitlten im Inneren vorhanden sind, z. B.
wo besonders reichlich Fasern verarbeitet werden, wie bei Asbestund Zellstoffprodukten, oder wo Porositat nicht vollkommen ausgeschaltet werden konnte, z. 15, bei manchen Porzellankbrpern.
Dagegen zeigen einheitlich aufgebaute Kbrper, vor allem solche
fossilen Ursprungs, wie reine Asphnlte und Harze sowie aus Schmelzflussen hervorgegangene Stoffe, wie Paraffin und amorpher Schw. fel,
teilweise Glas, auch Gase, wie Luft und viele Flussigkeiten, nur LuBerst
geringe dielektrische Nachwirkung, ehenso eisenfreier Glimmer.
Paraffin in erster Linie, dann Schwefel sind Dielectrica, welche,
was ihre Durcllschl;igsfestigkeit, ihren Volumwiderstand und ihre
Oberflachenisolation betrifft, ganz hervorragende Nichtleiter der Elektrizitiit darstellen. Paraffin hat den Nachleil einer sehr geringen Warmebestandigkeit und mechanisch wenig giinslige Eigenschaften. Als Kohstoff f u r hochwt:itige Isoliermaterialirn, besonders fur Hochspannungsanlagen, kommen beide Kiirper sehr in Hetracht, ferner in neuerer
Zeit das aus P1ienolt:n und Aldehyden hergestellte warmebestandige
synthrtische Harz ,,Hakelit"~~').
Die Griiije der Kuckstandsbildung hangt mit Wahrscheinlichkeit
davon ab, in welchem MaBe die Bestandleile des Isolierkbrpers dielektrisch verbunden sind, die kiinstlichen Erdharze sind z. B. ungunsliger
in ihrem isolierenden Verlialten wie die fossilen. Dieselbe Erscheinung
bestelit hei Asphalten. Man kiinn annehmen, dal3 die leicht fluchtigen
Bestandteile der kiinstlichen Fahrikate eher der elektroosmotischen
Wirkung des Spannungsgefalles unterliegen. Fasern und Poren enthalten sehr oft Feuchtipkeit und Luft, welche zu entfernen oftmals
groije Sctiwierigkeit in der Technik mat lit und langiihrige Erfahrungen voraussetzt. Neue Uniersuahungen") bestatigen, dal3 die im Isolierstoff vorhandene oder freiwerdende Feuchligkeit der Grund fur die
Verluste durch dielektrisc he Nachwirkung ist.
b, A . B u l teni a n n , fiber elektrische Isolierstoffe, inshesondere Bakelitmaterial. Helios XXVII, 1921. Heft 34, S. 401-404; Heft 35, S. 413-418.
") A d d e n b r o k e, The Electrician Bd. 82, S. 679.
Sehr grol3e Mengen Isolierstoffe werden in der Elektrotechnik als
Schalt- urid VerteilunwWeln, Schaltsockel, isolierende Unterlagen und
unzahlige Foimstiickroq .er A r t in Starkstromanlagen, also in Netzen
bis 1000 Volt Syaniiung, benbtigt. Meistens sind es Preijmaterialien,
die hier in Frage kommen. Die wirtschaftlicben Verhaltnisse liegen
zurzeit noch so, datl man sagen kann, der Markt ersauft geradezu in
Angeboten von ganz untechnischen und betriebsunsicheren Fabrik,'I t en.
Die Kommisaion fur Isolierstoffe des Verbandes Deutscher Elektrotechniker hat es sich zur Aufgabe gemacht, hier Wandel zu schaffen.
Diese KomnJission selzt sich zusammen aus Mitgliedern der staatlichen
Prufiiniter, den Herstellern und Verbrauchern, welche sich im Zentralverband der Deutschen Elektrotechnischen Industrie zusammengeschlossen haben, der Vereinigung der Elektrizitiitswerke, einem Vertretei.
der Eisen- und Hutlenleute und Vertretern des V. D. E. Den Vorsitz
fuhrt zurzeit Geheirnrat Dr. Orlich, Professor der Elektrotechnik in
Charlottenburg. Ich selbst gehiire der Kommission seit ihrem Bestehen an.
Neuerdings ist, im Anscbluf3 an die Bayrische Landesgewerbeanstalt, eine Prufstelle gegrundet, wo unter Leitung von Prof. Dr. Edelmnnn-Nurnberg untersurht wird, oh die Isolierstoffe ihrem Verwendungszweck angepaat sind, d. h. wie sie sich in fertigen Apparaten
bewahren. Chemische oder technologische Prufungen der Stoffe finden
nicht statt.
Entsprechend einer kiirzlich erfolgten Verbffentlichnng des V. D. E.
sollen Isolierstoffe bei Verwendung in Starkstromanlagen soweit w"armesicher sein, dai3 sie bei 100" nicht deformierbar sind und eine Festigkeit besitzen, welche noch mindestens die Halfte derjenigen Festigkeit betrBgt, die sie bei der normalen Temperatur von 20" haben. E s
ist beabsichtigt, diese Bestimmungen weiter zu verschlrfen.
Ferner soll gegen die Verarbeitung solcher Stoffe als Isoliermaterial in Starkstromanlagen eingeschritten werden, welche nicht
feuchtigkeitssicher, daher Leiter sind. Es sind dies alle sogenannten
Kunststein- und Kunstmarmor- und iihnliche Produkte.
Das Einschreiten des V. D. E. gegen unzweckmaijige Isolierstoffe is1
sehr zu begruaen, sowohl von seiten der Verbraucher wie der Hersteller. Erstere erlangen eine Gewiihr fur die Qualitat der von ihnen
benbtigten Isolierstoffe, wenn der Fabrikant Garantie zu leisten hat,
datl die Vorschriften des V. D. E. eingehalten sind. Der Hersteller ist
aber dem Wettbewerb rnit minderwertigen Produkten in wesentlicher
Weise enthoben. Die ungezugelte Privatwirtschaft hat auf manchen
Gebieten der elektrischen Isolierstoffe zu den schadlichsten Miijstanden
hinsiclitlich der (iute der Dielectrica gefiihrt, indem naturlich minderwertige Fabrikate billiger zu liefern sind. Die Bestimmungen des
V. D. E. haben, wie allgemein bekannt und anerkannt ist, in hohem
MaBe mit dazu beigetragen, daij wir in Deutschland eine hoch entwickelte, in grol3er Blute stehende elektroterhnische Industrie besitzen.
Es ist bedauerlich, daf3 die elektrischen Isolierstoffe nicht schon vie1
fruher z u m Gegenstand von Kommissionsberatungen im V. D. EL gemacht sind und langst Vorschriften fur die jeweiligen Verwendungszwecke derselben erlassen wurden.
Mehr wie bisher ist notwendig, festzustellen, welchen Feldstarken
bei Kenntnis der Spannungskurven und Frequenzen die nichtleitenden
Baustoffe in den elektriwhen Apparaten, Maschinen und Netzen ausgesetzt sind. Es sind eingehende Untersuchungen erforderlich , in
welcher Weise die beim Betrieb unter der angewendeten Dauerspannung auflretenden Begleiterscheinungen, wie Feulahtigkeit, Luftsauerstoff, Ozon, Salpetersaure, Metallverbindungen, Ole, Warme, Funken,
Licbtbbgen usw. auf die Isolierstoffe einwirken und dieselben ver(SchluB folgt.)
andern.
~ _._
Rundschau.
Die gr6Bte Sorge des staatlich oder privat anpestellten Akademikers ist die Sicherheit seiner Angehiirigen und seines eigenen Alters.
Pensionsanspriiche - soweit er sie hat - geniigen nur in den seltensten Fallen und folgen den schwarrkenden Einkommensverhlltnissen
nicht. Das e9nzige Mittel, Alters- und Familienfuraorge den Wwhselfallen der Zeit dauernd und gleii*hm#Dig anzupassen, ist eine Lebensversicherung, die sich in Prlmie und Ve4cherungssumme fortlaufend
nach dem Gehalte richtet. Solche Vel-s;cherunpswrt gibt e- bereits:
es ist die ,,I,et)ens\ er.sic-herung nach dern jeweiligen Gehalt", eingefiih1.t ~ n dallein gehoien von der Stuffgarter Lebensversicherungsbank a. G. (Alte Stuttgarfer), der grbBten europaischen Lebensversicherungsgesellschalt auf Gegenseitigkeit, die bekanntlich seit dem
Jahre 1883 mit dem V e r e i n d e u t s c h e r C h e m i k e r e. V. im Vertragsverhaltnis hleht. Es wird noch auf die der vorliegenden Numnier
beiliegende Prospektkarte der ,,Alten Stuttgarter" verwiesen.
Aus anderen Vereinen und Versammlungen.
Verein ,,Versuchs- und Lehranstalt fur Brauerei
in Berlin".
Die 39. ordentliche Generalversammlung, der eine Sitzung dee
Verwaltungsrates der ernfihrungsphysiologischen Abtei1ur:g. eine Sitzung
des n issenschaftlichen Ausschussrs der V. L. B.' vorankegangen war,
fand am 11. Oktober 1921 in der Aula des lnstituts fur. Girungsgewerbe statt. b e r Vorsilzende, Konimerzienrat B. Kn o bl a u c h Berlin,
wies darauf hin, daf3 die diesjahrige Tagung unter dem Zeichen dei.
.
Auhtsteil
ICnl1
3p.Jebrgag
Aus andered Vereinen und Versammlungen
569
Brauereimaschinenausstellung steht, die hoffentlich der Brau- und der bezeichnen, sieist nur ein Notbehelf und die Brauereien wtiren frob,
Braumaschinenindustrie den gewunschten Erfolg bringen wird.
wenn sie sie wieder 10s werden kBnnten und wieder zum unterGeneraldirektor Jaeger, Berlin, erstattete sodann den K a s s e n - @rigen Bier am reiner Gerste zuriickkehren k6nnten. Aber der Anb e r i c ht. Der Rechnungsabschlufj kann 81s nicht ungtinstig bezeichnet stalt und dem Gewerbe hat die Rohfruchtverarbeitung den Vorteil
werden. Es ist das darauf zurtickzufiihren, d& die Beitriige und Zu- gebracht, ihre Kehntnisse auf vielen Gebieten zu erweitern. Man kt
schl%gevon den Mitgliedern restlos eingegangen sind, zu diesem h6chst bei uns noch viel zu sehr behaftet mit den alten Vbrstellungen Uber
erfreulichem Umstand kommt noch, daij die Hochschulbrauerei und Edelgersten. Die Amerikaner verarbeiten schon liingst Rohfrucht imd
eine Reihe von Erwerbszweigen der Anatalt giinstig gearbeitet haben. mit gutem Erfolge. Die thtersuchungen ergaben, d& man mit ErProf. Dr. F. H a y d u c k erstattete sodann den Bericht tiber d i e folg u m So mehr Rohfrucht verarbeiten kann, j e dbstasereicher d a s
A r b e i t e n d e r V. L. B. i m v e r g a n g e n e n J a h r e .
Malz ist. Da die amerikanischen Mahe fast durchweg vou sehr hohar
Die Tatigkeit der V. L. B. ist immer ein Spiegelbild des Zustandes diastatischer Kraft sind , kann man mit amerikanischem Malz glatt
des Gewerbes. Zum ersten Male ist wieder ein erfreulicher Auf- bis zu 50°/, Rohfrucht bewtiltigen.
schwung eingetreten, die Anstalt ist im letzten Jahre wieder ganz
Die B o t a n i s c h e Abteilung, die dnter Leitungvon Prof.P.Lindner
anders in Arbeit gesetzt worden. Bei dern Bericht tiber dieTiitigkeit steht, bat im Berichtsjahr auch eine h d e r u n g erfahren, indem von
der V. L. B. will sich der Vortr. darauf beschriinken, einiges Wichtige ihr die biologisch-analytische Abteilung abgegliedert wurde. Die weihervorzuheben. Es handelt sich nicht nur um wissenschftliche und teren Forschungen ,iiber die Beziehungen zwischen A1 k o h o 1 und
technologische Arbeiten, vielfach sind auch n e w Organisationen not- M b k r o b e n ergaben den Nachweis, da6 der Alkohol kein absolutes
wendig geworden. Geheimrat D e l b r i i c k , dem der Verein ja so vieles Zellgift ist, wie es die Abstinenzler behaupten. Auch der Abstinente
verdankt, hat die Aufgabe seines Lebens in der Organisation erblickt. kann nicht alkoholfrei bleiben , selbst wenn er nur Wasser trinkt,
Die Gefahr, daij jemand auf seinen Lorbeeren ausruht, bestand f U r denn zahlreiche Mikroben, zu denen auch Darmbakterien gehSren,
ihn nicht, leider ist er viel zu frUh seiner Tiitigkeit entrissen worden. bilden Alkohol. Die alkoholbildenden Mikroben venehren den Alkohd
Aber viel grtifier ist die Gefahr, daij man auf anderer Lorheeren ausruht. wieder, sie assimilieren ihn und erniihren sich rnit ihm, daraus erWir aber haben uns bemiiht, dies nicht zu t u n und die Anstalt so gibt sich die Schluijfolperung, daij die Behauptung, der Alkohol sei
umzubauen, daij sie jederzeit in der Lage ist, dem Ciewerbe zu dienen.
ein absolutes Zellgift, nicht richtig sein kann. Besondere AufmerkBei der R o h s t o f f a b t e i l u n g hatten bisher bestanden die samkeit hat Prof. L i n d n e r wieder der Sammlung und photograG e r s t e n - und H o p f e n k u l t u r s t a t i o n und die K a r t o f f e l k u l t u r phischen Festlegung der Hefen zugewendet. Durch eine Spende von
s t a t i o n , die Dr. v. E c k e n b r e c h e r leitete, und das Stivkstofflabo- M 20000,- von seiten eines Berliner Herrn der Brauindustrie wurde
ratorium unter Leitung von Prof. Dr. N e u m a n n . Die Kartoffelkultur- es erm@licht, die wundervolle Hefesammlung von Prof. Will-Miinstation ist jetzt der Kartoffelforschungsanstalt angegliedert worden, chen, die die beststudierten Hefen umfaBt, zu photographieren und
Prof. v. E c k e n b r e c h e r ist als Leiter dieser Station Staatsbeamter im Bild festzuhalten.
geworden und auch als Leiter der Gersten- und Hopfenkulturstation
Die Inanspruchnahme der unter Leitung von Prof. H a a c k stehenden
der V. L. B. ausgeschieden und gehtirt dem Verein nur noch als Vor- m a s c h i n e n t e c h n i s c h e n A b t e i l u n g als beratende Stelle war im
standsmitglied an. Die Leitung der Gersten- und Hopfenkulturstation
vergangenen Jahre besonders groij. Wegen der wachsenden Bedeutung,
wie der Stickstoffabteilung ist nun vereinigt in der Hand von Dr. N e u - die Maschinentechnik und Wlrmewirtschaft in den Garungsgewerben
m a n n , der der R o h s t o f f a b t e i l u n g , der einheitlich organisierten gewonnen haben, w i d auch der Unterricht in diesen Fachern dem.
Abteilung fur Rohstofforschung vorsteht. Seine besondere Aufmerk- Bediirfnis entsprechend weiter ausgebaut werdeo, und es ist fiir den
samkeit h a t D r . N e u m a n n den W i n t e r g e r s t e n gewidmet. Der Mange1 Unterricht ein weiterer Assistent, ein Ingenieur, angestellt worden.
der Brauereien an vermalzungswiirdigen Rohstoffen lieti es angehracht
Die V e r s u c h s - und L e h r b r a u e r e i und A b t e i l u n g fiir O b e r erscheinen, neben den friiher mehr in den Vordergrund geriickten Bestre- g a r u n g , unter der Leitung von Pet. Dr. S c h t i n f e l d , hat ihren Bebungen zur Qualitltserzeugung jetzt mehr als bisher auvh der Quantitats- trieb auch den allgemeinen wirtschaftlichen Verhtiltnissen anpassen
frage volle Beachtung zu schenken. Wir mussen Massen erzeugen, es und die Herstellung von Rohfruchtbieren aufnehrnen mtissen, die in
mussen daher die Landwirte veranlaBt werden, den Wintergerstenbau
Obereinstimmung mit den ziemlich allgemein gemachten Erfahrungen
mehrzii pflcgen. Neben H o p f e n d u n g u n g s v e r s u c h e n hatte dieRoh- von den Abnehmern beifiillig aufgenommen wurden, da sie sich durch
stoffabteilung auch Gelegenheit auf FehIer beim Hopfeneiflauf hinzu- einen zarten, anpenehmen, feinen und weichen Geschmack auszeichnen.
weisen. Dr. N e u m a n n warnt besonders vor zu starker Pressung des Die Menge der Rohfruvht richtet sich nach der Art'des betreffenden
Hopfens. So praktisch und aurh gut Zylinderpackungen sind, sofern Bieres. Dunkle, nach Mtinchner Art gebraute Biere vertragen n u r
die Menge des eingepreoten Hopfens nicht htiher als auf htichstens einen geringen Zusatz von Rohfrucbt, da ihnen sonst Vollmundigkeit
2 Zenlner bemessen wird, so wird der Vorteil wieder hinfallig, sobald und der krafti e satte Grschmack verlorengebt, wlhrend fur helle
die Hnchstmenge betrachtlich uberschritten wird. Steigert sich das Biere bis zu 50f lo zugeinaischt werden k6nnen. Allerdings miissen die
Gewicht des Ballots auf drei oder par noch mehr Zentner, dann ktinnen Rohfruchtbiere starker gehopft werden, da sonst der Gescbmark zu
die Trager der Hauptwertbestandteile des Hopfens, die kleinen Becher- weich wird. Prof. S c h t i n f e l d hat auch ein neues Bier, das Gratzer
driisen, dem zum Einpressen ntitigen Druck nicht mehr standhalten,
Bier, das im Oaten eine grode Rolle spielt, neu aufgenommen. Diesem
sie zerplatzen und entleeren ihren Inhalt, der jetzt schutzlos den Biertyp drohte der Untergang, und die Herstellung des typischen, in
schfidigenden Einflussen der Luft ausgesetzt ist. Derartig stark ge- seinen Eigenschaften scharf umrissenen Gratzer Bieres muBte i n techpredte Hopfen verlieren desbalb bald ihre Frische, werden selbst bei nischer, wissenschaftlicher und volkswirtschaftlicher Hinsicht erwunscht
einwandfreier kiihler und trockener Lagerung schnell pulverig trocken sein, da es sirh um ein reines Weizenmalzbier handelt, bei dern auch
und zeigen durch Umschlagen in Farbe und Aroma friihzeitige Alters- andere Klarmethoden als die Benutzung des Bierfilters zur Anwendung
erscheinungen. DaB Brauqualitlt und Ergiehigkeit hierdurt h nach- gelangen. Die Hochschulbrauerei hat sich auch mit der Frage d e r
teilig beeintluBt werden, ist srll~stverstandlich.
Verwendung V O I I H o p f e n e x t r a k t beschaftigt. Das Prohlem der
Die A b t e i l u n g f u r M a l z e r e i u n d S u d h a u s a r h e i t e n , das besseren Ausnuizung des Hopfens, mit welchem sich achon seit Jahren
chemisch - technologische Laboratorium steht unter der Leitung von Praktiker und Wissenschaftler befassen, i d von neuern durch die,
Prof. Dr. W. W i n d i s c h . Besondeis besc%aftigte sich die Ahteilung rnit nament1ic.h in Amerika i n die Praxis umgesetzten Vorschlage der Verphgsikalisch - chemischen Arbeiismeihoden, die fur die Ltisung ziibl- wendung von Hopfenextrakt aufgerollt worden. Es war bisher nicht
reichrr noch ungeltister Fragen auf britu- und garungstechnischern mtiglich, in der Versuchs- und Lehrbrauerei eine genaue HopfenGebiete viele Aussichten bieten. Eingehend bearbeitet wurde die erspamishilanz aufziistellen, in qualitativer Hinsicht aber konnten
Frage der VerEntlerungen der Titrationsiizidittit, der Oberflachenspanrecht befriedipende Ergebnisse gewonnen werden.
nung, der Farhe und des spezifil chen Gewichtes von KaltwasseiaunProf. S c h o n f e l d hat dann eingehende wi.-senschaftlir*he Unterzugen aus Gerste, Malz und Malzkeinien durch fraktionierte Ultra- suchungen uher die trubenden Stoffe angestellt sowie iiber die starke
filtration und iiber die Puffersysterne in physiologischen Flussigkeiten
Schaumbildung. Die trubenden Substanzen in den Malzwurzen sind
(Kaltwasserausziigen aus Geiste, Malz und Malzkeinien) unter Ver- andere als in den Wiirzen, die unter Mitverwendung von Ausziigen
wetidung oberflachenaktiver Stoffe als Indikatoren GroBe Bedeutung R U S Zuckerriiben (Futterruben) hergestellt sind. Eine-teils sind es
bei der llearbeiti!ng hiau- und gsrungslechnischer Prohlenie sind den EiweiBstoffe, anderenteils sind es Verhindungen zwischen gewissen
Arheilen zuzumessen, die gemeimam niit der Elektra-Osniose-A.-G. Zucker- und pewisst n EiweiBstoffen. In Betracht kommen von letzteren
durchgefuhrt werden. Hesondet s wichliy ist die Enlsalmrtp de. Brau- nariientlich Rdsterzeugnisae aus Kohrzucker und Eiweiktolfen.
was-ei s. Die Abneigung Prof. W i n d i s c h s gegen Kal k- und MagneriiiDie V e r w e n d u n g von K e i s und M a i s in erheblichen Mengen
salze ist ja hehiinnt. A b r r auch anderi: S a k e kbnnen vie1 schaden, lieB mehrfach die Hefurchtiing aufkomnien, dafj die H e f r n eher der
wie Gips, schwefelsaures Magt,esiiim u. ;I. m. Durch Anwendung de.;
Entartung anhcimfallen kdnnten als in den reinen Malzwiirzen. Daelektiu-ohmotischen I'erfahrens ist es gclungen, Ale Wassersnlze in niit wird man si her in gewissen FBllen rechnen miissen. Es wird
jedeni pewunsclitt n Grade H U S dem Wilrser zu eniferrten und jedes aber niehr eine Entiirtung in dem Sinne auftreten, daB bei dem hohen
naliir,ic'he M a s s r r in ein Wasser 7u verwiindeln, das praktisch dertil- Zuckerpehalt und deni unter Umstiinden wesentlich verininderten
lieites LVnsser ist. O b es allerdings pelingrn wird, die einfiichr Ein- Stickstoft'gehalt der WiirLe etne Stickstoffverarmung rt:ittfindet, rnit
rich1 ursg in den Rrauereien einzufiihreti , niussen penaue Aufzeichder schlechte Kllrung und lose Iagerung verkniipft ist. Untersuchungen.
nunpt II in der Praxis zeigen. Diis e'nLipe. was deni Verfahren irri im Hefriebslal oiatoriurrl stt.llten im allgemrinen eine Ahnalime des
Wepe stelit sind die hoheri ElektrizilBtsl,reise, und es nfuB sia h erst
EiweiBgehaltes in d e r Hefe fest, zuglrich aher auch eine stlii,kere Entzeigc.ii, o b die Strornkosten nic,ht zii hoch sind, urn die sonstigen
nahme von Stic,ksto'f bei dcr Gaiung. Entartungen der Hete in irgendVo, lr It' des \'el fahrens wirder ilufzut~ebt~n.
wie sichtbarer Form \\awn indes iiii Ketriebe der Versuchs- und LehrIIInu.gedrhriteni Mii!Je ha1 diis I 1it.iiii-ch-technologisrh~Labornbrauerei diiniit nir4it vrrhunden.
toriuiti die Kohfiucl tverililieilirng he.clilif1ipt. M. n k a n i i die ItanhIn Ai.kniipfuiig an fruhere Unlersuchungen iiber d i e F l o c k e n frucIitver~tlbeituIigsiclierlich nicht n l s Fui~tschiittlur das Biaugewehe
b i l d u n g und die Feststellung der Eignung der verschiedenen EiweiB-
:ihbariktiirper fbr die 15rniihrii n g der H e f e wurden die Versuchsanstellungen nanientlich auf die Hedeutung des Kalkes ausgedehnt.
Es wurde diibei festgcstellt, dafl der Kalk, der in allerverschiedensten
l'erbindungen zugesetLt w i d e , in jeder Form die Flockenbildung begunstigt, daB aber inrmerliin ein nicht unwesentlicher Unterschied
zwischen den verschittdenen Kalkverbindungen besteht. Ein gewisser
Kalkgehalt erweist sich auch fur die Praxis der Garfiihrung unbedingt
notwendig. Entaitungen sind unfehlbar xu erwarten, wenn Kalk fehlt
oder i n unzureichendw Menge vorhanden ist. Es ist das kein Grgensatz z i i dt:r Anschaunng von Prof. W i n d i s c h , der den Kalk aus dem
Hrauwasser nnbetlirigt heraushaben will, denn in jeder Wiirze ist stets
Kalk vorhanden. Die Vcmvendung kalkhaltiger Branwiisser erhoht
den Gchalt, nanrentlich geschieht das durch das Anschwiinzwiisser.
Der rnit ihnen der Wiirze zagefiibrte Kalk fallt zum Teil beim Kochen
wieder aus. Imnierhiri verhleibt aher ein h6herer Beirag als hei Verwendung kalkfreier LVlsser, und es bildet sich damit ein Zustand
heraus, welcher l u r die Hildung von Flocken hei der Hefe giinstigere
Kedingungen schafft,.
Einschneidende Xiiderungeii brachte das Herichtsjahr in der Organis.ition der U i i t t . r s u c , h u i i g s l ; ~ b o r a t o r i e nder V. L. H. Bisher beitanden fiir die Ausfiihrung von Honorrininalysen vier Abteilungen:
das chemisch-;iniil3tisc:be Laboratorium, das biologische Laboratorium,
diis feuerungstechnische und das Stickstofflaboratoriuin. Diese Abtrilungen sind jetzt unter eiiiheitlicher Leitung vereinigt worden,
Dr. S t o c k h a u s v n hat den Innendienst, Dr. K e i l den Auflendienst
und die tecliiiisclie Beratung in engstei, Fuhlung rnit den Laboratorien
ubernominen. Durch diese Vereinigung der analytischen Abteilungen
ziim ii n a 1y t i s c 11-b i o 1 o g i s c h e n L a b o r a t o r i u m is1 es ermiiglicht
ivorden, die Einrichtung des Abonnementh, die sich i n der biologischen
Abteilung gut ht:\viihi.t Ii;itte, auszudelincn nicht nur fur biologische
lintersuehungen, sondern iiuch auf cheniische Untersuchungen, wozu
iiuch die Rrennstoff~in~lysen
gehiiren; es holl die bewahrte Einrichtung
d t x r .Jiihrc.sabkonrmen aucli noch ausgetiehnt werden auf Betriebsrevisionen und Reiseu, so daB ,jetzt fur die Brauereien die Mdglichkeit
Iwsteht, durch ein .lahres;rbkornmen den Fetrieb in vollstlndiger'
Kontrolle der V. L. H. zu halten.
Eine viillige Unig-estaltung hat die W a s s e r a n a l y s e erfahren, die
jetzt nach der von U'i n.d i s c h :iusgearbeiteten titrimetrischen Methode
ausgefiihrt wild. Die Ubereinstimmung iuit der gewichtsanalytischen
hlethode erwies sich als so genau, da13 dem Uhergang zur titrimetrischen
Hestimmung jetzt nichts inehr im Wege steht, zumal eine wesentliche
Zcitersparnis mit dieser Metliode verkniipft ist. Bei der Malzanalyse
wurde das ebeiif;rlls von W i n d i s c h ausgearbeitete Verfahren der
Bestinimung dei, diastatischen Kraft eingefuhrt , die fur die Verarbeitung von llohfrucht so wiclilig isl. Das eigenste Gebiet von
Dr. S t o c k h a u s e n ist die Fettanal)w:. Hicr korinte festgestellt werden,
daij die Fettbestimnri~~ig
niirh S o s l i l e t fiir die Praxis ganiigend geoaue
Kesultate ergiht, und tlaR tiahtx diese Metliode als fur die Erfordernisse
des Gewt:rbes uiid Hiindels bi,aric*lilxir beibehalten werden kaon. Das
biologische 1,;ibor;itorinm hattc vie1 niit Infektionen zu tun. Mit der
Hiickkehr zu stiirkereii Hieren hat sich auch die Organismenflora in
den eingesandten Prohen wesentlich veriindert. Die Hefereinzucht
.stand in erster 1,inie unter dern Zeichen der Mais- und Reishiere. Es
:uufiten Hefen gefunden werden, die :iuch in mit Rohfrucht hergestellten Wiirzen aiisgiebigc Giirkraft wtfalteten. Interessant ge~t;iltetensich die Un!ersuc~Iiun~en
voii 1 ) e si n f e k t i o n s m i t t e l n ; es
mi113 vor zu .-ciiig a h t i v e n Desinfizientieii g e a a r n t werden. Es ergah
sicah, daB die Melirzahl der untc~rsuc.htenI'roben fiir praktische Zwecke
xu schwac*li war Es mul3te i n der Konzentration teilweise aitf das
1)oppelte iind n o d i w i t e r hinaufgegiingeti werden. Zti berucksichtigen
ist ;iuch die 1'msctziing Ion I)esinfektiorismitteIn niit den Salzen ;:us
d w i z u r Verdiinnung genominmen Wasser.
Prof. H a y d i i r k teilt dann noch i i i i t , daB t:ine A b t e i l u n g fiir
A b wiisserfrageri eirigericlitet weideii 5011, ills Sarhverstiindiger iiuf
diesem (iebiete ist 111.. B o d e tiitix.
Die Arbeiteii der e r ri 2 h i' ti n g s p h y si o l o g i s c h e n A b t e i I ti n g ,
die unter Leitung von 1)r. V o l t z steht, sind r o n groSer Hedeutung.
So zcigen z. 13. die ['ntersuchungen, daB die Kiihrstoffe der Cerste
;tusgezeichiiet aii5geniitzt werdtm, wenn Fie in der Brauerei verarheitet
werderi.
In den U n i e r r i c h t s i i n s t a l t e n dt.r V.L.B. gelangten i u i vergaiiTenen Jahre zum ersten Male die erhiihten Anforderungen an die
Vorbildung der in die H:ilb,iahrsktirse aiifzunehrnenden Studierenden
zur Anwendung.
U'as die w i r t s c b x f t l i c h e A b t e i l u n g unter der Leitung von
Dr. S c h u l z e - B e s s e n peleistet hat, i5t a u s tier Trigeszeitung fur
Brauerei bekmnt. Die H u c h s t e l l e war auch im Vorjahre durch die
zahlreich einlauf'enden Antriige ;itis Krxur:reikreisen stark in Anspruch
genonimen und entwickelt sich sehr gut.
Die im Vorjahre voni R(,ichsfinanzministerium auf Grund des
Riersteuergesetzes zur Verfiigiing gestellten Mittel zur F o r d e r u n g
d e r K l e i n h r n u e r e i e n wurden verwendet zu gebiihrenfreien Betiiebsrevisionen, I~nbor~itoriumsuntersucliun~en
und Beratungen, die
4c.h 1)eslirriiiiun~sgeniiill ;iuf siinitliche Krauereien bis zu 10000 hl
XusstoB innerhalb des fruheren Norddeatschen Brausteuergebietes mit
Ausiiahnie der I.8nder Sachsen und Hessen erstreckten. Das in der
ersten &it :itis den Kreisen dCr Kleinbrauer tier Einrichtung entceaengebrachte MiBtrmen hat eicier groijen Befriedigung Platz ge-
macht und zeigt, daL3 die Verwendung ties Fonds in der richtigen
Weise erfolgt.
Die G l a s b l a s e r e i unter der Leitung von Dr. D u l k hiit ini Berichtsjahr einen wesentlich hliheren Uinsatz erreicht und recht z i i friedenstellenden Reingewinn erzielt.
Mit Freude, so schlieat Prof. H:iyd n c k seine Ausfiihrungen,
konnen wir ouf d;is vergangene Jiibr zurlickblickeu, das uns eine fiir
das Bniuereigewerbe so fruchtbringende Tltigkeit brachte. l);ink gebiihrt :iuch dem Ke1lereimaschinenverb;ind nnd dem Verband deutsclier
Masc1iinenf;ibrikanten fiir die Hr:iuindustrie in I<erlin, die sich uiii
die Veranstaltung der Iirauerei- und Ke1lereim;isehinen-Ausstelluiig
verdient gemaclit haben.
Der Vorsitzende, Kommerzienrat K n o b 1 a u c h , sprach dein Vortr.
den warmsten Diink :\us.
Dr.-Ing. K. F e h r n i a n n gab dann ein Kild uber den gegenwartigeii
,,Stand des Brauereirnaschinenwesens". Der Vortr. gibt zuniichst
einen historischen Uherblick uber die Entwicklung des Brauereimaschinenwesens. Die Brauereiniaschinenindustrie steht mit deni
Brauereigewerbe in engem Zusammenhang, wirtschaftlich wie technisch: in der Gegenwart ist der wirtschaftliche Zusammenhang besonders wichtig. Die Maschinenindustrie hat ein groi3es Jnteresse :in
einem bliihenden Braugewerbe; sie ist :her in Sorge, weil das Zusammenschliefien iui Brauereigewerhe noch nicht aufhort. O h dieser
Zusammenschlufi weiter notig ist, ist eine Frage kaufmiinnischer Erwlgungen. Wir wollen uns aber nicht verhehlen, daB die Hiitwicklung in der Maschinenindustrie dahin gedrangt hat, Groflhetriebe z u
schaffen, d. h. Anlagen, die auf knappem Raum die Produktion stark
vermehren unter Verwendung maschineller Hilfsmittel und Einschrlnkung der Handarheit. Die Kaltemaschinen haben so iiberraschend schnell in den Brauereien Eingang gefunden, weil sie die
Miiglichkeit gaben, zu GroBbetrieben zu kommen. Die Kleinbetriebe
wurden durch die Entwicklung der KBlteindustrie sehr benachteiligt
und waren beinahe dein Untergang ausgesetzt. Eine Kiiltemaschine
hatte sich zwar auch ein Kleinbetrieb anschaffen ktinnen, aber rationell
arbeiten kann sie nur bei billiger Kraftversorgung. Vor 15 Jahren
galt noch das Schlagwort: Brauereien unter 10000 hl Ausstofj konnen
keine Kalteanlagen vertragen. Heute haben sich durch die Uberlandzentralen die Verhaltnisse geandert, auch die Umformer - wie z. B.
der von den Vulkanwerken ausgestellte Gleichrichter, der ohne bewegliche Teile den Drehstrom des Leitungsnetzes in Gleichstrom urnformt - kommen den Kleinbetrieben entgegen. Wie Kleinbetriehe
oft durch allgemeine Anschauungen in eine unangenehme Lage gekommen sind, zeigt das interessante Beispiel der Dampf kochung, die
nach der neuen Anschauuug besser sein soll als die Feuerkochung.
Die Dampfkochung iht aus Amerika zu uns gekorrimen und zuriickzufiihren auf die groben Dimensionen der Braupfannen, bei denen
der Wlrmeubergang ,, durch die Dampfkochung gunstiger gestaltet
wurde. An diesem Ubergang der Feuerkochung zur Dampfkochung
hatten die Kleinbetriebe gar kein Interesse, man glaubte die Verhaltnisse den Grofibetrieben anp:issen zu miissen, urn moderner
zu sein.
Ilafiir, daB die Maschinenindustrie unentwegt weiterarbeitet, ist
die Aiisstellung der beste Heweis. (iepenwiirtig ist ein Werk im Giinge.
dessen Gelingen zu einem neuen Aufschwung fuhren mufl. Das Bestreben der Normalisierung soll u n s wettbewerhsfahig machen, nicht
n u r liinsichtlich der Leistung uirserer Anlagen, sondern auch hinsichtlich des Preises. Die Brauereien kranken an einer Miinnigfaltigkeit
der Formen, besonders sei hier auf die Fl;tsehenkt~llereienhingewiesen.
Die Maschinenindustrie hat den lebhaften Wunsch, dafl das Hrauereigewerbe sich entschlieBt, eine Einheitsfliische anzuerkennen, wie dies
in anderen Landern schon der Fall ist, so kennt man z. H. in Schweden nur eine,.Art der Flaschen.
M i t der Uberzeiigung, datr durch inniges Zusammenarbeiten von
Kaufrnann, Hrautechniker und Maschinentechniker es gelingen wird,
das Hraugewerbe wieder auf die Htihe zu bringen, die es eingenommen
hat, srhlie8t der Vortr. seine Au.;fuhrungen, die mit grofiem Heifall
entgegengenommen wurden, uud fiir die der Vorsitzende Herrii
13r. F e h r m a n n bestens dankte.
P.
Bucherbesprechungen.
Jac. Berzelius Bref. Utgifna ;if kungl. Svenska Vetenskapsakademien
genoni H. G . S 6 d e r h a II 111. Uppsala. Alriiqvist 8.1 Wiksells l3oktryckeri-A.-€3. 1912-1920.
Die im "amen der kgl. Schwedischen Akademie der Wissenschaften
von dein bekannten H e r z e l i u s - Biogriiphen Sii d e r b a u m veranstaltete
Ausgahe des B e r z e l i u s s c h e i i I3riefwechsels liegt jetzt in drei schon
ausgestatteten Biinden vor. Sie tiinfallt den Briefwechsel von B e r z e l i u s mit Rerthollet (1810-1822), h v y (1806-18'%), Alexandre
Marcet (1812-1822), Dulong (1819-1897), G. J. Mulder (1-34-1847),
Th. Thomson (1813-1826), mit Goethe (18'22-1823), dem deutschen
Historiker Chi. E'. Riihs (1817), den Amerikanern Dana, Hare und
Silliman, den EnglWndern Hrewster, Tilloch, Turner, Wollaston, Young,
den Fraiizosen Urongniart, Cuvier. Didot, Dum:is Gaultier de Claubry,
Gay Lussiit*, Gillet de Laurnont, Haiiy, .Jourdan, Laurent, Olivier Pelouze, Persoz, Thenard, den1 Belgier van Mons, dem Jtaliener Nobili,
den (naturalisierten) Russen Gotthelf Fischer und van Suchtelen und
den Schweizern I)e la Hive und Marigwit:. Die Briefe von H e r z e l i u s
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