close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Aus Forschungsinstituten.

код для вставкиСкачать
Das Gas eignet sich zur Verbrennung in gewtihnlichen Gliihstrumpfund in Hiingebrennern, sowie zum Kochen usw. Zur Speisung von
Gasmotoren ist es nicht brauchbar oder nicht zu empfehlen. Hinsichtlich der Helligkeit und des Gasverbrauchs verschiedener Brenner
muB iiuf die Originalarbeit verwiesen werden. Die Explosivitiit der
Anlagt: iihnelt derjenigen gewohnlicher Leuchtgasleitungen; Acetylen
ist jedenfalls bedeutend gefiilirlicher. Im Reiniger I sclieiden sich auf
etwa :1-4 kg Holz Ii3--1: I 1 Holzteer ab. Eine Zersttirung der Eisenwiinde durcii den Holzessig ist nirht zu befiirchten. da der Teer die
IViindc schiitzl
Anf Grund der F i s c h e r schen Befunde kann die
Ansch;iffung einer ,,Hogaklan"-Anlage arich fur Kleinbetriebslaboratorien entlegener Fabriken empfohlen werden. Der hohe C0,-Gehalt
kann (lurch Kalkinilchwaschang oder durch Uberleiten iiber gluhende
Kohle aeitgehend herabgedriickt werden.
Die Holzbeschiekung der Leuchtgasretorten h at wiihrend des Krieges
nicht nur in Deutschhnd, sondern auch in anderen Liindern, die unter
niangelhafter Kohleversorgung litten, eine wichtige Rolle gespielt.
A. S a 11d er33) hat zusammenhiingend iiber die Ergehnisse berichtet,
die man in Schwedeti, Diinemark, der Schweiz und in Deutschland
mit Holzgas erzielen konnte. Am bekanntesten ist die Venvendung
von Holz im Gaswerk Stockholm.:%) das sich Ende 1917 bereits zu
40-50O ), auf diesen Rohstoff umgestellt hatte. Die Retorten (Fig. 2)
.
Wenn die Gewinnung des neuen Rohstoffes sich wirtschaftlich gestaltet, so sollten sich die oben erwahnten Methoden von P l a u s o n ,
K e p p e l e r , W a e n t i g , G i e r i s c h und F r a n z F i s c h e r usw. auch
auf ihn ausdehnen lassen. Schilfrohrbriketts sind verhiiltnismaijig
leicht herzustellen und werden u. a. im Sudan mit Pressen der
Maschinenfabrik Buckm A.-G. in Magdeburg-Buckau bereits fabrikm a i g erzeugt, so daB auch die Brennstoffindustrie durch die Schilfrohrverarbeitung bereichert werden wiirde.
Die Benutzung von Holz oder Schilfrohrbriketts zur direkten Verbrennung oder Vergasung kann in Deutschland nur als Aushilfsmittel
in Frage kommen. Sie ist namentlich dann gunstig, wenn es sich
darum handelt, irgendwelvhe Abfalle dieser Art 10s zu werden. In
den W a e n t i g - G i e r i s c h s c h e n Arbeiten liegt unter Urnstanden ein
Hinweis auf neue MBglichkeiten der Brenntorfvorbereitung. Der grog,
Anfall an Salzsaure ist allerdings technisch-wirtschaftlichbedenklich,
wenn er nicht a n Ort und Stelle z. B. zur Verzuckerung des Kohmaterials ausgenutzt oder sonst vorteilhaft verarbeitet oder abgesetzt
werden Irann.
[A. 11.1
Aus Forschungsinstituten.
Im Institut far Kohlenvergasung und Nebenproduktengewinnung
in Wien sprach Dozent Dr. M. D o l c h , Generalsekretiir der Gesellschaft
fur Warmewirtschaft iiber die ,,Erzeugung von Koks a m nicht
backenden Kohlen". Vortr. berichtet iiber Versuche von Dr. F. L i e r g ,
deren Zweck es war, einerseits den Mechanismus der Vorgange bei
der Kokung backender Kohlen aufzuklaren, anderseits eine technisch
realisierbare Methode zur Verkokung nicht backender Kohlen und auch
von Braunkohlen ausfindig zu machen. Die Versuche haben zu einer
Reihe wichtiger Feststellungen gefiihrt und schliefilich auch M6glichkeiten zur Realisierung der Verkokung nicht backender Kohlen ergeben. An Hand der Versuchsergebnisse wird gezeigt, daij es moglich ist, unter besonderen Bedingungen bitumintise Ktirper herzustellen,
die bereits, in verhaltnismaijig geringen Mengen zugesetzt, gestatten,
aus nicht backenden Kohlen guten geflossenen Koks zu gewinnen.
Von besonderem Interesse diirfte dabei der Nachweis sein, daB der
sogenannte Pechkohlenstoff zweifellos nicht, oder doch nur zu sehr
Pig. 2.
geringem Teil aus Kohlenstoff besteht, sondern zur weitaus iiberwiegenden Menge, wenn nicht iiberhaupt vollstiindig, aus hochmolewurden z. B. bei A rnit Holzkohle, bei €3 init Holzscheiten (50 kg) und
kularen organischen Ktirpern, und daf3 gerade diese Korper beim Verbei C mit Steinkohlen (5 kg) beschickt. ])as aus einer Mischung von koken Ergebnisse zeitigen, die durchaus rnit den Kokungsprodukten
90 Gewichtsteilen Holz und 10 Gewichlsteilen Steinkohle erzeugte der verschiedenen Steinkohlenklassen von der Backkohle bis zur
Mischgas hat nur 11,4-16,0°10 CO.,. Aus 100 kg FBhrenholz ergeben Sinter- und Sandkohle iibereinstimmen. Die wiederholt behauptete
sich 61-72 cbm Gas von 3000-3300 W. 13. und wieder in Frage gestellte durchgangige Schmelzung der Backkohle
P. W a e n t i g und W. G i e r i s c h hahen eine Chlorbestimmungs- beim Verkoken wird a n der Hand von Versuchen nachgewiesen. Fur
niethode des Verholziingsgrades von Pflanzenfasern a u ~ g e a r b e i t e t ~ ~die
) Durchfuhrung der Verkokung nicht backender Kohlen nach dem
und diese Methode zu einem technischen Verfahren:36) erweitert. Nun
neuen Verfahren werden allgemeine Gesichtspunkte entwickelt und
hat G. K e p p e l e i ' durch die Bestimmung der Kohlehydrate und der die begriindete Aussicht ausgesprochen , daB es meglich sein wird,
Loslicltkeit der Kohlehydrate iind Polysnccharide i n 7O0iOigerSchwefel- auf diesem besonders fur DeutschBsterreich wichtigen Gebiete Fortsiiure gezeigt, daB z. B. jiingerer Moostorf noch zu 3/4 aus unzersetztem schritte ynd Neuerungen zu erzielen, die fur unsere Eisenindustrie
Pfl~itnzrnmnteri~ilbestdit. Es empfiehlt sich daher, das W a e n t i g und damit fur unser gesamtes Wirtschaftsleben von erfreulichster
G i e r i s c h sche Clilorierungsverfahren auch auf derartigen Moostorf
Bedeutung werden konnen.
iinzuwc,nden: man erhiilt Salzsiiure auf dt:r einen und Cellulose oder
uber den derzeitigen ,,Stand und die Entwicklungsmoglichkeiten
celluloseiihnliche Substanzen auf der anderen Seite. Die kolloidale
der Kunstharzgewinnung aus Stein- und Braunkohlenfeeren" sprach
Wasserhiille de; 'I'orfs zerreifit: daher lafit sich ,,chloriei-ter" Torf ohne Dr. E r i c h G l a s e r . Er gab einleitend eine kurze Ubersicht iiber die
weiteres abpressen.
Produktionsverha tnisse vor und wlhrend des Krieges und kommt
H. W i s 1 i c e n u s3') ist in einer Studie tiber das pflanzenchemische sodann ausfiihrlicher auf die Herstellung der Cumaronharze aus den
Institut der Forstakademie Tharandt und die Pflanzenchemie im all- Steinkohlenolen zu sprechen. Besonders ausfiihrlich sind die neueren
cerneinen 11. a. aiich a i i f die trockene Destillation des Holzes mitte!s
Verfahren zur Herstellung heller, hochwertiger Cumaronharze beiiberhitzten Wasserdampfes BH) eingegangcn. Man erhalt dabei in
sprochen, woran sich Ertirterungen theoretischer Natur iiber die Vorerster Linie eine Art ,.Tiefteinper~ituleel.", eine sehr gleichmaijige gange, die zur Bildung der Harze fiihren, anschlieBen. Es folgen dann
Verkohlung und verniehrte Essigsiiureausbeute. Auch auf diesem
Vorschllge zur Verbesserung der Qualitat der Harze und einiges iiber
Gebiete empfiehlt es sich, den Moortorf in den Kreis der Betrachdie Verwendung der technischen Cumaronharze in der Industrie der
tungen ZII ziehm.
Lacke und Anstrichmittel, sowie in anderen ciewerbszweigen. Das
Der Rohstoffverband, Charlottenburg 11, hat sich die Ausnutzung Kapitel iiber Cumaronharze schlieijt mit einigen Zahlen iiber Betriebsder deutschen Sctiilfrohr- und Hinsenbestiinde zur Aufgabe gemacht.
ausbeuten, woriiber Verfasser auch schon friiher an anderer Stelle
Er will daraus Alkohol, GennBinittel, Fultermittel (Fragmit), Papier- (Montanist. Rdschau., 1919, Heft 20 bis 24) berichtete. Der zweite Teil
gewebe, Haumnterinlien usw. herstellen. Die Schilfrohrwurzeln sind
der Arbeit befaijt sich mit der Herstellung, den Eigenschaften und
his armstark utid 20 in lang; sie bilden eine verfilzte Matratzenschicht
der Verwendung der Phenolformaldehydkondensationsprodukte. Im
yon einer Tiefe bis zii 70 cin. Ein Morgen Schilfbestand (1 Morgen
Schluijkapitel werden die Entwicklungsmtiglichkeiten der Kunstharz2.5,s a) triigt unter sich ein Wurzelwerkgew icht von etwa 1000 Zentnern; gewinnung aus Teerprodukten ertirtert. Die Steinkohlenteererzeugung
Deutschland hat etwa 20000 ha Schilfbestiinde. Der genannte Verband
wird nach Ansicht des Verf. sowohl in Deutschland, als noch vielmehr
hatte einen Wettbewerb39) (bis 1. Okt. 1920) zur Erlangung eines ge- in Osterreich in den nachsten Jahren keine nennenswerte Steigerung
eigneten Geriites fiir Entrodung dieser Hohrwurzeln ausgeschrieben.
erfahren, so daij die Kunstharzgewinnung, falls die Kunstharze den
Wettbewerb mit den Naturharzen aushalten werden, auf andere Rohstoffe basiert werden miisse. Als Rohstoff, sowohl fur die CumaronSR) In F. Ullmanns F:nzyklopadie der Techn. Chem., V11 (1919), S. 610ff
ad) Das Vartagaswerk ist beschrieben in den Koppersheften 11, Nr. 2 (1920). harzeals auch fur die Phenolformaldehydkondensationsprodukte kommen
Vgl. auch betr. Holzgas Ztschr. f . angew. Cheio. 1918, 111, 203; Ztschr. Ver.
die Tieftemperaturteere in Betracht, aus denen sich neben Phenolen
Iltsch. Ing. 1919, 705.
nach Versuchen von Gluud und Breuer Cumaron gewinnen last. Allers5) Angew. Chem. 1919, I, 173.
dings wird es, wenn die Erzeugung der Formaldehyd-PhenolkondenTextile Forschung Jahrg. 1920, Heft 3 : Melliands Textilberichte 1920,
sationsprodukte gr6Weren Umfang annehmen soll, notig sein, auch die
S. 232, 257.
Versorgung dieser Industrie mit Formaldehyd auf eine neue Basis zu
31) Tharandter Forstliches Jahrbuch 1920, Bd. 71, 2. Heft.
stellen, da die jetzige Lieferantin ftir Formaldehyd - die HolzverVgl. 43 untl Journ. f. prakt. Chemie 1909, Bd. 79, 177 und 1naug.- kohlung - wohl kaum einer nennenswerten Produktionssteigerung
Digs. Dresden. Cieorg Biittner, 1909, und Joh. Otto, 1911.
fahig sein diirfte. Auch hier wird nach Ansicht des Verfassers von
:{O) Die Technik i . d . Landw. 1920. 6 7 3 ' 4 .
den Nebenprodukten der Kohlenvergasung - beim Ozonisierungs~
~~
Jahrgang
Aufsatzteillwl]
Personal- u. Hochschulnachrichten
- Bticherbesprechungen
verfahren von Teertilen oder bei der Chlorierung von den methanhaltigen Destillationsgasen - ausgegangen werden ktinnen. Die Arbeit
erwahnt noch kurz ein neues Verfahren zur Herstellung von Kunstharzen aus Paraffin und die Harze, wie sie bei der Wasserdampfdestillation der Tieftemperaturteere im Ruckstande verbleiben und
schliedt mit einem Hinweis auf den volkswirtschaftlichen Nutzen, den
eine inlandische Kunstharzindustrie grtiBeren Stiles bringen wtirde.
Personal- und Hochschulnachrichten.
Dr. J. S c h u l l e r , Assistent am Leipziger Pharmakologischen
Institut erhielt an der dortigen Universitat die venia legendi f. Pharmakologie.
Einen Lehrauftrag erhielt:
Geh. Regierungsrat Prof.
Dr. L e h n e vom Ministerium des Kultus und Unterrichts fur das
Wintersemester 1920/21 zur Abhaltung von Vorlesungen und Ubungen
fiber Textilchemie.
Prof. Dr. J. v. B r a u n , von der Berliner Landwirtschaftlichen Hochschule, wird dem Rufe auf das Ordinariat der Chemie an der Universitiit Frankfurt als Nachfolger von Prof. Freund Folge leisten.
E s w u r d e n e r n a n n t (berufen): Dr. J. F i s c h e r , Ordinarius fur
Chemie an der Wiener Universitat, zum 0. Prof. fiir organiscbe Chemie
an der Technischen Hochschule in Munchen; Dr. Luppo. C r a m e r ,
technischer Direktor der Trockenplattenfabrik Kranseder & Co. in
Munchen, von der Photogmphischen Gesellschaft in Wien wegen
seiner hervorragenden Leislungen auf dem Gebiete der Photochemie
zum Ehrenmitgliede; Prof. Dr. E. M a d e l u n g in Munster auf den
Lehrstuhl der theoretischen Physik an der Universitat Frankfurt als
Nachfolger von Prof. M. Born.
G e s t o r b e n s i n d : E. E. B o u r q u e l o t , Prof. der Pharmazie an
der Schule fur Pharmazie in Paris, im Alter von 69 Jahren. Dr. A. H e r r m a n n , Entdecker des Patentblaus und Naphthalingriins,
seit 1884 in Diensten der Farbwerke vorm. Meister, Lucius & Bruning,
Htichst, im Alter von 62 Jahren. - Chemiker E. N o e r d l i n g e r ,
Fltirsheim a. M. am 30. I.
Bucherbesprechungen.
Kurzes Chemisches Praktikum ftir Mediziner und Landwirte von
Prof. Dr. F r i t z Arndt. VIII u 96 S. 3 Auflage. Verlag der Vereinigung wissenschaftlicher Verleger, Berlin und Leipzig 192%
Preis geb. M 10,Unter den zahlreichen Hilfsbtkhern fur d a s medizinische Praklikum
zeichnet sich das vor liegende durch eine Reihe von wesentlichen Vorzijgen aus. Die Wahl des Sloffes ist in sehr geschickter Weise so
getroffen, dai3 ein Mediziner, der die angegebenen Ubungen mit VerstBindnis ausfuhrt, vicht nur eine genugende hnzahl von wichtigen
Stof Ten und Heaktionen kennen lernt, sondern auch fur allgemeinere
Fragen der Chemie interessiert wird. Die starke Ktirzung des Analysengangs ist durchaus berechtigt, denn es kann nicht Aufgabe eines sechsstundigen Praktikums sein, die Mediziner zu Analytikern zu erziehen.
Daiiir ist in dankenswerter Weise Raum fur einige Titrationen und
rnehrere wichtige organische Reaktionen pewonnen worden.
Wertvoll sind die eingestreuten theoretischen Abschnitte, die immer
wieder auf den Finn der ausmfuhrenden ubunpen hinweisen. Nur
mit dem Abschnitt ,,Ionen und Valenz" vermag sich Referent teilweise
nirht einverslanden erklaren. Abgesehen davon, daB die hier gegebenen Erklarungen der Affinilat und Valenz das Fassungsvermtigen
der Mediziner wahrscheinlich uhersteigen, bestehen auch grundsatzliche
Bedenken gegen die Allgemeingiiltigkeit der in diesem Abschnitte
entwickelten Vorstellungen.
Der Verfasser hat Hinweise auf die niedizinische Bedeutung der
behandelten Stoffe absichtlich vermieden und will derartige ErSrterungen
in das spatere physiologisch-chemische Praktikum vellegt wissen. DaB
dieser an sich korrekte VerLicht zweckm8Big ist, mtichie Relereat nach
seinen Errahrungen im Medizinerpraktikum bezweifeln und glaubt
vielmehr die Erfahrunp gemacht zu haben, daB die bedauerliche Gleichgultigkeit, die ein groBer Prozentsatz der Mediziner im chemischen
,,Pflichtpraktikum" bekundet, noch am besten dur ch mannigfache
Hinweise auf die unn ittelbare Bedeutung chemischer Kenntnisse fur
das Verstandnis d er Physiologie und der chemischen Therapie sowie
iiberhaupt fur den spateren iirztlichen Beruf wirksam b e k b p f t werden
Konr. Schaefer. [BB. 71.1
kann.
hungsbeispiele aus der unorganischen Experimentalchemie von
H e i n r i c h Biltz uod W i l h e l m Biltz. 3. U. 4. Auflage. XU
und 242 S. Verlag von Wilhelm Engelmann, Leipiig.
Preis geh. M 27,-, geb M 36,Allzulange ist in vielen Laboratorien an dem Brauche festgehalten
worden, die Studierenden n u r durch analytische Arbeiten in die Chemie
einzufiihren. t?s ist das groBe Verdienst der Verfasser des vorliegenden, jetzt schon in der 3. u. 4 Auflage erscheinenden ausgezeichneten
Ubungsbuches, energisch ftir den Gedanken eingetreten zu sein, daB eine
ausschlieBlich a n a l y t i s c h e Betatigung einen recht un' ollkommenen
Einblick in die anorganische Chemie gewahi-t, und daB gut ausgewahlte
p ra pa r a t i v e Arbeiten nicht nut einen mindestens ebenbui tigen
wissenschattlichen Ausbildungswert hahen, sondern auaerdem noch
die experimentelie Geschicltlichkeit in sehr notwendiger Weise entwickeln.
- Aus anderen Vereinen und Versamnilungen
- .-
55
Referent kann aus eigener Erfahrung berichten, dai3 die Studenten
nach AbschluB ihrer quantitativen Analysen die praparaliven Arbeiten
geradezu als eine Erlbsung empfanden und ihm zum PchluB oft hersicherten, bei der Herstellung der Praparate ,,kolossal viel gelernt" zu
haben.
Die Anweisungen der Verfasser sind, wie auch von den Praktikanten betont wird, anschaulich und klar ahgefaBt ; die eingestreuten
belehrender Abschnitte ver huten die Gefahr eines automatischpn
Arbeitens, und die grSBte Anerkennung, die dem Buche gezollt werdeo
kann, besteht wohl dnrin, dai3 die Praktikanten fast nie einen MiBerfolg
mit Mangeln der Vorschriften zu erklaien suchen, sondern von ihren
eigenen Fehlern Uberzeugt sind.
Wahrend des Krieges war die Auswahl der Praparate sehr durch
Materialmangel beschrankt ; heute mui3 der Leiter des Praktikums jedes
Praparat daraufhin piufen, ob die Ausftihrung fur den Praktikanten
nicht ?u koslspielig ist. Die jetzt so notwendige Riicksichtnahme auf
die materielle Not der Studenten veranlal3t daher den Referenten zu der
Bitte an die Herren Verfasser, bei der Bearbeitung der nlchsten Auflage
zu erw&gen, oh nicht eioige Prlparate ohne Beeintrachtigung des verfolgten Ausbildungszwecks durch andere , billigere, ersetzt werden
ktinnten.
Konr. Schgefer. [BB. 218.1
Lehrbuch der Chemie fiir h6here Schulen. Von Prof. Dr. E. Ltiwenh a r d t . I., Unterstufe. B. G. T e u b n e r , Leipzig u. Berlin, 1921.
kart. M 4,40 f 120°i0 T.-Z.
VIII u. 114 S., 21 Fig.
Dieses Buch kann unseren Schulen sehr empfohlen werden, da es
sich in vielen Beziehungen vor anderen Chemie-Schulbuchern auszeichnet. Es beschrankt sich nicht darauf, vorhandene Vorbilder
nachzuahmen, sondern bemuht sich, eigene zeitgemue Wege zu gehen.
Vor allem sucht es den Hauptfehler derartiger Bucher zu vermeiden,
namlich viel zu viel Stoff zu bringen und das Wichtige in einem Wust
von Unwichtigem zu vergraben. Es hatte in diesem Bestreben unbedenklich noch weitergehen, sich von der Uberlieferung noch freier
machen und noch vieles fortlassen ktinnen. Anderseits wurde eine
starkere Bcrucksichtigung der fur Natur und Wirtschaft wichtigen
Vorgange, besonders organisch-chemischer Art, den Benutzern ein
lebendigeres Bild der Chemie mitgeben, wenn sie die Schule nach der
Unterstufe verlassen.
Hervorgehoben seien die klare Darstellungsweise, die vortrefflichen
anschaulichen Abbildungen und die gute Ausstattung des Buches.
Nur ist der Deckel wohl etwas vergahglich fur ein Buch, das auch im
Laboratorium benutzt werden soll.
Trotz seiner Vorzuge ist aber auch dieses Werk noch nicht das
Ideal des Schulbuches fur den ersten Chemieunterricht. Im ganzen
genommen, steht es noch durchaus auf dem ublichen Untergrund
nuchtern-wissenschaftlicher Behandlung der Chemie. Ein ideales
Schulbuch muBte, ganz unabhangig von allen seinen Vorgangern, die
praktische Bedeutung der Chemie in den Mittelpunkt stellen und um
diesen alles Ubrige gruppieren. Ein solches Buch kann allerdings
kaum aus dem Boden unserer heutigen Chemie-Unterrichtsverhlltnisse
und Chemielehrer-Ausbildune hervorwachsen; es muB als kunstlerische
Schtipfung besonderer Veraaagung entstehen.
Alfred Stock. [BB. 275.1
Kohlensliure und Pflanzen. Von E. Reinau. Ein Beitrag zur Kohlenstoffdungung der Pflanzen und ein Versuch zu einer geophj sixhen
Pflanzenphgsiologie. Halle a. S., bei W. Knapp.
Preis M 16,40
Bei dem groBen Interesse, das gerade in jetziger Zeit allen Vorschl5gen enlgegengebracht wird , die geeignet sind , unsere ErnteProduktion auf allen (;ebieten zu steigern, durfte das vorliegende Buch
einem besonderen Zeitbedurfnis entsprechen. Es wird zunachst gezeigt, welche innigen Beziehungen bestehen zwischen dem Kohlensaurestoffwechsel und den ubrigen hauptsachlichsten Wachstumsfaktoren; des weiteren wird die Mtiglichkeit einer kunstlichen Kohlenduredungung diskutiert, die bereits aussichtsreiche Resultate gezeitigt
hat, am SchluB werden noch einige hochinteressante geophysische
Probleme behandelt unter dem Gesichtspunkt: Der Gehdlt der Luft
an Kohlensiiure ist nicht konstant, sondern der Ausdruck eines beweglichen Gleichgewichts.
I/. [BB. ll.]
Aus anderen Vereinen und Versammlungen.
Verein zur Beforderung des GewerbefleiRes.
In der Januarsitzung sprach Professor Dr. Hermann GroBman n
iiber ,.Neuere Schutzgerate fur die chemische Industrie". Der Vortragende wies einleiiend darauf hin, daB die chemische Industrie an
sich nicht gehundheitsgefiihrlicher sei als anderc Gewerhe. Es geht
dies ganz deutlich aus der berufsgenossenschaftlichen Statistik fur
das Jahr 1919 hervor, die erfreulicherweise auch gegenuber dem Vorjahre ein wesentliches Sinken der Unfallziffern erkennen IaBt. Immerhin gibt es eine Reihe von Schadigungen in der chemischen Industrie.
Hierher gehtiren besonders verschiedene giftige Stoffe, die im Fabrikationsprozei3 nicht ganzlich ausgeschaltet werden ktinnen. Bereits
wahrend des Krieges hat sich auch ein lebhaftes Interesse der giftstoffverarbeitenden Industrie fur die Verbesserung, die auf dem Gebiete des Gasschutzwesens fur milittirische Zwecke gemacht wurde,
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
2
Размер файла
454 Кб
Теги
forschungsinstituten, aus
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа