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Aus Ramsays Studienjahren.

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Zeitschrift fbr angewandte Chemie
und
Zentralblatt fiir technische Chemie.
XXII. Jahrgang.
Heft 12.
Aus Ramsays Studienjahren l).
Ich war ein einigermakn friihreifer, wenn auch
fauler und traumerischer Junge, als ich im November 1866 an der Universitlit Glasgow immatrikuliert
wurde. Ich verstand wenig Latein und noch weniger
Griechisch, konnte ziemlich geraufig franzosisch
sprechen, b a t h unregelmlfiige Kenntnisse in der
Mathematik und eine groBe Abneigung, mich an den
iiblichen Bewerbungen zu beteiligen. Auch hier sei
mir die Nebenbemerkung gestattet, daB bei uns in
England dem Wettbewerb a h einer Anregung zur
Arbeit viel zu viel Bedeutung beigelegt wird. k
scheint es als selbstverstiindlich mzunehmen, da0
alle Jungen von dem Wunsche erfiillt seien, ihre
Kameraden zu iibertreffen. Ich halte eine solche
Gesinnung keineswegs fiir allgemein, und mir scheint
es offenbar, daB die beste Arbeit in der Welt aus ganz
anderen Ursachen getan wird. Sehr wahrscheinlich
ist der wichtigste Faktor der ererbte Trieb; und
wenn es auch zweifellos gute moralische und intellektuelle Folgen hat, wenn man den Jungen zwingt,
Arbeiten zu tun, die er nicht liebt, so ist es doch vie1
wiohtiger, ihm jede Gelegenheit zu geben, zu entdecken, wo seine besondere Begabung liegt. Doch
konnen sich solche Begabungen auch erst spat entwickeln, un'd wenn man allzufriih die Spezialisierung
zu sehr erleichtert, so kann wohl auch der Zweck
verfehlt werden. In meinem personlichen Falle
brachte ich die beiden ersten Jahre an der Universitat
damit zu, daB ich die klassischen Autoren las; hiervon ist nichts nachgeblieben, als die E r h e r u n g an
einige Oden von H o r a z und die Fahigkcit, lateinische Texte mit grol3er Leichtigkeit zu entziffern.
Ich fiirchte, daB ein groDer Teil meiner Zeit mit der
Lektiire von schoner Literatur ausgefiillt war; was
ich an Kenntnis von S h a k e s p e a r e , M i 1t o n ,
W o r d s w o r t h , T e n n y s o n , mwie der a1.kren Romanschriftsteller besitze, wurde wesentlich
um jene &it erworben.
Im November 1868 studierte ich Logik und
athematik, und 1869 trat ich in das Laboratorium
v o n R o b e r t T a t l o c k , der AssiatentbeiProf.
P e n n y, wohlbekannt durch seine friihern Bestimmungen genauer Atomgewichte, gewesen war.
Dies war indessen nicht meine erste Beriihrung mit
der Chemie, denn bevor ich die Schule verliel3, hatte
ich das Ungliick, beim FuBball mein Bein zu
brechen. Wahrend meiner Genesung las ich G r a h a m s Chemie, hauptsachlioh, wie ich bekennen
muB, urn zu lernen, wie man Feuerwerk macht. Ich
erinnere mich, da13 mein Vater mir kleine Mengen
Kaliumchlorat, Phosphor, Schwefelsiiure usw. zu
1) Abschnitt 8\16 dem demniichat im Verlage
drr Akadernischcn Verlagsgesellschaft m. b. H.,
Leipzig, erclcheinenden Werk von Sir W.Rammy:
I,Bitliographieche nnd chemische Emys", deutsche
Ansgate van W i l h e l m O s t w a l d , vermehrtdurch
eine n utoliographisohe Skizze BUS Ramsap Feder.
a.1tm
19. Yiirz 1909.
ichenken pflegte, dazu kleine Becher, Flaschen und
:ine Spirituslampe, damit ich wahrend der langweiligen Monate meiner Genesung ein Vergnugen
satte. Wlihrend der ersten Jahre a4 der Univereitiit
nfizierte ich einen intimen Freund, der jetzt ein
iervorragender Jurist ist, mit dem Wunsche, in die
2eheimnjsse der Chemie einzudringen, und ich erinnere mich unseres Triumphes, als wir eine reichliche Krystallisation von Oxalsaure aus Zucker
mielt hatten.
Herr T a t 1 o c k war (und ist) ein ausgezeichneter Analytiker, und wahrend eines Jahres hatte
ich die qualitative Analyse und ein gut Stuck der
quantitativen durchgemacht. Ab einer seiner Assistenten krank wurde, beforderte er mich zeitweilig
dam, ihn zu vertreten; hierbei gewann i'ch meine
erste Idee von Verantwortlichkeit. Im nbhsten
Jahre horte ich die Vorlesungen von T h o m a s
A n d e r s o n , der dnrch seine Untersuchungen
uber die Pyridin- und Chinolinbasen bekannt ist.
A n d e r s o n s Gesundheit hatte durch einen Unfall gelitten, und nach einigen Monaten wurden seine
Vorlesungen von Professor J o h n F e r g u s o n
iibernommen, der ihm auf dem Lehrstuhl folgte, den
er noch jetzt inne hat. Um dieselbe Zeit horte ich
Anatomie bei Prof. A 11e n T h o m s o n , einem
der besten Vortragenden, die ich je gehort habe;
doch wendete ich meine Zeit wesentlich an Chemie
und Mathematik. Wahrend ich 1870 noch bei
T a t l o c k war, begann ich bei Sir W i l l i a m
T h o m 8 o n zu horen und in seinem Laboratorium
zu arbeiten; ebenso horte ich Geologie bei Prof.
J o h n Y o u n g . Sir W i l l i a m war kein systematischer Lehrer, sprach meist iiber die Kopfe fort,
wirkte aber doch sehr anregend. Da sich in diesem
Bande einige von meinen Erinnerungen aus dieser
Zeit mitgeteilt finden, so brauchen sie hier nicht
wiederholt zu werden. Es geniigt hervorzuheben,
daB er uns alsbald zu seinen Assistenten macbte, so
daB wir, wenn auch noch so bescheiden, das Gefiihl
hatten, ihm bei seinen Entdeckungen zu helfen.
Als im nachsten Jahre meine Mutter und ich
aus der Sommerfrische auf den 8hetlandinseln zuruckkehrten, erreichte uns die Nachricht von dem
Ausbruch des Deutsch-Franziisischen Krieges. Ich
hatte beabaichtigt, nach Heidelberg zu gehen, und
e es als unbei B u n s e n zu arbeiten; doch d
vorsichtig angesehen, bei der unsicheren Beschaffenheit der kontinentalen Zusthde einen Aufenthalt
so nahe an der Grenze zu wahlen. So blieb ich weiter
in T a t 1 o c k s Laboratorium und horte bei W i 1 1 i a m T h o m s o n. Als sich der Sieg der Deutschen als unzweifelhaft herausgestellt hatte, ging
ioh nach Heidelberg, besuchte B u n s e n und bekam
einen Platz in seinem Laboratorium. Da aber mehrere meiner Freunde F i t t i g s Unterricht in
Tiibingen sehr riihmten, ging ich im Friihling 1871
dorthin und begann eine Arbeit uber Platinammoninmverbindungen, die ich bei T a t I o c k hergestellt
6i
Joseph Liiwy. Die Definition des Erfindungsbegriffs. Die Darlegungen des Verf. beruhen auf
dem Gedanken, daD auch im Bereich der Geisteswissenschaften dieselben Gesetze, insbesondere
dieselben Gesetze der Entwicklung herrschen wie
in den Naturwissenschaften, und daD auf diesen
Gebieten analoge gesetzml5ige Zusammenhiinge
bestehen. Die Definition des Verf. von der Erfindung lautet: Eine (neue) Erfindung ist jede technische Leistung, die sich an das jeweilige Endglied
einer technischen Entwicklungsreihe anschliel3t
und sich aus einer Problemstellung mit dem zurzeit
geaufigen Wissen und Konnen weder unmittelbar,
noch als eine in dieser (oder einer nahe verwandten)
Entwicklungsreihe bekannten Kombination technischer Elemente in bekannter Verwendungsweise
Arbeiten
ergibt (177-180).
Die Stellung des Einsprechenauf dem Oebiete des gewerblichen
d
e
n
i m E r t e i 1 u n g s v e r f a h r e n betrifft
Rechtsschutzes im Jahre 1908.
eine Entscheidung der Beschwerdeabteilung in
Zusammengestellt von H a s TE. BUCEERER.Sachen D. 18 216 VI11/21, f. Der Sinn dieser Entscheidung ist der, daB es im Einspruchsverfahren
(Eingeg.d. 16./2.1909.)
der erkennenden Stelle ( Anmelde- oder BeschwerdeEmanuel Adler. Nichtigkeit einee P a n t s In- abteilung) iiberlassen bleiben miisse zu bestimmen,
ob eine miindliche Verhandlung stattf inden solle
folge von Mgingeln des Erteilungsverfahrens. Verf.
behandelt den in der Uberschrift genannten Gegen- oder nicht, oder wann die beiderseitigen Schriftstand im Hinblick sowohl auf das osterreichische siitze den Parteien zur Kenntnisnahme und &Berung zuzustellen seien, und wann ohne weiteres die
F& auch auf das deutgche Patentgesetz, da in dieser
Beziehung die eimchliigigen Bestimmungen beider Enbcheidung zu fkillen sei (Seite 180).
Der 8 36 d e s e n g l i s c h e n P a t e n t Geaetze eine sehr weitgehende tfbereinstimmung
aufweisen. Im 3 10 des deutschen P. G. sind die g e s e t z e s betrifft eine Art Feststellungsklage
m a t e r i e l l e n Voraussetzungen genannt, unter fiir den Fall, daB jemand mit der Behauptung,
Patentinhaber zu sein, einen Dritten wegen andenen ein Patent ala nichtig erkliirt werden kann.
Es fribgt sich, ob auch solche Patenta, die im wesent- geblicher Verletzung seines Patents bedroht. Im
lichen mit formellen Miingeln behaftet sind, fur Falle der Bedrohte die Feststellungsklage erhebt,
nichtig erkliirt werden k6nnen. Hieriiber sind die kann er Schadenersatzanspriiche nur dann geltend
machen, wenn der ihn bedrohende angebliche
Meinungen bisher noch ziemlich geteilt, wiihrend
Patentinhaber nicht alsbald die Patentverletzungsdas R. G. in einer friiheren Entscheidung erkliirt
hat, die ausdriickliche Erwiihnung dieser Moglich- klage erhebt und betreibt. Im vorliegenden Falle
keit sei iiberfliissig geweclen, weil formelle Miingel war nach einem Tiingeren Hin und Her von Klagen,
3ie erhoben und wieder zuriickgezogen wurden,
selbstverstiindlich zur Nichtigkeit fiihren mul3ten.
Verf. bespricht eine grole Zahl von formellen von der ersten Instanz angenommen, die Patentverletzungsklage des angeblichen Patentinhabers
Mangeln: Erteilung des Patents statt durch das
sei nur eine Scheinklage gewesen, wahrend die zweite
Kaiserliche Patentamt durch eine andere Behorde,
Instanz die Schadenersatzanspriiche des Bedrohten
oder durch einen nicht dazu berufenen Beamten
tbwies mit der Begriindung, die Verletzungsklage
des Patentamts, oder durch den Vorsitzenden der
3ei bona fide begonnen worden. Das Gegenteil sei
Anmeldeabteilung irrtumlicherweise, obwohl die
weder behauptet, noch viel weniger bewiesen worAbteilung die Zuriickweisung des Patents beschlossen hatte, oder durch eine nicht vorschrifts- len (180 f).
Schianze. 1st die Zurueknahme des Patents eine
mLBig besetete Abteilung, oder durch eine Abteilung, bei deren Abstimmung und BeschluB- Sache freien Ermessens? Der Umstand, daB Engfassung ein von der Teilnahme ausgeschlossenes land durch ein Gesetz vom 28./8. 1907 einen auBerst
icharfenAusiibungszwangeingefiihrt, hat in DeutschMitglied mitgewirkt hat. Von besonderem Interland zu der Frage Veranlassung gegeben, inwiefern
esse ist weiterhin der Fail, daB die Paknturkunde
lie deutsche Patentgesetzgebung eine Handhabe zu
bzw. Patentschrift anders - namlich auf mehr oder
3egenmaDregeln bietet. Verf. untersucht zu dieweniger oder auf etwas anderes - lautet als der
gem Zwecke den Sinn und die Bedeutung des § 11
ErteilungsbeschluD, oder daB ein Patent erteilt
P. G., welcher in Ziffer 1 von der Zuriicknahme von
wurde, obwohl keine Anmeldung und kein Antrag
Patenten wegen Nichtausfuhrung handelt. Es bevorlag, oder obwohl weder Aufgebot, noch Ausiteht eine auffillige Meinungsverschiedenheit bei
legung stattgefunden hatte usw. Es empfiehlt sich,
ier Auslegung dw Wortchens ,,kann" (das Patent
die naheren Darlegungen des Verf. uber die hier
kann . . . zuriickgenommen werden). Die einen
genannten Punkte im Original nachzulesen (165
nehmen an, daB es den Sinn hat, dem Patentamt
bis 177)').
Nichtigkeitsabteilung) freies Ermessen bei der
Feststellung dea T a t b e s t a n d e s zu g e w a h h ,
1 ) Die hier angefiihrten Zahlen bedeuten die
Seitenzahlen im Jahrgang 13 der Zeitschrift ,,Ge- wiihrend die andern annehmen, daD das freie Erwerblicher Rechtsschutz und Urheberrecht".
aessen dann in die Erscheinung treten soll, wenn
hatte. Nach kurzer %it schlug mir aber F i t t i g
ein Thema seiner eigenen Wahl vor, namlich die
Toluylsauren, und nach zwei Jahren erwarb ich mir
den Doktograd durch eine Dissertation iiber die
0- und m-Toluylsiiure. Vorlesungen horte ich bei
R e u s c h iiber Physik und Q u e n s t e d t iiber
Geologie. F i t t i g war ein ausgezeichneter Lehrer
im Laboratorium wie im Horsaal; ebenso habe ich
viel von W i l h e l m S t i l d e l und I r a R e m s e n ,seinen Assistenten gelernt; ferner von meinen
Studiengenbssen P e t e r R ti m e r , E m i 1
K a c h e l , B o t t i n g e r und R u g h e i m e r .
.
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