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Auszge aus Briefen des Dr. Benzenberg an den Herausgeber

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A U S Z i f G E
aus B t i e f e n d c s D r . B E N Z E K B E R G
aa
d e 18 H e r a u s g e b e t.
(Von den Braunlcohlen- oder Umbraerde- Lagern bei
Ctilin, und den lo genanntcn Fauerlrugels am
xzten November 1793.)
Co11n d. aoftea Febr. 1804.
I c h habe die AufRitze fiber die Braunkohlen in den
A n n a l e n , (XlV, 433,) mit Vergnilgen geleren,
Als einen kleinen Beweir d e r Dankbarkejt dafur
w e r d e ich I h n e q ein Packet m i t den verrchiedenen
Braunkohlenarten, die man iq d e r hiefigen Gegend
findet , zufchicken.
Die nzchlten Rraunkohlenlager bei Calln find
beim Dorfe F r e c h e n, z Stunden von hier. Aus
i h n e n findeq Sie: I . H o f z , cleffen Fafern n o d l
feften ZuGrnmenhang haben, fo clafs defren T e x t u r ,
AeCte und I<norren noch kenntlich find,
z..Holzetde, i n d e r rnaq gar keine Holzfafcr mehr erkennt. Sie ift die fo g e n m n t e Umbraerde, welche
getrocknet, gemahlen und dann in FiiTer gepdckt
nach Hamburg gerchickt wlrd, wo man fie uoter
verrchiedene Gattungen von 'Tabak mifcht.
3. Okererde., die v o n Frechen nach Co11n geht,
untl h e r gemahlen und dem gewohnlichen Eifenoker tugerettzt wird.
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F a u j a s St. F o n d hat die Braunkohlenlager
bei F r e c h e n nicht hefucht; es wird Ihnen daher
nicht unangenehm feyn, von ihnen hier einige
Nachrichten zu hnden, Man nennt hier dieBraunko hl e n TorJ. Auf dem rechten Kheinufer, wo
bei I:e n s b e r g , (3 St. yon Cslln im Herzogthum
Berg,) diefelben Flatze liegen, heifsen Ge T r a b .
Beitie Renennungen find provinziell und wenig bezeichnend, da dieCes Folfil weder aus Walferptlanzen entftanden, noch ein vulkanikhes Produkt ift.
Das Vorkornmen der Braunkolilen bei Frec h e s ift an einigen Stellen folgendes:
Darnmerde und Gra?d, letzterer oft biszu 1 o F u t
Michtigkeit und driiber;
Torf 4 Furs;
weifser T h o q 6 Furs;
T o r € 5 Furs i
weifser T h o n 13 Furs;
weifser Sand, rnit 40 Furs Teufe irn VerfuchsIchachte noch nicht durchfunlcen.
D e n Thon benutzt man hei den grofsenT6pfereien, die fich in Frechen belinden, iinrl welchedie
ganze umliegende Gegend rnit Ttipferwaare verforgen,
D i e zerfalleneq Braunkahlen, (Torf,) werden
aufgekhiittet, nafs gemacht, durcIiknetet, in irdenen Forrnen zu Cylindern von Furs Durchmaffer und Hohe geforint , u n d wenn fie getrocknet
find, unter Clem Xarneu : Klfiten, tlas Humlert zn
g Grofchen verkauft.
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D i e Holzftubben, welclle fich i n cler zerfallen e n HolzerJc hnclen, heifsen hier Knabbeen; fie werden befonders gelegt und karrenweife verkauft.
Ein zweirpinniger Karren kortet I 2 G r o k h e n .
Dds griir5te Craunkohle~ilagerbeGtzt der vormahlige Graf von Geldern, Stiinlie von Frechen.
Diefes Lager hat eine Dccke von ungefahr 1 0 Fufs
Kies, der m i t g r a u e n Thonlagern untermifcht ift.
U n t e r diefem Kiefe Iiegt (13s 40 Fufs machtige Braunkohlenflbtz, von dem man nur die HPlfte t r o c k e n
abbauen k a n n ; 17 Fufs find unter Waffer.
Urn
tliefe letztern I 7 Furs Braunkolllen zu gewinnen,
werrleti 16 N a n n erfortlert, die i n einemTage eine
Grube von etwn i 00 Quadratfufs ausftechen, i i n d
d a s LV~I'krmit Scliaufeln auswerfen. Haben fie das
his aiif die vorgefchriebene T i e f e von 17 Fufs a11.sgeworfen, To ift Scl:iclit. D i e Nacht lauft die Grub e voll W d e r untl tlen folgendenTag wirA auf diefeelbe A r t eine neueGrube gemacht. Auf dieSohle
des Braunkohlenlagers konnen fie wegen tles Waffers
niclit kommen , und alle nraurtkolilen , die tiefer
liegen, w e r d e d i n i t todtcn Bergen verfchiittet.
Seit der hiefige Botlen franzijGfch i f t , lafst jed e r Eigenthumer atif feinem Grunde Rraunkohlen
gewionen; nur mufs e r von d e r Obrigkeit ein Patent als Fabricateur du T o r -halten. Auf einer Anllijhe weftlicli von Frechen findet man jetzt mehrere
Torfgruben, wo man (lie Braiinkolilen fchon m e h r
bergmannifcli gewinnt. >Ian h a t tla SchSclite durch
den 30 Fufs tiefen Grand abbeteuft, u n d zieht die
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Braunkohlen mit einem €Iafpel in die Hiihe, d e r
von einem Menfchen gedreht wird. Diefer Bergb a u ift aber noch i n feiner erften Kindheit. M a n
h a t z. R. keine Fahrten i m Schachte, fondern fetzt
die Filfse beim hinab und hinauf fteigen i n dieZimmeruog. D e r Schacht hat n u r 3 Fills im Durchmerfer, und heifst einePJege.
Man bauet d e n T o r f
w e g , bis man aufs Waffer kamrnt, und Iafst dann
das Hlngende ztdamrnen gehen, und das Tieflte
verfttilrzen.
D i e ebene Lage des ganzen Bodens erlaubt
n i c h t , die Waffer durch Stollen o d er Rofche zu
fen, und bei der grofsen WohlfeiIheit der Eraunkohlell laffen fich nicht viele Koften auf Makliineo
verwenden. Die Flotze liegen auf diefer Stelle in
folgender Ordnung :
Grand
Tor€
Thon
I<nal)Len oder ganze Holzltamme
Sand
W e nn clie Arbeiter durch eine Sandfteinhank,
die im Sancle liegt, dorchgefchlagen haben, fo fangt
der Schacht an Waffer zu fchlingen und die Grubc
hleibt zu Sumpf. Die NIiihe hat man fkhiodefsnnur
an weniSStellen gegeben, untl d l c s , w a s man t h u t ,
ilt, clie SchSchte tlurcti Strecken mit einander zu
verbinden, damit immer frifcher Wetterzug i m
\Verke fey.
Der ganze Bergbau wird j e t z t ntir
noch auf Raub getrieben, uncl man tvird vielleiclit
kilnftigen J a h r h u n d e r t , menn d i e IWte und
die M e n f c h e n m e h r zugerrornmen, u n d das B r e n n material t h e u r e r g e w o r d e n ift, d a r a n d e n k e n , diefe
g ro ise n H 01 zrn a ga z in e zw e c k m a fs ige r z u nut ze n
E i n Phnliches groCses B r a u n k o h l e n f l b t z a l s liier
w e r t l i c h vorn R h e i n bei F r e c h e n , kijinrnt a u f d e m
r e c h t e n H h e j o u f e r 3 S t u n d e n oftlich von C d l l n bei
B e n s b e r g t u r n Vorfchein.
Bei d e m D o r f e
GI a d b a c h find claraiif g r d s e To g e n a n n t e T r a l s g r u b e n i n Umtrich, d w e n B r a u n k o h l e n hefonders
auf d e n benachbarten Kalkhfen als F e u e r u n g s m a t e rial g e n u t z t werden. D a s V o r k o m r n e n . d e r Braunk o h l e n , u n d d i e A r t , fie z u g e w i n n e n , find dieZelben, w i e bei F r e c h e n , n u r (tars Gch hier Celten
Holz in i h n e n findet. O b e n liegt 4 bis 5 Furs
G r a n d , d a n n kijmrnt t o Furs S r a u e r T h o n , u n d
d a r a u f d e r To g e n a n n t e T r a f s . Diefes B r a u n k o h lenflbtz hat tla, w a m a n j e t t t a r b e i t e t , e i n e grofse
f i k i c h t i g l ~ e i t , und ift m i t 40 Furs n o c h n i c h t d u r c h f u o k e n ; in e i n e g a l s e r e T e u f e zu g e h e n , e r l a u b t
d ~ sW a l f e r nicht. M a n entblijfst das Flotz v o n
S a n d undcfhon, b i u e t weg, w a s n u r zu b e k o m r n e n
jft., u n d verftiirtzt t b n n die a l t e n G r u b e n m i t d e n
t o d t e n G e r g e n d e r neuen.
Zur Vcrgleicliung d e r B r a u n k o h l e n m i t d e m
T o r f e w e r d e ich I h n e n e i n Stdck vom belten holliinJ i f c h e n P e c h t o r f e rnit bejlegen, das i c b geltern von
e i n e m Schiffer vnn R o t t e r d a m e r h i e l t , d e r in lliefig e m H a f e n u b e r w i n t e r t hat. Die A u s f u h r von die.
erlt im
.
fern T o r f e ausHollandift verboten, und es ift daher
fchwierig, i h n zu erhalterl,
Ich f'ehe ails dem gten Hefte I h r e r AnoaJen,
(XV, 107,) dafs am 12ten November 1799 gutes
Stern Tc h nup p e n w e t t e r il b e r ei n em gr o fse n T h e i 1e
d e r Erde geweren ift. Das ift a b e r atich das einzige Merkwiirclige an d e r gaplzel: Erfcheinung, von
d e r d o r t und in einigen a n d r i n Notizen i n Ihren
Annalen die Rede ift. D e n n dal'sdie feurigmLu&erjcheinungeri iind Fmerkugeln, cleren Aiefe KOtizen ert~iilinen, weiter nickts a h Sternkhnupptya
der erjlen Griifi'se lind, wircl aus allem, was von
ihnen gefagt wird, klar. Solcher Sternfchnuppen
k a n n man wenigrtens ein h a l b s Dutzend in jeder
N&ht fehen , wenn man die ganze Nachc beobachtet und Sterolchnuppen gerade nicht Cehrfelten find.
Das Jallr vorher, ( 1 798 ,) waren die grofsen Sternfchnuppen wenigftens eben fo haufig. 1r1 unfern
Journaled findet Gch eineMenge aufgezeichnet, hei
denen man zum T h e i l eine ifolirte Kugel linterfchied, die voran zog und oom Sch*eife getrennt
war. Anclere waren b l o k e Feuerfcrahlen welche
immer auf den Horizont zngehen, und zugleich ein
fo ftarkes Licht haben, d a t man fie felbft bei Tage
fieht; fie werden i d der volksfpprache Heerbrcnde
genannt. Hundert Sternrchnuppen haben wirmehrmahls in eiiierNashtgefehen, wenn wir auch nicht
in e h e m fort beobachteten, und unter diefen wa-
,
r e n immer 1 o bis 2 0 de r erften GrBfse. B r a n d e s
nzhlte in clerKacht vorn 6ten a u f d e n 7tenDecelnb.
1798 480 Sternfchnuppen bei einer AusGcht, w o
e r etwa den filnften T h e i l des Himmels OberCah.
H5tten am L nten Nor. 1799 die Reobachter i i i
Kumans, Gronlantl, Weifsenfels und lfterftstlt die
SteIleund die Zeitbemerkt, w o fie i hre Sternfchnuppen fahen, fo Jiefse Gch vielleicht eine correfpontlire n d e Beobachtung auffintlen, und das Refu!tat
w i l r J e bei d e r grofsen Stnndlinie noc h leidlich genau werden, wcnn auch die Beobachtung diefes
nicht w l r e . Das ift aber nicht gefchehen; mit fo
u n v ol 1k o m m n e n Na c h rich t e n v o n E r fc h e i nu n ge n ,
die fibrigens gar nicht felten find, Iifst Gch d a h e t
nicht vie1 anfangen. Nur gute Beobachtungen, Lei
denenfich rechnen lL&, kijnnen unfre Kenntnilfe
fiber die Sternfchnuppen erweitern. Barometer
und T h e r n i o m e t e rft inde ltijnncn uns hierbei fehr
wenig helfen; tlenn i n unfrer Kenotuifs cler S ter nfchnuppcn find ivir doch wenigftens fo weit, zu
wilfen, dafs in den Regionen, wo diefe M e t e o r e
entftehen, das que c kfi lbe r irn Barometer kaum hah e r als 3:(J Linie ltelien k o n n e , u n d die Temperatur vielleicht dem abfoluteli K u l l fehr nahe fey.
Ob (12s Caronieter an de r Erde I zoll hijher o d e r
tiefer fteht , untl das Tticrtnometer I o Grad m e h r
otlerwenigerzeigt, ift tlaher fiirdieSternfchnuppen
gleicligi\ltig, und ich halle es filr fehr iiberiliiffig,
bei Sternfchnuppen Beohachtungen tlen S t a n J
diefer Inftrumente, ode r den jedesmahligen Wind-
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ftrich und die iihrigen Notizen d e r meteorologifchen Jourriale anzufdhren. Die RcSion der Strrnfchnuppen liegtweit jenfeits d e r Region der chemifchen Prozeffe, die wir in unfern meteorologifchen
Beobachtungen fehen. Ich habe die Sternfchnuppen der erften Grofse fo wohl in kalten Niichten u n d
in ftiirrnifchen, als auch in fehr heitern und warmen
K3chten hiiufig gefehen. Mjt welchen bekannten
ocler unbekannten Dingen die Sternfchnuppen zufarnrnen hangen, das wiffen wir nicht; aber das
wiffen wir dars wir nur diirch genane correfpondirenrle Reobachtungen auf yrofsen Stantllinien weiter kommen kijnnen, untl wer hierzu weder Luft
noch Muth h a t ,
d e r gebe Gott die E h r e , und
fchweige von den Sternfchnuppen.
-
Bentenberg.
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