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Auszge aus einigen Briefen des Dr. Benzenberg an den Herausgeber

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f 494 1
I v.
aus
A U S Z O G E
c i n i g e n Briefen d e r D t . B E N Z E N BERG
an
den
H-erausgeber.
-
(Ueber cin Cenn~fuugrd Pendel; einige Bergikclle Fabriken irnd die ElLerfelder Suppenanfialt, in we]c h e r die Gurnfordfche Suppe durch DAmpFe gekuclit wird. )
SthGllw, Lei Elberfelll den zten
Jdn.
1804.
D e r Uhrrnacher P f a F f i u s inWefe1 hat eine neue
A rt von Pendeluhr e r f u n d e n , deren Pende] fi&
welentlich v o n allen bisherigen unterfcheidet.
Statt dars a n den bisher gewiihnlichen tlas Pentiel
hin und h e r Cchwingt, lauft e s hier i n tlie Run.
de. Ein fl,lches Centrvugalpendrl, rlas Secunclen
fchwingt, lafst Gch leicht crhalten w e n n man ein e Iiugel a n einen 3 Furs langen Faden befefiigt
un(I fie i m JL-eife fchwingen Iafst. Da die UmIgufe
der Kugrl eben fo gleichzeiti: find, wie ilire Schwingungen, fo miirfen fie auch eben fo gefchickt fey",
die Zeit i n jleiche Abfchnitte zu theilen.
Ein Pentlel, welches fo fehr von allen bisher
,
GbIichen abweicht, etfordert cine gdnz eigne Aufhangung uncl eine eben fo Pigeiithiimliche Hemmuns, EchJppcment ) D e r Knnftler h a t beitle a u f
cine rehr Grinreiche A r t eingerichtet, wobei folgend e l d e e w i n Grunde liegt: , , E i n Pendel, das auf
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,,einer Schneide fchwingt, kann n u r hin und h e r
,,fchwingen. Ei.1 Pendel aber, bei dem das Lager
d e r Schneide wieder auf eine Schneide fchwingt,
,,die mit d e r erften einen Winkcl von goo macht,
,,kann nach aNen Richtungen fchwingen, und fich
,,&her auch im Kreife herum drehen."
Man wird hiernach folgende Erklarung d e r Art,
\vie e r rein Centrifugalpendel aufgehangt und mjt
dem U h r w e r k e verbunden h a t , o h n e Schwierjgkeit verftehn. In Fig. 1 , T a f e l VI, find die drei
Theile, auf denen die A u f h h g u n g beruht, aus cinander gefchoben vorgeftellt. D i e untere PIatte A
liegt a u f einem Triiger P auf, und hat in ihrer Mjtt e eine Schneide, auf welcher die Platte B aufljegt,
to dais fie ungehindert reclits und links lchwjngen
kann. Auf d e r mittelften Platte r u h t oben eine a n
d e r Pendelfiange D E befefiigte Schneide CC,
i n einer Furche tler Platte B, welche in d e r Zeichnung durch eine horizontale punktirte. Linie ausgedruckt i f t , und ikann in diefer Furche frei vorwarts und ruckwvirts ichwingen.
Das HauptFtnck tler Aufhangung iR die mittlere
Platte B, die in Fig. 2 jm Aufrifle absebildet ifi.
M a n Geht hier, wie die beiden Einkhnitte filr die
obere und untere Schneide fich i n d e r hlitte kreuZen. Beide gehn bis auf die Mitte d e r Dicke die.
ier Platte, und hier , wo die Schneiden Gch kreuZen, ift d e r eisentliclle AufhSngepunkt des Pendeis. So wobf die Phtte R als auch cfie unterePlatte A ift in der Mitte durcbbohrt, fo dafs die Prn-
,,
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3
dellianqe in ihren Schwingungen von beiden Platten
nicht gehindert wird.
Rlan licht, dafs diere AufhSogungsart vie1 Aehnlichkeit rnit d c r Aufha'ngung des Kornpdlfes mit
cloppelten B;,geln hat. lndern die ICugel a m u n t e r n
Ende J e s Prndels irn Krcife herurn fcliNingt, rntilfcn die beiden Schncideo fich wechfelfeitig liin u n d
h e r wiegvn, u n d die obere Spitze d e r Pendelft.in,
g e miifs tlierelbe lircisfijrmige Bewegung , als u n t e n
die Iiugel annelimen.
Die Vcrhindung tles Pendels mit dern Riiderw e r k e tler Uhr ifi in Fig. 'i abgebildet. S ftellt die
o b e r e SpitLe tler Pentlelfiange vor , To gezeichnet,
als wenn d ~ Penclel
s
iin Herumfchwingen und (lie
L'hr iin Gehen i f t , untl C ein Getriebe, deffen KurLL,lK eiiieit Einfchnitt h a t , i n welchen tlic Spit7e
S eingreift. lndern tlas Prndel lierum fchwinzt,
drc!it es t ' i d e Kurbel K , m i t ihr das G e t t i e b e , u n d
rfurcli (laffelbe das nacierwerk; welchtts i n das Getriebe grcift.
Sie I'ehen , dafs diafe Erfindung fich werentIich
Ton alien unterfcheidet, die feit H u y g h e n s in d e r
Uhrmsclierkunft geinaclit find. Dss Pendel hernmt
nicllt, \vie bei urtferii jctzigen Uliren , das Katler1vel.k (lurch Pntgegwz w i r k ~ n , fondern t r e i b t d i e
UIir f o r t , auch wenn fie kein Gewicht h J t , u n d
]sfst fic n u r ( l a n u erft fiill iielien, wenn die Aei-
bung a u f tlcn Schneirien, und d r r Widerftand d e r
Lu:t ,oegen die Kugel, (lie Bewegung clcs Pendels
vercic!itet haben
, indefs
unfre jetzigen P e n d e h h rcn
I
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3
r e n gleich ftehea bleiben, lo bald ihnen dss Ge.
wicht genommen wird, oder ein Stiiubchen &zwifchen kommt, oder das Oehl von d e r K a t e
fieif wird.
H e r r Direktor E i c ‘ h e l b e r g in Wefel, d e m
ich diefe Nactirichten verdanke, fchrieb mir, dafs
e r einmahl gefehn, wie die Uhr Stunden lang ohne
Gewicht gegangen fey, ja dafs felbfi, als I’faff i u s das Gewicht von 4 Pfund an die Verkehrta
Seite d e r Walze gehiingt die Kugel noch I Stunde fortgefchwungen, und das Gewicht gehobea
habe, ehe Ge und die Uhr zum ganzlichen Stillfiande kamen. Die Kugel wog bei diefem Verfuche 5 L’fund.
Die Erfindung des Herrn P f a f f i us kann hierdurch vielleicht far afironomifche Uhren wichtig
w e r d e n , weil diefe wahrend des Aufziehens fortgehen millfen; eine Bedfngung, die man bis jetzt
nur durch die doppelten Sperrkegel erhalten
konn teb
Die Uhr erfordert rehr wenig G e w k h t ; Ge ging
n u r mit 3 L’fund und hob ein Schlagewerk pus. Unrere gemeinen Hausuhren haben geivijhnlich iibef
1 2 Pfund Gewicht; und haben fie weniger, fo blei.
ben fie vor dem Ausheben des SchlJgewerks ftehn.
M a n hurt bei rler Uhr keinen Pendelkhlag, iondern Oe geht vollig ohne Geraufch. Bei aftrono.
mifchen Beobachtungen, bei denen man die Zeit
nur nach dem Oehijre beftimmt, ift Ge daher nicht
A n d . d.PbJGk. B. 16. St. 4. J. 1804 81.4.
li
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unmittelbar zu gebrauchen. Sollte ihr Gang d e n
d e r bisherigen Pendeluhren fehr a n Genauigkeit
Dbertreffen, !woriiher Gch bis jetzt noch wenig
fagen larst , da H e r r P f a f f i u s ihren Gang n u r a m
Gnomon beohachtete ; wo e r i h n fehr gleicfformig
f a n d , ) fo wird man Gch i h r e r doch a u f den Sternw a r t e n bedienen, und an Secundenzalilern beoba c h t e n , d e r c n Gang man n i t d e m d e r Ulir fehr
Ieicht und fehr genau vergleichen k a n n , da d e r Secundenteiger d e r U h r nicht , wie unfre bisherig e n , f p r i n g t , fondern fiill uzd gleichformig Gch
Cber die Theiluog d e s Zifferblatles wegbewegt, Co
dafs man leicht Viertel- und Fcinftelfecunden ent\verier fchPtLen, o d e r , wcnn das Zifferblatt grofs
jfi, auf diefern durch Abtheilung d e r einzelnen Secunden angeben kann.
Und fo kijnnte diefe Erfindung, welche fo ganz d e n bisherigen Vreg verlafst, vielleicht einmahl fLir die WiCfenfchart VOR
Wichtigkeit werden.
D i e Fottfchritte, welche wir in d e r Naturkund e leit einem Jahrzehentl gemacht haben, w e r d e n
in den zahlreichen Fabriken unfers Herzogthums
mit vielem G l h c k e benutzt.
H e r r P e r e s in
s o 1 in g e n h3t eine Fabrik von feinen S t a h l a a a r m
m'itf e h w a r t w Politur errichtet; diefe Politur, welche die E11gl5nder imrner fehr geheirn hielten,
gieht e r feincn Scheren und Hafirmelfern in einem folchen Grade von Vollkomrnenheit, dafs fie
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uon den englifchen nicht zu unterkheiden Gnd. Die
jetzige Conjunctur , bei der die englifchen \Vaaren
auf allen englifchen Platzen felten und gefticht find,
ik fur feine Fahrik feLr giinftig. In fernen Preifen
bleibt cr 20 pro C e n t unter den Englsndern, welche
J i d e IVaaren lelir hoch im Preife hielten, da fie
die ganze reiche und elegante Welt yon Europa dami t auskhliefslich verforgten, und bisher darin kein e Concurrenz hatten. Das Polirpulver aus alten
HutEIten von. 510 r v e a u gebraucht H e r r P e r e s
n i c h t , da es zwar k h r fein und z a r t , aber nicllt
fclinell uncl nicht fchwart polirt.
1Ierr S p r i n g r n a n n i n B a r m e n hat feine
F~~bew
foi eingerichtet wie die englikhe , von
G o t t und C o m p . zu L e a d s , ] von d e r in des
Grafen v o n R u m f o r d Auffatz i n den Annalen,
XIII, 3 9 0 , die Rede ilk. E r e r w l r m t die Farbekiipen mit D i m p f e n und erfpart dadurch 1; der
Steinkohlenfeuerung, die e r vormahls beclurfte.
Ueberhaupt hat man faft alleFarbekeffe1 i n Elberfeld
und Gemarke nach den neuern Grundfiitren d e r
Heitzung umgea”ndert,’miteinem Gewinne von ungefPhr der Halfte des vordem nathigen Feuermaterials.
Die elberfelder allgemeine Arrnenaoftalt kocht
ihre Rirrnfordijche Suppe i n einem hijlzernen Gefafse mit Wafferdampfen, und dadurch wird oline
BIiihe der grofse Vortheil erreicht, tlafs die Suppe
nicllt ibrennt. Das fo leichte Anbrenoen ift die
Hauptlchwierjgkeit beim Kochen diefer Suppe, da
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die fchwerern Mehltheile fo gern zu Boden fink e n , und lief9 fich bei d e r gewohnlichen A r t zu
k o c h en , wie z. B. in d e r hamburger Anfialt, nur
du r c h fleifsiges Umrilhren vermeiden, wobei aber,
d i e M a h e ungerechnet, vie1 IVarine umfonft verlorrn geht. In d e r elberfelder Aiirtalt ift die Wanne
viillig dompf.:icht gefchloffen, und die hinein fprudelnden Dampfe riihren di e Suppe befiandig urn. *)
D i e Wan n e h a t einen doppelten Boden, den untern
von Holz, und darilber eioen zweiten von Bleeh,
u n d diefer ifi in d e r Mitte e twa 4 2011tiefer als am
R a n d e , damit die fchwerern T h e i l e d e r Suppe imm e r wied'er hierhin zuriick fallen, we nn die Dampfe,
w e l ch e in d e r Mitte herein t r e t e n , fie auf die Seite
*)
Da die Dampfe keine hohere Hitze als d:e Siedehitze anzunehrnen verindgen, To findet bei dieler
A r t zu koclien, gar kein Anbrennen fiatt, das such
TonR nur dann eintrilt, wenn die fefien Theil e lich an das Metall, da, \c-o die Wdrme durch dalh l b e eindringr, fert letzen, und als fchlechtc War.
meleiter eine Hitze annehnien, die weit uber den
Siodepunkt hinaus fjllt. Das Umriihren der Marre
durch die n;mpfe muls dem chemifchen ProzeUe
d e r Suppenbereitung ausnehmend beforderlich
feyn, und die Suppe dadurch eLer zu Stande kommen und berfer werden, als es ohnedies der Fall
Teyn wurde. Das Beifpiel der elberfelder Anhalt
verdient dalier gewifs gar lehr bei allen andera
Suppenanftalten in unlern grolsea Stadten nachgeaLmt zu wcrden.
d . H.
-
getrieben haben.
Die D h p f e werden in einem
eingernauerten Papinianifchen Topfe von 2 Fufs
Durchmeffer erzeugt. Aus diefem treten fie (lurch
eine etwa 10 Fufs lange Riihre zu dern n e c k e l d e r
I v a n n e hiwin, und ergiefsen fich am Boden d e r f e t
ben. Urn 12 Uhr werden tiglich 1 5 0 bis 180 Portionen Suppe, jede yon L Mad's, zu 2 St fiber bergifch, ( 3 Kr.,) vertheilt. Urn 2 U h t kornmea in
d e n Papinianifchen T o p f forgfaltig gereinigte Knochen, die man in d e r Stadt fur die Armenmfialt
aufhebt; aus ihnen wird des Nachrnittags eioe
Kraftbriihe gekocht, welche man den folgenden
Morgen in die Rurnfor(Jifche Suppe thut. O h n e
diefe Anfialt hatten die Armenvorfteher , bei d e r
grofsen Theurung und beiiri Mange! an Verdienfi,
nicht mehr alle A r m e o r d e n t h h verpflegen konnen. Bei d e r Rechnung, die fie neulich offentlich
ablegten, fand man, dafs lie in 18 Monaten i iaa
Arme mit d e r Summe VOA 25~300Rthlrn.genfhrt,
gekleidet und verpflegt hatten. Von diefer Surnrne
waren 20362 Rthlr. durch wochentliche Beitrage
yon den Arrnenvorftehern gefammdt worden;
wahrlich fehr vie1 fik einen Ort, der n u r i i a o o
Einwohner hat.
Bei den grofsen Garnbledchcreim in Elberfeld ifi
d e r Verbrauch der Pottafcche fehr ftark. Die Lauge
wird vom Bleicher weggefchfittet, fo bald fie gebraucht ift, weiI das Feuerrnaterial zu kofibar ifi,
urn fie abzudampfen und die fo wjeder erlangtepott-
afche durch calciniren za reinigen. Sollte es k e i n
anderes Mittel geben, (lie Lauge von i!iren Unreinigk e i t e n zu befreien, hei dern man d e s AbdJrnpfens
iiberhoben iviire? N a b e n Sie d o c h die Gute und
fragen hiernach in lhren Annalen. *)
*) W9re es niclit gar zu mirslich, zu urtleilen, bevor
man fich durch cigne Verfuche mit allen Hindernirren bekannt gernacht h a t , welche bei ProzelTen
dieCer Art zu iiberwinden find, To durfte es nicht
hhu-ierig r e p , ein Colches Mittel in Vorfchlag zu
bring en.
d . H.
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