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Beitrag zur Naturgeschichte des Harmotoms.

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V.
Seilrng cur Nntu<qefcliichte des Hnrmotoms,
von
Protector Dr.
WERNEKIXCK
zu GieGen.
,
D e r Kreuzfiein welcher fich in verfchiedeneii BafaltlLIandelfieinen der hiefigel1 Gegend findet, fteht zwar
den bekanntern Abandernngen a n Auszeichnnng und
Griihe der KryRalle fellr weit nacll, u n d ifi alfo fiir
den Sanimler hijchfi unbedentend ; jedocli bot genauere Unterfiichung derelben manche Ibwohl cl~emil'clie
als kryftallogirche Merkwiirdigkeiten dar, a n d diefk
vcranlalste gegenwtrtige MittlieilunS.
Einige Stiicke Bahlt-Mandelfiein ails dem Yogels.
berge, die mir zogefchickt wurden, macliten mich m i erfi mit dem Kreuzfieine diefcr Bafdt-Bildungen bekannt. Ich fand darin mikrosltopifche vierteitig - p i s ni a ti Mle Kryfi&h en in i t vier fliicliiger Zufpitznn g
gegen die Icanten, welche ich fiir KreuzRein anfpracl-1,
Bald darauf fand ich iihnliche, aber etwas g d s e r e
Kryliallchen in ziendicher Menge in dem MnndelReinc
beim Dorfe Annerode iind ancli an1 S c f u e n b e r g e .
Beide Pliitze find 1 Stunda voii Giel'sen, und 8 Stnnde
von einander eiitfeiwt und gelloren ,211 einem Bal'altzuge welclier als eiii kuslaufer des Voplsberses anziifelien ifi,
Die Richti+kr.it meiner BefiirnnlnnS dielkr Miney.:i/;>yper \viirJo *lher uie1irfacli in Zweifcl s c z o p l .
,
,
c
‘72
1
M a n wollte eine Abweiclinng ilircs cliemifchen Verliaitens, von Jem des Harmototns darin gefunden haben, dal‘s ilinen iincfi Verl‘uchen der Baryt-Celialt viitlig abgelie, und glanbte, dem zu E’olSe ein neues nocli
nicht bekanntes FoffiI vor ficli en Iiabeii, DieGs verilulafste niicli die cfiem$cfie Untei;fuclumg des Nlinerds uiid zwar ziierfi des von khtnerode vorzunc~imen.
1.
Es ltiiiiinit bei AiinerQde d;zKelbe zwar liiitifilj geling $ o r , die Kryltiillchen find abcr Ib klcin, und 211deni lo Iiaafig mit W a d , EiTenoxyd - Hydrat. und ei-
,
Rolns-artisen KGrper iiberzogeii da!’s es auberordeiitlicli lcliwer halt, eine geliorige 3 l e n g c dc!lTelbca 7.11 Sewinnen, N u r Kryliiillclieri Ihriimeln ZLI WOIlei1 ail welclieii GcIi von Eil‘enox~:d Hj-drat u i ~ d
1’5.”’eit Iieinc S1)Lir ftinde, darauf muli man durcliails verzicliten.
A. Urn vor allen den WTafler-Cehalt zLi befiimni ell ward e u mehrere G1 iil I ~ u i g sVer f uch e an~efioll
t.
Bei ilinen verloren durcli f Ctiindises Gliilien 13,0156
Graii cles blos a n d e r L n f t getrockneteii Foffils 2,j4!1
Grail a n Gcwiclit ; welclieti Gewidit-VerluR, nls W-afTer nngeiiotnmen 18 voii hmidert bctragcii \yriir.de.
Alleiii nielirere VerIilclle maclitcn es niir \vnl.rrfclcheiiilicli d a b der $0 getrocknete Harniotom noch etwas
blos meclianif‘c’ch Sebundcnes WalTer enthalte der t;efundeiie WalTer-Gchalt alfo ZLI gp6 fey; iind zngleicli
iiberzeugte icli micli dafs I‘chon ein Cchr geringer
\5Tarnie-Crad lklbli das cliemifch gebundene Wafler
i v c i i i ; f i c ~ i ~ziiiii Tlieil vcrfliiclitiae.
IcIi ~ r o c l ~ i i c Cldici
~t.
i i i i i i crfi ciiie kurze Zcit laxig
iiem
,
-
-
,
,
,
,
,
[ 175
3
den Harmotoni zwifcheii zwei etwas er\vZrmten POTzellan - Sclialeii und gliihte ilm alsdann. Da& verminderte Gch bei drei Verf'uchetl
,
13,2314 ; 10,625 ;
auf 10.938
d. i. urn 17.3
9,6563 Gran Harnietom
; 8,809 ; 1.95
; 17,GS
; 17,r
Gran
pro Ceht
Dos arithmetifclie Mittel diefer drci Verfuche giebt
alro auf l o b 'I'heile 17,37 Tlieile WaNer.
-
Gliilinngs VerfLiclie mit Harmotoni, der etliche
M i n u t e n auf eiiier lcchwach erwiirmten Ofenplatte abgetrocknet worden war, ersaben fdsendes :
Harrnotom
12,047 ; 25
; 9J413 Gran
verminderten Acli auf 10,0313 ; 10,8125 ; 7,5944 Gran
d. i. uni
16.731 j 16~75 i 16,922 procent.
Das aritlimetifclie Mittcl giebt anf 100 GewtlieiIe
Icli Slaiibe der W a h r h e i t
16,801 Gwtlile 9WalTer.
niich am meifieii zu ndiern, wenn i c h yon beiden
Mitteln das aritlimetilchc Miltel, ~ l e i c l i17,0c~, als deli
wahrcn Wqreergehalt annehme.
-
U. Voii dem gegliifiten Aiiner6dei- I-1armoton.r
znrricb icli 58,5 Gran Zuni feinficn Pulver, u n d erliielt fie mit 160 Gr. entwallkrtem kohienfaaurem KaIi
welches dnrchaus frei von fchwefclfawem Ksli war7
a Stunde lang ihi Platin -TieSel in ~ c f n v a c t i e rRothgluhliitze. Die MaNe war ziemlicli vollhndig gefloflen zeigtc an der Oberfliiche Perlmiitterglanz uiid
fpielte etwas ins Bltiuliche. Sie wnrde mit WaITer und
Salzfitiire bellandelt, und 1612e fich darin anf mit HiiiierlaKnng einer Kiefel- Gallerte. Dnrcli Abrauclien
bis zur fiaubigen Trockiie iind W i e d e r Atifnehmeil
in WaCfer und etwav Sdzriiure, wurde die Ki$eZel.de
,
-
c
17.;
I
ale graiies Pulver ansgeCcliiedeii; fie woy iiacli deli1
G l i i l ~ c n57,4445 G r m .
Die FliilGskeit, von ~ e l c l i e rdia Kirlelprde
[,.'
,
getr.eniit worden w a r , w w d e ft'tark dilnirt i i n t i ( l n n n
mit eiiier Anfliifiing von Cchwefellanrem Nntron verlitzt. Nach aiiIiaItendeiii Umriiliren erfolgte eine
~c1lmaclie'I"riibul1g. W a s ficli ZLI Boden I'etzte a i i r d e
CeIamnlclt wid W O S nacli dem GliiIien 0,4165 Gr. Ferliere l'riifring dielcs Niederfcl~lageslclirte, d;J$ c r ails
fcll~ycfellhnrernEaryt bcfiand ; und folglicli entliielt e r
0,275 GI*. K ~ y t .
D. Nacli Abfcheidnns des Baryts wiirdc die et\vas fanre Fliil'ligkeit i n der Knlte, allrniilig nnter fit.tem Umriiliren, rnit kohlenfaureni Katroii bis zitiIC'cntralifation verfetzt. Der cntfiandene bedentrnde,
vijllig wcil'se Niederf'chlag, gab 15,0125 Gr. Segliiliter
TfionerdP, mid 0 , 2 Gr. rothes Er~enoxycl.
E. In der neutralen Fliiffiskeit von D hewirkte
fmierltleefaiires Kali eine Fiillnng voii f'auerkleefaurem
Kalk; getrocknet wog derlelbe 11,8 Gr., u n d daraus
Ivvurden durch Gliihen 4,7025 atzender Kctlh erhalten.
F. Die iiach Abfcheidung des Kallis iibrit; LleiLende Fluf'figkeit verletzte icli mit kohlenlhurem Natron und kochto fie damit. Dabei erfchienen in geringer Menge vveil'sliclie Flocken, die fich aber bald
braiui fxrbten, und gegliiht 0,218 Gran wogen. Mit
SalzCsure iibergoren lijften fie fich i n ilir Linter E n t wickulnng van Chlorin-D~mpfenbis auf etliche Flokken anf, welclie gegliiht 0,025 Gr. wogen, nnd ficlr
wie Tfionerdc verliielten; die Menge des Mnnganoxydees rnit etwae E i / k n o x v d in der Clzfanren AuflijTnnS t e t r i g t alfo 0,195 Gram
b
,
Die ziir Analyre angewandten 58,5 Gran find a&
zerleHt i r i :
Kiefelerde
Tlionerde
37,4443 Gran
1j,c123
(I")
0,ozj
Kalk
Baryt
497C05
0,2749
Eire ti ox y d
0,ICCG
M a n p n - tind Eifen-Oxyd 0,193
-
-
579852
Sonacli befiiinde der Harmotom von Annerode in
100
Tfieilen ails :
K ie fel er ile
53,07 Theilen
Thonerde
21,31
Kalk
667
Baryt
0939
Eifen- und Mangan-Oxyd 4 5 6
WaKer
17909
99P09
Diel'e Analyfe wurde mit 2 5 Gran wiederholt, rind
gab p n z iilinliclie Reftiltate, aufser d a b der BarytGelialt etwas weniges grdser, iind der Kalk-Gehalt
tim wenises geringer anshel; da aber bei der Arbeit
etwas vernngliickte, 10eignen fich die Reliiltate nicht
dazu rnit den IieCdtaten der erfien Unterfiicliung ziir
Aiisrni ttelung eines arithmetifchen Mittels beniitzt
zu werdeii,
Iclr liiclite mir niin anch von dem Schzpnberget
Hnrmotom eine geliGrige Menge zu verfchaffen, urn
das MiGIlungs - Verliiiltnirs deflelben ebenfalls zii bcfiiminen. Zwar karnriit diele AbZilderung mitiinter in
etwas gr6fsern Kryrtallen vor, aber aiicli in weit geTinserer Menge, To dds ich in allem nitr 13,266 Gr.
,
L
176 1
KryfiYlIclien zufiimnienbrachte. Diere 13,266 Gr.
w o p i iiacli halbfiiindigern Gliilien 110~1111,2543 Gr.,
welclier Gewiclits-Verlnfi als Walrer bereclinet 15,325,n
pro Cent anzeigen wiirde.
Von dem feinen Palver
&elks gegliihten Hatmotonis wurden 11,0155 Gran
d~ircliGliilieii mit der dreifachen Menge kohlenfaure11 Killis zerlegt, nnd als bei der Analyl'e derfelben
der vorige W e g wieder eingelchlngen wnrde lc'chieden Gch daraus ab:
-
,
Kiefekrde
Thonerde
Baryt
5,829 Gran
%5Ql
2,287
0,137
Kalk
Eifen- und Mangan-Oxyd 0,113
10,873
1qac]1 dicf'cn Refilltaten der Analyfe wfirde der Schiffexlberser Harniotom in 100 Theilen enthalten :
Kiefelerde
Thonerde
Baryt
Kalk
Eifen- und Mangan-Oxyd
Wsiref
44*79 Thle
19938
i7A9
1,os
O,S5
15~32
98,91
Diel'e Unterli~chnngenweifen alfo iii beiden Forfilien dielelben Beliandtheile nach, welche andere Cllemiker in dem Harmotome von Andreasberg iind Oberfiein atiffanden. Aidfallend u n d in pielfacher UezieI I L I ~merltwiirdig
S
ifi es allerdinp i n denilelbeii ItryfialliGrten 1Mineial derfelben Gegend auf lo grofse Abweichuiigren des Quantitativen der einzelnen Befiandtlieile zii liofsen ; indefs finden wir aucli fchon Abmeichungeii urn etlichc Procente bei Vcr$eicl~ung dcr be-
,
[1 177
1
kannten Analyfen des Andreasberger &l dee Oberfieiner Harmotoms. g i n Befiandtheil des Harmotoms,
der in keinen der bisher zerlegten Abiinderungen anfgefunden wurde, ifi der Kalk, welclier i n beiden von
mir analyfirten Abiinderungen Gch findet. In der Annerijder Abanderiing deren Baryt-Gehalt fo unbedeii.
tend ifi, da1's er bei nicht lorgfiiltiger Arbeit leicIlt
Cberlehen werden kann i R der Kalk-Gehalt tixn vieles bedeutender als in der Schiffenberger AbZndenIng7
welche dagegen einen vie1 bedeuteren Baryt Gel,a]t
hat. In der erfien Abtinderiing fcheint alfo der Ka]k
zLl:n Theil weiiigficns den felilenden Baryt zu erfetzen.
,
,
-
2.
Sclion friiher wurde bemerkt daL der Harmotonl
z u Annerode fich immer ganz deutlicli hyJnZliJ' irt findet, wenn aucli die Kryfiiillchen I'ehr klein find. I&
unterluchte mit Aufmerkfamkeit an den vielen einzelnen KryRallchen welche icIi fiir die Analyfe LmmeIt e , die KryRali-Form u n d fand nic einc andere, a19
&s Vb'Llig qundmtzche Prisma mit vierfliichiger Zufpitziing gegen die Kanten gefetzt. Die Scitenfliichen
des Prismas find fich i n aller Bezieliung volllrornme~~
gleicll, fie zeigen bei gleicher A n s d e h n ~ ukeinen
i~
Unterfc'chied des Glanzes, aiich bemerkt man nie eine
Spur von Reifling aiif ilinen.
DieIe Bemcrkung verdient vorziiglich beachtet zu
werden, da bekanntlicll die M e i n i i n p i d e r Mincraloget1 iiber die Kryltallilition des Harmotoms nocli getheilt find. H ~ U na
Yhm das Syfiein des qnadratilchen Octaeders a11j di&r Annalirne pflicliteten v i d e
,
Gilb. Annal.d,Phyfik. tl.7G. St. 2, J, 1824. St. 2.
M
r
178 1
Mineralogen bei, andere widerlprachen ihr. Insbel'on&re erklarto neuerlich M o h s die Kryfiallifation des
Harmotoms nach leiner Nomenklatur fiir prismiitifcll,
und lgiignet alCo die Idenditat der Flaclien des vierfeitigen Prismas, und der Kaiiten der vierflnchigen ZuIpitzung indem er I-Iauy's MeITunSen der letztcren
fiir unrichtig erklbrt.
D i e angefiihrten Beobachtungen IcIieinen der
fIauffclien Annalime das W o r t zn reden. Man findet einzelne lolclie Prismen von bedentender I.dnge,
hingesen zuweilen aucli andere KrylIalle, die ganz
das Anlehen eiiies Ranten Dodekaeders 11ahei1. Nie
nahni icli a n einem einfacheii Aniierijder K r j h l l e d i e
von Hauy rnit s bczeiclinete Flnclic wahr. L a n p
h c h t e ich mit vieler Aufmerkfamkeit nacli ZwillingsXry/tnllen beim Harniotom von Annerocte, ziim Tlieil
aucli urn dariii iiocli mit einen Eeleg fiir nleine niineralogifclie BcRimmuiig zu Laben, aber icIi liiclite vcrgebens. Erl) nachdem ich fchon die cheniil'clio UIIterliichung beendigt liatte, fand ich zuf8llig an eineni
Stiicke, welches viele Blafenriiume rnit einfaclien KryItallen von der oben belchriebenen Form entliielt, aucli
einen kleinen Raum der Art niit etlicheii wirliliclien
ZwillinSen ausgekleidet welclie jedoch von den bekannten ZwillinSen anderer F u n d a r t e r abweiclicn.
Seit d e r Zeit find tiefero Laasen diefes Caihlts clurcli
einen Ye141ch-Baiz aiif Braunkohlen mclir a u f g e r ~ l l l ~ f Ten i d dabei h b e n lich ZwillinSs -KryfialIe mehrnials gefiiiiden, jcdoch find fie imnier noch fehr fdt e n ; ein Mehreres dnriiber werde icli unten mittlieilen.
Auch der SchiJJknDerger Harniotom kommt lelten e r in vollkonirneri gebildeten Zwillingen vor, jedoch
-
,
,
f
179
I
vie1 htrufiger als der Anneriider, To dafs ich gleich beim
Auffinden diefer Abtinderung auch Ccchon ZwilIinge
bemerkte; Anlage zur Zwillings-Bildung findet man
dagegen bei ihrn oft genug.
Die einfnchen Kryfialle denelben find oft rechteckig-vierfeitige Prismen, welche an den Enden durch
zwei gegen die Ehmalern Seitenfltichen geretzten Flachen zugelcharft find (C Taf. 11 Fig. I ) ; auch zeigen
diere Kryrtalle, anrtatt der Kanten D , niitunter die
Flachen des quadratil'clien Octaeders i n verfcliiedenem
Grade der Ausbildnng. W e n n bei Andreasberger Harmotom einfache KryIIallc vorkommen ? To pflegen die
Seitenflaclien der SauIe am meifien erweitert zu Ceyn,
welche i n einer Zone liegen mit den Flachen s; h i e r
find immer dieIe Seitenflaclien der Saule die fchmalfien.
Vdlig qtiadratifche Prismen rnit vierflZcliiger Zulpitznng komnien aucli unter den Scl1iffenberger Kryfiallen v o r , u n d ltimmen dann ganz mit den KryRallen yon Annerode iiberein. Unter den Prismen mit
rein ansgebildeter vierfliicliiger Zufpitzung bemerkte
icli ancli eiirzelne mit zwei grarsern SeitenflZchen.
Die Form andcrer vorkornmenden einfachen Kryfialle verfinnlichet Fig. 2. Die Prismen, woran fich
eine dornartige Ausbildung ilirer Enden findet find
nie ganz quadratifch? meifiens etwas weniges rectangular, um b mehr, je melir die Fltichen B Gch entwickeln.
I m Allgemeinen mnis ich noch bemerken dars
die Fiachen s da, wo fie befiirnmter ausSeLiidet vorkommen, nie unter gleicliem W i n k e l rnit der Axenkante des quadratifclien Octaeders Segeii die Axe geneigt zu feyn fcheinen londern irmier unter einem
,
,
,
M a
[
180
1
rpitzern, fo d a k die Flachen des quadratifchen Octaeders, \vexin lie i n Combination mit den F l ~ c h e ns vor-
,
kommen niclit hngliche Ranten, Iondern Trapeze
bilden j in den beigefiigten Zeichniinsen wnrde indeG
fen daranf keine Riickficht genomrnen. Bei den Andreasberger Kryfiallen haben die FlHchen s mit den
Kanten gleicl:~N e i g i n g gesen die Axe; die Kleinheit
der Schiffenberger Kryfilalle lieL keine genaue Unterf~ic1:nng zii, ob die oben angegebe~ieAbweichung der
Neigung der Fliiclie s wirltlicli coiifiant ifi, n n d ob
m i t h i n diefc Fliiche wirklicli von der yon H ~ LangeI ~
p b c n e n Flgclie verlchieden ifi, oder niclit. Uebrigens
glaube i c h tihnliche Abweichnngen der Neigung auch
bei Schottifclien Harmotom - Kryfiallen gefunden zu
h & e n , Venn anders fie nicht blos i n einer nnvollkommnen Ausbildung der FlVcllen begriindet maren.
Die a n den E n d e n zugefchiirften Harmotom-Kryfialle
vom Schiffenberge Grid oft grslser, als die iihrigcix
Kryfialle.
D i e ausgczeichneteren Zwillings Kryftallifationen
vom Scliiffenberge iind von Annerode lalfen dic Zwillingsbildung blol's deiitlicli erkennen menii m a n fie
von oben h e r i n der Richtnng der Axe betraclitct. Eill
meifiens v d l i g quadratiCclies Prisma zeigt an Ieinen
Enden ein Krciiz gebildet durcli dos reclitwinlrliclie
Durchfchneiden zweier Kanten. Vom Dnrclilc'cllnittspunkte aus erfirecken Gcli vier einfIxingende ICaiiten
ZLI den vier Seitenlranten des Prismas. Vorziiglicl: interelfant mird diefe Zwillings-Bilduns in ihrem wiewohl feltenen Vorkommen tinter den AnnerGder Kryfiallil'ationen ; auch zeigt lie licIi lo r e i n , oline aIle
Andeutung der Fliiclien des quadratikhen Oetaeders
-
,
I
181
1
n u r bei dieten. An keiner einfacheii Kryliallifation
yon Annerode fanden Gchi bisher die Flrchen 8 , in
diefer Zwillings -Bildung fcheinen aber zwei KryfiallIndividuen denen die Fliichen der Fig. 1 znkommen,
i n reclitwinkliclier Dnrchwachfiing. Der Mangel an
bymmetrie, den die einfaclien i n diefer Dnrchwachrung adtrctenden Formen zeisen, fchwindet in der
Zwillings-Bildnng felbft vBllig ; lie erfcheint durchaus
lymmetrifcli gebildet. Durchans fymmetrXche Bildung
zeichnet die einfzchen Krylialle von Annerode a m ,
wie wir friiher Talien, nnd ebeii deswesen find auch
Zwillinge 6 Cclten ; wo aber Tendcnz zii nnfymmetrifclier Bildung Iicli hier liervorhob da wiirde fie gleich
durch Zwillings -Bildung wieder ansgeglicIien. Da
meifiens kein Streben z u r B i l d i i n ~rectonguliirer Prisnien eintrat, To kijnnen natiirlicli anch an den Kanten
des Prisma keine Spuren yon einrpringenden W i n keln vorkommen. Selbfi da, wo bei Anneroder Zwillingen dierer Art fich das recfangnliire Prisma bildet,
beriierkt man a n den Kanten deflelben die einfprineenden *Winkel niclit; es hat dann alfo eine Verlchiedenlieit der Dimenlionen der beiden durchwachfenen Kryfialle Statt.
Hr. We iCs hat eine Zwillings-KIy~alliCation yon
Pentagonal Dodecaedern des Schwefelkie~esbekaniit
gemacht w o die Kanten zweier Pentagonal -Dodecaeder i n rechtwinkliger Dnrchwacldung erfclieinen ; die
vorliegende Zwillings-Bildnng zeigt i n ihrer Art gemils viele Andogie mit diefer des SchwefelkieTes. An
diefen Schwefelkies Zwiilingen zeigen Gch dle Fkchen einer einfachen aber fymmetrifclien Form vereint, deren Hiilfte, das Pentagonal-Dodecaeder, in Be-
,
,
-
-
f
182
3
ziehung ziirn regukiren Syfiem nicht ganz rymmetrifch gebildet iR. In den Zwillingen des Harmotoms
finden wir alle Flgchen einer Form, die fich als i l i a dratifches Prisma an den Enden vierlliicliig zugerpitzt,
die Zt+itzL1ngs - Flachen gegen die Fliichen des Prismas gefetzt, befchreiben ld'st ; die einfaclien Formen,
aus welclien fich l'olcli ein Harmotom-Zwilling zufarnmenfetzen liefs k6nnen ebenfnlls wenn anch niclit
fo rein, gewiCTermafsen als Hiilfteii der eben bemerlcten Form gelten.
D i e Schiffcnberger Zwillinge, die den eben befchriebenen von Annerode am naclifien kommen, zeigen bei den iibrigen FlBclien inimer a i d die Flachen
des qnadratifchen Octaeders i n geringerer oder griifserer Aiisdehnung. J e wenigcr die Octaeder Fkclien
ansgebildet End, defio dcutlicher ifi die ZwillingsBildung, je rnehr ern genannte Flrchen fich entwikkeln, defio weniger auffallend findet man die Zwillings -13ildung. Fig. 4 und 5 verfinnliclien diel's. Es
kommen KryRalle vor, an welchen die Tendenz zur
Zwillings BiIdung lich blos nocli als eine fchwnche
Einkerbiing der EndCpitzen des vierfeitig-prismatircllen Kryfialls zeigt, mir felien d f o hier in einer Reih e Yon KryRallen auffallende Zwillings Bildung blos
durcli allmiiliges Ueberhandnehmen einzelner Fkichen
in Bildung einfacher KryRalle iibergehen. W t i h r e n d
auf der einen Seite das Rarke Streben zii iinfymmetrifclier Bildmig i n vorfiehender Zwillings Rildung offenhar wird, felien wir auf der andern Seite, fobald
diel'ea Streben zuriicktritt, die Rel'ultate der bei der
Kryfiallifation i n der MaKe wirkenden Krrifte als einfache Formen anftreten.
,
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-
-
,
-
-
? 183 1
.Nur an zwei Zwillingen
V O Aiinerode
~
,
bemerkte
die Privmen
icli bisher Spnren der Octaeder-Flachen
derfelben waren rectanguliir.
Feriier finden fich am Schiffenber~enicht Ielfen
Kryfialle, wie fie Fig. 6 zeigt; man kSnnte diefe aus
Fis. 2 u n d Fig. 5 zufammenfetzen. 111 den Tlieilen
cler ZufpitzunScn des Kiyfialles welclie den SeitenflSchcn des Prisrnas n$lier liegen offenbart lich eiri
Streben z u unfymmetrifclicrer Bildung als Fl~clies,
wolei aucli gleicli das l’risrna lklbfi rectangultir wird;
a n deli Spitzen des Iiryfialls liat ficli aber, beini Strcben ZLZ unfyrnmetrifclier Bildnng docli die Syinrnetrie
wieder hergeficllt diefe find ZwillinSe.
Bei grtifsereni Streben zii unrymmetrifcher Bildung erh:itt diefe Kryfiallitation die Fig. 7 verzeiclinete Gefinlt. Ein Krylinll, \vie Fis. 1 , d e r ziiweilcn
jedoch an den Kanten D aiich iiocli Tlieile Jer Fliiclien des Octaeders trsgt, lafst neben leir2on Endkanten Tlieile eines tilinlichen, a l e r viel Ichmalern Kryltalls fehn. Kryfialle, die diefen i n der Form lich ntliern, f a d icli a n c h einzeln m i Rnnerode; die Endkrinteii des kleineren ICryftalIs treffen aber niclit mit
‘Jen Endkantcll des grafseren zufanimen fondern
durclifch1leiden nieiltens die Flaclie s in ilirer Mitte j
auch find die anfgeretzten tetraetrifchen Theilchen
wie bei den Schiffenbcrger
immer viel Srijfser
Krylialleii.
Umsekehrt gleicht lich das Streben zu unfynimetriicller Bildung blos an den AnfZngen der ZulIJitzungen atis. Nur unter den ScIiiffenber~erh p f i a l l e n f a d
ich etliche mit dieler Bildung. Die 1’1lchen 8 halten
in der Ausbilduiig nieifieiis deli Octoedcr-FlacLel1 das
,
,
,
184 1
Gleichgewicht; am En& der Flache 8 fieht man eicine Flun e n kleinen totraedrifchen VorrprunS)
clie eiii Theil der Seitenflsche des Prismas ict, a n diefen Vorfpriingen pflesen Iicli ancli nocli Spuren der
Octaeder Flzchen ZLI finden j diefe Kryfialliration erliiutert Fig. 8.
-
Vergleicht nian die befchriebenen Kryfiallforrnen
der beiden Harmotom-Absnderunsen mit einander ) Co
ergiebt fich als Kefultat, dafs mit dern Auftreten der
unrcgelmiifsigeren Bildiingen beim Schiffenberger
Harmotorn, auch griikere Mannigfaltigkeit yon Formen verlcniipft ifi ) wallrend der AnnerSder Harniotom blos i n einer einzigen oiiifaclien Gefialt erfcheint,
nnd auch keine weitere Mannii;faltiglteit i n lkinen
Zwillings-Bildungen darbietet.
Die bisher befchriebenen Zwillungs -Abanderungen liirnrnen ihrem W e l e n riacli mit den Cchon immer am Harmotorn gekannten iiberein ; icli komme
jetzt nocli zur Betraclitung einer regelrnafsigen &uppirung von Harmotorn-Kryfiallen, die Iich jedocli blos
zu Annerode findet. Es kann aber diere Bildung freilicIi in dern Sinne, \vie bisher yon Zwillingen die Rede war, nicht als Iolche gelten, fie erinnert a n die bekannten der Staurolith - u n d Graubraunfiein-KryTtalle.
Zwei quadratifche an den Enden vierflgchig zugefpitzta Prismen yon bedentenderer L h g e find in genail rechtwinklicher Durchwachfung, und ewar lo,
dafs Gch beide in i1ire11Kanten rchneiden (fiehe Fig. 9).
IndeCs nur zuweilen fielit man diefe Bildung ganz,
lisnfiger ili Ansbildung der einen Halfte durch das
Aufwachlen verhindert, w i d d a m fiellen die Kryfialle
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gleichfam die beiden Schenkel eines Winkelm&es
vor, das mit dem Scheitel fell auffitzt.
DieG Grnppe giebt Auffchlnfs iiber eine andere
mit ilir vorkommende, die die Fig. 10 darfiellt. Drei
Kryfialle von oben befchriebener Form find i n derfelben rechtwinklichen Dnrchwachfiing, Ge befinden fich
in clerfelben gegenreitigen Stellung, wie die drei Axen
des regulgren Rauten -Dodecaeders. Die einzelnen
Kryfialle find znwoilen n u r fehr knrz, und pflegen
dann immer den grijbten Durchmellkr ZLI haben;
iiberhanpt gehiirten die bedeutendfien KryRalle die
i c h bishcr zu Annerode fand, welche freilich nie die
Dicke von
erreicliten, meifiens ZLI folch eiiier
inelir odcr minder dentlich ansgebildeten Durchwachfimg. Das Aufgewachrenfcyn hindert anch hier hmfig, in griifserm oder geringerm Grade, die Ausbildung des einen Endes eines oder zweier, auch wohl
aller dreier Prismen ; ich bemerkte aber Grnppen, die
blos mit einer Kryfiall - Spitze aufgewachfen waren,
und daher feehr dentlich ihre ganze Bildung erkennen
lieken. Icli fall auch zwei folche Gruppen lo an einander gelegt, dafs alle einzelnen KryRalle der einen
Gruppe Gcli der Lange riach a n die der andern anIchloITen. Beim erfien Anblick kiinnte man glauben,
h i c r fechs Kryfialle mit den Fltichen ihrer Spitzen an
einander gewaclifen zu fehen, allein das Irrige dierer
Meinung zeigt fchon die vorige Bildung. Zudem
miifsten die Flacheii der Endfpitzen des Prismas fich
gegen die Seitenkaiiten deITelben unter einem W i n k e l
yon i5!j0 neigen, oder mit andern W o r t e n , die
Grundkaiiteii des beim Harmotom angenommenen
,
quadratibhen Octaeders miifsten goo menen, wenn eine derartige Eildung diebr Grnppe rnit den G e l h e n
der Kryliall-Bildiing in Einklang liehen lollte.
5.
Die oben angegebenen Refliltate der Analyre des
Anneroder u n d Schiffdnberger Harmotoms thiin dar,
dab die anffillende Verfcliiedenheit der Kryfiall Formen beider Abiinderungen niit grofser Abweichung
ihres cliemifclien Gelialts verblinden erfcheint. Die
Anneroder Abiinderung gab in 100 Theilen nicht
Theil Baryt, wiilirend i n der Schiffenberg,er 1 7 Theile
Baryt in l o o Thcilcn anfgefunden wrrrdea. Diirfte
man hier wohl einen ntiliern Ziifamxnenhang der d i e mifchen Abweicliung rnit der i n den Kryfiidl-Formen
vermuthen ? Sind vielleicht das Erlcheinen der unregelmrfsigeren Kryfiall- Formen u n d das bedeutendcr e Hervortreten des Baryt-Gehaltes zu einander i n iniiigerer Bezielmng Behende I3rfclieinungen? Beantworten liefsen Gch diefe Frageii mit BeBimmtheit nur
d a n n , wenn man eine geh6rige Menge der dodecaedrilchen Abiinderiing mit qmdratifchen Siiulen vonl
Scliiffenberge, iind der Zwillinge yon Annerode ziir
chemifchen Anmlyfe erlialten kannte wozii frcilich
yor der Hand noch keine AusEcht da ili.
-I
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