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Beitrge zur Chemie des Verkokungsprozesses ber die Beobachtung und Darstellung hochschmelziger Bitumina und deren Anwendbarkeit zur Erzielung von Httenkoks aus nichtbackenden Kohlen.

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264
Lierg : Beitrage zur Chemie des Verkokungsprozesses usw.
J. E p h r a i m , Berlin: ,.Der Begriff des neuen Sfoffes
nach deufschem Pafenfrecht".
A. R o s e n t ha 1, Ham burg : ,,Warnungen vor Pafenfverlefzung".
11 Uhr : G. D a n z i g e r , Berlin : ,,Die Rechfssprechung zum
P afenf verlangerungsgesefz".
Aufierdem am Donnerstag, den 8. Juni, 4 Uhr nachm., auf
Einladung der Fachgruppe fiir analytische Chemie V o r t r a g e
B o t t g e r , v. H a h n (vgl. Ia).
F r e i t a g , 2.15 Uhr: Merckfilm (s. allg. Tagesordnung).
Fachgruppe fur die Kaliindustrie.
Freitag, den 9. Juni, 2.15 Uhr nachm., im HBrsaal F der
Universitat.
1. Geschaftsbericht.
2. Neuwahl des Vorstandes.
Au5erdem: F r e i t a g 2.15 Uhr: Merckfilm (s. allg.Tagesordn.),
und auf Einladung der Fachgruppe fiir analytische Chemie V ort r a g e B i i t t g e r , v. H a h n (vgl. Ia).
Fachgruppe fur rnedizinisch-pharmazeutische Chemie.
F r e i t a g , den 9. Juni, 2.15 Uhr nachm., im Horsaal E d&
Universitat.
Vortrage:
G. W e s e n b e r g , Elberfeld: ,,Uber serologische Carcinom-
diagnose".
L. L a u t e n s c h l a g e r , Hochst a. M.: ,,Die physiologische
Wirkung verschiedener .Phenole am Wurm".
J. Me finer, Darmstadt: ,,Uber die fherapeufischednwendung der Kieselsaure und ihrer Salze".
Geschaftliches.
Auijerdem am Donnerstag, den 8. Juni, 4 Uhr nachm., auf
Einladung der Fachgruppe fur Garungschemie V o r t r n g F r e u n d l i c h (vgl. Ic), Merckfilm (s. allg. Tagesordnung).
Fachgruppe fiir organische Chemie.
F r e i t a g , d. 9.Juni, 9Uhr vorm., im Horsaal C der Universitat.
R. S c h o 11, Dresden : ,.Innerkomplexe Verbindungen mif
dreiwerfigem Kohlensfoff::.
M e e r w e i n , Bonn: ,,Uber Gleichgewichfsisomerie
zwischen Bromylchlorid, Zsobornylchlorid und Camphenchlorhydraf".
R. A n s c h i i t z , Bonn: ,,uber 0-dcylsalicylsaureamide und
ihre Urnwandlung in N-dcylsalicylsaureamide oder
AcylsalicoyIimide".
0. D i e l s , K i d : ,,Uber das Verhalfen der Oxime a, P-ungesaffigfer 1,2-Dikefone gegen salpefrige Saure".
H.
11 Uhr: G e s c h a f t l i c h e s .
H. F r a n z e n , Karlsruhe: ,,Uber Crassulaceenapfelsaure".
F. F e i s t , Kiel: ,,Dibrommefhylal".
Beitrage zurChemie desverkokungsprozesses:
Uber die Beobachtung und Darstellung hochschrnelziger Bitumina und deren Anwendbarkeit zur Erzielung von Hiittenkoks aus nichtbackenden Kohlen.
Von Dr.-Tng. FRIEDRICH
LIERG.
(Eingeg. 24./10. 1921.)
Versuche, die in der Absicht unternommen wurdeu, aus nichtbackenden Steinkohlen durch Zusatz von Steinkohlenpech bessere Verkokungsergebnisse zu erzielen, fiihrten zu den nachfolgenden Beobachtungen und Feststellungen, die fur die Chemie des Verkokungsprozesses neues, interessantes Aufklarungsmaterial ergeben und insbesondere geeignet erscheinen, die Richtigkeit der Schmelzbarkeitstheorie der Steinkohle zu erweisen.
Da Steinkohlenpech, fur sich verkokt, einen harten geflossenen
Koks gibt, so ist es naheliegend und auch vielfach versucht worden,
es minderwertiger Kohle zur Verbesserung ihrer Kokbarkeit zuzusetzen. Sinlerkohle beniitigt davon, i n feiner Form zugesetzt, etwa
20-30°/0, um einen gut geflossenen Koks zu erzielen. Nun war festgestellt worden, dafi diese giinstige Wirkung fiir das Backen von
Steinkohle ganz besonders gesteigert werden kann, wenn das Pech
in g e lt i i st e r F o r m zur Anwendung kpm. Wurde Steinkohlenpech
mittels leichtfliissiger Teerole oder ahnlicher Produkte, die an und
f u r sich keinerlei Einflui3 auf die Verkokung auszuiiben vermogen,
weil sie bereits vor Eintritt dieser aus dem Kokungsgut herausdestilliert sind, i n LBsung von geeigneter Viskositat gebracht, so ge-
[
Zeitsohrift fnr
angewandte Chemie
2.15Uhr: E. S p e y e r , Frankfurt: ,,Sfudienin deroxykodein-
reihe".
H. S c h e i b l e r , Berlin: ,,Uber die Verwendung ferfiarer
Afhinylcarbinole z u Synfhesen".
4 Uhr: H. S c h e i b l e r , Berlin: JurKennfnis des Reakfionsverlaufes der dcefessigesfer-Synfhese".
K. €3 r a n d , GieBen : ,,Thiophenolafher der Triphenylmethanreihe und die farbverfiefende Wirkung der
Methylrnercapfogruppe".
J . v. B r a u n , FIan kf urt a. M. : ,,Neue Beobachfungen uber
Hydrierungen mif Nickel und Wassersfof f , insbesondere bei Anilin-, Chinolin- und Carbazolderivafen".
K. G. J o n a s , Breslau: ,,Zur Kennfnis der Abiefinsauren."
Aufierdem am Donnerstae. den 8. Juni. 4 Uhr nachm.. auf
Einladung der Fachgruppe fiirGarungschemie V o r t r a g F r e u n d l i c h (vgl. Ic).
Freitag 2.15 Ubr: Merckfilm (s. allg. Tagesordn.).
Fachgruppe fur Phofochemie und Photographie.
F r e i t a g , den 9. Juni, 2.15 Uhr nachm. im HBrsaal L der
Universitiit.
Vo r t r a g e: E. L e h m a n n, Charlottenburg: ,,UberSilber- und
Halogenbes fimmung in pho fopraphischen Praparaten".
K. K i e s e r , Beuel: ,,Uber die Silberbesfimrnung in photo-
graphischen Papieren, Platfen und Filmen und uber
die Bedeufung des Silbergehalfs fur die phofographische Qualifaf''.
E. G o l d berg,Dresden: ,,ZumAufbaudesphofographischen
Bildes". (Nahere Bezeichnung des Themas vorbehalten.)
4 Uhr nachm.: G e s c h a f t l i c h e s .
Au5erdem am D o n n e r s t a g , den 8. Juni, 4 Uhr nachm., auf
Einladung der Fachgruppe f. Garungschemie V o r t r a g : F r e u n d l i c h (vgl. Ic).
F r e i t a g , 2.15 nachm.: Merckfilm (s. allg. Tagesordn.).
Verein deutscher Chemikerinnen.
F r e i t a g , d.9. Juni,2.15 nachm., imHorsaal D der Universitat:
Erstattung des Geschaftsberichtes : Entlastung der Kassenfiihrerin; Beschluij der Satzungsauderung (s. Angew. Chem. 35,72
[1922]) ; Neuwahl der stellvertretenden Vorsitzenden und der
stellvertretenden Schriftffihrerin (Frau Dr. P1 o h n und Frl.
Dr. I, a s c h scheiden mit Ablauf dieses Jahres satzungsgemliij
aus dem Vorstande aus. Ihre Wiederwahl ist zulassig und wird
empfohlen); Verschiedenes.
Au5erdem F r e i t a g , 2.15 nachm.: Merckfilm (s. allg. Tagesordn.).
Gascherniker.
Sitzungen am D o n n e r s t a g , den 8. Juni, 4 Uhr nachm.,
im kleinen Horsaal des chem. Laboratoriums und
F r e i t a g , den 9. Juni, 2.15 Uhr nachm., im IIorsaal G der
Universitiit.
niigten dann bereits 7-90i0 dieser Pechprodukte, um dieselbe Kohl
unter sonst gleichbleibenden Verkokungsbedingungen in einen gut
Feflossenen Koks iiberzufiihren. - Diese gesteigerte Wirkung ist nicht
ausschliefilich an der besonders tikonomischen Verwendungsart des
Peches in geliister Form gelegen, durch welche die gleichmaigste und
sparsamste Verteilung auf der Oberflache des Kohlenkleins erreicht
wird, da sich ein bedeutender Unterschied in der Wirkung je nach
der Beschaffenheit dieser Liisung und der Wahl des LBsungsmittels
zeigt. - Vielmehr diirfte ein mechanischer Effekt dabei einen besonderen Einfluij ausuben, augenscheinlich in der Weise, dafi die Pechliisung eine Verlrittung und eine gr65tmoglichste Annaherung der
Kohleteilchen bewirkt, die dann bei der einsetzeuden Verkokung durch
die Eindickung des Teers zum Pech noch inniger wird, wodurch auch
die letzten Zwischenriiume leicht rnit einer so geringen Menge des zugesetzten I'eches ausgefullt und bei desseu Verkokunguberbriicktwerden.
Da sich auf die geschilderte Weise auch mit verhaltnismaBig
geringen Pechzusatzen so kraftige Wirkungen erzielen lieBen, erschien
deren Anwendung zur besseren Verkokung schlecht backender Kohle
eventuell auch fiir den Betrieb wirtschaftlich moglich und aussichtsreich. Diesbezugliche Versuche mit sinternder Cannelkohle im Koksofen, der hierfur von der Direktion der A l p i n e n M o n t a n g e s e l l s c h a f t in liebenswtirdiger Weise zur Verfiigung gestellt wurde, zeigten
in zwei vergleichenden Kasteneinsatzen zu etwa 2 kg Beschickung mit
und ohne diesen Pechzusatz zweifellos und unverkennbar den giinstigen Einfluij des in geliister Form zugesetzten Peches. Bei ganzer
Ofenbeschickung mit der gleichen Beimischung von Pechzusatz war
indessen eine derart gunstige Einwirkung auf das Backen der Sinterkohle nicht mehr festzustellen.
Dieses Ausblei ben der Zusatzwirkung beim Grofiversuch konnte
keinesfalls eine Folge der Temperatur an sich sein - die schliefilich
Lierg: Beitrlge zur Chemie des Verltokungsprozesses usw.
35. Jahrgang 1922)
-_
-.
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~
erreichten Endtemperaturen waren beim Grodversuch wie beim Vorversuch praktisch die gleichrn - als vielmehr eine Wirkung der
Funktion: Temperatur-Geschwindigkeit, da der Einsatzversuch nur zwei
Stunden gegeniiber 36 Stunden Garungsdauer fiir den GroBversuch
benotigte. Es muSte demnach geschlossen werden, daB ftir langsam
ansteigende Kokungstemperaturen das verwendete Pech noch zu niedersehmelzig war, und bereits vor Erreichung der eigentlichen Kokungstemperatur ausbrannte. Bestand diese oberlegung zu Recht, so mubte
die Backwirkung des Pechzusatzes mit dessen steigender Schwerschmelzigkeit entsprechend wieder in Erscheinung treten, und zwar
dann a m wirksamsten, wenn der Schmelzpunkt des Peehes mtiglichst
nahe der Kokungstemperatur der Steinkohle, also etwa bei 400' lag.
Um zur Bestatigung und ErhMung dieser Annahme das unterschiedliche Verhalten so schwerschmeliiger Pechprodukte gegeniiber
den normal leicht schmelzenden beim Koken zu iiberpriifen, mufiten
vorerst einmal bituminfise Kfirper derartiger Hochschmelzigkeit gefunden oder hergestellt werden. Am ehesten schienen den gestellten
Bedingungen noch die bituminlisen Extraktivstoffe zu entsprechen, wie
sie B e d s o n und andere aus der Steinkohle durch Auskochen mit
F'yridin gewonnen haben; mu5ten diese Klirper doch schon gemlB
ihrer Herkunft jedenfalls alle jene Eigenschaften besitzen, die ein
bituminliser Ktirper als Zusatz zur Enielung besserer Backwirkung
besitzen mub, und schienen diese Kiirper doch auch sonst geeignet,
einen genaueren Einblick in das Wesen des Backens der Kohle zu
ermtiglichen.
Zur Gewinnung solcher ExtraMivstoffe wurde Karwiner Kokskohle
vom Habsburgschacht in feinst grpulvertem Zustande mit Pyridin
mtiglichst heiB ausgelaugt. Dies lief3 sich sehr leicht mittels einer
Soxhletpatrone erreichen, in die die Kohle sowie ein Tonstibchen zur
Verhiitung etwaiger Siadeverziige gegeben wurde. Die Patrone entsprechender GrtiiBe ruhte in einem weithalsigen Glaskolben, von etwa
250 ccm Inhalt, auf einem Glasdreieck mit FiiBen etwa 2 cm iiber dem
Flttssigkeitsspiegel des siedenden Pyridins, und wurde gleichzeitig
durch den Hals des Kolbens gehalten, so daB die kondensierfen Pyridindampfe zwangslaufig vom Rticklaufktihler in die Patrone Ilberflossen. Nach einigen Stunden war die Kohle vollstandig ausgelaugt.
Die dunkelrotbraune Pyridinltisung ergab, mit Wasser gefallt, einen
schwarzbraunen Niederschlag, der auf Ton zu einem feinen, braunen
Pulver trocknete und 20,9OlO der angewendeten Kohle ausmachte. Ein
kleines zusammenhangendes StUck dieser Extraktivstoffe in einem Reagenzrohr mit Kohlendioxyd-Fiillung erhitzt, zeigte keinerlei Schmelzung,
sondern zereetzte sich nach langerem starken Erhitz8n unter betrachtlicher Gas- und Teerentwicklung, und hinterlief3 einen geblahten Riickstand. Das Bild der Verkokung dieses Extraktivstoffes glich also ganz
dem der Verkokung der urspriinglichen Kohle, nur ergab eine vergleichsweise nebeneinander durchgefiihrte Verkokung - einerseits des
Extraktivstoffes, anderseits der Kokskohle -, da€i der Extraktivstoff
bereits frtiher zu verkoken begann und auch zu einem starker gebliihten Yrodukt ftihrte. Der Tiegelkoks des Extraktivstoffes war bei
weitem nicht so kompakt wie der der gleichen Menge Kokskohle,
sondern leicht und schaumig, was wohl auf seinen geringen Koksrtickstand von 4Oo/, zurtickzuftihren ist. Der bei der Extraktion der
Kohle zurtickgebliebene, in Pyridin nicbt Itisbare Anteil wurde ebenfalls der Verkokung im Tiegel unterworfen, und zeigte, nach der bei
der Verkokung auftretenden Kokungsflamme zu urteilen, eine unvermindert starke Gasentwicklung, hatte hingegen die Backfahigkeit durch
die Entfernung der in Pyridin llislichen Anteile vlillig verloren. Der
Koksriickstand war unrrebliiht und IieB sich Dulverformie aus dem
Tiegel schiitten.
Von besonderer Wichtiekeit aber war folgende Feststellune:
Setzte man den Extrakavstoff in der enbigenen Menge derextrahierten Kohle wieder zu, und verkokte man nach sorgfiiltigster Durchmischung die Kohle nunmehr wieder in ihrer urspriinglichen Zusammensetzung - nicht aber Struktur - so gewann die Kohle hierdurch
ihre Backfahigkeit durchaus nicht wieder; der Riickstand blieb unverandert pulverftirmig. Wurde aber dem extrahierten Kohlenriiekstand
sein entzogener ExtraktivstoFf, mit ein wenig Liisungsmittel t e e r a r t i g g e l l i s t , beigemischt, so resultierte ein harter, glanzender Kokskuchen, der aber keinerlei Blahung zeigte.
Diese Erscheinung erkllrt sich leicht durch die schon frIlher mitgeteilte Beobachtung der stark gesteigerten Bindeflhigkeit des Perhes
oder anderer Bitumina in geltistem Zustande. Der Extraktivstoff in
seinem urspriinglichen Anteil der extrahierten Kohle wieder zugesetzt,
ist aus splter ersichtlichen Grunden nicht mehr flgig, die alte ursprlingliche Backflhigkeit wieder hervorzurufen; er blaht und kokt in
der mechanischen Mischung ftir sich a l l e i n und verrnag daher nur
eine verkittende Wirkung auszuiiben. Um jedoch aiif diese Weise bei
einem Zusatz von ZOO/, entsprechend der urspriinglichen Zusammensetzung der Kokskohle eine Bindung bewirken zu kdnnen, ist die
Bindekraft des Extraktivstoffes zufolge seines schaumigen, nur 40°!,
betragenden Koksrlickstandes zu schwach. Erst durch die in gellistem
Zustande gesteigerte Bindekriift vermag diese Zusatzmenge einen harten
und geschlossenen Koks zu erzielen, der aber als eine reine Verkittung
keinerlei Blaherscheinung zeigt.
Dieser Extraktivstoff, der ersichtlich von ausschlaggebendem Einflu13 auf das Backen der Kohle ist, schien demnach die Kichtigkeit der
Annahme zu bestatigen, dad infolge einer entsprechenden Hochschmelzigkeit des zugesetzten Bitumens seine backende Wirkung auch
bei langsamer Garung nicht verloren geht, da, wie sich zeigte, der
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Extraktivstoff iiberhaupt nicht sehmolz, sondern erst bei einer Tempe*atur von etwa 400° sich analog der Kokskohle bllhte.
Es wurde daher weiterhin versucht, lhnliche hitzebesundige und
;chwer schmelzende bitumintise Klirper eventuell aus dem Steinkohlenpech herzustellen, das als Ruckstand einer hochgetriebenen Destilla tion
m d als Gemenge zahlreicher hochmolekularer Verbindungen die Anwesenheit solcher besonders hochschmelzender Klirper vermuten IiiiOt.
Zu solchen K6rpern durch weiter gefilhrte Destillation zu gelangen,
muBte von vornherein wenig aussichtsreich erscheinen, da Hartpech
mit einem Erweichungspunkt von 85O bereits bei Temperaturen von
&OOo, also an der Grenze dbF Zersetzung, gewonnen wird.
Der Versuch, auf nassern Wege durch fraktionierte Fallung oder pariielles Ltiseverfahren zu diesen gesuchten Ktirpern zu gelangen, schien
viel aussichtsreicher. Es wurde darum Hartpech in viel Beozol geltist,
ier als feiner Niederschlag hinterbleibende Rllckstand in SchwerSenzolen gekocht und mit Benzol nachgewaschen. Auf dem Tonteller
;etrocknet, hinterblieb ein staubfeines, braunes Pulver, das, unter Luftabschtufi erhitzt. nicht mehr wie gewtihnliches Steinkohlqnteerpech
dtinnfltissig wurde und auseinander lief. Erst nach langerem Erhitzen zog
3ich dieser aus dem Pech gewonnene Klirper, ohne die GefhBwaod zu
netzen, zu eioer Kugel zusarnmen, die sich dann bei beginnender Zersetzung zufolge der Zapfliissigkeit und groBen Oberfllchenspannung wie
;ine Seifenblase zu einer groBen Kugel ausdehnte, also die Erscheinung des Bliihens in der typischen Form zeiEte. Das gewiinschte Ziel,
eine mtiglichst schwerschmelzende Fraktion des Peches zu isolieren,
war somit erreicht. Urn den Schmelzpunkt dieser FraMion wenigstens
whatzungsweise festzustellen, und aul3erdem auch die einzelnen Stufen
les Schmelz- und Kokungsprozesses kleinster Proben wahrend des
pnzen Verlaufes ihrer Erhitzung beobachten zu klinnen, wurde folgende Versuchsanordnung gewahlt:
In ein etwa 20 cm langes Rohr aus schwerschmelzbarem Glas
wurde ein korngrobes Stiick der betreffenden Schmelzprobe gebracht,
rechts und links davon kamen in moglichsterNBhe zwei kleine Stiickchen
Zinn und Blei, und dieser Teil wurde iiber einem Breitbrenner gleichmlBig erhitzt, wobei das eine Ende deb Glasrohres zur Vermeidung von
Luftstriimung geschlossen wurde. Bei dieser Probe schmolz euerst
das Zinn (231 ), kurz darauf die Pechprobe, und nach einiger Zeit
das Bleiktirnchcn (3359, so daB man den Schmelzpunkt des Pechklirpers zu etwa 250' annehmen konnte. Um nun das erzielte Produkt womtiglich noch schwerschmelziger zu erhalten, wurde es erneut
in Xylol aufgeschlammt, liingere Zeit a m Riickflu8kiihler gekocht, mit
Benzol gewaschen und auf Ton getrocknet. Beim Erhitzen schmolz
es gar nicht, sondern blieb nach etwas Teer- und Gasentwicklung
anscheinend unverandert als Pulver liegen. Wurde indessen ein zusammenhlngendes Stack von der beim Trocknen sich bildenden Kruste
dieses Produktes im Schrnelzrohr erhitzf so blZhte es sich, als das
Bleikornchen zu schmelzen begaou, also bei etwa 30O0, zu einem
koksartigen Gebilde auf. Ein eigentliches Schmelzen war in diesem
Falle nicht mehr zu beobachten; nur ein geringes Einsinken und ein
fliichtiger Glanz, den die matte Oberflache des Krustenrtickstandes
kurz vor dem Aufbllhen annahm, lief3 noch auf ein vorangegangenes
Schmelzen schliellen.
Eine gleiche Probe, vergleichsweise neben einem gleich groBen
Stiickchen Kokskohle erhitzt, war bereits gebllht und gar gekocht, als
die Kokskohle sich erst langsam und schwer zu ihrer doppelten Grli13e
ausdehnte. Es wurde daher versucht, durch eine weitere Behandlung mit
Llisungsmitteln Pecharten zu erzielen, die diese Bllherscheinungen
vielleicht ebenfalls erst bei noch h6herer Temperatur zeigen wiirden.
Zu diesem Zwecke wurde das gewonnene Pechprodukt neuerdings
vorsichtig in Leichtlil aufgekocht und wie frtiher gewaschen. Eine
Probe ddVOn als zusammenhangendes Stiick im Schmelzrohr erhitzt,
blieb, auch bis zur Rotglut gegltiht, v6llig unverandert liegen. Damit
erschien der reine Pechkohlenstoff bereits erreicht zu sein, der nach
Extraktionsversuchen von D o n a t h und A r i e l bei einem Hartpech
zu etwa 29°/0 festgestellt worden war. Alle vorhergehend isolierten
Produkte waren demnach auch anscheinend nur verschiedene Verunreinigungsgrade dieses Pechkohlenstoffes mit mehr oder minder
anhaftenden Pechresten, und ihre Schwerschmelzigkeit also nur eine
scheinbare gewesen, hervogerufen durch die tiberwiegende Beimengung
des nicht schmelzenden, die Wtirme nur schlecht leitenden elementaren Kohlenstoffes.
Um iiber diese Fragen Klarheit zu gewinnen, wurde der schlie5lich erhaltene Pechkohlenstoff, um ihn durch sein unveriindertes
Gewicht nach dem GIuhen als reinen Kohlenstoff festzustellen, einer
gewichtsmaSigen Tiegelverkokung unterworfen. Schon die an der
langen Kokungsflamme ersichtliche starke Gasentwicklung hierbei
scbien nichts weniger als das Vorliegen reinen Kohlenstoffes zu bestatigen, und es ergab sich schlieBlich ats Produkt dieser Kokung,
jedenfalls infolge der besseren Hitzekonzentration im geschlossenen
Tiegel, ganz unerwartet neuerdings ein gut geflossener, stark geblahter
Koks, der seinem ganzen Geprage nach, der Blahhlihe und Struktur
der Porenkanale, dem Tiegelkoks einer Kokskohle zum Verwechseln
ahnlich sah. Gleichzeitig war aus diesem Umstande wohl auf die
Erreichung einer Schmelztem peratur dieses Pechproduktes entsprechend
der Kokungstemperatur der Kokskohle, also von etwa 4UOo,zu schlieficn.
Nach dieser Feststellung wurde die Behandlung der Perhprodukte
mit Losungsrnitteln fortgesetzt, und sie fiihrte zu noch schwerer
schmelzigen Produkten, welche Koksgebilde ergaben, die je nach
ihrem Schmehpunkt mit den Kokungsproduktcn von Magex-, Sinter-
-
1)
? d S:lndkohlen weitgehend iibereinstimmten.
Die durch die ge-
sea Iderte fortgesetztc Behandlung der Pechprodukte mit Losungs-
[eln erzielte verschiedene Kokbarkeit denelben ist aus der obenst6:tlenden photogri~phisr*henWiedergabe deutlich ersichtlich, welche
dig: Koksgehilde von Hartpech und der aus diesem in steigender
~ ~ ~ ~ ~ w e r s c h m e l zgewonnenen
i~kcit
Pecharten zei e, bis mit aufhtirender
Schrnelzbarkeit das Koksprodukt nur mehr gefrittet ist.
Diese Vergleichskokse wurden unter Einbaltung gleicber Redingungen und Temperaturen im Porzellantiegel nach Art der Muckschen Probe
Irelgestellt, und hierzu bei allen Proben die gleiche Einwage von 2 g
a w e w a n d t ; nur bei dem an zweiter Stelle wiedergegebenen Blahkoks
jst mit Kiicksicht auf seine auf$ergewl&n]iche BlahhtihC nur 1 g EinIllil
2. Koks von f g
schwerschmelzig. Pech
(Schmelzpunkica. 1000)
rnit
Roksausbeute: 48,8Ol0 Schmelzpunkt etwa 2-50’’
1. Koks von 2 g
Hart,,ech
3. Koks voii 2
schwerschrne!zig. %nch
(Schmel,Punkt Ca. 400’)
Koksausbeute : 76.1 “Io
7. Koks voii 2 g
s8chs. K bka. ohle von
Zauckerode.
Kokaausbeute: 73°fp
punkte auch xu gleichen Koksgebilden fuhren. Damit erscheint aber
auch die Mucksche Hypothese, nach wehaher das Backen der Kohle
auf einen reinen SchmelzprozeB zuriickzufuhren ist, und der Aufblahungsgrad der verschiedenen Steinkohlen dann von dem Grade
des Erweichens und ihrer dementsprechend starkeren oder gcringeren
Auftreibung (lurch die Zersetzungspase a b h h g t , nunmehr als Tatsache
nachgewiesen und einwandfrei bestltigt.
Denn da es nach dem vorhergehenden mtiglich ist, aus den] Steinkohlenpech durch systematische Behandlung mit LOsungsmitteln eine
Reihe von immer schwerer schmelzenden K6rpern zu isolicren, dadrirch
in einem langsamen obergang vom dtinnen zum zlhen Fliel3en alle
Arten teigigen Erweichens herzustellen und gleichzeitig die durch Zer-
Koks von je 2 g schwerechmelziger Pecharfen mit zunehmender
Schwerschmthigkeit Uber 4Wa.
Koksausbeute: 77,8°\0 Koksausbeute: 70,9
Koksausbeute: 80,601,
4-8.
8. Koks von Z g
Magerhohla von
Poremba M.-0.
9. Koks von 2 g
Buschzthrader Steinkohle, Shterkohle.
Mncksche Tiegelproben
hochschmelziger Pecharten und korrespoudierendeu Steinkohlenklassen unter
Einhaltung gleicher Redinguugen und Temperatur gekokt.
wage verwendet worden. Denjenigen Pechkokungsprodukten, die in
ihren Eigenschaftcn der Steinkohle sehr nahezustehen scheinen, sind
die unter den gleichen Uedingungen aus den entsprechenden Steinkohlensorten verschiedener KlassiFikation und Herkunft hergestellten
Koksprodukte vergleichsweise gegenubergestellt. W i e aus der Zusammenstellung ersichtlich ist, entsprechen hierbei auch die Koksnusbeuten dieser schwerschmelzigen Pechprodukte beillufig denen der
Kohlenklassen, mit wclchen sie gema6 ihrem Koksgeprage iibereinstimmen.
In die Art der Zusammensetzung dieser hochschmelzigen Pechplodukte gewlhrt ihr Verhalten bei der Bebandlung mit Llisungsmitt& einen gewissen Einblick. J e sGrker die llisende Wirkuog
des angewendeten Llisungsmittels ist, mil dem der Yechriickstand
behandelt wird, desto htiher riickt die Temperatur, bei welcher das
isolierte Pecbprodukt Rllhungserscheinungen zeigt, und desto mehr
nlhern sich die entstandenen Koksgebilde
denen von Mager-,
- . Sinteroder Sandkohlen.
Ftir die lasende Wirkung des L6sungsmittels zeigte sich hierbei
in erster Linie mafigebend aeren spezifkches Gewicbt, und sodann
natiirlich die angewendete Menge und der Grad der Erwlrmung. Da
ihr LosungsvermBgcn in der Hitxe bedeutend starker ist, so schied
sich bei Abkiihlung aus dem Filtrat ein Teil der gel6sten Anteile als
schwarzer Niederachlag wieder ab, und zwar schmolz er oder blahte
sich dicser in allen beobachteten FIllen immer bei niedrigerer Temper,rtur als die nicht in L ~ S U gegangenen
II~
Anteile.
Sach alledern scheint das, was man bisher allgemein als Pechkohleostoff bezeichnete, und als reinen elementaren Kohlenstoff betrachtete, ein homogenes Gemisch hoch- und htichstmolekularer
organischer Verbindungen zu sein, rnit entsprechend ihrer Molekularillt zunehmender SchwerlTjslichkeit und Schwerschmelzbarkeit,
eine Erscheinung, wie sie auch sonst bei homologen organischen
Heihen zu beobachten ist.
In dieser Heziehung stehen diese hochmolekularen KBrper im
Pcch der Kohle sehr nahe, fur welche man unter Rerticksichtigung
ihrer Kntstehung ebenfalls das Vorhandensein hoch- und h6chstmolekularer Kondensationsprodukte annehmen muB, denen zwar bei
der Stcinkohle als I’rodukt der kohligen Vermoderung wohl andersartige organische Verbindungen zugrunde liegen diirften, die aber
troti,dcrri eine iiberraschende Ubereinstimmung mit diesen in betreff
der ScIiwciI(isbiirkcit, der Schwcrschmelzigkeit und des ganzen Verhaltens bci der Verkokung zeigen.
Nur so ist es erkliirlich, dirD beide Produkte, die Kohle und die
isolierten Pechprodukte bei der Wahl annahernd gleicher Schmelz-
setzungen hervorgerufenen Bllhungserscheinungen ebenfalls in allen
Gradeo von der Kugelform bis zu den den verschiedenen Kohlenklassen entsprechenden Koksgebilden, je nach dem Erweichungsgrrlde
des Schrnelztlusws, zu erhalten, so ha t man es dadurch vlillig in der
Hand, den KokungsprozeB in seine einzelneo Phasen zu zerlegen, und
somit auch die zwangslsufige ZusammengehSrigkeit des durchgangigen
Schmelzens oder Erweichens der Kohle rnit dem Backen sichtbar
vor Augen zu fuhren, obgleich die Phase des Scbmelzens bei dem
KokungsprozeD der Kohle nicht so sino flillig in Erscheinung tritt.
Dieses Schrnelzen oder Erweiehen der Kohle beim Koken scheint
aber anderseits gar kein so intermedisrer, nicht fa5licher Zustand zu
sein, als man zunachst dem Anscheine nach geneigt ist anzunehmen.
So lie6 sich z. B. ein erbsengroBes Sttick Karwiner Kokskoble in dem
schon frtiher beschriebenen Schmelzrohr mittels zweier seitlich eingefiihrter und rasch gepeneinander gedriickter
Glasstabe bis auf Papiersllrke zu einem diinnen
Plattchen zusammendriicken - wenn dies im
geeigneten Momente seiner beginnenden Ausdehnung geschah, was sich wlhrend des Erhitzens durch scharfcs Beobachten leicht erfassen
lied; ein Beweis daftir, daB die Erweichung der
Kohle beim Verkokungsprozefi eine durchgangige
sein muD.
Auf Grund dieser Beobachtung lieBe sich
eine exaktereversuchsftihrungrnit genauerTemperaturermittlung m6glieherweise durch folgende
Einrichtung (s. nebensfehende Skizze) erreichen :
Geschliffene Kohleplattchen, rechteckig von
einheitlichem GrSUenausmaB und einer Starke
von 0,5-1 mm werden in einem vertikal
stehenden, durchsichtigen Quarzrohre eotsprechender Weite a n zwei Enden horizontal,
zur Auflage gebracht. In der Yitte des freischwebenden Kohleschliffes ruht eine spitze Metallnadel, die gleichrnaBig und crfahrungsgemati
belastet wird. Wird durch das Quarzrohr ein
Stickstoffsirom von allmahlich ansteigenderlemperatur geschickt, die wohl am einfachsten und
gleichrnfifiigsten durch die Erhitzung ein und desselben zirkulierenden Casstromes erreicht und
mittels ‘Ihermoelement im Quarzrohr genau gemessen werden kann, so diirfte man an der
,
36. Jahrgang 19221
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Lierg : Beitrage zur Cheniie des Verkokungsprozesscs usw.
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beginnenden Durchbiegung des Kohlenpllttchens die Temperatur des
Erweichens und darauf die des eventuellen Durchschlagens, ferner
an dern Beginn der Deformierung des Schliffes die Kokungstemperatur
feststellen ktinnen. Sollte hierbei ein derartiger Apparat zu genauen
und iibereinstimmenden Resultaten fiihren, so wlren diese fur die
Beurteilung einer Steinkohle und fur ihre Klassifikation sicher nicht
uninteressant.
Zur weiteren Bestatigung, dat3 die aus dem Pech isolierten hochschmelzigen Ktirper, und diesen analog, auch die Steinkohlen beim
Koken d u r c h g a n g i g schmelzen, oder wenigstens nur zum geringsten
Teil durch nichtschmelzende Ktirper verunreinigt sind, wurde der
mittels Pyridin aus der Steinkohle gewonnene hochschmelzige, aber
leichtltisliche Extraktivstoff in zunehmenden Prozentsatzen mit indifferenten nichtschmelzenden Ktirpern versetzt. Zu diesem Behufe
wurde der Extraktivstoff in Ltisung aufs feinste mit verschiedenen
Mengen RUB vermischt, und das Ltisungsmittel wieder abgedampft.
Die so erhaltenen Proben verschiedener RuSgehalte im Rohr gleichzeitig nebeneinander und unter den gleichen Bedingungen erhitzt,
begannen alle zu gleicher Zeit und bei der gleichen Temperatur zu
schmelxen, und nur der Grad des Aufblahens war ein verschiedener.
Der Extraktivstoff mit 25°/0 RUB vermischt blahte nur noch halb so
stark ala der reine Extraktivstoff; mit 30°/0RUB vermischt nur mehr
ganx gering und bei einem Zusatze von 50°/, RUBsinterte er gerade noch.
Durch die Beimengung nicht schmelzenden Kohlenstoffes oder
ganz allgemein nichtschmelzender KUrper war demnach eine Veranderung der Schrnelzpunktslage oder ein Schwerschmelzigwerden des
Extraktivstoffes n i c h t zu beobachten, und solche nicht schmelzbare
HeimenguDgen wirken demnach lediglich als sttirende FremdkCirper
auf den Blahungsvorgang oder auf den SchmelzfluB, dessen Zusammenhang schlieBlich bei einem Zusatz von 60°/,derart gesturt wird, daf3
ein durchglngiges Schmelzen glnzlich verhindert wird.
D A man ferner von gutschmelzenden und bllihenden Pechen schon
durch Herausltisen eines relativ geringen Prozentsatzes zum nicht mehr
schmelzenden Typus der Sandkohle gelangt, scheint es ebenfalls unberechtigt, diese als gnnz und gar nichtschmelzend zu belrachten. In
allen solchen Fiillen diirfte es sich vielmehr um Produkte handeln,
deren S c h me1 z p u n k t bereits o b e r ha1 b ihres Z e r set z u n g s p u n k t e s
gelegen ist, und die im homogenen Gemisch mit leichter schmelzigen
KBrpern eine entsprechende Erniedrigung ihres Schmelzpunktes nnter
ihren Zersetzungspunkt erfahren ktinnen.
Uoter diesem Gesichtspunkt erklart sich auch d a s MiBlingen der
eingangs erwiihnten Versurhe, durch Wiedervereinigung der extrahierten Kokskohle mit den aus ihr extrahierten Produkten wieder zu einem
der Ausgangskohle entsprechenden Koks zu gelangen. Ware die
Schmelzung der Steinkohle keine durchgangige, sondern heschrlnkte
sie sich auf einen in ihr enthaltenen bitumintisen Anteil, der durch
das Pyridin herausgeltist wurde, so ware auch kein Grund ersichtlich,
warum nach dessen Wiedervereinigung mit dem am Schmelzen unbeteiligtem Rtickstand nicht die friihere Gesamtschmelzbarkeit und
Kokunrsflhigkeit wieder hergestellt werden sollte. 1st indessen durch
die Extraktion mit Pyridin aus dem Gemenge verschieden schmelziger
und zersetzlicher KUrper der leichter Itisliche, weil niedriger molekulare und daher auch leichter schmelzige Anteil herausgeltist, so erhBht sich der Schmelzpunkt des ungeltist gebliebenen Anteiles dementsprechend, als e r durch die Aufltisuog in den leichtschmelzigen
Anteil im Gesamten erniedrigt worden war, so daB sein Schmelzpunkt oberhalb beines Zersetzungspunktes zu liegen kommt. Da nun
der Schmelzpuokt auch des extrahierten Aoteiles schon nahezu mit
seinem Zersetzungspunkte zusammenfallt, so ist er bei der rein mechanischen Vermengung nicht imstande, den Extraktionsruckstand wieder
in seinem zahen Schmelzflu6 ltisen und dadurch dessen Schmelzpunkt
zu beeinflussen. Er schmilzt also nur fur sich allein, weshalb er auch
nur eine verkittende Wirkung auszuliben vermag.
Nachdem sich der Pechkohlenstoff nach seioem Verhalten bei der
Verkokung durchaus nicht als reiner Kohlenstoff erwiesen hatte, sondern als ein Gemisch von hochmolekularen organischen Verbindungen
erschien, die nacb den weiteren Beobachtungen iiber die durchglngige
Schmelzharkeit nur wenig anorganische Beimengungen enthalten diirften, so wurde versucht, dieses Gemenge nach Mtiglichkeit in Ltisung
zu bringen.
Es wurde hierftir zunachst Pyridin, also ein fiir Bitumina bekannt starkes LBsungsmittel, angewandt. In der wurde auch eine
stlrkere Braunfgrbung des Pyridins festgestellt, doch verblaSte die
heiB filtrierte Ltisung wieder beirn Erkalten, wobei sich im Filtrate das Geltiste zum gr6Bten Teil wieder als schwarzer Niederschlag
ausschied. Die untersuchten Ktirper waren demnach wohl merklich
lBslich, nur schien das Pyridin noch nicht das geeignete, geoiigend
wirksame Lljsungsmittel zu sein. Es wurde nun unter andern Ltisungsmitteln auch Anilin fur diesen Zweck erprobt. Nach der Intensitat
der auftretenden Braunflirbung der Ltisung zu urteilen, zeigte Anilin
kein starkeres Ltimngsvermtigen als Pyridin, wohl aber die Eigentiimlichkeit, die geltisten KBrper auch beim Erkalten in Ltisung zu halten
und nur zum geringen Teile als sehr feinen Niederschlag wieder auszuscheiden. - Vermutlich lag dieses abweichende Verhalten an der
grtiaeren Dickfliissigkeit des Anilinp gegenuber dern Pyridin. Vergleicheode Versuche mit neutralen &en verschiedener Viskositat bestltigten diese Annahme, da ihrem steigenden spezifischen Gewicht
entsprechend ihre LU3ekraft f u r diese hochmolekularen Ktirper zunahm.
Fur die folgenden Versuche wurde Leichttil, Schwertil und AnthracenUle
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benutzt. Leichttil zeigte bei stiirkerem und langer dauerndem Kocben
bereits einiges LfisungsvermCigen, schied aber die geliisten Anteile der
Pechkorper beim Erkalten praktisch vollslandig wieder ab. Schwertil
ltiste erheblich mehr, und zwar etwa ein Driltel des PechriickEtandes
und schied davon nur einen Teil beim Erkalten 01s feinen Niederschlag
wieder ab. AnthracenUl schliellich loste den ganzen Pechriickstand
bis auf etwa 6 O / , und behielt die gelusten Ktirper auch nach dem Erkalten geltist, um erst nach llngerem Stehen eine geringe Menge eines
luBerst feinen Niederachlages abzuscheiden.
Wurden noch schwerer als Anthracenol siedende Ole als LUsungsmittel verwendet, wie diese bei der Gewinnung des Pechrtick:tandes
durch Abdestillieren der Extraktionsfliissigkei t als sirupartige Ole erhalten werden, so loste sich der Pechriickstand darin vollstlndig auf,
derart, dni3 bei der Durchleuchtung dItnner Schichten mit dem blolen
Auge auch beim Stehenlassen keinerlei Abscheidungen mehr z u erkennen waren. Wurde indessen die Viskositiit solcher Ltisungen durch
Zusatz von AnthracenUl verringert, so zeigte eine eintretentle schleierartige Triibung die beginnende Ausscheidung in feinster Form, die
dann bei weiterer Verringerung der Viskositgt sich zur Bildung von
feinen Niederschllgen versmkte, Erscheinungen, die den Eindruck
hervorrufen, als ware diese zunehmende Ltisungsfahigkeit des Pechriickstandes in Losungsmitteln mit steigender Viskositiit hauptslchlich
kolloider Natur.
Da die erwahnte Ltisung des Pechrtickstandes in Weichpech wohl
fur das Auge klar war und blieb, hingegen unter dem Mikroskop feinste
snspendierte Teilchen erkennen IieB, wurde versucht, den geringen, in
An thracentil unltislichen Anteil des Pechriickstandes durch Verschmelzen
mit schwerer schmelzigen Pechfraktionen zur v(llligcn, auch unter
dem Mikroskop optisch reinen Ltisung zu bringen. Es lieB sich dies
indessen nicht vollstlndig erreichen. Trotzdem scheint aber auch in
diesem Anteil des sogenannten Pevhkohlenstoffes kein freier Kohlenstoff vorzuliegen, sondern eher ein besonders schwer Itisliches und
schwer schrnelziges Polymerisations- oder Kondensationsprodukt, da
es siebenmal in Anthracentil gekocht und in Benzol gewaschen, im
Schmelzrohr noch immer Zersetzung unter Bildung feiner Dlimpfe
und spurenweiser Teerabscheidung zeigte und dementsprechend auch
eine Koksausbeute von 9 4 , 8 O / , lieferte, was etwa der Koksausbeute
eines Anthracites entspricht.
Danach enthielt an gesamten Pechkohlenstoff nach der Bestimmungsmethode mittels Xylol:
ein Hartpech
ein Mittelpech
35,5 ' l o
26O/,
[30,5O/, vom Kokungscharakter der Kokskohle]
hiervon unltislich in Anthracentil 5-6O/,
4,2 Olio
Auch die Neubildung dcs Pechkohlenstoffes, wie sie im kohlenstofffreien Pech durch folgende Versuche enielt wurde, scheint lediglich fur das Vorliegen organischer Polymerisationsprodukte und wenig
fiir eine Entstehungsmtiglichkeit freien Kohlenstoffes zu sprechen.
Wurde durch den benzolgeltisten, vollkommen kohlenstof ffreien Anteil von Steinkohlenpech auf dern Wasrerbade bei 80° llngere Zeit
ein Luftstrom durchgeblasen, so war nach einigen Stunden die rotbraune Farbe des reinen Peches in eine schwarzlichbraune umgewhlagen
und gab mit Xylol behandelt nunmehr einen erheblichen Niederschlag,
der sich grtiBteoteils in siedendem Leichtol losen lieB. Wurde despleichen im gleichmaligen Luftbad das kohlenstofftreie Pech bei hUherer
Temperatur verblasen, so entstanden die mit Xylol flllbaren neugebildeten Produkte vie1 rascher und starker und zeigten dementsprechend
auch in viskoseren Msungsmitteln eine schwierigere Ltislichkeit.
Die Eigenschaft besonderer Schwerschmelzigkeit, wie sie von
rein theoretischen .Hetrachtungen au-gehend erstrebt worden war, in
der Absicht und oberzeuguog, dadurch die Vorgange bei der Verkokung der Kokskohle genau nachahmen zu ktinnen, war somit in
diesem, aus dem Steinkohlenpech isolierten, sowie durch Luftverblasen
kiiostlich hergestellten Ktirpern erreicht, und durch deren Verhalten
bei der Verkokung auch die Richtigkeit aller tiber das Backen der
Steinkohle gemachten Voraussetznngen durchaus bestiitigt.
Die schwerschmelzigen Pecbktirper stellen, in dieser Weise hergestellt, ein auBerst feines Pulver dar, das je nach seinem Schmelzpunkte von hellbrauner bis schwdrzbrauner oder schwarzer Farbe
ist, nod besitzen bei richtiger Wabl ihres Schmelzpunktes eine sehr
krlftige Wirkung, durch ihren Zusatz das Backen nicht backender
Kohle zu fbrdern, und zwar urn so mehr, als ihre feine Pulverform
eine besonders bkonomische Verteilung ermtiglicht.
So gelang es, bereit4 durch Zusatz von 25-30°1, dieser pulverftirmigen Ktirper, aus nichtbackender, ainternder Sandkohle, die selbst
mit 50 "lo bester Kokakohle vermischt, noch keinen zusammenhangenden Koks ergab, einen vorzllglich geflossenen Koks zu erzielen. Setzt
man diese bochschmelzieen Pecharten indessen ganz oder teilweise
in geltister Form dem Kohlenklein zu, so beobachtet man - wie
frtiher schon beim Pech -, und diese Beobachtung ist von grCiSter
wirtschaftlicher Bedeutung -, einen derart stark erhtihten BackefFekt,
daB dann statt 25-30°/, bereits 8--9O/, Zusatz dieser KCirper genllgen, urn einen ebensogut gebackenen un# geflossenen Koks zu
erzielen.
In dieser wirksamen Art angewendet, gelang es, ilurch Zusatz
dieser hochschmelzigen Pechprodukte eelbst Braunkohle in einen
harten und tragfahigen Koks iiberzuf iihren.
Zusammenfassung.
1. Die Wirkung des Zusatzes von Pech bei der Verkokung nicht
backender Kohlen wird in der vorliegenden Arbeit untersucht und es
wird hierbei nachstehendes festgestellt:
a) Die das Backen der Kohle begiinstigende Wirkung von Pechzusatz wird durch dessen Anwendung in gelSster Form erheblich
verstiirkt.
b) Diese im kleinen beobachtete giinstige Wirkung von Pechzusatz war im Betriebe zunlchst nicht festzustellen, weil die hierbei
erforderliche langere Garungsdauer die starke Backwirkung des Pechzusatzes infolge dessen Leichtschmelzigkeit wieder aufhob.
2. Die mit Pyridin aus der Kokskohle ausgezogenen Extraktivstoffe zeigen keinerlei Schmelzung und zersetzen sich bei starker Erhitzung unter Hinterlassung eines gebllhten Koksrlickstandes. Verkokungsversuche mit diesen Extraktivstoffen ergeben einen schaumigen
Koksrlickstand in einer Ausbeute von etwa 40°/, der angewendeten
Menge, wohingegen die extrahierte Kohle augenscheinlich die gleiche
Gasentwicklung zeigt , jedoch keinerlei Backflhigkeit mehr besitzt.
3. Durch Vermischen der pulverigen Extraktivstoffe mit der
extrahierten Kohle im ursprilnglichen Mengenverhtiltnis kann die
friibere Backfahigkeit der gewaschenen Kohle n i c h t wiederhergestellt
werden.
4. Es wurde versucht, ahnlich hochschmelzende Ktirper, wie sie
a u s der Kokskohle durch Exlraktion gewonnen werden ktinnen und
zweifellos die Trager der Dackfahigkeit sind, aus Steinkohlenpech
herzustellen. Der durch Behandeln mit Llisungsmitteln erhaltene
,,Pechkohlenstoff'' enthllt, wenn iiberhaupt, so nur sehr geringe Mengen
elementaren Kohlenstoff und diirfte zum weitaus gr6Bten Teil aus
hoch- nnd hlichstmolekularen Kohlenwasserstoffen bestehen.
5. Die Verkokungsproben mit solchen Pechkorpern verschiedener
Grade von Schwerschmelzigkeit ergeben Koksgebilde, die in Form
und Aossehen vlillig den Koksprodiikten aus Steinkohlen verschiedener Bacskfahigkeit gleichen, so daB diese PechkGrper, wenn sie auch
in ihreni orgaoischen Auf bau von den natiirlichen Kohlen verschieden
sein diirften, doch in ihrer physikalischen Beschaffenheit und Wirkungsweise mit den Steinkohlen weitgehend iibereinstimmen.
6. Fur das Nichtvorhandensein freien elementaren Kohlenstoffes
iin I'erh spricht ferner die Tatsache, daO es mliglich ist, diese KBrper
aus Pech dnrch Verblasen mit I,dt zu erzeugen oder in diesem stark
anzureichcrn.
7. Der Versuch, nichtbackende Kohle und auch Draunkohle durch
Zusatz solcher Pechklirper backender zu machen, ergab uberraschend
giinstige Resultate. Wlhrend der Zusatz von 509, bester Backkohle
zu einer Sandkohle noch keinen zusanimenhlngenden Koks ergab,
wurde durch Beimischung von 25-30 ",o hochschnielziger PechkBrper
bereits ein gat geflossener Koks erzeugt und durch Anwendung der
Pechkijrper in teilweise geltister Form ein solcher bereits bei Zudtzen
von 8-9"i0 erzielt.
8. Die Tatsache, daB es mliglich ist, mit sehr geringen Zusltzen auszukommen, und diese Ktirper auf einfachem Wege aus leicht verfiigbaren Grundstoffen wohlfeil herzustellen, 1aSt erhoffen, daB der Frage
der Verkokung nichtbackender Kohlen und auch von Braunkohleii
neue Hahnen eroffnet und ihre technische Durchfiihrung erfolgreich
[A. 234.1
gel6st werdc.
D r e s d e n , im Oktober 1919.
1'
Aus Vereinen und Versammlungen.
I
lnternationaler Verband fiir die MaterialprUfungen der
Technik.
V e r s a i n m l u n g in nortmund S o n n t a g , d e n 18. J u n i , vorni.
8*/, Uhr irn Kasino, I3etenstr. 18.
Tagesordnung:
1. Stellungnahme der deutschen Mitglieder zu dem Internationalen Verband fur die Materialpriifungcn der Technik.
2. Bericht uber den Kassenbestand.
3. Verschiedenes.
Wird die Erijrterung anderer Fragen gewiinscht, SO bittet der
1:nterzeichnete zwecks Vorbereitang um baldige Mitteilung.
Vorsitzender : R u d e l o f f.
Reichstagung deutscher Technik in Verbindung mit dern
Reichsbund deutscher Technik.
7. Hundesversammlung vom 7. bis 11. Juni in Miinchen.
Auszug aus der T a g e s o r d n u n g :
Vortrzge: Freitag, den 9. Juni: ,,Bedeuiung der Technik ful
Bayern
Prof. Dr. D e s s a u e r , Frankfurt a. M.: ,, Technik und Welf!?eist':
'I.
vwlag C h e d e 0.m. b. H.. Lpipzig.
Sonnabend, den 10. Juni: Dip].-Ing. G e n e s t , Berlin: ,,Dreijahre
Kampf fur die Technik".
Dip1.-Ing. Med erle, Berlin: ,,Zukunftssorgen - ZukunftshoHnungen".
Obering. H a r t m a n - n , Berlin: ,.Technik und Presse".
Verein deutscher GieRereifachleute.
12. Hauptversammlong vom 9. bis 12. Juni in Cassel.
Amzug aus dem P r o g r a m m :
F r e i t a g , den 9. VI.: Sitzungen, BegruOungsabend.
S o n n a b e n d , den 10. VI.: vorm. Besichtigungen, Sitzungen;
nachm. 4 Uhr V o r t r i i g e in der Stadthalle:
Ing. H. H e r m a n n s , Berlin: .,Anwendung der Klein-Bessemerei,
namenflich in Duplexanordnung, und neue Betriebserfahrungen
in einer deutschen Duplexanlage".
Obering. I.. Z e r z o g , Miinchen: ,,Verwendung von Flufispat im
Giefiereibefriebe".
S o n n t a g , den 11. VI.: vorm. Hauptversammlung; V o r t r t i g e :
Dr.-Ing. E. H. S c h u l z , Dortmund: ,,Organisation und Aufgaben
der Versuchsanstalfen in GiefieReien und Hiiffenwerken".
Dr.-Ing. R. S t o t z , Kornwestheim: ,,Bericht uber den Shnd der
Normung von Grau- und Tempergup'.
Ing. A. H t i r n i g , Dresden: ,, Wirkungsweise und Warrneausnutzung im Kupolofen mit Winderhitzer".
Auijerdem Damenprogrmnm ; Ausfliige usw.
Anmeldungen a n die Cleschhftsstelle:, Berlin - Charlottenburg,
Gervinusstr. 20, zu richten.
Neue Biicher.
I
Grundzlige der pharmazeutischen und medizinischen Chemie 1Ur
Sludierende der Pharmazie und Medizin. Von €I e r m a n n T h o rn s.
Sicbente, verbesserte u. erweiterte Auflage der,,Schule der Pharrnazie,
chemischer Teil". Mit 108 Textabbildungen. 3ulius Springer, Berlin.
556 Seiten. 8O.
geb. M 76
Siebente Auflage - das besagt im Grunde ganz allein ,,qiiod erat
demonstrandum", dat3 des Universitiitslehrers Lehrbuch vortrefflich ist
und seinem Zweck aufs beste dient. An Tausenden von jungen Leuten,
die seinen Worten gelauscht und seine woliliiberlegten und nie mi%
ratenen Expcriinente gesehcn haben, konnte er den guten Erfolg seiner
Unterrichtsart bcobachten und im Laufe der Zeit erkunden, was als
zweckmiiiig zuzusetzcn war. Wenig miichte ich zu dem Inhalt sagen.
Ich freue rnich uber die geschichtlichen Beigaben und uber die Woi-tdeutungen. Wenn aber dem am Rnde nicht allzu oft gebrauchten Worte
l'yrrol [von m g ? & feuerrot] das Recht gewlhrt wird, erkliirt zu werden,
dann muijte dein Phenol ob seiner Wichtiglteit und den vielen gleich
zu erklsrenden Ylienvcrbindungen gleicher Dienst zugebilligt werden.
Ahnlich scheint mir beim selben Stoff die offenbar einzige Erwlhnung
von R u n g e ungeoiigende Ehre, die Nichterwiihnung dieses uberragenden
Apothekercheniikers bei Phenol und Anilin eine unverdiente Zurucksetzung. In bezug auf den Entdecker des ersten Alkaloids Morphium,
S e r t i i r n e r , ist rnir unbegrciflich, daO S t i c h a n deal Jahre 1817 und
der Entdeckung festhiilt und, wie es scheint,
Einbeclt als Jahr und 01%
gegen die Behauptung, daS sie 1804 geschehen sci, ,,ah S e r l i i r n e r
noch in Hameln eine Apotlieke bes'd'', nichts einwendet. Dorthin
zog S e r t u r n e r erst 1820 und trrbeitete auf pharmazeutischem Gebiete
kaum mchr. Man wird Paderborn die Ehrung seines verdienteii Mitbiirgcrs als Morphiumentdecker durch eine Gedcnktafcl als gutes Recht
nicht absprechen konnen, naclidcm ich in den Berichten dcr pharmazeutischen Gesellscliaft S e r t i i r n e r s Lebenswerk ini Jahre 1918 geschildei-t habe. Docli das sind ltleine Bemerkungen, die cbensowenig etwn
wie der zuflllige Fund, da8 von K & & m niit cinem Lenis, statt von
J i & h richtig mil. eincm Akut die llede ist, den gar nicht abzuleugnenden Wert des lange schon bcwiihrtcn Buchs des so anerkannt
erfolgreichen Lehrers T h o ins im geringsten beeintrachtigen konne.
Meiner Mcinung nach p i i t Hamlets kurzes und doch so vielsagendes
Lobeswort auf seinen Vater nuch fur den Verfilsser der ,,Grundziige".
Dr. Hermann Schelenz, Cassel. [BH. a]
Deutscher Universitiits-Kalender. Wintersemester 1921/22. Herausgegeb. m. amtl. Untersttitzung, gegr. v. Oberbibliothekar Prof. Dr.
F. A s c h e r s o n . 95. Ausgabe. Verlag Joh. Ambros. Barth. Leipzig 1921.
Preis M 28
Wie die Zusamrnenstellung der vorigen, 94. Ausgabe (vgl. Angew.
Chem. 33, 11, 483 [1920]), war auch die der uns vorliegenden ungleich schwieriger als die der fraheren Bande. Trotzdem gibt der
Universitltskalender in gewohnter Weise Auskunft tiber alle Hochschulfragen. Die Angaben, so z. B. die Geburtsdaten der Dozeuten, sind
nach Mliglichkeit v e r v o l l s ~ n d i g tworden ; das Namenverzeichnis ist
umfangreicber als im Vorjahre. Chronik und Statistik sowie Aufzeichnungen tiber Habilitationen und Todesfiille beziehen sich wiederum
auf das ganze Jahr (Wintersemester 1920/21 und Sommersemester 1921).
Auch iiber das studentische Korporationswesen ist ausfiihrlich beLp. [BB. 228.1
richtet.
-
- VerantwortJiohw Sohriftleiter Prof. Dr. A.
B i n z , Berlin.
- Druck
von J. 8.Hirsohfald (A. Riea) in Leipzig,
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