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Beitrge zur chemischen Analyse durch Spectralbeobachtungen.

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242
111. B d r u g e zur chcmihhen Antzlyse durrh
Spt.ctr~llE,PobnchtrLlzgun;
P O T L Dr. R. T h e o d . Sirnrnlrr,
Docent der Chemie an der Universitiit in Bern').
I m Verlaufe dcs Jahres 1860 publicirte bekanntlich Prof.
K i r ch h o f f erst allein, spater io Geineinschaft mit Hofrath
B u 11 s e n , Untersuchungen iiber die Lichtspectren der Flammen, welche, wegen der ungeahncten Tragweite der Resultate, das lnteresse nicht nur jedes Fachinaunes, sondern jedes Gebildeten iiberhaupt im hochsten Grade in Anspruch
zu nebmen geeignet waren *).
Die Physiker wurden uber den intiigen Zusainine~lhang
des Absorptions- und Eiinissioiisvermiigens der Korper fur
Wzrnie und Lichtstrahlen thcoretisch wie experimentell belehrt und den Cheinikern eroffiieten sich ganz neue Bahlien qualitativ chemischer Analyse. Es wurden den letztern
Methoden dargeboten, die ihnen erlaubten die Meterie auch
des kleinsten Sonnenstaubchens in Hinsicht auf gewisse Eleinente zu verfolgen. Abcr nicht zufrieden damit, die minimsten Mengcn der sogenannten alkalischen Metalle in irdischen Substanzen nachweisen zu konnen und neuen Elementarstoffen rnit Leichtigkeit auf die Spur zu kommcn,
drangen die kuhnen Forschcr hinaus in den unerme€slichen
1) Diese Albeit erschien,
mit Ansnalirne mrhrerer Zusatze, bereits i m
Jahresbericlit der b~ndncrscheu naturforsehenden GeseIlschaCt fiir 1860.
(Daselbst ist ihr auch eine Farbentafel beigegeben, die hier, ihrer Kostbarkeit wegen , fortgelnssen werden murste. P.) Die Untersuchungen
fielen in die Monate December nnd Janunr 1860 und 1861.
2 ) K i r c h h o ff. Ueber die F r a u n h o f e r 'schen Linien. Po g g e n d o r ff's
Annalen CIX. 148,
K i r c h h o f f . Ueber das Verh5itnifs zwisclien dern Eniissions- und
AbsorptionsverniGgen der K6rper fiir W i r m e und Licht. Ebendaselbst.
CIX. 274.
K i r c h h o f f und R u n s e n , chernische Analqse dnrch Spectralbeobachtungen. Ebendaselbst. CX. 161.
243
Weltrauin und bemiesen uns zunacbst fur u n w r Ceiltralgestiru, d a k der lidsere Theil seiner leuchtendea Iliillc
gleichsam ein Flamme~ioceansey, in welchein die gliihenden
llainpfe der Metalle Kalium, Natrium, Eisen und wohl noch
anderer vorhanden seyn niiissen.
Allgesichfs solcli glgiizender Fortschritte im Gebicte der
Chemie hat sich wohl jeder Clieinilrcr beeilt, die B u n s e n K i r c l i h o f f ’ s c h e n Versuche zu wiederliolen und ihre Methoden zu anderweitigein praktischem Gebrauche sich anzueignen.
Ich habe das Gluck, die beiden Forscher personlich zu
kennen und unter der Leitung B u n s e n s gearbeitet zu haben; um so inehr fuhlte icli niich daher angezogen, ihnen
auf dieser Bahn so weit meine Krafte und meine Zeit es
erlaubten, zu folgen, als diese spectralanalptisclieii ?Methoden vorziiglich sich eignen, geologisch - chemische Studien
zu unterstutzen, fur welche sich nirgends inehr als in Graubiinden ein iiberreichliches Material findet.
Meinc erste Aufgabe bestand sonach darin, die Fnndnmentalversiiche ron K i r c h h o f f uiid I S u n s e n zu wiederholen. Zu diesem Zwecke vcrschrieb ich inir die chromatisclie Wandtabelle ron L e n o i r in W i e n , welchc eine
vergriifserte Copie der Originalabbildungeii der Spectren
der Kalium-, &atrium-, Lithium-, Baryuin-, Strontium- und
Calciumflam~nen enthdt. ( P o g g e n d o r f f ’ s Annalen waren
inir leider niclit fur kingere Zeit zuglnglich.) Iler Beobachtungsapparat gegeniiher den1 B u n s e n - K i r c h l i o ff’schen
fie1 freilich sehr priniitiv aus; er murde aus einzelnen Stiikken wie sie das pliysikalische Cabinet der Kantonschule in
Chur inir darbot, zusainmcngesetzt.
In cinen viereckigen geschwlrzten Kasten, der an der
einen breiten Seite mit einer T h u r versehen war, setzte
ich an der vordern schmaleii Seite ein Blechrohr cin, uin
zwei Spalten, die zuin Heliostateri gehiirtcn, auCsen und iniien anbringen zu Liinnen. In deli Kasten wurde ein Stativ
iiiit einem runden Tisclichen, das cinen Linien holien Rand
16
*
244
besak, und darauf das Schwefelkolilensloffprisina von 66’
brrchelidem Wiiikel gestellt. Die Grundflache des Prismas
bildete zuin Rande dcs Tischcliens ein eingeschriebenes
Drcieck, jenes konnte somit ohrie Verschiebung um seine
Verticalaxe gedreht und in das Miniiiiuin der Ablenkung
gestellt werdeii. V o r die Spaltiiffiiung aulsen wurde ebenfalls auf ein verschiebbares Stativ die 1R u 11 s e 11 ’sche Gaslampe init kooischem Schornsteiii gestellt. IIierauf wiirde
eine Partie Platindraht r o n O,2 bis 0 , 3 Millimeter Dicke i n
zwei Zoll Iange Stiicke zerschnitten und diese mit dein eineii
Endc in diinnc Glasriihrcn von heilaiifig 3 bis 4 Zoll Laiige
eingesclimolzen, welche alsdann i n den hohlen A r m eines
Messingstatives gcschoben wurdeo, das von dein B ii 11 sen’schcii niir insofern abwicli, als ich einen langeii Draht in
Form eines Schwengels anhringen liefs, mdchcs inir gestattete
die Perle sclber in die Flanime zu fuhren, wlhrend ich schon
iu das Prisina liinein snh. I)a das Cabinet keine zu dem
Apparate passendc Fernrijhrc besafs, so beschrankte ich
inich auf die Beobachtung niit freicin Aiige, das ich hart a n
die eine Prismenfl$chc heranbrachtc, i n welcher Weise icli
das continiiirliche, aber schrvaclie Spectrum der Flamnie in
seiner ganzcn Ausdehnnng iiberseheii konnte. Der Schlitz
hatte eine L h g e voii zwci Zoll rind liefs sich uiit Hulfe einer
Mikroineterschraube bis z u r feinsten Haarspalte init stets
parallel bleibenden R:indcrn vercngern.
In solcher W e i s e iibersah icli daher ziemlich den ganZen Flnmnienkegel und incine Spectren waren mehr hoch
als breit. Spiiter habe icli an der Aufsenseite des Kastens,
eiiie zweite verschiebbarc Spalte vorgesteckt, jedoch so, dafs
sie init der ionern einen rechten W i n k e l bildete. J e nachdem inan nun die lufserc Spalte (gewohnliche Schiebervorrichtung) crwciterte oder verengerte, konnte inan dem
Spectrum jede beliebigc Ausdehniiug gcben.
Die Oesen dcr Platindr:ihtc, von denen einige brcit gehlmmert und nach n 11 11 s e n’sclier Vorschrift gctheilt wurd e n , lassen sich iiach iifterein Gebrauch schwer reinigen,
nanicntlich c o n Calcium, Strontiuin und Baryuin; ich habe
245
sie daher jedesmal, wo neue Substanzen gepriift wurden,
abgeschnitten, da der 7'erlust unerheblich war.
Soviel uber ineinen Beobachtungsapparat, dessen Eiufachheit man mir verzeihen wird, indein die bisherige Station sehr weuige mechanische Hiilfsuiittel darbietet.
Uebrigens habe ich mich durch den Augeuschein iiberzeugt, d a t das Beobachten mit freiern Auge, hinsichtlich der
praktischeii Verwendung, der Spectralinethode keinen groken
Eintrag thut ; wenigstens habe ich die feinsten von K i r c h h o f f
und B u n s e n angegebenen Linien im Strontium- uiid Baryumspectrum bei gehoriger Verengerung der Spalte deutlich sehen konnen, wie es mir denn auch nebenbei zu meiner Ueberraschuug diirchaus keine Schwierigkeit uiachte,
die gewohnlich verzeichiieten F r a u nhofer'schen Linien,
selbst im diffusivela Tageslichte, init freiem Auge sehr deutJich wahrzunehmen. B u r da, wo die Spectren mit Linien
dicht gedrangt erscheinen und nur einen Moment aufblitzen,
wie beitn Kupfer ware es wuiischenswerth, der Klarheit
halber durch ein Fernrohr zu beobachten.
Ich habe nun vor Alletn zu constatiren, daL die Originalabbildungen der Spectre11 der alkalischeu Metalle mit
aukergewohnlicher Treue aufgenommeii sind. Auch ohne
genaue Messung erkennt inan sofort die relativ richtige Distanz der hellen Linien. Einzig die grunen Linien iin Baryumspectrum habe ich eigentlich nie genao in dein Habitus
seheu kouuen, wie sie abgebildet sind. Deutlich sah ich
iminer nur vier Linien. Durch die Superpositionsmethode,
d. h. dadurch, dafs ich zwei Perleu verschiedener Metallverbindungen in die gleiche Flainrne ubereinander brachte,
habe ich die einzelnen Spectren hart uber einander gelagert und tiiich so von deli verschiedenen Coincidenzen der
Linieii von einerlei Farbe uberzeugt.
Die Verification auf die F r a u n h o f e r '.when Linien
kounte ich init ineinem Apparate natiirlich nicht vornehmen.
Nachdem ich in deli verschiedenartigsten Variationen
die spectralanalytischen Versuche durchexperiinentirt , und
J)
((,
246
mir eigene Abbildungen der Spectren gemacht hatte, drangte
sich inir die sehr nahe liegende Frage auf: W i e verhalten
sich denn die iibrigen Metalle und ihre Verbindungen gegenuber dieser Priifungsmethode?
W e u n ich n u u auch die Ueberzeugung hatte, dafs die
genialen Urheber selbst schon weiter geschritten seyen uud
vielleicht die nlchsten Hefte voii P o g g e n d o r f f’ s Aiinalen
uus neue Entdeckungen bringen wiirden, so glaubte ich doch
inir erlauben zu durfen, da nun die Gelegenheit vorhandcn
war, selbststandig zii neuen Versuchen uberzugehen. Der
iiblichen Rangordnung der Metalle folgend, griff ich daher
in die P r ~ ~ ~ a r a t e i i s a m i n nach
l u ~ i ~dem Magnesium-, Aluminium-, Eisen- , Mangan-, Kobalt-, Nickel-, Chrorn-, Uranund Zinkverbindungen so wie sie sich mir gerade darboten
und brachte voll gespaiinter Erwartung die Perlen in die
Flamme. Da sich durcliaus nichts auffallend Neues zeigte,
glaubte ich die Hitzc sey zu geriiig und stellte daher die
Bunsen’sche Glasbl~serlaiiipe vor den Spalt. W a s war
das Resultat dieser Anstrengungen ? Iin Ganzeii nichts als
die traurige Ueberzeuguiig , dafs eigentlich keiiis der Priiparate auf chemische Reinheit Anspruch machen konnte.
Samuitliche Magnesiapraparate waren kalkhaltig , insoferu
sich die Linien C a a und /3 initunter bis zu einer Minute
und lauger anhaltend zeigten. Dns unvermeidliche Natrium
machte sich iiberall durch die gliinzend gelbe Liuie bemerklich. Sonst zeigte sich in der Regel nichts anderes als ein
durch Schwarz gedampftes continuirliches Spectrum.
Weiiii ich die Metallc in regulinischer Form besafs, wie
Aluminium, Eisen, Zink, so habe ich sie auch als solche
fur sich oder mit Salzslure befeuchtet, in die Flamme gebracht, jedoch ohiie bessern Erfolg als bei der Anwendung
der Chlorete, Broinete, Nitrate, Sulfate, Phosphate, Carbonate, Oxyde etc. Mogeii nun auch anderweitige Untersuchungen mit genauern Apparaten eiiizelne Linien nachweisen: soviel scheint inir klar, dafs die Spectralmetbode bei
dieser Gruppe von Metallen vie1 zu unempfindlich ist und
24’7
daber in ihrer gegcnwartigen Gestalt keine Bedeutuug gewinnen ka nn.
Bei der Cuproidgrrippu hoffte ich mehr Gliick zu habeo,
mul’ste doc11 die inteosiv blaue und griioe Kupferflanime
durcli das Prisma betrachtet sicherlich eineii aiidern Aspect
gewahren als die blofse Gasflamme. Meiiie Ermartung wurde
dielsmal nicht gctauscht. Als ich cine Perk voii Chlorkupfer in die Flainme riickte, sali ich ein prachtvolles, gcstriemtes Spectruin init Linien in allen Farbentijnen aufleuchteii.
Icb schritt so fort zur genauereu Fixirung uiid Untersuchung der bedingeiiden Uinstiiiide; d a ich abcr s p l t e r auf
deri Eirifdl kain, s~mmtliche griinfarbende Substanzen zu
prufeii und bci dieser .Gelegcnheit weit eiofachere Spectreu
auffaiid, so will ich, nach einer anderweitigeu Eriirterung,
wit diesen deli Anfang machen.
1.
Spectrum d e s innern Plammeukegels.
Es ist zuiiliclist zu erw8hnen, dafs die B u n s e i i ’ s c h e
Gasflainine unter gewisseil Bedingungen gaiiz fur sich eiu
d i s c o ~ ~ t i i ~ o i r l i cSpectruni
l~es
giebt, bestehend aus vier marlrigen Linieii : eiiier fuhlgriinen, lichtgriinen, bluuen und eiiier uioletten. IXe dunlrlen Zwischenraume werden von
Fahlgriiii nach Violett zu iinirier breiter, doch nicht viel.
hufgefallcn ist mir, dafs die Liuien init breiter Basis anfingeii und nach oben sich zuspitzteu, keineswegs a b e r die
gaiize Breite des Flaminenspectruiiis durchsetzten, soudern
in ciner gewissen gleichen Hohe wie abgeschnittcii erschienen. Ich erliannte sofort, dafs dieses Spectruin wit dein innern hellblaugriinen Flaiiiuienkegel zusammeiihangcn miisse.
Besondere Versnche init von der Flamine abgehobenein
Schoriistcin, soccessiver Abblcudung der Flalnme von oben
nach unten und von unten nach o b e n , Veriinderung d e r
Flaminenhiihe ctc. bewieserl d k f s vollstaudig; das obere
Niveau der Lillie folgte regeludsig der Spitze des innerii
Flainmeiikegels, wshrend das untere mit der im Spectrum
durikel crscheinenden Muudu~ig der Gaslainpc zusainmen-
248
hing. Es ist liier zu hemerken, dafs ich dieses Spectrum,
das ich Spectrum des innern Flanainenlcegels nenneu will,
erst gewahr wurde, als ich zufdlig die Lauipe, mit der icli
gewdiiilich cxperinicntirte, iiiit einer andern, die eiiien rauschended innern Kcgel innclite, vertauschte. Ich glaubte aiifangs, die vier Linieu kiinnten von inetallischen Theilen der
Laiiipe herriihren, allein Versuche iuit einer Specksteiiigaslainpe, mit Wciugeist- uiid Oellanipcn, sowie init Kerzenflauiinen iiberzcugten uiich, dafs die vier Linieii iinmer da auftrcten, wo sich in eiiier Flainiiie ciii innerer scharf begr31izter blauer Kegcl zeigt. Die gewiiliiiliche VT7asserstoffflamine
z. B. lick kciue Liuicn erkcnneu, soiiderii iiur ein schwnches
continuirliches Spectrum, spater als die Glasspitze sich zii
erliitzeii anfing , trat die Natriuinliriie auf.
L)ie leuchteiideii Flaininen zeigteii zwei Spectrcn ; das
des iiiuern blaucii Kcgels erscheiiit wie init eiiiein durchscheiiieriden Vorhang, tlcr in den Regenbogenfarbeii leuclitet, iiberhaugt; lal‘st iiiaii nber init einem Liithrohr in die
Flamme blaseii, so rollt der Vorhnug auf uiid die vier Linien ersclieiuen klar. T)as coiitiniiirliche Spectrum gehiht
soinit den1 leucliteiideu R’Iantel an.
W a s das Ansehen der eiuzclnen Linien betrifft, so ist
z u bemerken, dafs dic gclbgriinc niir nach Gelb hin eiuigerinal‘sen scharf begrauzt erscheiiit, w h e i i d sie nach lichtgrun hiu etwas rerwaschen sicli darbictet. Am scliarfstcii erscheint die lichtgrune, auch Rlau ist zieinlich scharf, weiiigcr
Violett. Es ist wohl haum nocli zu beiiierlien, dafs in den
Spectrcii der leuchteiideii Flammen die gelbe Linic Na a
sich regclinlfsig findet, iiebst eiricr gewisseii Ausdehnuog
der rothen Partic. Sclbst cine scbwach leuchtende, sonst
ein vollkomirieii continuirliches Spetrum gebende B uii s e n’sclie Gasflainuie habe icli iiur selten ohne Natriuinlinie gesehen. N u r w e m icb die Luft vor ihrem Zutritt zum Brenner durch feuchte Schwluiinchen filtrirte und sic so voii
ihrem Staubgchaltc befreite, konute das Spectrum fur kingere Zeit von Nau befreit werdeii.
Uiii die Lagc der hellen Liiiieii zii verilicireii, bedieiie
249
ich mich, wegeu Naugels der iiotliigen Einrichtung zur absolulen Orientirung, wie schoii S. 245 erwahiit, der Metliode
der Superposition. Es ergab sich Folgeodes: I)ie fahlgriinc
Linie coiiicidirt iuit Bay, so indesseii, dafs der schgrfere
Ttieil iiach nurserhalb gegeii Na ct hiii zii liegeti koinint, die
liclitgiiine iiiit I h P , die blaue liegt ctwas seitlicli von S r J
nacli Gruu hin, die violette trifft mit der tiolelteu des Kupferspectruins zusainineii. Ka cc oder die violctte \ion Kalium sielit etma ~ i o c hsovjcl iiach linlis a b , als die IJjstaiiz
betrlgt zwischen 3 uiid 4 des Flainnienkcgels.
Daraus
wiirde Iiervorgehen, dafs S o . 4 in die Nachbarscliaft der
F r a u n h o f e r ’ s c h c n Liuie G fallt uud also dcin Indigblauen
angehiirt. Ich inuCs gestelieii, dais ich iminer scliwaiikend
gewesen bin, ob icli sie als duukelblau oder violett erklaren
sollte I j.
11.
D i e Spectren der griinen Planimeu.
Unter diesem Titel solleri vorkiufig uur diejeuigeu Flamineii verstaiiden seyn, welche durch Mineralsubstanzen griiu
gefGrbt erscheiiien ; die Flamincn vou Chloratliyl u. dergl.
siiid daher ausgesclilossen.
Aus der Liithrohrchcniie weirs man, d a t es sechs Kiirper sind, welche den Flamlnen eiiie griiue Fiirbuug ertbeilen , nainlicli: Ylmphorsaure, tellurige Saure, Borsiiure;
Barytsalze, Jfolt~6diinsiii~re
uud Kupfersnbe. Zu diesen Verbiudungeii kaiin ich noclr eiue siebeiite hinzufiigcii : das
Manganchloriir.
1 ) So eben erselie icli aus dem Jahresbericlit der Clicmie fcr 1859, dafs
W. S w a n Mittlieilungeo iibcr die SpecIra der mi! Lurt geniengten Kohlenwasserstofrflamnien gernaclit hat.
Leider ist ruir die Originalarbeit
ruoinentan unzuginglicli urrd icli muL daher gewirtigen, inwiefero unsere Beobachtungen coincidiren. Ebenso waren rnir die schiinen Versucbe PI i i c k e r s iiber die Spectren des elcktrisclirn Liclites in gewissen
Gasen, sowic die von k8ufliclrt.n G e i l s l c r ’ s c l i e n Rolircn, zur Zeit nieiner
Untersuclnin~englinzlicli unbekannt. Dngegen trabe ich seitlier Swan’s
sclione hl-bcit in d i e ~ e nAnnalen 1857 Bd. 100, S. 306 If. gclesen u n d
frene niicli der Uebereinstimmung der Resultate trofzdern niein Apparat
deni VOII S w a u an Vollbomruculleit ilufscrordeo~licli nachsland.
250
1 ) Phospborsiirire.
Eine concentrirte Auflasung von PO, auf dem Oelir
cines Platindrahtes in die Flainruc gebracht, firbte selbige
griinZicltgeZb. Das Spectrum war continuirlich oline alle
I h i e i i , nur dak sich cin breiter Streifen 110th und Griin
hart zusaniinendr~iiigtt~nund nacli aufsen concave Raiider
zeigten.
2 ) Telliirige Yiiiire oder niet;illisches Tellor
Sic farbtcn die Flamme blaugriin uiid gaben ein brillantes, aber total conliiiuirliclies Spectrum. Der Analogie
lialber wurde derselbc Versucli iiiit Selen und seleniger
SIrirc rriigestellt, der LSrColg w a r ganz derselbe. Die Flammc
selbst ist blau.
3 ) Molyhdiinshure.
Mctallisches Molybdiin an den Aufsenrand des heil‘sesteii Tlicils der Flnmine gebracht, farbte dieselbe stark
eeisiggrfn, daa Spectrum b o t a b e r gaiiz den Anblick desjenigcn dcr l’hospliorsiiurc.
4 ) B;rrytverbindringen.
Sic farben die Flamme bekanntlich fuhlgriin und gebeu
das zuerst von B u 11 s e n nud K i r c h h of f aufs Genaueste
beschriebene und abgebildctc Spectrum. Die grunen Liiiien
erschienen niir iinihcr gegenuber deiicn aiiderer Spectreii
von einer iiierkwurdigen Fciriheit. Gewiihnlich sah ich nur
vier, wovon die zwei inittlern einander nbher standeu als
die erstc uiid zweite - uiid dritte uiid vierte.
5 ) Borshre.
Mit Salzsiiure ails Borax sbgescliiedene, zwischen Filtrirpapier ausgeprefste uiid drei Ma1 aus Weiugeist umkryslallisirtc Borslure enthielt zivar iinmer noch etwas anhiingeudes Natron, gab aber beim ersteii Hineiiibrirlgen in die
Flamiiie eiuc rein smaragdgrune intensive Fgrbung uud im
Spectrum aufser der nur noch schwachen Natrinmliuie vier
251
lirafttige, gleich breite und in gleichen Abstludeu befindliche lielle I h i e n , wovon drei auf den griiiien und eine
auf den blauen Farbenton fielen. No. 1 nachst Gelb war
g e Z b g r h glauzend , und coincidirte mit der ersten gruiieii
bei Baryuin. No. 2 war Zichtgriin glaozeud, Coi'ncidenz init
B a p , der vierten grurien bei Baryurn. No. 3 war schon
zicmlich schwach blatigriin, und fallt iiiit der blauen Baryumlinic nahezu oder ganz zusaninien, mahrend No. 4, sehr
schwach, die blaue Strootiumlinic S r S nicht g a i ~ zerreicht.
Die Lichtstarke von 130, uiid Ro, gegeniiber Bo, und
namentlich 110, ist sehr uberwiegend, so dafs man oft n u r
die beideu ersten Liuicn sehr deutlicti sieht. Dagcgen ist
die Reactioii iiisofcrn scharf, nls B o , und Bo, pliiizlich
verschwinden, sowie die letzte Spur Borsaurc verflogen ist.
Die Gcgcnwart von Natron schadet der Deutlichkeit
der zwei erstcn Linien nicht i n i Mindesten. Eine Boraxperle in die Flamine gebracht, giebt nugenblicklich Bo, uiid
Bo,; j a inan kann die Perk sogar noch mit einein bedeutendeli Quantuni Soda ohne allen Nachtheil szttigen.
So braucht mail den dichteii Boracit von Stassfurth
(Borsaure Magnesia) nur in die Flainine zu bringen, 11111 sofort nebeii S a c( das schiinstc tiors~urespectruni aufleuchten zu sehen.
Die Gegcnrvart anderer Basen, wie Kali, Lithium, Baryt, Strontian, Kalk uiid selbst diejenige der scbwercn Metalle, wic Blei, beeintrachtigt das Erscheinen der Borsaurelinien kcineswegs, falls die Borsaore nicht zu sprirweise
sich fiiidet uiid inan der P r o b e ein Tr6pfchen coiicentrirte
SchwefelsPure beifiigt.
Was die Einpfindlichkeit betrifft, so ist sie jcdenfalls
weit griiker als dicjenige der gewiihiilichcn Prufung init
Weingeist. Uin die E~iipiindlichkcitsgr~i~~ze~i
zu bestimmen,
wurde 1 Grni. gewohnlicher krystallisirter Borax in 4 Litre
W a s s e r geliist und davoii ein Tropfen ius Oehr des Platiudrahtes genomrnen. D i e Reaction w a r sehr deutlich. Indem
ich die Liisiing iinmer mehr verdiiiinte bis zii 4 Litre, fand
ich hier schon die Granze einer deutlicheii Beobachtung.
252
Ein Tropfen dieser LiSsung zeigt rasch aufleuchtend ulid
verschwindend Bo, uiid Ro,. Nun enthalt der Borax bekanntlich 16,35 Proc. Borsaure. Iu 500 Ccm. waren soinit
enthalten 163,5 Mgr. Borsaure. Nach einenl besonderen
Versuche betrageo circa 275 Tropfen 1 Ccm. lliisung und
da in 1 Ccm, derselben 0,327 Mgr. Borslure enthalten sind,
so geht hieraus hervor, dak inittelst der Spectralinethode
noch
--
0,327
2r5
d. i. 0,00119 oder
12
Toouo
Mgr. Borsaure erkaniit
w er d en k 611 n e n .
Dieses stimmt init der Eiiipfindlichkeit der spectralanalytischen Baryum- und Kaliuinprobe uberein, welche =
1
fur die chlorsauren Salze. Dampft man nun 1 Ccm. obiger
Boraxliisung zur Trockne ein, so bleibt ein Hauch eines
festen Ruckstaudes, und niinmt inan diesen rnit einern Tropfen Wasser auf, setzt Alkohol uud coiicentrirte Schwefelsaure zu, erwarint unid zundet an, so erkennt inan im
Duiikeln allerdings noch wiihrend einiger Sekunden einen
schwachen grunen Sauin an der blauen Flamme; die Reaction kiiiinte aber in dern Falle, wo die Anwesenheit der
Borsaure ungewifs ist, zu keiiiein sichern Schlusse berech-
tigen, jedenfalls ist ilrre Eiiipfindlichkeit unter
1
loo
Mgr. zu
setzen. Wenn man aber 1 Ccm. erwahnter Boraxlosung
eindampft uiid in 20 Tropfeu Wasser liist, so giebt jeder
Tropfen eine Reaction, die im Spectrum Bol, Bo, uud Bo,
hell leuchtend zeigt. Bo verschwand nach drei Sekunden.
Bo, nach 13 bis 14 und Bo, erst nach 17.
Die rein cheinische Borsaureprobe dagegen rnit Curcnmapapier, rneines Wissens von H. K o s e zuerst angegeben,
besitzt eine ungeahnete Empfindlichkeit, wie folgender Versuch lehrt:
2
100
Ccm. der Boraxliisung
0,00327 Mgr. Borsgure
wurde auf ein Uhrglas gebracht, schwach mit Salzsiiure angesauert und von einem Curcuinastreifen vollstandig aufsaugen gelassen, so dafs voii deinselben nichts abtropfte. Er
253
wurde auf dein Uhrglas bei 100" getrocknet. Die Rsnder
hegannen sich rathlich zu farben und endlich erschien der
gnnze Streifen gleichmafsig rind schon rosenroth. D i e Ausmessring des Streifens ergab fur seinen Fliicheninhalt ( I Cm. br.,
9 Cm. Ig.) 900 O M m . D a nun a b e r die Flache eines 0 Mm.
vollkoinmen hinreicht , urn die Erschcinung wahrzunehmen,
so folgt daraus, dafs 0'00327 = 0,0000036 Mgr. gellugend
~
900
sind, eine Reaction hervorzurufen , welche einen sichern
Schlufs auf Borsaure gestattet. Um diefs Resultat weiter
zu verfolgen,
10
verdiiunte ich
1
-
100
Ccm. Boraxlasung init
Ccm. Wafiser und nahm von dieser Losung
100
1
Ccm.
auf ein Uhrglas, versetzte init einer S p u r Salzsaure, legte
10 Centiineter Curcumapapier hinein und verdampfte z u r
Trockne. Auch diefssmal trat noch eine sehr deutliche und
gleichmsfssige Rosafarbe ein, die auf Zusatz von etwas ICali
sich in schwarzblau iinderte.
In
1
Ccm. der Probefliissigkeit waren aufgelost 0,0003
Mgrm. Rorsaure; diese farbten 100 OMm. noch deutlich
roth: welche Rothung noch an 1 OMm. zu erkeiinen gewesen ware; somit -geniigen wiederuin iiur 0,000003 Mgr.
der Reaction wie oben. D e r Intensitat der Farbung nach
lafst sich schliefsen, dafs man iiicht zu weit geht, wenn man
die Granzen der Empfindlichkeit der Borsaurereaction auf
ein 10 Milliontel Milligrm. schatzt. Diefs ist eine Empfitidlichkeit, welche diejenige der spectralen Natriulnlinie iibertrifft.
Da nun allerdings auch die Alkalien uiid andere Stoffe
Farbenver;inderungen der Curcuma bemirken, die ins Rothe
spielen, die zwar ein geiibter Beobachter sofort unterscheidet, so wird man nichts TJeberfliissiges vornehmeii, wenn
man auch die Spectralmethode z u Rathe zieht. Diese Lichtlinien sind vcrinogc ihrer Stellung und ibres eigenthiimlichen Aspectes etwas Untriigliches.
Da borsaures Bleioxyd in essigsaurein Nalron so zu sa-
254
gen vollkommen unloslich ist, so habe ich auch versucht,
die Borsaure aus eiiier Fliissigkeit dadurch zu gewinnen,
dais selbige mit Bleizuckerlosung und essigsaurein Natron
versetzt wurde. Der abfiltrirte und init essigsaurein Natron
gewaschene Niederschlag wurde dann auf ein Platinohr genommen und mit einem Tropfen Schwefelsiiure befeuchtet
in die Flamme gebracht. Ich habe in solcher Weise
aus 1 Ccm. der oft erwiihnten Boraxlosung einen Xiederschlag erhalten, von dem der fiinfzigste Theil etwa noch
nicht hinreichte, die Borsiiurelinie init Scharfe zu zeigen.
Es blitzte ein vielstriemiges Spectrum auf mit Linien im
Orange, Gelb, Grun und Blau, fast analog dein Bargumspectrum, vielleicht aber dem Blei eigenthiimlich. Es dauerte
nur einige Sekunden. Dieser Uinstand muh weiter verfolgt werden.
Die Anwendbarkeit der spectralen Borsaoreproben fur
Mineralien beweisen folgende Versache.
Axirzi t aus dern biindnerischen Oberland, in Granit.
Fein gepolvert, etwa 1 Milligr., init ebensoviel Flufsspathpulver gemengt und init einein Tropfchen Schwefelsaure
befeuchtet aaf dem Oehr eines Platindrahtes in die Flainrne
gebracht, wahrend man schon ins Prisma sah, gab sehr
schon Bo, und Bo, wiihrend einiger Sekunden. Spater Can
und Cap.
S c h t u a r a e r T u r m a l i n von Gnadenfrei iia Schlesien
aus Granit , und vom Gotthard in Talkglimmerschiefer gaben ebenfalls sehr deutlich Bo, uud Bo,. Mehrmals blitzte
die grune B a a zwisclien den beiden Borlinien auf. Sie war
dein Flufsspath zu verdanken. Besser ist es daher statt
desselbeii reines Fluorammonium anzuwenden.
Es wurde hierauf auch das M u t t e r y e s t e i n d e s G o t t h a r d e r S c h o r l s ebenso untersucl~t. Sofort zeigten sich
die kraftigen Linien B o , und Bo,, die aber bald versrhwandeli , urn ein anhaltendes Litliium -, Kalium- und Calciomspectrum zu geben. Die Menge des Lithium scheiiit sonach im Gotthnrder Talkschiefer relativ nicht nnerheblich
zu seyn.
255
Auf dieselbe Weise reagirte der Gottharder C y a n i t .
Bo, und Ro, sehr glanzend, nnd seiii Muttergestei~i der
gelbliclie Talkglimmerschiefer.
Da der Axiiiit nach R a m m e l s b e r g bis zu 6 Proc. Borsiiure enthalten kann, und vorausgesetzt, der meinige hatte
sich auf diesem Maximum befunden, so ware die Empfindlichkeit der Probe noch
6
Milligr. gewesen. Die T u r -
n e r 7sche Lothrohrprobe giebt unter gleichen Urnstanden
wohl auch noch eiiie grune Saumung
- der Flamine, die aber
durcli die Natriumreaction sclinell verdeckt wird, und aufserdem kann man nicht wissen, ob sie nicht von Baryum,
Kupfer u. s. w. herruhre.
1 Ccm. meiner Boraxlosung , zur Halfte eingedampft,
davoii I Tropfen auf dein Platindraht mit Flufsspath und
Schwefelsaurc versetzt, gab sehr schon die drei ersten Borsaure-Linien.
Da mir augenblicklich die Zeit mangelt, auf Untersuchung eiiier grofsern Reihe von Mineralien in dieser Richtung einzutreten, so schliefse ich mit diesen wenigeu Andeutungen eiiistweilen ab und gehe uber zuin Kupfer.
Soviel scy noch erwahnt, d a b die mit der Borsaure
soiist gewohnlich zusainmengestellte K i e s e l s u u r e wegen
ihrer Schwerfluchtigkeit nicht geeignet erscheint durch die
Spectralinethode erkaunt zu werden. Eine sehr reiiie stanbige Kieselsaure gab sowohl fur sich als wit Salzsaure oder
Flufssaure befeuchtet nichts als, ganz schwach auf schwarzein Grunde, die einsame -Natriumliuie.
I
6 ) a. K u p f e r .
Jederinann weifs, das kupferiie Gegenstande, wenu sie
von einer Flamme bestrichen werden, dieselbe oft selir intensiv smaragdgrun farben. Diels thun auch alle Kupfersalze mit Oxydul oder Oxyd zur Basis; die Verbindungen
des Kupfers aber mit den Chloriden (Chlor, Brom, Iod)
gebeii eine schiiii azurblaue Flamme, an deren Rand nach
aufsen oft noch purpurrothe Streifen auftreten , wahrend
256
sie iiacli iniien zu mehr und niehr smaragdgrtin wird, und
schliefslich gaiiz diese Farbung annimtnt. Beim Iodkupfer
ist das Azur am wenigstcn hervortretend und es ist sogar
wahrscheinlich, da€s dasselbe eiiiem Gehalt der Iodwasserstoffsaure oder des Iodes an Chlor zu verdanken war.
Rringt inan auf eiiien Platindraht etwas krystallisirtes
Kupferchlorid und fuhrt denselben in die Flainme wahreiid
man gleichzeitig ins Prisma sieht, so wird man von einein
ariherordentlich glaiizvollen Spectrum iiberrascht , wie ich
schon ohen angedeutet habe. Leider ist die Erscheinung
von so kurzer Dauer, dais es uninijglich wird, allc Linieii
gleichzeitig zu fixiren. G a i n dasselbc ist bei Bromkupfer
der Fall. Kupfervitriol, salpeicrsnures Kupferoxyd uiid andcre Sauerstoffsalze geben die Erscheinung etwas andauernder, doch nicht so glanzend im blauen Theil; nichts destoweniger sind die Linien in Blau auch vorhandeii, obschon
die Flamine rein smaragdgrun ist. Schwefelsaures Kupferoxydaminoniak giebt fur sich eine griinc Flainme und mit
chlorsaurem Kali verpufft eine blaue. Wahrend des Abbrennens des Gemenges ist das Spectrum bleiidend und inaii
kann seine Linien zahlen.
Urn indessen uber Zahl und Lage der Liiiien inoglichst
ins Reine zu kommeu, habe ich ein einfacheres Rlittel vorgezogen, das ein Spectrum von der Darxer mehrerer Minuten gieht.
Ein Stlick feines Messingdrahtnetz (Kupferdrahtnetz stand
inir nicht zii Gebotc) wurdc um eii:en zieinlich dickcii Kupferdraht spiralartig umgewunden , sodanu in Salzslurc getaucht und iiber die B u n s c n ’ s c h e Lampe geschoben. Es
erschien eine inteiisive Kupferflamme, ansgebreitet blnu init
purpurrothem und grunem Saum, spater mehr und inehr
grtin werdend.
Das Spectrum dieser Flainme war aufserst brillant. Wahrend iin AUgemeineii Linie ail Link sich drangte, inofsten
einein jedoch sofort zwei breitere dunkle Zwischearaume
in die Augcn springen, wovon der eine zwischen Gelb rind
Griin init einein braungelben, der andere in Blau mit einern
257
tiefblauen Lichte iibergossen war. Es sollen nun die einzelnen Linien nach den Farbentiinea von Roth nach Blau
fortschreitend beschrieben werden. (Da Chlorzink fur sich
kein discontinuirliches Spectrum giebt, so ist das eben erwahnte als lediglich dem Kupfer angehorend zu betrachten.)
Curminroth. Zwei Linien, die aufserste haarfein an der
Stelle von L i n , die zweite ziemlich breit aber etmas verschwommen mit einer feineii Strontiumlinie zusammenfallend.
Nach einem dunkelii Zwischenraum kaum halb so breit als
die zweite roth folgt:
Orange. Zwei Linien an der Stelle von S r n und Ca a.
Gelb. Eine Lillie bald mehr oder weniger breit a n der
Stelle von N a a und daher wohl nur dern Natrium angehiirend.
Es folgt jetzt ein breiter Zwischenraum blufsgelb, jedoch mit braun iiberschattet, sehr constant und wie es
scheint entschieden charakteristisch fur Kupfer.
Gelbgriin. Zwei breite Linien, jedoch so verschwommen,
dafs inan sie nur schwierig und bei haarfeiner Spalte als
getreniit erkennt. Die erste coincidirt mit Bay oder 1 iin
Flammenspectrum.
Lichtgrun (NTiiance des Schweinfurtergrun ) vom Gelbgriin k a u m getrennt; zwei Linien wie vorige, verschwommen. Gewohnlich nur als ein Streifen erkennbar. Die
zweite fAllt niit Bap, oder 2 im Spectrum des innern Flamincnkegels, auch i n i t Bo, zum Theil zusammen.
BEaugriin. Zwei bis drei Linien durch schmale dunkle
Zwischenraume von einander getrennt. Die erste erscheint
mitiinter dem Auge mehr grasgrun, wahrend die dritte bisweileii, je nach der Intensitat des Spectrums, mehr hellblau
genannt werdeii kann. Die dritte coincidirte mit Blau- von
Baryum oder Bo,.
Ich mufs gestehen, dafs mir die Nuance dieser griinen
Liiiien nicbt immer gleich erschieiien ist, das Auge wird
durch den Lichtglanz leicht iiberreizt und ein Anderer mag
vielleicht anders sehen.
Im Allgemeinen sieht man nach dem braungelben ZwiPoggendorff's Annal. Bd. CXV.
17
258
scheiirauui einen breiten gelbgriineri Streifeu, hart a n diesem
einen mehr ausgesprochen grfinea. D a , wo diese beiden
aiieiiiaiider stofsen, haben die Linien etwas Rundung, wahrelid die erste Gelbgrun und die zweite Lichtgrull mehr
flach sich darbieten. Die Liiiieii in Blaugrun erscheinen
ebenfalls wie runde Stabe.
Blau. Nachst der dritteii hellblaugrunen eine wenig
entwickelte dunklere Blau.
Nunmehr folgt dcr breite duiikelblaue Zwischelirauin
der elwas Traiislucides a n sich hat. Ich will ihii das "Cyan;
hlaun nennen. Seine Stellung ist eine solche, dafs die blaue
Stroiitiumlinie etwas jenseits seiner Mitte ihn durchschneidet. Dieser Zwischenraum hat zia seiner Graiize nach Violett hin eine etwas matte aber ziemlich breite rein blaue
Linie, der, nur durch einen schinalen dunklen Streifeii
getreiint, zwci hellleuchteiide gewolbte gleich breite Liiiien
folgen.
Violett. Dieser Ton hat n u r eine Linie aufzuweiseii,
die sich nach eiiiein schmalen dunkeln Zwischenraum in
gleicher Rreite den drei blaiien anschliefst. Von hier a n setzt
sich das Violette gleichmafssg aber scliwach fort. Die Violette von Kaliam wiirde man erst nach einem Zwischenraum von der Breite dcr vier letzten Linien zusaminen wahriielimen. Der Rauin zwischen ihr und der violettcn Cn ist
d a m ganz schwarz.
Recapituliren wir das Beobachtete, so haben wir:
2 Lniien io Roth
2
orange I 4
(I
8)
Gelb) Na.
Ein breiter braitngelber Zwischenraiuin.
2 Linien in Gelbgrtin
2
Liclitgriiu
'i
3
Blaugrun \
JJ
1)
1)
1)
3)
i
Ein breiter blauer Zwischciiraum init eiiier unklaren Linie nachst Rlaugrun.
3 Linirn in Blau
1 .\7iolett
4
Sumiiic 16 hellr Kupferlinien.
1)
J)
1
_ _ _ _ I
259
Zu dieser etwas abgeanderten Farbenvertheilung hat inich
die Betrachtung des Spectrums durch ein blaues Kobaltglas gefuhrt. Dasselbe liefs vier Farbentiine durch, wie ich
mich leicht uberzeugte, wenn ich dasselbe vor ein kleines
Loch im Fensterladen stellte und alsdann den blauen Lichtstrahl init einem horizontal vor’s Auge gehaltenen Prisma
auffing. Auf den Laden projicirten sich vier Kreise, der
oberste ganz isolirt , carininroth, Licht von der Brechbarkeit K a a , resp. A. Der zweite weit kleiner, gelbgriin und
viillig isolirt. D e r dritte im Durchschnitt init dem blauen und
violetteii, blangriin, grofs, sich elliptisch erweiternd. D e r
riolette oline sciiarfe Granze, divergireiid und starke Iradiatioii zeigend. Dern entsprecheiid erschienen im Kupferspectrriin allc rotlien und gelben Tone ausgeloscht. Dasselbe beganu erst mit einem schmaleii Streifen Griingelb;
es war das Eirht der ersten Gelbgrun, das a n den brauiien
Zwisclienrauin granzte. Das ubrige Griin w a r ganzlich ausgeloscht bis an die zweite Blaugrun, von hier a n bis an die
Grgnze des Violett alles sichtbar; aber der blaugriine T o n
ragte his in den blauen Zwischenraum hinein.
Soinit ware das Kupferflammeospectrum, soweit die Genauigkeit mrines Apparates es zuliefs, fixirt l ) . Man sieht
die griinen T o n e uhertreffen die blauen und rothcn uin
das Doppelte.
Fragt man jetzt nnch der Empfindlichkeit und pralctischen Brauchbarkeit dieser Reaction, so fallt das Urtlieil
auf den ersteii Augeiiblick ungiiiistig aus.
Es kann nanilich eine Flainine durch Kupfer sehr intensiv
smaragdgrun gefsrbt seyn, uiid doch nimmt man im Spectrum keine Linien wahr, statt derselben iiur inehr eiiien
1 ) W e n n irh
von Coincidenzen der Knpferlinien mit denjenigen drr Alkalien und alknlisclren Erdenmetalle sprach, so hat diefs nur aiif meinen,
nicht zii Rlessungen geeigneten, ,Qpparat und mein huge Bezug, und ich
begebe mich daher selbstverdindlich der Anspriiche auf absolute Genanigkeit, die ieh, so wiinschenswerth sie mir aueh erschien, mit meinen %litteln schlerhterdingc nirhl rrreirhen krinnte.
17 *
260
verwaschenen breiten lichtgriinen Streifen und von Blau so
zu sagen nichts.
Das miifste man allerdings wenig einpfindlich nennen,
wenn nicht der braungelbe Zwischenrauin das Griin nie fehlend besaumte. Hieran ist das Kupfer jederzeit zu erkenlien iind jede noch so schwach durch Kupfer griinlich gefiirbte Flamine zeigt ein von Braun gesaumtes Grun, das
urn so inehr auffallt wenn auch die Natriumlinie, die sich
iibrigens so zu sagen uogerufen licrzudriingt, vorhanden ist.
Liist man 1 Grm. krystallisirten Kupfervitriol in 250 Ccm.
W a s s e r , das mit Salzsaure oder Chlornatrium versetzt ist,
nimint davoii einen Tropfeii auf ein Platiiiiibr und bringt
ihn in die Flamme, so h a t inan Anfangs eiue lebhaft m a ragdgriine Farbung, die im Momente, wo der letzte Theil
verdampft, lasurblau aufblitzt. Iin Spectrum gehen entsprecliende Erscheiauiige~ivor sich. hifangs ein lichtgrijnes gestriemtes Feld init dein brauncii Zwischenrauin uach N a a,
zum ScliluCs blitzen die vier transcyarien Linien auf. Die ganze
Erscheinung daucrt aber nicht vier Sekunden. Wegen einer
S p u r am Platindraht hangen gebliebenen Kupfers bleibt die
Flainme schwach griiii gesauint, erliennbar irn Spectrum darch
den braunbegrSnzten lichtgriinen Streifen. Etwas Chlornatrium auf den Platindraht gebracht, macht dns Griiri des
Kupfers i n der Flamme verliischen, aber ehenso auch das
Braun ini Spectrum, erst spater, nachdem der griifste Theil
voii Na C1 verdainpft w a r , erschien es mir wieder.
I Grm. Kupfervitriol enthalt 256 Mgr. Kupfer. Diese
auf 250 Ccm. vertheilt, inaclit einen Gehalt von etwas inehr
als 1 Mgr. C u pro Ccm., soinit in jedem Tropfeii circa
1
- Mgr.
2x5
Hieraus geht freilich hervor, dafs die Kupferreaction zu
den relativ unempfindlichsten gehort auf dcm Gebiete der
chemischen Spectralanalyse.
Urn eiiie Vorstellnng zu gewinuen von der Empfindlichkeit der gewohnlichen rein chemischen Reactionen init
Ammoniak und Ferroc~ankaliurnwurden folgende Versuche
angestellt :
26 3
1 ) I Ccw. der Kupferliisung init 1 Mgr. Kupfergehalt
(noch hellblau gefarbt) wurde iiiit 1 Tropfen concentrirter
Ammoniakflussigkeit versetzt, wodurch die Farbe sich in’s
Tiefblaue anderte. In einer Mefsrohre voii 7,sMm. Lumen
und 21 Mm. Lange eines Ccm. Raumes wurde init destillirtein W a s s e r bis zu 10 Ccm. verdiinnt. Die F a r b e war
im Ganzen noch wohl erkennbar blaulich; uber weifsem
Papier vertical betrachtet schiin azur. Bis auf 2 Ccm. abgegossen bei verticaler Betrachtung nur noch schwach blaulich. W i e d c r auf 10 Ccni. verdiinnt, soinit iiur noch 0,2
Mgr. Kupfer ini Ganzen. Totalanblick : kauin mehr entscheidbar gefarbt. Vertical: schwach blaulich. Noch eininal bis auf 2 Ccui. abgegossen. Vertical sehr schwach blaulicli; successive bis auf 5 Ccm. verdunnt war bei dieser Verdunnung die FYrbiing bei verticaler Betrachtung so gering,
dafs ihr diagnoatischer W e r t h = O . Sauerte inan aber die
IAsung an und fugte einen Tropfen Ferrocyankaliuni zu,
so trat noch eine durcli die ganze Flussigkeit w a h l erkennb a r e riithliclie Farbuns ein.
Hieraus ist zu entiielimen, dafs die B o y l e ’ s c h e Kupferpriifuiig init Aininoiiiak ihre Granze d a m erreicht, well11 in
1
5 Ccm. Flussigkeit sich iiur noch O,O4 d. i. 2 j Mgr. Kupfer
b efiiid en.
2) 9 Cc. einer Liisung von Kupfervitriol I-0,1764 Mgr.
rnetallisches Kupfer gaben rnit 0,2 Ccm. FerrocyankaliumIBsung noch eine deiitlich rothlichbraune Farbung; auf 2
Ccm. abgegossen und wieder auf I O Ccm. verdiinnt: Gehalt 0,0353 Mgr. Ueber weifsem Papier noch als blafs
rothlicli zu erkeiinen , dagegcn morgenroth bei verticaler
Durchsicht. Zum 2. Ma1 auf 2 Ccm. abgegossen, bei dieser
Lange der Flussigkeitssaule ( 4 1 Mm. ) n u r noch schwach
blafsrothlich. Nochinals successive auf 10 Ccm. verdunnt.
Hier die Granze. Bei verticaler Betraclitung hochstens ein
ungewisser gelblicher Schein. J a schon bei 5 Ccm. inijclite
die praktische G r ~ n z ezu setzen seyn. In den letzten waren also 0,007 Mgr. Kupfer zuruckgeblieben, die auf 5 Ccm
262
vertheilt bei verticaler Anschauung eben lroch zu erkermerl
waren. Die Ernpfindlichkeit dieser Probe steigt soinit a u f
1
Mgr., d.
11.
auf circa das Funffache der Boyle’schen.
Aber beide-Proben erreichen, wie inan sieht, noch niclit
die Empfindlichkeit der spectralen Prufung.
Uin die pral\tische Braiichbarkeit der spectralen Kupferprobe zu beweisrn, miigen hier folgende Beispiele von Mineralprufungen ihren Platz finden. Anbei ist noch zu benierken, dafs von der Subsianz niewals inehr als hochstens
1 Mgr. mit etwas Salzsaure befeuchtet, auf den Platiiidrabt
genoininen wurden.
A 11 o p h a n von Tinaen Graubunden, griinlichblau in’s
Weifse. Leicht aufblitzeiides Kupferspectruni. Sehr deutlich erkennbar die vier transcyanen Linien. Spater lange andauernd das braunbes~umteGrun.
K u p f e r s c h i e f e r voii Eislebeii, schwara. Spectrum
brillaiit wahrend 5 bis 6 Sekundeu. Farbt iibrigens schon
die Flainme so intensiv blau, roth und grun, dafs der Kupfergehalt unverkennbar.
K a 1 a i t auf Kieselschiefer von Steine bei Jordansmuhl
in Schlesien. Blaugriin. Nur die Linien in Blau, dagegen
keine in Grun, sondern bloh der breite Streifen init dern
braungelben Zwischenraum, dieser aber deutlich.
K i e s e l k u p f e r von Dillenburg in Nassau. Spangrun.
Intensives und 5 bis 6 Sekunden audauerndes Kupferspectrum.
E h Zit von RheinbreitDach. Nierenforniige strahlige Masse,
schwarzgrun, in Quarz. Bis ins kleinste Detail ausgebildetes
sehr brillantes Spectrum; 8 bis 10 Sekunden.
F a h l e r a aus Bunden: W i e Ehlit.
S e le n b 1 e i von Tilkerode am Ham, rothbraun.
Die transcyanen Linieii deutlich, die im Gruueo unklar.
Daner hochstens 2 Sekunden.
R o t h e M e r g e l s c h i e f e r init spangruneu Fleclicn (Verrucano). Anstehendes Gestein auf den Fruttbergen Sudlich
,
263
tmn Stachelberg. Nur der brauages~uintegriine Streif. Hier
wurden etwa 2 Grin. des Schiefers init concentrirter Schwefels8ure gekocht nalie zur Trockne verdampft, init HCI. ausgelaugt, die Fliissigkeit auf den Draht genonimen. Nebenbei
zeigte sich bei dieser Probe noch die rotlie Kaliuin- uiid
die beideii Calciumlinien.
6 ) b. Spectrum des elektrischen Induclionsfunkens.
Nachdein ich das Spectrum der Kupferflainaie soweit
untersucht hatte, iuteressirte es mich zii wissen, o b das
Licht des zwischen Kupferspitzeu iiberspringeiideii elektrischen Funkens sich zu einem ahnlichen Spectrum nus einauder lege.
Ich benutzte hierzu eiiieii P o g g e n d o r f f ’ s c h e u Inductioilsapparat aus der Werkstltte des Hm. S t o h r e r ill Dresden. Die gewobnlichen Fiinkenzieher wurdeii weggenorninen uiid statt dereri eiiie Vorrichtuiig ein~esetzt, welche
erlaubte beliebige Metalldr&hte in verticaler Richtung iiber
eiuandcr zu stelleti uiid ihre Spitzeri sich beliebig iidhern
zu lassen. Die geuauere Beschreibung wird mail inir erlassen, da sie unwesentlich ist und die hb&ideriing lediglich den Zweck hatte, deli Funkeii vertical statt horizoiital
iiberspringeii zu lassen.
Zwei Kupferdrahte circa 1:’ lang uiid 1 Mm. dick, fein
zugespitzt wurden eiiiaiider auf 3 Linien Schlagwcite gegeniibergestellt uiid der Apparat init 6 Bunsen in Thatigkeit gesetzt, naclidein er so vor ineiuen Spectralapparat gestellt war, da€s der Funke durch den Spalt geseheii werden
konnte. Das Spectrum erscliieii entsprechend als ein schiiiales Baud wit sehr scharf hervortreteuden hellen Linien.
Diese erscliiencn gewissermafsen auf cinein continuirlichen
$vie transpareuteir Spectrum. Die game Erscheinuug bot
indefs keineswegs den Aiiblick des Flamineiispectrams. Es
fehlte sow0111 der eigenthiimliche braune als blarxe Zwischenrauni und die Lage der Liiiieii war vielfach cine an-
264
dere. Die h i e n siud nicht genau verificirt. Ich konnte
diefs init meinem Apparate Iiicht bemerkstelligen ; Flainme
und Funke fielen nicht in dieselbe Ebene und deshalb machte
sich eine Parallaxe geltend.
Eine approximative Verificirung habe ich iibrigens so vorgciiouimen, dafs die schornsteinlose Flamme zwischen Spalt
und Funke gestellt murde. Uiiter dem Funkenspectruni
erschieneii dann auch noch die vier Linien des innern Flammcnkegels. Durch Fiirbuiig der Flamme uiit verschiedeneli
Substanzcn suchte ich die beziiglichen Coincidenzen zu COW
statiren. Im Ganzen ziihlte icb 12 durchsetzende Linien,
cine Zahl anderer schieii gleichsam nur durch leuchtende
Yunkte am obern und untern Rande des Spectrums angedcutet uiid wzren vielleicht hervorgetreten durch Anwenduug eines starker wirkenden Apparates.
I)as Roth schnitt an der Stelle von L i a scharf ab, die
Grsnze des Violett war unbestinimt. Die Vertheilung der
Linien auf die einzelnen Farbentiine war folgende :
Farbentone
N u und Ausschen der Linien
-
Roth
Orange
Gelb
1) Scbw a ch
2 ) Matt
Gelbgriin
i
Lichtgriin
i
Blaugriin
Blau
Violet t
!
i
3) Intensiv g1:inzend
4) Schwiicher
5 ) Undcutlich
s, Ziemlich hell
7) Breit, sehr intensiv
8 ) Matt
9) do.
10) Breit, intensir
11) Verschwoininen
12)
do.
Stellung
Na a
Bay
Ba p
Sr 6
cu,6
Die Linie an der Stelle von Na a wird durch den
Glanz der nahen gelbgrunen so abgeschwiicht, daCs inan
geneigt ist, ihre Farbe fiir orange zu e r k l k e n , wiilirend
man Gelbgriin fur reines Griin nimmt.
265
Setzt man an die Stelle des einen Yoldrahtes eiiien
Platiiidraht ein, an dein sich etwas von einer Liihion- und
Kaliperle befindet , so erscheinen im Funkenspectrum auch
sehr deutlich K a a und Kap, sowie Lia und Lip. Die Lithiunilinie bildet d a m den scharfen Schlufs des Rothen, und
nach einem breiten gaiizlich schwarzen Zwischenrauin folgt
erst Kaa. Mit sehr grofsen Kuhinkorffeii lassen sich vielleicht andere sehr schwerfliichtige Verbindungen in solcher
Weise elektrolysiren und entsprechende Spectren erhalten.
Ohne auf-die nahere Bedeutung dieser elektrischen Spectrallinien einzutreteii , erwahne ich nur, dafs ich bei Einsetzung von Silber, Gold, Eisea, Zink oder Wismuthdrahten,
als Funkenzieher, durchaus keine wesentliclie Abanderuiig
des Spectrums wahrnehinen konnte. Es waren inuner wieder dieselbeii Linien zu erkennen. Einzig das Blei gab im
aufsersten Violett coiiicidirend init Ka p zu den uhrigen
iioch cine breite sehr helle Lillie, entsprecheiid der violetten Glorie, welche die negative Polspitze umgab.
Es ist bekannt, dafs W h e a t s t o n e , F o u c a u l t , D r a p e r , D e p r e t z und M a s s o n '), welche sich hauptsachlich
mit der Analyse des elektrischen Liclites beschaftigt haben,
zu andern Resultaten gekoinmeii sind und fur jedes Metal1
eine grofse hnzahl besonderer Linien constatirt haben. So
soll sich das Silber durch eine ~ r a i everte d b n e'clat bblouissalzte auszeichnen; das Kupfer sol1 sehr viele Linien in R h o ,
Grfin und Violett habcn; Zink zeige ein auffallei~desApfelgriin; Gold, viele gelbe und oiolette Linien; Wisinuth soll
mit griineii Liiiien sehr reich ausgestattet seyn usw. - Vier
Linien, j e cine ini Rothen, Orange, Gelben uiid Griiuen,
sollen allen elektrischen Spectren gemein seyn. Auch sey
der Charakter ganz derselbe, werde der Funke durch eine
Maschine, eine einfache voltaische Kette oder auf deni W ege
der Induction erzeugt.
Es fallt inir naturlich nicht ein, in die iibereinstimmenden Resultate so beruhinter Forscher Mifstrauer~ zu setzeii,
doch k a m ich auch nichts anderes constatireii, als was
1) Vergleiche J. G a v a r r e t . Truilk dr Phlecfricith T. 11, p . 525-535.
266
ich mit deii voii inir gebrauchieii Apparateii selbst gesehen
habe I ) .
( S c t i I u f s ini n z e t i s t e n H e f t . )
IV.
Ueber die Diutherrnansie der Medz‘en des
Auges; von R. F r a n z .
___-
I>as Spectrum, das durch eiu klares Prisina hervorgerufen ist, zeigt unsereiii Auge den grofsten Lichtglanz, also
das Maximum der Lichtwirliung, im Gelb. Uiisere therinoinetrischeii Apparate weiseti das Maximum des Effectes
eiiies S p e c t r u m n u r in selteiien Fallen iin Gelb nach,
oft irn Koth, oft auch jenseits dea Roth, ja sie beweisen
uns, dafs die Sonnenwirkung uiiter gunstigeii Umstaiideii
erst aufhort in einer Eiitferuurig voin Roth, wclche den
Abstand der Sufsersten cheiiiisch wirkenden Strahleii bedeutend iibertrifft. W i e lafst sich diese Erscheiiiung erklareu
bei der Aiinahine der durch so viele Versuclie uiid durch
die Zustiininuiig bedeutender Beobachter auf dieseiii Felde
so wahrscheinlich gemachten Identitztstheorie fur Liclit und
W g r m e ? M e 11o n i suchte die Erscheinung der grofsen
Lichtinteiisitat irn Gelb durch die Aiiiiahme zu begrunden,
dafs die Netzhaut uiiseres A I I ~ C Seine gelbliche Farbung
habe, die im Alter erblasse, danii aber durch eine gelb1) Ich liabe nac1itr:iglicli aucli von der schonen Arbeit A n g s t r i i r n ’ s viiber
die elektrischen Spectrena (diese Ann. 1555 Ud. 94, S . I l l ) Einsiclit
bekonimen und m i d i beleliren kiiiinen, dafs das v i m rnir gesehene
Spectrum der Luft, respective dern Stickstoff zukam. Jene leoclitenden Punkte wnren i n der That die Linien der IMetalle. M a n wird
finden, dafs rneirie 12 Linieii s o zu sagrn genau mit deii 12 wiclitigsteo
Linien A n g s t r o m ’ s iibereinstiinrnen. Die Position der letztern ist durcli
genaue Messung bestirnmt. So niufs ich deiin scliliefsen, dal‘s nrcin Auga
durch das titiufige Beob;tclrten eine aufserordentliclic Sicherlieit ini Bestimmen der Positionen erlarigt hat.
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