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Beitrge zur Kenntniss des Feldspaths.

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und der Typen zu vereinigen sind, m6gen die AnhSoger
derselben erklaren.
In eiuer folgenden Abhandlung gedenken wir die
Producte zu bescbreiben, wclclie durcli Einwirkring des
Kaliums aut die Verbindungen des Aethyloxyds mit den
Fettsauren gebildet werden.
VIII. Beilrcge zur Kenntn@ cIes FekEspaths;
von D r . H e r m a n n A b i c h .
D i e Untersuchungcn, deren Mittheilung ich beabsicbtige, sind dcm chemischeii Theile einer umfassendcren
Arbcit uber die geologischcu Verhaltnisse dcr Uaigegend
von NenpeI entlehnt, niit deren Vollendung ich gegcnwzrtig beschiiftigt bin.
Ihrem ursprunglichen Zusammcnhange entnommen,
diirften diese Untersuchuugcn, als Beitriige zur Kenntnifs
eiiies fur die Bildungsgescliichte der Ertloberflliche so
iibcraus wichtigen Mineralgeschlcchts, iu dicseu Annalen
um so eber eine Stellc finien, als sie viclleicht gccignet s i d , sich den Untersuchungen ergaozend anzuschliek e n , wodurcli Hr. Prof. G. R o s e das Iuteressc fur den
Gegenstand in dicsen Blsttern bcreits zu wicderholtcn
Rlalcn auf das Lcbhnfteste in Anspruch genoinmen hat.
Nnch der Besclireibung der Methode, welchcr icli
bei diesen und alinlichen Untersucliungcn gefolgt bin,
wcrtlc ich zu eiiier spcciellen Darleguug der Analysen
und ihrer Resullate iibcrgehcn, welcbe den Ilauptgegcnstaud dicser Abhandlung bildeo.
V'enn ich nun der Schilderung dcr erwiihoten Methode eine grilfsere Aufmerksamkeit widme, als e6, far
den ersten Bfick, mit der Tendenz diescr Aiinalen vereitibar erscheinen uiilchte, so geschieht dick einual, urn
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dem Anrechte des Lesers, den W e r t h der gegebenen Resultate a n einer genauen Angabe der Methode selbst prtifen zu kdnnen, auf das Vollstzodigste Genuge zu leisten, the& und hauptsschlich aber, Urn darzuthun, in
wie weit es mir gclungcn ist, einein schon vor liingerer Zeit von mir in Anwendring gebrachtcn Verfahren,
die Zerlegung schwer aufschliefsbarer Fossilien zweckmiikig vonubereiten, einc meiterc Ausbildung zu geben,
uud dasselbe mit Verineidung der noch daran haftenden
Mlingel auch fur kieselgessucrte, den Sluren widcrstehende FossiIien geschickt zu macheu.
Der Erfolg eincr a n sicli brarichbaren Metbodc kann
leiclit an der Unbekanntschaft mit anscheincnd geringfiigigcn Handgriffen und Vorsichtsmafsregeln scheitern, welche nur durch eine llngere Erfalirung gewonnen wcrtlen
kilnnen.
Diese Ucberzeugung und der damit.verbundene Wunsch, fur Dicjenigcn, welche den von mir eingeschlagencn W e g priifen wollen, die Gefahr des Miklingens zu verringern, wird mich, wie ich glaube, gegen
den Vorwurf ungebuhrlicher Weitliuligkeit schutzen.
-
Die Anwendung des kohlensaiircn l3aryts als AufschlieLungsmilte1 fur kieselsaure Verbindungen ist keinesweges neu. Jcdoch spielte dieselbe in den HSnden
der Analytiker immer inelir die I\olle cines untergeordnctcu Hulfsmiltels, zu einer directen, aber gesonderteii
nestimmung der Alkalien zu gelangen, und crliob sich
nic zu einer ausschliellichen, die Genauigkeit der Aiialpse unfehlbar sicbetiiden Auwendung.
Die von nrir erkannte Eigcnthulnlichkeit dieses SaIzest in der Weifsgluhhitze seiner Kohlenszure ganzlich
beraubt und zugleich mit deli stsrksten kaustischen Eigenscliafteu begabt zu werden, schien der Beachtung entgangen zu segn, so sehr auch die interessauten Versuche von D o e b e r e i u e r und B e r t h i e r ') d a m geeig1) D i m Anmlen, Bd. XV S . 243 uqd Bd. XIV S . 100.
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net waren, die Aufmerksamkeit auf das Verhalten des kohIensauren Baryts im Feuer zu Ienken.
N u r auf Grund der von inir ' ) gewonnenen Erfabrung konnte ich mit Erfolg versuchen, den kolilensauren
Baryt als Zerlegungsrnittel fur die Alutninate zu benutzen,
deren Untersuchung ich oline denselben nicbt gewagt hab e n wiirde.
Bei einer spatercii Untersucliung des Cyanits, Andalusits und Staurolitlis, deren Mittheilung wegen Mangels
an Vo1lst:iiidigkeit der beabsichtigten AnaIysen bis jetzt
untcrblieben ist, bewiilirte sich der kohlensaure Baryt
auf gleiclie Weise.
Die genannten Korper wurdcn im Slalilinilrser zertriiminert, und das in der Achatschale zutn mafsig feineii
Pulver geriebenc, durch Salzsiiure gereinigte I'ulver init
d e r lfacben Menge kohlensauren Baryts einer viertelstiindigen Wcifsgliihhitze ausgesetzt, worauf sich das Ganze
ohne Brausen in Salzs;iure vollstjindig libte. Versuchsweise init Corund- und Zirkon- Pulver in gleicher Bezichung angestellte Vcrsuchc! fielen, wie zu crwarten,
giinstig a m , und nunniehr war die Anwendungsfiihigkeit
des kohlensauren Baryts, als das vollkominenste Schmelzmittel fur a h , auch die hurfeslen in der Ndw vorkommenden Mineral-Kiirper'aufser allen Zweifel gesetzt.
--
Nach diesen Erfahrungen ging nun inein vorziigliches Bemiilien dahio, fiir das ein- fur allemal gultig anerkaunte Mittel das rniiglichst cinfache und zweckuMsige
Verfahren, sowohl beini Schnielzproccssc sclbst, wie auch
fiir den weiteren Gang der Untersucliung, brsonders solcher Kieselverbindungen zu ermitteln, bei welchen es auf
rnbglichst scharfe Trennung , vorziiglich der Talk- uiid
Kalkerde, so wie des Mangans yon den Alkalieu ankommt.
1) Diuc A M ~ C D ,Bd. XXIll S.308.
128
Das Verfahren, wie ich dasselbe in diesen Annalen, Bd. XXIII S . 308, angegeben babe, mochte f i r die
Natur der dort untersuchtcn Fossilien geniigen;
bci
den Doppelvcrbindungen der Silicate bcdarf die Analyse
indefs wesentlicher Abanderungen, deren Angabe den
Bemerkungen folgen wird, wclche dcn Schlnelzproceb
betreffen.
-
D e r Sclr me1 z p rocers.
Die Eigentbiimlichkeit des sogcnannten S e f s t r 0 m ’ schen Ofens, in der kiirzesten Zcit und mit dem geringsten Aufwande von Brennmaterial die intensivste Weirsgliihhitze zu bewirken, verbunden mit seiner compcndiiisen Beschaffenbeit, und der Leichtigkeit, init Hiilfc desselbcn die verschiedenartigsten Operationen ausfuhrcn,
und, was von der grdfscsteu Bedciitung ist, ihrcn Vcrlauf von Anfang bis zu Ende beobachten zu kijoucn,
sind so eigenthiimliche Vorziige, dafs sie diesem Ofen
eine nothwendke Stellc in jedcm gut cingcrichteten Laboratorio anweisen mussen, so wie er dcon auch fur
den in Rede stehenden ZKeck unentbelirlich ist.
W e n n nun vou dicsen angedeuteten Eigenthiimlichkeiten , namentlich fur die Aufschliefsung solcher Kijrper, welche, wie die Mehrzahl der .4lkalien enthaltencu
Trisilicate, einer niindcr anhaltenden und starken Hitze
bediirfen, den mdglichsten Vortheil zu oichen und zugleich jede Gefahr eines Mifslingens zu vermeidcn, welchc das am erwshnten Orte l ) augegebene Verfahren
nicht ganzlich ausschliekt, bedient man sich am bestcn
zweier liessischen Tiegcl, dercu Hillic zu der des OfenInoern sich wie 1 : 3 veriialt, und zwar von einer milglichst starken Sorte, von dcucn dcr eine, fur bfter zu
wiederholenden Gcbrauch als permanente Basis dient.
In den andern, zur Aufnahine des Platiiitiegels bestimmten bringt inau eiue passeudc Untcrlagc, dic am bcsten
aus
1 ) Dicsc A n d . Ild. XXllI S. 310.
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aus Chamotte, und zwar von einer solchen Hahe geschnitten wird, d a b sie dem darauf zu bringenden Platinticgel eiueu Siiitzpunkt gerade iu dcr Mittc des grofsen Tiegels auweist. l)a bei dem Schmelzen des Baryts nur uiiter Uinstandcn ein sehr geringes Steigen der
Blasse stattfindet, so geniigt cin Platintiegel von mafsiger
GroCse.
1st die Mischung in letzteren eingetragen und
der gut scliliefscnde Deckcl fest aufgedruckt, so dafs der
volle Tiegel, ohtie Gefahr des Herabfalleiis, am gut befesiigteu Griffc des Dcckels auf und nieder gelioben werden kauu, so wird er, voti der vorerwjihnten ChainotteUnterIage durch ein S[iick Plntinblech getrennt, eiugesetzt. Den hessischen Uinfassuiigstiegcl verscliliefst man
nun wit eineui starken, ctwas iibergreifenden Deckel, lutirt dcnselben init der durch W a s s e r zu einein z3ben Brei
angeriilirteu Mischung von 3 TII. fein gcpulvcrtcr Chalnotte uud 1 Th. Aetzkalk, und briiigt den Apparat in
iniigliclist wagerecliter Stellung auf die Unterlage in den
Ofen. Die Feuerung begiunt uun langsam, und zwar
init gut ausgestiiubten Holzkohlen, 80 l m g e bis der allmalig bis oben anzufiillende Ofen, bei Unterhaltuug eines schwachen Zuges, uud mit ihm der hessische Tiegel
sich in VOIICF Gluth befinden.
flu11 erst wendet man
zur raschtn Erzeuguog einc'r starken Weikgluhhitze die
volle StYrke des Blasebalges an, und fullt den Ofen, sobald der Deckel des Ticgels wieder sichtbar wird, mit
gleichfiirmig zertrummcrten, die GriiTse eines Kubikzolles
nicht ubersteigcnden Coaks, welche vorher sorgfaltig von
Triirnmer, Kleiu und Siaub gereinigt worden.
Die Natur des zu untersuclienden Fossils bestimmt die Dauer
dcr Schmelzbitze. Bei Mineralien, welche hinsichtlich
der Schmelzbarkeit etwa iiiit dem Feldspath rruf gleicher
Stufe steben, geniigen S bis 10 Minuten. Andere, und
nainenllicli solcbe, welche wenig oder gar keine Alkalien enthalten, von denen durch zu langes Verweilen in
der Weifsgliihhitze durch Verfllichtigung etwas verloren
PoggcndorPa AMal Bd. L.
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gehen kbnnte, durfcn 15 Minuten iin Feuer b l c i b e ~ . SObald Dun die Coaks bis unter den L)cckcl des Ticgels
verzelitt sind, reinigt inan dcn erstercn veriiiiltclst eines
kleinen Blasebnlgcs von der darauf licgendcn Aschc, und
hebt init einer passciiden Zange vorsictiiis dcn Deckel
a b , dcssen leicht scliinclzbarcr Kilt schr gut 10s lafst;
hierauf wird dcr Platinliegel, in der Hegel nocli weifsgluliend, eutfernt, und zur Erkallung hingcstellt.
Hat
nun die Masse beim Oeffncn nocli cin kiirniges uiid kcin
zusainineiigeschinolzcnes oder scliaurnig verschlacktcs Ansehen, odcr ist Inan a m Mangel an Ucburig seiner Snchc
iiocli nicht ganz g e d s , so liil'st sirh dcr Tiegel lciclit
wieder einsclzcn, und noch einige Minutcii iin arigcnblicklicli wieder zu erzeugcnden Wcifsgluilifcucr crlinlten, wobei der Deckel rlcs Uinfassuagstiegcls wietlcr nufschuiilzt. 1st der Ofen cininel auf diese W e i s c iin Gnnge,
so ist eid weiles Fcld fijr seine Anwcndung gcbotcn.
In der kurzesten Zeit lassen sich, weiin die Mischungcn
in verschicdcncn Tiegeln prfiparirt sind, inelircre Annlysen aefsclilicfscn. Man kann in dcn Zwisclienzcitell
Erfahrungen uber dns Verlinllen dcr Kdrpcr iin Fcucr
fur sich, so wie uber den Verlust aiistrllcn, den sie bciin
Schmclzen erleiden , indcin die Reinlirhkeit unrl Lcichtigkcit der Bchnndlung dns genaueste Wiigeii der einzubringenden Gckifse zuld'st ; krirz cs lnsscn sich eiiic Mengc
von Resultateii von Wiclitigkcit erhaltcn, uiid TJntersuchungen anstellen, welclie oft aus Mangcl an den niithigeii Vorrichtungen, und der Schwierigkcit halber, sie
hinter einarider zu bescbnffen, unlcrbleiben iiiussen, uud
das Alles mit einein verhdtnifsmrkig selir geringen Aufwand a n heimmaterial uiid Zeit.
Sorgt inan nun dafur, dafs nacb Beendigung der Arbeit der Ofcn noch
gliihend ausgerlumt wird, so kaou der ginze Apparat in
langen Zwischenrauinen inehrere Male gebraucht werden.
Mit eioer gefirbten Brille, starken Handschuhen und einer Glastafel, zum Schutz des Gesichts gegen die strah-
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Iende W 3 r m e versehcn, Iassen sich alle Manipulafionen bei Versuchen vornehmen, 19.0 es darauf ankommt,
dcn Gang der Erscheinungcn, dercn Beobachtungen bei
Schmelzversucheu iiberhaupt oft wiinschenswerth ist, zit
verfolgeu.
Rathsam ist es, den Ofen miiglichst frei uud nur in
insfsiger Hiihe zu placiren, damit inan nach Bedurfnifs
sich dem Feuerraum von allen Seiten ungehindert 0%hcrn kijnne, was besonders danii nijthig is!, wenn die anzustellcnden Vcrsuche eine C l u ~ l ierfordern, bei wclchcr
der hcssisclie Tiegcl schnellcr als inan glaubt weich wird,
und dnun rasch zusnmmensinkt, wenn man nicht aufpassen uiid V O D allen Seiten mit gecigneten Werkzcugcn
zu Hulfe kommcn kann.
Das zu zerlegende Mineral
brauclit nicmals geschliiinmt zu werden, auch nicht bei
den hartestcn in der Natur vorkoinmcnden Verbindungen; cin insfsig feiu geriebenes Pulver geuiigt unter jeder Bcdingung, sobald cs init der dfaclien Mcugc kolilensauren Baryts vermengt ist. Leiclit zersetzbnre Kdrper liisen sich sclion bei drei Thcilen.
Es ist rathsam dcn anzuwendcndcn Baryt genau abzuwzgen, bei dessen Bereilung aus reinem, mehrmah umzu krys t a II isi r eud c n C hI o r ba ry u m ei n m ogl i chs t sorgfAI t iges Aussukenl zu empfehlen ist, indem bci noch vorhandencin kohlensaurem Ammoniak ein noch entsprechendcr
Antheil Chlorbaryum schon beim mafs'sigen Gluhen wieder gebildet wird.
Kach diesen Vorbelnerkungen wende ich micb nunmehr zu dein wciteren Gange der Analyse selbst, welchc man fiiglicli iu drei b e s t i i m t e Hauptlheila sondcrn
kann.
Die Analyse.
Ersfer Theil. Die gescbmolzene Masse, deien Aussehen, wie oben schon gesagt, selir verschieden seyn
kanu, und welche dem ungeiibten Blick oft fur unvoll9*
I 32
kolnmen aufgeschlossen erscheinen kana, - was sie aber
niemals ist, wenn in der angegebenen Weise vcrfahrcn warden, wird gleich nach dem vollstandigen Erkalten durch
leichtes Driicken aus dew Tiegel entfernt, und in einer mafsig grofsen Porcellauschale, mit conccntrirter SalzsIure
reichlich iibergosseii , einer gelinden Warme, am besten
i n Wasserbade, ausgesetzt.
Die Einwirkung der S3ure ist heftig und die ~ 0 1 1 stgndige Lfisuug erfolgt augcnblicklich, wobei es gut ist,
die Schaale vermittelst cines Ilinl3nglicli grofsen C'hrglases zu bedecken. Sobald sicli, in der Regel irn Verlauf
einer Viertelstunde, die Masse io eirien dicken Brei verwandelt hat, in welchem der Glasstnb nichts Festein
mehr. begegnet, wird sie mit ciner, zur Aufliisung nur etwas mehr als liinreichenden, Quaiititat Wasser versetzt,
und nach wiederholtem Umriihren alsbald der VerdunStUDg jin Wasserbadc zur staubigen Trockne uberlassen.
Eine starkere Erwiirmuug anzuwenden , ist unter keiner
Bedingung rathsam. Die Abscheidung der Kieselerde,
init Beobachtung dcr bekannten Vorsichtstnafsregelo, bcschliefst den ersten Thcil ber in drei natiirliche Abschnittc
zerfallcnden Analyse.
ZweiLer Theil. Die von der sorgfiltig ausgesufsten
Kieselerde geschieddne LGsung, Jeren Volurn wenigsteiis
zur Hdftc des Inhalts der griilsten Bechergl%er durch
Wasser vermebrt werden muis, wird nunmehr durcb coilcentrirtes Auimoniak, welches keine Spur von kohlensaurem. Ammoniak enthalten darf, gefallt, und nach vorhergegangener, durch Erwarmung uotcrstutzter Senkung
des gebildeten Niederschlags msglichst rasch, auf hinIanglich grokem Filtrum filtrirt , auf dcmselben vermittelst der Spritzflasche in die Enge getrieben und
sorgfaltig ausgewaschen , welcher Procefs als bcendigt
zu betrachten ist, wenn geringe Mengen des Wassers,
welcbe zur spateren Anwendung zuriickgestellt worden,
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durch verdiinnte Schwefelsaure keine Triibung mehr er1eid en.
Der getrocknete, scharf gegliihtc und gewogene Nieclerschlag wird hicrauf fein gepulvert , init Zurucklassung
der Filtrirasche in concentrirfer Snlzslurc gclbst, und
die Trennung der vcrschiedenen Basen auf die bekannte
Wcise vorgenommen. Die vom bernsteinsauren Eiscn
getrennte Flussigkeit wird jedoch zuriickgestellt.
Der Vorthcil, welchen das Gluhen und gemeinschaftliche Wiigen der durch Ammoniak gcf;illten Basen als
Controle fur dic Genauigkeit der Analyse gewiihrt, wiegt
kleine, mit diesem Verfahren verbundene Uebelsthde
vollkommen auf.
Enthalt n~inlicli die ZLI untersuchende Verbindung
auch Talkcrde ncben der Thonerde, so wird aus (Bd. XXIlI
S. 352 1. c.) angegebenen Griinden, ein geringer Antheil einer Verbindung beider Erden, mit Kieselerde gemengt,
sowohl bei der Aullasung des durch Ammoniak bewirkten Niedcrschlages wie auch bei Wiederaufbsung des
durch Kali ungeliist geblieheneu Ruckstaiides zuruckblcibcn, wenn derselbc nicht sehr anhaltend in der %henden Lauge digerirt worden war. Nur durch anhaltendes starkes Kochen in Salzsiiure kann diese Verbindung
gelijst mcrden.
Enthiilt das zu untersuchende Mincral Titanszure,
und ist dieselbe durch vorsichtiges Abdampfen dcr saw
ren Lbsiing in No. 1 berucksichtigt worden, so wird der
grofsere Theil dersclben sicb jenen Verbindungen beigesellen, von welchen er indefs our unvollkommen getrennt werden kann.
Drifter Theil. Sammtliche t a u g e n aus No. 1 mit
Inbegriff dejenigea, welche in No. I1 vom bernsteinsauren Eisen getrennt worden, werden nonmehr in einer
selrr gerYnmigen Schale, bis zu einem mafsigen, dcm friiheren vor der Faltung durch Ammoniak aber wenigstens
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gleichkomtnenden Volum eingedampft, und nach der Trennung eines bisweilen sich abscheidenden geringen, durcli
Zusatz von Salzsaure nicht verscliwindenden, Priicipitats
vou Kieselerde iin Becherglase, welches zur Vorsiclit in
eine leere Porcellanschale zu stelleii ist, auf dern Snndbade stark erhitzt.
Aus dem Gewichte dcs zum Aufschlicken angewcndeteu koblensauren B a r p wird nuninehr die zur Zerlegung desselben notbwendige Quantitit Schwefclssure
bereclinct, dicselbe im rniiglichst conccntrirtcn Zustande
abgewogen, und, durch die in No. I1 zuriickgcstcllten
schwefelsauren Reste des Aussiirsullgswassers verdiinut,
langsain der Flussigkeit zugcsetzt.
Xoch bcvor sich
d e r grobk6rnige Niedcrschlag vollstiindig gesenkt hat,
wird, zur Vermeidatig dcs S t o h e n s der Fliissigkeit, auf
dem Boden dcs stark erhitzten Glases, lctzteres zur Abkiililoug hingcstcllt. Die Aufgabe ist nuninelir, in der
jetzt bitiliinglicl~ geklgrteii Flussigkeit citi solchcs Vcrbaltnifs der Scliwcfclsiiurc zii dcin iioch iinincr vorhandcncn gcritigcn Antlicil von Chlarbnriuin Iierzustellcti,
dafs letztercr in miigliclist gcringcrn Ucbersclitik vorbanden bleibt. J e vollkominencr inan dicse Aufgabc liist,
um so mehr wird dcr Gang dcr weiteren Untcrsuchung
erleicbtert.
Nach Abscheidung des scliwefclsaurcii Baryts mcrd e n die Laugen cincr rnschen Verdainpfung iiberlassen,
und zuletzt im Wasserbade bis ziir gYrizlichcn Vertreibong der frcien Chlorwasserstoffssure eingedickt. Sacli
mafsigcr Verdiinnung rnit WaFser bewirkt inau n u n durcli
frisch bereitetes Schwcferwasscrstoff - Ammoniak , die FaL
lung etwa vorhandeiicri Maiigiim, uiid trennt hicrauf die
Kalkerde vermittelst oxalsaureu Amrnoniaks ).
IUas
jelzt beim Eintrocknen erhaltcue Salzgemengc, dcssen
-
1) Der gr6fste Theil des irn Ueberschufs gelassenen Barjtr T;illt mit
dem Kalt als oxalsaures Salr, und muL von demselben gctrcnnt
werden.
135
Voluin uin so gcriuger s e y n wird, j c sorgftiltiger man
in No. I1 einen uutzloseu U e b e r s c h u t von Aininoniak
vcrmiedcn hat, wird iu eioer uicinals bis zuul Gliilien
geslcigcrtcn Hitzc, am bcsten auf dcr stark erwjlrmten
Kapelle, durch lanasalnc Vcrdampfung von dem beigern cngt en Sa liii ia k bc [re it.
Die trocknen Salze digcrirt inan init vcrdiinnter Salzszure, und wsgt, nachdcin die saurc Liisung iu ciuer
turirten Phtinscliale zur TrocLuil's verdunstet worden,
die ganze R-lcnge des elhaltenen, allcin aus Chlorverbiuduugcn bestellenden Salzcs, wclchcs nebcn dcin geriiigcn Aiitlieil dcs nncb dcr F:illung des Kalks nocli gcblicbciien Baryts uod den vorliaudencn Alkalieii nocli
Talkerde entliallcn kann.
Mnii wligt jelzt ciuc Qiiantitzt krystallisirten cssigsauren Silbcrs ab, wclche hinreichen wiirde, uin ein dern
Salzgemcnge etwa glcichkommcndes Gcwiclit an Chlornatriuin ZII zedegen, und scliiittet dasselbe nach und nach
in einc, zu seiner Aufliisuug gcrade liinrcicliciide Mcnge
kocbciidcn Wnssers. Uie Liisiiug dimes, in kaltcni W a s ser sclirverliislichcn Salzes erfolgt, durch fortgesetztes Umriilircn unterstiitzt, sehr schiiell. Die gleichfalls von hciL e l n W a s s e r aufgenoinnicuen Salze mit dieser Liisuiig
kochcnd vermisclit, crzeugcn cinen Niederschlag, dcr sich,
abcr auch nur bci dem aagegebencn Vcrfnhrco, sogleich
vollstiiudig seukt. In der klnrcn Fliissigkeit lafst sich
nun der niitliige geringc Ueberschuls an essigsaurcm Silbcr, vermittelst eiuer Liisung dcsselben Salzcs, lciclit erkeniicu. Man trennt denselben, nach vollstiudiger Erkaltung dcr vom Chlorsilber abgeschiedenen Fliissigkeit,
durch eine geringe Meuge von Schwefelwasserstoffwasser, oder besser durch unmittelbare Eiuwirkuug des genannten Gases selbst.
Die spater durch hbdainpfen und Gliihen erhaltene
kohleusaure Baryt und Tallrerde wird sorgfdtig gewogen , und hierauf die Talkerdc als schwefelsaures Salz
-
136
bestimmt * ). Die kohlensauren, nunmebr ganz reinen
Alkalien werden als Chlormetalle gewogen, und hierauf
die Trennung vermittelst Chlorplatin, welches man aus
reioen Platinsalzen selbst bereitet hahen mufs, d a das
kaufliche fast iminer uureiu ist, mit ganz besonderer Beacbtung der Vorsichtsmafsregeln vollzogen, dafs die Abscheidung des I<ali d a m erst als vollstiiodig bewirkt betrachtet werde, nachdem wiederholtes Verdnmpfen des
im Ucberschufs niit Chlorplatin versetztcn Chlornatriuin
im Wasserbade keinen Nicderschlag mehr wahrnehmen
liefs.
1st das Chlorplatin cheiniscb rein und miiglichst neutral, SO genugen zwei Operationen vollsthtlig, liifst inau
cs a b e i bei ciner beiveuden, so wird der Kaligchalt immer zu klein angegeben werden.
Die voin Kali getrcnute alkoholisclie Flussigkeit Inuk,
d e r freiwilligen Verdunstu~ig Uberlassen, in dcutlichcn
Krystallen von Natri~iinplatinclilorid anschicfsen
hat
sich auch hicbei kein Kaliuinplatinclilorid abgescliieden,
SO ist die Trennung beidcr Alkalien absoIut gcwesen.
Das Eiitstehen der deiitlichen Natriuinplatinch~oridKrystalle, in einer die geriugste Menge yon Natron enthaltendcn LOsung beider Alkalien, giebt zugleich ein sehr
gutes qualitatives Mittel a b , uin sich von dcr Anwesenhtit des letzteren in zweifelhaften Fallen zu iiberzeugen.
Schliefslich mag liier noch eines kleinen Apparates
Erwiihnung geschehen, melclicr bei allen Abdampfungen
im Kleinen, und namentIich soIcher, wobei nur cine
miifsige Hitze angewendet werden darf, sich als zweckmiifsig bewiihrt. E r besteht ails einem leichten Kranze
von Platinblech, welcher, nach Art d e r Wageschalen, a n
Platindrahteh, welche sich in einem Hakeii vercinigen,
-
1 ) Gliiht man die essigsauren Salze in einer Porcellanschale,
so brauclit
man den Uebwschufs an Silber gar niclit weiter abzuscheiden; man
erhjlt ilin d r rein reducirtrs Silber bei den kohlensaurcn Salzen eu-
ruck.
137
an einem Anne der B e r z e 1 i us’sclien Lampe aufgebtingt
wird. Als Trager des, die zu verdampfende Fliissigkeit
cnthaltenden GefdCses, gestattet dieser Apparat, vermbge
der leichten Beweglichkeit seincs Aufhjlngepuiiktes, ein
willkiihrliches AnnShcrn und Entfernen voii dem Boden
einer leercn, durch die Spiritusflamme erhitzten Metallschale oder Scheibe in oder iiber welcher das Geftth
schwebend erhaltcn wird. Die Verdampfung solcher Salze
zur Trocknifs, welche gegen das Ende leicht decrepitiren,
geschieht auf diese W e i s e ohne die mindeste Gefahr eines Verlustes; auch wird der beabsichtigtc Zweck bei
grijfserer Sicherlieit vie1 schncllcr bewirkt als im bei
weitein umstandlicheren Wasscrbade, desscn Hitze in
vielen Frllen gegen das Endc olinehin nicht ausreicht.
Die Bestimlnungen des specifischen Gewichts, deren
i n dieser Abhandlurig Erwlhnung geschelien wird, erinittelte ich init flulfc eines kleinen kugelfilrmigen Glases
mit rnsfqig engem, oben urngebogcnem Halse und cingeriebenem Sliipsel, welches, rnit Wasser gefiillt , einige
20 Grm. wiegt.
Nachdem eine willkiihrliche, gewtibnlicli 3 bis 4
Grm. betragende Quaiititst des feiu gepiilverten Kijrpers
in dem iiber drei Viertel init W a s s e r gefullten Glasc
unter bfteren Scliiitteln Izngere Zeit in kochendem Wasser schwebend erhalten war, wurde dasselbe vollstandig
gefiillt, und im Wasserbade so langc einer langsainen
Abkiihlung iiberbssen, bis das eingehangte Thermometer 1 5 O K. zeigte. Hierauf wurdc dasselbe unter Wasser mit dem St.ilpsel geschlossen , sorgfaltig getrocknet
und nnn erst gcwogen. Der Inhalt des Glases wurde
alsdann in eine tarirte Schalc gespiilt und die Menge
des angewendeten Pulvers durch Abdampfen bestimmt.
Auch niich hat die Erfahrung belehrt, d a k die Bestilumungen des specifischen Gewichts der Mineralkhper immer unsicher nod triigerisch bleiben, wenn sie
nicht auf diese oder eine ahnlfche W e i s e angeslellt werden.
138
Durch die vorstehenden Bemerkringen wird die Methode hinlsnglich bezeichnet s e y n , dercu ich mich bci
den Untersuchungen bediente, zu dcreii speciellen Beschreibung ich nunmehr iibergelie.
In sofern Zeitersparnifs und Prscision, die wichtigsten Momcnte fur Untersuchuiigen so colnplicirter Art, rnz'r auf dew angegebeuen W e g e in cioem hshercn Grade erreichbar wurden, als bei Anwendung andcrcr, fur Kiesclvcrbindungcn
in Vorschlag gebrachter Mcthodcii, glaubte icli das Vcrfahrcii ciner allgcrncinen Priifung ancmpfelilen zu diirfco.
-
Die Untersuchung der cheinisclicn Zusamincnsetzuug
d c r verschiedenen Gesteinsrarictiitcn , wclclie in ihrcm
Zusaminenliange die mcrkwiirdigc trachytischc Formation
yon Ncapel begreifen, fiihrte iuich bald zu der gcwisscu
Verinuthung, dais in derselbcn - init Ausoaltinc! eiiics
vereinzclten und eiuer besonderen Erkliiruiig untcrliegenden Auftretcns in den Gesteinsbliickcn, wclclie dcr
Tuff d c r Somma umschlickt - durclinus kein Adulilr,
kein Feldspatli vorkomine, desscn stiirkerc Bosc ullcirr
durch Kuli vertrcten wird.
Directc Bewcise von Iiiilierer Giilligkcit, als diejcnigen , welche durcli vergleiclicnda Untcrsuchungen zusammcngesetzter Felsartcn zu gewinnen siud, koiintcn
sich fur diese Voraussetzuog erst aus der Annlyse dcutlicli ausgebildeter und voo freindartiger Bcimengung g h z lich freier Krystalle ergeben.
In dicser Dezichuug licferten mir nieine, niit bcsonderer Beriicksichtigung auf die cinstige Losung dieser
und ahnliclier Frageu geinacliten Samlnlungcn, das erforderliche Material.
I. D e r F e l d s p a t h d e s Epornoeo a u f I s c l i i a .
Die eigcntbumliche, in ihrer wahren Natur und Redeutung oft mifsverstandene, tuffartige Modification des
Trachyt, welche die Pfeiler der kiiliu entwickelten centralen Bergmassen von Ischia bildet, wo sie in nordwestlicher Hllhe in der grotesken Falanga, bei festerer
Natur des dort grunlich gefirbten Gesteins, urgebirgsahnliche Entwickluiig zeigt, und weiter iistlicli iin fernhin
meifslich lcuchtendcn Epolnoeo ihre griilste Hiilie erreicht,
umschliefst mit einer, beinahe zerreibliclicn und bis zur
vollstzndigen Uinwandlung ihrer urspriingliclien Natur zcrsetzten Grundinasse vollstrndig ausgebildete, tlieils in
kleinen Gruppen vorhandene Krpstalle eines Fcldspaths,
der in jeder Beziehung dem Begrifle, welcher voiii glasigen Feldspath aufgestellt worden, entspricht. Sein Bkitterdurchgang ist, wie bei griilseren Krystallen, lcicht mclsb a r , vollkoinlnen recbtwiiiklich. Bei sehr starker Abstuinpfung der scliarfcn Seitenkanten des symmetrischeu
Prisma erscheint die Mehrzahl der Krystaile' als Tafeln
mit vorherrsclieiider $1 FlZche. D i e meisten Krystalle
sind Zwillingsbildungen, nacli d e n Gesetze der Carlsbader und der vom Drachenfels am Rhcin, welche mit d e n
M Flachen zusaminenliegen. Die Enden der Tafeln
erscheinen abwechselnd durch P und c begriinzt. V o n
rissiger Beschaffenheit und einer selten 2 Linien ubersteigenden Griilse, bci einem Millimeter Dicke ist ihre
F a r b e wie die des Gcsteins, graulicliweifs mil einean Sticli
in das Gelbe. Iiinig verwaclisen init ihnen, oft die Krystalle durchsetzend, zeigen sich Korner von Titancisen,
ohiie scharfe Krystnllisation, schwarzer Glimmer in kinglicli Gseitigen Tafeln, und Fragmente eines dunkclgruuen
Fossils, deren Unvollkolnmenheit die bestiinmte Entscbeidung, o b es Augit oder Hornblende seg, zweifelhaft macht,
Alles Beimengungen, von denen es schwer halt, mit Ausnahmc des Gliinmers, Spuren in dcn Handstucken dcs
140
-
Gesteines mit unbewaffnetem Auge zu entdecken.
So
sind sie im Gipfelgestein des Epomoeo. W o die steilen
Absfurze des Berges gegen NW. die vertical zerklufteten Massen der Falanga blofs legen, nehmen sie an
Grsfse und Dicke zu, und theilen hier die vorherrschcnde
grunliche Farbung des Gesteins. Deutlich erkennbare
Hornblende, als begleitenden Bestandtheil der Gebirgsart,
babe ich nie wahrgenommen, auch scheint der Bcweis,
dafs dieses Mineral auf Iscliia SO gut wic ghzlich fehlt,
durch die Bcschaffenhcit des an den Kusten zu sammelnden Sandes gefuhrt, in welchem sicli (neben klaren
Bwchsliickcn von Feldspath) Obsidian, Perlsteiu, Titanit, Bimmsteintriimmer, Magueteisen u n d gruuer Augit,
letzterer oft in kleinen deutlichen Krystallen, aber kcine
Hornblende findet.
Nach gewonnener Ucberzeugung, dafs dieser Feldspoth durch concentrirte Salzszure bei Iangetn Digeriren
kaum inerklich angcgriffen wird , wurden vollkoinmen
reine Bruchstuckc gut ausgebildcter Krystalle zuin griiblichen Pulver gcrieben, daseclbe mit verdunntcr SalzsSur'e
schwach digerirt und hierauf in einer concentrirten Lib
sung von kohlensaurem Kali gekocht.
Das Pulver erscbien nuomehr schneeweifs, und zeigte, unter dem Mikroskop betrachtet, nur scharfkantige, wasserklare, krystallinische Bruchstiicke ohne fremdartige Beimengung.
Das spec. Gewicht von 3,577 Grm. dieses Pulvers
fand ich 2,5972 bei 745"",90 Barom. und 15" R. Wasser - Temperatur.
-
3,164 Grm. des Feldspahpulvers wurden fur sicli
i m S e f s t r 6 m'schen Ofen leicht zii einetn vollkommenen Glase geschmolzen, welches auf dem uuebenen Bruch
Fettglanz zeigte und das Glas ritzte. Der Gewichtsver-
141
lust, in Folge des Schmelzens, betrug 032 Proc. Das
spec. Gewicht war jetzt 2,4008 bei 52"",25 und 1 3 O R.
Wasser Temperatur.
-
Die zuvor erwshnte Quantitit von 3,577 Grin., mit
12,55 Grm. Ba geschmolzen , erscliien zusauimengesintert von hellgriinlicher Farbe, und liiste sich in concentrirter Salzssure unter Entwickluiig eines schwachen Clilorgeruchs in kurzer Zeit vollsttindig.
Die Elitwicklung der Kohlensiiure war wiihrend des
Schmelzens so stark, dafs der Deckel des, den Platintiegel auf die oben beschriebene Weise eiuschliefsenden
hessischen Ticgels 211 verschiedenen Malen in die Ililhe
gehoben wurde, und die Kohlenskm zwischen dem dicht
anschliefsenden , lcicbt schmelzbaren Lutum akswich.
c
Iin weiteren Verlauf der Analyse, nacli dcm oben
augegebenen Gange, wurden nun erhalten
in No.I2,355 Grm. Kieselerde;
in No. II 0,721 Grm. durch Ammoniak fsllbare Basen, welche zerfielen in 0,027 Kiesel, 0,621 Thon
und 0,030 Eisenoxpd;
in No.III zeigte sich, nach Abscheidung von 0,005
Kieselerde nur eine Spur von Mangnn.
Aus 0,274 kohleiisauren Erden wurden 0,044 Grm
Kalkerde abgeschieden; das Uebrige war kohlensaurer Baryt, durch die Oxalslure mit gefrillt.
Die erhahenen Chlormetalle wogen
a) 0,882 Grm. und zerfielen, nach der Behandlung
init essigsaurem Silber, in 0,078 Grm. kohlensauren
Baryt mit einem Talkerdegehalt von 0,013, und in
b ) 0,793 Chlorkalium- und Natrium.
Durch 1,560
-
142
Grin. Kaliumplatinchlorid wurde der Kaligehalt zu
0,296 und dcr des Batrons zu 0,144 gefunden.
Das Gewicht dcr Asche s h m t l i c h e r im Laufe der
Airnlyse verbranntcn Filtra hatte 0,020 bctragen. J e d e
Bciinengung dessclben bci Wiederauflijsungen wurde
sorgfiI t i g v erin i e d en.
Nach dicsen Resultakii crgiebt sich dic Zusammcnsetziing des Feldspafhs wie folgt :
Elcrnente.
Kiesclerde
Tho ii erd c
Eisenoxyd
Talkerde
Kalkerde
Knli
Natrou
Gcwicht.
Procent.
Saucrsioff.
2,:3S7
0,621
0,030
0,043
0,014
0,296
0,147
6G,53
34,G5
17,36
0,81
1,20
1,23
6,27
€409
0,27
0,45
0,.31
3,568
J,10
1,39
1,07
99,OO
45,07.
--
Formcl.
1
12
(8,361
I
3
Unter der Vorniissetzung, dafs Kalk, Magucsia, K n l i
uud Natron als isoinorphc Bcstnndtheilc sich gcgenscitig
vertrcten, entwickelt sich aus der vorliergehendei~ Annlyse genau die fur dcn Adular passcnde Fornicl. Dcnn
die isoinorplien stiirkcrcn uiid scliw~ichercnBBSCU,durch
R und 'k; bczeichneud, erhiilt man dcn Ausdruck k'Si
... ...
+R Si3.
Das Verhaltuifs der rclalivcn Meugen der stsrkereu Basen, wclche a n d e r Zusaminensctzuog dicses Feldspaths Tbeil nchmcn, kann n i c k z u f ~ l l i gerscheinen, denn
die Summc dcs Saucrstoffs der Alkalien ist gcnau drei
Ma1 so grofs wie die der Erden, wahrend dcr Saucrstoff 'des Natrons sich zu d q n des Kalis verhalt wie
1
: 1,29.
U n d gerade in dieser cigenthiimlichen Verbindung
des Kaks mit dein Nafron Iiegt das charakteristische Un-
143
terscheidungsmerkmal dcs glasigen, den Trachyt bezeichnenden Feldspaths von den iibrigcn Glicdern der ganzcn Reihe dieses interessanten Mineralgcschlechts.
Die Uktersuchungen B e r t h i e r 's ) crgebcn fiir
den glaeigcn Feldspath vom Mont-d'or und Drachenfels
im Sicbengebirge eine ganz ahnliclie Zusammensetzung
wie die, welclie nieinc Analyse fiir deu Feldspath des
Epomoeo nachweist.
Element.
Kiesel
Thon
Kali
Not roil
Talk
Kalk
Eiscn
Mont-d'or.
66,lO
19,80
6,90
3,7o
2,oo
0
0
34,26
9,21
1,16
0,78
0,77
0
0
98,50
Drxhenfcls.
66,60
18,50
8,OO
3459
4,OO
8,655
1,33
1,052
I ,oo
0
0,06
0,38
0
0
99,70
Bcide Analysen tragen nicht den Steinpel hiuliingliclicr Genauigkeit, und cin Verlust von 1: Proc. rids
schon sehr wrcscntllch nuf die Foriucl eiawirken; dennocli ist die Gleichheit des Miscbungsgesetzes, sowobl
beitler unter sicli wie niit den von mir gefundenen, unvcrkennbar.
Am sclrlageudsten tritt sic bei dem Feldspath voin Drachcnfcls hervor, und hier ergiebt sicli ebeii
deshalb aueh ganz dieselbe Formcl RSi+'ii $3.
Eine sclrr nalie Uebereinstimmung init dieser Feldspatlivarictlit zeigt auch die von G m e l i n gegebenc Zusammcnsclzung der nicht gelatinirenden Bestandtheile verschiedener Piionolithc; besoiiders derjenigen, in welchcn
die Peldspathsubstanz in zahlrcichen und deuflichcn Krystnllen ausgcschieden erscheint; und schon G m e 1 i n
kommt zu dem Schlofs, dafs sich wohl der im Phonolith
auftretende glasige Feldspath vom Orthoklas durch eincn
1) Sur la ooi sgche, Tom.I p . 610.
144
betrhhtlichen Natrongelialt unterscheiden durfte (diese
Annalcn, Bd. XIV S. 361).
An eirieln anderen O r t e hoffe ich bald in eioer zusammenh5ngenden Reihe vergleichendcr Uiitersuchungen
die Erfahrungen nicderlcgcn zu kijoiicn, melche mich zu
dcr Aonahmc gefuhrt habcn: daCs sowohl das Fchlen des
reinen Kali- Fcldspafhes, wie das Vorlioudcnscyn wenigstens eitier, Natron rind Koli cnfhaltcuden FeJdspathvarietlit fur dcn Drgriff dcs Tracliyts nothwendige Iledinguiig s r y ; einc Mciiiung, wclclic tlas glcichzcitigc Vorhaiidcnseyn irgcnd ciues andcrcn Glicdes der Feldspathreilic nicht ausschIieCst, vorausgcsetzt, daCs dassclbe durch
einc Formel auszudruckeu ist; wclche ii'Si3 oder docli
enthslt.
Die folgcndc Analysc, welchc zuglcich die Frnge,
ob dcr im Pausilippfuff entlialtcne Fclclspatli von dcm
dcs Epomoco vcrscliicden scy, vcrrieincnd benntwortet,
darf gleicbfalls als Beleg fur dicsc Mcinung geltcn.
ii'si'
11. D e r F e l d s p a t l r d e s P o u s i l i p p t u f f s .
In dem init deln Pausilippfuff idcnfischen Gestcio,
welclies bei Nola aus ciner Tiefe von 100 Palini zu
Tage gefi)rdert wird, ist das in SYuren niclit lbsbare
Princip shmtliclier Tiiffe jener Gegend am reinsten uiid
vollstandigsten durch dcn Feldspath reprsseritirt; den ich
zm untersuclien wunschte, uod ihin wurde daher das Matcrial zu dieser Untersricliung entnommcn.
Ein geeignetes, die vollstjindige Untersrrchung des
Tufles selbst bezweckcndes, Vcrfaliren verschaffte inir ein
chemisch und mechanisch dcrgestalt gereinigtes Pulver
der Feldspatbsubstanz, d a k die mikroskopische Untersuchung nur eine hschst geringc Beimeogung von griinen
Augittlicilchen darin nacbwiefs.
3,066 Grm. desselben, vermittelst weIcher. das specifische Gewicht zu 2,6506 hei 742"",37 Bar. bestimmt
wurde,
,
146
wurde, der Aoalyse unterworfen, gaben die folgcuden
Result ate.
I n NO.I Kieselerde =2,059 Grm.
In No.II durch Ammoniak gefallte 0,595 Grm. gaben
zerlegt 0,015 Kiesel 0,482 Thon und 0,074 Eisenoxyd init Spuren von Mangan und Talkerde.
I n NO.III wurden 0,280 oxalsaure, lin kohleosaure uingewandelte Salze abgeschieden. Diese gaben 0,127
schvtefelsauren Baryt und 0,173 kohlensaure Kalkerdc =0,097 Kalkerde. Die neulralcn Cblormetalle, nach Abschcidung von 0,007 Grm. Kieselerde, wogen nunmehr 0,69 Grm.; diese mit essigsaurem Silber behandelt, zcrlielen in 0,049 schwefelsauren Baryt, 0,043 Magnesia, und die Alkalien,
durch 1,067 Kaliumplntinchlorid bestimmt, in 0,205
Grm. Kali und 0,165 Natron. Die Summe der Aschc
der verbrannten Filtra hatte 0,012 Grm. betragen.
Nach dieser Analyse ergiebt sicb folgendc Zusammensetzung der 3,066 Grm.
Kieselerde
Thoncrde
Eisenoxyd
TaIkerde
Kalkerde
Kali
Natroa
2,081
0,482
i5,n
0,074
0,043
0,097
0,205
2,4 1
1,40
3,16
6,SS
0,73
0,53
0,087
2,86
0,73
3,079
100,lO.
67,87
12
35,25
1,12
’
Beriicksicbtigt man bei dem Entwurfe der FormcI
die geringe Beimengung eines augitischen Gemengfbeils,
so ergiebt sich fiir die Zusammensetzung auch dieses Feldspaths der Ausdruck:
RSi+.&Si3-
Es nuterliegt die Identitst mit dem Feldspath vorn Epomoeo mithin keinem Zweifel, weongleich der Sauerstoff
Poggeodoh’s AnnaI. Bd. L.
10
146
des Natrons sich bier zu dem des Kali wie 1 : 1,53
verhalt.
111.
Der F e l d s p a t l i
PUS
d e r Lava
dcs Arso a u f Iscliia.
Die ausgezeichncte Beschaffenhcit des glasigen Feldspaths, welcher, bci bedeutendcr Reinhcit und Griifse
lneistentheils ausgebildetcr Krystalle, den vorherrscheuden
Bestandtheil der Lava bildct, welclc als Denkmal des
einzigen historisch bekannten Ausbruches auf Isclrin im
Jahre 1301 noch heute sebr bezeichnend der Arso gcnannt wird, hatte schon h u g e vorher meine Aufmerksamkeit gefesselt, ehe mir iin Laufe ineiuer UntersuchunSen die SCDaue Aoalyse dicses Gesteins fur den am Eingange dieser Abhandlung berIihrten Zweck zur wichtigen
Au fgabe wurde.
Ohne hicr tiefer in die Details dieser Untersuchung
eingchen zu wollen, entnehmc ich aus derselben nur die
Analyse des so eben erwshnten Feldspaths.
Es bildet derselbc die grilfsere Menge des in S u r e
unlilsbaren Bestandthcils jencr Lava, welcher mit einern
specifischen Gewicht von 2,6307 bci 757,50 Millim. genau 82,02 Proc. der Gcsammtmasse ausmacht, dereii specifisches Gewicht ich 2,6 114 bci 770,OO Millim. fand.
D e r Feldspath des Arso hat nlle Charaktere ejnes glasigen Fkldspaths; seine Blatterdurchgange erscheinen rechtwinklich auf einander ; bei lebhaftem Glasglanz, vollkommener W e i k e und Durchsichtigkeit , crreichcn dic Krystalle lnitunter die L h g e eines Viertelzolls bei einer Dicke
von einer Linie. Die Melirzaht siod Zwillinge, wie die
des Epomoeo. Durch starkeren Glasglanz und bei weitern rissigere Beschaffeuheit, welche die Absonderung unversehrter Krystalle unmaglich macht, unterscheidet sich
der Feldspath des Arso iiufserlich wesentlich von dem
des Epomoeo. Mehr lose als innig mit einer unbestiinmt
krystalfioischen, leicht zu zertrfilnmerndcn Gruodlnasse
von lichtgrauer Farbe verwacbsen, sind die Krjstalle
147
leicht davon zu trenoen. Dieselben schwarzen GliinuierblSttchen, welche der Lava nebst wenigen grtinen Augittlieifchen, und noch sparsamerea, aber deutlicheu OIivinkilruern beigemengt sind, d r h g e n sic11 auch bis i n
das Inncrc der Feldspathkrystalle, und fchlen sonst nie
wo die letztereo sich innig zusainmen gruppiren.
Die Wirkung dieser Lava nuf den Magnet beweist
das gleichzeitige Vorhandenseyn von Magueteisen. Durcli
Salzssure wird auch dieser Fcldspath bei liingercr 1);gestion nicht angegriffen.
Sein specifisches Gewicht faud ich bei 4,527 Gnn.
rcinen Pulvers, welches sich unter dem Mikroskop frri
von jeder Beimengung zeigte.
2,6012 bei 769,OO Millim. und 1 5 O R. W. T.
Bcim Schinelzen einer kleinen Quantitfit von 1,Sl.l
Grm. fur sich fand ein Gewichtsverlust von 0,006=0,31
Proc. statt. Der kleine Platintiegel, worin dieser Vcrsricli getnacbt wurde, war i n einen grbfseren gestellt, und
dieser, wie der innere, fest gcscblossen. Nacli Clem
Schmelzen erschiencn die inncren WVnde beidcr Ticgel
briiunlichviolett aogelaufen. Der Feldspath war zu einer vollkornmen couvexen und leicht am Boden des Tiegels haftenden Masse gescbmolzcn, und zeigte die Natur
eioes blasigen , schmutzig weifsen, ernailartigen Glases,
welche das Glas ritzte.
Die mit 4,527 Grm. angestellte Analyse gab null
die folgenden Resultate :
In No. I wrirde 2,933Grm. Kieselerde abgeschieden.
In No.11 Bllte Ammoniak 0,921 Grm., geschicden iu
0,010 Titansaure haltende Kieselerde, 0,846 Thonerdc und 0,038 Eisenoxgd.
In No. III wurden erhalten 0,006 Manganoxyd, und,
durch oxalsaures Ammoniak ! 0,7 14 Grm. kohlensanres Salz, welches 0,056 Kalkerde neben 0,613 kohlensauren Baryt enthielt.
Die ChlormetalZe wogen 1,086 Grm. Dnrch essig10
148
saures Silber wurden abgeschieden 0,025 kohlensaurer
Baryt uod 0,017 Grm. Talkerde.
Durch 2,14 Kaliumplatiuchlorid wurden 0,413 Grm.
Kali und 0,158 Grm. Natron bestimmt.
Das Aschengervicht sammtlicher verbrannter Filtra
batte 0,027 Grm. betragen.
Nach dieseu Resultaten berechnet, ergiebt sich die
Zusammensetzung der 4,527 Grm. wie folgt :
Kieselerde mit Spur
von Titansawe
2,953
Thonerde
0,844
Eisenoxyd
0,038
Manganoxydul
0,006
Kalk
0,056
Talk
0,047
Kali
0,413
Natron
O,L5S
4,505
65,OO
33,76
0,13
1,23
1,03
0,03
9,12
1,54
3,49
o,s9
::l:
1
33,76
11
3,19
1
99,49.
Bei dem Vergleiche des sperifischen Gewichts und
der procentischen Zusamrnensetzung dieses Feldspaths
mit dem des Epomoco erscheinen die Verschiedenheiten
so unbedeutend, d a b inan geneigt ist, beide auch in chemischer Beziehung fur identisch zu halten.
In welchem genaueu Zusarnmenhange indefs die Abnabme der Kieselerde urn' 19 Proc. bier mit der Zunahme
des Kali steht, und wie wesentlich der ltiedrirch begrundete Unterschied beider Feldspathe ist, ergicbt sich
aus der Betrachtung des Sauerstoffverhsltnisses der Kieselsaure zu dem der Basen. Das dem Feldspath eigenthUmliche Trisilicat der schwacheren Basen wsre hicrnach alIerdings zu 3 Atomen vorhandeo; alfcin,die iiberschfissige Kieselerde reicht alsdann nur hiu, uiu mit den
stiirkeren Basen ein Bisilicat zu bilden. . Vorlaufig mag
149
es geniigen auf die Schwierigkeiten hingewiesen zu haben, welche sich der Aufstellung einer bestimmten Formel
fur den Feldspath des Arso entgegenstellen; am Schlusse
dieser Abhandlung wird dieselbe noch einlnal in nahere Erwagung gezogen werden.
( S c h l u l s i m n d c l r i t e n Heft.)
IX. Ueber den Euxenil, eine neue Mineralspecies; von Th. Scheerer.
D e r Fundort dieses Minerals ist bei Jblster im niirdlichen Bergenhuus -Amt in Norwegen. Die VerhJtnisse
seines Vorkommens sind mir nicht bekannt; jedoch wird
Herr Prof. K e i l h a u , von welchein ich das Mineral erhielt, viclleicht die Giite liaben dariiber nahere Auskunft
zu geben. In diesem Aufsatze werde ich die mineralogischen Eigenschaften desselben mittheilen.
Das Miueral hat eiuc briiunlichschwarze Farbe, metallischeu Fettglanz urid unvollkoininenen muschligen Bruch.
10 feineii Splittern ist es rfihliclibraun durchscheinend,
und gepulvert zeigt es dieselbe Farbe in einem schwzchereu Grade. Sein spec. Gew. ist =4,60.
Es tragt
keine Spur von Blatterdurchgiingen oder KrystallinitPt an
sich. In den augefiihrteu Eigenschaften kommt es also
dem Thorit aufserst nshe, jedoch ist es barter als dieser uiid ritzt denselben deutlieh.
Sein Verhalten vor dem tothrohre ist folgendes
In der Platimange schmelzen auch feine Splitter nicht,
verlieren aber dabei das Durchscheinende. Eine Boraxperle wird durch dasselbe in der Oxydationsflamme gelb
bis brauolichgelb gebrbt, welche Farbe, wenn eine hinreichende Quaatitst des Miuerals angewendet wurde, beim
Erkalteu nicht verschwindet. Durch Flatteru wird es zur
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