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Beitrge zur Kenntniss eines neuen metallischen Krpers.

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561
VIII. Beitrage zur Kenntnfs eines neuen metal&
schcrr Korpcrs; con Dr. C.B e r g e m a n n in Bonn.
z u der Uutersuchung, deren Resultate der Iuhalt der
folgciideu Zeileu ausniachen, wurde ich durch einige Ver.
suche veraulalst, welche ich zu eineln anderu Zwecke mit
dem von S c h e e r e r aualysirten Woehlerit und Enkolit
a m dein Zirkousyeoit von Brevig in Norwegen ausfiihrte.
Hr. Dr. K r a 11 t z liierselbst, welcher init gewoliuter Liberalitlt inir seiiic aucli an dieseu sclteneu Gegcustanden so
reiche Saminluug zur Beuutzuug stellte, inachte mich auf
eiu drittcs Fossil von delnselbeii Fundorte aufmerksam,
welches iu scinen lufseren Eigeuschaften Aeliiilichkcit mit
den genannten beiden Miueralieii besitzt, aber in mauchen
Bezichuugen doch Abweichiingen zeigt. Ich stellte mit demsclben eiuige Lblhrohrversuche an uud faud, dafs dasselbe
gaiiz aiidere Bestaiidtheile entbalten miisse, als sie von
S c h e e r e r so~voliliui Woehlerit als nuch iti dein Enkolit
uacligewicseu sind und inithin ein aucleres Fossil bilde.
Bei dcr weiteren Untersochuug dcr Masse gelaiig es mir
eineii Stoff daraiis abzuscheideu, der lnit keiucm der bis
jctzt bekannten einc vollstaudige Uebereinstimlmuug, sowohl
iu seinem oxydirten Zustande, wic iu dem seiuer audereii
Verbindungen zeigte und welchen ich demnach fiir neu
hielt. Ich erlaubtc inir die wesenllichsten Resultate meiner Analyse, so wie meineu augeublickiicheu Vorrath von
dieseui KBrper Hrn. Prof. H. R o s e zur Beurtheiluug vorzulegen, und hatte die Freude von dieser Seite sowohl
eine Bestatigung meiner Aosicht zu erhalteu, als auch zugleich Andeutuugen zur Ausfiihriiug von noch andern Versucheu zu empfaugen, welche geeignet waren die Eigcnthunilichkeit dieser Materie noch mehr darzuthuu. Obgleich
uoch inanche Eigeuschaften des Metalls uud mmenllich dic
der Salze desselben zu ermittelu tibrig siud, so nehine ich
doch keineu Anstand, meiiie Erfahruugen iiber diesen KBrpcr
Poggendorfi's Annal. BJ. LXXXII.
36
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jetzt schon mitzritheilen , uui dadorch andere Chemiker zu
veranlassen, ihre A ufiiicrksninkeit tlieser Masse zuzuwendeu.
Zur Bezeichnung dieses in die Wisseuschaft einzufiihrenden neuen Metalls erlaube ich inir, ohne iibrigens einer
jeden anderen passenderen Benennung entgegentreten zu
wollen, den Name11 Donarium, DO, nacli dein germauischea
Gott Donar, dem nordischen Thor, und also f i r das Oxyd
die Bezeichnung Donariumoxyd , Uouaroxyd , in Vorschlag
zu bringen.
___-
Das Mineral, welches den Gegeustand der Untersuchung ausmacht, findet sich in dem Zirkonsyeuit von Brevig,
der schon so vieles Eigenthuinliche geliefert hat. Es besitzt eiiie gelblichrothe Farbe, die sicli an einzelnen Bruchstucken bis zum Brauaeli vcrlauft, an aiidern dagegen fast
wieder gelblich wird. Wird das Mineral gepulvert oder
geritzt, so zeigt es cine lichte orange Farbe. In dunnen
Splittern ist es fast durchsiclitig , n n stlrkern durchscheinend. Einzelne Sttickchen zeigen deutlicli eiucn Blatterdurchgang , an andern erscheint die Bruchflache mehr flach
muschlig.
Die Harte steht zwischeii der des Flufsspaths und des
Apatits; das spec. Gewicht , an Bruchstuckchen bestimint,
= 5,397.
Kleine Splitter im Platinkiffel erliitzt, zerfallen meistentheils zur dunkelbraiinen Masse, welche beim Erkalt en
die orange Farbe wieder annimmt, wobei die grafseren
Stuckchen ihre Durcbscheinenhcit verlieren. Beim Erhitzen
i n einer Glnsrbhre werden Wasserdampfe bemerkt. Werden Bruchstiicke durch Hulfe der Platinzange in die Flatnine
der Weingeistlampe gebracht, so findet ein geringes Decrepitiren statt. Einzelne abspringende Staubchen verglimmen dabei mit lebhaftem Licht, ohue nashher in ilirer
Farbe eine Veranderuug zu zeigen.
Vor dem Lbthrohr auf der Kohle schmilzt das Mineral
nicht; nur an den Kantea findet zuweilen eine geringe
Verglasung slatt , vielleicht nur in Folge der Einmischung
563
fremder Stoffe. Durch Zusarnmenschiuelzen iuit Soda wird
Kieselsaure aufgelast; die ubrigen Stoffe lasseu sich in der
uudurchsicbtigen Glasmasse durch Hiilfe der Lupe als gelbliclie Theilchen erkennen. Borax liefert eiue gelblictie iiud
iiach dew Erkalten farbenlose Perle; Pbosphorsalz dagegeii
iu dcin aukern Theile der Flamme eiu rbthliches, iiach dein
Erkalten farbenloses Glas, wlhrend die Perle in dern iiiueru Thetle der Flamine gelblich und nacb dem Abkiihleu ebeufalls farbeiilos wird.
Durch Saureii wird das Mineral leicht zersetzt uud bildet, iiauiciitlich init Cblorwasserstoffsiiure behaudelt, cine
vollkoinmen klnre wid durchsichtige Gallerte, ohiie den
geriiigsteii Riickstaud zu biiiterlasseu. Es fiudet dabei eiiie
geriuge Elitwicklung voii Kobleusaure statt, welchc, wie
sich ergebeii wird, an ein weuig Kalk gebuiideu ist. Die
Farbe der Auflilsung ist tief gelb, wie die eiuer coiiceutrirteu Eisensolutioo. Verdiinute SPureu, selbst Weiiisteiusaure, greifen das Mineral ebeufalls an. Wird das feiiie
Pulver desselbeii etwa 24 Stutideu mit einer Aufliisuiig volt
kohleiisaureu hlkalien vou gewilhulicher Coiiceutration digerirt, so wird es auch dadurcb stark angegriffea; bcuutzt
itiau eitie Auflbsung vou kohleusaurcin Ammoiiiak zu dein
Versucbe, und weudet dieses bei der gewbhulichen Tempcratur an, so wird die vou detu zuriickbleibeuden Pulver
abfiltrirte klare Fliissigkeit beim Erhitzen bis zuin Siedcn
sich triibeu. Hat man das Miueral eiuer starkeu Gliihhitze
ausgesetzt, so greifen iiachher selbst conceiitrirte Saureu
die wesentlichen Bestaudtheile desselben weiiig ioelir au.
Eiseuoxyd und ein weuig Kalk wcrden dadurch ausgezogeii ; eiue Eiuwicklung von Kohleusaure fiudet aber jetzt
dabei iiiclit mehr statt.
Die qualitative Untersuchung ergab als Hauptbestandtlieile des Minerals Kieselsaure, Dotiaroxgd, Kalkerde und
Wasser; feriier in sehr geriugeu Meugeu Eiseuoxyd, Bittererde mit Maiigan uud eiii wenig uatronbaltiges Kali.
Die Trenuuug dieser Stoffe von einauder, uacbdem ihre
Nalur ermittelt wv, bot keiue Schwierigkeiten weiter dar.
3G *
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Die Untersuchuug zerfallt i n drei Hanpttlicile; zuulchst iu
die Bestimmuug der Kieselshre , daranf, nachdem diese
uiiliislich gemacht und getrennt ist, in die Untersuchung
eincs in der sariren Flussigkeit durch Ainuioniak erzeugteii
Niederschlages und eudlich i n die der von diesein Niederschlage abfiltrirten animoniakalischen Flussigkeil. Der Wassergehalt des Minerals wurde durcli eineu besondern Versuch ermittelt.
Das feingepdverte uiid bei einer Teinperatur voii looo
ausgetrocknete Miueral wurde durcli Chlorwasserstoffseure
zersetzt, wobei es, wie schoii beinerkt, cine dunkelgelbe,
aber vollkommeu durchsichtige und homogene Gallerte bildete. Aus dieser wurde die Kiesclsaiire in der gew6hnlichen Weise durch Eiudauipfeu uiid schtirfrs Erhitzeii des
Riickstandes geschieden uiid dic vorliaudeneu auflilslicben
Stoffe nach dein Aufcucliteu init Clilor.cvasserstoffsauredurch
Wasscr getrennt. Die so crlialtene Kicsclsiiiirc lilsle sicli
durch Kocheti iiiit kohleiisaureiii Natroii volikoinmen auf
und zeigte uberliaupt alle die Eigeiiscliaften, welche eioe
reine Kieselsaure charakterisiren. Ich verniuthete Zirkonerde iu der Masse zii finden, sie war jedoch ganz frei davon.
Die von der Kieselszure abfillrirte saure Flussigkeit
wurde lnit Ammoniak behandelt und der cladurch entstaiidene bleudend weifsse Niederschlag schiicll abfiltrirt uud
ausgesiifst. Derselbe entliielt alles IIonaroxyd des Minerals und aufserdein eine Spur Eiseii; Tlioiierde ist uicht
vorhandea. Die Treniiung des Eiseiis von dcm Douaroxyd bltte durch einc Wiedcraufliisung des Niederschlages
in eiuem kohlensauren Alkali , nameutlich in kohleusaurcm
Amrnoniak , bewirkt werden kiiiiueii , jedocli selir geringe
Meugen von Eiseuoxyd, wie hier, werden in dieser Weise
nicht scharf zu trenneii seyn, iind zog ich es daber vor,
den Niederschlag, welcher aii dcr Luft cine gelbliche iind
uach uud nach eine r6tblicli gelbe Farbe nngcuommeii
hatte, stark auszugliilien uiid ihu darauf, nachdem er ziiui
feinen Pulver zerricben war, Iaugere Zeit init Cblorwasserstoffsatire zii digerireii. Das Eiseii l i d s sich datfnrch, wie
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die spatere Untersucbuug des Riickstandes zeigte, vollkominen trennen. Das Aussiifsen des Donaroxydes ging aber
ziemlich langsam vou Statten, iiidem die abfliefseude Fliissigkcit imuier noch Spuren von Chlorwasserstoffseure zeigte,
wefsbalb das Oxyd nocbmals init ein wenig hoblensaurem
Natron digerirt, darauf ausgesiibt und geglfiht wurde, ebe
icli sciii Gewicbt bestimmte.
Das Eisenoxgd wurde durch Ammoniak aus der Auflasuiig gefallt.
Die von dem Donaroxyde abfiltrirte ammouiakalische
Flussigkeit enthielt den Kalk und die Ubrigen Stoffe geIdst. Ersterer wurde durch Oxalslure gefallt uiid in der
gewtibulicben Weise bestimmt, die andereu Stoffe iii deui
Riickstande, welcher nach Verdunstung der vom Kalksalze
abliltrirteii Fliissigkeit erbalteii war, nach deu gewohnlicbeii
Methodeii. Der Kalk ist in dem Miueral wahrscheinlich
init der bei der Auflgsuug desselben sich entwickeludeii
Koblensaure in Verbinduug gewesen, da die gegliihte Massc
keiiie freiwerdende Kohleushre bemerkeu lieb.
Unter dieser Voraussetzuug wiirde das quauti~ativeVcrliiiltiiifs der Zusammensetziing seyn:
Kieselsaure
Donaroxyd
Kohlensaurer Kalk
Eiseuoxyd
Bittererde uud
Magaiioxyd
Kali ulit eiu weuig
Natrou
Wasser
17,695
71,247
4,062
1
1
0,310
0,214
0,303
6,900
10O,74 I.
Wird augcuominen , dafs Kieselsaurr , Doiiaroxyd uucf
Wasser die weseutlicheii 13estantl1lieile des Miuerals ausmachen, uud der kohlensaure Kalk nit deu iibrigeii 0,825
Proc. betragenden Stoffe nur zufallige Verunreiuigiingt!~~
siiid , so wurde sich folgendes Verh%ltnifs ergeben :
18,463
74,338
7,199
100,000.
Weiter uuten wird gezeigt werden, dafs das Uouaroxyd 13,072 Proc. Sauerstoff enthalt. Das Sauerstoffverhiiltnifs in Kieselsaurc, Doiiaroxyd und Wasser ist daher
von I. : 1:4 , wonacli das Mineral, weiiu Donaroxyd ala
... ...
a' bctrachtet wird, D o S i + k z bildct. Die einfacbste Bezeichiiuug fiir dieses Mineral wiirde *> kieselsuures Donuro q d e seyu.
Kieselsaure
Donaroxyd
Wasser
W i e schon erwahnt erhielt ich nach der Scheidung der
Kieselsaure aus deiii Fossil durcli Flllung init Aminouiak
eineu im Anfange weifsen uud iiacli und nach gelblich
wertlendcu Niederschlag, welcher das Anselieu FOU Ceroxydul hatte. Ich lijste eiiieii Thcil der Masse durch Chlorwasserstoffsaure auf, bemerkte aber dabci keine Entwicklung voii Chlor; eiu auderer Theil wurde gegliiht, und dabei fisrbte sich das Gauze schell tief roth. Die Ursache
dieser Erscheiuu~ig glaubte ich in der Anwesenheit einer
grbfseren Menge Eisenoxyd suchen zu miisseu, welches
vielleicht als Oiydul iu dem Fossil enthalten gewesen und
durcb irgend eiiieu iiiir uoch unbekanuten Umstand erst
langsamer als gewfihnlich durch die Einwirkung der Luft
in den hbliern Oxydatioiiszustai~dubergegangen sey, und
sich dadurch der Wahrnehmung mehr entzogen habe, obgleich ich diese Aunahme sehr uuwahrscheiulich fand, und
dieselbe auch im Widerspruch mit der gelben Farbe der
Gallertc, uud dereu Auflbsung in Wasser stand. Aus dein
tie€ rothen Oxyde liefseu sich durch Hulfe vou Chlorwasserstoffsaure auch iiur Spuren von Eisen auszieheii, wodurcb
die Farbe des Riickstaudes aber keiueswcgs lichter wurde,
und als ich dicseu mit (:hlorwasserstoffsaurc uud eiu weaig Alkohol behandelte, zeigte sich gar keine Einwirkuug,
obgleich sonst ailhaltend gegliilites Ceroryd leicht dadurch
reducirf wcrden kano. Ich beshimte feruer das speci-
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fische Gewicht des Oxydes und iibeneugte mich dadnrcb
sicher, dnfs dasselbe keiu durch Eisen verunreinigtes Ceroxyd seyn k811nc. Ferner stellte ich eiue grofse Reihe von
Versuclicii n o , tiui Phosphorsiinre, Rorslure oder Fluor
dariii zu enttfcckeii, jedoch vcrgeblich. Bei Beiiutzniig der
gewi)bnliclreo Keagentien erkauiilc ich aber sehr bald, dafa
die-Masse zu den E d e n gehOreu iniisse, und glaubte RS
daher niit einem Gemenge von mehren dieser zu tbun zu
liabeu, obgleich die Eiitstchuiig der dunkelrotheu Farbe
und die grofse specifiscbe Schwere sich doch nicht dadurch
erklareu liefs. Bachdem ich micli von der Abwesenheit der
Yttcrcrde uiid des Ccroxyds uud deren Begleiter iiberzeugt
halte, wurdcn die Versuche daliiu gericbtet, uin Thor- und
Zirkonerde zu crmittelu, aber das Resultat aller war, dafs
diese Masse cine neue eigenthuinlicbe bilde , welche der
Zirkouerde am iiaclistcn steht, sich aber doch vou dieser
leicht unterscheiden Iabt. Das Verhalten der Keagenticu
zu diesem neueii K6rper spriclit sich so scharf und bestiinmt
aus, d a b ihin seiue Stelle in detu Systeme der Wissenschaft
leicht nacbzuweiseu ist.
Ich hoffte bei dieser Uiitersuchung wieder auf eine der
Massen zu treffen, welche S v a n b e r g ') i u der Zirkonerdc aus Zirkoneu von verschiedenen Futidorten uiid i n
der Yttererde aus d e n Eudialyt abgeschieden bat. A m
dem Folgeudeu aber wird sich ergeben, dafs ganz verschiedene Materieu uns beschiiftigt haben mhsen. Die so charakteristische rotbe Farbe des Oxydes, seine fast ganzliclie
UuauflOslicbkeit, sowobl in kalteu als in heiben Saereu,
die abweichenden Eigenschaften der beschriebeneu Salze,
besouders des schwefelsauren , fcruer das Verhalteu defi
oxalsauren Salzes gegen Fblorwasserstoffsaure u. s. w. unterscheiden alle diese K6rpcr gleich von einander.
Schliefslich erdihut S v a u b e r g eiues Metalloxydes, welches uiit der Zirkonerde nus dew Eudialyt imtner vereiuigt
sey uiid dieser eiiieii scliwachen Stich ins Urangelbe gebe,
wihreud es beiin Kochen duukler werde. Alu Oxydul i s t
1 ) S . (1. Ann. Bd. GG, S . 309 .
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dasselbe nach S v a n b e r g dunkelgelb uud lost sich als solches mit gelber Farbe in den Siiuren, wiihreud es als Oxyd
brauu aussieht, und eiseurotlie Losungen giebt, welche
mit Salzslure in der Wiirmc Chlor eutwickelo. In dem
Folgendeu wird aber dargethan werdcn, dafs auch diese
Angaben auf das von mir uutersuchte Oxyd uiclit passeu,
und. die neue Masse mit demselben wenig mehr gemein
hat, als die lhnliche Farbe des Oxydes nnd die Eisenfarbe
der Auflosiingen des 'Hydrats.
Zur Ausfiihruug der folgeuden Versuche wurde, wie
angegeben, das durch Ammoniak gefiillte Oxydhydrat benutzt. Dasselbe wurtle vou der geriugen Merige Eisen befreit, und nun, nachdem es fein zerrieben war, init concentrirter Schwefelsiiure bei hoher Teinperntur digcrirt, clas
hufseloste von Zeit zu Zeit nach dein Versetzcn init Wasser heruntergenommen uiid durch neue Siiiire ersetzt. Ich
crhielt so nach und nach eine fur die Aosfiihrung der Vcrsuche hiiireiclicnde Quantitiit des schwefelsaureu Salzes,
abcr selbst nach eiuciii mehrc Tagc forfgcselzlell Digcriren wollte es inir uiclit gelingen, die vielleicht uocli wcniger feineu Kilruchen von dem Oxyd vollstaudig aufzul6sen.
h u s eiuem Theile des eiseufreien schwefclsauren Salzes
fallte ich das Oxydhydrat wieder durch Ammouiak und
beuutzte nun dieses nach dem Austrockneii bei makiger
Warme zur Darstellung der verschiedeueu Auflilsungen.
Das Donarosydhydrat, so wie es hierbei erhalten mird,
hat noch feucht cine weifsc Farbe, wird aber nach und
tiacb selblich. Es bildet so eiuen volrimiu6seo Niedersclilag,
der leicht abzufiltriren ist, sich aber schwer vollstandig
amstifsen lafst , indem vou dem Falluiigsinit tel , besouders
bei der Auweiidung von Kali oder Natrou, iiirmer noch
Spuren in dem Fillrat sich zeigen. Bei gewdhulicher Luftteinperatur getrocknet, bildet die Masse guminiartige Kluinpeu von gelber Farbe, welche beim Zerreibeu ein rdthliches Pulver geben. Iu diesem Zustaiide stellt der Korper
das reine Oxydhydrat dar, welclies walirscheinliclr wie Eisenoxytl sicli i n mehren Verh;iltoisseu init Wasser verbin-
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deli kanii. Das Wasser wird bei matiger Temperaturer
hiihuog schon ausgetricben. Das Hydrat 16st sich schon
bci gewiihnlicher Temperatur in allen Siiureu auf, sehr
schnell aber bei Unterstiitzuug durch Warme. W i r d Chlorwasserstoffslure zu deui Versuche benutzt, so eiitwickelt
sich dabei kein Chlor.
Metallisches Donarium wurde zuoachst aus dein Oxyde
dargestellt, iudem ich dasselbe lnit Kaliuin erhitzte. Die
Zersetzung erfolgte schiiell und udter Lichtentwickluug.
Bei dcr Behandlung der Masse mit Wasser scheidet sich
das Metall als kohlschwarzes schweres Pulver ah. Wird
die alkalische LBsung schuell abgegossen und das Pulvec
mit Wasser abgespiililt, so kaiiii es uiiter Wasser llugere
Zeit , 24 bis 36 Stuntleii, zieinlich ohne Veratiderung aufbewahrt werdcn. Bleibt es dagegcii uuter IieiLem Wasser
stelien, so bildet sich iiach und uacli eine gelblichgraue
Masse in Folge eiotretender Oxydatiou. Uas scliwarze
Metallpulver bildet schwere sich bald zusaminenballende
Flocken, die sich aueh.leicht filtriren lieken. Nach dew
Trocknen nehmen sie, wenn sie niit ciiiem Achat gerieben
werden. Metallglanz an und siud selbst in feuchter Luft
oline irgend eiuen Geruch zu entwickeln, mehre Stuuden
in diesem Zustaudc zu erhalten. Bei eiiieiii Versuche, das
specif. Gewicht zu bestimmeii, erhielt ich dasselbe: gleicli
7,35;icli kauu dasselbe jedoch uur als eiii der Wahrheit
sich nlherudes Resultat betracliteu, da zu der Ausfuhruug
des Versucbs zu geriuge Quantitaten des Mctalls vcrweudet werden mufsten. Werden Pulvertheilcheii in die Flainme
der Lauipe gestreut, so verbrenuea sie init eiiiem rdtblichen Lichlc zu rothem Oxyde; ebeuso verbrennt das
schwarze Pulver bcim Erbitzeu im Platinlaffel zu diesein
Oxyde und zeigt dabei ein schuell vorubergehendes schwaclies Glimmen. Kalte und ebeuso kocheode Chlorwasserstoffsaure wirken nicht auf das Metall; Salpetersiiure uicht
i n der Kahe, beim Erhitzen auch nur laogsam, Salyetersalzs2ur.e oxydirt .es schnell zu rothem Oxyde, von welehem
sich eiii geringer Theil aufliist ; uiit eioigeu T r o p f m Schwc-
5’70
felsaure tibergossen bildete sich schnell ein schwefelsaures
Salz, wobei ich den Geruch nach schweflicher Saure zu
bemerken glaubte.
Die durch heifses oder kalihaltiges Wasser eotstehende
graugelbliche Masse bildet beim Erhitzen fiir sich schiiell
rothes Oxyd, was auch ebenfalls entsteht, wenn sie mit
ein wenig Salpetersaure augefeuchtet wird. Auch dieses
Pulver zeigt ein Gluhen, wenn es in die Flainlne der Weingeistlampe gestreut wird. Das aus dein Metal1 dargestellte
Oxyd, sowobl durch Verbreanung als auch durch Bchandlung mit Salpetersalzsaure crbalten , hatte immer eiiie etwas lichtere Farbe als das a m seinen Verbindungen abgeschiedene und dann gegliihte.
Das Donariumoxyyd, durch starkes Ausgliihen dcs Hydrats gewonnen, ist von sehr tiefer rother Farbe und bildet ein schweres aus flimlnerndeu Scbuppen besteheiides
Pulver , welches, durch die Lupe betrachtct kleiiie durchscheiiiende KBrnchen zeigte. Fein verthcilt hat das Pulver
eine Orangenfarbe, bei starkem Gliihen wird es dunkler,
beiin Erkalteii aber heller. Nach einer Besliminaiig betragt das specifische Gewicht desselben 5,576. Chlorwasserstoffslure, Salpetersaure, Khigswasser, selbst Flufssaure
greifen das stark gegliihte Oxyd nicht an. Auch bei langem Digeriren mit Chlorwasserstoffsaure, welche mit ein
wenig Alkohol, Zucker, Weinsteinsaure oder Oxalsaure
versetzt war, wurde nichts reducirt uud gelast.
Nur durch lange Einwirkung concentrirter Schwefelsaure wird die Masse 1Uslich gemacht, weun sie iiachher
mit vielem Wasser versetzt wird.
Stark gegluhte Zirkonerde liist sich durch concentrirte
Schwefelsaure vie1 schneller auf, als Donaroxyd. W i r d
das Oxyd dagegen uiir der Temperatiir ausgesetzt, bei welcher das Wasser a m dem Hydrat sich entfernt, so wird
es von Chlorwasserstoffsaure iioch ein wenig angegriffeu,
ohne dabei Chlor zu entwickeln.
Die AuflBsungen des Oxydhydrats in Salpetersaure und
Scliwefelslure sind farblos, dagegeu die in heiber Chlor-
571
wasserstoffsgure gelb, fast wie eine Eisensolution. Die Farbe
dieser Auflbsung verschwindet beim Erkalten fast glnzlich,
Iaht sich aber durch Erwarmen immer wieder hervorrufen.
Kali Bllte die Aufl~suug weirs uud ein Ueberschuls
des F;illungsmittels Ibst nichts von deui sich abscheidenden
Oxydhydrat auf. Nach einiger Zeit wird der Niederschlag
bei liingerem Ausstifsen schwach gelblich und fiillt stark
zusammea. Wird zurn Aussiifsen auch kochendes Wasser
beuutzt, so wird doch immer ein wenig Kali vom Niederschlage zuriickgehalten.
Natron verhiilt sich wie Kali. W i r d der durch diese
Reagentieu erzeugte Nicderschlag abfiltrirt , die aikalische
Fliissigkeit wieder angesiiuert und darauf von neuem mit
Ammoniak versetzt, so erfolgt nach einiger Zeit eine sehr
schwache Triibuug. Es scheint dabei das Kali oder Natron wiihrend des Filtrirens und Aussiibens Kohlensiiure
aus der Luft anzuziehen und durch die entstehenden kohlensauren Alkalien eiue Spur des Niederschlages wieder gelbst zu werden. Uebrigens wird die Falluug durch Kali
oder Natrou durch die Anwesenheit von hinmouiaksalzeu
nicht verhindert.
Alnmoniak verhiilt sich ebenso wie Kali gegen die Auflilsungen, nur ist der Niederschlag volumiobser, lhnlich
der durch Ammoniak gefgllten Thonerde..
Durch einfach kohlensaures Kali entsteht ein weifser
Niederschlag, welcher erst beim Trocknen eioe gelbliche
Farbe aanimmt. Ein Ueberschufs von kohlensaurem Kali
lilst den Niederschlag ziemlicb leicht und vollstindig wieder auf.
Einfach kohlensaures Natron verhPIt sich wie kohlensaures Kali , jedoch scheint mir die Auflfislichkeit des Salzes iu dem Ueberschusse grbfser ZOLseyn, als bei Benutzung
von kohlensaurem Kali. Die ‘Wideraufltbsung ist rollstandig, uod die Fltissigkeit bleibt selbst bei anhaltendem Sieden klar. BLeibt sie aber nachher einige Zeit stehen, so
zeigt sich eine unbedeutende Trtibung. Waren mit dem
Oxyde andere Stoffe gelfist, welche durch den Ucberschuk
572
des kohlensaureu Alkalis uiclit zur Wiedcrauflbsutig gebra& werden, so kbnnen diese vollstaudigst vou dem
Oxyde dadurcb getreout werdeu. Die Aufliisnug iu kohlensaurem Kali oder Natron ist farbelllos uud erleidet keine
Fiillung, wenu sie mit Chlorainlnonium versetzt wird.
Zweifach kobleusaures Kali liefert eineu weifseu, im
Ueberschufs des Fallungsmittels loslichen Niederschlag, welcher sich beiln Sieden der Fliissigkeit uicht wieder zeigt.
Aehnlich verhslt sich zwaifach kolilensaures Natrou.
Kohlensaures Aminouiak briugt ebenfalls eitien weifseu
Niederscblag hervor , der sehr leicht diirch einen Ueberschufs des Fiillungsmittels wieder gellist wird. Die Auflosung kauo lauge Zeit aufbewabrt werden, ohue dafs sie
sich im geriugsten triibt. Erwarmt inail7 sic aber, SO tritt
bald eiue Triibung eiu uiid bciin Sierlcu bildet sich ein
Niederscblag vou allem in der Aufliisuug beliudlichen Oxyde.
E r liist sicli beim Erkalteu uiclit mieder auf, aucli weuu
die Auflbsuug noch vie1 kolileiisaures Aminooiak nach dem
Siedeu enthalt. Der Niedersclilag ist nicht gelatiuiis, sonderu bildet eiu schweres weiles Pulver, was bei lliigerein
Koched eiue gelblichc Farbe anuimuit, und nach dem Trocknen und Befeuchten mit Sauren keine Kohlensaure eutwickelt. Wird derselbe nach vollstandigeln Aussiifsen und
laugein Austrocknen bei einer Temperatur von 120° mit
den gewbbulichen Mitteln, welche zur Entdeckuug des Amlnoniaks dienen, bebandelt, so giebt sich dieses in grofser
Menge in der Verbiudung zu erkennen.
W i r d pbosphorsaures Natron zur sauren Auflbsung gesetzt, so eutsteht kein Xiederschlag; neutralisirt man aber
die Auflbsuug durch ein kobleusaures Alkali, so eutsteht
ein weifser, gallertartiger, durchscbeinender Niederschlag,
der zum grbkten Theil durcli einen reicheren Zusatz V O U
kohlensaureu Alkalien bald wieder gelbst werden kaiin.
Der in neutralen Aufllisuugen eutstehende Niederschlag
kann durch alle Sauren schnell wieder gelbst werdeu. Betindet sich demtiach das Oxpdhydrat in einer alkalischeu
hufliisung, so entsteht durch eineu geringen Zusatz voii
573
phosphorsaurein Natroii keiuc Ausscheidung, dagegeu erst
bei eiiiein griirssern, oder w t w das kohlcusaurc Alkali zuu
Theil durch Zusatz eiuiger Tropfen eiuer starkern Saure
zerlegt wird.
W i r d init einer ueutraleii oder saiireii Aufltisuug Oralsaure i u Beriihrung gebracht, so entsteht augenblicklich eiu
dicker weifser Nederschlag, der i u freier Oxals3ure unl6slich ist, dagegeu aber durch eineu griifseru Zusatz von
~ ~ i ~ ~ r w a s s e r s t o f fiu~ ~der
u r eHitze gelirst werdeu kaun ;
bciin Erknlteu aber triibt sich die klare Flussigkeit wieder.
1st das Oxgdliydrat durch eiii kohlensaures Alkali geltist,
SO bringt eiii geriugcr Zusatz voii Oxalsiiure Beine Falluug
hervor, dagcgen erst eiii grbkcrer, und ebeuso cine jede
andere Siiure, iiidem sie das koblensaurc Alkali zersetzt.
D c r Siedcrsclilag wird deiniiach auch durch einen gr6fserii
Zusalz voii kohleiisaiiren Alkalien wieder aufgeltist. Weiiii
man dnher zur vollkommneu ueutraleu Auflosuug eines Donarsalzes die AuflOsnug eiues eiiifach oxalsauren Salzes
briugt, so eutsteht kaum eiue Triibung, augcnblicklich dagegeii, wcnn eiii Tropfeu irgend eiuer audern Siiure hinzugrfiigt, oder eiii zwcifach oxalsaures Salz zu dem Versuche bcnutzt wird, indem das Donaroxyd also auch hier
tich als eiric schwache Basis z u erkenneu giebt.
Durch eiiie coucentrirte Aufltisuiig von schwefelsaureni
Kali entsteht uur nach uud uach in der schwefelsaureu
Aufliisang eiii Niederschlag. Derselbe wird aber durch
ciiieu g r a ~ s e r uZusatz VOU W a s s c r und ebeuso durch ein
weiiig CliIorwasserstoffsSure wieder gelbst, wobei es glcichgiiltig ist, o b der Niederfichlag iu der Siedhitze o d c r bei
der gewtihulichen Temperatur hervorgerufen war.
Kaliumeiseucyantfr bewirkt in der ueutraleu Aufl6suug
eiiieu fast fleischfarbeueu , sich zuin Brauneu neigendeu
Nicderschlag, der vou Sauren zu einer trfiben Fliissigkeit
aufgeiioiiunen wird, welche ebenfalls entsteht, w e a n das
Reageuz zur sauren Aufltisuug gebracht wird.
Kohleusaurer Baryt scblagt schon in der KHlte und
zwar vollstaudig das Donaroxyd aus seinen Auflhungen
.
574
nieder ; beiui Kochen erfolgt die Abscheidung sehr schnell.
Barytwasser fallt es ebenfalls weirs.
Schwefelammonium briugt in den huflbsungen eirien
duukelgriinen flockigen Niederschlag hervor, ahnlich wie
Eisen, welcher sich bald absetzt, und durch ein Uebermaafs des Flllungsmittels nicht gelbst werden kann. Kohlensaiire Alkalien wirken auf deuselbeu uicht ein, dagegen
zersetzt ihn Chlorwasserstoffsaure uuter Entwicklung von
Schwefelwasserstoff und diese Aufldsung verhalt sich zu
deli Reageutien wie die ursprungliche Solution. Wird das
Oxydhydrat durch eiu kohlensaures Alkali aufgeldst uud
Schwefelwasserstoff oder auch Schwefelammouium hinzugefiigt, so b r b t sich die Fliissigkeit schnell griin, ohne eine
Triibung bemerken ZLI lasseu; uach kurzer Zeit scheidet
sich jedoch die Schwefelverbindung ebeufalls ab.
Kaliumeisencyanid, Schwefelwasserstoff uiid Gallspfeltinktur wirken . auf die Auflbsungen des Douaroxydes nicht
ein. Durch die Gegenwart vou nicht fluchtigen orgauisclieii
Stoffeu, wie Weinsteinsaure, wird die Fallung des Donaroxydes durch reine Alkalien fast ganz verhindert, iudeiii
nur sehr langsam eine Triibung eintritt. Befinden sich organische Farbestoffe mit dem Oxyde in einer Aufldsung,
so werden diese mit dem Hydrat durch Alkalien gefallt
und sind diirch Ausstifsen des Niederschlags mit Wasser
nicht wieder zu treunen, so z. B. eine durch Lackmus tief
blau gefarbte Auflbsung wird farbenlus, weun aus der Auflbsuug das Hydrat durch Ammoniak gefallt wird.
W i r d das rothe Oxyd mit reinen oder kohlensauren Alkalien zusammengeschmolzen, so lbst es sich darin nicht auf,
soudern scheidet sich mit der ihm eigenthiimlichen Farbe
uach dem Uebergieten der geschmolzeneu Masse mit Wasser
wieder ab. huch wird das Oxyd durch ZusammenschmelZen mit Alkalien nicht fahig gemacht sich durch Saureii
leichter Ibseu zu lassen, wahreud aber fremde Stoffe daraus aasgezogen werden kdnnen. Beim ZusammenschnielZen mit zweifach schwefelsaurem Kali wird nach der Behandlung der Masse mit wenig Wasser ein flockiger Riick-
-
575
stand erhalten. Derselbe lbst sich aber in einer grbberen
Mengc Wasser, besonders bei Untersttitzung durch Warme
uud ebenso durch Zusatz vou Chlorwasserstoffsauro wieder
auf, und scheint demnach aus dein oben erwahuten Doppelsalz des schwefelsaureii Doiiaroxydes uiid Kali zu besteheu.
Bei den Lbtbrohrversuchen bietet dacl Douaroxyd wenig Charakteristisches dar. hiif der Kohle fiir sich bleibt
dasselbe bei dcr Eiuwirkirng des anfsern, wie des inneru
Theils der Flamme uuver~~iderlich.Mit Soda zusammengeschrnolzrii bildet es eine Kugcl, in welcher die einzelneu Thcilchcu des Oxydes uugelast schwimmen und nach
dein Erkalten durch Hiilfe der Lupe sich leicht durch ihre
rothe Farbe erkeniieu lasseu. Bci dein Ziisammeiischmelzeii init Borax eutstelit eiue gelbliclie Perle, welche nach
dem Erkalten farbedos wird, uiid woriu einzelne Theilcheu des Douaroxydes zu erkcnuen sind. Phosphorsalz
zeigt ein ahuliches Verhalten.
Uiii zu bestimmeu, ob dies rothe Oxyd eine hbhere
Oxydatioiisstiife darstelle, wclche sich erst bei hbherer
Teiiiperatur durcli deli Sauerstorf gebildct habe, gliihte ich
die Mnsse in Wasserstoffgas. Sol1 diek gleichmafsig und
kraftig einwirkeu, so muL das rothe Oxyd, so wie es durch
Ausgliihen gewouuneu wordeu ist, erst auf das sorgfaltigstc
im Achatmbrser gepulvert werden, iudem sich soust immer
kleine Puiiktclieii VOII der dem Oxyde eigenthtimlichen Farbe
zeigen werdeu , welche der Eiuwirkung des Wasserstoffgases lange widerstehen.
0,69G Grm. des Oxydes wurden i u trocknrm Wasserstoffgase anhaltcud gegliiht. Die rotlie Farbe verschwand
allmiihlig dabei iind es zeigte sich eine gelbliche, welche
spater lnehr mit grau gemischt war. Als nach langer Zeit
keiue Veranderung weiter zu beinerken war, lie& ich die
Masse im Wasserstoffgase erkalten, wobei sie sich dunkler
farbte, aber noch immer eiii gelblichetr Ansehen bebielt,
und bestimmte darauf so schnell als mbglich ihr Gewieht;
sie batte 0,OW Grm. vcrloren. Ein Tbeil des Pulvers
576
wurde in ein zu vcrsclilicfsendes Gliischcn gebracht , init
Chlorwasserstoffsfsaurc ubergossen ulid das Ganze wohl verschlossen digerirt. Die Siiurc liiale eiii weiiig voin Pulvci
auf, uiid es konnteu nur einzeltie Vcrsuche mit der Aufliisuug angestellt werdcu, welche aber gain dasselbe Resultat lieferten, wie es bei Anwe~idutig der hufliisung des
Oxydhydrats iu Chlorwasserstoffsfsaurc erhaltcu wordeu war.
Ob bei der Eiuwirkung~der Siiure eiii weuig Wasserstoff
frei wurde, meifs icli uicht mit Sichcrhcit zu bestimineu.
Ein audercr Theil des Pulvers wurde mit concentrirlcr
Schwefelsiiure iibcrgossen; diese wirkle stlirker als Chlorwasserstoffslure ein ; nber eine vollkommene Auflosuug der
Masse war auch dadurch bei weitein uiclit zu erreichen.
Bei der ersten Einwirkung der Schwefclslure eutwickelten
sich Gasblaschen ; ob dieselbeti voin Wasscrstoff herriihrg
ten, wage ich uicht zu eiitsclieidcii. Die h u f l i i s u ~ ~des
schwefelsaureu Salzes zeigtc ubrigelis das obcti augegebeuc
Verhalleu. An dein Wasscrslofhpparatc war iu der gewi)hi~lichcii Weise eiii kleiiics Kolir init frisch ansgegliihtem Chlorcalcium gefiillt, aagebracht, desseu Gewicht vor
deiu Versuche bestiuint mar. Nach der Beendiguug desselben zeigte dieses eine Zunaliine voii 0,100 Grm. von aufgeuommeiiem W a s s e r , welclic dein obeii atigefuhrten Verlnste voii 0,089 Grin. ei~tsprcclic~i.Durcli die augegebenc!
Beliandluug wlirde die Masse mi~hiii 12,78 Proc. Snuerstoff
verloreii Iiaben, eiii Kesnltat, welches im Verciu init d a i i
duich Rechuuug erhalteuen wolil init grofser Wahrsclieiulichkeit zeigt I dafs dicser gelbliclie Riickstand keiti Oxydul bilden k a m uud iiberhaupt uiclit als cine eigetie Orydationsstufe zu betrachteu ist.
Es scheiut mir aus diesein Vcrsucbe zu folgen, dafs das
Donaroxyd nicht vollsthdig durch Erhitzuug im Wasserstoffgase zuin Metall zu reducireti ist, und dafs die. Aufliislichkeit des Ruckstandes in Siiureu dadurcli nur unbedeutend verinehrt wird; diese zeigtc sich bier uugefahr von
demselbeii Grade, wie die, welche das metallische Uounr
besitzt, wenn es durch Hulfe vou Kalium aus dew Oxydc
ans-
577
ausgeschiedeu wird. Flir eine besondere Oxydationsstufe
durfte deinnach die gelbliche Masse wohl schwerlich zu
halteii seyu, sondern eher fur ein Suboxyd oder Gemenge
von Metall mit Oxyd, zumal da es sich gegen Sluren auch
ungefidhr ebenso verhllt, wie der oben erwabnte gelbliche
Absatz, welcher beim Uebergiefsen des Metalls mit kalilialtigem M’asser eutsteht, mit dem es auch in seiner Farbe
ubereinkommt. Wird der gelbliche’ Rlickstand im Platinlaffel nur ein menig erwarmt, so farbt er sich gleich wieder roth. n e r vorhnndene gerioge Vorrath an Material,
welcher zur Ausfiihrung der verschiedeneu Versuche verweudet werdeo u d s t e , erlaubte nicht mit Sicherheit zu
bestiiniuen, ub die bei diesem Erhitzen stattfindeude FarbenverZnderuog mit einer solchen Gewichtszunahme verbundcn war, wie sie der Gewichtsabnahme, durch Einwirkung des Wasserstoffgases hervorgebracht , entsprecherr
mufste. Werden einzelne Stiiubchen der gelblichen Masse
in die Flainme der Weingeistlampe geworfen, so verbrenneii auch diese mit starkem rothen Lichte, was freilich auch
das kieselsaurc Salz, jedoch in einem geringeren Grade,
zeigt. Demnach scheint das Dooar nur eiuc Oxydationsstufe zu haben. Auch das Verhalten des Chlors zum Douarorgd mufste besonders mit dam beitragen, um fiber die
Eigeuthilmlichkeit des Kbrpers zu bestimmen. Das Oxyd,
welches zur Darstellung dieser Verbindung benutzt wurde,
hatte ich mit feinem Zuckerpulver innigst gemengt und darauf in eiueni bedeckten Platintiegel eioer anhaltenden GIiihhitze ausgesetzt. Die erhalteue Kohle wurde darauf zerrieben, in ein Glasrohr von schwer schmeIzbarem Glasc
gebracht, uud nun Chlor, welches erst dnrch Schwefel-,
ssure iind darauf durch ein langes, mit frisch geglUhtem
Cblorcalcium gefiilltes, Rohr geleitet war, fiber dasselbe
gefuhrt. Als die KohIe kaum bis zum GlUhen gekommen
war, zeigted sich an derselben schon viele weifse Punkte;
das ganze Rohr fullte sich zagleich mit einem weifsen
Dampfe. Es war zu dem Versuche ein Verbrennuogsrohr
von der gewbhnlichen Liinge benutzt worden, dessen Spitze
PoggendorN’s Annal. Bd. LXXXII.
37
578
abgebrocheu war, und die Kohle befaod sich nngefahr 2:
Zoll von der Miiudung aus welcher das Clilor einstriimte.
Nichts destoweniger zeigtcu sich an der Oeffuuiig des Rohrs
die weifsen Diimpfe in Menge. Urn sic aufzufaugeii, wurdc
die nach unteu gerichtete Spitze des Rohrs in Wasser getaucht, vou welchem sich die Danipfe vollstiudigst zur klareu Flussigkeit absorbireu liefsen.
l3ei fortgesetztem Gliihen vcrschwaudcu uach und nach
die weifsen Puukte aus der Kohle uud cndlich wurde
iiichts weitcr sublimirt. Der Auflug, welchcr sich UUI die
heibeste Stelle angesetzt hatte, war weirs, vcrlief abcr allmiilig iu die verschiedensten Farben, in welchen die gelbe
und rbthlichgelbe vorherrschten. Jedoch nacli dein ~011standigeu Erkalteu verschwanden diesc wicder uud das
Gauze erschieu weirs. U m dicsc tluclitigc Chlorverbiuduug
hervorzubringen, ist die Auweiidung ciuer selir hoheu Temperatur weniger nothwcudig, als ciue lnugc audauerndc
Eiuwirkuug dcs Chlors.
Es wurdc dcrnuachst die zuruckblcibeude Kohlc untersucht. Sie wurde mit sicdcudcm Wasser extrahirt, wodurch aber iiichts geliist wurde. Uarauf murdc sie wit
Chlorwasserstoffsaare ausgeliocht , aber aucb dadurcli fnnd
keiue Eiuwirkuug statt. Da es nicht u~i~niiglich
war, dafs
noch basischc Chlorvcrbiudiiugeu zuruck scyu kouutcn, so
wurde die Kolile anhaltend uiit Kali gekocht, dic abfiltrirtc Flussigkeit schwach nugesaucrt uud so uutcrsucht,
aber bei der Beuulzung der eutsclieidendsteti Rengeutien
entstaud ebenfalls keiue Fiillung. Die Kohle lieb sich oline
Riickstaud verbreuueu. Es folgt aus dicscin Verhalteu, dak
. keiu Metall sich iu dem Oxyd befuudcn hat, dessen Chlorverbindung feucrbestaudig ist. Bei cinem friihereu Versuche, bei welchein icli eiii kurzeres Rohr, etwa vou der
halben Laiige eiues Verbreuuuugsrohres benulzt hatte, da
ich die Bilduug eiues so fliichtigen Cblorids nicht erwartete,
uuterbrach ich den Versuch und versuchtc die schon in
der Kohle entstaiidencu weifseu Theile durch Behaudlung
lnit Wasser zu entfcrnen. Sic zeigteu sich jedoch darin
379
wenig laslich uud selbst ChlorwassersloffsB;ure, welche zu
einigen Tropfeu der Flussigkeit hinzugesetzt wurde, bewirkte keine Auflosung.
Der Rest der Masse bildete, mit Wasser iibergossen,
eine milchige Fliissigkeit, aus welcher sich die triibenden Tbeile selbst nach mehreu Tagen noch nicht gesenkt
hatten. Durch Filtration waren sie gar nicht zu scheiden, sie giugen vollstiindig mit durch die Poren des Papiers. Eine Wirkung auf die Reactionspapiere fand, wie
zu erwarten, uicht statt. Unstreitig bildete diese Masse
eiu sehr basiscbes Chloriir. Leider konnte ich dasselbe
nicht weiter untersuchen , indem es wieder zur Bereitung
des Oxydes verweudet merden mufste.
Darauf wurde zur Uutersuchung des Wassers geschritten, welches zur Condensatiou der weilsen Dempfe gedient
hatte. Dasselbe euthielt ualiirlich vie1 freie Chlorwasserstoffsaure. Es wurde eingedampft und mit den oben angefiifirten Reagentien gepriift. Dieselbea brachten die Erscheinungeu hervor, wie sie oben angegeben sind.
Von dem Sublimat im Rohre selbst war gleich nach
Beendigung des Versuchs ein wenig d u d Hiilfe eines
Glasstabchens herausgenommen worden. Es wurde zwiscben
eiuige diinue Scheibchen Natrium gelegt und mit diesem
in einem kleineu Tiegel erhilzt. Die Masse wurde dabei
ebenso vollstiiudig zum schwanen Metall reducirt, wie dieb
aus deln Oxyde bei Anwendung vou Kalium gescheheu
war, und das entstendene Metall konnte durch Hiilfe von
Wasser leiclit vom Natrou uud Kochsalz befreit werden.
Der Inhalt des Rohrs erschieu gleich nach Beendigung
des Versuchs ziemlich voluminbs; fie1 aber bedeuteud zusammeu zu kleinen krystallinischen Ptinktcheu , indem er
eiue weifse Farbe ennahm uud sicbtbar Feuchtigkeit aus
der Luft aozog, ohne jedoch zu -2erfliefsen; er entwickelte
schwache weifse und nach Salzstiure riechende Diimpfe.
Wasser Iliste denselben vollsttindig auf. Es kam nun darauf an, zu bestimmen, ob mit dem Chlordonarium sich zugleich noch andere fltichtige Cblormetalle sublimirt hatteo,
37 *
580
von welchen jedocli nach der Wcise, wie dns urslxiiriglich benutzte Oxyd bereitet war, nur liiichstens sehr geringe Quantitaten vou Beryll-, Tlior - oder Zirkonerde
vorhauden seyn konnten. Die Reageiilieii zeigten gegen
die Aufliisung aber nur das Verhalten, wie es oben beschrieben ist. Kali wurde i m Ueberscliufs zu einein Theile
der concentrirten Aufliisung gebracht uud die vou dem
entstandeuen weifsen Niedersclrlage abfiltrirte Flussigkeit
neutralisirt und auf Beryllerde untersucht. Es zeigten sich
aber bei der Benutzung vou kohlensaurein Kali , Ammoniak, phosphorsaurem Natron u. s. w. nur eiuzelue leiclite
Flocken, bei weitein keine Triibuug. Sollten diem Flocken
auf die Gegeuwart der Beryllerde deuten, so wurdc diese
dem Donaroxyde nur in einer liachst geriugen Menge beigemengt segn. Thorerde war ebeiifalls nicht vorhauden;
Schwefelammonium brachte die du~ikclgrunlicheF2llung hervor, welche, abfiltrirt und weiter untersuclit, die ursprunglichen Eigenschaftcn des Donaroxydes zeigte. Es war uoch
zu entscheiden, ob Chlorzirkoniuin siclr in dcm Sublimat befunden habe. Die Aufliisung wurde wit den einfach kohlensauren Alkalien behandelt. Die Wiederaufliisung des dadurch entstandenen weifsen Niederschlages erfolgte aber durch einen Ueberschufs derselbeu so vollstandig und vie1 schneller, als es bei der Zirkonerde der Fall
ist, und als ein Theil der Aufliisuug des Chlordonnriuius
mit kohlensaurem Baryt behandelt wiirde, erfolgte die
vollstlndige Fallung der Masse schon in der Kalte.
Das Hauptresultat von allen diesen Versuchen besteht
also darin, d a t die untersuchte fluchtigc Chlorverbinduug
kein Gemenge mehrer sich verwandter Kfirper bildet, sondern allein Chlordonarium darstellte. Werden die Resultate der Untersuchung allgemein zusammengefatt , so ergiebt sich also daraus, dafs das Donaroxgd der Zirkonerde
am nlchsten steht, aber sich in vielen Beziehungen von
dieser unterscheidet. Wegen seines groten specifischen
Gewichtes diirfte es den Schwermetallen beizuzahlen seyn,
wenn uicht alle seine Verbindungen eine gewisse Aehnlich-
581
keit niit deuen zeigten, welche die sogeuaunten eigentlichen
Erden bildeu, und nameutlicb gielt diefs von der Zirkonerde und deren Begleiter. Die basische Natur des Oxydes
ist geriuger als die der ubrigen Erdeu, wie das Verhalteu
gegeu kohlensauren Baryt, gegen eiufach kohleusaure Salze
init starkerer Basis, die Fdlbarkeit durch Alkalieu bei Anwesenheit vou Amnouiaksalzen u. s. w. zeigt. Schou hieriu
scheinen mir biureicbeude Grunde fur die Aunahme einer
Zusammeusetzuug von k zu liegen, und diese wird uoch
mehr bestatigt durch die Zusammeusetzung des schwefcl
saurcu Salzes, das eiuzige, welches mir die Menge des
vorliaiidenen Materials quautitntiv zu analysiren erlaubte.
Obgleich meine Erfabrungeii uber die Natur der Snlze
des iieueu Metalls sehr unvollkommeu siud, so wird dic
Mi~!liciluag derselbeu doch dazu beitrageu, sowohl die
Eigeiithiimlicbkeit desselbeu zu bestatigen, als aucb eiuc
Beurlheilung der allgeineiueu Eigenschaften zuzulasseu.
Das schwefelsaure Salz wurde erhalten durch Aoflirsuiig des Oxydhgdrats in Schwefelsaure, und durch Verdnnipfriug der Flussigkcit, so laiige nls sich Dampfc vou
Schwcfclsiiurc bemcrkcii liefsen. Der Ruckstand wurde
wiedcr init Wasser ubergossen, nnd die Auflbsung langsaiii verdunstet.
Es wollte mir jedoch durchaus uicht gelingen, das Salz ziir Krystallisation zu bringen, indem sich
immer nur klcine, weihe, perlmutternrtig glhzende Schiippclieii bildeteu, welche keine Verhderuug an der Luft uud
ebenso bei einer Temperatur von 100° 'erlitten. Dimes
Salz scheint eiue saure Verbindung damustellen, welche
vie1 Krystallwasser enthalt. W i r d es einer hbberen Temperatur ausgesetzt als zur Verfliichtigung der Schwefelsaure
iiothwendig ist, so verliert es nocli eineu Theil Saure und
Wnsser, farbt sich in der Hitze dabei gelblich, wird aber
beim ErkalteD wieder weirs. Die Masse lbste sich i n Wasscr lneistcnstheils nocb auf, und scheint nuu wolil eiue
iicutrale Verbindung darznstellcn, deren Auflbsuitg nhcr
sauer reagirt. W i r d dicsc bis zuin Sicden erhitzt, so triibt
sie sich, wird aber beim Erkalteu wieder hell. Dcr Thcil
des Salzes , welcher vom Wasser nicht aufgenommen wird,
bildet eine basische Verbindung, die aber durch ‘Zusatz
von ein wenig Schwefelsiiure oder auch Chlorwasserstoffslure wieder auflbslich gcmacht werden kann, wenn man
den Riickstand damit erwlrmt und das Ganze dann in der
Kalte stehen Iafst.
Wird das scbwefelsaure Salz sehr stark gegliiht, so
zersetzt es sich vollstandig. Das zuruckbleibende Donaroxyd besitzt nun eine riithlich gelbc Farbe und behalt
diese auch nach dem Erkalten. Der gegliihte Ruckstand
wurde mit kohlcnsanrem Natron Iangere Zeit ausgekocht,
die abfiltrirte Fliissigkeit saucr gemacht und auf Schwefels l u m uutersucht, welche sich, wie gesagt, nicht dariii fand.
Die AnflBsnug des als neutral augenomlnenen schwefeluiid wird beim Ersaureu Salzes triibt sich beiin KOC~CII,
kalteii wieder klar. Die Erscheinung kann in einem verstiirkten Grade hcrvorgebracht mcrden , wenn eine Auflbsung von einiger Concentration mit irgeiid einer anderen
Slurc, oder auch mit Schwcfe1s:iure selbst, versctzt und
bis zum Sicden gehracht wird. Es cntsteht dabei ein
dicker, voluminker Niederschlag von weifser Farbe, der
vielleicht aus der ganzen Menge des aufgebst gewesenen
Salzes besteht. Bleibt die Masse stehen , so vermindert
sich die Ausscheidung mit der Abnahnie der Temperatur
bald und nach einiger Zeit wird die Fliissigkeit wieder
vollkommen klar. W i r d sic darauf wiederum zum Sieden
gebracht, so entsteht die Abscheidung von Neuem, diese
aber, SO wie die Wiederaufliisung des Niederschlages in
der Kalte, erfolgt jedoch nach und nach immer schwieriger
und die Fliissigkeit mufs endlich mehre Stunden stehen
bleiben oder mit einigen Tropfen Wasser versetzt werden,
wenn sie wieder klar erscheinen soll.
Aus der quantitativen Untersuchung des schorefelsauren
Salzes versuchtc ich die Zusammcnsetzung des Oxydes und
Atomgewiclik der Masse zu berechnen. Es kann aber
diese Bereclinung bis jetzt nur ein unsichercs Resultat liefen), da aus Mangel an Material rnit den eiiizeluen schwe-
felsaurcn Salzeu nicht Versuche genug vorgenommen werdeli konnten, um ihre Zusammensetzung mit Sicherheit zu
constatiren , iind wie gesagt, vollkommen auskrystallisirte
Verbiudiingen sich nicht darstellen liefseu. J e hbher die
Temperatnr ist , welche auf die schwefelsauren Salze einwirkt, uin so uehr Wasser uud Schwefelsaure w i d ausgctriebcn, und leicht kaun die neutrale Verbindung mil
mehr oder weuiger voii einer basischen verunreinigt seyn.
Das Salz, welches ich zur Ausfiihrung dieser Untersucbung
verwendete, war durch Auflbsung des Hydrats in Schwefelszure bereitet. Die Aufliisung wurde abgedampft , bis
sich keine Spur von Dampfen mehr eiitwickelte uud nachher noch laiige Zeit iu dieser hohcn Temperatur gelassen,
daraiif rnit Wasser bebandelt, wobei ein Riickstand hinterblieb, wclcher von der Auflbsung diirch Filtration getrennt
murde. Die Aufliisung dcs als neutral angenommenen Salzes wurde uuu ciiigedampft uiid Iange Zeit einer Temperator von l l O o ausgesetzt. Es bestand aus:
Schwefelsaure
Donaroxy d
Wasser
31,236
47,734
2 1,030
100,,,000.
Wird ang~eiiom~ucn,
dafs dcr Sauerstoffgehalt der Schwefclszure dcr Drcifacbe von dciii des Oxydes sey, SO wur&II in diescin sich 6,24 Theilc desselbeu finden, was bei
...
der Aiinahme, dafs das Oxyd = a sey, als Atomgewicht
fiir das Metall 99i,4 und fur das Oxyd 2294,s geben
wiil.de, oder 100 Oxyd enthalten 13,012 Sauerstoff I ) .
Dic Aunahme fiir
scheint mir durch das ganze Verhalte~i
des Oxydes gegen die Reagentien gerecbtfertigt; es bildet
einc schwachc Basis, die in ihren Verbindungen die grbfste
Aiialogie mit Eisenoxyd - und Thonerdesalzen zeigt. Die
geringe Abweichung, welche die oben angegebenen Resultnte der Analyse mit den durch Rechnung erhaltenen zeigte,
1 ) Auclr in clicscn Zalileo liegt cine zu berchteodc Bcziehung zu clcncu
dcr Zirkoncrdr.
584
wenn die genannte Zahl als das Atomgewicht angenolnmen
wird, diirfte ihren Grund leicht in der Beschaffenheit des
uutersuchten schwefelsauren Salzes habeu. Die Zahl liegt
der Wahrheit in jedem Falle aber sehr nahe.
In dem uutersucbten Salze ist das Sauerstoffverhaltnifs
im Wasser uad in der Saurc gleich. Die Menge jenes
wiirde 6 Atome betragen. Uebrigens ist das Wasser nicht
direct bestimmt worden, sondern konnte nur aus dem Gewicbtsverluste berechnet werden; die Schwefelslure wurde
aus dem bei der Analyse erhaltenen schwefelsauren Baryt
bestimmt, das Donaroryd dagegen duch Ammoniak gefiillt.
Das salpetersaure Salz bildet ebenfalls nur kleine sternfiirmige Krystalle von w e i t e r Farbe, welche in der Luft
Feuchtigkeit anziehen und in Wasser sich sehr leicht aufliisen. Die Aufliisung reagirt sailer, und hat einen widerlichen Mctallgeschmack. Durch Wiirnie wird das Salz schnell
zersetzt und hinterlZfst rotlies Oxyd.
Sehr mahrscheinlich scheint es inir, dafs ein kohlensaures Salz nicht besteht. Wird die Aufliisung des Orydes
wit ein wenig kohlensaurem Kali vcrsetzt, so entsteht ein
weifser Niederschlag , der abfiltrirt und getrocknet einc
gelbliche Farbe annimmt. Erhitzt man ihn, so mird er roth
uud verliert seine Aufltislichkeit in Sauren; er verhiilt
sich ganz wie reines Oxyd. W i r d die weifse Masse an
der Luft getrocknet und darauf mit SIiiren augefeuchtet, so
entsteht kein Aufbrausen , sonderu n w einzelue Gasblasen
entwickeln sich, wahrscheinlich von Spuren des ziir Fallung beniitzten Kalis, w a s sich so schwer VOII dein Niederschlage trennen Bfst.
Das kleesaure Salz ist von blcndend weifser Farbe, an
der Luft vollkomlnen bestandig und enthllt Wasser in grofser Menge. Beim Erhitzen wird es zersetzt, indem es eine
partielle Schmelzuug erleidet und die hiuterbliebene Masse
verglimmt zii rothem Oxyde , welches bei Befeuchten mit
Sauren keiue Koblens%ure entwickelt. Chlorwasserstoffsaure greift den Ruckstand kaum an, dagegen concentrirtc
585
Schwefelsaure selir leicbt und die Auflifsung in Wasser
zeigt das eben angefiibrte Verbalten gegen die Reagentien.
Wird das scharf getrocknete Oxydhydrat durch Chlorzoasserstoffsaure zerlegt, was leicht und ohue Chlorentwicklung geschieht, so erbglt man eine braunlichgelbe Fliissigkeit, welche, wie bemerkt, in der Kllte fast farbenlos wird.
Nacli dem Eindampfen bleibt eiu wasserhaltiges Chlorid
zuriick von duukelgelber ins BrSunliche geheode Farbe,
welches mir nicht geliogen wollte, krystallisirt zu erhalten.
Es hat nach vollstandigem Eintrocknen des Ansehen eines Firuifs, zieht aus der Luft Feuchtigkeit an, zerfliefst
aber nicht. Wird es Iangere Zeit bei etwa 150° ausgetrocknet, so zerfallt es iu Schuppeu von citronengelber
Farbe; bei hbherer Temperatur w i d es aber wieder heller. Mit Wasser iibergossen, liist sich die Chlorverbindung
leicht und vollstaodig auf, uod die Auflbsuog reagirt sauer.
Bei dem Befeuchten der trocknen Masse mit Wasser bilden sich zuerst kleine, weifse , warzenfiirmige Krystalle,
welcbe aus einern Chloriir zu bestehen scheinen, welche
aber durch einen griifsern Zusatz von Wasser auch schnell
geliist werden. Das wasserhaltige Salz schmilzt bei der Temperatur noch nicht, wo das Glas erweicht und wurde fast
gar nicht verfluchtigt. Die gegliilite Chlorverbinduog ist
in Wasser unliislich und wird selbst durch langes Digeriren mit Chlorwasserstoffslure nur schwer geliist.
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