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Beitrge zur nheren Kenntniss des Wesens der sogenannten Corcitivkraft.

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28
weibliches Violett, aus Violett und Orange nur weifsliches
Roth gewonnen wird, \vie icli in meinem friiheren Aufsatze
erwahnte, ergiebt die Zeichiiung ebenfalle. Dafs gleiche
Theile Grun uiid Roth Orange, gleiche Theile Griin und
Violett Indigblau geben , geht ebenfalls daraus hervor.
Natiirlich sind die meisten Verlialtuisse dieser Zeichnung
nur nach Gutdunken gewahlt, und kann dieselbe keinerlei
Aiispruch auf Genauigkeit machen.
XI. Beitrage zur naheren Kmrrtn+ cies W e s e n s
der sogenannten Coercitiokruf t ;
con P l u c k e r .
1. In meiner fruheren Abhandlung ') habe ich nachgewiesen, dafs der Magnetismus, welcber durch (paramagnetische oder diamaguetische ) Induction in den verschiedenen
Substanzen hervorgerufen wird, nicht der inducirenden Kraft
proportional ist, sondern in jeder eiuzelnen Substanz nach
einem besonderen Gesetze einem Maximum, dem Sattigungspunkte, sich nahert. Ich habe auf empirischeni W e g e gezeigt, dais fiir jede der von mir untersuchten Substaiizen
der iuducirte Magnetismus, nacbdem die Einheit der inducirenden Kraft angenommen, sich durch Hiilfe zweier voii
einander iiuabhaugigen Constanten bestimmen kfst. Die
eine dieser beiden Constanten habe ich Inductions die
andere Widerstands Constante genannt. W e n n sich fur
eine Substanz ergeben sollte, dafs die Widerstands-Constante Null ware, so wiirde fiir diese Substauz der inducirte Magnetismus der inducirenden Kraft proportional
wachsen und danii die Empfanglichkeit derselben fur Magnetismus blofs durch die Inductions - Coiistante angezeigt
.
-
-
1 ) Ueber das Gesetr der Induction bei paramagnetischen und diamagnetirelien Substanzen. Annal. Bd. XCI. S. 1 bis 56.
29
werdeu. Der inducirte Magnetismus der von mir untersuchten Substanzen ( Nickel, Kobalt, Eisen, Eisenoxyd,
Nickeloxyd, Wismuth, Phosphor, Sauerstoffgas, Kobaltoxydhydrat) bleibt aber iminer, uiid zwar in sehr verschiedenem Maafse, hinter jener Proportionalitat zurlick,
urn so mehr je gr6fser die Widerstands-Constante, der
Widerstand ist. Die wenigen Bestimmungen, welche bereits
vorliegen, liefsen es mir als wahrsclieinlich erscheinen, dafs
fur diejenigen Substauzea, welche, nachdern die inducirende
Kraft, der sie ausgesetzt waren, aufgehort hat auf sie zu
wirken, eineii namha'ften Theil des in ihnen hervorgerufenen
Magnetismus festhalten, die Widerstands - Constante verhlltnifsmafsig klein ist, in der Art, dafs der Magiietismus solcber Substanzen, wenn die inducirende Kraft wachst, rascher
zunimmt und langsamer dem Sattigungspunkte sich nlhert I ) .
MTas gehlrteten Stahl im Vergleich mit weichem Eiseu
betrifft, so konnte ich an der Richtigkeit dieser Behauptang
irn Allgemeinen nicht zweifeln. Es war dieselbe (lurch
einen einfachen Versuch, dessen ich schon v'or eirier Reihe
von Jahren erwlhnte, nachgewiesen; dadurch namlich, dak
zwei in ihrer Mitte kreuzweise verbundeiie Stabe, cin
dickerer von Stahl, ein dunnerer von Eisen, so aufgelilngt,
dafs sie in der Horizontal-Ebene frei scbwirigen konnen,
dann, wenn sie allmalig einem starkeren Magnetpole ge
nahert werden, anfanglich nach der Axe des Eisenstahes,
spater nach der Axe dcs Stahlstabes sich richten. Nur
fehlteii Zahlen, die ich aus diesem Versuche nicht ableiten
konnte. Die in der angeflihrten Abhandlung von mir untersuchten festen Kurper hatten samintlich die Pulverform. Es
schien mir daber sehr wiinschenswerth, in einer anderen
Weise, welche gestattete Eisen und Stahl i n massiver Form
zu untersuchen, die obige Frage zur directen Entscheiduog
zu bringeu '),
1 ) Citirtc Abhancliung S. 64.
2 ) Wie friiher v i d b c b , so is! auch oeuerdiogs noclr
-
ich deiike uliiie
mein Verschulden
meioe Auffassuogsweise mifsverrtanden wordan.
D i e Schlufsrtelle eines ausfiihrlirhen Ausruges, durcli welche der Her-
-
2. Ich lids zu diesem E n d e einen Eisenknopf ( A ) und
drei Stahlkiiapfe (B, C, D ) von maglichst iibereinstimmender Forin und Griifse anfertigen, die letzten drei mijgliclist
stark li$rtcn, dann den ersten derselben (B) blau, deli
zweiteii ( C ) gclb anlaufen, wahrend der dritte ( D ) seine
vollstandige Hartung behielt. Diese drei Knijpfe waren
aus demselbeii vorher genau abgedrehten Stabc voin feinsten englischen Stahle geschnitten und an eiiiem Entle
genau halbkugclfijrinig abgerundet und polirt. Ihre-UicLc
ausgeber des. Institut wohlwollend den lnl& meiner oben citii t e n
Abhandlung zur weiteren Verbreitung gebracht hat, lautet:
)B Mr. Plii c k r r incline u penser 9ue les suhslunces relirnnprit
d'uuiunt plus Jucilcment le mugnhtisme u c y u i s , yu'rllrs oppusent moins de rr'sisfunce ri I'uirnunfufivn. Quund V I I cvnsi(l2rc
les d e u r subsfunres les plus mugnitigiies, t r l l e s yue Ir f e r t.1
rucicr, c r l l c opinion paroit peu p r o b o t h ; cur Ir f e r s'oimanle
pliis rupidement gur C'ucier ei il perd aussi plus rupidrmetit
son ,/luide p u n d C'iiimanfution ccsse."
22. i?fors, 1854.
Dan Mifsverstiindnirs berulrt auf der Bedeutung, welchr dem W o r t c
uWidcrstand untcrgelrgt wird. Das W o r t Ira!, an und liir sich, keine
Bedeutung, weil w i r dns \T'esen der magnetischen Erregung niclrt kenNelrmen w i r in Hiirpern, die eine
nen: es bcdarf ciner Definition.
stiirkere Coercitivkraft habru, einen Widerstand a n , der iiberwunden
,
die magnetkche Erregung cintritt - cine Vorauswerden ~ u L bevor
aetzung , dereo Unstatthaftigkeit icli vollsthdig nachgewiesen zu haben
glaube - so mJs aoch im Stahle cin grorserer Widerscand als im Eisen angenomnien werden, um die Thatsache zu erkliren, dafs, bei wachsender Induction, der Magnetisnius im Stahle in rascherem Verhiltnisse
als im Eisen wiichst. lch habe friiher selbst rnich in diesem Sinne ausgedriickt, aber bei nihereni Eingehen in den Gegenstaud, tliesc
drucksweise, urn dieselbe Thatsache zu erkliireu, geradezn umkelrren
miissen. (Vcrgl. die 24. Nummer der cit. Abhaudl. ) In Substaozen,
die mit ciner stsrkeren Coikcitivkraft begabt sind , sclreint, was naclrzliwrisen ist, die M'idcrstands-Coostante geringer zu seyo, das tieifst, ('s
sclieint sich in diesen Substanzen der ProportionalitSt der Zunabme dcs
Magnetismus mit der Zunahme der inducirenden Kraft weoiger W i d c r stand entgegen zu setzen. Hiermit ist also keineswrges gesagt, dafs in
Substanacn, die n u r schwaellen Magnetismus annehmen, darum der Widerstand grok ist. W o l l t e man abcr dennoch in diesem Sinne den
Widerstand aumassen und defrniren, so w h clad~irch nichts gewonnen,
weil Widerstand dann niclrts anderes bedeutete als der reciproln V'ertli
des inducirtrn Magnetismrir.
31
betrug Smm, ihre Lange, mit Ausschlufs des am anderen
Ende befindlichen, mit einer zum Behuf d e r AufhHngung
versehenen kleinen Oeffnung, 14'"", ilrr Gewicht ungefahr
6Erm,3. Aus deinselben Stahlstabe wurden iioch kleinere
Stabe E geschnitten, 53"'" lang, ,an beiden Enden ebcnfalls
genau halhkugelfilrmig abgerundet und gehartet. D e r Eisenknopf ( A ) wurde aus eineni Stabe weichen Eiseiis von
gleicber Diche genoinmen uud aus dernselben Eisenstabe
wiederum ein kleinerer den eben crwahnten Stablstsben E
an Lange und Form gleicher Eisenstab F geschnitten.
3. Es wurden fiinf Reiheii von hbwagungeu vorgenominen, um die Gewichte zii bestimmen, wclclie nothwendig waren urn die verschiedenen KnBpfe, bei gleicher hufhangung, von inducirenden Magnetpoleii , die verschieden
stark waren, abzuziehen. F u r die drei ersten Reihen voii
Abwagungen wurden drei d e r Stahlstabe E genoinmen und
mit Sorgfalt verscbieden stark magnetisirt. D a n n wurden
diese Stabe nach einander in eincin Fufse durch Schrlubchen in senkrecliter Stellung befestigt und hierauf die verschiedenen Knilpfe nach eihander an cinem Balken einer
W aage gleichmafsig aufgeh$ngt, aequilibrirt und durch allmalige Belastung des anderen Balkens von dein obereir
Pole des jedesmaligen lnagnetisirten Stahlstabes, den e r n u r
in einem Pnnkte beriibrte, abgezogen. Bei der ersten Reihe
von Abwagungen, bei welcher die Kubpfe v011 dem schwachsten Pole abgezogen wurden, bedientc ich inich d e r feinen
G e i Es I e r ' schen Glaswaage und das zum Abziehen erforderliche Gewicht wurde durch einen Reuter voii Platin, der
auf dem anderen Waagebalken fortgeruckt wurde, bestiinmt.
Bei d e r zweiten Reihe, bei welcher die verschiedenen K n t i p b
von dem Magnetstabe mittlerer Starke in gleicher U7&e
nach einander abgezogen wurden, diente dieselbe W a a p
aber die Starke der Anzichung wurde dadiirch bestimm.
dafs auf die am anderen Waagbalken hangelide Schale
ein Schiffchen voii Papier gebracht uud in dieses, so lange
bis das Abziehen erfolgte, R U S einer engen Oeffnung trockner Sand geschiittet wurde. Das Schiffchen mit dein Sande
32
wurde nach jeder Bestiniinuiig auf eiiier auderen Waage
gewogeu. Bei der dritten Reihe von Abwagungen mufste
die Glaswaage durch eine grohere chemische Waage ersetzt
werden ; die Bestimuiungen wurden wie bei der zweiten
Reihe geinacht, iiur dafs schon vorher Gewicht aufgelegt
wurde, bevor inan den Sand zuschuttete.
Bei deli beiden letzten Reiheii von Ahwagungen wurde
der grofse Elektroinngnet angewandt, indeni auf einer Polflache desselhcn ein sehr stumpfer Kegel, dessen Basis init
dieser Polfllche gleichen Durchmesser hatte und dessen
Spitzc abgerundet war, aufgesetzt wurde. Die Kniipfe
wurden an einem Arme einer gewohnlichen Waage aufgehangt und senkrecht von dcr abgerundeten Spitze des
Kegels, nachdem die am andcren Arme hangende Schalc
bevor sie bis nahe dem AbreiCsen belastet worden war,
durch zugelegte feine Schrotkbrner abgezogen. Der Elektromagnet wurde eiuinal durch ein einziges unserer gewiihnlichen G r ove’scheu Elernente erregt, das andere Ma1 durcli
eine Kette von sechs solcher Elemente.
Versnchsreihe 1.
Die Zahlen bedeuten die in Grammen ausgedriickten,
zum Abzieben erforderlicben Gemichte ; die iieben einander stebenden beziehen sich auf die uninittelbar wiedcrbolten Bestimmungen mit demselben Knopfe. Die Aufeinanderfolge der Ahwiigungen bei Anwendung der verschiedenen Kngpfe, bezeichnet die erste Vertical - Columne, iii
welcber die Substanz des jedesmaligen Knopfes bezeich net ist.
Weiches Eisen Mr,395
0gr,395
Blauer Stahl
0 ,33
0 ,34
Gelher Stahl
0 ,26
0 ,27
Glasharter Stahl 0 ,120
0 ,125
Gelber Stahl
0 ,26
0 ,27
08’,28
0 ,34
Blauer Stahl
0 ,35
Weiches Eisen 0 ,915
0 ,405
4.
5.
33
5.
Versiiclisreihe I I .
Weiches Eisen
Blauer Stahl
Gelber Stahl
Glasharter Stahl
Gelber Stahl
Blauer Stahl
Weiches Eisen
2gnn,7(B
2 ,20
2Srm,60
2 ,10
1 ,80
1 ,00
1 ,70
2
,oo
2
35
I )80
1 ,oo
1 $0
2 ,10
2 ,65
6.
Versuchsreihe 111.
Die Anziehaiig der verschiedeiieii Kiiiipfe durch den
starksten der drei Stahlmaguete murde zweiinal au verschiedenen Tagen bestimmt.
Weiclies Eisen 356r10,8 36Srlu,0 35grm,9 36&"",4
Blaucr Stahl
29 ,8 29 ,9 30 ,7 29 ,2
Gelber Stahl
25 ,4
25 ,8
25 ,8 25 $1
18 ,1
19 ,O
18 ,5
Glasharter Stab1 18 ,O
-- .. -.
Weiches Eisen
Blauer Stahl
Gelber Stahl
Glasliarter Stahl
Weiches Eisen
7.
349"",0
29
24
17
35
,2
,2
,9
,2
.
S46r'",9
29 ,8
24 ,7
18 ,2
3 4 ,9
356'"',0
30 ,2
21 ,I
18 ,6
36 $1
346"",.5
Versiiclisreihe IV.
i 1315r1n
Weiches Eiseii
205."""+
124
3
Blauer Stahl
295
i-
Gelber Stahl
255
+
Glasharter Stahl
2%)
+
1
7
5
6
3,s
Pnggentltr rff's it nnnl. 11d. XCI V
:z
+I
i
Weiches Eisen
(205
8.
Versiichsreihe V.
Weiclies Eisen
1553Rr+
Blauer Stahl
1423
+
Glasharter Stahl 1133
+
22
25
1
21K'"'
18
19
'1
15 ,5
I 4 ,3
18 ,5
'i
21
9
12
f 20
Gelber Stahl
W c i c h e s Eisen
Gelbrr Stahl
1543 -t
1233 4
1
28
16
, 6 ,5
In den beiden Versuchsreihcn IV und V bedeuten die
voranstelienden griifseren Zahlen die aufgelegten , das Abreifsen noch uicht bewirkender Gewichte und die kleineren
aach den Klainmern die in den unmittelbar auf einander
folgenden Bestimmungen zugelegten Schrotgewichte.
9. Wenn wir aus sammtlichen einzelneii Bestimmungen
jeder Reihe fur jeden Kiiopf die Mittelwerthe nehmen, so
ergiebt sich die folgende Zusamiuenstellung.
Glaslr. S t .
1.
11.
111.
IV.
v.
Gelb. SI.
Rlauer St.
Weiches E.
0#'",1225
0srm,26S
06"",340
ORrm,405
1 ,1000
1 ,725
2 ,210
2 ,625
18 ,-i
( 25 ,o
29 ,9
36 ,o
18 ,2
1 24 ,3
29 ,7
34 ,6
233
26 1
298
331
1149
1245
I438
1572
1
1
1
35
Hieraus ergeben sicli endlich , wcnii wir die Anziehung,
welche der Kuopf voii glashartein Stahle erfahrt, gleich
Eins setzen, fur die Anzieliuiig der drei aiideren Kniipfe,
die iu der folgenden Tabelle zusarnmengestellteii Verhaltnifszahleu :
Gelber St.
1.
11.
III.
IV.
1
2SP”,IS
1 ,72
1 ,36
1
1
,34
,I2
Blauer St.
2gr”,78
2
,21
Weiclies E.
36‘m,3 1
2 ,62
1 : ::; 1 ; :;:
1 ,28
1 ,42
V.
1 ,084
1 ,25
1 ,37
10. Diese Zusanimenstellung weiset, was zu erwarteii
stand, in schlagender Weise nacli, dafs der Stab1 je harter er
ist, eincrseits zwar durcli Iiiduction iim so schwacher magiietisch wird, aiidererseits abcr, bei wachsender inducirender
Kraft in uin so raschere Verhiiltnisse an Maguetismus zunimmt. W i r sehen, dafs, bei starker Kraft, der bis zum
gelbeii Aulaufeii abgelassene Stalil nicht vie1 stiirker angezogen wird als der glasharte, mehr als doppelt so stark
aber bei schwacher Kraft; dafs das magnetische Verhalteii
des hlau angelaufenen Stahls deli Uebergang bildet zum
magnetischen Verhalten unseres weichen Eisens. Dieses
wird bei der schwachsten von uns augewandten Kraft 35,
bei uiiserer starksten Kraft nur I + Ma1 so stark angezogen
als dcr glasharte Stahl.
11, Aus den Anziehungen, die rinsere Knapfe durch
die verschiedenen Magnetpole erleiden , konnen wir nicht
auf die hierbei .stattfindendcn inducirenden Krzfte selbst
zuriickgehen uud diese unter einander vergleichen. Urn
so weniger lasseu sich diem mit denjenigen vergleichen,
die bei den Bestimmungen der oben citirten Abhandlung
angewendet worden sind. lcb habe es hier vorgezogen,
mich iiberall nur cines einzigen inducirenden Poles zu bedienen, wahreud ich friiher, um griifsere Krafte zu erhalten,
immer zwei, eiuander gen$hcrte auf die zu ontersuchenden
Substanzen wirkcn liefs.
:$
*
12. Icli erwabne hier nicht aller Riicksichtea, die gcnommen worden sind urn die vorstchenden, deli Vcrliiiltnisseii nach, vollkomincn befriedigendeii Resultate zu erhalten. N u r einen P u n k t kaun icli nicht ganz uneriirtcrt
lassen, deli Uiiistand nbinlich, dafs die verschiedcneu Stalilkuiipfc iiacli dein Grade ilirer Hiirtung inelir oder weniger
Magnetisinus daueriid behalten. Durcli drci Zwiscbeiistufen
liiiidurch steigt die Anziebung, die der geh~irtetcStahlknopf
erleidet, uin melir als das 10000fache. Bei dieser rasclieii
Zunahme erscbeiiit das magiietische Kesiduuio, das die Stahlkniipfe behaltcn, in iiiiserein Falle ohne Wciteres vcrnaclillssigt werden zii kiinnen, wo wir bei den Bestinimungen
voii dem schwzchsten Pole an fangend zu deu starkeren
allmalig fortgegangen sind. Der unigekelirte Gang hiitte
unbrauclibarc Zahlen gcliefert. Aus deinsclbeii G r u n d e
wurde Fiir den inducirendeti Pol d e r verscliicdenen Magnete
iininer der gleichnaiiiige, der Siidpol, genoinmcn.
Uin die Griifse des inagnetisclieii l\esiduuins, das in deli
verschiedcnen Kiiiipfen nach der Inducirung durch unsereu
s tb r k s t e II Po 1 zur iick bl ie b , e i 11iger in a fse i i an scli a ul i ch zu
machen, fuge ich noch die nachstchenden Bestimmiingen
liinzu. Es wurde schliefslich der bereits fruher ( 2 ) erwahnte Eiscridraht F , wie i n den drci ersten Versuclisreilien die gleicheii Rlagiietstabe E, vertical aufgestellt uiid,
verinittclst tler feineii W a a g e das Gcwicht bestirnint, !nit
welclicin die versclriedeiien Kniipfe a n dem obcrcii Endc
des Eiseiistabes Iiafteten. Uicser Stab selhst liaftete an
and er em IT ei ch e 11 Ei s e n n i ch t mi t ei n e r i n ~ fb sa re II K ra f t ,
Der Eisenknopf zeigte sclion ein ningnetisclies Residuum ;
urn ihn abzuziehen, w a r ein Gewiclit crforderlich, das bis
zu eincm Grainin ansticg. Fiir den blarr angelaufeuen, dell
gelh angelnufenen rind den glasharten Stalilknopf fand der
Assistelit des pliysikalischen Kabiiiets, Hr. T 11. Bley e r ,
dem ich, bei der grofseii Fertigkeit, die er sicli in solcheii
Bestimmungen erworben hat, die AbwUgungen iiberliefs
die folgendeii Zahlen :
37
blauer Stalil
j
\
gelber Stalil
glasharter Stahl
I
I
11grm,5
11 77
12
,o
20
,3
20
24
24
,6
,7
,2
24 ,5
die Mittelwerthe 1 lgnn,7, 206'",:2 und 24grm,6giebt. Das
Verhliltnifs dieser Zahlen ist , wenn die inducirende Kraft,
welcher dic Knopfe ausgesetzt wareu, geringer ist, offenbar
eio anderes.
was
13. Urn dahiii zu gelaugcn, dafs wir die CoErcitivkraft
verschiedener Substanzen inessen uud vergleichen kiinnen,
schien mir der erste Schritt der zu seyn: solche Zalilen zu
bestimmen, welche angehen, mie sich die Starke des in einer
gcgebcneii Substanz durcli eine bestimmte Induction hervorgerufenen Magnetisinus zu der Stsrke desjenigen verhalt,
der, naclidcni die Induction arifgebiirt hat, noch zuruckbleibt. Obgleich einstmeilen ineine Beinlihangen in dieser
Bcziehung ohne Erfolg geblieben sind , so scheint es niir
doch liier sclion am Orte, eiiiigc I)eobacbtungen, die mir auf
dem W e g e zu obigem Zielc begcgnet sind, mitzutheilen.
1 I. Es ist eiue Isngst beobaclitete Thatsache, dafs
zwei gleichnamige Blagnetpole bei gegenseitiger Beriiliriing
nach Uinst3ndcn sicli anzielien. Icli iiahm zwei vorlier
magnetisirte Stahlstsbe (E), von denen ich den einen
wiederum in verticaler L a p befestigte und den anderen,
wie friihcr die Stahlkniipfc, a n der feinen Glaswaage aufhing. Bcide Stsbe berulirten sicli in einem einzigen Punkte
ilirer kugelfiirmigen Abrundungen uiid zmei mit gleichiiamigen I'olen. Bei der Beruhruug zeigte sicli eine entschiedeue , nicht augenblicklich in ihrer ganzen Kraft eiutreteude , Anziehung, selbst auch dann, wenn die beiden
gleichiiamigeu Pole nach oberflachlicher Schatzung gleicli
stark erschienen. Diese Anziehuug bestand nach einer
Entfernung der beiden Pole vm einander nocli fort, iiahin
init derselben allmalig ab, urn sich i n eiiier Entfernung
von etwa eiuem Millimeter in Abstofsung zu verwandeln,
welcbe ihrerseits, weiin die Pole immer weiter voii einander entfernt wurden, ein Maxiilium erreichte und hierauf
bis zuin Verschwinden wieder abnahm.
Diese Erscheinungen erklaren sich dadurch, dafs in cinem Stabe, der permanent magnetisch ist, die entgegengesetzte Polaritst, von Stdrungen abgesehen , zu beiden
Seiten der Mitte syminetrisch sich verbreitet; dafs aben
wemi die beiden gleichuamigen Pole inducirend aufeinander
wirken, diese Induction sich nicht auf den ganzeii Stab
verbreitet; dafs der stgrkerc der beiden Pole den schwacheren aufhebt, umkehrt , diese TJmkehrung der Polaritgt
sich aber nicht wcit nach der Mitte des Stabes hinzieht,
so dafs sich in der Nahe des Endes des sehwzcheren Magueten ein schwaclier cousecutiver Punkt bildet, der mit dcr
Eutfernung des inducirenden starkeren Poles sich wieder
verliert. Diese Wiederberstellung des ursprunglichen wagnetischen Zustandes erscbeint als Folge einer inneren Induction, welcher ebeiifalls der Zustand der ursprunglichen
symmetrischen rnagnetisclien Vertbeiluug zuzuschreiben ist.
Ich glaube man kann a priori behaupten, dafs, wenn
die Intensitat der beiden gleichnamigen, inducirend aiif
eiuarider einwirkeuden Pole, uud ebenso auch die Coercitivkraft der beiden Stiibe, inatheinatisch genouimen, gleich
ist, keine gegenseitige Auziehung stattfinden kiinne. Die
Iutensitat zweier gleichnamigen Pole, welche das Bestrebeii haben , sich gegeuseitig umzukehren, ist offeubar eine
wenig stabile und wenn ein Pol eininal anfangt den anderen zu iiberwsltigeu, so iiberwaltigt er ilin gain und
erhalt seine urspriingliche Polaritst, die inomentau geschwacht war, wieder. Die obige Behauptung findet sich
abcr auch durch das Experiinent bestiitigt, deuii als ich
den starkern der beiden nahe schon gleichstarkeu Magnetpole auf dem gewdhulichen W e g e allinalig schwachte, ge-
39
laugte ich dahin, dafs, bei uumittelbarer Beriihrung die
gegeneeitige Auziehuug der beiden Pole iinoier kleiner
wurde und iu Abstofssung iiberging.
W g h r e n d ich die Grofse dieser Abstofsung gIeich starker gleichnamiger Magnetpole zu messen mich bemiihte,
wurde ich durch eiue zufallige Beobachtung Uberrascht.
Bei derselbeii Ajustirung wie friiher, ergab sich n u n , bei
unmittelbarer Berubrung, cine Abstofsung von etwa Wm,2
und um deli obereii Magnetstab wieder bis zur Beriihrung
mit dem vertical stcheiideii zu bringen, belastete ich den
Arm der Waage, au welchem e r hiug, mit einem Gewichte
von etwa OYr'",3. E s wurde darauf von den Umstehendeu,
uoch deutlich vernehmbar in ciiier Eutfernung von einein
Meter, ein lielles Tanen vernommen, voii dem ich sogleich
erkannte, dafs es von einein Oscilliren des aufgehangten
Magiietstabes herriihrte. Die Oscillationen folgten sehr
rasch auf eiiiander und waren so klein, dafs sic u u r durch
Hiilfe einer Lupe sichtbar wurdeu. Nach mebr als einer
Viertelstunde dauerte das T h e n iioch fort und auch nach
vier und zwanzig Stunden ( walirend welcher der Apparat
unberiihrt blieb) wurde dasselbe noch wahrgenommen, wobei ich allerdings riicht init absoluter Gewifsheit behaupten kanii, o b nicht eine durch das Hinneigen des Ohres
zum Apparate hervorgebrachte Erschiitterung des deuselben tragenden Tisches die Erscheinung vou Neuem eiugeleitet hatte. Es koiinte diese lieinesweges aiif die Elasticitiit der beiden S t i b e zuriickgefiihrt werden. Denn zwei
gaiiz gleiche uumagiietisirte Stabe voii demselben Stahle,
die uuter deiiselben Bedingungen sich befanden, zeigten
die Erscheinung iiicht, sondern der obere derselben kam,
wenn e r durch eine Erschutterung in Oscillatioa gesetzt
wurde, Fast augenblicklich wieder zur Ruhe. Als ich dieselben Stabe darauf starker magnetisirte, konnte ich die
beobachtete auffallende Erscheinung uiclit wieder hervorbringen, diefs gelang mir aber bei schwachen gleich starken Poleii, uach sorgfaltiger Ajustirung immer wieder von
40
Neuem; nur mufste sie meisteiis durch eine Erschiitterung
eingeleitet werden und dauerte nicht unbcgrlnzt fort.
Die Bedingungen fur diese Erscbeiiiungen sind offeubar, dafs eiuerseits iii einer kleinen Eutfernung das Uebergewicht die niagnetische Abstofsung iiberwinde und deu
oscillireuden Magneten zu den1 feststehenden herabdriicke,
wZhrend andererseits, bei der uninittelbaren Beriihrung,
die Abstofsung griifser ist als das Uebergewicht , und der
Magnet also wieder gehoben wird.
Die folgenden Beobachtungen finden ihre uumittelbare
Erklarung in der Coercitiv-Kraft dcs Eisens.
Der grofse Elektromagnct, dessen ich rnich bediene,
hat acht Lagen dickeii Kupferdrahts urn jeden seiner beideli Scheiikel. Vier Lagen eines Schenkels waren zul21lig aufser Thatigkeit, so daCs die beiden Pole, welche
durch Anwendung eines Stroines von einem oder einigen
G r o v e’schen Eleineute hervorgerufen wurden, nicht gleich
stark maren. Auf den beiden Polflachen befanden sich
die beiden schwereii Halbauker, init den abgerundeten Seiteu einander bis auf eiii Paar Milliineter geniihert. Sie
waren mit einer Glas- oder Gliminerplatte bedeckt und
auf diese wurdc eine griifsere Mengc von Eiseufeilspluen
gebracht, die cine Brucke von eiuem Pole zuin anderen
bildeten. W e n n die Polaritat durch ciuen Commutator
umgekehrt wurde, so zeigte sich, aber erst nach etwa zwei
Sehunden eine aulfallende Bewegung in der ganzeii Masse
der Eiscnfeilspane, die von deln stzrkcren Pole ausging:
eine Erscheinung , die, bei jeder neuen Commutation, in
gleicher Weise sich wiederholte. Voii dem, was mit den
einzelnen Eisenfeilspauen vorging, gab cin kleiiier Stift
Auskunft, welcher auf der Platte abwechselnd an verschiedeneii Stellcn oberhalb der abgerundeten Kantcii der beiden Halbanker gebracht wurde.
Eine gaiiz hiibsche Erscheinung zeigte sich, als ich nach
der -Angabe von L i e b i g und W 6 h 1e r bereitetes Eisenoxyd-Oxydul, in einein hohen Glase init duunem Boden,
41
in W a s s e r suspendirt, uber die, wie oben genSherten beiden Halbankcr brachtc. Das feine Pulver (frisch bereitet)
blieb so lange im W a s s e r suspeudirt, dafs noch nacli beik u f i g einer Viertel- Stunde das W a s s e r dadurch echwarzlich gefiirbt erschien. Oberhalb der beiden Pole, aber
erst ein paar Sekuuden nuch Erregung des Magiletisinus,
zog sicli, fast augenblicklich, das Pulver herab und das
W a s s e r erhielt seine gnnze Klarlicit mieder.
Icli liefs einen Anker construircn von derjenigen Form,
wie sic bei den magneto - elektrischen Apparateii vorkomnit,
init einer Axe, die durcli cine Schwungmaschine in Rewegung gesetzt merden konnte. D i e beiden mit Kupferdrabt
umwickelten Sclienkel marcn 65"" boch , 35""' dick, der
Abstand ihrer Mitten betrug 120""". Vermittelst Federn,
wclche a n d c r Axe anlagcih wurde cin durcb eiii oder
zwei Grove'sche Elemente erregter Stroin dorch den Kupferdralit geleitet und d a m der Anker urn seiue Axe in
rotirende Bewegung gesetzt, so dafs die beiden P o l 6 in
ihrer Rewegung auf derselhen kreisfiirmigen Balm einander folgten. W a h r e n d dcr 13cweguiig miirden Eisenfeilspanc auf einc! horizontale Glasplatte gcstreut, welclie unmittelbar obcrhalb der Polllachen sicli befand. Die C'isenf e i l s p h e legten sich i n einen Kreis, dessen Mittelpunkt
i n die ~Jmdrehungsaxefie]. D e r Uurchrnesser des Kreises
war dem inncrn hbstande zwischen deli beiden Schenkeln
des Ankers gleicb, so dafs c r der geometrische O r t fur
die Yuiikte der stiirksten magnetischen W i r k u n g auf der
Oberflaclie dcr Platte war. Die Eisenfeilspane bewegten
sicli auf diesein Kreisc in einer Riclitung, welche der Drehungs - Richtung des Ankers entgegengesetzt war.
Bei sehr geringer Umdrehungsgescbwindigkeit folgeii
die Eisenfeilsp2ne uumittelbar den Polcn ; sic wcrdeIi, wenn
dicselbe n u r wenig zunimmt , fortgeschleudert.
W e n n der Strom in der Art durcli den Draht gclcitet
wird, dafs in d@nbeiden Schenkeln des Ankers gleiclmantige Polaritat auftritt, so mufs man, urn die oben bc4
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schriebene Ersclieinung zu erhalten , die Umdrehungs - Geschwindigkeit bedeutend vermehren.
Eirie Halbkugel voii Eisen, 7"" Durchmesser, mit ihrer abgerundeten Seite , wahreud der Magnet rotirt, auf
die Glasplatte gelegt, bewegt sich auf dem bezeichneten
Kreisumfange in derselbeii Richtung als die Eiseufeilsplue,
gleiclizeitig um ihre Axe rotireud.
Boiin deli 26. October 1854.
-Ill.
-
l/;?ber die Yertheiiung der Regen in tler gemiilsigten Z o n e ; von H. W , D o v e .
]in Annuaire mkttorologique de la France fiir das J a h r 1850
siiiii zehojahrige Beobachtungeu von D o n uber die in
Alqier herabfallende Regeumeuge veraffentlicht, welclie
zcigen, dafs diese Rlenge fast vollkomnien regelmzfsig vom
Janunr bis zuin J u l i abniinint, und voii d a ebeiiso regelin:ifsig nach dem December hiii zunimint. Dieselbe R e gcliuafsigkcit zeigt sich in d e r Anzahl der Niederschlagc,
denn in diescn 10 J a h r e n kanien auf den J a n u a r 86 Regeutage, auf den December 83, auf den J u l i hingegcn n u r
ein cinzigcr iin J a h r 1844. Dieselben Verhaltnisse gelteii
fiir die Canareo und Azoren, sic finden auch nocli auf das
sudliche Europa ibre Anwendung , denn in Futzchal erniedrigt sich die Regenmeoge von 92" iin Jaiiuar auf 0"',(3
iin J u l i , in St. Michael ist sie nach zehnjalirigen Beobachtuiigen viermal griifser im Jaiiuar als im Juli. In Lissabon
sind die Verhaltnisse fiir December und J u l i 55 : 2 , in
Palermo 37 : 2:, Neapel hat im Marz und October 4Y"',
im J u l i iioch iiicht 7 , ja selbst in Rom ist die Wassermenge des October zehnmal grofser als die des Juli. Auch
spricht sich dime periodische Gesetzinafsigkeit iiicht iiur in
der geinessenen Wassermenge, soiiderii in alleii begleiten-
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