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Beitrge zur nhern Kenntniss des Sauerstoffs.

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Man sieht hieraus, daL der Uiiterschied nur zwei Ma1
was auf der Scale ungefahr 42- betragt, eiue Genauigkeif die ds vollkomlnen geniigend angesehen werden mufs.
U,12 Proc. erreicht,
X.
Eritrtige zur nahern Kerintngs
rota
cles
Souerstoffs;
C. F. S c h ii n t e i n I).
1. U e b e r d e n c he misc he n Z u s t a n d des i m o e o n i s i r t e u
T e r p e n t i n S l en t b a l t e n e o i b e r t r n g b a r e n Ssnerstuffes.
I n nieiner Abhandlung
Ueber die gegenseitige Katalyse
einer Reihe von Oxyden, Superoxyden etc.11 habe ich darzuthun versucht, d a k in den Einen dieser Verbiuduugen
11
n
positiv-activer ( 0 ), in den Andern uegativ-activer Sauer-
(6)
stoff
euthalten seg und auf dieser Gegens%tzlichkeitder
Sauerstoffzustande die gegenseitige Katalyse beider Oxydgruppen zu allernachst beruhe.
Aus meiuen friiheren Untersuchuugen ist bekannt, dafs
auch manche organische Substanzen fshig sind , unthlitigen
Sauerstoff in tliatigcn iiberzufiihreu und init letzterein als
solchem 80 sich zu vergesellschaften , dafs derselbe wieder
leicht auf andere oxydirbare Materien iibergetragen werden
kann; woher es kommt, dafs solche init Sauerstoff beladeneu
organischen Kbrper als Itraftig osydirende Ageutien sich
verhalten.
Eine der merkwiirdigsteii dieser oIganischen Substanzen
ist bekanntlich das Terpeiitillol , welches nach meiiien Erfahrungen reichlichst init iibertragbarem Sauerstoffe sich beladen uiicl dadurch in eiiie scbon bei gewiil~iilicherTeinperatur sehr wirlisain oxydirende Fliissiglieit umwandeln Iafst.
1) Ails clen Grlehrt. Anrrigrn drr L. Layer.
vain
H r o . Vcrfasser.
dieser .%an d e n .
- Fortsclzung
,\cad.
11. 'vl'iss. rnitgellreilt
Iid. 105, S. 259
drr Abhandluog in
20 *
Es fragt sich nun, ob der init Terpentind vergesellschaftete Sauerstoff im positiv - oder negativ-activen Zustand sich
befinde, ob also das ozonisirte Terpentinol ein Antozonid
oder Ozonid sey.
In der oben angeftihrten Abhaiidlulig ist der Thatsache
erwahnt worden, dafs den Ozonideii das Vermogeii zukomme,
die geistige Losung des Guajakharzes sofort zu blauen, die
Antozonide aber dasselbe nicht nur nicht besitzen, soiiderii
die Eigenschaft haben, die durch ein Ozonid veriirsachte
Blauung der Guajaktinctur wieder aufzuheben.
W i e in dein vorhiii erwahnten Aufsatze gezeigt worden,
gehort das Wasserstoffsuperoxyd zii den ausgezeichnetsten
Aiitozonideii und darf es als ihr Typus angesehen werden,
weshalb dasselbe auch als Anhaltspunkt fur die Ermittelung
der Zustandlichkrit des in einer Substanz enthalteiieii thatjgen Sauerstoffs dienen kann. Verhalt sich namlich eine
in diesel. lliiisiclit zii priifende Sauerstoffverbiudung gegen
dritte Substanzen gleich dein Wasserstoffsuperoxyd, SO darf
iius einer solchen Gleichheit des Verhalteiis auch auf die
Gleichheit der chemischen Beschaffenheit des in besagter
Verbindong enthaltenen thatigen Sauerstoffes geschlossen
werden.
Thatsache ist nun, dafs iioch so stark ozonjsirtes TerpentinGI, ein solches z. B., welches 5 Proc. thatigen Sauerstoffes enthalt, die Guajaktinctur nicht im Mindensten blaut,
also gleich dein Wasserstoffsuperoxyd sich verhalt. Verinischt inan durch irgend ein Ozonid z. B. durch Bleisuperoxyd geblsuete Guajahtinctur mit einigem Wasserstoffsuperouyd, so wird zwar die Entfarbung nicht augenblicklich er- folgen; bald jedoch bemerkt inan P i n Erblasseii der Flussigkeit und nach einiger Zeit (nach kiirzerer oder laiigerer, je
nach der Tiefe der Farbung der angewendeten Tinctur uiid
der Menge des ihr beigemiscliten Wasserstoffsuperoxydes)
wird sie gaiizlich entbllut seyn, wahrend eine gleich stark
gef;irbte aber nicht init Wasserstoffsuperoxyd versetzte Warzliisung noch sehr inerklich blau erscheint. Ein gauz gleiches
Verhalten zeigt das ozouisirte Terpeniiiiiil gegen die geblauete
303
Guajaktinctur, welche letztere init dem Oele verinischt, sich
ungleich rascher entfarbt, als sie diefs unter sonst gleichen
Urnstanden fur sich alleiii, oder niit sauerstofffreiein Terpentin61 versetzt, thun wiirde.
Meinen Beobachtungen gemafs reducirt das Wasserstoffsuperoxyd, sowohl die geliiste freie, als auch die an Kali
gebundene UrsBermangansaure beinahe augenblich zu Manganoxyd, und bei Anwesenheit von Schwefelsaure ocler Salpetersaure zu Manganoxydul. Ganz so verhalt sich auch
das ozonisirte Terpentinol; denn wird init letzterem eine
tiefroth gefarbte Liisung des Kalipermanganates geschiittelt,
so findet sofort Entfiirbiing der Fliissigk eit und Ausschei
dung von Manganoxyd statt, und ist der besagten Salzlosung
einige Schwefelsaure beigemischt, so entsteht Manganoxydulsulfat.
Bei der Leichtigkeit, mit welcher die meisten orgaiiischen
Materien der Uebermangansaure einen Theil ihres Sauerstoffes entziehen, koniite man geneigt seyn zu glauben, dafs
die mittelst ozonisirten Terpentiniils bewerkstelligte Desoxydation der Uebermangansaure durch das Oel allein verursacht wurde und daran der init ihm vergesellschaftete Sauerstoff keinen Theil hatte. Allerdings vermag auch das vijllig
sauerstofffreie Terpentinol die Uebermangans:iure zu redaciren; dafs aber trotz dieses Umstandes dennoch der active
Sauerstoff des ozonisirten Terpentinds es ist , welcher die
besagte Kedaction zunachst bewerstelligt, wird aus folgenden
Angaben erhellen.
Schuttelt man etwa funf Grainme einer wasserigen Lasung des iibermangansauren Kalis, welche so stark gefarbt
ist, dafs sie in einein kleinen Probeglaschen eben noch
durchsichtig erscheint , mit einem Tropfen vollig sauerstofffreien Terpentinols lebhaft zusammen , so vergehen einige
Minuten bis die Flussigkeit ihre rothe &%bung gaiizlich
verloren hat, d. h. die vorhandene Uebermangansaure vollstandig zersetzt ist, wahrend eine gleiche Menge derselben
Salzlosung durch einen Tropfen moglichst stark ozonisirten
Terpentinols beinahe augenblicklich entfiirbt w i d , atis wel~
310
chcr Thatsache erhellt, dafs der wit dein Terpentinble sergesellschaftetc Sauerstoff nocli eucrgischer desoxpdireud nuf
die Uebennaiigansaiure eiiiwirkt , als dicfs selbst das doch
soiist so lciclit oxydirbarc Camphenol thut. Ein weitercr
Bcweis dafiir, d a t der activc Saucrstoff dcs ozonisirten
Terpentiniils iu erster ] h i e zur Reduct.ion der Uebermangausaurc verweudet wird, ist die Thatsache, dafs dieses Oel
seines Ubertragbareii Sauerstoffgelialtcs vcrlustig gcht , wic
diefs bald in einem ahnlichen Fall oinstlndlicher gezeigt wcrden soll. Geloste schwefelsaurehaltige C1iroms;iure wird
durch Wasserstoffsuperoxyd bei gewohnliclier Teinperatur
zu Chroiiioxyd reducirt, wclches niit SO, zu Sulfat sicli
verbindet. Uud wie H 0 7 wirkt aucli das ozonisirte, nicht
aber das sauerstofffreie Terpentiniil. Wird eine scliwefelsaurehaltigc verdiinntc Chroinsaiireliisi~ng init eiiier Iiinreichenden Menge ozoiiisirten Terpentiniiles niir kurze Zeit
geschiittelt, so erscheint die Fiiissigkcit @in auslatt gelb,
welclie Fiirbung voii dcni uriler rliese~Umstgiideu gebildeteii
Chroiiioxyrlsulfat herriihrt. I)&
diese Kednction der Chromsaure nicht durch das ‘l’erpeiitind selbst, sonderu durch deil
mit ihm vergesellscliafteteii Snuerstaff bewerkstelliget wird,
erhellt scbou aus dem Uinstande, d a t das sauerstofffreie
Oel eine solche wil-kuug nicht hervorbringt, geht abcr iiiit
Gewifsheit aus der Tliatsaclie herror, dafs das zu der besagten Reductiou ozouisirte Terpentinol seinen iibertragbaren
Sauerstoff gauzlich verliert, falls ein gegebenes Quantum
solclien Oeles init eiuer hinreicheuden Meiigc schwcfelsaurehaltiger Cbrolnsaurelosung zusaininen geschuttelt wird. Terpeiitinbl so stark ozonisirt, dafs ein Theil dcsselbeu 300
Theile rneiner Normalindigolosung zu zerstareii veriiioclte,
also 3 Proc. activen Snuerstoffs enthielt, konnte iiach kurzer
Behandlnng init schwefelsaurelinlliger Chrotnsiiureliisung iiur
noch acht Theile dicser Iiidigotinctur ciitf;irbeii, woraus erhellt, dafs das so bchantlelte Ocl knmu noch ein Tauseudtcl
iibertragbaren ,Sauerstoffes enthielt.
W o h l bekanut ist, dnfs d a s Bleisuperoxyd durch HO,
zu OxydQedncirt w i i ~ l riiid icli ili)bc vor cinigcr Zeit ge-
311
zeigt, dafs such das ozonisirte Terpentiubl schon in der
Kalte die gleiche Reductioii bewerkstellige, was das sauerstofffreie Terpentinbl entweder gar nicht oder doch nur
hbchst langsain zii thun v e w g . Am leichtesten lafst sich
diese reducirende Wirkuiig des ozonisirten Oeles in folgender Weise zeigen: Etwas Bleisuperoxyd, in reiner stark init
Wasser verdiinnten Salpeterssure vertheilt, wird init ozonisirtem Terpentinale zusalnmengeschiittelt, wobei Pb 0 uuter
Bildung von Bleioxydnitrat rasch verschwindet, wahrend
unter den gleichen Urnstanden das sauerstofffreie Oel diese
reducirende Wirkung ungleich langsamer hervorbringt. Aus
voranstehenden Angaben, deneii ich noch eioige andere
ahnlicher Art beifugen kiinnte , geht zur Geniige hervor,
d a t der im ozonisirten Terpentinbl enthaltene thatige Saucrstoff gegeu die Guajaktinctur, die Ueberinagansaurc, Chromsaure u. s. w. wie der active Sauerstoff des Wasserstoffsuperoxydes sich verhalt : es wirkt nainlich dieser Sauerstoff
der einen und andern Verbindung reducirend auf die Ueberluangansaure u. s. w. ein, was nach meinein Dafiirhalten zu
dem Schlusse berechtigt , daL der thatige Sauerstoff beider
Verbindungen in dem gleichem Zustande sich befiude, d. h.
0
das ozonisirte Terpentinbl 0 enthalte und somit wie das
Wasserstoffsupcrowyd ein Antozonid seg.
Aus den obenstehenden Angaben erhellt feruer, dnt‘s das
6 des ozonisirten Terpentinth noch rascher desoxydireiid
auf die Uebermangansaure einwirke, als das Oel selbst, j a
6
dieses
schon in der K d t e inanche Desoxydationen bewerkstellige, welche unter sonst gleicheii Ulnstiinden das
sauerstofffreie Terpentinfil gar nicht zli Stande bringt , so
dafs iiian wohl sagen darf, der thatige Sauerstoff des ozonisirten l’erpentindes sey gegenfiber dein activen Sauerstoff
der Ueberinangnnsaure 11. s. w. noch oxq-dirbarer d s clcis
Terpentinol selbst.
Die Thatsaclie, dal‘s dieses Oel , trotz seiner leichten
Oxydirbarkeit, deuiioch init betr;ichtlicheii M e n p u S;tuerstoffs sicli bekiden Iafst i n :Icr TVeise? dai’s dersrlhe, iiiwr-
312
achtet seines thatigen Zustandes, als solcher llngere Zeit
mit dern Oele vergesellschaftet seyn kann, hat mit Recht
die Verwunderung der Chemiker erregt. Jetzt, nachdem
wir wissen, dafs der SauerstoQ fabig ist, einen Zustand anzunehmeii, in welchem er die Rolle pines oxydirbaren oder
reducirendeii Kbrpers gegenuber gewissen Sauerstoffverbindungen spielen kann, uiid nicht daran zu zweifeln ist, dafs
ihn das ozonisirte Terpentinbl in diesem Zustand enthllt,
\ermd;gen wir auch einigermafsen zu begreifen, wie eiu so
beschaffener Sauerstoff neben dem sonst so leicht oxydirbaren Cainpbenille bestehen kann: in diesem Zustand ist
er, urn iin Sinne der B e r z e l i u s ’ s c h e n Theorie zu reden,
seinem elektro - chemischen Charakter nach dem Terpentinlll
Shnlich, beide sind elektropositive Substanzen. .
Bemerkenswerth in dieser Heziehung scheint mir die
Thatsache zu seyn, daG der durch Elektricitat oder Phos0
phor activirte Sauerstoff (das Ozon) L- 0 mit Terpentinbl
nicht zusainmen bestehen kann; er wird voin letzteren rascb
nufgenommen und sofort zu wirklichen Oxydationen: Bildung von Harz u. 8. w. verhraiicht. Es ist fur inich daher
0
wahrscheinlich, dafs der im 0 -Zustande befindliche Sauerstoff ale solcher fur immer mit Terpentinbl vergesellschaftet
bleiben kllnnte, ohne dieses im Mindesten zu oxydiren, und
er diefs allmzhlich nur thut, weil durch irgend welche Ursache derselbe eine Zustandsveranderung erleidet.
W e n n nun den oben erwahnten Thatsachen gemafs das
ozonisirte Terpentinlll ein Antozonid ist und deshalb zwischen ihm und den Ozoniden : der Uebermangansgure, Chromsaure u. s. w. eine gegenseitige Katalyse stattfindet, so sollte
man erwarten diirfen, dafs hierbei die heiden Sauerstoffarten,
in dem sie sich zu 0 ausgleichen, im unthatigen Zustande
sich entbanden, wie diefs z. B. bei der gegenseitigen Katalyse der Superoxyde des Wasserstoffes und IZleies geschieht. Solches ist aber nach meinen Beobachtungen iiicht
der Fall
0
iiiid
es fragt sich daher, was denn aus dem 0 des
31 3
0
ozonisirten Terpentinols und dein 0 der Uebermangansaure
schliefslich werde.
Zanachst Will ich bemerken, daCs beiin Zusa~ninenschutteln qrbfserer Mengeii stark ozonisirten Terpentinols und
gelbsten uberinangansauren Kalis oder schwefelsaurehaltiger
ChromsSurelbsung eine bemerkliche Warmeentwickelung
stattfindet, welche Thatsache beweist, dafs irgend eiii cbeinisclier Vorgang in dem Flussigkeitsgemenge Platz greife.
Da hierbei, wie schoii erwzhnt, keine sichtliche Gasentwickluug eintritt, die Uebermaugansaure, Chroinsaure u. s. w.
aber einen betrlichlichen Theil ihres Sauerstoffgehaltes verIieren uiid uberdiefs noch der im ozonisirten Terpentinbl
vorhandene thatige Sauerstoff abhanden kommt , so kanii
der aus dem Ozonid und Antozonid verschwindende Sauerstoff wohl nirgend wo anders hingehen, als in das Terpentindl selbst, auf welches er oxydireiid einwirkt uiid dadurch
Harz u. s. w. bildet. Es wird uuschwer seyn, diefs durch
eine genaue analytische Vergleichung des ozonisirten Oeles
init den] inittelst gegenseitiger Katalyse desozonisirten Oele
fest zu stellen, was jch noch nicht gethan.
11.
Ueber den Zustand d e s a c t i v e n S a u e r s t o f f e s d e r 8 u p e r o x y d e d e s Kstliorne und Natriums.
Zch habe in ineiner Arbeit: Ueber die gegenseitige Katalyse etc. I( im Allgemeinen bemerkt, dafs die sammtlichen
Superoxyde der alkalisclien Metalle Antozonide seyen, also
einen Theil ihres Sauerstoffes so enthalten, wie er zur
Halfte im Wasserstoffsuperoxyd oder Bariumsupcroxyd vorbanden ist. Es liegt mir iiuii ob, fur die Richtigkeit dieser Angabe thatsachliche Beweise beizubriiigen , was mit
Bezug auf die Superoxyde im Nachstehenden geschehen soll.
W i e schon friiher von uiir hervorgehoben worden, lafst
sich aus einein Superoxyde, welches der Gruppe der Ozonide angehbrt und somit seinen thatigen Sauerstoff nach
0
ineiiier Bezeiclinungsweise als 0 enthiilt, keiii WasserI
0
stoffsuperoxyd (HO + 0 ) erzcugen, weil iiur 0 nidrt abcJJ
6
eine Verbindung init HO cingelieii kana, weshalb s c h n
die Fahigbeit tiiies Superoxycles, HO, zu bildeii, als Reweis gelten diirf, dafs eiiie dcrartige Saiierstoffverbiodnng
n
0 enthalte, oder eiii Antozonid sey.
1. W a s iiun die Superoxyde des Kaliuins uild Natriuins betrifft, so lafst sic11 Ieiclit zeigen, dafs dieselben
mit whsserigen Sauren, Schwefelsiiure, Salpetershre, Salzsaure u. s. w. zusammengebracht, Wasserstoffsuperoxyd erzeugeu.
Fiihrt mail in fein zertheiltern Zustand und je auf einma1 nur kl.eine Mengeu Kaliuin - oder Natriumsupkroxydes
i n . stark verdunnte Schwefelsaure 11. s. w. ein, bis letztere
vbllig gesattigt ist, so findet zmar Linter dieseii Uinstziideu
cine sehr augenf:illige Etitbindung gcwvilhnlicheu Sauerstoffgases statt; es werden aber nichts desto weniger auch merkliche Quaiitit%tcnWasserstoffsupeioxydes gebildet, mie aris
folgenden Aiigaben ziir Geniige erliellen wird.
Die so erhaltene Flussigkeit hat naiulich das Vermogen,
die iu Wasser geliiste und iiiit einiger Schwefelsaure u. s. w.
versetzte freie odei an Kali gehundene Ueberruangaiisarire
unter Entbinduiig gewohnlichen Sauerstoffgascs zu entfsrben, d. h. zu Maiiganoxydul zu retluciren ; die schwefelsaurehaltige gelbste Chroinsaure ehenfalls uiiter Sauerstoffelitwicklung in schwefelsaures Chromosyd iiberziifuhren,
kurz alle die cheinischen Reactionen hervorzubringen, welche das Wasserstoffsuperosyd kennzeichnen.
2. Das Wasserstoffsuperoxyd waudelt meinen Versu0
cheii gelids den freien ozaiiisirteii Sauerstoff (0) in gewohiilichen (0) uiii und wird dabci selbst in Wasser uiid
0 umgesetzt. So briiigeii auch die SupcIoxydc des Kaliuiirs
und Natriuins, indein sic sclbst zii K d i oder Natron wducirt werden, die gleicheii desozoiiisirenden Wirltungeii hervor, uiid schon friiher ist erwiihnt wordcn, dafs d;is Bariumsuperoxyd in gleicher Weisc gegen deu ozonisir'tcii Sauerstoff sich verhtllte.
3. Fiihrt 111an in eiiic iriii etwelcher Schwefels~iureode1
315
Salpetersiiure versetzte wasserigc Liisuiig der Uebermangansaure oder ihres Kalisalzes Kaliuui - oder Natrimusuperoxyd ein, so wird dieselbe sofort entfarbt unter lebhafter
Eutbinduiig gewiihnlichen Sauerstoffgases uiid Bildung schwefelsauren Manganoxydules, Kalis 11. s. w.; uiid dafs auch
das Bariuiiisuperoxyd diesc reducireiide Wirkung hervorbringe, ist schon in einer friibereii Arheit von mir angefuhrt
w orden.
4. Die braune Lbsung dks Mangansuperoxydes in concentrirter Essigsaure oder Salzsaure, wie auch das geloste
coloinbinrothe schwefelsaure Manganoxyd wird durch Kalium - oder Natriumsuperoxyd sofort entfarbt in Folge der
Keduction des Mangansuperoxydes oder Oxjdes zu Manganoxydul. Eben so wird durch die gleichen alkalischen
Superoxyde die braune Lbsung dcs Silbersuperoxydes in
Salpetersiiure uiid eben so wie in den letzterwiihnten Fallen outer Eiitbiiidung gewdlinlichen Sauerstoffgases pliitzlich entf5rbt, weil unter diesen Uiiist%ilden Ag 0, sich zu
A g o reducirl. Es bedarf kauin der ausdriicklichen Erwahnung, dafs das Kalium- uiid Natrininsuperoxyd auch das in
Essigdure geloste Bleisuperoayd zu Oxyd reducirt und
wohl bekannt ist jetzt, dafs das Wasserstoff- uiid Bariumsuperoxyd alle die erwabnten desoxydireiiden Wirliuiigeu
hervorbringen.
5. Sehwefelslurebaltige geliiste Chromsaure sctzt sich
iiiit deli in Rede stehenden nlknlischen Superoxyden in
schwefelsaures Chrornoxyd, ICali u. s. w. und sich entbindendes gewiihnliches Sauerstoffgas uin.
Diese Thatsachen lassen, wie inir scheint, iiiclit den geriiigsteii Zweifel dariiber walteii, dafs die Superoxyde des
Kaliuins und Natrinms die gleichen reducirenden Wirkungen auf die - hahigel] Verbindungen hervoi~briiigeo, welche durcli die Superoxyde des Wiisserstoffes u ~ i dBarium
verursacht werdcn , woraus wir des Weiteren schliefseu
diirfeii, dafs jene wie diese Antozonide seyen, d. h. ihren
0
thiitigcii Sanerstoff in1 0 Sustnild enthalten.
6
316
Wenn nun aber als gewifs anzuiiehrnen ist, daCs der
thatige Sauerstoff des Kaliuin- und Natriuinsuperoxydes im
0
O-Zustand existirt, so sollte inan auch erwarten, dafs dieselben beiin Zusammenbringen init Wasser in Wasserstoffsuperoxyd und Kali oder 'Natron sich umsetzten. Alle Lehrbucher der Chernie besagen jedoch, d a b die genannten alkalischeii Superoxyde durch Wasser in Kali oder Natroti
und gewiihnlichen Sauerstoff zerlegt wiirden. Und anscheinend verhalt sich die Sache auch so; denn es ltist Rich das
eine oder das andere dieser Superoxyde, wie jeder Cheiniker weifs, unter lebhaftester Sauerstoffgaseiitwickelung
und Bildung von Kali und Natron in Wasser auf. Diese
Llisung enthllt jedoch iiicht blos K O oder NaO, wie bisher angeiiominen worden, sondern es findet sich dariii auch
noch eine griifsere oder kleinere Meiige Wasserstoffsnperoxydes vor, unter sonst gleichen Uinstanden eine mn so
grofsere , je sorgfiltiger man beim Zusammenbringen der
alkalischen Superoxyde init Wasser die Temperaturerhtihung
der aufeinander wirkenden Substanzen vermieden hat.
W i l l man daher moglichst vie1 Wasserstoffsuperoxyd
erhalten, so mufs das fur diesen Zwecli anzuwendende Kalium- oder Natriumsuperoxyd auf das Feinste gepulvert seyn
und durfen davon je auf einrnal nur kleine Portioiieii in
inijglichst kalt gehaltenes Wasser eiiigetragen werden, durch
welche Vorsichtsinafsregeln sich jedoch die Entbindung von
Sauerstoffgas nicht ganzlich vermeiden lafst.
Dafs das Wasser, welches auf diese Weise init Kaliumoder Natriumsuperoxyd zusamineiigebracht worden, iieben
Kali oder Natrou auch noch Wasserstoffsuperoxyd enthalt,
geht mit Gewifsheit aus der Thatsache hervor, dafs diese
Flussigkeit eine init etwas Schwefelsaure versetzte uiid iioclt
ziemlich stark gerothete Losung ubermangansauren Kalis
unter iioch merklicher Entbindung gewohnlicheii Sauerstoffgases sofort entfirbt , wie Liberhaupt alle die desoxydirenden Reactioiieii von NO, hervorbringt. W a r e i n besagter
Fliissigkeit iiur Kali oder Natron und kein Wasserstoff-
317
superoxyd enthalten, so ist klar, dafs dieselbe auch keine
reducirende Wirkung auf die UebermanFansaure u. s. w.
ausiiben, folglich auch nicht deren Losung enttarben wiirde;
da diefs aber in Wirklichkeit geschieht , so erhellt hieraus,
dafs in der fraglichen Flussigkeit auch HO vorhanden ist:
denn man lcann doch wohl kaum annehmen, dafs ein Theil
des Kalium- oder Natriumsuperouydp als solches in Wasser sich lose und von demselben die erwahnten oxydirenden Wirkungen hervorgebracht wiirden. Riihren aber die
letzteren von Wasserstoffsuperoxyd her, so steht aufser
Zweifel, dafs wenigstens ein Theil des Kaliumsuperoxydes
u. s. w. und Wasser in K O und HO, sich umsetzen. W i e
kommt es aber, darf man fragen , dafs nicht alles Kaliumsuperoxyd u. s. w. zu einem solchen Zwecke dient und ein
Theil desselben in Kali und Sauerstoff zerlegt zu werden
scheint? Da der thetige Sauerstoff beider alkalischen Superoxyde im 8)-Zustande sich hefindet, so sollte auch dieser ganze 6-Gehalt zur Bildung von Wasserstoffsuperoxyd
verwendet werden und kein 0 zum Vorschein konimen, es
sollten sich also KO +2 d und 2 HO in KO und 2 HO +6
umsetzen.
des einen und
Meinem Dafurhalten nach wird alles
andern Superoxydes bei ihrem Zusaminentreffen mit Wasser zur Bildung von Wasserstoffsuperoxyd verwendet, in
Folge der starken Entwickelung voii Warme aber, welche
da stattfindet, wo KO, oder Na, 0, mit Wasser zusammentrifft, setzt sich ein Theil dieses Wasserstoffsuperoxydes
sofort wieder in Wasser und gewohnlichen Sauerstoff nm,
welcher als solcher mit HO nicht verbunden bleiben kann
und sicli deshalb gasformig entbindet. Naturlich betrachte
ich diek auch als den ngchsten Grund, weshalb sich beiin
Zusainmenbringen des Kalium- oder Natriumsuperoxydes
mit verdunnter Schwefelsaure u. s. w. sich so vie1 gew6frnliches Sauerstoffgas entwickelt. MTiirde in diesen Fallen
keine oder nur eine unbedeutende Warmeentbindung stattfinden, so erfolgte auch hochst wahrscheinlich lreine merk-
6
318
liche Zersetzung von T'Vasserstoffsuperoxyd und deshalb
ebensowenig eine Entwickelnng gewiihnliclien Sauerstoffgases. Die Richtigkeit dieser Annahme wird ineines Bediinkeiis durch die oben erwahnte Angabe, wenigsteiis aunahernd, bewiesen, gemafs welcher inan mit den alkalischcn
Superoxyden und Wasser urn so mehr Wasserstoffsuperoxyd erhalt, je sorgfaltiger beiin Zusammenbriugen dieser Substanzen die Erhahung der Temperatur vermiedeii
wird.
In Bezug auf die erwlhnte Annahiiie ist die Thatsache
noch bemerkenswerth, dafs auch das iiiit Wasser in Beriihrung gesetzte Bariumsuperoxyd Wasserstoffsuperoxyd in
noch naehweisbaren Mengeu erzengt. Schiittelt man beidc
Substanzen auch iiur kurze Zeit zusaininen und wird hierauf das Wasser abfiltrirt, so besitzt letzteres das Veriniigen,. die init einiger Salpetershre verseizte und noch merklich stark geriithete Liisung des uberniangansauren Kalis
gerade so zu entfarben, wie diefs das Wasserstoffsuperoxyd
thut. Aus diesein Verhalten schlieke ich, d a t in dem besagten Wasser HO, vorhanden sey: und dafs es auch gleichzeitig Ba 0 entlialte, zeigt. desseii Wirkung auf das Curcumzogoin.
n a das Wasser ohne allen Vergleich schwachcr und
laiigsamer auf das Bariumsuperoxyd als auf die Superoxyde
des Kaliums und Natriums einrvirkt, so findet dabei auch
keine bemerkbare Temperaturerhiiliniig uiid ebensowenig
eine sichtliche Entbinduiig von Sauerstoffgas statt, weshalb
es geschehen kann, daL B O +
und H O in Ba 0 und
H O + 0 sich umsetzen, ohiie dafs eiii Tlieil des so gebildeten Wass~rstoffsnperoxydessofort wirder in Wasser und
gewbhnlicheii Sauerstoff zerficle. Kauiii ist nothig noch
ausdriicklicli zu ermShncn, dnfs ciii ixines, so auch da,s init
Wasser uiid tlcii alkalischcn Superosydeii crhaltene Wasserstoffsnpct,oiyd bei gcwoholiclrc~ Teinperatrrr sich ze::setzt, woher es lioiumt, d::k das iait Kaliiiiii-, Natrium- oder
Barininsuperoxyd zi:samti~ci~gcbrachlc
TVasser anf;;iigs wohl
6)
319
die Kalipennanganatlosuiig entfarht, iiech einiger Zeit aber
diese desoxydirende Wirkung nicht inehr hervorbringt. Da
neben dein so entstandeneii Wasserstoffsuperoxyd iuliner
auch eioiges Kali, Natron u. s. v-. vorhanden ist, und nach
T h e n a r d ’ s Angaben diese alkalischen Oxyde die Zersetzung von HO, etwas beschleunigen, so begreift sich das
baldige Verschwinden desselbeii sehr leicht. Nach meinen
Beobachtungen war mit Kaliumsuperoxyd und Wasser erhalteiies und bei gewahnlither Teinperatur sieh selbst iiberlassenes Wasserstoffsuperoxyd nach etwa N Tageii bis auf
die letzte Spur zersetzt, was ich daraus geschlossen, dafs
die riickstsndige Fliissigkeit nicht mehr iin Stande war,
selbst verhaltnifsmafsig kleine Mengen einer sehr schwach
ger6theten und angesauerten Kalipern~anganatl~sung
zu entfarben.
Bei diesein Anlasse will ich noch bemerken, dafs es auf
das Wasserstoffsuperoxyd, wie iiberliaupt auf die Antozonide wohl kein empfindlicheres Reagens geben diirfte , als
die wasserige schwefelsaure- oder salpetersaurehaltige L a sung des Kalipemanganates, der sehr kleinen Mengen dieses Salzes halber, durch welche schon eine verbaltniEsn~lifsig
grofse Wassermenge merklich stark gefarbt und der Leichtigkeit wegen, mit der unter deli erwahnten Umstanden die
Uebennangansaure durch das Wasserstoffsuperoxyd zu Manganoxydul reducirt wird.
Schliefslich sey noch erwahnt, dafs die zur Anstellung
der obeii beschriebenen Versuche angewendeten alkalischen
Superoxyde ganz einfach durch die Verbrennung des Natriums oder Kaliums in atmosphlrischer Luft erhalten wurden. Ich briuge z. B. ein haselnufsgrofses Natriumstiick in
einen kleinen Bediner Porcellantiegel, erhitze diesen fiber
der Gasflamme bis. das Metal1 zu brenneii anfGngt, entferne
d a m die Flarnme und blase so laiige in den Tiegel Luft
ein, bis die Masse zu ergluhen anfhiirt. Adf diese Weise
erhalt ninn uin porases, schinutzig griingelbes Natriumsuperoxyd, iiiit wclcheni sich alle die oben erwlhnten nenctiolien auf das Augerifalligstc zeigeii lassen.
_Ic-
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