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Beitrge zur weitern Vervollkommnung des magneto-elektrischen Rotations-Apparats.

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amlnoniakalischein Wasser ausgewascheu. Es wurden
0,914 Grm. gegliihter phosphorsaurer Magnesia erhalten, die
0,516 Grm. Phosphorsaure enthalten. In den 1,S28 Grin.
phosphorsauren Natrons siud aber nur 0,391 Grin. Phosphorslure. Es ist also eiue bedeutei~deMeuge Pyrophosphorszure init der phosphorsaureii Ammoniak-Magnesia uicdergeschlagen wordeu ; die Methode der Treunuug ist also
nicht auweiidbar.
iiiit
11. Beitrage zur cveitern Vercollkommnung (les magneto - eltlktrischen Rotations - Apparats;
uon Dr. S i n s t e n e n ' ) .
negimenrtant des in Prenzlau garnisonirenden cweiteo Kiirassier- Regiments.
AIs vor mehrereii Jahren die magneto- elektrische Rotntions -Maschine als Heilapparat in dic mediciiiische Praxis
eingefiihrt wurde, giug inein Strcben daliin, die hiichst
schmenhafteii StGfse, welche der Trennuiigsstrom hervorr d t , zu vermeideu, und dagegeii inehr die clieinische Wirkuug des unuiiterbrocheuen, gleichgerichteteii Stromes zu
benutzeu, der auch bei viel griifserer Stromspannung dennocli leichter ertragen wird. Um aber auf diese Weise
auf den so starken Widerstand leisteudcn mensclilicheu Kiirper kraftig einzuwirken, war ein viel stiirker wirkeiider
Apparat niithig, als die sind, welche gewiiliulich zu medicinischen Zwecken beiiutzt zu werden yflegen.
Diefs war die Veraulassuiig, dafs ich iuir hier eineu groken Apparat aufertigeu liefs, der nach maiicherlei vorgenommeneu Abauderuiigeu trefflich gelang uud melir leistete,
als alle derartigen Apparate, welche ich gelegeutlich gesc1 ) Gesclirieben im
vorigen Jabru.
Standquartier zu
CLrirtiaasfeld in Sclrlcswig im Juli
30
lien, oder fiber die ich soust gelesen hatte. Es wurden
spater von dem biesigen Verfertiger inehrere solche Apparate liergestellt, und SO fand ich Gelegeahcit nach und iiach
18 inagnetische Elektroinotorcn zu uutersucheo, dcrcn Stahllnagnete zwisclien 5 uud 27 Pfund scliwer waren.
Hi er b ei sn in in el ten si cli in 3n ch e nii t zl icli e E r fa brun gell,
die ich vcrsuclit war bekannt zu maclicn, als ich v o n der
kostbnren zusammengesetzten Maschine von Hrn. S t ii h r c r
i n Leipzig hiirtc, voii der, iincli dein grofscn Aufivande von
drei St ah I inn go e t e ii un d s eclis 111d iic t i o n s r o I I en zu ur t lieil cn,
icli glauben mulstc, d a k dadurcli meiri Apparat bei Wciten1 iibertroffen seyn wiirde; meslinlb die Mittheilung unterblieb. D a icli aber erst jetzt, vor einiger Zeit, aus der
im 3. Stuck des 61. Baudes dieser Annnlen bcfintllichcn
Beschreibung die StBhrer'sche Maschilie nalier kennen Selernt habe uiid sehe, dals diese ingeniiis zusammengcsetzte
Maschine i n mancher Eczieliung niclit mebr, in anderer abcr
vie1 weniger leistet, als inciiie einfaclie, so glaube icli in
folgenden Bcmerkungen iiiclit gain unwiclitige Bcitrlige zur
weitern Vervollkominnung cines Apparats niitzuheileii, welcher vielleiclit reclit bald sclion die, zu inanclien praktischeii Zweckeu, unbequeine liydroelektrische Batterie zu
ersetzcii iin Stande seyn diirltc. Ein soldier Ersatz allcin
schon fur die Elektrotelegraphie ware gewils r o i l der griitten Wichtigkeit.
Und gerade in diescr Bezieliring, n k ~ l i c l izur Erregung
eines Elcktroinagueten , leistet meinc Maschine ein Bedeutendes mehr, als d e r Stdhrer'sclie. Deun ciu kleiner Elcktrornagriet init eiiier Maschilie erregt, tragt eiue Last von
100 P h n d - ein griilserer: drittehalb Ceiitner. Wcnn die
Maschine eiiien Elektromagneten in sehr weitcr Entfernung
auch n u r den vierten Theil dieser Last zu tragen au.regeii
libunte, so diirfte diels viellciclit schou hioreichen, eine
telegraphische Vorrichtung, wie die Leonhard'sche, in Bewegung zu setzen.
Ich will nun zunachst eiuige Leistungen meiner Maschine, damit inan sie mit denen d e r StBrer'schen verglei-
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chen kbnne, angeben und dann einige Bemerkuogen tiber
die Haupttheile der Maschine aureihen.
1. Vorausschicken mufs ich, dafs meine Maschine an
einer kreuzf6rmigen Ankerplatte vier Iuductionsrollen tragt,
von denen das eiue Paar dazu dient, einc grofse Stromgrbllse, das andere, eine grofse Stromspnnnung hervorzubringen. Der Commutator ist der Oertliog’sche, nur, fur
die beiden Iuductoren gleichzeitig zu dienen, etwas abgeandert. Die interinittirende Feder trifrt anstatt zweimal,
vierinal auf einen Horueinsatz, namlich dann, wenn die Eisenkerne der Inductionsrollen magnetisch geworden sind,
und wenn sie aufhbren magnetisch zu seyn.
Die Stromwecl~selnngsvorrichtung ist vou der Stromunterbrechuugsvorrichtung getrennt.
Bei ciuer Umdrehung des Schwingungsrades macht der
Inductor 7: Umdrehungen, und ist die Maschine einmal in
Schrvuog, so lafst sich auf kurzc Zeit wenigsteus, das
Schwungrad dreimal in einer Sekunde umdreheu.
Da nun bei eiiier Umdrehung des Inductors vier Funken entstebeu, so zeigen sich bei der angegebeneu Geschwindigkeit des Schwungrades in einer Sekundc 90 Funken, oder, wenn man, wie der Cominutator cs gestattet,
beide Yaare Inductionsrollen gleichzeitig wirkeu lefst, 180
Fuuken. Bei dieser Scbnelligkeit der Aufeioaodcrfolge der
Funken erscheineu dieselben iricht mehr als entstehcnd oder
verschwindeud, sondern sic zeigen sic11 an den beidea Stellen des Commutators, wo sie stntthabeu, als ruhende Feuerhugeln, - die mit einer lockern, nach aufwlrts konisch geformten Flammeuhulle uingebeu sind; daraus spriihen ununterbrochen lange Feuerstrahlen hervor, von deuen jeder
mit einein straliligeu Slerue eudigt. Besonders schbn ist
diese Erscheinung, weun innn etwas Oel auf die intermittirende Walze des Commutators bringt, und d a m niit einem Holzstabchen, welches gleichfalls in Oel und darauf
in Eisenpulver getaucht ist, diese Walze beriibrt; es fahren dann knalleud gauze Biindel Fenerstralilen hervor, von
deuen manche fufslang wegspriihen.
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Dieses fiiidet besonders beiln Quantitatsiuductor statt.
D i e Funlien des Intensitatsiiiductors siiid nicht r u n d , soildern fahren im Zickzack, \vie Blitze iiber den Horiieinsalz
der Corninutatorwalze leckend, gerade RUS oder seitlich iiacli
dein Metal1 der W a l z e , 4 bis G Liiiien weit. Ilire Flamiiienhulle eiitziiiidet eiiien gewilhiilichcn trockenen Papierstreifen oder eiiieii Flockcn Baumwolle ohnc allen Spiritus odcr Terpenthiiiijl. Streicht mail etwas Krcidc auf
die iiiterinittirende Walze, so leuchten die Fuiikcn init blutrothem Lichte. Streicht man einige Tropfeii Terpenthiniil
auf die W a l z c , so verprassclt dieses Anfaiigs in eiuer lokkern, iiicht russenden Flaiiiine, daiiii a b e r , weiin sich fciii
vcrtheilter Kohlenstoff auf die W a l z e abgesetzt .hat, eiitsteht cine sclitieewcifse, so hell leuclitende Feuerkugel, dafs
man bci dercn Lichte, iii der Entfcrnuiig lnehrcrer Sclirittc,
gewiibiiliche Schrift sehr gut lesen kaun. Dicsc Feucrkugel, da sic ruhig auf deiii Coinniutator liegt, kanu bequciii
mit dem Zirkel geinessen wcrdeii, sie milst 5 Millimeter
iin Durchmcsser. Hiilt ninii ciiie Hand iibcr dieser leuchtcnden Kugel, so sieht mail a11 der schuceweirs bclcucliteteu Stubeiidecke eiiieii sclirvarzcii, so scliarf geschiiittenen
Schattenrifs, dafs er lcblialt a11 dic Schattcii, d c h c das
Drummond’schc Liclit gicbt, eriniicrt. Diescr Schatten erscheint stetig, nicht kouiineiid und verschwindend. Aricli
bleibt die kreuzf6rmige Ankerplatte bei den Funken stets
sichtbar: inan sieht dieselbe uiiuntcrbroclieii a n einer Stelle,
iiur inaclit sic eiiie kleine Bcwcgung vorwarts und ruckwarts, da durcli ungleicbes Ausbreiiiieii des Eisens d c r Coininutatorwalzc auf der Grenze der Horneinsatze, die Stroinunterbrechung niclit gaiiz geuau iii eiiier uiid derselben Lnge
des Inductors geschieht. Eine frappaiite Ersclieiiiuag hatte
icli, als icli eiust, dicse Fuiikeii betrachtcnd, rasch liinter
mich sehen wollte und den Kopf schiiell drelite; plfitzlicli
snh icb eiue Reihe voii 5. bis 6 Fuukcii aiif den Dralitwindungen dcs Inductors. Icli hielt die Maschine an, inu den
Seidcniibcrzug der Inductorspirale z u untersucheu, weil icli
glaubte, dieser uiusse Leschadigt, iind die Fuiikeii von ein er
’
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iier entbliifsten Drahtwiudung z w iiRclisten ubergesprungen
seyu. Ich iibeneugte micli nber bald, dafs eiue solche Beschadigung nicht stattfand und dafs hier eiiie Tiuschung
durclis Auge geschehen war. Bei wiederholtem Drehen der
Maschiue richtete ich meine Augen auf die Funkeii des Cornmutators und weiidete nun rasch den Blick inch liuks; S O gleich sali ich eine Reihe von 6 Fiinkchen rechts, wie auf
deli Drahtwindungen liegeii; ich wendete den Blick uacli
rechts, iiun sah ich die Funkenreihe links vom Commutat o r ; drehte ich schnell, so sah icli eine laiige Reihe Fiinkchen, drehte ich laiigsamer, so war die Foiikenrcihc kiirzer. Die Erklarung dieser Erscheiiiung ist sehr einfach:
Sieht das 'Auge unverwandt auf die discontinuirlichen Funken des Commutators, so treffen alle eine Netzhautstelle,
so rasch hinter einander, dafs der Netzhauteindruck des ersteu Fiiukchcns noch nicht erloschen ist, wenn das zweite
erscheint; mau hat also den Eindruck eiiies continvirlicken
ruhenden Funkens; wendet man das Auge, so trifft das erste
Fiinkchen eiue audere Stelle der Retina als das zweite, dieses eine andere als das dritte u. s. w.: dahcr sielit inan
abgesonderte Fiinkchen
und weil der Netzhnuteindruck
des ersten Fiinkcbens noch nicht voriibcr ist, wenn dns
zweite, dritte, und vierte erscheint, so sielit inan die ganzc
Reihe Fiinkchen gleichzeitig auf dcin Gegeiistande, als Rintergrundc, schweben, den jetzt der Blick crfafst hat. Dafs
beim Drehen des Kopfs nach liiilts, dic Fiiiikchen nach
rechts laufen, erklart sich aus dcin Gradesehen, bei unapkehrfem Netzhauteindriicke. D e r Punkt , wo die E'unkcn
auf der Commutatorwalze entstehen, bleibt irnmer derselbc;
fixirt das Auge diescn Punkt, so trifft der Eindruck dcr
Funken nahe das Ccntrum der Retina, dreht sich'dns Auge
nach links, so trifft der zweite ein paar Grade weiter auf
die linke Halfte der Retina, der dritte noch wieder eiu
paar Grade weiter nach links und vorn, der vierle abermals mehr links und weiter iiach vorn, der Lime nbher: gewhen werden also die Funken iiach rechts, der zweite rechts
vom ersteu, der dritte rcchts vom zweiten, der vierte nocli
Poggeodorll's Aunal. BJ. 1,XXVI.
3
-
34
weiter reclits und nacli Iiinteii zu. Denn die Retina hat
aiiatoiniscli die entgcgcugesctztc otler umgekchrtc Lage des
Hautgefuhls- uud Tnstorgans, uud pliysiologisch aucli die UIIIgekehrtc Eiiipfinduiig ilircr Ortslage. D a s Auge ist, im
Vergleicli i i i i t dein Gefulilsorgnn, uingekehrt , und dicses
umgekelirte Organ empfiiiigt aucli cinen uingekehrteii Eind r u c k ; so ist Eiiilieit uiid TJebereiiistiminutig i n den W n l i r nehinungen , die wir durch dicsc in cntgegcngesetzte Lagc
gestellten Orgniie inachen. Voii iiincn lieraus verbreiten
sich dic Gcfiililsncrveii auf die conuexe lImtober/Kiche des
Kiirpers, von aul'scn liiiieiu breitet sicli die Retina in die
innerc EIohl/'lucl~e dcs Auges. Die ObcrIliiclic dcr linkcn
Kiirpcrhllfte ist eiiie liiike Pcrccptionefl~iclic, dic linken
Holilfliichen bcider hugcii dngegcn sind reclile Perccptionstliicheii - und cbeiiso physiologiscli: die linke Obcrfliiche
des Kiirpers, durcli einen Reiz erregt, fulilt sicli liuks, dic
linken Holilfliichen der Augeii durcli Druck odcr Liclit crregt, fulilcn sicli rcchts. Eiii Druck (voii Aii~sscn)auf die
linken HolilLliiclieii der Angel1 , Itifst inicli dicsc als reclitc
Kiirpertheile fiililen, liifst iiiich rcchts als Druckbild eincn
fcurigen Kreis seheu; d e n Gcgcnstand, der scinc Stralileii
auf dicse linken Hohlfl%cbcn dcr Augen wirft, dcn sehc
icll recbts u. S. IV. Vergl. inciiicn Aufsatz in dcr Mcd. Zcitung von dein Verein fur Hcilkundc in PrcuCseii, Jalirgang 1842. No. 5 ~untl6: Verstkidigiuig des sclieinbaren
Widerspruclis zwisclieii dein Aufrcclitselien und dein uingekehrten Nctzbauteindrucke, und Darlegung der Nothwendigkeit des uingekclirten Netzhautbildes 211111 Aufrechtselien.
2) Eiii Plntindralit, 3 Zoll lang 'und etwa
Linicn
dick, welcher der geringcn Abkiihlung wegen zu einer platteu Spirale aufgerollt ist, nud sich unter eincr.kleinen Glasglocke befindet, erhitzt sich durcli den Strom des Quantitatsinductors S O , dafs e r seiner ganzeii Lange nach weifsgliiht. W e n n zwei eine lialbe Linie dicke, 200 Furs lange
Kiipferdralite an den Rotationsapparat angeschraiibt und am
entgegengcsetzten E n d e durch ein 1 Zoll langes S t ~ c k d c n
Platindraht verbunden werdcn, so gliiht der Platindrabt
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noch lebliaft und entzundet ciu darauf liegeiides Flbckchen
Baummollc in 2 bis 3 Sekunden, Schiefsbauinwolle in deuiselben Augenblick, wo dcr Draht geschlossen wird, nicht
anders, als weun die ,400 Fufs laiige Drahtleitung niclit eingeschaltet gewesen ware.
Auch ein Barlow’scbes Rnd voii 3: Zoll l)urchmesser
rotirt in dieser Entfernung lebliaft; jede Speicbe, die ans
dem Quecksilber geworfen wird, Iafst einen klatsclienden
Schall horen und weifse Dzinpfe verbreiiiieiiden Quecksilbers zielien umher.
3. Das Verbreonen einer Kohle gelit sclir gliinzend vor
sich, besonders giebt eine Ebeuholzkolile durrh den Intensitatsstrom verbrannt, ein schiii~es Licht. Solche Koble,
welche vor langer, als eineln Jabre gebrannt war, und offen gelegen hatte, diesem Strome ausgesetzt, zeigte Aufangs
schijue Funken, ohue selbst ins Gliihcu zu koinmeii , dann
stieg ein Dampf von ihr auf und gleicli darauf ling sic an
z u brenuen. Diese nicht frisch gegluhte Kohle verbranntc
noch gleich lebhaft bei Eiuschaltung der obigen 400 Fufs
Kupferdraht.
4. Wasserzersetzung gelit durcli den Quantitatsstroin
sehr energisch vor sich; init Platinelcktrodcn, die 1 Zoll rh.
lang und
Linie breit sind, entwickelt sicli in 75 Sekunden 1 Kubikzoll Knallgas. Auch aiidere elektrolytische W i r kuugen kihiuen durch den Quantitatsinductor schr gut vorgenommen werdeu. Ich habe zwei 14 Zoll hohe Kirchengefafse von Neusilber mittelst dieses Stromes nus einer
Cyankalium -Goldliisung sehr dauerhaft vergoldet , da sicli
dieselbeu seit eiu p a r Jahren unverandcrt schih erlialteii
haben.
Bei dieser Gelegenlieit beobaclitete ich eiiic wcgen ihrer aufserordentlicben Starke bemerkeiiswertlie Polarisation der Elektroden. Nachdein namlich die Vergoldung
des Gefafses bereits vollstai~dig eiugetreten war und der
elektromagnetische Rotationsapparat stillstand, sah ich, dafs
oft der Leitungsdraht, welcher das vergoldete Gefafs mit
dein Federhalter des Rotationsapparats verbindet, abgenoinmen wurde, jedesinal an der Trennungsstelle ein kraftiges
3*
+
-
36
Fuukchcn ciitstnnd. Solcher Fiiiikchen koniitcn hinlcreiiiaiider gcgeii 200 crlinllen wcrdcn. .
W u r d c der Ayparat, nachdein die Fiinkchcu zu erschei.
nen aiifgeliiirt hatten, auch nur eiuc Minute h u g in Bewegung gcsctzl, so konnteii jetzt beim Stillstande des hpparats durcli Oeffncn dcr Kette wieder cben so oft Funkchcn
bcrvorgebrncht werdeii. D c r Coiniiiutator des Apparats stand
dabci naturlich so, dafs das vergoldete Gerifs und dic iliin
in d e r Cgnnkaliiiin - Goldliisung gegenuberstehcnden ( 3 )
Goldblattchen diirch deli Dralit d e r Toductioiisrollcli gcschlossen warcn.
D i e euergischc elektrornotorische &aft dicscr einfriclicn
Rilter’scheii Ladungs-Kctte, denn cine solchc slclllc dicsc
Vorrichtiing ja d a r , erklartc icli inir daraiis, dnrs d i l s verg0ldete Gefafs blank und voii grofser Oberfliiche, dic, wlilircnd dcr Vergolduug als Acode dicnenden (3) Goldbliiltcbcii dagegen nur klein und init eineiii Uebcrzugc von Cyangold bclcgt w a r e n , welclies sich beiin Stillstnndc dcr M a schiuc allinlililig iin Elcklrolytcn wiedcr aufliiste; - dcnu
siclitbar weuigslcns linltcii sich bciiii Vcrgoldu~~gsproccfs
kcinc Gasc an dcn Elektroden gczeigt.
Als icli spiitcr iiii 4. Sliick tlcs 66. Bandes dicser AIIrialcn voii der grofseii Positiviliit dcs Silbcrs in ciiier Cyankaliumliisung geleseii hatle, fertigtc ich iiiir ails cheiniscb
reinem, durcli Reduktioii dcs Chlorsilbcrs inittelst eirics
Stuckcs Eisen gewonncncm Silbcr zwei vollkoininen gleiche,
rundc Platteii voii 2 Zoll Durcliincsser, dic init angeschmolzencn Drlilitcn von demsclbcn hletall, a n ciu gut gefirnifstes Holzkldtzchcu
Zoll wcit voii eiiiaiider angeschraubt
waren uiid mit den frcien Endcn der vorstehenden Drahte
ieicht mit dein Rotatioilsapparate oder mit einem Galvauometer verbunden und geuau gleiclizeitig in eiiieu ElelrtroIytea getaacht werdeu konnten. Bevor nuu noch eiii elektrischer Strom durch diese Platten, welche in einer Cyankaliumsilberlosung taucbten , hindurchgeloitct war, zeigtcn
sic, durch das Galvaiiorneter gescblossen, durchaus keine
Ablenkuiig der Maguetnadel, was ich fiir einen Beweis nabm,
+
37
d a k beide in IVIetall und Oberfliichenbeschaffenlieit vollkolumen gleich waren. Jetzt liefs ich den vom Maguetclcktromotor erregten Strom eine Minute lang hiudurchgehen, wobei eine starke Gasentwickelung stattfand und die, die Kathode bildende Silberplatte init einem feinen Pulver regulinischen Silbers, die Anode init einem graueu Atiflug V O I ~
Cyansilber und Cblorsilber sich belegte. Die Mascbinc
wurde nun augchalten und so gcstellt, dak die beiden in
der Cyankaliumsilberlosuii~tauchcnden Silberplatten durcli
die Iuductionsspirale des Rotationsapparats geschlossen waren. Jedesinal wenn jetzt diese Ladungskettc geiiffiict wiirde,
erschien ein glanzendes Funkchen, wobci ein ruckender
S t o k durch das plbtzlich iimgekehrt Magnetischwerden der
den Polcn des Stablinagnets gegenuber stehendeii Eisenkeroe des Inductors hiirbar wurde. Solcher Fiinkchen koniiten wieder gegen 200 hervorgerufen werden. Nachdein die
Funkcheu aufgehiirt hatten zu erscheiuen, liiste ich die Silberplatten vom Rotatiousapparat, ohne sie aus der Fliissigkeit zu heben, und schlok sie durch ein Galvanometer
von 200 Drahtwindungen
worauf die Nadel heftig herumgeschleudert wurde, und sich auf 40" cinstellte. Der
Stroin ging voii der niit Cyansilber bedecktcn Silbcrplattc
aus, wurde alliii$hlig scliwlichef, so d a k dic Nndel Inch
einiger Zeit auf 23" zuriickging.
Ich nahm die Platten jetzt aiis dein Elektrolytcu, taucbte
sie einige Augenblicke in siedeudes Wasser, uin alles anhaftende Gas, von welchem sich aber siclitbar jetzt nichts
zeigte, zu eutfernen, tquchte sie wieder gleichzeitig in den
Elektrolyten, und schlofs sic durchs Galvanonietcr: die Nadel machte dieselben Beweguiigen wie vorher, sie stellte
sich auf 40" ein iind ging etwas friilier auf 23" zuriick.
Jetzt schcuertc ich die Silberplatten mit eiuem bereitliegenden Stabchen Lindenholz und feinein Sande, spiilte sic iu
destillirtein Wasser sorgtaltig ab, und iibcrzeugte inich, daL
jetzt beide Platten genau dieselbe blanke Oberflache zeigten. Wiedcr genau gleichzeitig in den Elektrolyten getaucht uiid durch dns Galvanometer gesclilosscii , lenkten
-
38
sic die Nadcl aberinals bis auf 40" ab. Diese kehrte etwas
friiher auf 20" zuriick, aber erst nach etwa einer Stunde
stand sie wieder iu 0' ein. W u r d e u die Platten, wahreird
sic noch einc starke Ablenkuug der Nadel bewirkten, aus
dcrn Elektrolytcii gcnommen, init destillirtem Wasser abgespiilt ulid getrocknet, so bewirkten sie, menu sie iiach
langer als ciiiein Jahre wieder in den Elektrolyten getaucht
wurden, jetzt nocli eiiie Ableukuiig der Galvanometernadel von eiiiigeri 30 Graden.
Hier ist also eine einfache Ladungskette von nzcr 2 Zull
Durchmesser der Platten, zoelche, durch eine, einen Eisenkern rcmschEie[sende Drahtspirale geschlossen, beini Oeffrien
F u n h e n giebt. Es ist Schade, daEs Herr Professor J a c o b i
bei dein Versuche, den er iin 2. Stuck des 69. Bandes,
S. 211 dieser Annalen besclireibt, es unterlassen l i n t , die
beiden noch mit Gold bedeckten Plntiuplatten, die als Elektroden gcdient liatten, durch das Galvnnoinetcr zu schliek e n , bevor er die cine Platinplatte durch Umkelirung des
Stroins wieder ganz voin Golde befreit hatte. Der Polarisationsstron~diirfte in dieseni Falle ebcn so grok geweseu
seyn, wic der war, welcher sich zeigte, wenn die goldbedecktc Platinplatte der voin Golde befreiteii Platiuplatte
gegeniiber stand, - aber es wzre dann der Fall gewesen,
dafs zwei gaiiz homogene Metallplatten, i n einer und derselbeu Flussigkeit taucheud, eincu kriiftigen uud lang dauernden Stroiii hervorgebracht hatten. In ineinein Versuche war
es so.
Der Strom, welchcr von den in siedendes Wasser getauchteu wohlgescheuerten , g a i n gieichen Silberplatten in
der Cyaiikaliuinsilberlisung entstand, konnte wohl n u r dadurch hervorgebracht werden, d a k die Silberplatten durcli
den bindurchgefuhrten elektrischen Stroiii fur eine Zeit lang
eiue elcktrisch-lietcrogeiie N a t u r behaupteteu und sich zu
einander wie zwci verschiedene, in der elektrischen Spaiinuugsreihe entfernt stehende Metalle vbrhielten, so lange,
bis sich das, durch den primaren elektrischen Strom in ihnen gestiirte elektrische Gleichgewicht wieder hergestellt
39
liatte. Der secundiire Strom wYre dann als die Ausgleichiing des in ihnen durch den priinsren Stroin gestirrten
Gleichgewichts zu betrachten. Findet hierbci eiii chcinischer Procefs statt, so kann er iiur Folge, nicht Ursache
des Stroines seyn, deiiii uiiter sonst gleichen Bedingungen
wird eine Flussigkeit auf zwei ganz gleiche Metallplatten
uicht clieniisch verachieden einwirken. Das primuna movetis
des nicht unbedeutenden Stronis m a r also Contactwirkung,
ni,cht cheinischer Procefs. 111geschicktern HYnden liefsen sicli
vielleicht aus solchen Vcrsuclien Beweise fur die Contacttheorie herleiten, deuen die A o h h g e r der chemiscll- elektrischen Theorie nichts anhaben kirunten.
Ich will niir noch anfuhren. dafs die Silberylatten auch
in andern Elektrolyten, namentlich in Aufli)sungen VOII Kochsalz, Saliniak, Salpeter u. m. dieselben angegebenen Ersclieinungen dnrboten. Kupferplatten i n Kupfervitriollihung
zeigten die Erscheinung des Funkens nicht.
5. Ein Elektromagnet von 25 Zoll Lauge und If Zoll
Dicke der Schenkel, durch den Quaiititiitsinductor erregt,
tragt, wie schon erwahnt, 100 bis 110 Pfund. Eiii griifserer
von 12Zoll Liinge und I+Zoll Dicke der Schenkcl, auf welche
in zwei Lagen ein 1: Linien dicker Messingdraht gewunden ist, tragt init eiuem dritten Paw Inductionsrollcu, weldie
an Stelle eines Paares der vorerw%hnten Rollen sehr leicht
auf die kreuzfiirmige Ankerplatte der Maschine angeschraubt
merden kannen und auf welche als lnductioiisspirale zwci
Linien dicke und 80 Fufs lange Kupferdriihte parallel neben einander aufgewickelt siud,
eine Last von drittehalb
Centnern. Diese Lasf wurde nach J a c o b i urn das vierfache vermelirt werden kiiunen, wenn man statt cines einfachen Ankers, einen Elektrolnagueten als Traganker vorlegte ' ).
6. Die phgsiologischeu Wirkungen der Mascliiuc sind
der Art, dafs die Trennungsstrihne der beiden ersten Pnare
der Inductionsrolleii ohne Schwachuug mittelst auf die Pole
<
1) Vergl.
-
Annalen
Rd. 61. S.273.
40
des Stahlmagnets aufgclegter Moderireisen nicht wohl ertragcn werden kbnnen.
Der unterbrochene, gleichgcrichtete oder alteruirende
Stroin des Iiitensitiitsinductors Iafst sich bei mafsiger Geschwindigkeit des Uindrehens crtragen, bei vermehrter Geschmindigkeit aber treten, wenn man die Handhaben such
init ganz trockeneii Hgnden halt, bald Krainpf iui Schlunde,
Vomituritionen und wirkliches Erbrechen ein.
7. Die elektrischen Spannungserscheiuui~gen,wclche der
Intensitatsinductor zeigt, habe ich in einem friiheren Aufsalze
i n dicsen Aiinalen aiigegeben. ( P o gg. Ann. Bd. 69. S. 353.)
Aus deiii hngefuhrten geht uuii liervor, dafs iiicine eiofache Maschioe in manclier Beziehung beiiiahe den gleiclieii
Effect hervorbriiigt, wie die dreifaclic Stiihrcr’sclic; d a k sic
aber einen Elektroinagiieten iiiehr nls 20 M a 1 starker zu
erregcn vermag, als die Stiihrcr’schc.
Die Meinuug des Hrn. S t ii h r e r , dafs inan clurch Combination dreicr Magnete uiid sechs Inductoren die Starke
auf einc Hiilie bringen ki)nne, die fiir
des Iiiductio~~sstroms
die Construction init einem, wcnn auch noch so grofsem
kunstlicheii Magnete unerreiclibnr wiire, ist im Allgeineiuen
ohuc Zwcifel wnhr, aber s o , wic die zrisaininengesetzte
St iih r cr’sch e Mas ch i 11 c b i sj e t zt I I ocli b escha ffcu is t , wird
dicse Meiuuiig durcli ulciiie einfachc Maschine thatsachlich
widerlegt.
Der Grund warum dicse einfache Maschine so vie1 leistet, wie jene dreifnche, e r k l l r t sich viclleicht BUS nachfolgenden Beinerkungen iiber die einzelnen Haupttheile der
Mascbine.
-
A. Der Stahlmagoet.
Stahlstaben Magnetismus mitzutheilcn, sind in jungster
Zeit sehr zweckrnafsige Blethoden angcgeben worden ; durcfi
sie wird eiue Stahllainelle leicht bis zur Szttiguiig magnetisirt. hllein das hat mau schon friilier auch gekouut; wir
habcii durch diese Metliodeii keine griiisere und krzftigere
Magnete erhalten, als mir schon hatteu - uud zwar aus
41
dem Grunde, weil sie nur lebren, einzeliie Lainellen bis
zur SXtigung zu magnetisiren, iiicbt aber auch, viele solcher Lamellen zu einein grofsen Magneten zweckmgfsig ZUsammenzustelleu und seiner Ladung Dauer zu geben.
Herr E l i a s in Harlem vermochte durch seine Methode
einer Stahllainelle von einein Kilogramm Gemicht, eiue constante Tragkraft von 13,23 Kilograinmen mitzutheilen. Aber
das ist keine bedeutende Kraft fur einen so kleinen Magnet; man fiiidet bei vielen d t e r n Schriftstellern eine vie1
gr6fsere Tragkraft fur so kleiue Stablbugcl angegcbeu.
Welcbes Resultat er erzielte, wenn mehrere solclier Lainellen zu einem grofsen Magneten zusammengestellt werden, hat er nicht angegeben.
Herr Professor H e r r e n s c h u e i d e r 1) bezeugt, d a t eiii
von Dr. K e i 1 verfertigter Magnet, durch allmahlige Belastung eiu Gewicht von 497 Pfunden triigt. Allein es fragt
sich, was dieser Magnet tragt, weun der Anker iifter abgerissen worden, was also seine constante Tragkraft ist.
Auf diese kommt es doch nur an, wenn man Magnete zu
physikalischen Zwecken anwendeii und sic iiiclit b l o t als
ein Curiosum im physikalischen Kabinettc aufhPngcn will.
Hierzu bedarf es nicht einnial dcs Stalils, denn inan kann
bekanntlich auch einen Eisenbugel so laden, dafs er, beTor der Anker einmal abgenommeii worden ist, ein bedeutendes Gewicht trBgt. Icli befurchte, dafs obiger 38pfundige Magilet einen zu den 497 Pfunden, die er durch allmablige Belastung und vor einmaliger Abnahme, des Ankers (?) tragt, niclit verhaltnifsmafsig gleich grofse constante
Tragkraft besitzt; warnin ware sonst seine coustante Tragkraft, die fiir den Physiker doch eigentlich nur VOII Interesse seyu kann, nicht niigegeben?
W e n n sie aber nicbt genugte, so bin ich iibeneugt,
dafs sie aus keiuem andern Grunde uuge~iiige~ldwar, als
weil ebeu die urspriinglicbe Ladung so uiiverbaltnifsmafsig
grofs war.
1) Vergl. Dsr mineralisclre Magnetismus etc. ctc. vom PL.O~CSSOI.
Dr. K c i l .
Erlangeo 1846.
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1. W e n n inan n:imlich cine gr.C/ser.e M~cngefreien Magnetismiis a n den Polen eincr Stahllamelle anhiiuft untl durch
ein vorgelegtes dickes Stuck Eiseii bindet, als die Co6rcitivkraft des Stalils, fur sich allein, dort- erhalteu k a n n , S O
wird iiach Hinrvegnahme dieses Eisenstucks, die CoErcitivkraft des Stahls allein nun diesell iibennarsig angehaufteo
freien Magnetismus nicht mehr auseinander halten kiiiinen;
das Ueberinaafs wird vielinelir jctzt die Coiircitivkraft des
Stahls iiberwinden und von deu Poleu die Schenkel entlang zuruckgebeii und in der Mitte der Lainelle i n Null ZUsa!nmenfalleii. Die Lamelle k m n aber jetzt iiiclit mehr bis
zur Sattigung magnetisirt s e y n , weil durch das Zuruckgcheu einer grofscii Menge freieu IYIagnctismus voii den POlei] iiach der Mitte, gewissermabeii eiii fnlscher Magnetisiruiigsstricli vollfiihrt worden ist: frcier Nordmagnetismus
ist vom Nordpol, frcier Sudmaguetismus VOIU Sudpol die
Scheiikcl ruckwarts entlang nach d c r Mitte ilcr Lainelle
gefuhrt, diesclbe also theilweis mie durch eiiieii Ruckstrich
entmagnetisirt wordeii. Es ist einlcuchtend, dnk je griih e r d e r , iiber das Verlidltnifs der Coercitivkraft a n den
Poleri gehaufte und diirch eiii Eisenstuck gcbundciie Magnetismus w a r , uiii dcsto rnehr die J,amelle nach Abnalilne
des bindenden Eiscnstucks geschwicht werden lnufs: es ist
dann iiamlich so, als o b init einem uin so starkeren Streichmagneten ein Ruckstrich vollfuhrt worden ware. - Nimnit
man daher einen aus vielen Lainellen zusaininengesetzten
Magneten und bindet durch Streiclieri uiid Abiielimen mit
vorgelegtem Aiiker , in jcder einzelnen Lamelle eine grib
fsere Mengc freien Magnetisinus, als der Codrcitivltraft des
Stahls porportioiial ist, so wird uiaii, uaclideiii alle diese
iibcrladeueii Lamelleii zusaininengefugt siud, einc aufserordentliche Mciige Magiletismus an den Polen angehauft erhalten; hangt mail jetzt Gewichte a n den Anker, so w i d
e r eiue aukerordentliche Tragkraft zeigen, - sowie aber
d e r Anker iiur eininal a b r e i k t , wird der Magnet aufserordentlich geschwiicht, weil eine aufserordentliche Meiige freien
Magnetismas, welchen die Coercitivkraft des Stahls allein
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nicht auseinander halten kaiin, die Schenkel riickwarts entlang nach der Mitte zuriickgeht, was denselben Erfolg hat,
als weiin init einem selir starkeu Streichmagneten eiii Hiickstrich gemaclrt worden ware.
Hieraus folgt also die Regel, d a h man beini Streicheu
eines zusanimengesetzten Magueten nicht inehr freien Magnetismus an den Polen aufhlufen darf, als der Coercitivkraft des Stahls proportional ist; streicht man die Lamellen an einein kraftigen Streichmagneten, so darf man sie
nicht mit vorgelegtem Anker abnchmen, sondern man l n u t
sie frei abnehmeu und d a m erst eiuen Anker anlcgen.
2. W e u n man einen schwachen Magneten mit gleichnamigen Polen auf eineii starken Magneten legt, so wird
der Magnetismus des ersten geschwacht, vernichtet, oder
es' werden selbst seine Pole umgekehrt, j e nach der Starke
des grbrsern Magneten. Demgemafs mufs man beim Zusammeuiegen eines aus vielen und verschiedeneu starken
Lamellen zusammengesetzten Magneten sorgfiiltig vermciden,
eine diinne Lamelle auf eine starke zu legen, oder eine einzeliie Lamelle auf 4 , 5 bis 6 schon zusammengelegte Lamellen zu bringen ; erstere wiirde dadurch sehr geschwacht
werden. Am zweckmzrsigsteu ist es daher, zu zusammengesetzten Magneten nur gleich starke Lamellen zu wahlen,
und diese nach dem Streichen so zusaminen zu legeo, dafs
immer nur zwei gleich starke Pole znsammenkommen. Zuerst lege man daher die gestrichenen Lamellen ohne Anker zu zweieii zusaminen, dann zwei zu zweien, darauf
vier zu vieren, aclit zu achten u. s. w. So vermeidet man
durch das Zusammenlegeu selbst, die Schwachung einzelner
Lamellen.
3. Es ist theoretisch nicht klar, was geschieht, wenn
man mehrere magnetisirte Lamellen zusalnmenlegt und zu
einem Magneten verbindet; dak sicli hierbei die Krafte der
einzelnen Lamellen nicht summiren, ist gewiCs. Vielmehr
gehen hierbei grofse Veranderungen der Krafte der einzelnen Lamellen vor sich, iind diese Veranderungeii sind noch
menig beriicksichtigt und studirt worden. Nimmt maii einea
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frischgestricheiien, starken zusainineugesetztcli Maguelen a m eiiiaiider, uud priift die Tragkraft jcder einzelnen La~ncllc,
iiideni inaii sie frei abiiimint rind dauu eiueu Anker anlegt,
S O findet iiiaii, dafs 111w einzelne Lainelleu ihre urspriingliclie Tragkraft behalteii haben, aiidere sind sehr scIi\vach, bei sehr grofsell aus inelir als 3 oder 7 Lainellen zusainuieiigesetzten Magneten, finden sich eiue odcr zwei Lamelleu beioahe alles Magiictisinus beraubt, so dars sic auch
iiicht das leicliteste Eisenstgbchen zii tragen veriniigeii. Diesc:
indiffereuzirte Laiiielle ist niclit imincr die i i ~ k e r ~;i bei
e aus
mehr als 7 Lainellen zusaminengesetzten Magneten, liabe ich
sie uie in der obersten oder uutersteii, souderu imincr iii
ciiier der Mittc iiZlicr liegeiideii gefuiideii.
Auf etmas iihiilichcs hat C o 111o in b auFinerksani gemacht ;
er zeigte durcli Versuclie, daCs die inagiictische Kraft in
Biischeln aus vielen gleicli starken Magnetiiadelii zusamineiigesetzt, iiach der NIitte z u abnimint. Untersucht inan diese
geschwkichte Laiiielle genauer, indein mail ilire Schcnkel perpcndikul%r ail deiii Pol ciiier horizontalen Magiietiiadel laugsain vorbeifiilirt , so zeigt sicli soglcich, dafs diese Lnincllc
iiicht zwei regelmlifsigc Pole hat, sonderu dars jedcr Sclieukel in d c r Niilie des Bogens eineii Folgepunkt zcigt.
1st das Auseiiiaiideriichincn des Magneten vorsiclitig uud
niit Verineiduiig scliiidliclier Manipulationen gescheheu, und
hat mail nach der Uutersuchung der einzelnen Lainellen,
sic alle wieder zusammengelcgt uiid festgcschraubt , so findet mall, dafs jetzt der Rhgiict beinahc wieder eben so
stark ist, wie zuvor; uiid doch siiid, wie inan sich iiberzeugt hat, schwaclie odcr fast indiffereiite Lamellen i n ihm,
D i e Kraft, welclie jede eiiizelne Lamelle fur sicli vor dein
ersten Zusammenlegen hatte, kanii also, naclidein sic zusamuiengelegt sind, uud cin Gaiizes bildeu, iiicht mehr fortbestehen. Und da der Magnet, nachdeiii mau ihu aus cinauder geiiouiiiieu , eiiizelnc Lamellen in ihm schwacli oder
iiidiffcreiit gefundcii uud wieder zusammeugeschraiibt hat,
jctzt dennoch diesclbe Tragkraft zeigt, wie vorher, so mufs
innn wohl aiiuchlnco, dafs der ungleiche Kraftzustaiid der
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eiuzelnen Lainelleii die 1~nturt;emzfscCoiislitutioii dcs zusamiiieugesetzten Mogncten, als Gauzes bctrachtet, ist. Dieses wird urn SO wahrscheinlicher, meil sicli die inagnetische
Kraft auch daoo in den einzelneii Lainellen ringleich vertlieilt zeigt, wenn inan niclit jede eiuzelne Lainelle fiir sich,
solidern alle zusammen in ein Ganzes verbunden , magnetisirt hat; eine Methodc auf die ich weiter uuten zuriicklioininen werde.
W i e sich i n einein sehr langen Stalilstabc, den nian
magnetisirt , Folgepunkte bildeii, also uiehrere Abwechselungen von Kraftpunkten und Indifferenzpunkten, so sclieint
sich auch, wenn inan die Dimeusion der Dicke eines Magneten sebr verniehrt, der Magnetismiis sein Substrat in melirere Bundel zu spalten , die durch indiffereute Schichten
von einaiider gesondert uiid auch wieder verbunden sind.
Nacbdein: nntura p i 0 zrergit, eo ducenda est, habe ich versucht, der Natiir in dieser Auordnung iiachzuahmen : Beim
Zusainmensetzen eines a m 8 Lamellen bestehenden Magneten orduete ich iiainlich die neu gestrichenen Lolnelleii zu
vier, aus je zwei Lainellen bestelienden Bunden, und lcgtc
zwischen diese Bunde, zunachst den Polen drci dunne sehr
barte quadratische Stahlplattcn, oder in einein andern Versucle, drei dunne weiche Eisenplntteu, dercii Sciteii der
Rreite der Schenkel des Magnetcn gleicli waren, in der Voraussetzung, dafs jetzt die freieu inagnetischen Krafte der
eiuzelnen Bunqe durch diesc Platten cntweder isolirt oder
geleitet, so gegenseitig auf einauder eitiwirken wurden, wie
es das uns unbekannte Gesetz zii fordern scheint, ohne
dazu cine Stahllainelle benutzen zu inussen, deren Magnetismus hierbei verloren geht. In beiden Vcrsuchen gab nber
eine Messung der Tragkraft dieser so zugerichteten Magnete keiii Resultal, das naher anzugebeu verlohiite, wenn
namlich nicht die Einrichtung, wie ich sie tinter 8. 7. noch
angeben werdc, getroffen war.
-
(SellluTs i r n n j c h s t e n H e f t . )
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