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Bemerkung zum Vorkommen von Jod in den deutschen Kalilagern.

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Erdmann: Bemerkung zum Vorkommen von Jod in den deutschen Kalilagern.
_________________
auch reinigende Eigenschaftcn bcsitzen. Sie wurden dort mehrfach fur die Reinigung der Hiinde benutzt. Als ich gelegentlich
\-on dieser Anwendung erfuhr, bat ich, mir das notige Matcrial
zur niiheren Unt,rrsuchung dieser Fragen uberlassen zu wollen, das
mir von der Fabrik bereitwilligst zur Verfiigung gestellt wurdc.
An diescr Stelle mochte ich kurz iiber die praktisch verwcrtbaren
Ergebnisse nieiner Arbcit berichten, die niir namentlich fiir
IAiboratorien und lnctitute von Int.eresse zu sein scheinen. Der
theorotischr Tcil wirrl a.n ariderer Stelle vcriiffentlicht werdrn.
Von dcn hier interessiercndeii Eigenschaftrn der Nrradolc
(D und ND) ist eii cnvahnen, daO es sich uiii tiaucr reagierendc
Kolloide handelt, deren Reaktion durch Gulfosaurcn brdingt ist.
80, wie sie in den Handel komnien, sind sie ziemlich dickflussig,
haften gut au Oberflachen und kleben beim Eintrocknen. Mit
Wasser sind sic gut mischbar.
Die grnancre Untersuchung zeigte bald, dan es sich un1 Si111stanzen handelt, die namentlich fur Oberflachenreinigung in Betracht
kominen. D x leitcnde Gesichtspunkt bci der Beurteilung war,
daO die OberflLchcn nach der Reinigung nicht allein sauber erschcinen, sondern auch mit Wasser glrichmiinig benetzhar srin
miissen. Rsibt man nun Glas, Poraellan, Emaillr urld auch Metall
rnit Pu'cradol ab ond spiilt es unter der Wasserleitung wieder hermiter2), so haftet das Wasser iiberall ~IeiclimaDig. Der Schliff eines
Glasstopfens erscheint beispielsweisc nicht mehr matt, Pondern
wic Rohrenglas. Ani auffallentlsten ist wohl die Wirkung hei den
sonst S O scliwer hcnetzbnren Metallen. Selbstverstamllich sieht man
sie am schijnaten bpi blanken Klingen, Schrrrn, NickelspatPln usm.,
doch tritt sie auch bei Zink, Kupfer und RLessing sehr deutlich hrrvor.
B::ispielsweise wiirdr ein Zinkzylinder, der, niit Wasser gcfiillt,
monatelang auf cincni geheizten Koksofcn grstanden liatte, nach
Ahreihen mit Nrrsdol wicdcr blank uncl zrigte die charakteristiechc
Zrichnung. Khnlich verhielten sich Kupfrrkessel und -wannen.
Fiir diese Zwecke verwandte ich in1 gnnzcn Nrradol D rrin, doch
sincl auch Losungen 1: 10 noch sehr gut verwendbar; z. B. kanii
man die R.Icssingh%bne der Wasscdeitung damit putzen. Doch
gibt Neradr 1 den1 3lcsshx kc inen Glanz.
Eine eigenartige Rpinigung kann man bpi Qurclisilbrr a m fiihren. EJ zrrstiubt im Untrrbrccher drs R8ntgeiiapparatt.s u n t r r
Petroleum zii einer srhr feinen Emulsion, die bisher recht schwer
zu fliissigem Quecksilbrr zu reduzieren war. Nun liiJ3t sich nachweisen, daD Neradol auch ani Quecksilber gut haftrt, denn es verwandelt schon in Losung 1 : 10 dasselbc in eine ziemlich haltbare
Emulsion, die von selbst langsam, schnell aber hei Schiitteln niit
Wasscr oder schwacher Lauge znriickgeht. Da nun voraussichtlich
da.; Xcrndol hesser als das Petrolcurti am Quecksilber haften niirde,
schiittelte ich die Petroleumemulsion srhr stark mit reirieni Neradol
D, lie13 gut absetzen, trennte sie vom iiberstehenden Neraclol und
schut.telte sie dann wciter niit. Wassrr oder verdiinnter Lauge.
D a m lauft das Quecksilber wicdcr aiisamiiien. Offenbar erset.zt
das Nerndol das Petroleum.
Bri Behandlung von Glas mit Neradol und seinen LaRiingcn
zeigte sich, da13 cs auch vermag. fette oder mineralische Ole ebenso
wie Fettsauren gut abzulBsen. Wir werfen Reagensglascr, Kolben
usw. zn solchem Zweck in eine XeradollBsung 1 : 10 und biirsten sir
nachher, falls erforderlich, noch mit konzentricrteni Neradol nach.
Fur Reinigungen, bci denrn man keine Erhitzung anwendrn darf,
ist solchcs Verfahren am mcisten xu empfehlen. So zum Reispiel
werden im Physiknlischen Institut zii GieOrn die L e y b o I d schrn
Triige mit Neratlol gereinigt, und wenn Ricinusol eingefiillt war,
wird zucrst. mit Petroleum gereinigt und d a m rler Trog mit Neradol
1 : 10 gefiillt. Am anderen Tag schwimmt das Petroleum oben, und
der Trog ist rein.
Die fcttahlosende Wirkung des Picradols ist wohl eincr der Griinde
fur seine reinigende Wirkurig, da ein gro13rr Teil des Schmutzes
und Staubrs durch Beiniengung von Fett oder fettartigen Schmieren
haftet. Eine Jementsprechende Beobachtung kann ninn nun auch
bei dcr R~inigungdcr Hande machen. Reibt man sie init rinem
Waschlappen, der i n Xeradol ND 1: 10 getaucht war, kurz ab,
so spiegeln sic, sobald das Neradol mit Wasser abgespiilt ist. Offenbar
ist die aufliegende Fettschicht weggenomnien. Doch sind hier der
Anwendung bcstimmte Grenzen gezogen, wrnn die Haut nicht
leiden SOIL Die Einwirkung darf nur kurz sein, hochstens also etwa
eine Minute betragen, und das Neradol mu13 sorgfaltig wieder mit
warmem Wasser abgespiilt werden. Diese Bedingungen lassen es
ielbstverst,andlich nicht als ein allgemein verwendbares Reinigungsnittel fur di3 Haut erscheinen. Doch ist es gut verwendbar, wenn
'ette oder inineralische ole oder fettartige Substanzen die Hiindr
verunreinigt hahen So zum Beispicl wird es jetzt in der Anatomir
EU GieDen mit Erfolg verwandt, wenn bcim Priiparieren die Hande
Iettig geworden sind. Im iibrigen hat sich gezeigt, daO das Mittel
zwar auch sonst. rpinigeiid wirlrt, aber den Schmutz, der sich in
Rillen der Haut oder unter den Nageln festsetzt, nur schwcr fortnimmt und ddhcr nicht in Konkurrcnz mit der Gcife treten kann.
riocb ist es sehr brauchbar, um Tintenflecke von derHaut zii entlernen. Es hat bleichende Eigenschaften, die dafiir ausreichen.
RIan demonstriert sie m i besten, wenn man Filtrierpapier, das mit
l'inte odcr AIethylviolett grfarbt ist, in Neradollosnng 1 : 10 teilwriw
?intaucht. Dann findet die Entfarbung zurrst an drr Luft an dcr
Crenzr tles Neradols statt. Da die Wirlrung an der Hand schnell
kouimt, ist meist nur ein kurzes Abspiilen mit Wasser nachher
Prforderlich. Die Beseitigung intensivrrcr Farbungen der Haut mit
reinen Farbstofflosungcn gclirigt richt.
Aleine ITiitersuchungrn iiber Einwirltung des Neradols auf
Bauniwolle, Wolle, h d e r ' usw. werde ich an andrrer Stellc veroffent Lichen, da sir vorwiegend theorctisches hitrrrssc haben. [A. 12.1
Bemerknng zum Vorkommen yon Jod in den
deutschen Halilagern.
Von E. EEDYANN.
fur angewandte Cheniie in
Halle a. S.]
[.Aus dem Univcrsitatslaborntorium
(Eingeg. 12./2. l9li.1
Dic Veroffcntlichung L. W. W i n k 1e r s in dieser Zeitschrift')
konnte, da die vorausgegangenen Arbeitcn iibcr den gleichen Gegenstand nicht erwiihnt wrrden, die Meinung erwecken, als sei ihm zuerst der Nachweis von Jod in den deutschen Kalilagern gelungen.
Ich weiO nicht, ob er selbst dieser Ansicht ist, jedenfalls ist sie nicht
zutreffend. Die lange Zcit hindurch strittige Frage des Jodgchaltes
deutscher Zcchsteinsalze ist bereits vor etwa 7 Jahren durch eine
gemeinsam mit K. K r a z c von mir ausgefiillrte und ebenfalls in
dieser Zc!itschriftz) veroffentlichte Arbeit entschieden worden. Die
Einzelheiten der cxakten Untersuchung sind niedergelegt in der
Dissertation von K r a z e3).
Durch die von uns ausgearbeitete Untersuchungsmethode, welche
eine Anreicherung des Jods durch fraktionierte Krystallisation und
fraktionierte Fallung der Bestiminung vorausgehen la& ist v o 1 1i g
s i c h e r bewiesen, dal3 einzelne Salzmineralien der Zechsteinablagerungen einen Jodgehalt, wenn auch einen aul3erordentlich geringen, besitzen. 1111Hartsalz von Bleicherode fanden wir in 10 kg
0,l mg Jod, im Sylvin des Hartsalzes von Neu-StaOfurt 0,42 mg, im
jiingeren Steinsalz von Neu-StaOfurt 0,075 nig, wahrend der Carnallit
von Neu-StaOfurt wedcr in 10 kg, noch auch in eincr mindestens
100 kg Carnallit entsprechenden Menge Bromcisen, Jod auffinden
IieO. Erheblich gro5ere Jodmengen n ! s in den deutschen Zerhsteinsilzcn sind in einigen galizischen Salzablagerungen vorhanden,
namentlich im Kainit von Kalusz.
Wenn W i n k 1 e r der Nachweis von Jod in keiner der vielcn von
ihni untersucliten deutschen Kalisalzproben gelang, so lirgt dcr
Grund aller Wahrscheinlichkeit nach nur in der unzureichenden
Untersuchungsmethode, vor allem in der v i e 1 z u g e r i n g e n
Einwage. Um im Sylviii das Jod zu finden, diirfen nicht nur 50 g
des IJntersuchungsmaterials angewendet werden, das ist eine ganz
ungenugendc Menge, es miissen, vielmehr mehrere Kilo, am besten
10 kg, in Arbeit genommen werden.
Ebenso wie das Vorkommen geringer Jodmengen in dem Sylvin
verschiedener Hartsalze eine w i s s e n s c h a f t 1 i c h f e s t s t e h e n d e T R t s a c h c ist, so war auch bereits bekannt, daO in
sog. ,,Urlauge" sich vie1 mehr Jod vorfindet, als in den festen Salzmineralien. Es lie@ hieriiber die ZTntersuchung von K o e 1 i c h e n4)
vor, welcher sich ebenfalls der von K r a z e und mir angegebenen
Bestimmungsmethode bediente und mit ihrer Hilfe den Jodgehalt
Angew. Chem. X9, I, 451 [1916].
Angew. Chem. 23, 342 [1910]; Kali, I,117 [1910].
3) ,,Vorkommen und Nachweis von Jod in einigen natiirlichen
Salzmineralien", Halle a. S., 1909.
4) Kali, 7, 157 [1913].
1)
2)
*) Sind die Oberflachen wieder trocken geworden und haben
Luft adsorbieren konnen, so treten andere Benetzungsbedingungen
ein, die fiir die vorliegende Frage kein Interesse haben.
[an::%i%%lk.
bufsatstell.
30. J-ang
1911.l
Ephrairn: Der AusschluB der Offentlichkeit fur Patente und Gebrauchsrnuster.
einer aus dem Salzlager der Mecklenburgischcn Gewerkschaft
Friedrich Franz zu Liibtheen stammenden Lauge, die durch ihren
Gehzlt an L i t h i u m als ,,Urlauge" charakterisiert wald), zu 2,7 mg
im Liter feststellte (gewogen als Palladiumjodiir).
W i n k 1 e r hat also lediglich die bereits bekannte Tatsache bestatigt, daB Urlaugen verhiiltnismii5ig reich an Jod sind, so da5
man es darin auch mit einer weniger vollkommenen, aber schneller
ausfiihrbaren Methode auffinden und colorimetrisch bestimrnen
kann.
[A. 16.1
Der AusschluB der Offentlichkeit fiir Patente
und Gebrauchsmuster.
Vori Dr. JULIUSEPHRAIM, Patentanwalt.
(Eingeg.
lLI17.)
Der Bundesrat hat am 8./2. 1917 eine Bekanntmachung iiber den
AusschluS der OjTfentlichkeit fur Patente und Gebrauchsmuster erlassen'). Durch ciiese Verordnung, die mit dem Tage der Verkiindung,
also am 8./2. 1917, in Kraft getreten ist und bis zur Bcstimmung des
Zeitpunktes fiir das AuRerkrafttreten durch .den Rcichskanzler in
Wirksamkeit bleibt, ist eine grundsatzliche Anderung des Patentund Gebrauchsmustergesetzes eingctreten. Diese Anderung diirfte
namentlich fiir.die chemische Industrie Bedeutung haben, da der
AusschluB der Offentlichkeit sich auf Erfindungen im Intercssc dcr
Lmdesverteidigung und der Kriegswirtschaft bezieht,, und gerade die
chemische Industrie fur die Landesvrrteidigung uncl Kriegswirtschaft in erater Link mit in Betracht komrnt.
E3 gab bereits nach dern galtcnden Patentgesetze Geheimpatente.
Dieselhen bctrafen aber lcdiglich Erfindungcn, die in1 Namen der
Reichsverwaltung fur die Zwecke dcs Heeres oder der Flotte angemeldet waren (§ 19, Absatz 3 des Patentgesetzes), wahrend eine
Geheimhaltung von Patenten, die nicht im Namen des Reichs, sonderii
seitens privater Stellen angemeldet waren, nicht vorgesehen war.
Diese 'Jerhaltnisse werden nunmehr gciindert.
Nach der Bekanntmachung findet die Erteilung cines Patentes
ohnc jede Hckanntmachung statt, wenn das Patentamt nach Anhorung der Heeres- iind der Mari:lcverwaltung die Geheimhaltung
der Erfinduug ini Intrresss der Landcsvrrteidigung oder der Kriegswirtschaft fur erforderlich erachtet. Entsprechendes gilt fur die
Eintragung eines Gcbrauchsmustem (Bekanntmachung f 1, Absatz 1
und 3). Ober das Verfahren bci der Ertcilung derartigcr Patentc ist
in der Bekanntmachung nichts ausgcfuhrt. Die Rcgelung des Vcrfahrens ergibt sich nach den allgcineinen Grundsatzen des Patentgesetzes.
Das Patentamt entsclieidet von sich aus, ob die Geheimhaltung
dcr Erfindnng erforderlich ist. Das Patent,amt kann diese Ent.
scheidung ohne au5ere Anregung trrffen. Es ist aber natiirlich nicht
ausgeschlossen, da5 d x Anmelder cntweder gleich bei der Annteldun?
oder im L a d e des Vorpriifungsverfahrens den Antrag a d Erteilung
cines Gehcimpxtentes stellt. I n jedem Falle ist die Anhorung dei
Heercs- und der RI.irinevcrwaltung notwendig. Die Bekanntgabe de!
Ergcbnissx der Anhorung dcr Heeres- wid Marinevcrwaltung an der
Anm-lder wird untcrbleiben. Allerdings sagt hieriiber die Bekannt.
machiiiig nichts, doch ist niit Riicksicht auf den zu erwxrtenden I n
halt d-r An5xung der Heeres- und der Marineverwaltung anzu.
nehmen, da5 di? Geheimhaltung der Au5erung notwendig s-in diirfte
Unter dw Anh(irung ist nach dcr Ausdrucksweise des Patentgeset.ze1
eine mundliche Erorterung zu ver.3tehcn. Es wiirde abcr zweifcllo!
nichts im Wege sein, da5 fur clas Verfahren zur Ausfiihrung der Bc
kannttnachung der schriftlichc Weg eingeschlagen wird. Das Patent
amt ist an die Au5erung dcr Heeres- und der Marineverwaltung nich
gebunrlen, da die Entscheidung iiber die Ertcilung des Gcheimpa
tentcs lediglich beim Patentamte liegt, und die Bestimmung iiber dic
Anhorung nur bedeutet, da5 eine MeinungsLu5erung eingeholt wer
den soll. Grundsiitzlich ist es nicht ausgeschlossen, daB das Patent
amt eine EntschPidung im Gegensatz zu der Meinungsau5erung dc
Hrcres- uiid RZarinevcrwaltung trifft. Die Hcrrcs- und Marinevt~rwal
tung kann der Ansicht sein, da13 eine Gclieimhaltung nicht crforder
lich ist, w a h r x d das Patentamt, trotz di-ser Auffassung der Behorden
die Geheimhaltung fur notwcndig rrachtct. Wcnngleich die Gehcim
haltung nach dern Wortlaute der Bekanntmachung nur dann statt
d in a n n , Dic Cheiaie unc
5 ) Nach W. F e i t . , vgl. E. E
Industrie der Knlisalze (S. 271, a r s ,,Deutschlands Kalibergbau"
Berlin 1907 (Verlag der Konigl. Gec.1og. Lmdesanstalt).
1) Vgl. Angew. Chem. 30, 111, 105 [1917].
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.nden soll, wenn die Geheimhaltung ,,erforderlich" ist, so ist die
lestimmung nicht derartig aufzufassen, daB es sich um eine unbedingt
otwendige Geheimhaltung hantlqlt, vielmehr kann auch die Erteilung
es Geheimpatentes stattfinden, wenn das Patentamt zu der Ansicht
elangt, daB eine Gehcimhaltung immerhin niitzlich sein wiirde.
Im Falle, da5 der Patentanmelder seinerseits die Geheimhaltung
iir notwendig erachtet, wird es empfehlenswert sein, sich nicht auf
inen einfachen Antrag zu beschranken, vielmehr wird es sich emp:hlen, die Griinde naher darzulegen, aus denen nach Anschauung des
Lnmelders die Geheimhaltung erforderlich ist.
Wenn das Patentamt die Erteilung eines Gcheinipatentes fur
.otwendig erachtet, so fallt die Bekanntmachung der Anmeldung
ort. Der Beschlu5, ein Geheimpatent zu erteilen, mu8 also vor der
Lusfiihrung der Bekanntmachungstattfinden,dagcgen wiirde es nicht
inzulassig sein, wenn nach Fassung des Bekanntinachutigsbeschlusses
'or der tatsachlichen Ausfiihrung desselben die Erteilung drs G r ieirnpatentes stattfindet.
Der BeschluB, ein Geheimpatent zu erteilen, ist a19 einhritlicher
3eschlu5 anzusehen, der sowohl die Erteilung cines Patentes, wic den
Seheimcharaktcr dieses Patentes in sich einheitlich umfa fit. Wenn
[as Patentamt ein Geheiinpaterit ertcilt, so kann der Anmelder nicht
~usschlie5lich dagegen die Beschwerdc einlegen, da5 das erteilte
'atent geheimgehalten werden soll, dagegen der Erteilung eines
'atentcs zustimmen.
Wcnn der Anmelder damit nicht rinverstanden ist, daB das cr,eilte Patent geheimgehalten werden soll, so kann er die Beschwcrde
inlegen, mu13 aber damit rechnen, ~ L L die
R Beschwcrdeabteilung auch
lie Frage nachpriift, ob iiberhaupt ein Patent crteilt werden soll.
Fraglich kann die Art des Beschwerdeweges sein. Da im 26 dcs
Patentgcsetzes bestimmt ist, cia5 der Patentsucher gcgen dcn BeichluB, durch welchen iibcr die Erteilung des Patentee entechieden
wird, unter Zahlung einer Gebiihr von 20 M. innerhalb cines RIonnts
iach der Zustcllung des Reschlusscs Ceschncrde einlcgen kann, so
wird anzunehmcn scin, da5 die Beschwerde gegen die Erteilung des
Geheirnpatentes sich auch nach dieser Bestimmung richtet. Es wiirde
tlso die zahlungspflichtigc Beschwrrde inncrhalb eines Monatrs
Gnzulcgen sein und nicht die frist- und kostcnlose Beschwerdr nnch
$ 16 dcs Patentgcsctzes. Die Notwendigkcit, die Beschwr rdt. inrerhalb einer Frist einzureichen, rrgibt sich auch daraus, daB die Bcschwerde vor Ausfiihrung des Beschlusses iibcr die Ertpilung dcs
Gchrimpatcntes, also vor Eintragung des Patentes i n die Krirgsrljllc
erhobcn sein muB.
Dir vanteiiende Auffassung i: t aus dein Wortlautc der Eckanntmachung ab:e!eitc:t.
Die Btgiundnng zu dcrselten vertritt
die Ansicht, daI3 die Ertoilung e're3 GeLe:n:pntcntes nur niit ZuLtimmung Ce3 Ann elr'ers crfol:en kann, wahrend Leim Fcl: en
dersolt en die Bckanntma.chung der Anr eldung ausgt-stt z t wird.
D ese Zuruckhaltung der Eekanntmathrn; stc lit nEer itn G'egenFatre
zum Pat.. nt;e etne und erfolcte nur, gew:ssern.al3en im W tltr~ p r u c lZUIQ
~ ~ Gesetze, untcr dem Zwangc c'er Verhaltnic se. Dir
vorlicgende Bcliai!ntniachung soll eine ges: tzliche Re: olil tig c'eg
VorgLLens LeSeuten, so daS d a m i t die bisl erige Prax s aufer
Kraft g c e t z t wurde. D'e in d r r Begriinclung zuni Gtsetzc entIialtene Auffassunp iiber das Verfahren steht nach rneiner Auffassung
im Widerspruch zum Wortlaut der Tlekanntmachung und liatte i n
daesem Falle keine Geltung. Allerdings wird das Patentamt wahrecheinlich der Eegrundung folgen.
I m Falle, daB der Antrng auf Erteilung cines Geheimpatentcs
seitens dcs Pntentamtes abgclehnt werden sollte, hat der Annieldr r
gleichfalls das Bcschwerderecht. Auch dicse Bcschwerde wird sich
nach den Bestimrnungen des f 26 des Patentgcsetzes zu richtrii
haben und nicht nach 16, denn die Ablehnung des Antrages, cin
Geheimpittmt zu crteilen, bedeutet rinen BeschluR iiber die Erteilung drs Patentes.
Die Narinc- und Heeresverwaltung ist an dcm Verfahren dcr
Patentertrilung nicht als Partei betriligt. Infolgedesten kann von
dieser Stellc aus keirie Bcschwerde eingelegt werden, falls clas P n tentamt im Widerspruch zu der Meinungsiiu5erung der Hrcrcs- und
Marinevcrwaltung entschieden habrn sollte.
Im Fallc eines Gcbrauchsmusters bwteht cin frist- und kostenloscs
Beschwerdeverfahren, das im wesentlichcn rine Vorstellung an den
Prasidcnten des Patent.amtes darstellt.
Das Geheimpatent wird in eineii besonderen grheimm Band dt r
Patent- oder Gcbrauclismusterrolle eingetrngen (Krirgsrollc). Der
Inhalt drr Kricgsrolle wird nicht veroffentlicht. Es wird also wrder
die E te lun; cincs Patentes, noch der Name des Patentinhabers v t ~ :
offentlicht.
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