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Bemerkung zur Abhandlung des Hrn. L

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123
3 . B emerkun g
xur Abhandlwng des E r w . L. P f a u n d l e r :
,,Uber die dwnklen Streifen, welche sich auf den
nach L i p p m a n m s Perfahren hergestellten Photogruphien sick Qberdeckender Spektrem xeigen
(Zenkersche Stre6fem)g'; won H a n s L e h m a n n .
(Kierzn Tsf. V . )
I n der zitierten Abhandlung') berichtet Hr. L. Pfau n d ler
uber Beobachtungen, die er an einigen nach L ip p man n s
Verfahren erzeugten farbigen Spektrumphotographien angestellt
hat. Diese farbigen Aufnahmen, von Hrn. R. Neuhaus hergestsllt , zeigen zwei sich in entgegengesetzter Farbenfolge
uberdeckende Spektra, welche von einer gri33eren oder kleineren
Anzahl parallel den Spektrallinien verlaufenden mehr oder
weniger intensiven dunklen Streifen mit &quidistanten Abstanden durchzogen werden. Diese Streifen sind von Zenker
(welcher bekanntlich die erste stichhaltige Theorie der direkteii
Farbenphotographie aufstellte) vorausgesagt worden; auf seine
Veranlassung hat E. Valentaa) zuerst (etwa 1895) Spektralaufnahmen , welche diese Streifen zeigen , hergestellt (nicht
Neuhaus, wie Hr. P f a u n d l e r sagtJS). Zenker erklarte diese
Streifen als ,,Tal b o tsche Interferenzstreifen" 3, wahrend sie
Hr. 0. Wieners) als ,,Scbwebungen" bezeichnet (nach einer
schriftlichen Mitteilung des Hm. Neuhaus an Hrn. Pfaundler).
Nach einem Vorschlag des Hrn. Neuhaus gibt Hr. P f s u n d l e r
diesen Streifen den Namen ,,Zenker sche Streifen". Eine genaue Untersuchung dieser Streifen war jedoch bisher nicht
unternommen worden.
1) L. Pfaundler, Ann. d. P h p . 15. p. 371. 1904.
2) R. Neuhaus, Die Farbenphotographie nach Lippmanns Verfahren (Iinapp, Halle a. S.) p. 54. 1894.
3) L. Pfaundler, 1. c. p. 371.
4) R. Neuhaus, 1. c. p. 54.
5) L. Pfaundler, 1. c. p. 371.
46 *
7 24
H. Zehmann.
Hr. P f a u n d l e r gibt nun eine eingehende Theorie dieses
Phiinomens und findet eine gute Ubereinstimmung der berechneten mit den beobachteten Streifenabstanden. SchlieSlich
folgert er aus seiner Untersuchung fur das Problem der Photographie in naturlichen Farben:
1. ,,Das Auftreten der Zenkerschen Streifen liefert den
schlagenden Beweis, daB es eine ganze Reihe von Farbenpaaren
gibt, welche sich beim L i p p mannschen Verfahren nicht zu
einer korrekten Fmbenmischung vereinigen, sondern sich gegenseitig zu schwarz neutralisieren." Hr. P f a u n d l e r geht aber
noch weiter; er bezieht seine Folgerungen auch auf die Wiedergabe farbiger Gegenstande. Die (ihm wahrscheinlich bis dahin
zu Gesicht gekommenen) farbigen Aufnahrnen von Gegensthden
gaben annahernd homogene Farben (2. B. bunte VSgel etc.)
recht gut w i d e r , wfihrend Mischfarben, welche in grofier
Mannigfaltigkeit und Abwechslung am Objekte vorkamen, wie
z. B. auf Landschaftsaufnahmen matt yefarbt erscheinen, da die
AuslBschungen der Farben hier zwar nirgends kompskt aoftriiten, sondern sich vielmehr nur wie ein Schleier auf das
ganze Bild verteilten, 80 daS also sein Endurteil lautet:
2. ,,Das L i p p m annsche Verfahren ist demnach nicht allein
wegen seiner unsicheren und schwierigen Handhabung, sondern
vor allem wegen des Versagens seiner theoretischen Qrundlage nicht als eine vollkommene Liisung des Problems der
Farbenphotographie anzuerkennen.<' Das Ergebnis meiner
neuesten Untersuchungenl) iiber Lippmann-Photographie steht
jedoch mit Hrn. P f a u n d l e r s Resultat nicht im Einklang.
Einmal kann das Lippmannsche Verfahren derzeit wohl als
die leichteste und einfachste Methode der Farbenphotographie
gelten. Ferner habe ich gezeigt, daS es unter Berticksichtigung
der von mir gegebenen Vorschriften mit Sicherheit gelingt,
von farbigen Qegenstiinden (z. B. Landschaften, Personen etc.)
Bilder von hoher Brillaiiz und groBer Naturtreue zu erhalten.
Ich stehe daher nicht an, das Lippmannsche Verfahren aus
diesen Griinden geradezu als die Farbenphotographie XET'
1) H. Lehmann, Beitriige zur Theorie und Praxis der direkten
Farbenphotographie mittels stehender Lichtwellen nach L i p p manns
Methode. Freiburg i. B. 1906. T r s m e r s UniversitLtebuehhandlung( E r n s t
Harms).
Bemerkuny zur Abhandlzsng des Hrn. 2. Pfaundler.
126
t&,yrjv hinzustellen. Ich habe nkimlich fur diese Falle die
theoretische Grundlage so modifiziert dab sie nicht veraagt,
d. h. dal3 die ,,Reversibilitat des Vorganges" gewclhrt bleibt
bez. leicht zu erreichen ist, indem ich eine neue Methode der
,,Abstimmung" anwandte. Beziiglich der niiheren Ausfuhrung
kann ich hier nur auf die zitierte Schrift verweisen.
Es geht nun aber ferner am meinen Darlegungen hervor,
dal3 die nach Hrn. Pfaundler den ,,Zenkerschen Streifen"
zugrunde liegende ,,Ausloschung6' niemals die Urnache eines
MiSerfolges bei der photographischen Wiedergabe heterogener
Mischfarben sein kann, da nach meinen theoretischen Unter.suchungen eine solche Ausloschung gar nicht in Frage kommt.
Eine Art ,,Ausli)schungcb,aber nic& im Sinne des Hrn.
Pfaundler, tritt bisweilen nur auf bei der Wiedergabe
homogener, d. h. spektraler Mischfarben; ich sage absichtlich
,,bisweilen", denn das Auftreten hiingt von verschiedenen Einflussen, sowohl von dem IntensitBtsverh%ltnis der einwirkenden
Komponenten de,r Mischfarben etc., als auch ganz besonders
von der Dicke der empfindlichen Schicht ab, waa Zenker und
auch Pfaundlerl) bereits erkannt haben, was indessen aus
Hrn. P f a u n d l e r s Abhandlung nicht klar hervorgeht, denn er
sagt an einer StelW) ohne nahere Erklaung: , , A d der rechtsseitigen Bildhalfte sind die Streifen aua unbekanntem Grunde
ausgeblieben." Derartige Anomalien, welche sich auch bisweilen
auf meinen Aufnahmen zeigten , erklaren sich einfach durch
eine UngleichmkBige, etwa keilformige Dicke der Schicht, wie
das ja beim ,,Handg&" auftritt. Bei dem vie1 gleichmafiigeren
MaschinenguES) treten Anomalien nicht mehr auf, j a es wurde
hierbei durch geeignete Wahl der Schichtdicke, der Korngr86e etc. erreioht, dd3 von den Zenkerschen Streifen in der
Regel nur die beiden mittelsten, und auoh dime nus breit und
wenig intenaiv auftraten4), so daB hier selbst an der dunkelsten
Stelle eines Streifens nicht von einer ,,Auslaschung", sondern
nur von einer geringen Schwachung der relativen Intensitat
,
1) L. P f a u n d l e r , 1. c. p. 371.
2) L. P f a u n d l e r , 1. c. p. 382.
9) Nsch meinen Angaben werden Lippmann-Piatten von der
Trockenplattenfabrik Kranzeder & Cie. in Munchen hergestellt.
4) H. Lehmann, 1. c. p. 12, 78, 79.
126
B. Lehmann.
des reflektierten Lichtes die Rede sein kann; im Spektroskop
zeigte dieses Licht deutlich getrennt die beiden Komponenten
der Mischfarbe.
Da man es also in der Hand hat, die Entstehung von
,,Zenkerschen Streifen" zu vermeiden bez. ihre Intensitat zu
schwachen, so kann man mit Sicherheit spektrale Mischfarben
aus zwei, ja wie ich gezeigt habe aus drei Komponenten farbig
fixier en.
(Hauft man dagegen eine noch groBere Zahl homogener
Farben zu einer Mischfarbe, so ergibt die Spektralanalyse des
yon der Mischfarbenaufnahme reflektierten Lichtes kein diskontinuierliches Spektrum mehr, sondern ein kontinuierliches.
Diese Erscheinung ist jedoch nur als ein scheinbares ,,Versagen
der theoretischen Grundlage" aufzufassen, sie ist vielmehr
sozusagen eine Folge der ,,Unzulanglichkeit der Materie", d. h.
der endlichen GrGBe des reflektierenden Silberkornes. Die
bestehenden Theorienl) der Lippmann-Photographie setzen
namlich ein unendlich kleines oder wenigstens im Verhaltnis
zur Lichtwellenlange kleines Korn voraus, was nicht realisierbar ist.
Diese ,,Unzulanglichkeit der Materiel< ist z. B. auch der
Grund, weshalb es nicht gelingt, den Lippmannschen Quecksilberspiegel einfach durch einen an die empfindliche Schicht
angelegten Metallspiegel zu ersetzen, was theoretisch m6glich ware ".)
Man kann also auch nach dieser Richtung hin nicht von
einem ,,Versagen der theoretischen Grundlage der L i p p m a n n Photographie" sprechen.
Es fallen somit die weitgehenden Schliisse, welche Hr.
P f a u n d l e r aus dem -4uftreten der ,,Zenkerschen Streifen'(
zog, in sich zusammen.
Es ist jedoch nicht uninteressant, dieses Phanomen an
sich naher zu studieren.
Die Identifizierung Z e n k e r s dieser Streifen mit ,,Talbotschen Streifen" ist, wie man leicht sieht, nicht stichhaltig.
Hr. P f a u n d l e r versucht daher diese Erscheinung von
1) z. B. G . Lippmann, Journ. de Phys. p. 107. 1894; 0.Wiener,
Ann. d. Phye. p. 488. 1899.
2) H. Lehmann, 1. c. p.132ff.
Bemerkuny zur Abhandlung des Hrn. A. Pfaundler.
727
einem anderen Gesichtspunkte aus zu erkliiren. Aber auch
hier stehen seine Resultate mit den meinigen in Widerspruch.
Die von mir gegebene Theoriel) der in Frage stehenden Streifen
deckt sich vielmehr mit der Anschauung des Hrn. 0. Wiener2),
der sie N e u h a u s gegenuber kurz als ,,Schwebungen" bezeichnet
hatas) Offenbar hat Hr. P f a u n d l e r diese Andeutung miBvers tanden.
Zunachst sei es mir gestattet, auf einige Punkte in der
Abhandlung des Hrn. P f a u n d l e r hinzuweisen, welche nach
meiner Meinnng mit den bestehenden Anschauungen vom Wesen
der stehenden Wellen nicht im Einklang zu stehen scheinen.
Zu diesem Zwecke ist es nijtig, kurz auf die Darlegungen
des Hrn. P f a u n d l e r einzugehen.
Hr. P f a u n d l e r gibt eine geometrische Honstruktion 4,
vom ,,System der stehenden Lichtwellen unter den verkehrt
parallel sich uberdeckenden Spektren", wobei er den Vorgang
in stark vergrbBertem MaBstabe darstellt, wie er sich in einem
Querschnitt senkrecht zu den Spektrallinien abspielt. Auf zwei
am Ende einer Grundlinie von der Lange der Spektren stehenden Vertikalen zeichnet er je zwei Systeme stehender Wellen
auf, von welchen jedes einem der beiden sich iiberdeckenden
Spektren angehort. Sodann werden die geometxischen Orter
samtlicher Schwingungsknoten und Schwingungsbauche erst des
einen, dann des anderen Spektrums konatruiert, welche Liniensysteme sich in dem angenommenen Falle ,yon Normalspektren
einfach als gerade Linien erweisen.
Hr. P f a u n d l e r sucht nun die geometrischen Orter aller
der Punkte, an welchem der Bauch der dem einen Spektrum
angehorenden Welle entgegengesetzt gerichtet ist dem der
anderen Welle und meint nun die Eurven der Ausloschung
gefunden zu haben; die Orter der maximalen Helligkeit dagegen seien dort, wo die Bauche gleichgerichtet wiiren.
Das heiBt also mit anderen Worten, daf3 die Wellen verschiedener Schwingungsdauer interferieren. Ich weiB nicht, ob
1) H. Lehmann, 1. c. p. 78/79.
2) Nach einer von Hm. Prof. Wiener mir freundlichst gemachten
miindlichen Mitteilung.
3) L. P f a u n d l e r , 1. c. p. 371.
4) L. Pfaundler, 1. c. p 373.
728
H. Aehmann.
man diese Annahme ohne weiteres machen kann , jedenfalls
ist mir ein strenger experimenteller Beweis nicht bekannt.
Meines Wissens nimmt man bei derartigen Problemen immer
an, daB verschiedenfarbiges Licht nicht interferiert.
Aber selbst dann, wenn man die Interferenz zulbBt, wiirde
das eine System der Pfaundlerschen Kurven nicht den geometrischen Ortern der Ausloschung entsprechen, wenigstens nicht
der ,,synchronen (' Auslbschung, denn die Schwingungsbauche
der interferierenden Wellen sind ja infolge des Tangs der Kurve
variablen Verhiiltnisses ihrer Schwingungsdauern niemals gleichzeitig simtlich entgegengesetzt gerichtet. Aber selbst an einem
Punkte der Kurve wlire die Ausl6schung nur momentan, allerdings wiirde sie sich periodisch wiederholen, nach Art der a m
der Akustik bekannten ,,Schwebungen". Das von den beiden
Lichtbewegungen gleichzeitig ergriffene Atherteilchen wirrde
sich dann etwa in der Weise wie ein Helmholtzsches Doppelpendel bewegen. Nun ist aber filr die in Betracht kommenden
FUIe die Schwebungsperiode, d. h. die Zeit, welche von einer
Ausloschung oder Schwbchung der Lichtwirkung bis zur nilchsten
verstreicht, fast von der GraBenordnung der Schwingungsdauer
des Lichtes selbst, also jedenfalls sehr klein im Verhaltnis zur
Belichtungazeit, welche zur Erzeugung photographischer Bilder
n6tig ist, und die gerade bei Lippmann-Platten infolge ihrer
relativ geringen Empfindlichkeit oft Minuten betriigt.
Genau dasselbe wiirde fir die Pfaundlerschen Kurven
der Helligkeit gelten, d. h. die beiden Kurvensysteme unterscheiden sich gar nicht voneinander , da die photographische
Wirkung proportional der Belichtungszeit ist.
Das Resultat wire also, daS die von Hrn. P f a u n d l e r
gezeichneten Systeme H und B (Hell und Dunkel) ausschlieB
lich kurven maximaler Helligkeit enthalten.
Es ist nun sehr leicht, auf Grund derselben Voraussetzungen die Kurven maximaler Ausliischung zu finden: Es
sind das die Kurveii, welche diejenigen Punkte verbinden, in
denen immer je ein Schwingungsbauch des einen Spektrulns
mit dem entsprechenden Schwingungsknoten des anderen Spektrums eintrifft, d. h. in der Figur des Hrn. P f a u n d l e r die
Schnittpunkte der ausgezogenen mit den punktierten Qeraden.
Diese Kurven verlaufen naturgemii6 genau in der Mitte zwischen
Bemerkung
ZUT
Ahhandlung des H m . A. Pfaundler.
729
den Kurven ma-ximaler Helligkeit. Es leuchtet wohl auch ohne
weiteres ein, da6 l h g a der Kurven der Maximalauslaschung
innerhalb dea hier in Betracht kommenden Wellenlhgenbereiches die Intensitilt niemals 0 sein kann.
Es dtirften also die in der Abhandlung derJ Hrn. Pfau n d 1e r bereits gezeichneten hyperbolischen Kurven urn die doppelte
A n d l zu vermehren seio. Nach dieser geometrischen Konstrnktion ergeben sich srber Abstande der ,,Zenkerschen
Streifen", welche nur halb so grob sind als die aus Hm.
P f a u n d h r s urspriinglicher Figur folgenden.
DaS Hrn. P fa u n d l e rs Berechnung der Streifenabstande
mit der Beobachtung gut iibereinstimmen, ist rein zufAllig und
liegt wohl nur an der relativ weiten Grenze, innerhalb welcher
die Angaben uber die Dicke der empfindlichen Schicht schwanken.
Dureh Annahme von einer anderen Schichtdicke wiide man
leicht in derselben Weise, wie Hr. P f a u n d l e r zeigte, zu den
beobachteten Werten kommen. Ich erspare mir jedoch die
nochmalige Durchrechnung, da ich weiter unten auf die Streifenabstande zuruckkommen werde.
Schlieblich mbchte ich noch einen Punkt sun Schlusse der
Abhandlung des Hrn. P fa u n d l e r erwiihnen.
Hr. P f a u n d l e r sprieht dort von dem ,,Primzip der Koexistenz kleinster Bewegungen"; er meint, dd3 hiernach in
der entwickelten Schicht einer spektralen Mischfttrbenaufnahme
die Schwingungsbhche und Schwingungeknoten einer jeden
der beiden Wellen sieh diskret auspragen wiirdm, so daB hierdurch auch andere Abstande der ,,Zenkerschen Bliittchen"
entstehen wtirden, ala sie der halben Wellenlange des wirksam
gewesenen Lichtea entsprachen, was zu Stornngen bei der
Farbenwiedergabe Veranlassung geben wiirde. Aueh diese
Anschauung widerspricht ebenso wie die vorhergehenden in
der Abhandlung der Wirklichkeit : Auch hier superponiert
Hr. P f a u n d l er Bewegzlngsformen einee bestimmtan Augenblickes, wkhhrend man bei dem in Frage kommenden Problem
doch wohl die Intensitaten bez. ihre Wirkungen superponieren mu&
Erst unter Beracksichtigung dieser GrMen kommt die
Theorie mit der Wirklichkeit in Einklang, wie meine mikroskopischen Sohnitte durch spektrale Mischfarbenaufnahmen
zeigen. Bei meinen theoretischen Untersuchungen bediene ich
7 30
H. Jehmann.
mich der Hypothese, da8 verschiedenfarbiges Licht nicht interferiert ; sodann superponiere ich einfach den photochemischen
Effekt der einen Komponente dem der anderen Komponente
der Mischfarbe und erhalte so eine Dichtenkurve des photographischen Niederschlages, deren Verlauf nach meinen Messungen genau mit dem der beobachteten ubereinstimmt.
Beiliaufig erwahne ich noch, daS der Dichtenverlauf keinen
Unterschied fur die beiden Falle zeigte, wenn die beiden Wellen
gleichzeitig oder nacheinander a n derselben Stelle eingewirkt
hatten.
Auf beistehender Taf. V ist die Mikrophotographie eines
Schnittes durch eine Stelle reproduziert, an der die W ellenlangen
563 und 482 ,up wirksam waren.1) Man findet hier uberhaupt
keine Aquidistanz der Einzelknoten oder -bauche mehr, welche
genannten:Wellenlangen entsprachen. DaB die oben erwahnten,
von Hrn. P f a u n d l e r vermuteten Storungen nicht eintreten,
habe ich durch spektrale Analysierung des an derartigen
Mischfasbenaufnahmen reflektierten Lichtes bewiesen. Ferner
bemerkt man an diesem Schnitte deutlich eiii periodisches,
schwebungsartiges Abklingen der Maximalintensititen, und
diese Art Schwebungen ist e s , durch welche die ,,Zenkerschen
Streifen" zustande hommen.
Die Reflexionskraft der entwickelten Platte hangt namlich
ab von dem Grade der ,,Reinheit'i der stehenden Wellen, d. h.
dort, wo der Unterschied zwischen den Maximis und Minimis
des Niederschlages am starksten ausgepragt ist, also an den
,,Bauchen" der Schwebungsperiode, wird das Maximum der
Reflexionskraft eintreten,wahrend an den Knoten der Schwebungsperiode eine wesentlich geringeri Reflexion stattfindet, wobei
man die yanze Schwebung wieder als stehende Welle auffassen
kann.
Man kann sich nun in einfachster Weise fur eine oben
beschriebene spektrale Mischfarbenaufnahme die geometrischen
6 r t e r der Schwebungsbauche und -knoten in folgender Weise
konstruieren :
Ich habe gezeigt, daB die Anzahl der Teilmaxima inner1) In der zitierten Sehrift von mir finden sich noch Mikrophotographien von Schnitten durch Aufnahmen von homogenem Lieht , sowie
durch Aufnahmen von Gegenstlnden.
Bemerkuny zur Abhandluny des Hrn. A. Pfaundler.
731
halb einer Schwebungsperiode sich durch folgende Formel darstellen laBt l):
n,
z=--------,
12 - 4
wobei A, > A, die einwirkenden Wellen sind. z reprasentiert
dann die Lange der Schwebungen, angeniihert ausgedruckt in
Vielfachem von A,
Az/2, d. h. einer mittleren Wellenlange.
La& man nun z. B. die beiden Normalspektren mit den Wellen1iingen 500pp koinzidieren, so erhhlt man die iibrigen koinzidierenden Wellenliingen einfach durch Addition und Subtration
einer beliebigen Zahl, z. B. Vielfache von 5, zu bez. von 500,
wie es folgende Tabelle zeigt:
+
500
505
510
515
520
525
530
535
540
545
550
555
560
565
570
575
500
495
490
485
480
475
470
465
460
455
450
445
440
435
430
425
Die letzte Kolumne gibt also die Lange einer jeden Schwebung an. Man konstruiert nun f(z), indem man z als Ordinaten, und als Abszissen die Wellenlangen des einen Spektrums
1) H. Lehmann, 1. c. p. 78. (Diese Formel gilt nur fur das hier
in Betracht kommende Interval1 von etwa 400--800pp, die Bedingung
I , I , ; fiir i2I., 2 1, ist a = & /a*. Man konnte
lautet also:
die W d k n w e der Schwebung auch nach der bekannten Formel
d = I , A,/llp
1, bestimmen; jedoch halte ich obige Darlegung fur anschaulicher, weil x, direkt die mikroskopisch beobachteten Teilmaxima der
Schwebung angibt.)
-
-
-
732
B.hhmanw.
auftriigt, wobei die Abszissenachse zugleich die Schnittlinie
durch die Oberflache der Schicht darstellt. DR jedoch, wie
auch die Mikrophotographie zeigt, an der Oberfliiche der Schicht
immer ein Schwebungsbauch liegt, so findet man den der Wirklichkeit entsprechenden geometrischenOrt der ersten Schwebungsminima, von der Schichtoberfllche aus, in dem man als Ordinaten 212 auftragt, wie es in beistehender Figur geschehen ist.
Die tiefer liegenden Schwebungsminima ergeben sich aus
, f ( 5 / l , ~ ).; . wiihrend die Schwebungsmaxima
den Kurven f ( 3 / l2);
(in der Figur punktiert) auf den Kurven f ( z ) ; f ( 2 z); f ( 3 2); . .
liegen. Ein Vergleich mit der nach obiger Darlegung erganzten F'igur des Hrn. P f a u n d l e r zeigt eine vollkommene
Identitat der auf verschiedene Weise erhaltenen hyperbolischen
Kurvensysteme. Auf der Ruckseite (Qlasseite) der Platte, wo
sEie Kurven der Schwebungsminima eutage treten, zeigen sich
die ,,Zenkerschen Streifen". Uber den Abatand d i e m Streifen
voneinander kann man sich in folgender Weise klar werden :
Wie schon Zenker und Hr. Pfaundler feststellten, hlngt
der Abstand von der Dicke der Schicht ab. Man mud jedoch,
.,
.
Bemerkuny zur Abhandluny des Hrn. L. Pfaundler.
733
wie man leicht sieht, diese Funktion etwas anders formulieren :
Der Abstand der ,,Zenkerschen Streifen(( hangt von der Dicke
der Schicht ab, soweit letztere von den ,,Zenkerschen Bkittthen" durchsetzt is& Es aeigt sich namlioh, daB die Belichtungszeit bieweilen nicht ganz dam ausreichte, so da6 sich die
Schichtungen nur in der NAhe der Oberfliiche bilden; auch ist
die Art der Entwickelung, die Absorption des Niederschlagesetc.
von EinfluB auf die Anzahl der reflektierenden Schiehten.
In den meisten Fallen betriigt die Anzahl der im Mikroskop noch erkennbaren Schichtungen 18-25 an meinen Aufnahmen. Zieht man also in der Hohe z = 18 bis 25 1 eine
Parallele zur Abszisse, so sind die Abstande der Schnittpunkte
dieser Linien mit den ausgezogenen Kurven gleich den Abstanden der beobachteten dunklen ,,Z enkerschen Streifen",
welche, wie aus der beistehenden Figur hervorgeht, ein Intervall von 10-15 pp auf der Spektrumphotographie nmfassen,
was in der Tat mit der Wirklichkeit iibereinstimmt.
DaB die ,,Zenkerschen Streifen" von der Schichtseite
am nicht oder doch nur sehr undeutlich sichtbar sind, erklart
sich einmal dadurch, daB die Kurven maximaler Ausloschung
nicht in die Oberflache miinden und da5 andererseits infolge
starker Absorption des Niederschlages nur eine relativ geringe
Anzahl Zenkerscher Blattchen bei der Reflexion mitwirken.
Bis vor kurzem hatte ich mir selbst ganz ahnliche Anschauungen iiber das Wesen der stehenden Wellen gebildet I),
wie sie Hr. Pfaundler in seiner Abhandlung darlegte. Hier
konnte eben nur das Mikroskop wirklich sicheren AufschluB
geben.
Zum SchluB sei es mir auch an dieser Stelle gestattet,
der optischen Anstalt von C. Zeiss in Jena ffir die Uberlaasung wertvoller mikroskopischer Apparate verbindlichst zu
danken, desgleichen Hrn. Dr. KGhler, der die vortreff lichen
Mikrophotographien ausfuhrte.
Jentt, im Mai 1906.
1) H. Lehmann, Superposition stehender Lichtwellen verschiedener
Schwingungsdauer. Physik Zeitschr. 1905.
(Eingegangen 2. Juni 1906.)
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