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Bemerkungen veranlasst durch einen Aufsatz des Dr. Christian Samuel Weiss der in der deutschen Uebersetzung von Hauy's Mineralogie durck D. L. G. Karsten kn. preuss. Geh

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455
1
11.
B E M E A K U N
C;
K N,
D e r a n l a f s t d u r c h e i n a n Auffatt d e s D r * Chris
fiian Samuel Weirs, d e r i n d e r d e u t / c h e R
U c b e r f r t c u n g uon Hauy’r Minarologie
D, L. G, K j r A e n , k 6 n . p r r u f s . G e h . O b r r b e r g r u t h , a b g a d r u c k t iit,
*On
R I C H .CHLIIIIVXX,
Ifirgl. dar Land. SOC.. d. irikben Akrd. d. Wilt, Q. f. w. *)
In ineinen Bcmerkungen aber das W e r k des
H e r r n 0 e r It e d , welcheo dem Publicurn aber die
Cheniie des Herrn W i n t e r 1 die Augen bffnen
M t e habe ich Gelegenheit gehabt , von e h e r philolopl~ifchenSecte zit retlen, die Gch feit einigu
Zeit in Deutfchland erhoben hat, und die ziemlich
alfgemein die Secte der Transfcendental- oder Naturphilolophen genannt wird.
Man wird fchon
vermuthet haben dafs die Anhanger derfelben iticht
hlofs die Cliemie, fondern auch andere Zweige d e r
Nnturwiflenfchaft in ihre Speculationen werden bingezogen haben. I m erften Bande d e r deutf&en
Ueberletzung von H e m Ha u y ’s Mitleralogie fin&t inan Seite 365
389 einen Auffatz des Dr.
\Ire i Ts, mit der Ueberfchrift: Dymmr@he An/ichtt
clrr Kr: ftall.$utiori.
Hier ein Auszug aus d e f e r dynamikhen Aiiliclit :
,,Die Form, die Figur follen hier dynamifch er,,klart weriien. D e r Dynamiker 1Zug:iet die abfo-
-
*)
Annalcs de Chiinie. t. 52, p. 307-
p a r v a n M o n s , t . 6 , Ca!i. 1 7 I~&
339.
JournaJ
6 H.
,,lute unbedingte Exiftenz d e r Materie. Firr ihn ift
,,fie blofs in der Erkheinvng gegeben, uncl e r falst
,,den Begriff des Fldffgen in einer Reinheit auf,
,,welche dem Atomiftiker ganzlich frernd bleibt. '(
Hier finden wir die Naincn I< a n t und S c h e l l i n g
angeheftet ( a c c o l l e s ) , und d e r Dr. W e i fs fast,
er werde auf die Eiiiwarfe aller denkenden il-aturforrcher gegen diefen Auffatz hijreo, d e r nur d e r
VorlPifer eines andern fey, in vvelchem feine Theorie werde ausftihrlich> dargeftellt werclen.
Er
giebt eine Skizze diefer T h e o r i e in den folgenden
Sitzan :
,)I. Es giebt in der Natur nicht blofs eine che,)mifche Anziehung, iondern auch eine chemirche
,,RepulGon, mittelft d e r die Korper fich in hetero,,gene aufzulijfen, fich zu entzweien oder zu zer,,fpalten ftreben. Die gan7e Pr'atur ift eine bldse
,,Entwicl;elung poGtiver und negativer C r d s e n , aus
,,Zero oder Null. Keiner Materie lafst fich eine
,,ahfolute ExiTtenz beilegen; jecle ift nichts als ejne
,,Griirse, ein Pol, der feioe Exiftenz der T r e n n u n g
,,von feinem entgegen gefetzteii Pole verdankt ; wenn
,,diere beiden Pole Gch wieder vereinigen, fo flie,,&en fie in Null zufalllmen. und die Materie ver,,Zchwindet. So giebt es i n der Natur nichts als
,,Gegenfatze. D e r wahre Begriff des chemifchen
,,VerwantltfchaftsprozeZfes ift, tlafs zwei oder meh,,rere ungleichartige verwandte Materien einander
,)wahrhaft durchtlringen , und einen und denfelben
,, Raum einnehinen, und nicht, tlafs ihre Molecills
c
4s7
3
,,ein
anderrs Arrangement treffen. Die chcrnifche
,,Rcpulfion ift das umgekehrte. D e r arfprdngliche
,, Prozefs der Xatur, als einer Schapfung a u s hichts;
,,eilte Entwickeluo; J U S Z e r o , ift allo.ltein anderer,
,,aJs cier der chemifchen Hepallion. So wlrd ein
,,Metalloxytl aus ieincr Aufliifung d u r t h Waffrr niea
,,dergefchlagen , weil clas \\'affer es von fich zurdck
,,Itcjfst." I n tliefeur Paragraphen citirt tler Doctor
\ V e i l s die Herren B e r t h o l l e t uric! W i . n t e r . 1 .
,, 2. Die KryftaIIiI'ation i f t ein PhSnomen der
,,cliernifchen RepulLon , der die Trennurigder T h e i ,,le von einander noch nicht gelungcn i f t , weil fie
,,noch gehemint worden i i t , ohne ihr Zicl errei,,chen z u kannen. Sie erfcheint &her blofs als
~
, dafs die,,Tender12 zrir Trennung. M J begieift
,,fe beiden Krafte i n ietler blaterir: in ewigem Con,,flict feyn, und difs daraus unendfich inannigbltiga
,, Wirkungen entftehen mi)ffen ; denn jedes
'0
,,wie jedrs -, lrilst f c h aufs neue in
und
,,zerlegen, und lo ferner. I n einer gegebenen M a ,,terie ilt die RepulGon
und die 'Attraction -.
,,Eine Uebcrmacht der letztern k6nnte Gch nur
,,durch Verminderung tler hlaterie a n den T a g le,,gen.
Beide Krifte hahen im volllcommen FIiil,,Ggen ein ruhiges Gleichgewicllt. So wie die che,,miiche Trennuogstenttenz t)ber\vieSt, wird die
,, hlaterie in zwei entgegen geretrtc l'ole aus e i n a n ,,der getriebeo; io wie Ge aber dahitl fortlchreltet,
,,lifst ihre JotenLon, ihr Ungefttim nsch, und clefto
,,heftiger entflamnit die ihr entsegeu gefetzte Ver-
+
+
+,
-
,,.einiguqgskraft, uncl es muis zu einein Puakte koms
),men, w o fie jene hemmt, belchrfnkt nnd fefr
,,halt. *) Bei dielern Punkte wird der Charakter
,,eine chemifche Repulfion in der noch erhaltenen
,,Vereinjgung der Entgegengefetzten feyn ; und
,,dies ilt die Kryltallifation. Hier ift keine T r e n ,,nung, denn jeder Purikt enthiilt beitle Groisen ;
,,allein jecler Funkt ift dieSpitze eines Winkels noch
,,ohne Schenkel, eine Entzweiung i n der Tendenz;
,,pod indein ije fich zurilck Itofsen, niiiimt jelicr
,,Punkt eine andere Richtung, urn ftlr das Befrie,,diguog z u finden, was die Ablrof'ung i n ihrem
,,Innern ihoen z u gewahren verlagt, und die Cont i n u i d t dieler Wiiikel ohne Schenkel bildet reelle
,,Schenkel, die fich nach allen Richtungen durchkreuzen. Diefes reicht liin, die Erftarrung 10
,,wohl, ds die Structur, den Durchgang der Witter u n d - d i e entfrehende Forin zu erkliiren."
,,
,,
,,
,,3. Ilt die hlaterie gegeben, fo ift tfas auch d e r
,,M'inkel cler Repnlfioo fiir die Kryftallifation. Die
,, chetnifche Entwickelungs - oder Entzweiungsten,,den2 wird bei jetler beftirnrnteii Materie ejne be-
*) Hier mufs ich es aufgeben,
dern Sty1 des Verfaffers volle Gerechtigkeit widerfahren zu laflen.
UmfonTt v d u c h e ich es, feinern Pegafus zu folgen.
Wir werden bald noch einen odcr z w e i ahnliche
Fliige fehen. Ich bittc cin flir alle hlahl urn Nachficht, wenn ich der franzofifchen Sprache mitunter Gewalt anihue; die Urlache liegt in dem Werke, woriiber ich berichte.
C li e n e v i t
-
.
I
459
3
),fttimmte cheinifche Scheidung beahGchtigeu. Denn
,,To wie eine algebraifche Grafse u Gch in a $-b-b,
,,odcr in c
+c-
nr
. u -x zerlegen
,,Mdglichkeit
c,
oder'in
liifst :
nn
. u + 3: und
ni
- fo lalst iich auclk
die
einer fhnlichen chemilchen Eefolution einer beftimmten Materie nach zwei ganz ver,)ichiedenen Gefetzeo oder Exponenten a prjori
,,einiehen. Es fey z. B. 0 Oxygen, H Hydrogen,
W Wafler ; To Gnd 0 und H die Pole, und f o l s l i ~ l ~
),
))
,,- 0 =+H, und d e r Ausdruck wird nT
W+
t
+
0,
'N
H. I n einer be,,und 7 W- 0 , oder
,, ftiimnten Materie ftofsen fich die i n der Kryftalli),lation fich repellirenden Edukte ftets mit eineln be),Etirnmten Grade von Kraft ab, uod wercfen bei ei,,nem gewiflen Grade von der cheinifchen Vereini,,gungsltraft zurilck gehalten ; daraus belttimint Gch
,,ein gewiffer Winkel d e r Kryftsllifation. Giebt
,,aber die Chernie das, was bei der Kryttallifation i n
,,einer gehernmten Entzweiung begriflen erfcheiat ?
,,Der Doctor We i fs getraut fich das nicht zu bc),
jahen. Er weifs nicht, ob man in den Beltand,,theden, welchc die chemiiche Analyfe clarlegt, Jie
,]wahren Pole einer Subitanz erlialt. "
,, 4. D e r Abftofsung?winkcl, d e r eine beftirnm-
,,te
Kryftallifation charakteribrt, ift bald ein ebe,)
n e r , bald ein kbrperlicher Winkel; o h - mit an,]tlern Worten : die chemikhe Repulfion , ~ e l c h e
),den wefentlichen Charaliter einer beitimni :en 1i1.1-
ftallifation ausmacht, ift hald blofs zweifach , bald
mehrfacii. "
Hier entrichtet der -Dr. I+' e i Is
H e r r n I I a u y mit Enthufiasmus D a n k , dafiir, Jafs
er ihn, auf deri We2 211 dieler Feiner herrlit:hen
T h e o r i e gehracht hnbe, und man findet ilberdies
einiges
Dct:il, in das wir nicht eingehen wollen,
, .
da ich glaube, dal's man an den Grundziigen genug
haben yircl:
11 5. Ayfser den primitiven I(ryFtal1ifationsrichtungcn giebt es fecunJ3re. welche durcli jene
bediugt, und nach bcrtiinmten Geretzen auf Ge
,,aufgefetzt, u n d unter beftiriirnten Winkeln gegen
,)fie geneigt find." H e r r K . a r f t e n hat eine Anrnerkung zu diefern Artikel gefetzt, uin uns zu
fagen, d d s der Doctor W e i f s eine Menge verfteckter DurchgHnge in1 FeldFpath und irn Flulsfpath
aufgefupden liabs.
Der Doctor W e i Is filrchtet, feine fo klare uncl
fo tief gegrirndete djnarnil'che T h e o r i e werde fiir
eine unverft2ndliche Chimiire gehalten werclen, und
er filgt folgeiide Bemerkungeri hinzu. ,,Seine ICry,)ftallifationslehre giebt filr die fecundtiren Ihyftalle,
,,fo wie fitr die urfprfinglichen KryFt3lliFationsrich,)tungen , wahre Flachen, und nicht b l o h Linien
,,oder Ecken durcli Furchen und Gruben getrennt,
,,\vie die des Herrn H a u y . Denn lelhft wenn del,,fen integrirentle Flotecirlen aus elernentare~lhIo,,leciilen zurarnmen gefetzt find, fo wiirden doch
,,die Oberfliichen tler primitiven Formen unmoglich
,,wahre Flachen wertlen, d a , fo klein man auch
?)
,
)
-
.
,)
,)
,)die Atomen fetzt,
die Lichttheilchen doch immer
,,noch vie1 kleiner fevn mUffen. Die T h e o r i e des
,. Herrii H a u y ift eio wahres Rithlel, f o f m man
lie als phyGkaIifche Hypothefe betrachtet. D e r
, , H e r r Uoctor W e i f s hat tie his auf einen P u n k t
,,gefilhrt, wo Licht fchon fchiinniert, uncl wo ein
,,werJender Tag iriit freiicliger Zuverficht zu er,<warten ilt.
Und wenn auch der innere Richter
,,nirgentf uns fagt , dafs die atoiniftilche Iiryftalli,)fationslrhre der Natur Zwang anthut; fo wilrtte
,)fchon die Lehre vom Octaeclcr, als Kerngeftalt,
,,hinreichen, uns tlavon zu iiberzeugen. H e r r
Doctor W e i fs giebt fein Syftein wahre Octae, ) d e r , und erlrifst ilim die leeren R3utne. Die
),I'chwierigrten Problerne d e r minerdogifchert Phv,,fik h f f e n fich aus feiner Tlieorie d e r Kryftalljfa:
,)tion unerwartet fchijn erkliiren. "
Diefes ift ein treuer A u i z u g aus des Dr. W e i fs
tjvnarnirctier AnGcht cler Iiry I'tallifation. D c r Lefer urtheile nun feli)Ct, 01) nicht tier wahre Geift
de r Naturphilofophie i n ihr weht, und 011 Ge nicht
einen Platz i m Teinpel d c r Th o rh eit verdjene, ein
wUrdiges Gegenftiick der Winterl'fchen Pro!ufionen
211 einer neuen Chemie.
t'ergleicht man ubrigens
die dynamifche T h e o r i e d e r Kryftallittion des Dr.
W e i f s mit d er Th eo rie der Cliemie tles ucgarifchen Profeffors, fo Zeigt fich, dafs cler Iiier beleuchtete Auffatz d d S Refultat von werriger Kenntniffen und von weit weniger Geift ift. *)
))
,)
*) C'eR maintenant
au lecteur ii juger fi ce MCrnoire
abonde ou non dans le rrai fens d e la philofophie
c
462
1
Ich laffe mich weder auf eine Kritik des Auffdtnoch auf eine Vertheidigung der entgegen gefetzten hleinung ein; ich habe die Behauptunsen
ausgezogen, welche e r enthtilt, und das heifst, fie
ansrcifen. Das W o r t : Ariorna, im weitelten Sinn e genommen, ( ~ ( I O C , d i g n n s , ) bedeutet einen
Gruntlfatz , der iibcrzeugt, fo bald e r gehart wird.
Es liifst fich claher gleichmzfsig von Sachen brauchen, die werth find, fogleich angenommen, octer
fogleich verworfen 211 werclen ; von Sachen, clie evident wahr, und von folchen, die evillent falfch find.
O b das Syftern .der Atomiften von der Katur gebilligt wird, weifs ich nicht; wohl aber weifs i d ) , d ~ l ‘ s
die Vernunft clas Syl’tern des Dr. W e if s rnifsbilligt.
D o c h lalfen wir den Dr. W e i fs .
Es ift hegreiflich, wie inan niit nicht mchr Geiit,
als urn Colche Dinge zu erdenlten, mit Co we:iig
Beurtheilung, u m zii glauben , clas Publicum werdc
fie gut finden, und mit d e r Wuth, Gch gedruckt ZIL
fehen, das Univerfurn auf Null retlucirt. Scliwerer ift es a b e r , zu begreifen, wie ein von feinen
Landsleuten geachteter und im Auslande bekannter
2es
transcendentale, et Pi1 niCrite une place dans le
templa de la folie, digne pendant des Prolufiones de
M. W i n t e r l . Du refie en comparant la thkorie
dynamique de 13 cryfiallifation par le doctcur
W e i f s et la thCorie chimiclue d u profeffeur hongrois, on verra que i’ouvrage que nous. venons de
confiddrer eR le rerultat de rnoins de conndfances
et de beaucoup moins d’dFit.
c
463
3
M n e r a l o g es habe zugeben kiinnen, dafs in einem
BucIie, tlem fein Kame vorgefetzt ilt, ein Auffatz
erfcheinen durfte, worin d e r Vernunft Gewalt angethan , uncl iiher die Wiffenfchaft , welche e r betreibt, ein wiclriger UnGnn verbreitet werden foilt e ; * ) und am wenigften hatte man das bei der Ueberretzung eines der trefflichften Werke d e r s Jahrhunderts erwarten follen; eines Werks, welches
Erklarungen dahin geftellt hat, wo es vordein nur
befcchreibeode und vage Phrafen gab, und das dadurch die Xlineralogie m i t einem Mahle aus der Klaffe der empirifchen Kenntnife ernpor gehoben und
unter die der exacten tl~iffenkhaftenyerfetzt hat.
Folgencles find Herrn K a r f t e n 's eigne Worte,
Seite XVII d e r Vorrede , IVO er von der Decrescenz
und den decrescirenden Reihen fpricht : ,,Diefe
Vorftelluogsart unfers Verfaffers ift atorniftifch ; in,,delfen ift folclie der geometrirchen Conftrtictioo
,,nicht alleio fiihig, fondern auch bereits derfelben
,,von Herrn H a u y rnit auffallendem Erfolg unter,,worfen worden. Ekie dynamifche AnGcht d e r
,,Kryfiallographie hat H e r r Dr. W e i f p geliefert,
,,und ich habe, ;urn B e w e q i mciiier unpurteilich),keic, darein gewilligl, dafs folche als ein Anhang
,,zuin raifonnireoden Theile diefes Werkes abge,,druckt werden durfte.
,,
--
--
<(
Jt permis qu'on prefixht Con n o m au rolume qui doit porter atteinta i la raifon, et repandre le dilire le plus dbgoui'ant fur la fcience qu'il
R)
cul t i v e.
Alfo urn feeine Unpateilichkeit zu zeigen, hat
H e r r K a r f t e n dem Dr. W e i f s erlaubt, dieres
@IeiCterwerk der hlineralogie zu entweihen ! Ditrff e er es .uns verargen , wenn wir das To auslegten :
.er wolle lo wenig filr die Vernunft als for die T h o r .
heit cinen entfclliecleneti Hang u n d eine beftimmte
Eleinung haben; wenn die eine ihn ariziehe, fey
Poch aucli die andere nicht oline Reia fur i h n , und
er ftrehe, feilien Geirt zwifchen beiden fcliwebend
zu erhalten. Wenn diefes aber ein Gegenftand von
Parteilofigkeit Ikyu roll ; wrlches wird denn der Gegenftand von Beif2311 ley n ? Dliilste man noch eineu
Grad hiiher in d er Ahfurditit fteigen, oder miifste
man Zuni Ichlichten illeofchenverftande zariick konim e n , urn Beifkimmung zu erlangen? und wo find
die G r s nz e n , ilber welche hinaus die Sachiicht mit
Unfion nicht ginge, odcr batte diefe Nachficht kein e Grgnzen?
Es ift wahrlich nicht genug,
auf diefe A r t gerecht zu f e y , fondern man niufs
Vorliehe fiir die Vernunft Iiaben.
Dafs Herr I< a r f t e n felbft von dern transfcen.
dentalen Uebel arigefteckt fey, kijnnen wir nicbt
glauhen ; die traurige Erfcheinung des Auffatzes des
Doctors W e i Cs i m Werlie des flrn. H a u y fcheint
eine andere Uriache zu t i ~ b e n , und einige Worte in
d e r Vorrec!e hiinnen uns vielleicht a u f die wahre
Spur bringcn. Ich werde fie hier in Verbindung
mit einigen Tliatfnchen anfuhren, die icli jecloch
nicht geracfezu a u f den gegenwflrtigcn Fill anwenifen will, weil ich von den Umlt3nden dabei z u
wenig
.
--
%
wenig untwricbtct bin, tlnd es oicht nnzunehmsn
ift, daG Herr Ka r f t en au der Klaffe von Schriftftellern gchart, von denen hier die Rede feyn
wird. *) Doch glaube man ia nicht, dials ich cliele
-4nwendung ffirchte, und dafs ich etwa ineiaen Angriff, den offen zu fithrtn meine Abfcht ift, verdecken und dutch Palliativmittcl minder fchmerzlich machen wolle. Wilfste ich mehr mit G e w i b
heit, lo whrde ich mehr fagen, und ich klage nur
da unter Einfchrhkungen an, wo ich krine pottioenNachrichten geben kana.
--
Es .giebt in auen Ldndetn Perfonen, die,
vom
Ruhrne oder vom Cewinne gelockt, es zu ihrem Oefchafte machen, SchriftftrlIer zu feyn; do&
findet nian fie ron der Art wie i n Deutfchlaod,
i n keincin andern Lande. Mdgen die wahren Gelehfien in D e d c h h t l tiicht gkuben, dafs ich darulll lneine Aeiitung far fie verloten habe; das befte
bzttel, Ge ihnen zu iiufsern, ift, dafs ich den gella.
rigen Uhterlchied mache. Die zahllofe Menge lebender Schriftheller, und das Heer von Schriften
a&r Art, welchev hier zu jedtr Mefle erfcheint,
wcrcien zwar allein iioch keio hinreichender Beweis ddar feyn, w a n daa Verdienft diclcr Werke
c
466
3
dem widerfprache. Auch Cage ich nicht , dafs alle
Uilcher in Deutfchland auf die gleich z u erwihnend e A r t entrtehn, uod dafs nirgends anders Bficher
auf ihaliche Weife gernacht werden; ich behaupte
aber, dafs nach Verhiltnifs in Deutfchland wenigftens zehn Mahl mehr lolche Ut\clier als irgendwo
anders mrn Vorlchein kornmen. Auch in Ensland
und in Frankreich werdcn Bticher gemachr, docli
n u r in Deutfchland wertlen lie J o b r i c i r c . ")
In eioer Stadt, die vormahls durch ihre Univerfitst untl ihre Gelehrten berfihmt w a r , jetzt aber
kaurn noch eioige Ueberrelte ihrer welkenclen CelebritZt befitzt, exiftirt zu dieCe;Stuntle eine\Verkftatt, die zur Fabrication v a n dergleichen \J'aare
beftirnmt ift. In eiDein langen Saale fitzen zu beiden Seiten eines langen Tifches junge Leute voll
Heifshuirgero nach R u h m , halbe Gelehrte von unendlich niedrigem Werthe. Am Ende Jieres AItars des Genies pralidjrt der Unternehmer, der
jedeni ieinen Krarn zutherlt, tler ihn zur Arbeit
antreibt, der die crafla n/linwva Cpornt, und tier
Gch in der Zwifchenzeit damit befchaftigt, die
Arbeiten, die aus ihren Handen kornmen, zu corrigireo, um ihnen aie lettte Politur zu geben. For
cine fehr rnrlsige Summe wird hirr ein ganzes Blatt
voll Witz, theils in Profa, theilr in VerCen fabricirt.
Fdr die Kolten des Locals, des Papiers,
") En Angleterrt, en France an fait
en u e m a g n e on let P o b r i q u e .
an,$
d e r Fe&r
[iurrs,
t
467
3
dern und der T i n t e , auch urn Gch filr fchlechte
Speculationen in Sicherheit zu fetetten, und far die
Begihftigung, die e r der LTntertichmutlg zukornmen
lalst, behiilt der Chef die Hilfte des Profits zurilck.
D i e Buchhtridlet, deren Creatur und Stftize er
ift, zeigen ihm die Eucher ah, die auf den verfchiedenen Miirkten gefehlt haben, bnd er macht Gch
anlieifchig, fie fiir den nachlteii M a r k t ZLI liefern.
Djefer FabrikDnt lptmlirt bel'onilers ,auf Ueberfetziingen tler Leften ausliiodilchen Sciiriftfteller, und
bringt einen Theil der litterarifchen Schiitzc der anderii Kitionen auf dicl'e Weile uriter feine Landsleute. *) Schon vor 2 5 Jahren zog diefet Milsbrauch
'
*) Hier die gadze Stelle im Original, die k h , ohne
eine Verwechfelung votaus zu l e t z e n , auch nicht
einniahl zu deuten weirs. d . H.:
Drtns une uiUe j a dir c e i i b r e par / u n Univcr/;tc! c t par J>s Javans , tnais
dont l a cClCbrit.4 fa n ee conJPrve a peine de beaux reItti. er$te d crtte heurt un attelier con/acrd cf ia
fabrication d e p a r e i l k denrdcs. Duns un. long Jaion,
d chaque cdtd d'une lodgue table f e trouvent des je une t
gens afJmnCs dc gloire , des fractions de fav ant d'iufiniirient bafle valeur; au bout de cet a a t r l du g l n i e
priJde I'entreprentur , qui Jistribue d chacun Ja be/ogne , qui ie prrJ/c au rravail, qui /timitie ia c r a f ~ a
M i n e r v a , e t q U i J'occupe , dnns les intervalles , de
corriqer les ouvrdges , pi fortent de lcurs mains, aJ;n
de leur donner Le dernier poli. C " r / t la quc p o u r une
/omme bien modique , fe fabrique une feuill enti;re
d'e/prit, /oit en profe, [oit en vers. Pour (es j r a i s du
local. du papier, der plumes e t de l'encre , e t Jurt o u t pour Je mettrc d convert drr inauvaiJes fppdciila.
,,
-
Gg
2
die Satire eines der witzigften Scliriftlteller Deutfchlands auf fich; ") i b e r d a s U e b d hat darum nicht
abgen om me*.
Auf einer, von jener S h d t n k h t weit entfernt e n UiiiverGtSt treibt ein ProfeCfor, d e r durch VOluminijfe Bacher bekannt ift, cin iihnliches Gewerbe; n u r dab er, (urn mich des Kunftausdrticks Z ( I
bedienen,) aufser dem Haufe zu arbeiten giebt. Er
zahlt arinen Studeiiten 2 T h a l e r fur den Eogen,
und verkauft ihn nachher filr 5 T h d e r an die Bt&IlgntiIer. Er macht kleine Aenderungen, wenn e r
die Zeit hat, uncl einige Anrnerkuiigen, fetzt feinen P;aman vor, untl iCt Autor.
Ein als n'lenkh und als Gelehrter vorzilglich refpectabler Mann , Verfaffer inelirerer gefchr;tzter
t i o n s , a.fi bien que pour la fnveur qu'il donne d ken.
trepriji., Ie chef reticnt la muitit! des profits. ~ p
librnires dont il e/c la crdature e t I'nppui, lui iiidiquent les ourrages, qrti ont manque' dans Ces diyJ6rentes f o i r e s , e t iI J'enguge d les livrei- p o u r IaJoire
prochaine.
C'eft principnlement / ; r les traductions
des mrilleurs auteurs h a n g e r s , que ce fabricant s u i t
Jes Jjwculations, e t prifente aiqJi 2 fes Compatriotes
une pnrtie drs tr&ws litte'raircs des autres nntions.
*)
Der beriibmte N i c o l a i in Berlin, in reinem
Nothanker. Man lollte glauben, das, was er in dielcln Rornane mit bewundernswiirdiger Laune biervon Ltgr, ley blofse Fiction. Ich hatte diefes such
geglaubt, bis ich zufdlig etwas Aehnliches in dcr
N&bekennen Icimte.
Ch8neuir.
s
t
469
3
Werke , hat mir folgende Anekdote mitgetheilt.
Ein gewiller Schriftlteller, dellen Name, Bachern
aach A r t der Erziihlungeo cler Mutter Cans vorgefetzt, feit einer Reitie von Jahren den Verkauf derfelben zu hchern gewohnt war, fand es fiir gut, ein
Elemenhrbuch in einer fehr currenten Wiffenfchaft
heraus zu geben. Als es fertig ift, bittet e r den
Profelfor, von dcrn ich diefe Erziihlung habe, es i n
einem der berilhmtelten litteriirifcben BlPtter anzuzeigeri , in welcbem es fchicklich und nothwendig
i f t , dills jedes neue Buch eingezeichnet werde.
D e r Profelfor antwortet : ,,Kurt vor lciilern T o d e
gab ein Gelehrter ejn Wijrterbuch i n dieler \VifCenfchaft heratis, tlas e r aus den Elenientarwerlten, mit
ciner Sorgfalt, welche filr die Giite deflelben bilrgt,
compilirt hatte, und nun bringen Sie niir eio Elernentarhuch , welches eine Recornpilation aur jencrn.
Wiirterbuche und fo gemacht ift, dals ich k e i n W o r t
verltebe. Ich bitte Sie, mich init einer Anzeige zu
verfchonen. " D e r Autor entgegoete, wenn k i n
Buch fchlecht fey, lo kijnnt er verfcliern, dais dzs
f e h e Schuld nicht fey. ,,Denn wie kaon ich ", lagte
er, ,,dariiber urtheilea, da ich kein \Vort von d e r
Wiffenfcboft verftehe? Ich bin mit rneinem Arbeiter
fchr milsverguagt, e r h3t mich betrogen; doch ich
werde mich bei der zweiten Auflage beffer vorlehen,
und gehe fogleich, urn mit dem H e m Magifter *
und dem Herr CanAiclaten * dariiher zu contrahiren."
Der Autor hieIt W o r t , und das Buch iCt in allcn
Buchliiden.
Seit langer Zeit treibt man aucb aufserhalb
Deutfchlands einen kleinen Detailhandel mit Geift,
aber eit1 folcher Handel im Grafsen, und eine folche Manufactur, ift ein neuer Induftriezweig. D e r
Name des Fabrikanten erh4ht den Preis feiner
Waare, .wed e r einiger IIJafsen die Giite derfelben
verbiirgt, und das heft0 mehr, j e vortheilhafter er
fchon bekannt ift, I n gewiffen Fabrilter\ weirs man
fehr gut , was ein beruhrnter Name wcrth ift, und
bedingt Gch Vortheile aus, wollen andere Fabrikanten die Erlaubnirs hahen , fich tliefes Namens zu
bedienen. Ganz etwas ihriliclies gefchieht i n dein
Lande, W Q inan mit Gejft im Grofsen Handel treibt,
Urn die Sanction irgencl eines bekannten Namens zu
haben, mufs man nach directeni Verhiltniffe d e r SoIiditiit des Namens und nach intlirectem der Gdtc
tles W e r k s bezahlen.
Diefes find traurige Thatfachen , abcr ThatJucliera. D i e guten Kapfe feufzen dariiber. Aber
wie follen fie fich Clem entgegen fetzen? D e r g u ten Kiipfa gieht es fiberall nur eine Seringe Zahl.
Zwar ift fa vie1 gewifs, dafs, alles iibrige gleich
geletzt, die Nation die am rneilten unrl am beften unterrichtete feyn wird, welche die grcifste Zahl von
Schriftftellern befitzt , wenn es lauter Schriftfteller
yon wahrem Verdjenft find. Aber um das zu feyn,
mufs man,denken, bevor man Icchreibt, unrl nachdenken ilber das, was man lieft; fonft entfchlib
pfen die RefuItate der Rechnuiig.
--
H e r r K a r f t e n fagt S. X feiner, Vorrede, e r
hahe die Herausgabe d e r deutfchen Ueberfetzung
cler Mineralogic des Herrn H a ti y , auf wiederhohltes Verlangen , bei feinen vielfaltigen Berufsgefchaften, n!ur untet der Bedingung ilberoommen, dafs
ein anderer Gelehrter fich zur Aiifertigung d e r Ueberfetzung felbrt verltilnde, vnd ihm nur die ReviGon verbliebe. ,,Es zeigten fich", Fiihrt er fort, ,,zwei
,,wurdige junge Manner hierzu bereit, d e r gelehrte
,,Herr Il)r. Ch. S a m . W e i fs, jetzt beliebter Pri,,vatdocent in Leipzig, und durcb mehrere Preis,,fchriften rilhmlichit bekannt, und H e r r Dr. K a r ,, It e n aus Roftock, von deffen mancherIei fchrift,,ftellerifchen Produkten ich , a n k e r dern Scherer',,fcheii ullg. Jourm. der Chemie , clefleo Redaction
,, er eine Zeit lang To gut als allein beforgt hJt,
,,n u r die ReriGon der chemifchen Affinitatslelire,
,,Leipzig 1803, anzufuhrco nbthig habe. Bride
,,Gelehrte brachten den Winter 180; hier zu, und
,,diefen Aufenthalt benutzte ich, damit wir unsin ge,,meinkhaftlichen Deliberationen ilher die zu beob,,achtenden GruDdfitze vereinigen miichten. " Es
il't fchwer , hiernich allein Argwohn voo Fabrikarbeit zu entfernen ; und iit das nicht am Eade noch
der befta EntfchuldiSungsgriind for fo rnanches
Irrige i n dem deutfchen Werke und far dieschmach
( f'oucrage), welchr H e r r K a r ft en dem Doctor
W e i r s erlaubt h a t , H e r r n H a u y und der Vern :Inft anzu thit n ?
dea H e r r n H a u y manche Stellen, die eine griifsere Geiftesanrtrengung
fordern , als die Befchreibung eines hlinerals. Das
Ganze eines geometrifchen Beweifes kann fehr wohl
von jeinand nicht begriffen werden, d e r mit zieml i c h s r Zuverlaffigkeit beltimmt, ob die Farbe eines
Minerals himmelblau oder orangegelb, ob d e r Brucla
mukhlicht oder blittrig ift* und oh das Mineral derb
oder in einzelnen Stdcken vorkarnnit, Ich weirs
zwar wohl, dafs man die illcthade des Herrn H a u v
fiir fehr fchvvierig, und fiir vie1 fchwieriger ausgegeben hat ah fie wirklich ilt; eiu Punkt den jedoch hier weiter auszufahren der O r t nicht ift,
Auf jeden Fall ift es indefs imrner PAicht eines Ueberfetzers, Gch in das Schwierige bei ieinem Verfaffer vallig einzufturtiren, und will e r ihn zugleich
e r l h t e r n , gerade dizfe dunkeln Stellen aufzuhellen.
Er ilt zu tadeln, thut er diefes nicht, untl vdlends
nicht zu entfchuidigen, wenn e r (lurch k i n e Aninerkungeii die Sachen in ein falfchesLicht ftellt. *)--
Es glebt io dem W e r k e
*)
Beides legt Hem C h c n e v i x den deutfchen Weberfetzern auc Lafi: I m Origbd", fagt er, ,&omm e n einigs Druckfehler vor, die in den Errutrs
aicht angczeigt find; man kann indefs dar Buch
&ht mit tiniger Aufmcrkramkeit lefen , ohne fie
wahrxunehmen. Im ernen Bande des Originals,
(und nur r o n dem redc ich in dierer Kritik, da
ioh den zweiteo Band der Ueberretzung noch nicht
durcbgcgangen bin,) Aeht S. 2 6 , 2. 21, c m h a
C m , und c r Itatt C r ; S. 302, 2 . 6 r o n unten,
cg Ratt n g , und S. 314, 2. 7, b'r Aatt f ' r . In der
,,
1
[ 473
Zum Befchlufle diefes AufCatzes noch einige Bemerkungea zu ciner aadern Stelle der Vorrede.
Ueberfetzuag find alle diefe Fehler Rehen gebliehen,
(S. 402, 410, 422.) Seite 339, Zeile t o , des Ori-
cherchde 161" 48' 18"."
Hier iR 6 39 : a zu
lefen, da man far n a 4 , a 1 = 9 und g'
3 das VerbPltnifr fl 13 : fl $ fiadet, welcher
fiit die hdbe'Inc1;nation der SeitenBacbcn, ron d a
nen bier die R d e iR, in der That 80" 54' g" giebt.
In der Ueberletzung ifi S. 449, Zei!e 6, das fehlerhafre VerhiltniL <39 : \r 3 beibehdten worden.
Allc diere Druckfehler, wdcbe ehen fo riel mathem d c h e Beweife find, ddr die Usbedetzer das
Original nicht Audirt hoben, linden Ech in dem
kleinen Raurne von t+5 Sciten beifamman, welch.
gerrde die wichtigfien End, da in ihnen die Theorie des Parallelepipedon entwickelt wird. "
,,Die zweite Periode det Vorrede der Hema
k a r f t e n lautet, wie folgt: ,,Die prirnitiren For,,men diirfeo nicht , a i e es haufig gdchieht, will,,kiirlich angenornrncn, fie muffen durch mecha,,nibhe Zergliederung det KryAalle drrgelegt, oder
,,dwch Bcrechnung gefunden werden." Man verbindc hiermit folgende drci Stellen aus dcm W e n
kc des Hctrn H a u y : Seite 2 0 : ,Lo d i u z o n
,
.
I
.
mdcaniqve der nu'adralcr. ?ui rft k m o p dr reconn a h c I c v r vraie fan,,
primitive.
- Seite 27 :
,,A I'igard der crgtaaz. qui fe rtfnfent d fa divi>nu
d c u n i q u c , la t h C o r i e JI*rondic par certain$ indices dant n4uz parlerons d m $ la [uite , peut cosduire
-
t 474 1
Herr K a r f t e n fast S. IX uncl X : ,,Das Werk
9) dcs Hrn. H a u y ift mit den lehrrejchftca Kapiteln
CL dltenninep leur f o r m e r primirives. au mains dvec
une affez grande vraij'emblanceU, und ' S . 2 4 3 :
II r/t .Jet rare ds trouver un minr'ral Jbus lo f o r m e
,,
priixitiur donntc Ii?4mt.giatamcnt p a r la nature , et iL
y a un cerrain nombre rl rJ>e'xs, or; c t t t r f o n n e n'rft
connue que pnr lrs rtfu1fn:s de I;r divL!?ion nzicaniync
e t de la thdoric."
Ich wunCclita e i n eioziges Bzi-
-
fpiel zu wifleu, w o die prliniIive Form dux& €!arechnung gefundzn worden ware. Die mechanilche Theilung des Kdkfpaths, des FlttfjlpatDS,
u. f. w., in nicht Berechnuug. Eben lo wenig l i i d
das die Kennzeichen- des Uurchgangs' der Blattet.
Nicht der Calcul hat Herrn H a u y auf die Vermuthung gebracht, d d s der Aploiwe kein Granat fey,
und hat den unter zweideutigen und nicht zu be.
w
handeladen Formen vcrReckten Schw efelkies auf
den wahren Kern zuruck gebracht, den in aadern
Fallen die Natur unverfiellt giebt, urn gleichlam
die Blicke des Genies hier und da zu bewahren.
Herr K a r R e n verwechfelt das, was Herr H a u y
unter Theons rerfieht , ruit Berechuung.
''
,,Seitc 97 h g t Herr H a u y: ,,Is donnerui Is
nom dc moICcuics foGfhactivcs d ces paralldlepipe'des
eompofks de titrac'dres .ou de prisincs triangulaires, e t
donr les rangCes me/urent la quantitk de drcroijrement
Iu'Cprouuent Ies lames de fuperpofition appliyuCer f u r
Its faces de lo forme primitiue."
ZU den Worten:
ntoICcules Joiiftractiues , macht H e r r K a r R e n folgende Anmerkung: ,,Man kaun fie auch fubRituirte Molectiilen nennen, weil lie Iich Ratt der
wohren Moleciilen fubfiituiren laffen, u. 1. vr.
[ 475
3
,,angefilllt, und die mathemrtifche E n t w i c k d u n g
,,der Gefetze, nach welchen die fecundaten Formen
,,auf einige wenige primitive zurock gefilhrt werden
,,kdnaen, fey Jlein fchon \vicbtig genug, um es
,,an dla Spitze allet Werka z u ftellen , welche d u s
, , A u J I R Runs
~ Ober die bl~netaloglegeliefert hat."
Diefes ift Wahrheit , ltrenge U'ahrheit, aber
nicht die ganze Wahrheit, Es wilrdo gerathener
Sewelen feyn, ilher detn , was hier berilhrt wird,
einsn Schleier zu ldfen.
Nichts zwang H e r r n
K a r Ct e n, ihn aufzuheben ; cia er aber die Yergleichung inftrllt fo will ich verfucben , f e vollenda
auszufiihren.
Ich wilfste nieinand, der das W e r k des Herrs
H a u y unter irgend e m der andern W e r k e gefetzt
lch weirs nicht, was er unter wahrer Moleciil
YerAeht; loll das aher das integrircnde Moleciil feyn, wie es fcheint, denn ich kenno heiq an.
derer, To ilk diere Anrnerkung ein Beweis, dafc
Herr K a r l t e n r a n diefen beiden Arten ron M o lcciilen einen falfchen Begriff hat. Nie larrt lich
dot fubtracute Molccul dern integrirenden fubltituiren, den einzigen Fall aurgenomrnen, w o dar intcgrirende hloleciil ein dern rubtractiren Qnlicbes
Parallelepipedon iR; aur dann lalfea Ge Gch eins
fur d u andere nehrnen. In Herrn H a u y ' r Theorie Gnd vier Kbrlicr geoincttifch zu Iwtrachtpn.
Kur Einer derfqlben hat durch die Erlauterungen
i n der Uobcrretrung nicht gelitten; und das der,
welcher in den meiften Fallen in die Sinne fAt,
pnd a m IchwerAen zu vcrhennen i B "
batto, welche i n England oder i n FrankFeich fiber
BJineralogie exiftiren. H e r r H d u y ldfst afle weit
hinter fich, welche den Gegenrtand aus dernfejben
Gefichtspunktc betrachtet hatten, und f113tden fr6hern Kenntniffen Thatfachcn bei, \ ~ e l c h ernan nicht
einmabl geahndet hntte. Bis hierher ftirn~neich alfo
m i t Hrn.iKa r It e n ganz aberein. Dafs aber er, der
fo unparteiifch ift, hier die Vergleichung abbricht,
lifst etwas ahnden, woriu ich nicht fciner Mejnung
i e y n kann, wcnigltens nicht, ohne zuvor zu unterlucheo, wic weit es gegrdndet ill. Er fcheint haben
andcuten zu wolfen, clas Werk des Herrn H a u y
fey nur denen des Auslandes ilberlegcn, Deutfch]and aber, rein Vaterland, dtlrFe fich rilhmen,
beffere zu befitzeo. Dieles belTera Werk habe ich
bis jetzt noch nicht gefehn, unJ msnche Andere
habcn das eben fo wenig. Man weile es uns nach,
und nenne uns den DeuLfchen , dellen Mineralogie
mit der des Herrn I3 a u y fich vergleichen liifst;
diefes wird ein Verclienft urn chs Publicum fcyn.
In Deutfchland ift die Rfineralogie eine nationale
Wilfenfcbaft. Die I3edilrftiiffe J e r Menfchen haben die Kiinlte erzeugt, und fie entftanden, indern
man theils erfctzen wollte, was die Natur verfagte,
theils das zu benutzen fuchte, was fie vergijnnt.
hatte. Ein grofses Land, reich an metallifchen Mineralien, und die alteften Bcrgwerke in Europa,
haben die Deutfchcn in den letzten Fall gebracht.
Es ift daher nicht zu verwundern, dafs Iich unter
ihnen die grafste Zahl von Mfnnern findet, die auf
t
477
3
den e r f t m Anblick ein Mineral VOD sinem andern
zu unterfchciden wlffen. Ob diefes iadefs d i e
wahre Wiffenfchah fey, das ift eine Frage, auf
die ich mi& hier nicht einlaffe, die aber wohl
befondera unterfucbt zu werden verdiente. Gar
hiufig entfcheidet diefer Ernpirismus richtiger und
Gcherer, a h alle Arbeit im Zirnrner. Von Zeit zu
Zcit find R l h n e r aufgeftanden, welche in diefe erldngteo KenntnifCe eiue Methode zu bringen, u n d
Principien fiir fie aufzuftellen gefucht h b e n ; doch
hat es rrft b i t etwa dreifsig Jahren einem Geifte,
filiig, dar Ganze zu umfaffen und den M b g e l n abauhelfen, geglilckt, die Hindernilk zu heben, welche bis dahin die Fortkhritte in d e r Mineralogie
vcrziigerten. Herr W e r n e r hat lis jetzt nur w e
nis gelchriebttn, und rein Syftem ift in den Manuh i p t e n feiner Freiberger Scliiller vergrabcu , u n d
nur verftilminelt in den Bitcliern einiger derfelbeq
enthalten, die Co dreift gewefen find, fich deffelben
z u bernachtigen; Bacher, von denen, nach H e r r n .
W e r n e r ’ s Urtheil, keins ohne grobe Fehlrr und
Verftijfse ift. Hiitte diefer Vnter der jetzigea deutichen Miaeralogie fein Syftem felbft bekannt gemacht, fo wiirde es eine ganz andere Sache feyn
und unfer Ctrtheil wiirde anders ausfallen, Dadurcb, da& er diefe feine Verbindlichkeit gegen das
Publicurn vernachliffiget , und fein Syrtsm nicht bekonnt inacht, verfiillt e r uicht blofs in die Schuld,
f a r fich und fur die ltleine Zahl , welche den Vortheil hahen, ihn Iiiiren t u kijnlieo, die Frilcllte fei-
ner langen und gelehrten Nachforfchungen zurack
zu halten, fondern auch i n die Schuld, die Exiftenz
einer Menge Echlechter Schtiften, worin mit feinen
Ideen Handel getrieben wird, einiget- Mahen zu begilnftigen, cla ein Werk aus feiner Fetlet iie in das
Nichts wiirde zurilck gewiefen haben. *)
W e r durch Nachforfchung und Arbeit die Criinzen unfrer Kenntniffe erweitert, und neue T h a t fachen auffinclet, darf hch nur‘ 31s den betrachten,
bei dem fie filr den Augenbliclc niedergelegt lint{,
Indem die N a t u r ihm ihre Geheiinniffe offenlnrt,
logt iie fhm tugleich eine Schuld gegen feine Mit.
bilrger auf, und die Belohnung feiner Mi\he ift in
d e r Hand feirier Mitbi\rger. D e r Unterricht, den
tr.ertheilt, und d e r Kuhm, der ihin tuwachft, halten gleichen Schritt rnit ei~iancler, und fo ilt die
Verpflichtung’gegenfeitig. W e r aber die Kenntnifle,
welche d e r Rlenfchheit niltzlich fern kdnnten, fiir
Si cc p e r e de la mindralogie telle qu’elle le trouve
en Allemagne, a r a i t rempli la tache lui-m6me, on
aurrit eu des choler bien differentes d dire. En
negligeant les engagemens qu’il avoit cantractit
ris-A-vis le public, il eft coupable, non leulement
d’avoir gardd pour lui et pour le petit nombre do
c e u x , qui peuvent avoir Isavantage de I’entendre,
le fruit de fes longues et Carantes meditations,
mais d’avoir en qoelque lorte permis I’exiltence a
cette foule d c mauvais icrits, qui ont trafiqud de
fer i d i e s , et qu’un feu1 mot trace d e fa plurJc, aur& fait rentrer dam le neant.
4)
E
479
3
lich allein b e h d t , gleicht dem Geizigen, der eineri
T h e i l des allgemeinen Vermagens aus cler Circulation zieht, doch rnit dein Unterfchiede, dafs im
Augenblicke, \YO diefer der &atur feineschuld entriclitet, e r Ge auch den Yenfchen abtriigt, iodem
er ihnen mit einem Mahl wiedergiebt, was er ihneo
allmiihlig :entzogen hatte, dhfs jener dagegen der
Welt alsdann zugleich die Frilchtt der Vergangenhcit uncl die Hoffuuogen der Zukunh entzieht.
Man hat in Deutfchland blofs dber das Werner'k l l e Syltem mehr Biicher gefchrieben, als faft i n
allen atidern Lentfern zufammen genommen ilber
die gante iMineralogie vorhantfen fihd, Man h,at
von dem Einen Tafelo, von detn Andern ein Syftern, von dem DAtten ein Warterbuch; auch
Katdlogen von gar danchem Kabinette. Aber WO2 3 helfen alle diefe Duplicate, u o d diefe Prototyperl elns von andern? Haben fie die Wiffeafchaft
weitet gehracht? haben fie fie auch nur mit einer neuen Irlee bereiehert? beweifen fie efnc Falle
an Geift oder eine Unfruchttarkeit an Gcdanken?
Snd fie Fr'iichte wahrer Gelehrhnikeit oder von Pedantismus und ift durch Ge tfas Licht, welches von
d e r Quelle, aus der fie fchdpfen, ausftrcirnt, weiter verbreitet, oder niclit vielmehr gleichwie
durch Wolken gefchwacht worden ? Herr W e r
14 e r befolgt in feinem Vortrage irgend eine Ordnung A , B , C, D; ein anderer macht daraus D,
C, 8 , A ; ein d r i t t e r B , D, A , C; und das nennt
m a n ncue $fieme, deren dann freiIich faft To vie1
miiglich find, als Permutationen d e r Werner’fchen
Arten. Er nennt feine Minerale a , b , c , d ; ein
andeter t i , c, I, d . Hat er’22t Arten, fo macht
B i n anderer daraus 253, i d e m e r die Werner’fchen
zerfetzt, und iriit d i d e m Syiterne in Lumpen macllt
er fich 2uin Autor. * )
Wolltc Herr K a r ft e n unter diefen Schriftftellern eincn Ncbenbuhler ftir Hro. H a u y fwhen,
fo mtifste Ich von feiner Vorliebe far I)eutl&]an~~
an feine Unparteylichkeit appelliren, von der er fich
bei einer antlern Gelegetiheit fo fehr Freuncl gezeigt hat. W i h d e er H e r r n H a u y etwas von ckin
verweigcrn, womit er den Doctor W eifs fo reichlich bekchenkt hat? oder follte e r mit wohlthiitiger
Hand niir den Armen an Geirt mit i h r unterftataen
wollen ?
Doch auch H e r r K a r I t e n wird
gewifs dicht in Abretle r e p , tlafs alle dieie Schriften, n i t Iehr wenig Ausnahmen, eher eine Schmach
far die Wilfenkhaft, als werth find, den R u h
des Hertn H a u y zu theileo. **)
---
Doch das ilt nocli nicht alles. Das W e r k des
Herrn Ha 11 y h e h t weit ilber ein gewiihnliches
Werk,
*) 11 fera fendiller (qu’on me paKe le teriric) celleo
d e 31. W e r n e r , il les Jecbirera par lambeaux,
et arec c e f\n&ne e n guenilles, il re fera auteur.
**)
Qu’avec tin t r k s .petit nombre d’exceptions, c e ~
ouvrages font plutc;t une hoiite pour la fcience, quo
digncs de partager Jr gioirc de R.1.
H au y I
C
4ar
3
Wcrk, und, wcil dcno Herr K a r l t e n einmahl
d i d o Sache in Anreguag gebracht bat, To wollen
wir feheo, wie denn die Schriften, ruf welche e t
b n d e u t c t diefen Zwifcheoraurn ausfalleo, W i t
wollcn, urn kdrzer feyo zu kGnoea, die M i t t e h i fiigktit zur Orinze nehmen, und alto Btlcher obergeheo, die nicht einmahl tlicle erreicht haben. Nach
dem Gefttindnifle d e t e r , welche die Win'enfctiaft
ergrmdet haban, giebt es im Deutichen nur e t m
drei W t r k e , welche dicier Bedingung entfprec h e h + ) Giebt es abet deren ctwa keine irn Acsb n d e ? Uhter den Eleinentarwerken ilber die Miherdogie nach Werner'lchen Gruocllatttn cldrf
das Wcrk dts Herrn B r o c h a o t nicht fibergangen
wtrden. Es iit neuer als die meirtcn, von denen
wir hier reden; und fchon das ift eln reeller Vorrug i n einer WHTenichdt, die ioi Fortlchreitur begriffen ilt. Doch wollen wir davon ablebeo, da
das kein Maafdtab far die Taleote d u VerferCerr
i i t , untl die Fragc fo ltellen : Ilt unter jenen drei
\Verken tins, das f a r die Zeit als es errchien, lo
vorzaglich wtite, als das Werk des Herrn B r o c h a n t for dJe Jahre 9 bis X I , ( 1 8 0 1 bis 1803?)
o,Ier, hat Herr B r o c h a n t mit eben To vie1 o J e t
ir.ehr Talent als fie diefelben Gegenltentlc behandelt,
welclie Gch bei den deutfchen Verfalleru fiuden?
,
De I'areu db c t u i i qui ont rpprofondi la rcience,
il Ce ttourc B peu p r h trois ouvrrgcs eb dlemandj
qui rdpondent B ccs eonditibns:
Arm& d. PhyGk. B. 30. S t . 4. 1. 1805. 6t. d.
Hh
*)
c
482
3
Ich geftehe, dafs ich aus den beiden Banden
des H e r r n B r o c h a n t mehr Belrhrung erhalten
habe, als aus den Schrifteo aller andern Milineralogen, welche ilher dis Wcrner'fche Syftem etwas haben drucken 'lafl'en. Ich habe t h i n mehr Genauigkeit, mehr Nachforfchung, mehr Sorgfalt a n d weniger Willltilhrlichkeit gefunden und ich ziche es
mit der Ueberzeugung zu Rathe, dafs das, was ich
fuche darin beffer, als irgenclwo anders daryeftellt
ift. Diefe Ueberzeugung grimlet Gch auf wiederhohlteVerfuche, und ich habe mich nicht Ein Alalil
geti&ht gefunden. Doch ineine Stimnie ift hier
von keinetn Gewichte. Andere hnben aber cliefelbt
Bemerkung gernacht. Und darf inan annehtnen,
dafs der Urheber eioes Syftems am beften beurtheilen konne, wer feine Ideen am richtigften dargeftellt
h a t , ,fo ift d e r Streit lange entfclchieden, da H e r r
W e r n e r keinen Anftand nirnint, zu fagen , dafs
von allen minerdogifchen LVerlten nach feinen
Grundfitzen , das des H e r r n B r o c h a n t das befte ift.
A b e r , wird man mir einwenden, Herr B r o c h a n t ' hat ja doch feine Mineralogie aus den Werk e n deutfcher Miueralogen gefchiipft.
Das weifs
ich; doch gerade diefes zeigt feine Ueberlegenheit.
Hatie er nicht ihre ma rig el gefuhlt, fo wilrtle e r
fich begniigt haben , fie zu copiren, und fein W e r k
wilrde den ihrigen Zhnlicher geworden feyn. Aber
gerade durch Beurtheilung und richtigen T a c t unterfcheidet or Gch von ihnen, und e r hat bewiefei,,
dafs, wean e r nech einem Modell arbeitet, ts nlclit
aus dem Gruodc gefchieht, weil er nicht far fich
f d b h denken konnte.
Und hierrnit ift die ganae Vergleichung zu En&.
Denn unter den deutfchen mineralogifchen Schriftftellern giebt es, nimmt man die Lltern aus, keinen
einzigen, der nicht von den Werner'fchen Grundfatzen ausgioge. Sie haben feine Plirafen wiederhohlt, und find fein Echo bis zum CTeberdruEs, jedoch To verwirrte Echos, dafs haufig die U r t o n r
darin nicht mehr zu erktnnen fnd.
Und das mag filr jetzt genug feyn,
*
*
*
Wir fehn hier zwei Wiffenfchaften, Chemic und
Mineraiogie, welche die Liebltofungen cles Transkendentaliomus erdultlet haben, und wes fur Ungeheuer dadurch in die Welt gekornmcn Gnd. Und
das find nieht die einzigen Wiffenfchaften, die
diefes Uuglilck betroffen hat. Dach w i r rnilffen
hoffen, dds d e r Plan, den er gefafst zu haben
fcheint, urn den menfccblichen Oeilt herab zu wilrdigen, voo den thiitigen u n d eifrjgen Freunden cler
WiEenf'chaft, die dberall wnchen, werde vereitelt
werden, und dafs bald auch Deutkhland fo gut a h
das Ausland fich gegen diefen wahren Jacobinisrnus
im Felde tler Wiffenfchaft einftiinmig erlteben werde. Immerhin hillle rnm die Statile der rnediceifchcn Venus, u m fie zu entfteueo, i n Lumpen, mit
der Zeit zerfallen fie in Staub, und der 3larmor
Hh 2
[ 484
1
bleibt. Es hat nicht in tler Maclit deo Doctors
W e i is geftanden, zu verhindcrn , dafs rlje Ueberfetzung der Rlineralogie des Herrn H a u y das
Zchijnfte Gefchenk ilt, welches durch Herrn K a r
i t e n den h’lineralogen Ieiner Kation gemacht worden ift, felhft ungeachtet der Irrthamer, die durch
ihn h i n t u gekomnien find. *)
-
*) Voili donc d e u r fcienccs, (et elles nc Cont pas
les feules ,) la rnindralogie et la chimie, qui o n l
Couffert les careffds du transcendentalisme, e t voi!A
les rnonfires qu’elles o n t enfentks. Mais il faut
elpirer que les projets qu’il fait pour avilir I’efprit
hornain, Ieront dejouhs par les amis actifs et dCroues qui veillent de tow c b t i s , e t qiie lient6t le
cri deviendra unanimt e n Allemagne a d i hien
qu’aiIIeurs, con:re ce vrai jacobinisme Iittirairc.
Qu’on couvre d e haillons la fiatue d e la belle V&nus pour la rendre difforme, le terns les fera tomber en poufihre, et le marbre reRe. I1 n’a pas &&
au pouroir du docteur Weirs d’empicher que la
traduction dt le Minlralogie d e &I. H a u y n’ait
4th le plus beau cadeau que Ill. Ka r n e n a fait ault
minirdogirtes d e
nation, mOme malgrd les eta
reurs qu’il a ajoutCes.
c
485 1
111.
Ueber die reine Thansrdc van Halle,
von
Herrn C H K N K V I X ,
Mirglied depkonigl. londoer S o c . , dcr irifchen Akad., u. 1.
W.
)
Die Thonerde von Halle ift allen Minerdogen
bekdnnt. Ich verdanke die, mit welcher ich die folgenJe Unterfuchung angeftellt babe , Herrn Prof.
G i 1b e r t in Halle; und da diefer Gelehrte Ge an
0 r t urid Stelle aufqelefen hat, fo ilt kein lrrthum
i n HiriGcht der ItlentitSt derlelben mit der, welche
von tler nfmlichcn Stelle herrahrt, zu filrchten.
Jch l d s in einem fifbernen Gefafse, welches
16 Unzen Walfer fafst, 1 2 Unzen deftillirten Warfers fehr lange Zeit ilber 150 Grains hallifcher Thoncrdc kochen. Von Zeit zu Zeit wurde neues WafIcr nachgegoffen , urn das, w a s verdampft w a r , z u
erganzen, und diefes fetzte ich fort, bis ich endlich gegrn 4 Pfund % ' a h - verbraucht hatte. Nach
den1 Filtriren wurde die FlafGgkeit concentrirt, und
dann To wohl mit fdpcterfaurem Baryt, als auch
mit Sauerkleefsure auf fchwcfel/auren Kalk geprilft. Ich koante davon nur fehr leichte Spuren
entdecken, und die hallifche Thonerde hatte faft
gar nichts an Gbwicht verloren.
*) Dieferundder
folgende Auffaa End aut der Handfchrift der Herrn Vorhfrerr, die er mir fur die
A n n o h mitgetheilt hat@, iiberfetzt; das Original
ill reitdm in den Annoles tie Chimie, t. 54, p. 200 f. 9
(Mai 1805 ,) rbgedruckt wordcn.
d. H.
Der Aackftaod wurde p i t Kali und dann mit
Salzfiure , ruf die gewohnliche Art behandelt , um
davon eine rollft5ndige Auflafung zu erhalten. Ich
fuchte darin =it Hiilfe aller in der Cherniebekannten
Mittel, noch Kalkerde, faod aber n u r eine iiufserft
geringe Menge. Dagegeo zeigte falpeterfaurer Ba.
ryt eioe ziemlich bedeutende blenge SchwefelGure.
Da die wenige Kalkerde, was die SZttiguog diefer
S u r e betrifft, faft gar nicht in Betracht komrnen
kann, fo lafst Goh fchlielsen, dals die Schwefelfzura
an Rie Thonerde gebuoden war. Nach
ergIn a n n enthdt die fchwefelfaure Thonerde 0,5 des
falzbaren Grundftoffs und 0,5 der Saure. Da ich
n u n in der fo genannten reinenThonerde von Halle
Bafis und Siure uogefghr i n dern VerhZltnifFe von
3 :2 gefunden hahe, fo glaube ioh, dafs diefes Mineral Fchwefelfaure Thonerda, mit Ueberkhufs an
Thonerde fey.
Man ift in Zwelfel gewefen, ob diefe fo genannte reine Thonerde ein Produkt der Natur oder der
Kurlft fey. Vergleicht man das Verhaltnifs zwifchen
BaGs und Szure i n ihr, mit dem Verhaltniffe beit
der in dein Pradukte der Zerfetaung der Ubarfauern fchwefellauern Thonerde durch Kali oder Ammonialc, To 6ndet Goh zwifchen beiden eine Aehnlichkeit , welch0 far diefe Streitfrage von Bedew
tung feyn diirfte. Es ift bekannt, dafs Thonercle,
die aus Alaun durch Alkalien niedergelchlagen wird,
ainen Antheil Saure zuriick behalt, \vie Gch dao
aaoh dun Aofiohten dar Herrn B e r t h 011 e t VOPI
aus vermuthen liefs; und Herr G u y t o n hat dielo
Thatfache feiner Aufrnerkfatnkeit nicht entgehen
l i n e n , bei Gdegenheit e i o t r wichtigera , den Diamanten betreffend, mit der e r uns bekannt gemacht
hat. ~AnnuIen,IV,405.3 Vielleicht nii)cIite es auch
nicht unbelohnend feyn, die Refultate d e r Zerlegung des Alauns durcli Kalkerde aufs neue mit Sorgfalt zu uiiterfuchen; eine Uemerkung, die ich bald
mittheilen wcrde, niacht das wahricheinlich.
t i e r r S i in o n in Berlin hat die hallirche T h o n erdc ZrJriegt, und H e r r F o u r c r o y fie fptterhin
u f i t d u c h t . Ihre Relultate rtiminen nicht mit einancler uberein. H e r r G e h l e n in Berlin will di3fen Zwiefpalt heben, und druckt fich, indein er
VOP leiiier Arbeit fpricht, folgender Marsen aus : *)
,,Es mag vielleicht aus irgend einem Gelichtspunkte
,,wenig daran gelegen leyn, ob in HiuGclit einer
,, Subltanz , welche die Natur zu ein Paar Pfuntlen
,,verloren in einen Winkel der Erde warf, das von
,,Si r n o n ader F o u r c r o y aufgeftellte Refultat
,,das wabre fey: aber daran iIt vie1 gelegen, zu
,,wiClen, weloben Grad von Zutrauen die Arbeiten
,,eines Chemikers verdienen ; und dieles kann doch
,,zurn Theil ocler faft ganalich nur dadurch be,ftinirnt werden, dals irgend von ihm aufgeltellte
),Relultate von aodern anerkannt gefchickren und
,,genouen Chemikern beftiitigt werden."
*)
N8urr allgemcines Journal der Chcmie. heraw go-
gebon van G c h l e a , B. I
,
S. 675.
Und weitorhin : ,,Rei e h e m Chemiker, wie
, , F o ~ r c r o y , murs man belcheiden feyn; es ift
,,&her anzunehinen, dafs feine hallelche T h o n ,,erde keiqe hdlelche T h o n e r d e gewvden fey. Z u
,,wilqfchen ware es inclefSen, dals e r fich voa Si,,m o n ' s Abhandlung eine nghere Kenntnlfs ver,,Cchafft h i t i e , als e r gehabt zu haben fcheint, weil
,,diefe ihn wahrfcheinlich verhindert haben wdrde,
Saunter feeinern Namen eine falfche Angabe in die
,,Welt zu fchiolten. "
Hier tritt alfo Herr G e h l e n , ,,einer d e r gcfilzickcen und geuauen Chemilter," auf, erhebt Gch
ous eigner Machtvollkommenheit zurn Richter fiber
H e r r n F o u r o r o y , und endigt damit, ihin einen
Verweis zu geben, d e r , ilt er auch nicht geradezu
und fthrnlioh, doch, wie es mir fcheint, die GranZen des AnCtandes ilberfchreitet, zurn wenigften
aach dem, was anderswo lchicklich 1ft.
Mit welchern Rechte meint indek Herr G e h
] e n inehr Zutrauen ds H e r r F o u r c r o y zu fin.
d e n ? Was f a r Eroberungen hat e r im Gebiete d e r
WiMenfchaften gemacht, dals e r Gch aamafst, im
Wirlerfpruche mit einem Chemiker von kinglt anerkannter Gefchicklichkeit die Meinung filr Gch
zu gewinnen? UmfonSt fuche ich i n dcr Vergangenheit, worauf e r diefe Aiiforderung grilodet ;
und ich fehe felbft keine Hoffnung, dals Ge in der
Folge rechtrnsfsig werden dirrfte. * )
-
*)
,,Voilh donc.$'l Qehlen, un de ces ,,chimihs habiles c t exacts " , qui, de fa propre autontd, re COP&-
H e r r F o u r c r o y g e h t r t nicht au den Chemik e r n , deren Verdienft Geh darauf einfchriinkt, in
einer gegebenen Subftanz von diefem oder jenem
Beftandtheile etwas rnehr oder etwas weniger nachzuweifen. Man weifs, dafs diefe Geduld erforclernde Arbeit, die mail oft in Hinficlit des Geifter
zu hoch aofchlagt, io viol Schwierigkeit tie auch
i n Rer T h a t in der incchanifchen Ausitbung hat,
doc11 diejenigc ift , bei welcher die GeifteskrEfte ern
wenigften i n Anfclilag kommen. Herr F o u r
c r o y ift g1eich.weit von den o h m PhantaGe exaltirten oder den fchwachen, in Unordnuag gebrachten Kapfen, welchc die Thatfachen verachten, urn
t c h TrPumereien zu ergehen, it19 von denen entfernt,
Jeren fchwerfiiIlige Gedmken, die in unermefslichen Arbeiten zerftreut find, rari nances in gur-
-
,
tue l’ubnre d u fort d e M. F o u r c r a J et p i
par l u i donner un:dCmenti, lequel, Ti1 n’eR p u
c o n p e n termes directs et formals, p d e , c e m o
hmble, Ics bornes d e la bieufdaace phiiofophique ;
d u moint en le coinparant w e e ce qu’on a cautume
d e roir ailleurs. lllais en gdndnl, par quel droir
&
GIe.hl e n croit il atluer plus d e confiance q u a
F o u r c r o y ? Quelle coaqubto a . t - a fait d a o s
I’empire des fciences, pour qu’il p r i t e n d e hbju.
guer les opinions, en depit d e l’habilit6 reconnuo
d’on chimihe dupuis longtetnr d iR i n p $ ? C’en en
vain, que je cherche danr 10 paffe, f u r quoi rout
fondies fes prdtenGons; et l’efpdranco mbme n e
permet pas de croire, gu’ui jout cllcs dcoiea.
&oat Iegitimos, “
w.
-
dire oaflo, nur ericheinen , urn den W u n f i zu err e g en , recht bald wieder vergeifen zu werclcn. ")
Er ift philofophifcher Chemiker, und was man auch
gegen rein S)$eme &s connaiJJance4 chimiquas gefagt hat, lo il't und bleibt es doch f u r iinrner ein
AclaiGCches W e r k , w e k h e s i n Verbindurig mit (fen
a n d er n Arbeiten, an denen diefer Cliemjker Theil
gehabt h a t , far alle Zeiten eine de r giiiozendften
Epochen der CITiiledchaft bezeichnen wird. Es ift
m ei n e Abficht nicht, Herrn F o u r c r o y cine Lab-
rede zu halten; d e r T o n a b e t , den H e r r C e h l e n in den a n g e f t h t e n SteHen, und tiherhaapt in
dem ganzen Aufiatze anliitnmt, fcheint mir nicht
minder ungczismend i n Hinficht dieits Gelehrten,
als gefsllig gegen Gch lelbft zu Ceyo.
*) M. Fa u r o r o y n'eR pas de ces chimilles, dont
le mCrite fe borne i rschercber U D peu plus ou un
pau mains de tel ou de tel principe, dam uoe fubfiance donn6e. O n h i t que ce genre de travail
patient, dont on fait fouvent trop d'honneur a
I'elprit , difficile il eft vrai dans l'exdcution mCcrnique, eA en giniral celui, oh les facultis intelleotueller jouent la moindre ri3e ; M. F o u r c r o y
eft dsalement B l o i s n i Je ceux, dont les tdtes exaltdes Cans ima$uation, ou baulererlhes p a foibleffe, mdprifent les faits pour f'adanner aux r&
ves; et de cer autres, tlont les lourder penfdes,
frugdement iparles dans ieur immenles travaux,
rari nantgs in gurgite uaJta ne paroilrent que pour
OD Fairo defirer le prompt oubli.
.
I
491
3
Doch nicht blofs der T o n ift zu tadeln, auch
der Grund der Kritik ift nicht vorwurfsfrel. H e r r
W e r n e r hat in mebrern Stilcken hallifcher T h o n s r d e Gypskryftalle von d e r A r t *) gefunclen, welche unter den1 Namen: Frauen&, bekannt iCt. Die
Stacks, welohe ich uoterfucbt habe, hatte e r als
foolche anerkannt, welche keine wahrnehmbare #ryf t d e enth'dten. Herr F O u r c r o y war von rIjefer
Sache nioht unterrichtet ; und lie reicht hin , die
Verlchiedenlieit zwilchen feinen Rebiltaten und denen des Herrn Si m o n zu erldaren. H e r r G e h ) e n , der das gleichhlls nicht gcwufst zu haben
fcheint, mag alfo immerhin zugeben , &fs die vom
Herrn F o u r c r o y unterluchte Erde wahre halt
liCche T h o n e r d e gewelen fey, und uns mit d e r
Superioritit verfchonen, die er t c h llber diefen
Cllerniker in fo fern anmafsen zu diirfen ddnkt, als
e r feine eignen Unterfucliungan flber eine der am
leichtelten zu erkennenden Subftanzen irn ganzen
Mineralreiche, f a r verclienltvaller hiilt.
Eine Bernerkung Hcrrn W e r n e r 's' Ialst mi&
glauben, dafs es i n t e r e h n t [eye dfirfte, Alaun
durch Kalkerde zu zerletzen und das Protlukt diefer Zerletzung mit viclem Wafler zu walcllen, um
as in den Zultand der hallil'chen 'Thonertle ohn.
Selenitkryftdle zu bringen. Diefer geichickte Be-
*)
D i c k beriihmtt Itlhcrrloge nimmt zwci Arten
fchwcfelfauarn Kalkt a n , die jedocb dielelben 8..
lkndtbrilr in glucher Meagr habep
chc n,
obachter d e r Natur rermuthet, dafs die Kunft gtofsen Antheil an der Bildung diefer Suhftanz habe,
weil man lie nur an d e r Oberfllche, und nicht weit
*on dem ehemahligen grolsen Laboratorio des Waiienhaufes zu Halle fimlet. Es wYre iUi)glich, dais
man zu einer Zeit, als man nooh glaubte, die Materie, aus c l e r k a n die Cornpofita Z O ~ , babe auf
b e eben fo grolsen Einflufs, als die Behandtheile
ielbft, irgend ein neues Wunderfalz durch Zerfet;ung des Alauns habe bilden wolleo. Und zwar
ift Herr W e r n e r geneigt, zu glauben, es fey dcr
ehemahls fo berilhtiite tnrtarus vitriolatus, d e n
man auf dieleni Wege zu bereiten gefucht habe.
c
493
3,
IV.
ElNl G E B E M E RKUN,GEN
& b e r c i n e won H e r r n
Klaproth gebiulrerts
Ycrmuthung,
von
Hrrrn C H H N E V I X ,
Mitglied der kGnigI. londner und irifcben Sot.,
ti.
f. w.
Eine Vermuthung, welche ich In cincm det
neucften Auflztte cko Htrtn K l a p r o t h finde, *)
veranlalst mich zu einjgea Beinerk~ingen, welche
ich hier mittheile. Dieler gefchickte Chernilier redet von der Flulsfiiure , \Relche Herr It1 o r e c c h i'n l in foffilen Ziihhea eines Klephanten entdeckt
~ ORom gefilnden hat.
hat, die Hen' M O ~ O Zbci
te, und iiufsett dabei Folgendes . ,,Diele Entdeckung
jft vcn tvichtlglteit.
Denn da die Flufslpathfaure
zu den noch dnzeflegten Siuren gehrirt, deren
Grundmifchung dahef n o d l uobekannt ift, fo
kijiinte dielc Erfahruap; t u der Annahrne bereclitigen, dals hief die Natdr elne Urnwandlung rler
Phosphorfilure in FlufsfpathfAure veranltaltet habe,
und d d s dierein nach die Ictztere a15 eine mod$
cirte Phosphorfiure zu bettachten fepn mbchte. "
Und etwas weiterhin, nachdern cr bemerkt hat,
dats die Entdeckung des Herrn N o r e c c h i n i fich
durch feine Verfuche vdhg bdtftigt finde : ,,Da
n u n , nach M d s g a b e unlrer jetzigen Kenntnille,
kein Grund vorhanden ilt, die Flufsfpathltiure als
*)
Allgemcirirs Journal der Chcmic , hcrausgegeben
TOD
G s h l r n , B. 3, S. 615.
eia en u r rp t ifn gli ch en Be Tta nd th ei 1 th i er i fch er K ijrp e r antuoehrnen, fw beJcrAt jenc Erfahiung d]er.
dings die vorerwihnte Verrnuthuog , daQ wsbrcnd
des unbeftjnimbaren Zeitraums von Jahrtaufenden,
feit welchen das Thier begraben gelegen, eine UmPnderung eines Theils der Phosphorlaure vorgegaogen feyn mafie. "
W a s dcn torliegenden Fa11 betrifft, fo haben
u n s die lehrreichen Veduche H a t c h e t t ' s ilbec
<lie Gehsule der Scbalthiere und ilber dle Knochen,
(Phlfql: Transact., 1799 und 1 8 0 0 , ) belehrt, dafs
die Ziline aus zwei Theilen von verichiedener Nat u r beftehn ; nimlich aus einem knocliigen T h e i l e
and aus dein Email. D e r knochjge T h e i l beltehr,
gleich den Knochen, im Allgemeinen aus phosphor$aurtr und kohlenfaurer Kalkerde, welche durch
eine Art von.Knorpe1 mit einander verbunden find;
das Email dagegen e n t h d t tlols phosphoriaure I(a1lc.
erde, tlurch. Gallert an ejnandcr gekittet. Nun
wird, nach B e r g m a n n, phospliorfaure Kalkerde
d u r c h FIULST~U~C
nicht zerletzt , kohlenfawe Kalke r J e dagcgen eugenblicklich, indem fie ihre BaGI
diefermachtigern S u r e ib tritt : U R es
~ bedark' ebenfalls keiner Jahrtaufende, um den Rnorpel unit den
Gallerr atts den Ueberrelten thierifcher Pvlaterien
verrchwinden zu machen.
.
)
Hgtten vergleichende VerTuche gber frilche Zshn e clellelben T h i e r s , oiler wenigrtens ilber Zihne,
die noch i n ihrein natiirlichen Zuftande wareo, dargethan, tlals eine Verrniuderung des Anthejls an
t
495
1
phosphortnrer Kalkerde irn fofflen Zahnc Qtatt gahabt habe, fo w3re es allerdings erlaubt und fehr
natarlicb, an eine Urnwandlung det Phosphorftiute
zu denken, Ehe rnan zber aine folche Anoahniy
auch nur 31s Hypothefe von entfernter Wahrfcheinlichkeit, zulaffen kann, iiiilhte es ausgeinacht fey%
dafs weder die kohlenfanre Kalkerde, noch der
Knorpel, noch der GaUert feine Stelle der flufsfauern Kalkerde nberlaffen habe, weil man fonfr id
Gefahr feyn dirrfte , mahrfcheiriliclierc Erlcl8ru ngen
zu finden, wenn man fie mehr i n der Nahe fuchte;
Und w e n n ondlich die Urnftiinde jener Vermuthung
auch noch lo ganftig wiiren, To machte man irnrntr;
hin behaupfen, fie babe ciiiigc Grilnde fiir fich ; C J
fehlt aber auch dann noch fehr vie1 daran, clak fie
nothwcndig fey.
Vorniahls follte Brauriftein ein modificirtes Eifen
feyn ; 1<obdd und Nickel gab man for hlodificationen eines vom andern ails; ebeh fo die Metnlllialke
filr Modificationen eines voln andern; und fo mocIificirte man alles, wovon m a n Gch fcheute zu geftehen, dafs rnan es nicht kenne.
Es fcheint mir im Allgeineinen gerathner zu
feyn, z u geftehen, dafs die Zeit auf eine u n s unbekannte Art wirke, als Umwandluogen anzunehmen, yon denen wir niclit etwas Analosei i n ultfern Beobachtungen finden. Nehrnen wir grofse
Zeitl-iiume der Formation a n , Fo lifst lich n i c h t in
Abretle feyn, dafs der Gang cler Natur keine Untrrbrechungen leide. Er I l t z u langfan~,als dafs
uns im Fortfchieiten Gchtbar wifrde; tind nehd
m e n wir hin und wiedef Spuren dellelben wahr,
fo dienerl Ge nur , US 2u iiberzeugen dafs Ge zu
fehr ins Grofse gehn, als dals wir ihnefi folgen
tr
kbnnten. D e r ungeheurc verfteinerte Baumftamm,
den mad i i u kurfiirltliche~iKabinettc 2u Di'esden
findet, und \YO ,ein Wunder frn Minetalreiche eiii
Wunder -im, Pflanzenreiche verewigt zu haben
jcheint,
dleler verfteinerte Stalnm hat die Phyfi.
ker nicht veranlafst, zu glauben, das Holz ley i n ilim
in Stein umgewandelt worden. Und doch l:nt (lie
Zeit in diefem Karper jecle Spur feines url'priinglichen Zuftandes, bis auf die vegetabilifche Structut
vernich te t .
Die M e q e deflen, was die lfiatui- uns verborgen h d t , und clelfen, wort1ber fie uns Auffchluls
gegeben h a t , kist lich nicht vergleichen, cia eine
folche Vergleichung das d s bekannt voraus fetzen
wilrde + was es nicht ilt. Wie fehr mufs aber nicht
fchon der Uebxblifk ubet das w a s wir zu wiflen
glaubcn, und iiber das, wovon wir wiffen; dals es
bns unbekannt ift, die Scliaam vermindern, zu bekennen, tlafs tie unterrichteter ley als wirr Es ift
fchon ein groiser Schritt 4 feine Schwache einfehen,
uncl'nie vcrtlient der Phy Gker mehr Xilitung und
tnehr Zutrauen, nie darf er mit mehrerm Rechte
auf feiii \%Ken ltolz feyn, als wenil e r bei Gegenftiinden, d ~ eiiber feine Keniitiiils hinaus gehn, lagh
jcb weirs es nicht, (j'igiiorc.)
-
'
,
_
I
Vrr.
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