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Bemerkungen ber das neue Mikrometer des Hrn. Petruschewsky

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125
einige Zeit hiodurch in der Lunge zliriickgehalten hatte,
kraftig durch denselben aus, so springt der Zeiger augenbliclilicli auf 32". Taucht man den Cylinder in Aether,
(der, wie die umgebende Luft eine Temperatur von ungefahr 1 8 O hat) und hebt ihn wieder heraus, so sinkt das
Thermometer ziemlich schnell auf etwa 7 " ) durch einige
Wiederholungeu dieses Verfahrens treibt mau es unter
Null. Blast man gleichzeitig aus einem Blasbalge Luft durch
den Cylinder, so geht der Zeiger schuell unter -10".
Auch die Versuche tiber die latente Schmelzungswarme
lassen sich mit diesein Thermometer bequem anstellen, wahrend es nach allen Einwirkungen, welche die Spirale nur
mittelbar durch den Silbercylinder treffen (z. B. die der
strahlenden Warme) nur trage seine Angaben ausfiihrt.
Erlangen im August 1860.
V. Bemerkungen iiber das neue Mikrometer d u s
Hrn. P e t r u s c h e w s k y ; con E. K n o r r .
l m achten Hefte
des Jahrgangs 1859 dieser Annalen hat
Hr. P e t r u s c h e w s k y die Idee und Theorie eines neuen
Mikrometers mitgetheilt, von welchem es Hrn. P e t r u s c h e w s k y scheiut, dafs es alle bis jetzt bekannten Instrumente dieser Art an Genauigkeit und Empfindlichkeit iibertreffen werde. Da genaue Mekapparate, welches auch immer ihr specieller Zweck seyn mag, zu den wichtigsten
Hiilfsmitteln des Physikers bei seinen Forschungen geMren, so bedarf es wohl keiner weitern speciellen Rechtfertigung, wenn wir durch gegenwartige Zeilen die Aufmerksamkeit nochmals auf Hm. P e t r u s c h e w k y ' s Aufsatz zu
lenken suchen, um danuthun :
1) dafs die von Hrn. P e t r u s c h e w s k y gegebene Theorie des neuen Instrumens, namentlich der fiir das Ver-
126
gruCserutigsverbeI tuits gcfutidene Ausdruck, uicht ricittig sey, weil Hr. P e t r u s c h e w s k y eine Forrnel in
Anwendung briugt, welche im vorliegenden Fall nicht
auwendbar ist,
2 ) d a b das Instrument iu practischer Hiusicht uicht zu
den Erwartiingeu zu berechtigen scheiut, nian werde
daiiiit sehr genaue Messungeri kleiiier Dimensioneu
ausfiibren kihnen, naineiitlich genauere als sie aiidere
Apparate zu gewahreii rermtigen.
Ziir Rechtfertigung der Behauptung unter 1) mufs ich
ziinschst bemerkeii, dafs Hr. P e t r u s c ti e w s k y die Uestimiituiig des VergrBfseruiigsverhlilttiisses auf die Formel
g=-
r'
2R
gt undct , welche sich auf die N e w t o u 'schen Farbenriugc
bezieht, uud in welcber g die 1)icke dcr Luftschiclit, ( w o
c l i x i n Kcde steheude Kihper dre Glnsplattc beriihrt, P.. .y,)
r die Eritfernung dicses Puiikles von tler Beriihrurigslinic
beider Platten, R den Kriiuiiuungsrntlius tles couve~eiiGlases bezcichuet. Aus dieser Formel folgert Hr. P e t r u s c h e w s k y zi~~iiclist.( A . a. 0.S . 635.)
uiid
dr= V 2 R(g+Llg)
danu S. 636:
- Vm
woraus dann weiter , nacb eiuigeu Reductionen, gefolgert
wird
eiri Ausdruck, der sich auch ohne Weiteres durcti einfaclies Difforenziren aus der Grundgleichuiig ergiebt.
Um cliese Bestiininung des VergrBfseruugsverhlltnisses
eiuer Kritik zu unterwerfeu, lnussen wir auf die Herleitung
der Funuel
9
ra
= 'S
127
ulld der daraus folgeuden fur Ar zuriichgclwri. Es sey
deshalb (Fig. 4, Taf. VII des vorigcii l h c l e s d. Antl.) kakdie ebene Glasplatte, welche das cyli~~drischeGlas vain
Halbmesser R in a beruhrt, 1C sey ein Durchmesser des
letztern und patallel mit k ' a k , feruer seg b h senkrccllt
auf ak, SO ist b e = g die Dicke der Luftschicbt iin Puiikte B.
Es werde nun ferner a C durch R, a 6 durch r uutf e h
durch x bezeichiiet, so hat man:
xz=R1-rQ
\il-
undg=R-vR'--r'=R(l-
--)
11
H'
und weil fur den Fall, dafs r gegen R sehr kleili ist, ulnu
v? - -
den genahertcn Werth I f
so kommt naherungsweise
fur
11
selzeu kanrt,
ra
9 = 27'
Man sieht hieraus, dais g stets die Grsfse einer geradeii
Linie darstellt, welche auf der Tangente senkrecht stcbt,
und zwischen dieser und dern Kreise enihalten ist. Denlit
man sich nun die Linie e b wachsend bis b', dergestalt, dafs
sic die Glasplatte ak hebt, so wird der Ilerulrrungspuiikt cc
nach a' zuriickweichen, und die Entfernung a B = r wird
in die a'b'=r+dr iibergehen, bezeichuet man nun deli
entsprecheuden Werth von g mit g t d g , so hat man
g+dy=-
(r
+2Rd r)' '
Dieses g + A g ist aber hier nicht die gewachsene Linie eb',
sondern die auf a'b' in b' seukrechte Linie b'e' und .dg ist
hier iiicht der Zuwachs bb', sondern gleich der Differenz
b'e'- b e , deren Messung hier, w o es sich um bb' handelt,
gar nicht verlangt wird. Wollte nian die Differenz b e ' - b e
= dg der Linie b'b gleicti anuehmen, so folgte dafs b'e
--be' seyn miifste, was dem bekaunten geometrischen Satze
widerstreitet, dafe VOII einem Puukte aufserhalb des Kreises nach dem Kreis nicht zwei glcich laiige gerade Linien
gezogen werden k8nnen, die auf ein und derselbeii Seite
-
128
eines durch den Punkt gehenden verllngerten Halbmessers
des Kreises Iagen. Nur fur den Fall, d a b die wachsende
Linie b e rnit u'uk fest verbunden und stets senkrecht auf
dieselbe bliebe, wiirde in der obigen Gleichung dg wirklich die Zunahme von b e bezeichnen; diefs ist nun allerdings denkbar , lafst sich aber practisch nicht in Anwendung bringen, weil in diesem Fall der Kllrper, dessen Ausdehnung z. B. bestilnmt werden sollte, mit der beweglicheu
Glasplatte fest verbunden werden milfste, um deren Bewegung zu folgen. An ein Aufkitten wird hierbei wohl Niewand denken wollen, deiin wieviel wtirde 2. B. bei einer
Erwarmung dem Kitt, und wieviel dem Kgrper zuzuschreiben seyn? Unter der Annahme also, welche bier allein
zulassig erscheint, dafs e b in eb' tibergeht, wird bb'=dg
nicht aus obiger Formel bestimmt werden durfen, wenn
man nicht gegen den oben erwlhnten geolnetrischen Satz
verstofsen will, oder einen solchen Verstofs nicht im Voraus gerechtfertigt hat. Es 1afst sich nun aber fur den vorAt
liegenden Fall die Vergrllfserung W= h6chst einfach
dg
und leicht auf directem Wege bestimmen, denn hat man die
Linie
(Cb') =(CU') +(a' b')z =(Ch) +(h b +b 6')
das heifst:
R2
=rz +(R+dg)*
mithin
2rdr+drz=2Rdg+dg2
. . , (1.1
Setzt man in diese streng richtige Gleichung deu von Hm.
dr
P e t r u e c h e w s k y fiir angenommenen Werth;,
so erdg
giebt sich die Bedingung R = r , was sich mit der beabsichtigten Wirkung des Instruments nicht rertrlgt.
Die Gleichung (I) giebt nun
( 2 r + ~ r ) L= 2 ~ + ~ g
folglich
dK
&Ag
R
- r++dt
I
dg
+ "r++At
...
(11.)
129
Setzt man nun hier zunlcbst ribherungsweise
dr -R
_
dg - r+:Ar'
( r+4 d r ) d r
so ist d g =-R
tlud substituirt mau diesen Wertb dg in die Gleicbulig 11,
so kommt:
wo nun
Ar
-,
nL7
oder die Vergrbfserung, nur durch Grbfsen
ausgedruckt ist, die bekannt, respective gemessen, sind. Bei
einer wirklicheu Ausfiihrung uiid Anwendung des Instruinents wird das Glied
dr
;x
wohl stets
vernachlassigt wer-
den diirfen, uud man wiirde sich begnugen kbnnen zu
setzen
W a r e hier r = 10 Millimeter, wie Hr. P e t r u s c h e w s k y
beispielsweise annimmt, uud beobachtete mail die Verschiebung der farbigen Franzeu d r = l Millim., so wiirde die
von Hrne P e t r u s c h e w s k p bestirnmte Vergrbfserung
H
der Gleichung (111) gemafs fast urn ,,; ihres ganzen Werths
zu verinindern seyn. Bei R =10 Meter, r = d r = 10MilIiin.
folgt dg = 0,015 Millim., nacb P e t r u s c h e w s k p aber
dg = 0,Ol Millim., also urn 4 des ganzeri Werthes zu klein.
W a s nun den zweiten Punkt anbetrifft, dafs das Iostrument in practischer Hinsicbt nicht zu der Erwartuug zu
berechtigen scbeint, man werde damit sebr genaue Messungen kleiner Diinensionen ausfiihren kbnnen, so ist zunachst
zu bemerken, dah bei dem Gebraucb, R als bekaiiut vorausgesetzt, es auf mbglichst genaue Pestilnmung von r und
d r ankommt. Die vorhergehenden Betrachtuugen uiid dic
Bestimmung der Vergri3fseruog erfordern uun zunicbst, dafs
die Linie e 6 , deren spateres Wachsthuin bestimint werden
soll, anfinglich senkrecht gegen die Platte sey; ist diefs
PuggcodorfFs Aoaal. Bd. CXI.
9
130
nicht wenigstens nnhezu der Fall, und es wird in vieleii
Fallen gewifs sehr schwer seyn sich davon ZLI versichern,
so kann man nicht sagen in wie weit die obigen Bestimmungen noch richtig sind, und eine scheinbar uubedeutende
Abweichring kaiin bier, wo es sich um die lnaglichst genaue
Bestimmung tiufserst kleiner G r a t e n handelt, schon von
nicht zu veriiachlassigendem Einfluk werden. Wird iiun
gar nach der ersten Bestimmung voii r der Kbrper wieder
aus dem Iiistruinent genoinmen, erwarint und wieder in das
Instrument zur Bestirnlnuog von d r gebracht, so kann es
geschehen, daL derselbe nicht gehihig geiiau wieder in die
fruhere Lage kommt, und dadurch eine Verschiebung der
Franzen im positiven oder negativen Sinne eintritt, welchc
einen uicht zu vernachllssigenden Fehler in d r bewirkt.
Ferncr erscheiut die Beruhrungsstelle zwischen der ebeneti
Ylatte und der cylindrischen Flache nicht als ein aufserst
feiiier dunkler Streifen, sondcrn derselbe hat eine sebr beinerkbare Breite, die uin so grfifser ist, j e gralser der Halbmesser R genommen wurde, auch habe ich nie bemerkt,
dafs dieser Streifen scharf begranztc Rander hatte, sonderii
derselbe schien mir immer urn so unsicherer in seiner Begranzung, je langsamer die Dicke der Luftschicht zmischen
den beiden Platten zunahm, d. h. je gr6fser der Halbmesser R war. Es mangelt daher an eiuer sicheren Marke fiir
den Anfangspunkt von r ; aber auch mit dem Endpunkt
sieht es wenig besser aus, denn besonders wenn der Karper nicbt lufserst kleine Dimensionen hat, oder sich in einer
sehr feinen Spitze endigt, wird man iiber seinen Berahrungspunkt mit der Glasplatte, d. h. dem Endpunkt von r, selten
ganz sicher sepn. W a s nun die Bestimmung von d r betrifft, so sol1 diese durch Messung der Verscbiebung der
farbigen oder bei homogenem Licht dunklen Streifen geleistet werden, und hierin besteht die hauptsacblichste Eigenheit des Instruments. In Bezug hierauf sagt nun Hr. P e t r u s c h e w s k y selbst, (S. 637) "Zur gri)lseren Genauigkeit
rnlilste man nur die Streifen beobachten, welche weiter entfrrnt siid von der Rerlihrunpdinie bcider Platten, meil diesc?
131
Streifen dIiuner und greller hezeichnet siiid,,. Hr. P e t r u s c h w e s k y erkennt also selbst a n , dafs diese Streifen bei
der Messung von ilr eine scharfe Einstellungsrnarke nicht
gewahren, und schon dadurch die Messung unsicher wird.
Es scheiut uns aber als gabe es noch einen zweiten Umstand, der hier in Betracht kommen rnufs. Die Messungen,
sowohl von r als d r , sollen mit H ~ l f eeines Mikroskops
vorgenommen werdeii, welches init Maakstab uiid Mikrometerbewegung versehen ist. Es sey nun die optische Axe
des Mikroskops senkrecht auf die ebene Platte vor ihrer
Verscliiebung , so lakt sich hier nicht die Einrichtung treffen, dafs das Mikroskop stets der Bewegung der Platte folge
und init seiner Axe seukrecht auf dieselbe bleibe, man wird
also stets nun die Griifse der Projection von d r auf die
Richtung der Bewegung des Mikroskops messen. Der hierdurch eiitstehende Fehler ist in dem vorliegeuden Fallc nun
wohl jeder Zeit so gering, dafs man ihn aufser Acht lassen
hann, es entspriiigt daraus aber noch ein anderer, von dern
wir nicht dasselbe sagen miichten. W e n n nach eingetretener
Verschiebung der Platte inen das Mikroskop verschiebt urn
J r zu messen, so wird, wenn die Axe desselbeu iiber deli
Puuht der Platte gelaiigt ist, welclier deui aiif8nglich fixirtai
Streifen entspricht, nicht dicser Streifen in der Axe ersclieiiien, da seine Bescbaffeiiheit von der auf dcr Platte in diesem
Punkt senkrechten Liuie zwischcu der Platte und dem Cylinderglase abhingt, und das Bild dieses Streifelis wird etwah
seitwarts liegen; stellt man nuu das RliLroskop eiu, bis mait
scheinbar wieder deiiselben Streifen fixirt hat, so begcht
man unfehlbar einen Fehler in der Bestimmung von J r ,
der verschieden seyn wird, je nach der Lage der Platte,
der Entfernung des Mikroskops von derselben uiid der Vergriifserung. W i e grofs nun der Einflufs dcr erwshnten Fehlerquellen iiberhaupt auf die rclative Genauigkeit des Werths
von dg seyn werde, diek 18fst sich im Voraus, ohne d a b
man das Iastrument selbst vor sich hat , nicht iibersehen,
auch will es uns nicht scheinen, dafs das Instrument selbst,
SO wic dessen Einrichtung un6' vorschrvebt, die Mittel au
9*
132
die Hand bieteii wird, die iiufserste Granze dieser Fehlerquellen zu bestimmen, und man wird daher seine Zuflucht
dazu nebmen miissen, die Resultate, welche mit dem in Redc
stehenden Instrument erhaltq wurden, mit andern zu vergleichen, melche inaii fur inbglichst gleiche Bediiigungeii
durch andere Iiistrrirnente erlaogt hat. Betrachten wir iiun
noch den Einflufs, welchen eiii Fehler in der Bestiniinuiig
von r und d r auf deu Werth voii d g aiistibt. Zu den1
Ende nehinen mir an, dafs r mit dem Fehler a und d r init
dem Fehler q behaftet spy, die entsprecheuden Fehler iii
dg mbgen mit y und y' bezeichuet werden.
Aus der Gleichung
folgt
y
und
L
A#
Ebenso ergiebt sich
y'
= r- - Hd r
--r + i dcr
- ( r + Rd r ) ?
~
und
inithio die Summe der relativen Fehler
Demnach geh6rt es schon zu den gtinsiigen Flllen, wenn
sich der ganze relative Fehler auf die GrbCse
W a r e nun aber f!C
2 reducirt.
das Vergrbrse~gsverhBltniteines ge-
wbhnlichen FUhlhebelapparatee, und 7 der Fehler, welcher
luit diesem Apparat bci der Beetimmung von dr gemacbt
wurde, so ist 2 der normale Ausdruck fur den relativen
dr
Fehler i n dg. Demnach kann man nicht sagen, dafs aus
133
theoretischem Gesichtspunkt das neue mkrometer des Hrn.
P e t r u s c h e w s k p , welches im Grunde doch auch nichts
anderes ist als ein Fiihlbebel mit veranderlicher Axe, uud
in Folge dessen n i t vertinderlchem Hehelarm, vor den gew6hnlichen Fuhlhebeln den Vonug verdiene, weun ein
solcher so construirt ist, dafs man diesclbe Vergrafseruog
wie in dem Apparate des Hrn. P e t r u s c h e w s k y erlangt.
W a s nun letztere Instrumente mit Fuhlhebeln betrifft,
zu denen auch der Apparat gebilrt, mittelst dessen L a p l a c e
und L a v o i s i e r die Ausdebiiring verschiedener Metalle bestimmten, so macbte es schwer seyn daruber zu entscheiden,
o b auch in deinjenigen Falle, dafs unsere oben ausgesprocheuen Zweifel gegen die Zuverlassigkeit dcs von Hrn. P e
t r u s c b e w s ky angegebenen Apparates v6llig unbegrundet
waren, dieser letztere wirklich durch u seine Genauigkeit
und Empfindlichkeit U, wie es Hr. P e t r u s c h e w s k y scheint,
Malle bis jctzt bekaiinten Instrumelite dieser Art ubertreffeu
maTs.- Es kann wohl solche Iiistrumente geben, die als
bekannt aiigesehen werden massen, uud deren Beschreibung
nicht gerade in Jedermanus IIande gekommen ist. So ist
inir z. B. nie eine Beschreibung des S teinheil’scben Sph%rometers init Ffihlhebel zu Gesicht gekuliimeu, obgleich diirch
die Giite des Hro. S t e i n h e i l das pbysikalische Kabinet
der Universitat Kasan schon im Jahre 1841 in Besitz eines
solcheii Instruments gelangte, und ich dasselbe Ufter ge
braucht habe. Es tiat mir immer geschieneii, dak mit einem
gut construirten Instrumente dieser Art es wenig Geschicklichkeit erfordert, Messuogen vonunelimen , die bis auf
0,001 Millim. uiitereinander Ubereinstimmen. Ein anderes
Iustruinent tihulicher Art, von dem mir ebeufalls keine Beschreibung zu Gesicht gekommen ist, sahe icb vor 29 Jahren
bei einem Berliner Mechaniker, desseu Namen ich mich
nicht erinnere, und der es Leptometer nannte. Dasselbe
war zur Messung der Dicke von Goldplettcben bestimmt,
wie sie die Vergolder brauchen, und schien seinem Zweck
sehr zu entsprechen. Ein vertical steheiider Fahlhebel, dessen rinterer hurzerer Tlieil eine geringe Ueherschwere tiber
i 34
den Iangeren Zeiger hatte, und eiiien bleinen Kreisbogen
bildetc, streifte mit diesein auf eine . polirte Glasplatte.
W u r d e auf letztere eiu Goldblattchen g e l g t , so gab der
Fiihlhebel eineii starken Ausschlag. Zur genaueren Ablesung und Schatzuug der kleineren Theile der Scale bewegte sich om einen iiher der Axe des Fiihlhebels befindlichen besoiideren Zapfeu eiiie kleine Alhidade, die ein klci,
nes Vergr6Tserungsglas trug. Dieser Apparat gab mir Veraiilassuiig, dafs ich mir, als ich noch nicht im Besitz eines
Spharoineters war, einst folgendeu Apparat zeitweilig hersteIlte. Aus eiuer E r t e l’schen KreistheiIinaschioe entlehte
ich eiiien Fiihlhebel, und l i e t an dessen messiugener Gruudplatte eine kleine geschliffene Glasplatte so anbringen, dofs
der Fiihlhebel durch eiue scharfe Feder leicht gegeii dieselbe gedriickt wurde. Ferner eutfernte ich aus eiuem G a m b e y ’ d e n Instrument zur Beobachlung der taglichen Variatioii der blagnetnadel von bekannter Coiistructioii, wie
selbige vor Einfiihroug der Spiegelapparate gebraucblich
war, die Nadel und das sie umgebende Kastchen, und liefs
auf die Blarinorplatte den Fiihlhebel mit weichem Wachskitt
SO aufkitteu, dafs Theilung und Iudex des Fiihlhebels durch
das Mikroskop beobachtet werden konnten, und d a b die
durch den R’ullpunkt und die Axe des Fliblhebels gehepde
Liiiie moglichst nahe senkrecht auf die Richtung der Verschiebung des Mikroskops war. Ich biii nun der Ansicht,
man k h n e dieses Instrument so abaaderu, daL man die
geschliffene Platte, gegen welche der Fiihlhebel iu der Ruhe
angedruckt wird, durch eine feine Mikrometerschraube mit
den n6thigen Theilungen , uach Art der Tischmikroineter
der Mikroskope, verstellbar macht; vcrsieht wan nuu das
Mikroskop mit einem Ocuhrinikrometer, SO wird man auch
noch sehr geringe Veranderungen in der Lage des Fiihlhebels messen kgnnen, besonders wenn derselbe mit eiuer
sehr feinen z. B. auf Glas gravirten Indexliuie versehen ist.
Ein solches Instrument wird jedenfab nicht complicirter uud
ist fiir einen KUnstler leichter herzustellen als ein Mikrometer nach der Idee des Hru. P e t r u s c h e w s k y , wenn
I35
Ietzteres eioigerinafsen geiitigen SOU, und hat vor letzterer
den Vortheil eiuer in6glichen ausgedehutern Aiiwenduug, indmn es iiicht nur die Messung der Veranderung eiuer gemissen kleinen Dimension, sondern auch die Bestimmuug
dieser Dimension selbst gewzhrt, und wie mau leicht sieht,
sogar mit mehrfrrcher Coutrole. Bei guter Ausfuhrung und
passenden Verhaltnissen der Theile wiirde eiu solcher Fiihlhebelapparat dem Mikroineter des Hrn. P e t r u s c h e w s k y
gewifs nicht nachstehen, und letzteres auch iin Yrcise nicht
iibertreffeii , denn ein auch nur eiiiigerniaCsen vollkoininen
ausgefiihrtes Instrument letzterer Art lnuL iinmer eiii sehr
theurer Apparat seyn. Bei der Constructiou solcher feiner
RIefsapparate kolnint es selbstverstandlich auch mit auf den
besonderen Zweck an, fur welcheu der Appnrat in Anweiidung kommen soll. So kann man z. B. die Einricbtung
treffen, daL das mit Ocular-Mikrometer versehene Mikroshop uubeweglich steht, oder auch, wie bei dem obeu erwahnteu Leptometer, es an einer Alhidade befestigeu, die
sich uni eine Axe dreht, welche senkrecbt iiber der Axe
des FiiLlhebels liegt, und dabei die Eiiirichtung treffcn, dafs
diese Alhidade wie bei den Wiiikelmersinstrumenten au eiiieui
kleinen Kreisbogen gekleniiiit und mit Hiilfe einer Schraube
fein verschoben werden kann. I-landelt es sich iiuii daruiii
die Dicke sehr dunner Pllttcheii iiiit grol'ser Geiiauigkeit
zu messeu, so kann jedes gute Mikroskop, das eine m8gliclist feste Bauart hat, und mit eineiu Ocular-Mikrorneter
verseheii ist, zur Einrichtuug eiues Mikrouieters benutzt werden. Zu diesein Ende wurde man anf der ohern Platte
eiiies Schlittentischchens, welches mit einer Mikrometerschraube versehen ist, einen kleineii Fuhlhebel anbringen,
SO dafs die auf ein halbdurchsichtiges Plattchen eingerissene
Iudexlioie desselben iiber der LichtBffuung des Schlitteiitischchens befiudlich ware uiid leicht iu das Gesichtsfeld gebracht iverden k h n t e , uud dals der Fuhlhebel seukrecht
arif der Schraube sej. Vergdserte hier der Fiihlhebel nur
fiiiif Mal, das Mikroskop dagegeu 200 Mal, so wiirde mail
ebcnfalls eiiie 100 malige Vergr8teruu.g der Dicke des zu
136
messenden Plattcbens - haben. Aus dem Vorbergeheuden
leuchtet ein, wie man auch eine Linear -Theil- Maschine mittelst Fiihlhebel und Mikroskop zu einem Mikroineter einrichten kann. Dafs es aber bei allen solchen Apparaten
iiicht nur vou der milglicbst sorgfaltigen Ausfiihruug von
Seiteu des Kiiostlers, sondern auch von dcr Geschicklichkeit
des Beobachters abhangt, was mit ihnen practisch wirklich
geleistet werden kann, braucht kaum erwiihut zu werdcn.
VI. Cebrr schrinhure EIrktricitiitsPntwickrlung
h r c h chernischr Processe; ron F. C . H e n r i c i .
I.
Kiirzlich bat Hr. W i i I l n e r (Ann. CIX,94) einige von
ihm ausgefiibrte galvanische Versuche beschrieben und aus
deren Ergebnissen den Schlufs gezogeii , dafs die beobachteten galvanischen Str6me nur die Folge der in dem gcschlosscnen Bogen erzeugten chemischen Processe seyu
ki)outen. Da ich mit Versuchea dieser Art mich ausnehuieud vie1 beschtiftigt babe, aber niemals zu einem solchen
Schlufs gekommen bin, so war eine Wiedcrholung der fraglichen Versuche von Interesse fur mich.
Im voraus erlaube icb mir zu bemerkeu, dafs ich mit
Hrn. W t i l l n e r gauz einverstanden bin, dafs zu jeder Erregung von Elektricitat eine Stilrung des luolecularcn Gleichgewicbts der Kiirper unbediugt erforderlich sey. Aber im
Sione der Contacthypothese wird man annebmen, dafs eine
solcbe Gleicbgewichbstilrung nicht eine Aufhebung dea chemischen Zusammenhangs bewirken dtirfe, sondern vielmehr
nur rnoleculare Verschiebungen, welche schwingende Atomenbewegungen zu eneugen, oder in vorhandenen Stdruiigeu zu bewirken vermogen, dereu Fortpflauzung in darge-
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