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Bemerkungen ber das zeitweise Steigen und Fallen der Ostsee und des Mittelmeers.

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626
XIIl.
Bemerkungen iiber das zeitweise Sleigen
und Fallen der Ostsee und des Mittelmeers;
von G. G. H G l l s t t o r n .
( Auc den Actir societafis scirntiurdna fennicae (T.I p. 400); e h e n
d. J. 1839 zu' Hrlriogfors gotitieten Cesellsch.dt, wekhe mir berritc
vor Isngerer Zrit die beideo ersten Hefie ihrer Schrifien zu iibersenden die Giite hatte. P . )
Ea
ist unter den am Strande der Ostsee i n d deren
Buchten Wohnenden eine allgemeine und alte Erfahrung,
dafs zwischen dem hin und wieder eintretenden, von der
Ebbe und Fluth des Weltmeers unabhangigen, Steigeu
und Falleii dieser Binnensee uud den gleichzeitigen W i t tcrungsveranderuugen ein Zusarnmenhang besteht. Schon
vor 9.3 Jahrcn hat der rerstorbene Lector C i s s l e r in
Herniisand in einem der K. scbwed. Academie der Wissenscbaften uberrcichten Arifsatz (gedruckt in dereii Hundlingar vom Jahr 1717 ( T.Y l l I p . 142)) nachgewiesen,
dais die Ostsee sinkt, wenn das Barometer steigt, und
so umgekebrt. Er hatte am Strande des genannten Orts
eine in geometrische Zolle und Linien getheilte Holzlatte
senkrecht iu's W-asser gesteckt, uod die daran abgelescncn Wasserhdhen wit den- Barometerstznden verglichen; da zeigte sich ihin dann ganz deutlich die erwlhnte
Erscheinung.
Seun und fiiufzig Jahre dnrauf oder i. J. 1806 iibergab der verstorberie Staatsrath und Ritter a f S c h u l t t i n
derselben Acadcmie et'nerc Yersuch zur Erkliircmg des
Steigens und Fallens der Oslsec (gcdruckt iu den Handlingur desselbcii Jahrcs, p. 77 ) ' ) , gegriindet auf einen
Vergleich der Veranderungeu der Barometerhdhe und der
Meeresflsche, w4clie Veraoderungen er herleitet von
8~
I ) S. G i l b e r t ' s Annal. Bd. XXXVl S. 314.
P.
627
der verhderlichen Schwcre der Masse unserer Atmosphare
oder Luft, welche durch ihren ungleichen Druck die eine
und die andere hebe und seoke.n Als Hauptgrund fur
diese Theorie nimmt er an, dafs gleichzeitig der Luftdruck an den vcrschiedenen Kusten der 0stse.e ungleich
seg, z. B. in Tornel gering, wenn er in Pommero stark,
wodurch denn an Ietzterer Kiiste das Wasser starker gedriickt wcrde, mithip sich senken und nach Tornel niefscn m u s e , und so umgekehrt. Durch Berechoung und
Vergleichung der aukersten Granzen der Barometerverlnderungen und der davon abhangigen Wasserhiihen findet er, dais der griikte Unterschied zwischeu hohem und
niedrigem Wasser solchergestalt auf 3,5 Furs steigen
kiinne. Dagegen halt er fur schwach und wcnig g l a d lich die Erklarung: 2ldafs die Winde durch ihren Stofs
das Wasser vor sich hertreiben, uud es an den ihnen
zumlrtsliegenden Kiisten um mebre Furs iiber dessen Niveau an der Leeseite heben kbnnen.
Bis heut scheint man durch diese Theorie vollkominen zufriedengestellt zu seyn. Es sind keine Einwiirfe
gegen sie erhoben, und wabrscheinlich wiirde sie sobald
noch nicht erilrtert worden seyn, wenn nicbt im verflossenen Jahre neue, den G i s s l er’schen ganz analoge Beobachtungen an der Kiiste des Mittelmeers angestellt warden waren. In AIgier niimlich hat der Prof. A i m d , wie
ehemals G i s s 1e r bei uns, gleichzeitig die Barometerstande
uud die Hohen des Meeres beobachtet, und dadurch
ist er denn, nachdem er sich von der Uninerklichkeit der
oceanischen Fluth und Ebbe im Mittelmeer iiberzeugt, zu
dem, von G i s s l e r und a f S c h u l t i n langst gemachten
Schlufs gekommen, dais das Meer steigt, wenn das Barometer fallt, und so umgekehrt. AimB’s Beobachtungen fiadcn sich in1 Auszug in den Ann. de p h y ~ef de
chirnie (IRJO), T.L X X I l l p . 416. Da weder G i s s l e r noch a f S c h u l t i n ihre Beobachtungen im Detail
gegeben haben, und die von A i m d , so vicl ich weirs,
-10 *
$1
6-23
die einzigen in Zahleii milgetlieilten Bestirnmungen sin&
so habe ich geglaubt, dafs sie, sclion wegen der Gleichheit mit dem Verhaltcn bei uns, besonderc Aufnierksamkeit verdienten. Dnher habe ich sie vom Januar und
Februar 1839 graphisch construirt, und, mit Ausriahme
weniger Anomalien, gefundcn , dafs zwischen dein Barometerstand und dcr Wasserhiihc ein ganz deutlicher u n b
unbestreitbarer Zusamrnenhaug vorhanden ist ).
J e mehr ich die mit diesem Phanomen verkniipften
Umstande erwage, desto zweifelhafter stellt sich mir abcr
die angefiihrte Thcorie dar. So fragi es sich zunlichst, ob
sie denn die Ersclicinung in ihrer ganzen Ausdehnung
geniigend erklare. Nach dein Angefiihrten kann der Luftdruck die Wasserhiihe nicht uber 3,5 Fufs anderu, oder
nicht mehr als 1,75 Fufs uber oder linter die Mittelhahe
bringen; alleiti diese Griinzen diirften, nach den in Helsingfors gemachtcn Erfahrungen .zu artheilen, sehr oft in
bedeutendem Maafse uberschritten werdcn. Von noch
wescntlicherem EinlluTs ist der Umstand, dafs ihr Hauptstutzpunkt, nsmlich die ohne Bemeis angenominene-gleicbzeitige Verschiedenhcit des Barometerstands oder Lu'ftdrucks an den verschiedenen Theilen des Meeres in Wirklichkeit nicht so stattfindet, als vorausgesetzt ward. Vielmehr tritt gewilhnlich, wie ich unlYngst in dieser Gesellschaft danuthun gesucht hahe 2 ) , mit einer bier nicht
leicht merkbaren Modification, das Gegentheil davon
ein; fast gleichzeitig ist der Barometerstand einmal hoch
und ein ander Ma1 niedrig auf der ganzen Ostsee und
all deren Buchten, hoch an der Preufsischen Kiiste,
wenn er in Torue% hoch ist, und hoch am finnischen
und liflandischen Strande, wenigstens sechs . Stunden
nachdem er es an dcm schwedischen geworden ist. Daraus ergiebt sich unwiderleglich der Schlufs , dafs wenn
1 ) Im Original irt dieie Construction rnitgetbeilt.
2 ) Deren Acto,
T.r S . 1.
P.
GLO
die Hebungeu der Wasserflsche gleichzcilig eintreleu mit
den Verininderungen dcs Luftdrucks, diese letzteren iiicht
fiiglich die Ursachc der crstercn seyn kiJnnen.
Allein, worin sol1 iiian sie dann. suchen? Unzweifelhaft in einem Verhalten, das mit beiden Zusaminenhang hat. Nach den Forscliungen der letzteren Zeit
m6chte mail deshalb wieder zu der allen Vcrinuthung zuruckkoinmen, dafs die Wiadrichtuiig eiii Liebei nicht unwesentliclier Umstand sey, obwolil nucli dawidcr streitende Erschcinungen vorkoinmen. Man weirs, dafs der
Luftdruck im Allgemeiaen bei niirdliclien Wiuden g o fser ist als bci sudliclieu, und dnfs die crstercii Winde
das Wasser nach Siiden liin treibeii; daher sieht iiiaa
denn an dem niirdlichen Seestrande zuglcicli das Barometer hoch und das Wasser niedrig.
Das mufs z. B.
der Fall se@ in Tornci und wohrscheinlich in dcm ganzcn bottnischen Meerbusen.
Abcr an dcii preulsischcu
Kusten iniifste gcrade das Gcgeutheil stattlindcn, das W a s ser, bei hohein Barometerstaade, voin nirrdlichen W i a d e
zusammeiigehzuft, sich IiBher crwciscn. 1st dern wirklich
so? Gcgcu die augenointneue Tlieorie und dic darmf
gegrundete Verniuthun;: fiiidet inan es wirklich also.
. Der Navigationslehrcr 11 3 n n a s c h hat in P o g g c 11d o r f f ' s Anoalen, Bd. XXXVI (112) S . 209, d c Rcsiiltale von Beobacbtungen initgctheilt, die er ziir Bestiinmung dcs Steigens und Fnlleiis tlcr Ostsec In deu Jahren
1813 bis 1834 auf dcin Lciichlthurin bei Pillnu nnstelltc,
rind diese zeisen, dals dnsclbst dns Wasser bei n6rdlicllen Winden hiiher stelit als bei siidliclicii. Am nicclrigsteii war es bci OSO. iind SO., also bci Landwiiiden, dagegcn aiii hiiclistcti bci SW. Der Uutcrscliicd
zwischcn dicscn Aeufserstrn war aber, itn Miltel nus nllen Jahren, iiicht griilscr als €3; prciifs. Zoll. M'ic vitil
iotlds ditsc Jlittclzniil von den cinzcliieu Eutrcinai iibcrsclirittcn wild, ist nicht nngegeben.
huch bci dcn iii Alsicr angestcllten Bcobachtnngcii
630
kommen, weno man sie genauer betrachtet, solche partielleu Abweichungen vor, dafs sie einer besonderen Durchsicht verdienen. Hier magen nur die Beobachtungen vom
Januar und Februar 1839 betrachtet seyn. Der Barometer- und Wasserstand ist taglich ein Ma1 aofgezeichnet , wodurcli man denn die Veranderungen von einem
Tage zum nachstfolgenden erhslt. Theilt inan dann die
Beobachtungen in zwei Reihen, eine bci steigendem, die
andere bei sinkendem Barometerstand, und reducirt man,
zur leichteren Anschoulichkeit des Vergleichs, den Lultdruck von Quecksilber- auf Wasserhahcn, so entsteht
folgende Uebersicht :
Steigen der Barometers,
g e m u x o in
Quecksilberbtjh. WwserhGhcn.
Millimeter.
I
Flillimeter.
Rlillimrier.
VerfAtnifs der
unahme d. Luftdrucks
zum Sinkrn dec
Wassen.
~
I8,9O
2,15
1.33
4,05
4420
21.60
13,50
25,65
4 1,55
1,35
66.60
8,lO
17,55
7-422
35,IO
75.60
3.9
Entsprechendes
Sinken der
Meeredlirhr.
52:65
~
100
30
1 : 5,89
1 : 23,26
40
1 : 9,88
1 : 1.85
1 : 0,92
- 10
80
20
- 40
20
9U
0
13)
50
- SO
0
1m
SO
20
790
1
1
:
:
0,78
2,02
1 : 1,30
1 : 6,17
I
:
1 :
I
:
$70
1.06
0.38
I : 1,3Y
63 1
Sinken der Baromcterdhde,
gemc :a in
Quecksilberh6b Wasserh6ben
Millimeter.
Millimeter.
6,75
51,30
16,2O
2S,35
63,45
29,70
45,90
70,20
101,25
025
3,s
i,2
291
477
212
3,4
572
7,5
1,o
797
7,7
297
Summe
I
Entcprechender
Steigen der
MeeruflScheo.
Verbiltnils drr
Aborhrne der Luftdrncks zum Steigen
dh
Millimeter.
180
SO
- 20
50
30
SO
50
10
150
13,W
- 10
1U3,93
103,95
36,45
670,95
1SO
50
20
850
1
Wwers.
: 2,70
(3)
1 : 1,56
1
: 1,56
1 : 0,47
I : 2,70
1 : 1,09
1 : 0,ld
1 : 1,47
1 : l,i3
1 : 0,JS
1 : 0,35
1 : 1,27
Hier zeigen sich viele Anomalien. Theils kolomen
linter 30 F d l e n 5 vor, wo das Wasser stieg mit steigendem Rarometer , und theils sind die Veranderungen
der WasserhBhe lange nicht proportional den Barometervcranderungen. Ueberhaupt sind die ersteren 33 Procent grafser als sie im Verhsltnifs zu letzteren seyn sollten, .was, neben den angedeuteten Anomalien, zu erkennen zu geben scheint, dais, aufser den Veranderungen
des Luftdrucks, noch andere Ursacben zum Auftreten
des Phanolnens mitwirken. Wahrscheinlich ist auch in
dcr Ostsee das Verhalten ein solches.
Aus allem diesen scheint sich der Schlufs zu ergebeu, Jars man noch weit davon ist, das in Rede stchende Phiinomen vollsttindig zu kcnncn, und man folglich riicbt erwartcn darf, schon cine .sichere Theorie zu
dessen Erklarung nufstellen zu kbnnen. Das cinzigc
Quantitntivc, welches inan, iinch den zuvor Angefubrten,
von Pillau und Algier kennt, ist zu diesein Beliufe niqlrt
Iiinreichend: U i i i in dieser Hinsicht die Ostsee zu er-
632
forscheo, mukten an lnehren Ktistenpunkten derselben
gleichzeitige Eeobachtungen gemacht werden, namlich uber
1) die WasserhGhe, 2 ) den Barometerstand, 3 ) Riciitung und Stnrke des Windes, und 4) die tibrige Beschaffeuheit des Wetters. Diese Elcm'ente mufsten taglich,
z. B. Mittags 13 Uhr, aufgezcichnet w e r d h , zu einem
Anfang auf die Dauer eines Jabres, ppvhrcnd der Zeit,
wo die Kusten frei von Eis sind, besonders im Herbst
iind Friihling, da die grgfslcu Vcrandcrungen eiuzutreten pflcgcn. Kbnnten die Barometerbeobaclitungen iiicht
nil allen Orteii gemacht merdcu, so dbrfte diefs doch iiicht
abhalteu, die iibrigeii Uinstiiode aufzuzeiclmen, weil die
Verlnderuogen des Luftdrucks auf solche Absthde, wie
hier in Fragc kommen, als glcichzeitig anzusehen sind.
Die Angiibe uber die Wtidstj;rke brauchtc nicht genauer
zu sepn als sie gewiihnlicli durch die Worte: stark. mittelm%fsig,schwacli, angederitet wird. Der eiuzige Apparat, der zu dicsen Beobachtiingen wesentlicli erfordert
wird, ist eiii Maafsstock, der scnkrecht iu's Wasser gesteckt wird, am besten bcfestigt an eiuem Hause oder
einer Hiitte, die den Welleuschlag abhiilt und dadurcli
die Beobaclitung crleichtert.
Die Ortc in Finnland, wo sich diese Beobachtungcn am ieichtesten anstelleu liefsen, und die zugleicli am
geeignetsten fiir diesen Zweck wsren, scbeirien mir zu
s e p : TorncP oder UIe%borg, Larsmo Prestg2rd unweit
Jacobstad , Christinestad , Aland, Hangi), Helsingfors und
Wibarg. Dn aber d1e diese Orte an der eineu Seite
der Ostsec liegeii , uiid nolliwendig aucb Beobachtungen
von der gcgenuberliegendcn Scite zu Rathe gezogen werden miissen, so wj;rcn solcbe ferner zu wiinschen von
Hoglaid, Reral oder Caltiscpport, Windau, Pillau, Carlskrona, G o t h i d wid Hcrniisand. Da die in der Ostsee,
beiiiidlichcn Leriehtthiirine ihre bestaiidigen Aufseher liaben, und dereii L)ienstgescli;ifte durcli den Auftrag zur
Ans[ellring der in Hcde steheiiden Reobachtungen nur
633
unbedeutend vermehrt werden muirden, so lielse sicb der
Zweck am sichersten erreichen, wenn die BehUrden dieser Anstalten, in deren Interesse diese Sache zu Iiegen
scheint, veranlassen wollten, d a t solche Beobachtungen
nusgefuhrt wurden.
XIV. Mond- und Sonnenringe, beobachtet zu
Lemberg; von E. N e i d e n .
( A u s eincm Schreibcn an den Herausgeber.)
Lernberg, 30. Scpt. 1841.
-
I r n 4. Heft des XXXXIX Eandes Ihrer Annaleu der
Physik und Chemie las ich unlangst die Beobachtung ron
Ncbenmonden am 9. M a n 1840 Abends 10: Uhr von
Hrn. Advocalen B o y s e n zu Gravenstein in Schleswig,
und wurde hiedrirch zu gegeumiirtigcr Rlittheilung vcranlafst, indcin ich wohl eiusehe, dak eine solchc Beobachlung fur sich allein rvcnig Werth hat, allein dafs aus
vielen solclien Beobachtungcn endlich doch ein richtiger
ScLilufs gefolgert werden kann.
Es war am 19. December 1839 zwisclien 10 uiid
11 Ulir ..\bends als icli folgeiide Erschcinung in L e u berg beobachtcte, und da ich eben ein Instrument zur
Beobachtung der Sternschnuppco bei der Haiid Iiatte,
nuch dic Dimensionen mit Iiinrcichender Genauigkeit inesseii koontc. Der bIond durfte zur Zeit der Beobachtung
Aziiiiut 38" bis 40° und H6hc 60" bis 6 4 O haben, weldies genau zu nicssen ich verhindert war, und dcr Gci.iiiglugigkeit rvcgcn, tind bci deni Uinstaode, dafs es uocli
iinincr fiir den Fall dcr i\'o[liweiidiglieit geschehen knnn,
aticli niclit bcrecliiiete.
Dic Erscheinung bcstaud (Taf. I1
Fig. 11) aus ciiiein Kreis, desseii Halbinesscr 21" 30'
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