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Bemerkungen ber die gegenseitigen Verhltnisse der vorweltlichen Floren.

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415
VII. Bemerkrmgtm iiber die gt.,rrenseitigen Verhdinisse cter corwelilichen F'oren;
FOR F r i e d r i c h Hof f m a n n .
D i e Darstellung des Hrn. Ad. E r o n g n i a r t Ton den vorlvcltlichen Pllanzen , in Eeziehuog auf die Vertheilurig
ilirer Hauptformen nnch den verschicdcncn Schichten cler
Erdrinde, ist unstreilig cine der wichtigsten Arbeiten im Gebiete Ger Geologie. Wir iibersehn dadurch zum ersten
nIale luit Klarheit den ganzen bis hieher zu Tnge gefiirderten Unifang iiiiserer Kenntnisse von dieseni michtigen Gegeastande.
lerncn daraus die ersten und einfachsteu
Grundziige dcr Floren in den verscliicdenen Epochen
kennen, aus .rvclcllcu die lleste eirier iintergegaiigenen
vegetabilischen Schiipfung bis auf unsere Zeiten erhaltcn
wurden. J a das Gcsetz einer fortschreitenden Entwicklung der Pflonzengesclilccliter, einer stufenweiseu VervoIIkommnung ilirer Organisation, von den Shesten Epo&en bis zu den Zeiten der zuletzt untergepngenen Schiipfung, hesliitigt sich durch diese Forschung auf eine so
al1ff;lllende und eridente W e i s e , als es sich bis hiclier
nur bei den ungleicli zahlrcicheren Geschlechtern der Vorwelt aus dem Thierreiche hat nnclirwisen lassen.
Arbcitcn dicser Art beslehu indeb, vermiige dcr Katur ihres Gegenstantles, nothwentlig aus zwei wesentlich
von einander verscliiedenen Theilen , und die uinfassenden Keniitnisse, melche sic erfordern, wcrden nur selten
bei demselbcn Katurforsclier vereinigt gefuiiden. Uenn
es Lornlnt hiebei Iiicht nur zunliclist darauf a n , aus den
iinvolll\oinmen erlialtenen 'I'heilen eines organisclien Korpers dns Ganze desselben zu reconstruiren, rind dnrnus
eiiien ScllliiCs auf die Pamilie oder Gattung zii zielin, zu
welclier wir ihn zzhlcn d u d e n ; sonciern es ist bekannt-
416
Iich auch eben so natliig die Natur und das AIter der
Gebirgsformationcn zu bestiminen, in welchen diese organischen Reste gefunden werden..
Bekanntlich ist ferner der erste Thcil der genannten
Aufgabe, welcher vijllig in das Gebiet der Naturgesclriclrte
gehert, bei den l\esten vegetabilischcr Kiirpcr nocll ungleich sclirvieriger zu h e n , als bei jcucri des Thicrreichs.
Denn die wesentlich unterschcidendeii Charactere der
Ietztern sind theils viel mannigfaltiger, theils sintl sie auch
viel weniger leicht einer viilligen Zcrstiirung unterworfen.
lndefs hat der Eifer, mit welchem unsere Zcitgenossen
diesen Geqenstand bearbeitet haben , sehr wesentlich daZLI beigetragen einen grofsen Theil seiner Schwierigkciten aus dem Wege zu raumen, und abgesehen von den
ersten erfolgreichen Versuchen, welchc insbesondere ciurch
die wichtigen Arbeiten von v. S c h l o t h e i m und von
dem Grafen v o u S t e r n b e r g geniacht murden, hat Kiemand mit mehr Scharfsinn und mit glucklicherem Erfolgc
sich diesen Forschungen gewidmet, als Hr. Ad. B r o n g n i a r t. Die Naturgeschichte der fossilen Pflanzen verdankt diesern ausgezeiclineten Naturforscher fast in allen
ihrcn Theilen eine vollsthdige Umgestaltung. Und es
ist ihr durch ihn eine so grofse Enveiterung ihres Cebieles zu Theil geworden, wie vielleicht keinem andcrn
Ziveige der Versteinerungslehre vorher in so kurzer Zeit.
Indem wir uns iudefs beeifern, diescn grofsen Verdiensten urn den beschreibendcn Theil der Saturgcschichte
dcr Pflanzenwelt unsere aufrichtige Anerkennung zu widmen, finden wir uns dcnnoch veranlafst, dein l’heile der
Xrbeit von Hrn. Br., welchcr rein gcologischer Natur
ist, einige Einir urfe entgegenzustellen, wclche sich uns
bei Lcsung der vorhergehenden Abhandlung aufgedrangt
haben.
Hr. Br. unterscheidet zunachst nach dem Charakter
dcr Floren, in welche sich die voriveltliche Vegetation
zcrtheilen Mst, vier wesentlich von einander verschiedene
Pe-
417
Perioden, uiid er fiiirt sie gcognostisch auf eine Shnliche,
doch vie1 genauere Weise, wie es friiher schon vorlzufig
von deiu Grafen S t e r n b e r g (Fascic. I K p . 32.) versucht worden war. Die erste dieser I’erinden umfafst
nach ilim das Uebergangsgebirge und die Steinko,$lenFormation, die 2%)cite beschrlinkt sich auf die Bildung
des bunten Sandstehes, die dritte begreift alle Schichten
vom Keriper bis zii den untersten Gliedern der KreideFormalion, und die vierte eiidlich umfafst alle Bildungen,
die sicli iiber der Kreide byhden. So sehr indefs such
die von Hrn. B. gegebenen Details diese Eintheilung zu
begiinstigen sclieiuen, so kiinncn wir doch iiicht umhin
zu bcmerken, dafs dieselbe in rein geognostischem Sinne
nicht giinstig gewdilt sey, und dafs wir auf den ersten
Blick wenigstens nur die erste und letztc dieser Perioden,
als selbststrndigen Forinationen entsprechend, wiirden anerkeiincn kilnnen. Zwar hat der Hr. Verfasser diese Bernerkung schon selbst gernacht, indem er erkllrt, dafs die
zveite und dritte seiner getrennten Perioden nicht ganz
genau jenen Eintheilungen entsprechen, welche gegenwlirtig von den nieisteri Geologen als getrennte FormationsGruppen arigeriommen werden. Es scbeint uns indefs,
als wsre es ihm dennocli nicht hinlsnglich gegenwartig
gewesen, dafs die von ihm selbst gewshlten Unterscheidungen nur in rein localen Yerhalfnissen der GebirgsBildung gegriindet sind, und dais sie niithin keine allgeuieirie Giiltigkcit bcsitzen kilnnen. So diirfen wir wvohl
fiiglicli schon die Trennung der ersten und der zweiten
Epoche durch die Bildung des Rothliegenden und des
Zeciisfeines , als keinesweges allgemein durchfiihrbar betrachten. n e n n es ist gegenwlirtii; allgemein anerkannt,
dafs wenn auch in eincm grofsen Theile von Deutschland uiid England cine solche Trennung, entweder durch
bcide Biltlungen, oder doch durch eine von beiden, nirklich statt findet, dcilnocli in cinein wenigstens eben so
grofsen Gebiete jeder Unterschied des Rothliegenden und
Dd
A n d . d. Physik. B.91. St.3. J. 1829.St. 3.
418
des iiber ibm gelagerten bunten Sandsteines viillig vernichtet sey. W i r sehn uns dann geni)thigt, beide Gebirgsarten nur als die unteren und oberen Schichten ein
niid derselbcn Forination zu betrachteii, in welcher sich
die Bilduiig des Zechctein oder des Magnesian Limestone
niir zuweilen als ein untergeordnetes und iinmer niir wenig miichtiges Lager einstellt. Es kann unsenti H i n . Verf.
uninijglich iinbekannt seyn , dars sich namcntlich in den
Gebirgen von Frankreich diese Ansicht auf cine sehr ausgezeichnete Weise bestrtigt. Kirgetid hat man wcnigstens
bis jetzt in irgend einem Theile dieses Landes ein Kalksteinlager gefunden , welches der Bitdung des Zechsteines wit einiger Wahrscheinlichkeit verglichen werdcn
k h n t e . Eben so ist es auch bekaniitlich irn sutllichen
I)eutschland der Fall, ebun so, so weit utlsere Beobaclttungen reichen, im Gebiete der Alpen, wo deniiocli dcr
rothe Sandstein in Beriihrung mit qnanfiihrenden Porphyren bekaniitlich keirie Seltenheit ist. I;nd selbst iiii
niirdlichen Theile der brittischen Inseln, in u elchw inan
neuerlichst dern Kupferschiefer. so Shnliche Scliichten gefunden hat, ist dennoch die Scheidung des KoMiegeriden uud des bunten Sandsteines nur sehr unvollkommen *).
Dieselbe Beinerkung indefs gilt unstreitig in noch
vie1 hiiherem Grade von der Scheidung der zweilen und
dritten Periode, nach der Eintheilung iinsers Verf. W i r
schn dort den bunien Sundstein von dem Keciper getrennt durch die Bildung des ilfuchelkalks. Und (loch
ist es bekannt, dafs es grofse Lznderstrecken giebt, in
welchen sich durchaus keine Spur dieser scheidentlen
Gebirgsart fiudet, und in welcher daher die Bildungcn
*) Vergl. die Ausruge P U S den Arbciten dzr HFI. J I u r c h i s o n und
S e d g w i c k i m Philosuphiod JZugazinc etc. Z’ol. 111. p . 225.
57. und pag. 301. s q . , rind die nierkwiirdige Abfran~llr~ngd e s
crstern iiber die h-ohlmJorfnafifm von Broru in den Trarisuct.
of the Geoi. SOC.
second. Srrie. VoI. I l . p. 313. 9.
419
des bunten Sandsfehes und der Keuper-Formation unwiderruflich zu ciiier einzigen Masse verschmelzen. So
ist es namentlich bekanntlich der Fall mit der grofsen
uud wichligen Bildung des red inark in Ecgland. Von
den einen mit dem bunfen Sandstcine, von den andern
niit den marnes irhees der franziisischen Geognosten
cerglichcn, gehiirt sie iii der That ohne Zweifel beiden
Bildiingen zugleich an. Es scheint uns daher wirklich
sehr mifslich zu s e y n , mitten in dieser einfiirmigen Gebirgsart eine l'rennung von solcher Wichtigkeit v o n u nehmen, wie sic durch den Eintritt von zwei viillig neuen
Scbiiyfungen organischer W e s e n bedingt wird.
hllein ungeachtet diesen auffalleriden Mnngels a n
Uebereinstimrnung, welcher sich in der Eintheilung der
Gebirgsarten kuiid giebt, je nachdein sic eiitmeder nach
den Grundsatzen der Auflcigeruug, oder nach der Vertheilung der organischen Kiirper unterschieden werden, wiirden
wir dennoch diesen Einwendungen gegen die Methode
des Hrn. B. kein Gewiclit beigelegt haben. W i r findeu
uns iudel;; ferner noch veranlafst, auch gegen die Richtigkeit einiger aiidern der voxi Hrn. 13. vorgetragenen Ansichten, welclie iiiit den hier beriihrten Grundsstzen desselben in sehr naher Verbindung stehn, mannigfache Zweifel zu erheben.
Zungchst geht aus der Darstellung, welche uns Hr. B.
von den Beziehungen gegeben, in welchen die Floren
seiner verschiedenen Formationen zu einander stehn, hervor, dafs er der Ansicht geneigt sey, als waren die auf
eiiiander folgenden Scl~iipfungen der Pflanzenwelt viillig
voii einantler geschieden und durch pliitzlichen Wechsel
in den wesentlichstcn Charakteren d e r Vegetation bezeichnet. h r Hr. Verf. scheint sich die Vorstelliing gebildet
zii haben, nls seycn die, zwischen dein hufliiiren der Floren eiiicr iiltern Periode und dem Anfang einer neuen,
vertlosseiieri Zeitrguine jedesmal durch das Eiiitreten einer
allgemeinen RIeeres - Sedeckung ausgcfiillt worden. Und
D d 2
420
er hat deshalb zu erweisen gesucht, dafs sich in den
Schichten, welchc die Glieder der vier genannten I'erioden von einander sclreiden, entwetler gar keine, oder doch
uur Reste von Mecrespflanzen findeu. Diese Belrauptung
aber ist es, welcher wir keinesweges denselben Grad vou
Ausschliefslichkeit einzur~umeniin Stande sind.
TVir finden zuerst die Meinung ausgesprochcn , dafs
man bis jetzt im Rothliegenden keine Pflanzenreste beobachtet hahc. M'ir bitten indek den Hrn. Vcrf. nur irgend eiue der rnannisfaltigen Arbeiten, w l c h e diese Gebirgsart behandeln, zu vergleichen, um siclr daraus zu
iiberzeugen, dafs diese seine Ansicht niclit richtig sey.
Vor Allem sind die ruhmlicllst bekannten Arbeiten von
C h a r p e n t i e r , F r e i e s l e b e n , v. S c h l o t h e i m , v. H o f f
u. s. w. sehr reich an Nachweisungen iiber die Fundorte
von vormeltlichen Pflanzenresten io der unzweifelhafteu
Rildung des Rolhliegenden. M'ir finden in dein clnssischen W e r k e von A lex. v. H u m b o Id t ( E s s a i s i r fe
gisern. p . 214.) die sehr richtige Bemerhung:
Que
toute la forrna/iorr du grks rouge soit geniralernent caracten'see par [absence des coguilles .fossiles, rnais qcc'elle
abonde dans les dcux hemispheres en troncs des bois
Jossiles et auires debris des Monocotyledones. ( VergI.
ferner R e l . hist. II: X . p. 258.) Ich lrnbe selbst schr
haufig Gelegenheit gehabt die grofsen hnhaufungen versteiuerter Bauinsttimine zu bewundern, die sich in den
Steinbriichen am Kjflhuuser in Thiiringen mitten iiri Rothliegender1 befinden, unter welchen einige bis 3 Fuls Uicke
und gegen 24-30 Furs Lsnge besitzen. Es sind diefs
viillig dieselben, welche auch in der ganzeu Verbreitung
des Bothliegeriden durch die Grafsch. Mansfeld und auch
am Thiiringer Walde keine Seltenheit siud, uud von
y1 elclien
einzelne Exeiiiplare durch ihre aufrechle StelIring zu beweisen scheincn, dafs sie riumittelbar an dein
Orte gewachsen siiid, an welchein wir sie gegcnwartig
verschuttet findeu. Es ist ferner durch die eben genannJ)
421
fen Arbeiten (besonders bei F r e i e s l e b . Kupfersch.
IV.
p. 172.) hinliinglich bekannt, dafs sieh ein grofser Theil
der Steinkohlen- Bildungen im nordlichen Deutschland,
besonders .die durch ihren Reichthuin an Pflanzenresten
so beriihmt gewordenen Niederlngen voii Manebach bei
Ilmenau, von Weiiin, von Opperode, von Iyeld 11. s. w.,
als untergeordnete Lager mitten in der Formation des
Rofhliegenden befinden. J a ich selbst hnbe die Richtigkeit dieser Ansicht zii priifen an mehreren dieser Orte
Gelegenheit gefunden. TTnd selbst aus den obersten Schichten des Roihliegenden, welche einige schon zur Bildung
des Zechsteim zahleii ( S . F r e i e s l . 1. c. 111. p. 238.),
hahen wir neucrlich ( L e o u h. Taschenb. XXII. 1. p. 253.)
Nachricht von dern hailfigen Vorkommen einer I'flanze
erhalten, welche entschieden zu den Producten des sii€sen Wassers gehiirt.
Hr. B. behauptet endlich ferner, dafs sich bis jetzt
in der Bildung des Zechsieins nur Meerespfanzen gefundeu hatten, und diese Behauptung scheint sehr wahrscheinlich, wenn wir beriicksichligen, dafs die sehr zahlreichen thierischen Keste dieser Bildung grofsentheils von
Meeresbewohnern herruhren. Aueh haben wir neuerlichst
durch die genauen Bestirnmungen von Hrn. B. selbst 5
bis 6 Arten der Gattung Fucoicles keniien gelernt, welche im Kupferschicfer von 2llansfeld und am Thiiriiiger
Wulde vorkoiimen. Nichts desto weiliger ist es indefs
doch sehr wahrscheinlich, dafs es auch i n der Periode,
in welcher diese mcrkwiirdige Zwischenschicht gebildet
\Yurde, noch Theile des Festlandes gegeben habe, welc h uber die Meeresbedeckung hervorragten.
Wenigstens finden w i r auch hinldnglich deutliche Nachweisungel1 on Landpj'anzen angcfiihrt, n elche gemeinschaftlich
niit den cben erwiihnten in dem Zechstein rind den^ khpfirschiffer gefiindeii werden. I h n n wllten atrch bei
geuauerer Untersuchung die von H. v o n S c h l o t h e i i ~ l
als hieher gehorig erwzhnten Lycopodien (I, e o n h. Ta-
422
schenbuch, VII. p. 55.), und selbst der Zycopodiol. funiculatzu von Ilmenau (Petrefactenk. p. 415. ; Lycop.
taxifolius S t e r n b . Fasc. IV. p. mn.) noch fur Algen des
Meeres erkaunt werden, und sollte auch selbst die vom
Grafen v. S t e r n b e r g (Fasc. IV. p. 40. und 44.) geinachte
Bemerkung, dafs sich Bruckmannia tuberculnia, Pecopteris obtusa und Alethopteris oulgatior iin Kup@schz'efer finden, durch eine unvollstAndige Benachrichligung uber ihre Fundorte veranlafst worden seyu: SO beschreibt doch schon F r e i e s 1 e b e n (Kupfersch. Geb. 111.
p. 182.) sehr deutlich den Abdruck eines gegliederten
Calamiten oder einer Zhnlichen Pflanze aus dein I<ueferschiefer der Grafschaft Mansfeld. Einzeliie Kohlenstuche
mit noch deutlich erhaltener fasriger Holztextur sind ferner weder hier noch am Thpringer Walde eine Seltenheit. Vor Allein ubeneugend aber siud die nach Art
der Dicotyledonen gebildeten Hiilzer von Frankenberg
in Hessen, welche dort in so ausnehmender Hsiifigkeit
vorkommen. Sie sind bereits seit mehr als 20 Jahren
von U l l m a n n (Mineralog. berg- und hiittenmannische
Beobachtungen, 1803, p. SO. sq. Tab. I.) beschriebeu
und abgebildet, und neuerlich erst von Hrn. B r o n n
( L e o n h . Taschenb. 1828, p. 509.) mit grorser W-ahrscheinlichkeit fur Theile einer Cupressus-Art erklart worden *) Eben so die deutlichen Farriikraut- Abdriicke,
welche nicht selten mit diesen Holzern zusammen vorkommen. Die neuesten Beobachtungen aber setzen es
vBllig aufser Zweifel, dafs wir die erzreiche Bildung von
Frankenberg zum Zechstein oder Kupferschit$cr zu zahlen berechtigt sind. Endlich moge es inir ferner noch erlaubt seyn, auch noch hier darauf aiifmerksam zu machen,
*) Vielleicht ist diese Cupressus-Art dieselbe, die Hr. B. in seiner Uebersichtstafel in der Colonne seiner zwciten Periode anfiihrt, wenn gleich die ron B r o n n fur Blstter dieses Cuprcssus
gehaltenen Theile bereits von B r o n g u i a r t PISPucoides Brardii (Hist. dcs peg. ,fooss. p. 57. ) beschrieben wurdrn.
423
dafs Hr. S e d g w i c k in dem Mergelschiefer von East
Thickley, in der Grnfschaft Durham, die Abdriicke von
zwei oder drei Species von Farrnkriiufern angiebt, wel.
che mit Fisch- Abrlriicken, deren einige vollig init jenen
des Kupfirschiefers von Man:/& iibereinstiininen , und
in La~er~iiigsverlililt~nis~e~l
vorkoniinen, welclie uber die
Ideiititlit dieser nildung init jener der Xechstein- Formation in Deutschlaiid keincn Zweifel geztatten (Philos.
Jfag. ef Ann. of Pliilos. Vol. 111. p. 302.).
Wenn es uun nach den hier gegebenen Nachweisungeii erlaubt scheint anzunehinen, dafs in der That zwischein der ers!en iind zrveiten Periode der vorweltlichen
Vegetation keine so strenge Scheitlung sich findet, wie
Hr. B. sie aiigenoininen, so wird dieselbe Thatsache schon
dadurcli aucli yon deu folgenden Perioden sehr wahrscheinlich. Die ziveite und dritte Periode werden nach
ibm durch die 13ildung des ikluchelkalks geschieden. D e r
Uinstand indefs, dafs man in diesein fur einen grofsen
I’heil von 1)eutschland eine eigeulhumliche Kohlenformai o n , begleitet von den Kestcn von Lantlptlanzcn, angcgebeii fiindct (Lettenliohle, von V o i g t ) , kann hiebei
iicht init in .Anregung gebractit werden.
Ucnii es ist
curch neuere Beobaclitungeii erwiesen wortlen, d a b diese
Lohknformal ion w i rlilich nich t d em Miuchelkalks f ein,
mndern deiu Keuper angehiirt. W i r kiiiinen claher in
Eeziebrung atif die ‘l’reniiung der zweiten und dritten l’er.o& niir wieder darauf zuriickkominen, dafs die Bildung
d:s Muschelkalksfeins keinesweges zur Klasse der allgein+n vcrhreiteten Gebirgsarten gehiire, und dafs es UIIS
daher haulig begeguen kiinne, die Ptlan~eufiihrendenSchichteu des ILeupers, SO wie des bunfen Sandsfeins, nur als
tlic oberen uiid u n ~ e r e nLagen eiin rind derselben For1iii1 i o n , in gIeicIifiji.iiiiger L a g ( ~ r t i i i ~
itiizutreffen.
,
Was
abir ciidlicli die obcre Grenze tler clritten l’eriode des
IIrn C. beliiftt, so seliii wir UIIS piijthigt, dzr bereits
uichrfiich \ ou dcui Vcrf. aus;;csproclicnein Meiiiung (-4nn.
424
des sc. n. I K p. 2L7., Hist. des ueget. .foss. 2 Livr.
p. 85. note etc.), als o b in der Bildung der Kreide nur
Meerespflanzcn gefunden d i r d e n , auf das Restimmteste
zu vvidersprechen.
Zwar ist es bekannt, dafs iiberhauyt in der Bildung
der eigentlichen Kreide und des zu ihr gehiirigen Kreidemergels und Quadersandsteins (green sand) Pflanzenreste im Vergleich zu der ungeheuren Anhhfung thierischer Versteinerungen nur selten gefunden werden. Unter diesen aber scheinen doch nach den vorhandenen Xachweisungen wenigstens eben so viele den Landpflanzen,
als den Bewohnern des Meeres zu gehijren. Vergleichen
wir deshalh ziinachst in Bezug auf die Kreide VOR England die reichhaliip Sarnmlung von Arbeiten, welche die
Verhandlungen der geol. Societit von London enthalten,
so finden wir darin zuerst in der Kreide vou Cambridge
bei Cherry Hinton durch Hrn. H a i l s t o n e (111. 230.)
zapfenformige Friichte und Zweige mit Blattern bemerkt,
welche der Verfasser zur Faiuilie der Coniferen zu rechnen geneigt ist. Sie waren bereits vor ihm von P a r k i n s o r
Org. Rem. YoZ.I. T.YL beschrieben worden. Eben sc
erwahnt W. P h i 11i p s in dem zur Kreideformation gehori.
gen Merge1 von F o 1k s t o n e (V. 1.40. u. 59.) Holzkohleq
welche noch die fasrige Structur des Holzes besitzen, al;
eine keinesweges seltene Erscheinung, und D e L a B e c h t
fand in dein wohl bestirnmten green sand der Gegenl
von Lyme Regis, an der Kiiste von Dorsefshire, Abdriicke
von Farrnkrautern (sec. ser. I1 p. 113.). Eben so hat
auch bereits G i d e o n M a n t e l l in der Krcide von Smsex, bei Harnsey, bei Lewes und bei Brighton das Vtrkommen von Stamm-Enden wit Resten von BlYttern ind
deutlichen Zapfenfruchten angegeben , welche von ihln nit
den Friichten von Phus Larix verglichen merden (Gzol.
of Sussex, p. 103. Tab. IX.). Der Graf S t e r n b c r g
hat sp:iter diese Theile bekanntlich zu dell noch unbestimmtcn Species seiner Gattung Conites gerechnet, und je-
425
denfalls scheint der Ursprung derselben von Landpflanzeu aufser allem Zmeifel.
Haufiger iudefs noch finden wir dieselbe ErscheiDung in den ziir Bildung der Kreide gehiirigen Schichten
~ 0 x 1 Deufschland wieder.
Der Quadersandstein und der
Pfwierkufk von Sachsen imd Eiiliunen, deren viillige Identitiit mit den Schicliteii des green sand und dcr craie
iuJeau wir als erniesen ansehii diirfen, liefern davon
maniiigfache Beispiele. Urn uns nicht bei unsichern Angaben aufzuhalten, wollcn wir hier nur die deshalb von
dein Grafcn S t e r n b e r g gegebenen Nachweisungen anfuhren. W i r tindcn zun~chstbei ihin aus dein Planerkalk der Merrschalt Schmefschnn, in Bidlinen, die Besclireibung und Abbilduog einer Species dcr (httiiiig T'uites ( T h . alienus Synopsis. p . XXXVIII. Fasc. IV:
p . 40. Tab. 45. F. 1.) aus der Faiuilic der Conrerae
angefuhrt, und eben so unzweifelhaft sind auch die Matter von Biiuincn aus der Klasse der Dicotyledonen, die
wir hier, als eine keinesweges scltene Erscheinuni; aus
dein, den Creogriosteii so wohl bekannten Quadenandstein, in der Nahe yon Telschen, abscbildet sehn ( T a b .
XXY. F. 1. a. 6.). Viillig dasselbe V e r l i h i f s kebrt
auch in den Schicliteii gleichcn Alters wieder, welchc sicli
in den niichsten Uingebungcn des Hnrzes verbreiten. Allgemein bekannt sind hier die am Ileidelberge, bei Blankenburg, so hiiutig im Quadersandstein vorkominenden
Bhtter von Dicotyledonen, dcren sclion S c h e u c h z e r
Tor mehr als 100 Jahren aus alteren Quellen gedacht hat.
Sie werden noch jetzt zusainmen iuit den Resten von
Staminen und Zbveigen gefundei: , rind Liinnen, veriniige
dcr vollhoiinnnen Erhaltu~~g
ihrer Tlieile , unmiiglicli aus
dteren Forinationen herstaminen.
Ganz auf Yhnliche
Weise fand ich wohlerhaltene Blattcr und Bruchstucke
von grofsen BSurnen in Thonlagern desselben Quadereandsteines bei Quedlinburg wieder. Sie sind dort unmittelbar mit den Schichten cines kalkreichen und voii
4'26
@in ge&bten 'Kbrnern reichlich erfullten Mergels verbunden, welcher voll von den deutlich bcstiininbaren Kesten von Schaalthieren steckt, die nit jenen aus der franziisisclien und englischen Kreide viillig identisch sind.
Eben so fand ich ferner noch vollkommen alinliche Blattabdriicke von Dicotyledonen im Kreideinergcl der Gegend von JYernl;yerode. Ich sah hier in deuiselben Handstucke Blatter init einem wohl erhaltenen Exeinplare vou
Belemnites mucronutus verbrinden, rind ich liatte sp6ter
noch Gelegenheit, die grofse Aelinlichkeit derselben mit
Blattabdrucken a m dem green sand von Schonen kennen
zii lernen, welche Professor N i 1s o n dort aufsefunden
hat. Allein auch in der Kreide Westphalens, die init
jener der Niederlande und des nihdlichen Frankreichs in
fast uriunterbrochener Verbindung steht, und welche ebenfalls alle fur jene charakteristischen ThierversteiiieruiiXen
fiihrt, finden sich Keste voii unzweifelhaften Landpflanzen nicht selten. So fand ich nainentlicli in den Steinbriichen der Umgebung von Soest, Werl und Unria, in
den Schichten der dort so verbreiteten grasgruiien, sandigen Mergel, nicht selten die Bruchstucke kohliger Substanzen, velche noch hedig die fasrige Textiir dcs Holzes an sich tragen: eben so h%rifig fast sind noch die
Reste einer Pflanze dort, welclie iiach den vollkoinmenern
Abdrucken, die ich von ihr auffand, ohne Zweifel zur
Familie cler Lycopodiaceen gehiirt. Sie zeigt einige schwache hnalogiecu init dcm Lycopodiol. dichotomw. Slernb.
(besonclers uiit dein Tab. 11. abgebildeteu Exempl.), und
wird wahrscheinlich noch einer neuen, bis jetzt unbeschriebelieu Art angehiiren.
Es wiirde Icicht seyn, die liicr aiigegebene Zahl von
Thatsachen nodl d u d die \-ergleiclil;ng einer griil'seren
Menge V O I ~geognostischen Arbeiteii zii veriiiehren. W i r
glauben indefs schon hieraus init hinl~iiiglicher Sicherlieit
schlieken zii hiinnen, dafs i n der l'liat die voil ~ r . 1 1 . ~ i .
fcstgestcllten GrSuzeii sciiier Vcgetationsperiode heines-
427
weges durch so schnelIe und gsnzliche Unterbrechungen
bezeichnet sitid, als e r sie angenommen.
W e n n es indek muthmaklich lteine der durch Niederschlag gebildeteil allgemein verbreitcten Schichten giebtj
in welclier sich nicht Reste einer gleichzeitig fortdauernden Land-Vegetation finden, so scheint es doch ferner
noch eine fur die Geschichte der Erdrinde sehr einflulreiche Frage zu seyn: in ~velchenVerh;iltnissen die unveranderte Ausdaucr einzelner Pflanzenarten zu den verschiedeneii Periorlen der vorwel tliclien Vegetation uberhaupt
stehe. Folgen wir bei dieser Untersuchung den zahlreichen Analogien, welche die Verh$ltiiisse dcr vorw ultlicheii
Thierschiipfung darbieten, so werden 15 ir allerdings zu der
Ansicht geneigt beyn, dafs sich die Floren dcr verschiedenen Vegetatioiisperiodei1 von einantler durch viillig abneicheiide Charaktere der Pflanzenfornien uiiterscheiden
niiissen. Denn wir sehn fast mit dein Eiiitreten einer jeden
neuen Gebirgsart in der That auch die thierischeii Reste
viillig mit aufliiiren , welche der vorhcrgegangenen Bildung
noch charaktcristisch waren. Vijllig neue Formen, oft
iiur specifisch und eben so hiufig nach Gattung und Familie verschieden , treten hier platzlich, oft durch eine
haarscharfe Lillie bezeichnet, an die Stelle der siltern.
J e mehr uns die Bemilhungen der Naturforscher in den
Stand gesetzt haben, die organischen Reste der Vorwelt
genauer unterscheiden zu lernen, desto mehr sind auch
die friiher so oft TTorgetragenen Vorstellungen verschwunden, als o b es gewisse Geschlecliter und h r t e n von 'l'hieren g i b e , melche alle in der Bildung der Erdrinde statt
gefundenen Umwiilzungen uin ersehrt iiberlebt hiitten. In
dcr That scheint es auch diese einflufsreiche wichtige
Analogie geuesen zu seyn, rvelchc die hnsichten V O
Hrn. B. bei FeststelInng seiner Grunt1s:itze geleitet hat.
I h i n wir finder1 bei ihin die Behauptung ausgesprorhen,
dafs sich unter den Floren seiner verschiedenen Period e n keiiie Art von Geuieiuschaft nachneisen lasse. Hr. B.
~
4‘28
behauptet wcnigstens ausdriicklich, dafs sich unter den
Pflanzen zweier angenzenden Perioden keine, beiden zu
gleich aiigeliiirige identische Species behide, dafs Alles
unter ihuen verschieden sey, und dafs man daher nicht
unihin kbiine zu glauben, als hltte stets eine viillig neue
Schiipfung von Gliedern des Pflanzenreichs, crzeugt unter vbllig neiien Bcdirigungen , die. friihern verdrangt.
W i r wiirden gewifs allc Ursache haben, uns durch
diese Resultate der Forschungen unseres Verfassers viillig befriedigt zu fiihlen, gabe es nicht bei dem Zustande,
auf welchem sich die KenntniCs der vorweltlichen Pflanzenwelt noch gegenwartig befindet, einige Thatsachen, welche sich, nach iinserm Dafiirhalten, noch nicht fiiglich mit
diesen Ansichten vereinigen lassen. Bevor wir indcfs diese
Thatsachen einzeln anfiihren, kbiinen wir nicht uiiihiu,
zu bemerken, dafs unsere Einwiirfe keinesmeges den allgemeinen Charakter der Floren treffen, wie ihn Hr. B.
mit so vie1 Umsiclit fur seine verschiedenen Vegetationsperioden fixirt hat. Der zuerst von Alex. v. H u m b o l d t in seinen Arbeiten iiber die geographische Vcrbreitung der Pflanzen- auf der gegenwartigen ErdoberH&
che angegcbene Weg, die Floren verschiedener Regionen
durch die Quotienten zu charakterisiren, welche die natiirlichen Familien vou dcr Gesammtheit derselben ausmachen, ist auch in diesem Gebiete mit eben so entschiedenein Erfolge durch Hrn. B. versucht worden. Sehr
richtig beinerkt er daher, dafs wenn auch spstere Beobachtungen zu den von ihm angegebenen Einzelnheiteii
noch neuentdeckte Formen hinzufugen sollten, dennocli
in den wesentlichen Charakteren seiner Floren wahrscheinlich nur uiibedeutende Aenderungen dadurcli hervorgebracht werden kiinnten.
W e n n mir indefs fortfahren, die successive Vertheilung der I’flanzen in den verschiedenen Epochcn der Erdbildung init der geographisclien Verbreitung derselben auf
der gegenwzrtigen Erdobcrfliiche zu vergleichen, so wird
~
429
es uns durchaus nicht befremden durfen, dieselben Arten,
welche in dein einen Gcbiete bemerkt worden sind, theilweiee such in dem andern wieder anzutreffen. .Denn es
ist' allgemein bekannt, dafs es bei dein gegenwiirligen Zustande der Vegetation auf der ErdoberflZche eiuzeliie Arten gebe, welche sich fast durch alle Zonen und Klimate hindurch unversndert erhalten. E b e n so auch bildell
sich bekanntlich die 'Lebergkige d e r Floren ails einer
pflanzetigcographischen Region in die andere, nur durch
das allinAige Ersetzen einzelner Arten durch andere mit
ihnen mehr oder ruinder nahe verwandte, so wie durch
das allmdige Vermindern und Aussterben einzelner Familie::, wahrend andere in der Allgemeinheit ihrer Vcrbreitung, so \vie in der hnzahl der h r t e n , zunelimen.
V o n dein gleichm&igen Vorkominen iibereinstiinmender vorweltlicher Arten in dem Gebiete verschiedener Formationen aber, geben uns nun auch ebeii sowohl
die Bildungen der Yltcren als der neueren Epochcn, gegen die Vorstellungen des Hrn. B., mannigfaclie Beispiele.
Wir haben zuniichst schon obcn darauf aufmerksain gemacht , dafs sich ein grofser Theil jener Sfeihkohlen-Gcbirge, welche sich durch ihren Pflanzenreichthum aruzeichnen, als untcrgeordncte Schichten des Roihlie,"cnden nachweiseo lassen , wYhrend dagegen bei weiteui die
hIeLrzahl derselben , nainenllich die ausgezeichneteren
Beckenbildungen von England und von Flandern, so wie
die von Westphalen und ail: Niederrhein, ganz entschieden zum Uebergangsgebt'rge gehiiren. Und dennoch hat
sich unter den Pflanzenresten beidcr Formationen bis jetzt
noch kein feststeherider Unterschied iiachsveisen lassen.
Es sind oft genau dieselbcn Lepidodendru, Sigillariae,
Cdarniles , dieselben Arten von Xeuroplcris, Pecopleris , von d.lslerophyll. Arinulariu Stkrnuria u. s. w., die
uns soi\ohl aus den Kohlengruben von Munebach, von
Wellh und r o n Essen, SO wic von Liiltich, Narnur,
Valenciennes, New- Castle, Buih u. s. w., bekannt ge-
430
worden sind *). E b e n so auch scheint es ferner, als ob
sicli noch bis zu den obersten Schichten des Rothliegenden der Charakter der Vegetation dicser lltern Periode
unvergndert erhalten hltte. Wenigsteiis beinerlien wir
zuweilen iinter den oben angefiihrteii Daninstiiiniiicii am
Kyfihuuser
..
und a m Thiiringer Walde cinigc, dereri hnere T e s t u r so sehr nahe mit jener der sowiaiiiiten Staarv,
steine aus dcm Kohlcngebirge ( Y a h a c i l e s rnacroporus
und microporus, S t e r n b.) iibereinstirnmt, dafs wir nicht
wohl uinhin kiinncn zu glauben, es kitten dieselben auch
vollkolnnien damit identischen Arten gehijrt.
Melirfacli
sind iiberdiefs im Rothliegenden bei &ofhenburg Abdriicke von Lepidodendron gefundcn worden, 11elclie vollkoioincn mit den Abbildungen von L. acufentum S t e r n b.
iibereinstiininten. Eben so auch sind aus derselben Formatiou B r d i s t i i c k e von Cnlnmiten bekannt, und wir durfen nach den Uiiistiintleii kaum zweifeln, dafs auch die
zarteren Pflauzentlieile, wclclie in dein Steinholilengebirge
vorkommen, sich hier wiederlinden wiirden, w l r e nicht
das durc1ig;ingig grobe KoIn iind die tumuliuarische Bildungsweise der alten rothen Sandsteinfoiiriarioii der Erlialtung dcrsclberi Iiinderlicb gcwesen. Gaiiz in ~liiiliclier
W e i s e fandcn sicli ja bekanntlich aucli in den grobkiirnigc‘rcn Scliichten des Kolilensantisteins initten im Kohlensebirgc nie andere I’llnnzensp~u.cii, als die rinvollkonimen erlialtenen Reste der Stiiiiiine von Lepidodendron,
Calamites u. s. w., nie aber die Bliittcr uiid feinen Zeich*)
D i e Ucbcrsiclrt der F u n d o r t e , w c l c h e C r a f S t e r n b e r g i n seinerrr
T e n l r l f J ~ r n f l o r r i r p r i f J r o r r l i o l i sd e n w n ilrm nuf‘gezlilrlten h r t e n hin-
zugefiigt ha:, gieli: u n s e i n e n ausgcreicllneten Bclrg fiir d i c s r nierkwiirdige ‘lliatsaclre.
IIenn w i r Cnden dort ungefcilrr I50 Arten
( w u v o n 13s Gefifs - lirjptopaincn ) als zurn alten Striiikul~irngebirge iiberhaupt gelli;l-iJo untersclliedcn, von diesen abcr gcllijr e n 75 :\rten d c r 5ltt.sten E’orn1at;on 11c.ssclben aiisscIrIieIsIicIl
allein an, 40 Arten e k n S O a ~ ~ s s c l t l i e f s l i c l rdcr Steinknlilenfornlpt i o n des Hotlrliegeiiclen, uriel 35 A r t e n , f a r t deri vicr:t,n l’lreil
des Ganzen, Iiat m a n in baidan gemeinschaftlich gerunden.
431
nungen von Farrnkriiutcrn, Lycopodilzceen und ihren
Verwand ten.
Es scheint uns indefs auch aufserdem, als lasse sich
das Vorkommen von charakteristischen Formen der 6ltern
Perioden, bei vollstandiger Uebereinstimmiing der Species, noch bis in vie1 neuere Schichten verfolgen. SO
verdankcn wir nninentlich Hrn. v. S c h l o t h e i m aus d e n
Schichten des entschieden ziir Keuperformation gehijrigen
Sandsfeines bei Gotha die Kenntnifs eines ausgezeichneten Syringodendron (sein Polmacites cnnaliculatus, l’etrefactenk. 396. Tab. XVI. F. 2.), welches spater Graf
S t e r n b e r g als identisch mit seinem Syrinfiod. sulcatum
erkannte, das sich doch aufserdem auch noch in dem Kohlengebirge von Eschweiler, voii Essen und Waldenburg
findet. Diesc Wahrnehmung aber scheint tins insbesondere noch deshalb von Wichtigkeit, weil wir neuerlich
durch die merkwiirdigen IJntersucLungen von Hrn. B. die
Gewifsheit erhalten haben, dafs sich mehrfach auch ein
und diesclben Species vorweltlicher Pflanzen, so\\ oh1 in
den Sandsteinen der Keupeformation nachweisen lasscu,
als auch in den Schichten, die der Bildung des Lias iind
den Oolithen der grofsen Jurafomation angehijren. Es
sind diefs aber zugleich Gebirgsarten, welche so.trohl in
Beziehung auf die Art ihrer Bildung, als auch durch den
Charakter ihrer thierischen Reste so vollst~ndigvon eiiiander geschietlen sind, als auf der niidern Seite nur irnmcr die Bildung des Uebergangsgebirges von jener des
Rothliegenden.
Es ist inifslich, sich bei Untersuchungen dieser Art
auf Beispiele zu berufen, welclie von nicht vollLoinincn
genau ausfubrbaren Restimmungen hcrruhren. Solcher
Art aber sind nainentlich, nach dein eigncn Zeugnisse voii
H m . E., die yon iliin im Keilper, so \vie iin buizlcn Sandsfeine (in seiner zweiten und dritten l’eriode) zuglcich
angefuhrten Irorkominnisse von Cularnifes arenaceus, eben
so die nur zweifelhaft dem bunfen Sandsleiire so wic dem
432
alten Steinkohlengebirge zugleich angchiirigeu Calamiles
remotus oder distans. Solche Beispicle aber beweisen dennoch schr fur die grofse Aehiilichkeit der Formen, die sich einander in den verscliicdenen Perioden
d e r vorweltlichen Vegetation gegenseitig zu ersetzen bestiinmt scheinen. Hr. 13. hat iins indefs selbst nocli ein
ausgezeichnetes Beispiel von dein .Vorkomlnen ein und
derselbeii Species in den Schichten zweier viillig vcrschiedenen Formationen nachgewiesen. Es ist diel's sein Ihcoides Brardii ( Ilist. de ueget.fossiles, 1 liurais. p. 57.
Tab. II. F. 9-19., Ann. d. sc. n. X V . p. 432.), welcher sich s o n o h l in den Ligniten unter der Kreide zu
Pialpinson, als auch in den Kupfcrschiefern yon Frankenberg findet. W e aber erkkiren wir einen so auffallenden Widerspruch in den Yrincipien und in den Tliatsachen, w,elche denselbell ziir Basis dienen sollteii?
W i r haben es bci den bis hieher angestellten Vergleichungen absichtlich vermieden , auf die inerkwurdigen
Entdecliungen der HH. & l i e d e E e a u m o n t und Ad.
B r o n g n i a r t uber das Erscheinen der Pflanzenreste in
den huthracit fiihrenden Sandsteinen der sudwestliclien
h l p e n zuruckzukommen. Hr. B. hat hier bekanntlicli aus
Schichteii, n elche a u f s Entschiedenste ziir Liasforma
tion gehijren, wenigstens 15 Species von wohlerhaltenen
Fnrrnkrtiutern wieder erkannt, welclie sYmintlich auch
aufserdern ini Gebiete der altcn Steinkohlenforination bisher aufgefundcn wurtlen. Er hat ferner von denselhen
Fundorten das Vorlioinmen von Lepidondendron, Sigil/&a, Sligmaria und Calarnites nachgewiesen, welche man
bis hielier fur dcin alten Steinkoli'lengebiree aosschliefslicli charakteristiscli gehnlten. Die sinnreiche Hypothese
aber, welche Hr. B. hiebei vorgetragcn (Ann. d. sc. n.
II: XfV.p. 127. ~ 9 . und
) spater ausdrucklich beibelialten
hat (I. c. Torn. A-7.p. 375. note), uin diese merkwurdige
hnoinalie zu erhlircn, kanii uns schon deshalb uin so weniger befriedigen, als sie sclbst mit den hier beriilirten all€?-
433
gemeinen Ansicliten ihres Verfassers nicht in Uebereinstimmung steht *).
Sollte sich ilidefs anch die liier bestrittene H ~ p o these von Hrn. 1:. wirLlicli I I G c h bei fortgesetzten Untersuchtiiigcn brstiitigt fiiitlcn, so blcibt deiinoch die Thatsaclie durclious aiibcstriltcn: dafs es wlihrend der Daucr
dcr cjritten Ve~ctatioiisperiode in eiiiein l‘heile der J3-doberfl~iche I’flniizen gcgcben Iiobe, welclic iiiit jeiicii aus
der ersten Periodc in allcii ilircii erLennbnren CIrarnkteren Uberei~is~iuri~ie~i.
W a s aber aiif den crsten Slick fast
nocli incrkwiirtligcr scheiiwn miichte, ist dcr Uinstand:
clnl’s dicse l’llanzen a d i in Bczieliung auf den Antheil,
\relclicn sie, nacli Yainilieii geortliiet , 811 d r r Gesaiiiiiit.
heit der Flora iieliincn, eiiie Aitilichc Abwciclirini; von
den fur die Vegetation tliescr I~ildongspeIioden;rchgewicsciicii Hauptcli;tI;il,ttti.en zeigen.
IVir selrc~i Iiier il~clist
der grol‘,eii Entwichliing der (;cf:iTs - K r ~ t p t o ~ a t i i e nauch
,
viillig daaselbc inerlibi iirdigc Vorwalten dieser Iilasse, w d ches der Flora tles alten Steiiikolileii- Gebirges so (lurchaus cigcntliiiinlich ist. Kic:lrts desto weriiger scheint tins
indels tloclr dime merkwiirdigc Anoinalie lieinesweges von
so g r o h r Bctleutunt;. k’orscheu wir n h l i c h den allgeineiiien Ursaclien iiiich, welchen wir den durchgaugig wiederkelirenden eigeiitliiiinlichen Charakter der Vegetation
in dcr dtestrii I’eriode der organisclien Scltiipluli); ZUschreibcn diirfen, so finden wir in den scliarfsinnigen Entwicklungen unseres Verfassers selbst mit Leichtiglieit den
Scliliissel zur Liisulig dieses scheinbai.en ITiderspruclis.
De~inHr. C. hat cs in seiner oft genaunten hbliandluug
(11. 2 L I . ) cbcii so uinsichtig als uberzeugend erwiesen,
434
dafs die Beschaffenheit der Flora seiner ersten Periode
viillig niit dein Charakter der Vegetation unserer heutigcn
Iiiselii iibereinstimint. Und zwar urn so metir, je vereinzeltcr dieselben im weiten Ocean lirgcn, je entfernter von
grokea Coillinenten. W a s aber hindert iins anzunellmen,
dali auch in der Periocle der mittlcreii Fliitz-Zeit gleichartige Wirkungen von vfillig deaselben Ursachen erzcugt
werden konnten? Dcnn wenn die lieritige Griil'se der
iiber dein Wasser hervorragenden Continenial- Masscil
noch nicht im Staiide ist den wichtigen Unterschied zwischen einer Continental- iind einer Insel-Flora ganz zu
vcrwischen, wie vie1 inehr werden wir nicht ails guten
Grunden dieselben Verschiedenheiten in einer Periade
ermarten durfen. in welcher der Eiullufs der grdsen
Continente aller Wahrscheitilichkeit nach noch durchaiis
nicht so grofs war, als gegeaw3rtig. Kennt doch Hr. B.
deshalb selbst noch den Charakter der Vrgekition seiner
zwveiten und dritteii Periode den einer Kiislenflora.
Doch bevor wir diese Beinerkungen iiber einen Ge-.
genstand von so allgerneinein Interesse bcendigen, kiinnen wir nicht unterlassen iioch eincn Elick auf die Vertheilung der PHanzenfamilien zu werfeii, welche nach Hrn.
B's. Untersuchungen die Vegetation seiner verschiedenen Perioden ziisaiiimenselzen. Abgesehn von den fur
uns hier b'eziehungslosen Klassen der Agarnen uiid der
Zellen- Kryplogarnen erkennt Hr. B. zunlichst in dcr ersten Periode nur die Anwesenheit r o n Gliedern BUS der
Klasse der Gefals - Kryptogarnen und jener der 17Ionocotyledonen an. I.:r hat indefs dabei, wie es sclreint, unberucksichtigt gelassen, dafs bereits voiii Grafen S t e r nb e r g zwei Species seiner Gattuiig Cunifes (C. cernuus
und arrnafus X X X I X . T. 29. F. 1. 2. und T.46.F.1.)
aus der Steinkohlenforination von Biihrnen beschrieben
und abgebildet orden, deren Zapfenfruchte so deutlich sclteiuen, dafs u ir kaum darau zweifelii kiinnen, sie
s e j e n mit Recht in die Famiiie der Coniferae oder Cy-
435
cadeae zii setzen. Es zeigen sich also demnach bereits
in der ersten Periode drei jener vollkornmner organisirten
Klassen, welche von B r. unterschieden werden, menn
gleich die letzte von der Summe des Ganzen nur einen
hiichst unbedeutenden Bruch bildet. Indefs auch in d e r
Zahl jener Klassen, die FIr. B. seiner dritten Periode zuschreibt, glauben wir UIIS durch die bislierigen Beobachtclngen berechtigt, eine Aenderung zu treffen. Wir findeu hicr ausdriichlich das Vorkominen der Dicofyledonen gellugnet, urrd doch ist das Erscheinen unleugbarer Reste derselben, sowolil im Qiradersandsteiti und im
Elreidemergel, als selbst auch iiii Gebiete der Juruforrnnt~'o'orikeine Seltenheit. E s wird nicht erst nothig seyn,
hiebci a n die Abdrucke von Blattern aus der Bildungsperiode der Krcide zu erinnern, deren wir bereits oben
aus einer andern l\iicksicht ercviilint hnben.
Ihre sehr
wohl erkennbare Struktur, die Vertheilung ihrer Eerven,
lafst uns hciuen Augenblick im Zweifel, wohin sie z u
rechnen seyen. Aulfallender war es uns indefs rroch z u
sehen, dafs Hr. R. hiebei selbst nicht seiner eignen, friiher melirfach geinachten Beobachtungen und Bernerkungen
eedacht hat. Denn wir finden von ihm selbst aus der
Snndsteinforination von Hoer in Schonen die Blatter mehrerer ganz unzweifelhaften Arten von Dicotyledonen erivshnt, und der Verfasser legt sogar auf das Erscheinen
derselben eincn sehr groken W e r t h , urn daraus auf das
,Alter dieser Schichten zu schliefsen *). Eben so bekannt
sind nber ferner noch dieselben Erscheinringen aus d e r
Jurafor~nation. W i r finden aus den Schithten dieses Alters in Frankreich und England das Vorkornmen von
Dico!yledonen -Resten inehrfach bereits anerkannt. D i e
*) Hr. B.
war sogar desllalb friiher geneigt, in J c r Vegetatiunsperiode, wclclie die Glirdcr drr g r d s e n Juraforrnation e i n s c h l i d s t ,
das \-orhornnlen rinrr gleiclien Zalrl von M o n o - und Dicoryledonen anrunehrneo. Vergl. derhalb Annul. des ZC. not. T. IY.
p. 224.
Ee 2
4.36
HH. D e s n o y e r s und Ad. B r o n g n i a r t selbst erkannten
dergleicheli in der nildung der Jura-Oolite roii Marnirs.
Schr wahrscheinlich ist ferner classelbe Vorkoinineii aus
Schicfern von Sto/2csjcld bei
O+-forcl. ICbeti so hat fcrner aoch V’.I V e b s t c r aus
tlen Schiclileii tles Portland r:nd Purbeclr-stone das hiiu’ligc Vorhonii~icnselir anselinliclier Sl;iiiiiiie von Dicoljledonen - Buurnen ( 1-2’ iiii l)iirchm., Geolog. Y h t s a c t .
11. p. 41.) besclrrieben, welclie nocli aufrecllt standen,
iiiid deren coiiceutrisclie Bildung vollkoininen erhalteii
war. Auch u n t x den voii G. M a n t e l 1 in den Scliichten des Irorzsand con Ili’lgafe ForesL aufgefiindenen vorweltlicheii Kcsteii linden sich rinzwcifellr;ifte Theile von
PHanzen dieser Klasse.
TJnd ebeii SO hat bereits der
. Gi-af S t e r n b e r g die k’riichte einer Species von JULJ~UIZS,
nus den Salzwerheu von Widitzka bescliricben, dcrcn
Lagerstalte wir ilach den griiudlichen Uiitcrjiichiingcii v o n
Iirii. Prof. P i i s c h zii tler Kiltlung des Litrs reclinen durfen, gleichzeitig init den Santlsteinen und Kalksteineu, welche in so uiigeheiirer M~icli~igl~eit
die Massc der Carpothen zusaminensetzen.
Gewifs ist es eiii fiir die Keiiiitnifs der fortschreitent!en E n t n iclilung organischer UTcsen in den verschicdcneii Perioden der Erdbildung selir
wiclitiger Gegenstantl, die (;riiiize zu bestiinincn, von
welcher a b zuerst sicli die Spuren der vollkoninicnsten
Organisation zeigcii, dcrcn die Glicder des PHanzen - und
Thierreichs iiberliaupt fiiliig zu s e p sclieinen. Es ist daher die Frage nacli dein ersten Erscheinen der Dicoqledonen-P’untm
viillig voii derselbcn Bedeutiing, ie die einflu~srcichcnFowAiuiigen iiber das Linlreten tier nin volllionlinensten orgiiiiisirtcn Klasse tlcs ‘t’hicrreichs, iiber clas
erste Ersclieiiieii tlcr vierfiifsiien ‘I’hiere in den Schichtcn
der Erdrinde. Bei dcin gegenn iirligeii Zastande der organischen Schiipfung scheinen sicli zwar die Verhiiltnissc
beider Klassen zur gaiizen Sumine dcr thierischen uiid
vcgetabilischen Organismen nacli analogen Geselzen zu
t l c w vcrsteiiicriingsreiclicii
-
437
richten. W-ir kennen indek dieselben weder im Gebiete
der gegenw;irtigen noch der vorweltlicheii Schiipfungen
so genau, dafs wir im Stande wliren, sic auf befriedigende W e i s e in nriinerisclie W e r t h t zu bringen, und ivir
eiitbehreu daher zrir Zeit nocli eines dcr wichtigsteii 110cuineiite iiber die Oeconourie dcr Natrir in den verschiedenell Perioden ilirer Ausbiltluiig. - 3iclits desto weniscr
bleibt es aber doch iininer selir wiclitig aus den bereits
dariiber vorhaiidencii Thatsachen eiiiselin zu hiinnen, dafs
die aIlinZlige Eotwicklung der arganisclien Kiirper im
Thier - und iin I'flanzcnreieh viillig denselben Gang genomnien habe. TYZlirentI die am eiiifaclisten orgnnisirten Arten voii beitlen zuerst erschienen , fintlcn wir aiich
durchaiis dieselbc Stufenfolge nach in lkzieliring auf das
allm$lige Erscheiuen rind Zunehinen dcr vollhoiniriticr organisirten Geschiipfe in den Schicliten der Erdrinde \viederholt. Van den vicrfiikigcn 'l'hieren siiid es belianntlich die auf der nicdrigsteii Stufe tler ririrbildung stehenden Artip/iih'm, welche wir znerst antreffell. Ti7ihlirend
die hbtlieilung der Suurz'er bereits im Gcbiete der JumJormation ZLI eincm Grade tler Entwicklung gelangt, elche tins darin weiiigstens 20 bis jetzt woh1 unterscliieclene Arten wnhrneliinen kil'st, scheineii die vollhoinmlier
organisirten S;iugetliiere jciiseits der Kreide nur einen einzigen Repriisentanten zii besitzen. Uiesseits derwlben
aber tritt schon ein Zustand ein, welcher dem Charakter der Fauna i n der gegenwiirtisen Schiipfuug ( w c n n
wir dabei von den Unterscliiedcn dcr Kliinatc abstrahiren)
viillig verglciclibar ist. Ebcn so auch in dem weitcn Gebiete clcr PHanzcnwelt.
Herr 1; r n n g ii i a r t hat selbst den Clwaliter
dcr Vegetation seiuer vierten Periode fiir jeilein der
,'C"ell,\:' r t.lig
~
nocli forttlnuerndcu viil!ig hhiilicli erI&ii?.
I)ie BicotyIerIonen- P j h t e i i , welchc Iiier vorliouiirleu,
gelijren weit vorherrschend den ain volllioininensteli entwichelleii Paiiiilien derselbeu. I n der Bildangsperio Jt.
~
43s
jenseits der Kreide aber fand Hr. B. unter den hoher
organisirten Vegetabilien nur die Arten aus den naturlicheu Familien dcr Cycadeen und dcr .ORL7eren voriierrschend. Eine Thatsache von sehr grofser Wichtighcit,
dercn Kenntnisse wir ausschliefslich den iiiuhevolleii Forschuiigen dieses ausgezeichneten Beobachters verdankcn.
Der EinfluEs, welchen diese in der gegcnwarligcn Schapfung nur durch eine geringe Zahl von Gattun~eoreprasentirten Familien auf den Charakter der Flora jcner Perioden ausuben, scheint uberdiefs Hm. B. bewogen zu haben, dieselben zu dem Range einer selbststhdigen Classe
zu erheben. Denn er uiiterscheidet sie sowohl in der
vorliegenden Uebersichtstafel, als auch in seiner Histoire
des ue;;.E'tauxfossiles (Liur. 1. p 20.), unter der Benennung Phaneiogames gyrnnospermes , iind giebt ihnen
die Stelle zwischen den Gefup - Kryptogamen uiid den
fifonocotyledonen. So einflufsreich indek auch die Grhnde
gewesen seyn magen, welche den Verfasser veriiioclit haben so zu verfahren, so k6nnen wir doch neder die
Grundsatze billigcn, welchen er dahei gefolgt ist, Iioch
kiinnen wir die seiner neuen Klasse angewicsene Stelle
fiir die richtige halten.
W a s zunachst schon den Namen der Phanei-ognmes gymnospermes betrifft, nelcher bekanutlich durch
die merkwurdigen Untersuchungen von R. B r o \v n veranlafst wurde, so gcziemt es uns nicht, uber dic Richtigkeit der Thatsache, welche hiebei vorausgesetzt \\ ird,
ein Urtheil zu fillen.
W i r durfcn iins indefs wohl
auf die hnsichtcn zvveier Botaniker ersten Ranges, auf
H e m D e c a n d o l l e und A. R i c h a r d , berufen,
velche es fur keinesweges viillig erwiesen halten, dafs
die weiblichen Bliithen der hichcr gehiirigcn Ptlanzen nur
fur einfache ovula oliiie Fruchthulle angesehn werden
durfen *). Solltcn es indefs auch ferncre Uutersuchungen lehreu, dafs der Familie der Cycadeen und Confe-
c
* ) Vergl. D e c r r n d . O r g a n o g r p l r i e ut!zAiile, II. p . 19. nutr, urid
R i c h i i r d H e m . sur les Coni/i.res et les CycadCes, p . 203.
439
ren zu den vielen Ahweichungen, welche sie uberdiefs
schon so selir untcrscheiden, noch diese inerkwiirdige Ausnabme voii' der herrscheiiden Orgaiiisation gebiihre, SO
wird doch der Einflul's, welchen diese Entdeckung auf
die Classificatioii der fossilen Vegetabilien haben killlll,
imlner nur von gcringer Bedeiitung seyn. Denn es iiegt
scbon in der Art der Erlialtung dieser Reste der Vorwelt, dafs wir bei allen Versuchen sie in natiirlich begrgnzte Gruppen zu ordnen vorzugsweise den Eigenthiimlichkeiteu ihrer Gestaltung, welche von den Organen tler Vegetation herriihren, eine grijfsere Wicbtigkeit
einr~uineii werden, als den Organei, der Fortyllanzung.
Sind aber die wesentlichen Verscliiedenheiten derselben
insbesondere nur a n solchen Tlieilen wahrnehinhar, welche dcin Beobacliter im Gebiete der vorweltlichen Pflaiizenmelt kaum je zu Gesicht koinuien kiinuen, so werden offenbar die davon abgeleiteten Kennzeichen in den
untersten l'\aiig zu versetzcn seyn. Cetrachten wir nun
aber die eiiizeliieii Arteii der Cycndeen wid der ConzreTen nach ihren aul'serlich wahrnehmbaren Eigentbiiinlichkeitcn, vergleichen wir die Bildung ihrer S t h i n e , die
Art der Insertion ilirer Bllilter u. s. w., so werdcn wir
durcliaiis iiicht in Zweifel blcibcii kiinuen, wohin sic zu
setzen seyeii. Schoii A. R i c h a r d und +ter noch D e c a n d o l l e habcii es zugegebeii, dal's die erstern in dieser Keziehung den Pnlrnen und baumartigen Ililonocolyledonen
niichsten stehii, wlhrend die letztern sich unmittelbar an die vollkominner o r p i s i r t e n Dicotyledomen
anscliliel'sen *). I n der 'l'hat sind auch bekaniitiicli die
Stainme der einen, wenn sie olrne Eegleitung von Blattern und Fruchlen gefunden wertlen, der Abtlieiluog EndoGeniLes unterzuordnen , die aiiderii aber siiid so vollhouimene Exogeiiiien, dafs wir iiicLt ohne Widerwillcn
aufliiiren kiiniien, die allgemeine Gultiglieit dieses wichtigen Unterschiedes aller nicht gciiauer bestiiiiinbaren Pflan*) Vergl. N r m . sur Irs C o m p r e s rt les Cycudirs, p . 183. sq.
urrd Orgunogrciphie vLgLtuie, I. p . 219. ZI p . 98 - lCO.
440
zenreste zur Begriindung zweier grofser Hnupt-hbtlieilungeri
derselben oufzugebcn. Hat dcch aucli selbst Hr. K, n d i r sclicinlicli OIIS iiIiiiIicIicn Cruntlcii, i n seiner bt:ilicptlcn
Uebcrsichts- Tafel die Gattiinsen E d o ~ c n i l e su ~ i d&ogeniles noch mit aufgcnoiiiinen, u n g e d i t e t sic liicr tlcr
von iliin aufgestellten vierten Klasse w g c n alle Bctleutung verlierea.
W a h r e n d wir inders die beiden Familien dicser iicuen
Klasse in B's. Uebcrsichts-Tafel aus den angegebclieii Griinden getrennt, und die eine tler Abthcilung der P/IURL;I.Ogames J,'bnocog.lcilones, die nndere deli Phaticrognmcs
Dico/yldones beig.:sellt wunscliten, linbeii wir keiiiesweges den holien Grad ilirer Verwandtsrhnft iiherseliii,
der vor rillein drirch die denknurtIi;;en Arbeiten dcr
ElH. R i c h a r d Vater und Solin so inerkwiirdig g c ~ o r den ist. Die eigeniliumliclie zwcilappigc I M u n g tlcs KII!hryo, w e l c h bei keiner bekannten Gattiuig dcr Pr~lnicn
Liliacecn u. s. w. frulier beiiicrbt morden war, ndiert die
Cycadeen in so liohein Grade den I)icot~l'cdoiicn, thk
wir nach der eiufiichen Beobachtung diescs Kennzeiclicns
alleiii nicht melir anstehn wurden, sie in diese hiilicre
Klasse zu versetzen. Ebcn so aber steigen auf tlcr andern Scite die Con@rae durch die unvollhommeiie Organisation ihrer Fructifications-Organe aus der ;rofsrn
Abtheilung d e r Dicol'yledonen' zu der vorhergchcndcii
Klasse herab, uiid sic schliefscn sicli doch aiidcrerseils
wieder eben so innig der liiilier organisirten Klasse, uiid
zwar durch dieselben Eigenscliafieii a n , wclche uns vermochten, die Cycadeen a n (lie Yurserste Spitze der vorhergehcnden zu setzcn. Solltcn wir dalier , noch Hrn.
n 's., Phanerogarnes gymnospermes als eine sclbststlindige Klasse von Vegetabilien beibehalten, so \I urdeii wir
durch;ius keinen Anstand nehiiien, sic, nncli eiiicin geziidcrten System der 1:cnennung , z~ ischcn seine funfte
und sechste Klasse zu versetzeii. Diefs ist aber auch
grade tlieselbe Stelle, welche die liieher gehiirigeii Arteri
'
veriniige ihres Vorkoinmens in der Rcihenfolge 'der Schichten ciniieliiiien, welche die Erdrinde zusammensetzen. D i e
ersten Spr:rcn dcrselben verlicren sicli iin Gebiete d e r
aillesicjr pil"lz- Snndrlei/lforrnnlioon, eben so \vie die erstcn Spiiren der uiivollkoiiiineiier organisi~ten vierfufsigeu
Thiere sic11 iui iiltestcri I.'liitt-KaZksfci/ze (iiii Kupferschiefer) zeigeii. Ueitle werden alliiililig herrschend , ja Forwaltend iri dcr Flora und Fauna dcr I3iltiungen, wclche iinmittclbnr jciiscits der Krcitle liegeii, iind beide
wcrdeii ziigleich eiitllich voii d e n vollkoininner organisirten Foriiieii Leitlcr liciche iin Gcbicte der letztcii Sch6pfuiigspiotlc vcrtlrkigt , M elclie tler Segenwlirtig noch
fortbestehcndcii iiiiinittelbar vorhcrsegaiigcn ist.
Fassen btir niin ciidlicli die Resultate der bis liieher
fortgefiilirteii Behwhtiiiigen iibersichtlich zusamuieu, so
ergiebt sicli daraus:
1) Dal's es keiiie tinter den allgeiiieiner verbreiteteii
GebirgsforiiiaIioiieli seit dein ersten Erschcineii organischer Gescliiipfe gebc, in welclier niclit ziigleich
auch die licste eiiier gleichzeitig fortbesteheuden
I a i d - Vcgctalioii vorkominen.
2) 1 ) a h die verscliicderien Perioden der vorweltlichen
Vegetation zwar stiifenn eise, von dcr liltcstcn bis
zur juiigstcn, durcli . das fortgesetzte Iiiitreten voii
neiien, iiiiiiier vollkoininner oipnisirten, I'flanzenFainilicri bezeicliiiet werdoii, tlafs aber daiiiit kcin e s w e p ein viilliges Verscliwiiitleii aller in deli
. vorIiergclientler1 Periodeii vorliandencn Species verbuiiden sep.
3) UaCs sicli die Arten dcr aiii vollkoininensten en(wickelten Kl;isse, der Dicotyledonen, bereits in der
Biltlungs-Epoche dcr Fliitzforitiaiion cinstellen, urid
dafs sicli die ersteii Spuren deiwlbcii schoii in deli
Slicsten Schicliten d e s Fliitzscbirges iiaclirveisen lassen, wGhrend sie in den darauf folgenden a n HGufigkeit iuiiiiiterbrocheii zunclimen.
44‘2
Schliefslich benierken wir noch, dafs wenii diese
allgeineinen Resultate vielleicht mit dazu dieneii kiinnen,
die Gescliichte der allmiiligen Ausbildnng der Erdrinde
zu erlsutern, wir den Erfolg dersclbeii wesentlicli den
iiiiihevollen Forschungen von Hm. B. verdanken. W i r
hoffen daher, dieser ausgezeichnete Katurforscher wcrde
uis veneihen, wenn wir in den vorliegendeii Jkmerkungen nicht iuimer dieselben Ansicliten init ibm getlieilt
haben.
A n h a n g .
W i r haben oben bereits das merkwiirdige Auftreten
vorwcltlichcr Yflanzeuarten, wclche man bis liieher deni
altcn Steinkohlengebirge fur ausschliefslicli eigerithuinlicli
gehnlten, in den Scliichten einer mlchtigen IMcluiig im
siidwestlichen Theile der Alpenkette erwrhnt, welche, vermiige ihrer Lagerungsrerhiiltnisse und vermiige der Beschaffenheit ihrer thierischen Versteinerungen, zu den Gliedern des Lias oder der grofsen Juraforination gcrechnet
werden miissen. Hr. k l i e d e B e a u m o n t , dessen Talenten wir allein diese wichtige Entdeckung verdanken,
hat derselben in zwei sehr gehaltrcichen Abhandlungen *)
cine Klarheit und Ausdehnung gegeben, welche die vollkornmne Richtigkeit der eben bemerkten Thatsache aufser
allen Zweifel setzen. Die geiiauen Bestimmungen der von
diescin ausgezeichnetcn beobachter an Ort und Stclle gesammelten I’flanzen, welche Mr. Ad. B r o n g n i a r t uiiternoinrneu , haben aufscrdem nur dazu dienen kiinneo,
das was Hrn. U e a u m o n t schoii cine vorlliufige hnsicht
des Hauptcharakters dieser Rcste gclehrt hatte, geriauer
auszufuhren **), und beide Baturforsclier haben gleich
*) In den Annul. des scienc. nufur. T o m e XIV. p . 113. sy. urrd
Tome XV.p. 353. sq.
**) Vergl. Annul. des sc. nut. T. X I K p . 125. s+ uncl T.XC:
p. $3.s9.
lebhaft den bedeutendcn EinfluCs empfunden , welclien
die Keniitnifs einer S O ungewiihnlichen Erscheinung auf
die Grundsatze der Wissenschaft ausiibeii mufs.
]Der auffallentle Witlerspruch, in welcliein w ir durch
diese Arbeiteu die Resultate der botanischcn Untcrsuchung
mit deli Ergebiiisscn dcr zoologisclicii und geognostischen
E’orscIiung bei ein und derselben Forination finden, hat
Hrn. B. ~ e r a n l a f s,t liiebci eine voii den bislierigeii v8llig
abtveichende Ansiclit von den Verlililtnisseii dcr vonveltliclieii PHanzcnrvelt vorzutregen, welclie wir liicr einer
critischen lhtrachtiing zu unterwcrfcn beabsiclitigen.
Hr. 13. glaubt z u n k h s t aus den erwiihntcii Bcobnchtungcn B e a u m o n t ’ s ableiten zu diirfeii: dafs es in jencr E p o c h , in welclier die Lias - Forin;ition nus dern
allgerneinen Gcwasser sich iiieticrsclilrig. bcreils riticn Unterscliied in den hliirratischen Verliiiltnissen aid der Erdoberilgche gegcben habcn miisse. Es ist iliin wahrscheinlich, dafs dainals schon zwei dnrcli den abweiclienden
Charaliter ilirer Vegetafioii weseiitlicli verschieclciie Regionen bestaildeli lirrbcn. Die eiiie, in welcher eich Europa und wahrschcinlich unsere ganze heutige gemiikigte
Zone befand, trug darnals PHanzen , welche yon jeneii,
die ehen dort friiher in der Periode der Steinkohlenbildung vegetirten, viillig verschieden waren, in der andern
dagcgen, welche sich unslreitig iiber das ganze Gebict
iiriserer heifsen Zone erstreclite, war die d t e r e Vegetation unversiidert geblicben. Unter getvisscn Uinstiiiideii
aber lionrite tier Fall eiritreten, dars die Pflanzcdieilc
der heirsen Zone entrissen , in die Laiitlcr der geiniifsigten iibergefiihrt iind dort a b p e t z t wurtlcii.
Uiid so
m i n t Hr. E. seyen die scheiiibaren Anornalicn entstand e n , ~ ~ e l c l i die
e
hnthracit fiilirentlen Gebirgsarten der
Allwn h i g e n , je nnchdem wir sic in ihren zoologkchen
und geognostischen, oder in iliren botanischen C1iai.ahteren heiiiien leriien.
SO scharfsinnig indefs auch in der That diefs Er-
444
gebnifs aus den vorangegangenen Untersuchungen abgeleitet worden, so kiinnen wir doch durchaus niclit umliin zu bcmcrken, d a k die hier vcrgetragenen Griindc fur
diese Ansicht uns keineswcges geniigend scheinen, urn
daraus auf einen Zustand der Erdoberflache in den letzten Perioden ihrer Ausbildung zu schliefsen, welcher yon
jcueni ihrer friihcren Periodc so .abweichend gcwesen
ware.
Der Umstand, d a b die Yflanzen, die sich in den
Anlhracit -Scliichten der ,4lpen finden, nicht voii einer,
Formals in der Kalie oder gar au derselben Stclle stattgefundenen Vegetation herriihren, wird von Hrn. B. zuniiclist aus dein fragmeutarischen Zustande abgeleitet, in
welchem sich alle ihm von dort zur Hand gekommenen
Exemplare befanden. Niemals hatte zugleicli bis liiclicr
Hr. B e a 11m o 11t dort nufrecht an ihrcin urq~~iingliclicn
Fundorte siehcnde Steiigcl und Stiimmc gcfiinden, welche bekanntlich iin Gebictc der alten Stcinliohleiiforiiiation und iu jeneiii des Keuper und des h s , in antlcni
Gegeiiden der Erde, keiue seltencn Ersclieinongen siitd.
Auch scheiiit selbst Hrn. n. keine so p o k e Einfiirmiglieit
der Pflauzen, die hier vorlioiiiiiien, kein so liiiuliges Wiedererscheinen dcrsclbcn Species stattzulinden, \I ie es in
deiijenigen HildunSen dcr Fall ist, welche die in ihren
nachsten Umgcbunsen cinst vorhandcnc l~flunzenscl~iipfu~ig
in iliren Schiclitcn verbergen. W i r iiiiissen indel's bemcrken, d a k diese Krschcinongcn, wenn sic glcich allcrdings
der Ansiclit des Verfasscrs iiber den Ursprung der fraslichen Pflanzcnreste giinstig sind, dcnnocli zur unzweifclIiaften Bestlitiguny derselbeii niclit answiclleii. Dcnn es
wird wohl nicfit erst niithig scj-n, tl;lraut' ittl~liierhsai1~zu
machen, v011 wie vielcn andern rciu iocnlcii I'erIi~iI!!iissen, wclche hier uihberiic'hsiclitigt blicben, die A1.t der
Erhaltung vorweltliclier Orpnisnicn SO hiitiIig abli;iiiijs
gewesen ist. Die ;;riiCsere otler gcriiii;crc Kulie bei dcr
Gildiing der unigebendeu GebirSsarteu , die verschiedcii-
445
artige G d s e des Korns der von den Wasserfluthen abgerisseneu Fraginente u. s. w. konutcn auf 5huliche.VVeisc
dieselben Erscheinu~i~eii
hcrvorbringen. Auch ist in dcr
T h a t doch die Ausdehnung, in welcher einige iibercinstiinniende Pflanzenarleii aufgefunden wurden, zieinlich
bcdeutentl, uud unch den von I:e a uiu o 11 t am Sclilusse
seiner Abhan&liitig (1'.XV. p. 380. note) gcgebenen Andcutiiiigen lniigen sich die Scliichteu des anthracitfiihrenden Sandstcines , w-clche iihnliche I'lanzenrestc einsclilieL e n , init grorser ~~Tnlirsclieii~lichleit
i i i einer Lziigeuerstreckuiig von weiiigstens 30 geogr. Meileu ununterbroclicn wieder nachwcisen lassen.
Auch durfeii w i r wohl noch hinzufiigeii, dafs es uns
iiberliaapt iininer sehr gewagt zu seyn scheint, (lie Anwesenheit so vollkoiiiiiien erlialtener znr:er Ueberreste
wrwcltlicher Organisinen durcli Herbeifuhrung derselben
aus den Lsndcrii ferner Zonen zu erkliiren. Es ist diefs
belianntlich dasselbe Hiilfsinittel, 'dessen sicli die ausgezeichnetesten Katurforscher friiherer Zeiten besthndig vergeblich bcdientcii , UUI dadurch das Vorkolnmen jcner
freindartigen 'I'hier - untl l'flanzen-Formen a n solclieii Orten miiglich zu finden, an ivclcheii die nocli fortbesteheiide thierisclie rind vcgetabilische Schiipfuiig eiiieii viillis c o n den Resten tler Vorwelt abweichendcn Chnrakter trzgt.
W-ir diirfen liiebei iiur arif die nierktviirdige
Arbcit von X e r n n r d cle J i i s s i c a verweisen, welcher
bekanntich, uiii das Vorlmniuen tropischer Forineii unter
den Pllaiizenabclriicken v011 St. C:hauinont zu erli1:ircii *),
dieselbeii als atis tropisclien L~intlerii hielier gcfullrt ailsnli.
W i r diirfeii feriier iiur nocli P n 11 a s erwAiiieii,
wclcher **) die grofse Masse yon verinctiiitlichen Eleplinnteiihnochen, Buffelti untl Rhinocerote~i, die sicli in
den SIeppen Sibiriens linden, durch Fiutfien, die das
446
Himalajah-Gebirge und das Hochland von Inner- Asien
iiberstiegen, Bus Indien hieher fiihren liefs. Und Hr. B.
wird es sicher veizeililich finden, wenn wir die von ihm
vorgetragenen Ansfchten iiber die Ursachen des VOIkommens von Pflanzenresten in einem so grofsen Theile des
Alpengebirges nur mit Mifstrauen aufneliinen.
W a s indefs noch ferner die Meinriiig von Hrn. B.
betrifft, als habe zu den Zeiten der Bildiing des Lius
u. s. w. bereits ein IJnterschied in den vegetabilischen
Eneugnissen der Tropen und der ge1n:il'sigten Zone statt
.gefunden, so scheint es uns, als wiirde durch die Wreise,
wie Hr. B. selbst spliter (in der vorhergehenden Abhandlung) den Charakter seiner Floren fur die verscliietlenen
Perioden der Erdbildung liiirt bat, sclbst jeder Gcdaiike
a n eine solche Art der Verschiedenlieit entfernt gelialten.
Und gewifs auch mit Recht. Denn so weit wir irgend
wissen, w a r bis hielier rioch nirgend eirie Thatsiiclle bekannt, melche uns niitliigcn kiinntc, in allen frulicren Periodeii der Erdbildung irgend einen gleiclizeitii; besteheuden Unterscliied in der organischen Sclibpfung, Hlrnlich
dem ihrer gcgenwlirtigen Vertheilung auf der Erdoberfliiche, vorauszusetzen. Ai!ch ist diefs gecvil's urn so llichtiger, weil sich daraus iin W-esentlichen der liohe Grad
v o n Bedeuturig ableite't, welchen die Kenntnifs der Verstcinerungen irgend eincr Formation fur die Bestiinmiuig
ihres Alters hat.
Vergleichen wir nun ferner noch die von Hrn. B.
fur die liiltfungsperiorle des Lius angenoinincne Voraussetzung dicscr Art mit den aol'serdeui bisher bekaiint gewordenen Erliiliriiiigeu iiber deli zoologischen und botaiiischen Cliarakter t1it:scr Formation, so \\ ertlcn wir entschieden dnrauf gcfiihrt iverdeii, die Frage iiber die Zakissiglteit jeiier iieuen hrisicht auf das Ikstimmtestc mit
S c i n zii biliint\vorten.
Ziinhclist ist schon das Vorkominen der L'Hirnzrnf~lliilieii, welche Hr. B. seiner dritteri
~-egetatioiisperiode fur cliarakterisliscli hiilt, iiberliaupt
447
nicht dnzu geeignet uns glauben zu lassen: dafs wihrend
der Bil(1ung der Lias- iind Jura-Formation in der gegenwartig gemgkigten Zone ein anderes als unser heutiges Tropenkliina gelierrscht hahe. Bei weitem die Mehrzahl der in diesen Schichten gefiindencn Vegetabilien gehiirt nach Hrn. R’s. eignen Untersuchungen dcr Familie
der C’cadeen, jn 16 der von iliin unterschiedenen Arten
derselbcn, iiiehr als des Ganzcn, beziehu sich auf die
eixiziv iioch lebenden Gesclilechter dieser Familie, aiif
?
Zarnin iiiid ~ Y C U S . Dekanntlich aber gchoren diese Geschlechter zu denen, welche heute noch ausschliefslich,
cntyeder innerhalb der Tropenzone selbst, oder doch
iinmittelbar an iliren Granzen, vorkommen. Eben so geIiiircn zu diesen Erzeugnissen warmer Klimate die in dieser Bildung so h;iulig vorkommenden S t h i n e yon Egdcefurn colurnnare Brogn., welche die ungewohnliche 1,ange
von 10 Furs crreichen; ferner die 4 bis 5 Fufs laiigen
Elatter von Farrnkrsutern aus der Gattung JIenisciurn *),
die unliiugbaren Ueberreste von Musaceen, welche Hr. S.
selbst darin angegeben 11. s. w. Auch ist die Verbreitung, in welcher diese Pflanzen bisher gefunden wurden.
keinesweges eiiie solche, dafs wir daraus nur irgend cine
Andeutung von einer Verschiedenheit des Kliina’s nacli
den Breitengradeii heminehmen im Stande waren.
’) Diese merkwiirdigen RlEtter sind bekanntlich zuerst von Hrn. B.
i m Sandsteine von Horr iu Schunerr aufgefunden (rergl. Annul.
des sc. nut. Turn. IF’. p . 200. suic. pl. 11.) w o r d e n , welclicn
d e r Verfasser rnit vieler Watirsclieiolichkeit bereits fur gleictizeitig rnit d c r Iiildung des Lias , o d e r seiner n i c h s t angrioreoden
Scliiclrten erkonntc. Diese Mutliinal‘sung. damals allein a u s d e m
Cliarakter der Vegetation hergelcitet, liat s i c l i spster a~iclidrirch
die Auflindurig thierischer Reste bestBtigt. D e n n ich erfahre d u r c h
eine 3littheiluing yon Hrn. X i I s n n , dafs man irn Sandstrine von
jluguniis, welcher m i t jencin von Hoer t i i j e t ~ s t ~ v a l i r ~ ~ l i e i ~ izu
licli
dersclben F o r m a t i o n gel161 i n Verbinclung mit einigeu noclr
niclit n.iher bestininiterr 3Iusclieln die Aciciifti iriuryuir.ufi.is s o w .
gefunden, welche, so w e i t w i r bis jetzt wissen, ein Eigenttiurii
des Lius u u d dcr untern Oolitlr-Sclriclrten ist.
I ,
448
D i e wohl bestiinmbaren Ucberreste von Equisefum
columnme sind bercifs aus den Schichtcn der Liasformafion von dein siidlichen Abhnnge der Alpen bis zur
1ii)rdlichen Spitzc von Schottland, also i n cinein Zwischciirailme von . vollen 12 Breitengraden, beliannt, und dic
mit ihncn vorkonirnenden Forinen von C y c ~ t l e ~ trind
r
Farmkriiiufern gehihen entwedcr grndezu denselbcn, odcr
doch wenigstens so selir nahe venvnntltcn hrtcii an, tlafs
w i r daraus init Recht auf die Glcichheit der iiufscrn Bedingungeii schliefsen diirfen, unter welchcn sic gelcbt habcn.
Dr. R i c h a r d s o n , dcr wohl unterrich!ete Gefiihrte dcs
Capit. F r a n k l i n , auf seiiicn denkwurdigen Expetlilionen
nach dcr Sordwcstkiiste Amcrilia’s, hat der geologisclien
Societst zu London ein wichtiges Meinoire vorgelegt, nus
welchem sich ergiebt: (lal’s sich auch in diesen eiitferutcn
Gegenden, a n den Ufern des J1ackmz;e- Sfrornes , bis
zu 70” nordl. Ereite, cine nusgezeichnete Kohlenforiiiation, in Begleitung von Knlksteinen iind bituiniiiiiscii Scliicfern, nachweiseii Insse, welche wahrscheinlicli init jcner
des niirdlichcn Scltofffanclu. s. IV. ideii~isch sey. E r hat
in derselben I*’nrrnkraufer und Lepidodendron aufsefiin.
d e n ; aucli schcineii die glciclizeitig aufgefundenen thierischen 1:cstc niit jencn der Lias - rind Jrrm- Fotmofiotz
sehr 1 ~ 0 1 1 1 iibercinzustiinincn *). E s ist also wolil wvenig
wnhrschcinlich, dnfs sicli die hier fur ciiieii so grol’seii
‘l’lieil der ErdobcrHiicIic iiachgen iesciict (;lcichar~ighcit dcr
kliuiatisclien Vcrli~iltiiissewiilireiicl der Kil(1uiiSsperiotic des
Lias nicht aucli fiir den i i b r i p inil Scliiclitcn tlieser ]%Iclung bcdecktcn ‘Tlicil dcrselbcii noch fcriicr beststigcn
w erde.
Hr. B. schciut feriicr ‘LU glarihcn, cs IiSIte sich dic
fi.;iher wahrsclieinlich iiicht rorl~aiidcne Verechietleiilieit
der KIimatc voii jener Pcriodc her alliii~iligbis zu ilireiii
ijC-
*) Vergl. Phik~soplr.i7Lrgu:. irnd ,4nnnl.r
f’. ‘113. J‘I.
n,f
Ph;h.roph. V I ~
I I .I .
449
-
gegenwsrtigen Zustande ausgebildet.
Doch iiicht allein
v o n den kliinatischen Verhaltnissen wahrend dieser mittleren Periode der Bildung secundarer Gebirgsarten , sond e r n auch noch ton dcnen allcr spatern Perioden, welche der gegenrvsrtigen vorangingen , scheinen dieselben
Zeugnisse der gleiclifiiriiiigen Verbreitung cines dem h e w
tigen ‘l’ropenkliina genslierten iiber die ganze Erdoberflac h e nachmeisbar. Stainme von Jlbnocoyledonen - Bdumen, welche gegenwlirtig nur als cine seltene Erscheinung bis in die siitlliche W i n z e der genilifsigten Zone
hiliein vorkoiniiien, finden sich bekanntlich sowohl in den
Schichten dic sich uninittelbar a n die Bildung der Kreide
anschliefsen, als aiich in dcn Braunkohlcnlagern und den
audern Schicliten, der Tertiarforrnation. Und wenn auch
ferner noch die bis hicher in diesen Bildungen aiifgcfiindeuen zahlreichen ‘l’liiergeschlechter mit solchen die ineiste
Vermandtschaft zeigcn, wclche heute noch ausschliefslich
in den Meeren iind auf dein Festlande niederer Breiten leben *), so ist es gc\tik kein geringer Beweis fur
die vorinals gleichfiirmigc Verbreitung ein uiid desselben
Kliina iiber alle ‘Theile dcr Erdoberflzche, wcnn wir dieselben Versteinerungen in Bildungen gleichen Alters unter weit von eiiiaiider entfernten Breitengraden zcrstreut
finden. Und so zeigt es denn auch in der That die Erfahrung. Diesclben organischen Reste aus der TcrtiiirJormation und dein Diluuium, wclche bereits iibereinstimmend aus dciri Ecclien von Paris und von London,
ails den subapcii~~iiiischcnHiigeln, so wic -con d m K u sten der Ostsee bckannt waren, hahen sich neuerlich in
gleichartig gebiltlcten Schichten an den Ufcrn des Ira’>
Diesc grofse Verwandtsclinft w;rd unter a n d c r n , wie h l . v o n
11 11 m o 1 d t zlierst bernrrkte, auf cine sehr iiberraschende Weire
such durcll dns Verhiiltnirs der einschnaligcn untcr den fossilen
Jlusclleln. m i d e n zweisclinaligen bewiesen, w e l c h e s jcnem in dcr
Iicutigeti Tropcn -Fauna sclir nalie steht.
Vergl. J h o i s u r Ir
p . $1. Rrhr. hist. Tom. X p . 304.
3. 60.
Annal. cl.Plrysik. B. 91. St.3. J. lb129.St.3.
gisrm,
da
Ddriinre
corps o r p i n i s & fossilrs,
Ff
T~ibIcnr~
450
waddi in Hinter-Indien *), in den TJnigebungen des &Arnapufrn in Bengafen **), auf Jamaica *") und hvchstwahrscheinlich aiich auf den hntillent) wieder nachweisen
lassen. W i r diirfen endlich feriicr niir e i n m nlick ouf die
Lage der bis jetzt bekaniit gewordenen Fundorte einiger
Arlen jener ausgestorbenen gigoniisclien Piicl~yder~nen
der
Dilirvial-Zeit werfen, um daraus die sichere Ueberzeugrmg zu gewinnen, dafs es wahreud d c r Dauer jeilcr
Schbpfungsperiode, welche dcr unsrigeii iinmittclbnr vorherging in eineni Raume, welcher voii der Mundung cler
Lena (von 70" Br.) bis in den W-entlekreis reiclit, auf
beiden U f m des atlantischeii Oceans ein gleichartig verbreitetes Kliiua g-egeben haben iniissc, welches aukerdem
jeiielu dcr lieutisen Tropenzoiie wenigstens sehr analog
war. W i r verdanken dieses wichtigc Kesullat, fur die
vorweltliche Geschichte des Erdkbrpers, wesentlicli den
inuhevollen Forschtirigen von C u v i er. Es ist leiclit tlaro w den Schluk abzuleiten, dafs jeiie lnerkiriirdige Rcrolution, die den gegenw#rligen Zustand ,dcr Erdoberflzche
hcrvorrief, aiich dieselbe gewesen s e p , mit wclcher sicli
pliitzlich ciii bisher nicht nachweisbarer Uiilerscliied tler
Klimnte einstellte. Ein Ercigcii's, welches niit so furchtbarer Schnelliglieit hereinbracli, dai's uns dadurcli die Bewohncr der tropischen Waldcr uud Savaiiiicu Sibiriens
bekarintlich unvcrsehrt, mit allen ihren \widien Tlieilen von den Eisscholleii des Polar -Meeres eingeschlossen,
aufbewahrt wurdeii!
') S Philos. Mugu:. r~nJAnnuls of Philoa. VoI. III. p . 447.
*') S . Cvlebrooke io den Geologicul Trunsact. sec. srries, Vol. I.
Purl. I. p . 135.
"') Vergl. D e L 11 B e c h e G e o 1 o g y - uf Juirruicu Geol. Trunsuct.
sec. series, V o f . I I . P u t . I f . p . I t O . sy.
Vergl. Nugent Sketch o/' t h e Gvol. of the Islund of Antiguu.
t)
-
G e o l . Trurrsuct .first s e r i e s . V o l . Jx. Y u r t . II. p . 460. sy.
B r o n g n . Drscript. g c o l . dcs errc.irons de Yuris, 1tW2, p . 201.
~ 9 . AI. y o n f f u r n l o l d t , Helut. hisi. X p . 303.
-
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