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Bemerkungen ber die unipolare Leitung der Flamme.

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436
I? Braun.
aber schon dann ein, wenn bei der Bewegung des Reibzeuges ein Theil der von demselben nrspriinglich eingenommenen Fllrche von dem Reibzeug tlberdeckt bleibt.
Auch aus diesem Grunde ist also die Anwendung der
Formeln auf F U e , in denen das Reibzeug nicht um seine
ganze Breite verschoben wird, zu vermeiden.
I n einem kiirzlich erschienenen Aufsatze
l) sucht Hr. H e r wig die sogenunnte positive unipolare Leitung der Flamme
rnit einem allgemeinen Satz in Uebereinstimmung zu bringen,
wonach stets die negative Electricitat leichter aus einem
festen Korper in ein Gas austrete, als die positive. Herr
H e r w i g discutirt (4. 6) auch Versuche von mir, und ich
mochte mir erlauben, auf ein Missverstilndniss hinzuweisen,
welches dabei untergelaufen zu sein scheint. Ich war bei
Versuchen’), welche prtifen sollten, ob die Richtung der
besseren Leitungsfoihigkeit einer Flamme mit der Richtung des sog. Flammenstromes in Beziehnng stehe, zu
dem Resultat gekommen, dass in weitaus den meisten
Fallen in der Richtung gegen den Flammenstrom eine
bessere Leitung etattfinde. Hr. H e r w i g fasst diesen Satz
so auf, ,,ah wenn im Falle gleichgerichteter Strbme im
ganzen eine grossere Potentialdifferenz thatig mke , im
Falle entgegengesetzt gerichteter dagegen eine kleinere als
fiir den Normalfall der Abwesenheit des Flammencontactstromes. I m ersteren Fall muss daher nach 4.4 (derselbe hnn-
_ _ ...
1) Wied. Ann. I. p. 516. 1877.
?) Pogg. Ann. CLIV. p. 181. 1875.
F. Braun.
437
delt von der Zunrrhme des Widerstandes nit zunehmender
electromotorischer Kraft) der Flammenwiderstand grbsser
sein" (1. c. p.537). Dann freilich k6nnte ich nur H r n . H e r w i g
beistimmen und das Resultat als ,,ein fast selbstverstiindliches" ansehen; da die Abhhngigkeit des Widerstandes
yon der Stromintensitlit') bekannt war, als ich meine
Arbeit verbffentlichte, so wiirde mich der Vorwurf treffen,
auf einen durch ausgedehnte Versuchsreihen ermittelten
Zusammenhang zwischen zwei Erscheinungen hingewiesen
mi haben, als auf einen Punkt , welcher vielleicht unsure
Anschauungen erweitern kiinne ? willirend er direct aus
sclion bekannten Thatsachen a priori zu erschliessen war.
Xuf ein solches Missverstiindniss war ich nicht vorbereitet,
unl so wrniger. : L ~ R ich in einzelnen Tabellen (z. B. Tab.1,
11. 111 u. IV) alle Zahlen, welclie zur Beurtheilung niithig
siiid, mitgetheilt hnhe. Ich greife eine Beobachtung heraus;
Tilb. I V meines Aufsatzes (1. c. p. 398) e n t h a t in der ersten
Zeile folgende Angaben : electromotorische Kraft der Kette
= 10 Grove; Flammenstrom = -3 w ; Stromintensitat resp.
-loncund ,,fiber + 5OOSa". Es berechnet sich hieraus
eine ungefshre electromotorische Kraft des Flammenstromes, welche hbchstens 3 Grove betriigt (eine richtigere
Rechnung, indem man die -3" des Flammenstromes compensirt durch + 3 " des Kettenstromes wiirde etwa nur
0.1 Grove ergeben). Aber selbst diesen vie1 zu hohen
Werth f i r den Flamnienstrom mgenommen, so warden 3
i n den Kreis der Flamme in entsprechender Richtung eingesr1i:iltcte Grove'sche Elemente bewirken , dass die Potentiiilfunction der freien Electricitat an allen Stellen des
Kreises gleich ware. Erhiiht man nun nbwechselnd das
_____
I ) Die Versuche, welche Hr. H o p y e (Wied. Ann. 11. p. 83) mit-
petheilt hat, kiinnen seinen Schlnee, daes der Wideratand unabhiingig
VOII der Intensitiit sei, notiirlich hijchatens in den engen Grenzen beweisen, innerhrlb deren er die electromotorhche Kraft geiindert hat.
E i n allgemeiiier Schluss iet DUS den bis jetzt'von ihm pnblicirten Beobnchtnngeu nicht zuliiseig. zumal der Wideratand sich nach nnseren
sonstigen Erfahrungen in sehr complicirter Weise mit der Strominteiisitiit iindert (rgl. meineu Anfsstz Pow. Ann. CLIV. p. 199).
438
R Braun.
Potentid auf der einen Electrode iiber das nuf der nnderen urn eine gewisse Griisse, so rniie.de man nach
Hrn. H e r w i g's Auffassung gleiche Intensitiit nach beiden Richtungen bekommen, da die Potentiale sich algebraisch addiren, wie H a n k e 1 gezeigt hat 1); 7 weiter
in der Richtung gegen den Flammenstrom hinzugefiigte
Grove's miissten also dieselbe Stromintensitiit ergeben, wie
7 in der anderen Richtung, d. h. 10 Grove gegen den
Plammenstrom miissten denselben Ausschlng herbeifiihren,
wie 7 demselben gleichgerichtete.
Die mitgetheilten
Znhlen zeigen aber, dass man im ersteren Fnlle iiber
,,+500"", im zweiten jedenfalls weniger nls - 10" bekam.
Z u wesentlich demselben Resultat gelangt man, wenn man
der electromotorischen Kraft des Flammenstromes nucli
einen anderen Werth beilegt. Angesichts SO auffalliger
Znhlen hntte ich es unterlnssen, ausdriicklich einem Missverstiindniss vorzubeugen , wie dasjenige ist : in welcliem
sich Hr. H c r w i g zii befinden scheint. Weitere Beispiele
nus einzelnen der friilier mitgetheilten Beobachtungen xu
geben, unterlnssc icli. Wenn ich Hrn. H e r w i g niclit
selbst missverstnnden halie! so glaube ich annehmen zu
diirfen, dass seine irrthiimliche Auffassung durch diese
einzige Bemerkung beseitigt ist. Indess miige es mir gestattet sein, die gebotene Gelegenheit zu ergreifen, urn an
zwei Beobachtungsreihen die Rechnungen in der hier angedeuteten Weise durchzufuhren und dadurcli die Zweidentigkeit vollstiindig zu entfernen, welche meiner friiheren
Darstellungsweise noch anhaften konnte. Ich wiihle Tab. I11
meiner friiheren Abhandlung. Tab. l a . ist ein unveranderter Abdruck derselben. Die in der Rubrik ,,Stromintensitaten" angegebenen Zahlen sind nicht die direct abgelesenen Intensitaten, sondern diese minus der 'Cntensitilt
des Flammenstromes. Dies hatte ich fruher gleichfalls
iiiclit ausdriicklich bemerkt , weil es sicli wohl von selhst
vcrsteht.
1)
Abh. d. k. aachs. Ges. d. Wiss. 1'11. 1859.
I;: Braun.
439
Tabelle la.
tirosse Flamme. Links Oese mit Na,SO,, rechts reioes
Platinblech.
Flammeustrom.
+ 1,6
-
-
-
-
Stromioteneitiiten.
+ 0,4
+ 0,s
+ 12
+
1,4
+
+
3,o
4,4
7,2
13,7
+
+
- 1,l
- 2,8
- 9,s
- 1s,s
- 24,8
- 29,s
- 35,s
- 48,s
Du die Electroden bei dieser Versuchsreihe verschieclene Grasse hatten, so konnte Hr. H e r w i g , wie ich d)bichtlich hervorhebe, fur seine anderweitigen Betrachtungen
iiiit Recht dieee Tabelle unherncksichtigt lassen. Bus den
ubigen Zahlen berechnet sich, dass die electromotorische
K m R des Flammenstromes zwischen 0,l und 0,2 Groye
liegt und einen Strom erzeugt, dessen Richtnng durch +
angedeutet werden soll; ich nehme den grijsseren Wertli
0.2 an. Bus dieser etwas ungenauen Annahme erklcirt
-ich die (in Tab. lb.) mit einem Stern versehene Zahl
- 1,2 als Intensitat cines Stromes. welchem die ,,wirkliche**
1.lectromotorische Kraft 0 beigelegt ist. Es bedeutet namlich in Tab. 1 b. die Oolumne ,,liinzugefitgt" die electromotorisclie Kraft, welche durch Abzweignng von einem constanten Kettenstrome zu derjenigen des Flammenstromes
liinzugefugt wurde ; die Columne ,,wirkliche electromotorische Kraft" gibt clie,jenige von Flammenstrom plus Kettenstrom; die Columne ,,Intensitiit" die Stromintensitat.
welche .die electromotorische Kraft des Flammenstroms
plus der hinzugefiigten des Kettenstromes hervorbrachte.
Die Tab. l b . (p. 440) zeigt z. B., dass die wirkliche
rlectromotorische &aft von -0,7 Grove bereits eine
crossere Intensitat hervorruft, als +9,9 Grove. - Ich gebe
noch, in derselben Weise herechnet, eine fruher nicht publi-
I;: Braun.
440
Tabelle 1b.
Electr. Kr. inGrore'a
hinzugef.
-
hitendtiit.
I
I
-
Eleatr. Kr. in Grove's [ntmsitiit.
hinznaef.
- wirkliche.
-0,l
-0,2
-0,4
+0,1
0,2
0,4
+
+
+0,9
+1,9
+2,s
+4,9
+9,9
+0,1
090
-0,2
-0,n
- 1,9
-2:9
-0,7
-4,o
- 9,9
-4,7
-9,7
- 1,7
-2,7
+ 0,5
-
1,2*
- 8:?
- 17,2
-23,2
-28,2
-34,2
-47,2
cirte Beobachtungsreihe, deren graphische Darstellung einr
der Fig. 6 (Taf. 11) meiner friiheren Abhandlung (vgl. daselbst p. 503) lihnliche Curve ergeben wiirde. Die Intensitat dea Flammenstromes war = + 15 =, woraus aich seine
electromotorische Krnft xu +0,4 Grove berechnet.
Tabelle 2.
Links Perle von K,CO,, rechts von KC1. Die Perlen
gleich gross und in gleicher Hiihe.
hinzngef. -I wirkliche.
wirkliche.
---____
-.
+ 0,7
+ 0,9
+ 1,4
+ 2,4
+ 3,4 '
+ 5,4 I
+10,4
~
-
._
.
__
+0,1
-0,l
-096
-1,6
- 42
+46
- 0,3
- 0,5 1
- l,o I
- 2,o i
- 3,0 1
-2,6
-125
+54
+86
- 5,O
- 10,o
-4,6
-203
-313
+I9
+21
+26
+31
I
'
I
-976
+ 8
-
-
3
80
Es folgt aus diesen Znlilen unzweifelhaft, dnss d i e
electromotorische K r a f t d e s Plammenatromes
aucli n i c h t e n t f e r n t a u s r e i c h t , die u n i p o l a r e L e i t u n g i n d e r v o n Hrn. H e r w i g g e d a c h t e n W e i s e zu
I;: Braun.
44 1
e r kliir e n. Trotzdem konnen beide Erscheinungen vielleicht
durch einen Causalnexus verknnpft sein. In der That
scheint es, ale ob auch Fiille, auf welche ich friiher nicht
wagte, den Satz anzuwenden, sich demselben besser fiigen,
als man erwarten sollte. So hat z. B. Henrici’) gefunden,
dass bei ungleich grossen Fllichen aus demselben Meta.11
der Flammenstrom stets von der graseeren Electrode durcll
die Flamme sich zur kleineren bewegte, mochte -der kleinere Draht roth oder weiss gliihen; stets wtirde ein Kettenetrom auf dem umgekehrten Wege geringeren Widerstand erfahren. Dass aber bei Ueberfiihrung des einen Dralites in sehr heisse Flammentheile die Richtung des Flammenstromes und der besseren Leitungsftlhigkeit gleichzeitig
umschlagen, habe ich friiher schon mitgetheilt. - Als ein
nnderes Beispiel, welclies vielleicht mit dem obigen Satz
in Beziehung stehen kiinnte, fiihre ich Beobachtungen von
H i t t orf an. Derselbe untersuchte ’) in (3eiesler’echen
Rohren , welche vom Inductionsstrom durchbrochen wurden? den Widerstand am negativen Pol, wenn derselbe der
Reilie nach aus verschiedenen Metallen gebildet wurde.
Die Starke der Zerstiiubung scheint nicht ausreichend zur
ErklLrung, da Eisen, obschon es vie1 weniger als Platin
iind Silber zersaubt wird , doch den grassten Widerstand
zeigt. Miiglicherweise lasst sich aber auch hier auf den
Widerstand oder einen Theil desselben aus dem electroniotorischen Verhalten der Korper schliessen! wie nachstehende Zusammenstellung zeigt.
Widemtand am negativen Pol.
Electromot. Kraft.
Aluminium am kleinsten = 1 gesetzt
Zn IAl= - 25
Zink . . . . . . . = iiber 2,5
Silher und 1
Ag 1 A1 = - 121
.
. . . =iiber4
Platin
Pt I A1 = - 118
Eisen . . . . nocli etwns grosser
Fe lAl=-l00
Ich wage niclit ! liiersn irgend weitere Discussionen
-
1) Po=. Ann.
2) Pogg. Ann.
LSSIS. p. 476. IP90.
CXXSVI. p. ?5. 1369.
442
R Braun.
x u knopfen, sondern begniige mich mit diesem gelegentlichen H*weis auf einen angeniiherten Parallelismus
zwischen zwei Eigenachaften, welcher vielleicht zufaig ist,
immerhin aber beachtenswerth sein kiinnte.
Ich erlaube mir noch auf einige Punkte in Hrn. H e r wig' s Arbeit einzugehen, welche mir Schwierigkeiten fiir
seine Erkliirung zu bereiten scheinen. Hr. H e r w i g ist
der Ansicht, dass ,,in allen abderen Filllen, wo nicht einfach daa Ohm'sche Gesetz Anwendung hat, die electrischen Ausgleichungen relativ leichter mit gesteigerter
electromotorischer Kraft erfolgen" (1. c. p. 531). Die
Flnmme zeigt aber im Gegentheil ein Wachsen des Widerstandes mit steigender electromotorischer Kraft, und Hr,
H e r wig findet daher in diesem abweichenden Verhalten
der Flamme eine Stutze fiir seine Ansicht, dass auch die
Ausnahmestellung, welche die Flamme in ihrem sonstigen
electrischen Verhalten (a19 positiv unipolnrer Leiter) einnimmt , durch stiirende Einfliisse bedingt sei. D u r c h
cliese werde (Ins u r s p r u n g l i c h e allgemeine O e s e t z ,
wonach stets die negative Electricitiit leichter aus einem
festen Korper in ein Gas austrete als die positive, Vera
deckt. Diese stbrenden Einfliisse findet aber Hr. H e r wig in einer Lndung der heisseren Flnmmengase mit
freier negativer Electricitiit, und es erklilrt sich nach ihm
der Widerstand, welcher dem Austritt der negativen Electricitiit aus der Electrode in die Flammengase erfahrungamiissig entgegensteht, ohne weiteres, ,,dn die heissen Flammentlieile fdr die electrische Leitung natiirlich die allein
entscheidenden sind, und diese also, selbst mit negativer
Eigenelectricitbt geladen, von der positiven Electrode leichter
die aussere electrische Bewegung in sich aufnehmen. Man
hat dabei einfach zu denken, dass die geladenen Flammengase d s leicht bewegliche Kiijrper der durch die Potentialdifferenz an beiden Electroden dargestellten electrischen
Triebkraft unterliegen und deshalb von der negativen
Electrode fort nnd zu der positiven hin gedrangt werden;' (1. c. p. 533). Nun hat H a n k e l schon friiher
F. Braun.
443
gezeigt (1. c. p. 64, p. 71) dass auch fiir den Austritt der positiyen Electricitiit aus den Electroden in das gliihende Gas ein
besonderer, wenn auch geringer Widerstand vorhanden ist.
den er fiir constant hielt und der Querschnittsverminderung
nischrieb, und ich habe spiiter nachgewiesen (1. c. p.603), dass
dieser Widerstand sehr erhehlich mit der Stromdichtigkeit,
hezw. der electromotorischen Kraft der Kette zunimmt,
selbst wenn die Electroden sich in einer relativ sehr gut leitenden Gasschicht (von gliihendem Natrium- oder Kaliumtlnmpf) befinden. Dazu mochte ich noch bemerken, dass
hei meinen Versuchen die positive und die negative Electrode sich sehr nahe an einander in einer Schicht von fast
gleich guter Leitungsfahigkeit befanden. Nach den oben
niitgetheilten Vorstellungen, scheint mir, miisse man constyuenter Weise schliessen, dsss die positive Electricitit
lcicliter iiiit gesteigerter Potentialdifferenz in die Flamme
:ihgelritet wiirde. Die Erfnhrung bestatigt diesen Schluss
nirht, was man freilich durch die Annahme erklaren konnte,
dnss der von Hrn.H e r w i g supponirte Widerstand, welchen
die positive Electricitit bei ihrem Eintritte in ein Gas
niehr crfghrt sls die negative, mit der electromotorischen
Kmft (bezw. Stromdichtigkeit) zunimmt, und zwar unter
Trmstiinclen so bedeutend, dnss der giinstige Einfluss der
Ableitung, welclier seitens cler negativ geladenen Flitmmengnse nacli der entgegengesetzten Richtung hin wirkt, d i e \e.; G e s e t z n i c h t zu v e r d e c k e n v e r m n g .
Aber auch der eben wortlicli angefiihrten Ansicht des
Hrn. H e r w i g , wonach die schon mit freier negativer
Electricitat geladenen Flammengase ,,ah leicht bewegliche
Rorper der durch die Potentialdifferenz an beiden Electroden dargestellten Triebkraft unterliegen und deshalb
yon cler negativen Electrode fort und zu der positiven
liin g e d r h g t werden", kann ich nicht zuneigen. Einmal ist
es mir nie gelungen, auch bei Anwendung von 40 Bunsen'when Elementen, die geringste Aenderung in der Verbreitung des Netalldampfes, welchen die eine mit Salz
lledeckte Electrode (eine Oese aus Platindraht) gab, zii
444
I;: Ilraun.
sehen, wenn der Strom geschlossen wurde. Doch ist diese
Beobachtung vielleicht ohne Belang 1). Ein anderer Grund
dUrfte folgender sein. Electrische Entladungen , welche
dnrch bewegte Moleciile vermittelt werden oder mit welchen der Transport gliihender Xaterie verbunden ist,
scheinen stets dem Magneten zu folgen, wie der Flammenbogen des constanten Stromes oder die Entladungen des
Inductoriums durch Geissler’sche Riihren. Diese Thatsnche wird begreiflich, selbst wenn die geladenen Molectile
nur kurze Wege zurlicklegen 7, wenn man berucksichtigt,
dttss die convectiv fortgefnhrte Electricitlit vom Magneten
beeinflusst werden muss. Es ist mir bei Versuchen, welche
ich gelegentlich meiner frilheren Untersuchung anstellte,
aber nicht gelungen, durch einen Ruhmkorff schen Electromagneten, welcher mit 4 gossen Bunsen’schen Elementen
erregt wurde, wlihrend der Strom von 7 Grove’schen Zellen
durch die Flamme ging, weder eine Aenderung der Verlweitung des Metalldampfes , noch eine Aenderung des
Widerstnndes, noch dor Stromvertheilung in einer Flamine
nachzuweisen, mochten die ableitenden dunnen Platindriihte
an Stellen nshezu gleichen oder sehr verschiedenen Potentiales liegen. Ich glaube dalier nicht, dnss die Gastlieilchen in der Flamme selbst durch die Electricitiit
bewegt oder unter Urnstinden von den Polen meggedrlngt
werden , sondern dass ihre grosse Leitungsfahigkeit die
Uebertragung der Electricitit ermijglicht , ohne dsss die
rermittelnden Theilchen eine ausgiebigere Bewegung machen als diejenige ist, n-elche man auch in leitenden Flussigkeiten annehmen muss. Sie wiirden demnach ebenso
wenig durch ihre eigene ElectricittSt und die auf den
Electroden seitens der Xette angesammelte in Bewegung
gerathen, wie eine, wenn auch schlecht leitende, Flussigkeit
(z. B. destillirtes Wasser) , welche in einen geschlossenen
Stromkreis eingeschaltet ist. eine solclie Bemegung zeigen
1) Vgl. G. W i e d e m n n n , Pogg. Ann. CLVIII. p. 260. 1976.
2) Vgl. G. W i e d e m n n n ibid.
t.: Braun.
445
wird, wenn ihm von einer Machine Electricitat von hoher
Spannung zugefilhrt wird. Darauf weist auch die einfache
Thatsache hin, dass die Flammengase schon den schwhchsten Strom durchlassen , whhrend Gase von gewahnlicher
Temperatur, obechon gleichfdls leicht beweglich, jedenfalls
fiir niedrige Spannungen so geringe Electricitiitsmengen
iibertragen , dass die Verringerung der Leitungsahigkeit
nuch nicht entfernt der Verringerung der Moleculargeschmindiglieiten entspricht.
Der gewichtigste Einwand gegen Hrn. H e r \v ig’ s Erklarung diirfte endlich in den zur Zeit jedenfalls noch zii
Recht bestehenden Resultaten von E. €3 e c q u e r el’s Versiiclien liegen I). B e c q u e r e l hat ungemischte Gase in
einer Platinrijhre, die ihrerseits von einer Thonrohre unigeben war, in einem Ofen zum Gltihen erhitzt. Die Electroden wurden gebildet durch die Platinrohre und einen
von ihr isolirten, in der Axe der Rohre angebrachten
Phrtindraht. Er findet, dass von dunkler Rothglut an
Leitung eintritt, dass zunehmende electromotorische &aft
den Widerstand vermehrt (zunehmende Stromintensitlit dagegen ihn vermindert?), d u s die Intensitiit grosser ist (bei 1
oder 2 Bunsen im Verhiiltniss von 8 : 7 ; 13: 10; 10:4,8;
10 : 2 3 . 1. c. p. 372), wenn das Platinrohr, also die gossere
Electrode, mit dem negativen Pol der Kette verbunden
ist. Dem qualitativen Resultate dieser Versuche scheinen
im grossen und ganzen auch die Wiederholungen von Hrn.
H i t t orf 7 nicht zu widersprechen, da er nur von Abanderungen spricht , welche sich als nothig erwiesen, um
iibereinstimmende (also wohl quantitative) Resultate zu
hekommen. Nur auf dem Wege des Experiments unter
mijglichst einfachen Bedingungen diirfte eine sichere Entscheidung iiber die von Hrn.H e r w i g ausgesprochenen
Xnsichten herbeizuftihren sein, und ich selbst wiirde mich
friiher nicht mit den von mir publicirten Versuchen be1) Ann. d. chim. et phya. (3) X S S I X .
2) Pogg. Ann. CXXXVI. p. 23.1.
446
I;: Braun.
gniigt haben, wenn uns nicht von Hrn. H i t t o r f schon
damals wiiren maassgebende Versuche in Aussicht gestellt
gewesen. Wie schwierig die Discussion bei so complicirten Vermtnissen und dem Mange1 bestimmter , wenigstens annghernd numerisch gegebener Werthe ist, dUrfte
z. B. daraus hervorgehen, dass Hr. H e r wig (1. c. p. 540) und
Hr. Hit t orf aus derselben Thatsache zu direct entgegengesetzten Schlilssen kommen. Neine obigen Bemerkungen
sollen daher auch keine Beweise, sondern nur Hinweise
sein; und auch hir diese wilrde ich keinen Raum in diesen
Blittern zu beanspruchen gewltgt haben, wenn sie nicht
einiges experimentelle Material enthielten. Derselbe Umstand mag noch die folgende Bemerkung rechtfertigen.
Die Unterschiede, welche unipolare Leitung fiir den
constanten und den inducirten Strom so haufig zeigen,
viederholen sich noch unter ganz anderen Versuchsbedingungen, bei denjenigen’ festen, metallisch leitenden Kijrpern niimlich, welche, wie Psilomelan , Abweichungen VOIU
Ohm’schen Gesetz zeigen. Ich habe darauf hingewiesen,
dass der Oeffnungsstrom stets leichter diese Stol€e durchfliesst als der Schliessungsstrom; der OeHnungsstrom selbst
geht nuch wieder, wie bei Gasen, leichter in einer bestimmten Richtung ; es zeigte sich gleichzeitig, was ich
friiher noch nicht mitgetheilt hatte, in allen von mir
untersuchten Fallen: dass der c o n s t t i n t e S t r o m daiiii
gerade i n der snderen Richtung geringeren Wid e r s t an d erfuhr. Diese Erscheinung, ein Analogon zum
Unterschiede zwisclien der constanten Entladung starker
Ketten als Flammenbogen und der Entladuiig des Inductoriums kann vielleicht ,bei weiterer Untersuchung zur
Erkennung der Bedingungen beitrngen, von welchen das
verschiedene Verhalten der Gasc gegen die Entladungen
der Kette und des Inductoriums abhiingt. Es wird durch
die erwahnten Beobachtungen an Psilomelan wahrscheinlich, dass allgemein bei Korpern, die einen von der Stromstirke abhiingigen Uebergangswiderstand hesitzen, Inductionsstrom und constmter Strom in dem besprochenen
A. Ritter.
447
Gegensatz stehen ; zu den hierdurch bewirkten Erscheinungen, welche also schon die unbeweglich gedachten
Molectile zeigen wtirden, kbnnen sich bei Gasen noch
Complicationen gesellen infolge der Beweglichkeit der
Molecule.
31n r 1) 11 r g , December 1877.
3.
1.
X us t a n d e el e i c h u n g d e s Waseerd am p f e 8.
I
F u r troclienen Wasserdampf liisst sich die Beziehuiig
zwischen Druck, Volumen und absoluter Temperatur AUSdriicken dnrch die empirische Gleichung:
Hierin hedeuten R und h constante CoPfficienten, fiir
welclie die folgenden numerischen Werthe zu setzen sinil:
R = $?,,1 una
= 28,
wvnn der Druck 11 in Atmospharen, das Volumen 21 in
Cubikmetern und die absolute Temperatur ?'= ( I + t in
Centesimalgraden ausgedrikkt wird.
Aus obiger Gleichung ltann man fur je zwei willkiirlicli nngenommene Werthe der Grossen p und I * den zugeliiirigen Werth von T berechnen. Als geornetrische
Darstellung des Gesetzes, nnch welchem die Grosse T mit
den beiden Grbssen p und 27 sich h d e r t , erhiilt inan die
Temperaturfliichel) des Wnsserdnmpfes - und zmar spe1)
\Vied. Ann. 11. 1). 273. 1677.
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