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Bemerkungen ber einen von Hrn. Potter angestellten Interferenzversuch

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304
schceibung. Ihre Intensitit war demnach weit gcringer
als die der Elektricitiit der Drachenschnur ; uud sic gab
also auch keine Schkige, die mit den ,Bgewiihnlichen Schlagen w einer Drachenschnur zu vereleichen gcwesen wiiren.
342) Hrn. B a r r y ' s Versuch ist selir wiciitig und
wiederholenswerth. BestZtiSt er sich, so liefert er meines Wissens den ersten bericliteten Fall ciner wahrcn
elektro - chemischcn Zersetzung des Wassers durch gclneine Elektricitzt, und lehrt eine Forin des elehtrischeu
Stromes bennen, welche, sowohl in QnanWit als lntensitzt, zwischen d e n Stroin der ElcktIisirmnscl~ioe und
deln der voltaschen Saule genau in der Mittc stclit.
(Sciitufs im neelisten Hcfte.)
V. Bernerkungcri iiher cinvn con IJrn. P o t t e r
arigrskrffLm J/ite+wiiz wrs ucli ;
C
Phil. J I q a z .
Ser.
O
G.
~
B. Airy.
F i l . I1 p . 161. - Ein Brief an die IIerausgeber dieser Zeitschrift.)
III
I m Ietzten Hefte Ihrer Zritsrhrift befindet sich ein Auf-
satz von Hrn. P o t t e r iiber gewisse Interfcrenzphiinoiuene, welche derselbe nach der Undulationstlieoric fur
unerkliirbar halt. In der That sind aber diesc Phiinomene gerade eine Bestetigung der Wahrheit dieser l'heorie; und ich wurde Sie dalier nicht mit dicscn Bemerbungen belastigt babcn, wenn ich nicht fuhlte, dafs dos
Publicurn vie1 Interesse daran nehmen mufste, Versuche
und Berechnungen, vrie die erwahnten, deutlich und richtig ausgelegt zu seben.
In €Im. P o t t e r 's Versuch gelangen zwei Lichtbiindel , die aus einer gemeinschaftlichen Quelle entspringcn,
dadurch zur Interferenz, d a t sie auf zwei Planspiegel
fal-
305
fallen, die unter einem sehr stumpfen Winkel gegen einander neigen. Die beiden refleetirten BundLl fallen aul
eiii Prisma, dessen Kante parallel ist der Linie, in aelcher die beiden Spiegel zusammenstofsen, und die Interferenzfransen nach drm Austritt werden auf die gewohnliche Weise mittelst einer Lupe untersucht
Das Licht
*).
') In d c r Iloffniing, dafs der Lcser sich
aus diesen Angaben eine
befricdigende Vorstcllung von dcm BeobacirtungsverTaIrren des
Hrn. P o t t e r werde bilden kiinncn, habe ich es fiir iiberfliissig
erachtet, hier weiter aus dem Aofsatz dieses Hcrrn iu den PhiL
Mug. Ser. IZZ F'd. If p . 81 etwas hinzuzufiigen, zurnal die Rechnungcn in demselben, die den griifsten Theil einnehmen, auf unrichtigen Gruridlagen beruhen, wie nian aus den folgcnden Aufsfitzen des Prof. H a m i 1 t o n erselien wird. 'L'm jedoch vnllends
jedes Mifsverstsndnifs LU lreben, habe ich, bereits durch Fig. 15
auf Taf. V des vorigen Bsndes, den von Hcrrn P o t t e r angewandtcn Apparat abbilden Iasseu. Darin sind fg und g h die
untcr eincm stumpfen W i n k e l gegen einsnder gesteilten Spiegel,
welche das vom Punkte o ausgehende Licht in der Richtung ui
uud b k rcfleetirten; d e c ist das zwischen gestellte Prisrna, durcli
dessen W i r k u n g die Strahlen i n die Richtung di', b'k' gebraclrt
wcrdeu. Die Fransen, wclche durch die Interferenz der beiden,
unter sehr kleinem W i n k e l sich schneidendcn Lichtbiindel gebildet
wurdcn, erlialten dadurch eine entsprechende Richtungsvcrhderuog. Nach der Brechung durch das Prisrna ist p 7 das scheinbare
Centrum dieser Franseu, in dessen Richtung gegen die Basis des
Yrisma's hin B r . P o t t e r den vermeintlichen Einwurf gegen die
Undulationsrheorie crblickt.
W e r weitere Auskunft iiber die
Art, \vie hier die Interferenz eutstcht, suLlren sollte, finder dieselbe
in dem Aufsatz von F r e s n e l im Bd. V S. 224 dieser Annalen.
Statt des Spiegclapparats, dern iibrigens Hr. Prof. B a u r n g a r t n e r eine grnz zweckdifsige Einrichtring gegeben hat (beschrieben in dessen Zeitschrift, 1830, BII. VI1 S. 399
und durch
den Mechanihus P I i i f s l LU bezieheu), kann man auch das v o n
F. H e r s c h e l in seinem W e r k e iiber das Licht (Uebersetzung),
S. 399, empholene sehr stumpfe Glasprisma anwenden, das
dureli Refraction, wie die Spiegel durch Reflexion, den beiden
Lichtstrahlen die erforderlicle kleine Neigung gegen einander
giebt, wenn man e? mit dern brechenden W h k e l (der etwa
170' betrsgt) so gegen die Lichtquelle stellt, dare von der stumpfen Kante ab ein Theil der Strahlen links und der ondere rechtr
-
-
Annal. d. Physik. Bd. 105. St.2.3.1833. St 10.
20
306
homogcn voraussetzeiid, findct Hr. P o t t e r (richtig)
dafs die Punkfe, wo die
Wege der Bundel VOR beideit Uildern gleich sind, fast
genau in die Mitte der Mischung bcider Lirhter fallen.
Hieraus schliefst er, die Mitte der Lichtermiscbung miisse
das Centrum der Interferenzhnsen seyn. Dagegen schien
es bei dern Versuch, dafs bei stufenmciser Entfernung
des Auges un& der Lupe von dem Prisina die Interferenzfranseu immer mehr und inehr von der Mitte dcs gem i d t e n Licbts gegen die Basis des Prisma's fortriiclrteu
und endlich verschwanden. Dieser Widerspruch ist es
nun, der erklirt werden soll.
Gesetzt das Licht sey nz'cht homogen (die Grfindc
fiir die Richtigkeit dieser Annahme soIlen sogleich angefiihrt werden), und es sey nur das Verhiiltnifs der Unterschiede zwischen den Wellenlangen, oder, wenn Sie wollen, zwischen den LHngen der Anwandlungen fur alle Farben und der Lznge, die einer besonderen Farbe entspricht,
dasselbe wie das V e r h h i f s der Unterschicde zwischcn
d m Ablenkungcn dieser Farbcnstralileii ( erzeiigt durch
das Prisina des Versucbs) und der Ablenkung, welchc
jcncr bcsonderen Farbe entspricht. Uicse Annahine ist
schr nahe richtig, wcnn das Licht nur aus Strahlen von
der Helfte oder eincin Drittel des Spectrums bestcht.
Untersuchen wir jetzt, welche Lage die Fransen haben
werden.
durchgehcn mufs.
B ad e n P o w e 11 behauptet iibrigens in eia19
nus dcr I'ndulatioustheorie,
-
ner popu1:l'rcri Darstell rng der Diffractionsersclteinungen (Phil.
Magnr. Ser. ZI TTol. XI p. 3 und Ser. ZZI pol. I p. 433),
der F r e s n c I 'sche Spiegelversuch errordere zum Gelingen gar
keine complicirten Apparate; es Feiche liin , zwei aus derselben
Glasseheibe geschnittene Tafeln v o n einem Quadratzoll Flriche
auf einen ebenen Tiscli zn legen, mit den Kanten zusammenzuschieben, uad die cine an dean entgcgengesetzten Rand durch
einen untergeschobenen Papierstreif etwas LU heben; auch kGnne
die dunkele Xamrner figlich durch cinen in der Mitte durcfiliicherten Scltirm, und der Heliostat durch eine das Sonnenbild
reffectirende Thermometerkpgel ersetat werden.
P.
307
Jedes homogene Licht, aus welchein das einfallende
heterogene Licht besteht, wird eine zahllose Reihe dunkler Striche (bars) erzeugen, welche sich eben so weit
als die Lichtmischung der beiden Bundel erstrecken und
durch nichts von einander unterschieden sind. Die Betrachtung eines bomogenen Lichts wird uns daher in den Stand
setzen, zu bestimmen, welchen Punkt das Auge als Centrum
der Fransen anziisehen habe. W a s ist nun aber der physikalische Umstand, der das Centrum der Pransen bestimmt?
Die Antwort dnrauf ist sehr leicht. Fur verschicdene Farben haben die Striche verschiedene Breite. Wenn
daher die Striche fur alle Farben an einer Stelle der Lichtmischung coincidiren, so than sie es nicht an einer anderen Stelle; allein in gleichcn Entfernungen diefs- uiid
jenseits von der Stelle der Coincidenz werden sie gleich
weit vom Zustande der Coincidenz entfernt seyn. Konnen wir dann finden, wo die Striche aller Farben coincidiren, so ist dieser Punkt das Centruin der Fransen *).
Es erhellt daraus; dafs das Centrum der Fransen
nicht nothwendig der Punkt zu seyn braucht, wo die
beiden Liclitbundel gleiche W e g e beschrieben haben;
vielmehr wird er durch Betrachtungen ganz anderer Art
bestimmt. Und diefs ist der radicale Fehler, in den Hr.
P o t t e r verfallen ist Die Unterscheidung ist wichtig fur
diese und andere Versuche.
Um das Centrum der Fransen in Hm. P o t t e r ' s
Versuch zu finden, mussen wir folgendermafsen verfahren.
Zuerst miissen wir poraussetzen, dafs das Prisma die
')
Man sieht, Hr. A. versteht unter Strichen die hellen und dunkeln Zonen, welche durch die Interferenz in einem bornogenen
Lichte entstehen; unter Frnnsrn dagegen die analogen Zonen i n
weihen Lichte, also die Zonen, welche durch Uebereinanderlage der Striche entstehen. In dieser Bedeutung hat man lrier
immer die beiden Ausdriicke zu nehmen. Ea ist iibrigens einleuchtend, daL das was hier Hiirze halber Centrum der Pransen
genannt w i d , weder .tin Punkt noch eine Linie, sondcrn in
Wirklichkeit cine Ebene ist.
* 20
P.
308
gclben Stralilcn mehr als die rothen ablenke, und dafs
die Interferenzstriche in den gelben StrahIcn schlnder afs
in den rothen seyen. Dann gebeii .wir zu, daCs das C-ntrurn der Mischungfiir jede Furbe ein Punkt sey, welchcii dic interferirenden Biindel dieser Farbe durch eine
gleiche (oder vielrnehr gleichwerthige) Zahl von Wellenliingen ( p u h ) erreicht haben; und deshalb ist er der
Ort eines hellen Striches f i i . d k e Farbe. Da endlich
die interferirenden Biindel der verschiedenen Farben durch
das Prisma ungleich abgelenkt werdcn, so nelitnen die
Centra der Mischungen ails den einzelnen Farben nicht
einen und deriselben Platz ein.
Aus der letzten Betrachtung folgt ztlgleich, dafs das
Centroni der Mischung nicht der Ort des Centrums der
Fransen seyn ki)nne, in sofern als shnlich liegende Striche der verschicdencn Farben dort nicht vereinigt seyn
werdcn. Um den Ort zu finden, wo sie vereinigt sind,
iiiiissen wir erwiigen, dafs die rothe Rlischung am wenigsten abgelenkt ist, ilir Centrum also am wenipten gegen
die Basis des Prisma liingeriickt seyn wird, ddfs aber ihre
Striche die breitcren sind; dns Centrum der gelbcn Mischung ist weiter vorgerlickt, aber die Striche in derselbell sind die schmiilcren. Es wird daher eine solche Zahl
n von Strichen geben, dafs die linearc Ablenkung cles
rotlien Centrums -+nXBreite eines rothen Strichs =Linear - Ablciikung des gelbeii Centrums +nXCreite cines gelben Strich. 1st die Gleicblieit nicht gcnau, so
kann n so gewsblt werden, dafs der zweite ‘l’heil der
Gleichung grbfser als der erste ist, doch so, dafs, wenn
n+l statt n gesetzt wird, der erste Theil der grofsere
ist. Der nte rothe und der nte gelbe Strich, so bestimmt,
werdrn coincidiren und ihr Ort wird das wahre Centrum
der Fransen seyn. Klar ist, dafs, wenn die Iineare Dispersion des Prisma’s nur klein ist, d. h. wenn die Lupe dem
Prisma sehr nahe gehalten w i d , das Centrum der Fransen nicht merblich vom Centrum der Mischuog jeder ein-
309
zelnen Farbe abweicht; dafs aber, wenn die lineare Dispersion grofs ist oder die Lupe weit vom Prisma absteht,
das Centrum der Fransen sich Eehr vom Centrum jeder
einzelncn Mischung entfernt.
1st
Algebraisch konnen wir diefs so ausdriicken.
d die Linear- Ablenkung des Cenirums der Miscliung einer Normal farbe, d+ S d die fur irgend einc anderc Farbe,
b die Breite eines Strichs der Normalfarbe, b + d b die
irgenil einer anderen Farbe; dann ist der Abstai~ddes
nten Sirichs voui Anfangspunkt von d fur die Noniialfarbe d+n6 und fur die andere Farbe d+sd+n(b+Jb).
Diese Abstande werden gleich, wenn Gd+nSb=O,
worad
aus n=-Tb.
Diefs giebt den Abstand vom Orte der
-
bSd
da dd und 66 entgegengesetzte
36
Zcichcn haben, so ist dieser Abstand grofser als d, oder
die Stelle der Coincidenz ist von den1 Ursprung vou d
in Kichtiing der Ablenkung fortgeschoben, d. h. gegen
die Basis des Prisinds hin. Und day wenn man sich voui
b
Prisiiia entfernt , dd wSchst, wiihrend
ungeiindert
Coincidenz =d-
-;
blcibt, so folgt, dafs die Stelle der Coincidenz immer weitcr
gegcn dic Basis des Prisina's vorriicken wird. Haben 6d
und Sb dasselbe Verhiiltnifs fur Strehleu von verschiedener Farbe (was, wie bercits erwzhut, sehr nahe wirkiicli
der Fa11 ist), so' wird bei einer gegebencn Lage der Lupe
die Vereinigung der Farben vollkommen seyn an der
Stclle, welche mir fur das Centrum der Fransen gefunden haben; und dicselbe Stelle wiirde noch das Centrum
der Fransen bleiben, wenn ein Theil dcr Farben fortgenommen , odcr das Licht homogener geiiiacht wird.
Es erhellt nun, d a b wir zufolge der Undulationstheorie genau die Phlnomene haben miissen, welche Hr.
P o t t e r in der Annahmc, das Licht sep homogen, beobachtet hat. Es leuchtet ferner ein, dafs cine Verminde-
310
rung der Heterogeniftit nicht den Ort des Centrums verriicken wird, sondern dafs sie nur die Wirkung hat, eine
grbfsere Anzahl von Strichen diefs- und jenseits des Centrums sichtbar zu machen. I m Fall jedoch das Licht
streng homogen ware, wiirde das ganze Feld der Lichtmiscbung bedeckt seyn mit Strichen, von denen man einen
nicbt mehr als den anderen das Centrum der Fransen
nennen kiinnte.
Doch diefs findet keine Anwendung auf Hrn. P o t ter's Versuch, so lange wir zeigen kiinnen, dafs das von
ihm angewandte Licht heterogen war. Jeder, der Versuche dieser Art angestellt, und dabei erfahren hat, welche Helligkeit zu ihnen erfordert wird, und wie schwach
jedes cinigerma€sen homogene Licht ist, wird, glaube ich,
diese Annahine fur wa/zrscheinlich halten. Allein ich mill
weiter gehen und behaupten, BUS den Versuchen selbst
folge init Gcw@m't, dafs das Licht heterogen war. Der
Grund ist einfacli und unwiderleglich der, dafs wenn das
Licht homogen gewesen w%re, kein unterscheidbares Centrum der Fransen IiHlte sichtbar seyn kiiiinen. Und wie
klrin aurh die Hetcrogenikit seyn inoclite, so nahm doch
das Centrum dcr Fransen densclbcn Ort ein, wie wenn
dns Licht (innerhalb gewisser GrYnzcn) auch noch so
heterogen war. Die von Hrn. P o t t e r beobachtete Erschcinung steht demnach, so weit sich ilus einer Erklarung
in allgerneinen Ziigen schliefsen kl'st, vollkommen im Einklaug init der Undulationstheorie.
Das Princip, nach welchem ich den Ort des Centruins der Fransen bestimint habe, ist, wiewohl auch Sir
J o h n H e r s c h e 1 davon bei Einem Versuche Gebrauch
inachte, iucines Wissens niemals deullich ausgesproclien.
Es findet jcdoch in sehr vielen Fallen Anwendung, sowohl bei Erhliirung der Polarisatio~isersc.heinungendurch
lnterferenz, als auch bci der Interferenz des gemeinen
Lichts. Uer folgende lehrreiche Versuch (auf welchen
haufig angespielt worden ist) zeigt sehr augenfallig die
311
Anwendung dieses Princips. Ich fiihre ihn um so lieber
an, als ich aus einer Stelle in Hra. P o t t e r ' s hufsah
schliefse, er sey nicht abgeneigt denselben zu wiederholen. Ich werde ihn in der Form bcschreiben, wie ich
ihn in der Praxis am Ieichtesten gefundeu babe.
Man mache sich einen kieinen Holzrabinen f shnlich
einein Fensterrahmen oder lieber dem einer gewtihnlichen
Reclientafel, doch kleiner), sage zwei entgegengesetzte
Seiten durch und vereinige sie wieder durch Angeln.
Nachdem man die beiden Theile in Eine Ebene gebracht
hat, setze man eine kiare Glasscheibe in den'Rabmen,
kitte. sie fest and schneide sie iiuu in der die Angeh
verbindenden Linie mit einem Diainante durch. Der Rahmen wird sich nun gut drehen lassen, und zwei gleich
dicke Glasscheiben einfassen, die sich in der Drehlinie
fast genau beriihren. Man befestige hierauf eine Seite des
Rahinens so, dafs das Glas in demsdben das Licht, welches auf einen der Spiegel fallen soll, senkrecht empfange,
und dafs zugleich die Linie der Angeln die auf die beiden Spiegel fallenden Lichtbundel theile. Dann wird
der cine Biindel durch das feste, der andere durch dns
bewegliche Glas gehen. Befinden sich nun die GIYser
in Einer Ebene, so werden die Interferenzfransen nicht
verschoben. So wie man aber, wzhrend das eine Glas
senkrecht auf dem Biindel steht, das andere neigt, werden die Fransen sogleich nach dem Bundel Lingeschoben, welcher durch das geneigte Clas gegangen ist.
So weit ist der Veksuch oft beschrieben worden;
doch der Punkt, welchen ich besonders hervorheben wollte,
ist folgender. Wenn man, nachdern man die Fransen fiir
den Fall, dafs die beiden Glaser in Einer Ebene steben,
beobachtet hat, die Lupe verliifst, dem einen Glase eine
andere Stellung giebt, und zur Lupe zuriickkehrt, findet
inan das Centrum der Frausen verschoben, und man ktinnte
vielleicht daraus schliefsen , dafs die Fransen unverandert verschoben worden seyn, und dafs der Strich, wel-
312
cher zuvor der Centralstrich war, es auch jetzt noch sey.
Pr'ichts ist jedoch min'der wahr als dieh, wie man leicht
wahrnehmen kann, wenn man mittelst eines kleinen Mechanismus (eine Schnur and ein in entgegengesetzter Richtung wirkendes Gewicht sind visllig hinreichend) das Glas
heigt, ohne das Auge von der Lupe abzuwenden. Man
sieht dann die Fransen sich verschieben , allein zugleich
ihren Charakter in der Art Indern, dafs das Auge iiach
kuner Anschauung derselben vollkominen vcrvirrt ist.
Nehmen wir zur Deutlichkeit der Ideen an, die Fransen
verschiiben sich gegen die Rechte; der cenlrale weifse
Strich wird im Fortrucken blau an seinem rechten Rnnrle
und roth an seinem Iinken Rande, und wenn er unpcfiihr urn 'uicr Striche fortgeriickt ist, so ist der helle weifse
Strich dcr f i i f l e von dem urspriinglichen Ort des hellcn
weifsen Strichs (fur schr genau gche ich indefs diese Zahleu nicht aus).
Diese Beobachtung, weIche sich leicht ohne Bewegung des Auges machen Iafst, zeigt deutlich den Unterschied zwischen dem Verschieben der Sfriche und dem
Verschieben des Centrums der Fransen. In Hrn. P o t t er's Versuch verschiebt sich (beim Fortziehen des Auges und der Lupe yon dein Prisina) das Centrum der
Fransen, allein die Sl&he selbst bleiben (gemiifs der
Theorie) beinahe stillstehen ; es wird indefs nicht leicbt
seyn, dem Auge die zu diesen Beobachtungen nothige
Festigkeit zu geben.
Die andere Thatsache, deren Hr. P o t t e r e r d i n t ,
nlmlich dafs die Fransen schmaler werden, wenn man
durch Drehung des Prisma's den Austrittswinkel sehr vergrbfsert, ergiebt sich als eine directe Folge aus der Undulationstheorie. In der That, kommt das Licht nacli dem
Austritt von zwei virtueIIen Bildern her, die vie1 weiter
getreunt sind als die friiheren; und die Breite der Fransen verhiilt sich caeteris paribus umgekehrt wie der Abstaud der strahlenden Bilder.
313
Diefs sind n m die Bemerknngen, welche ich Ciber
Hrn. P o t t e r ' s Versnch zu maclien beabsichtigte. Ich
kann jedoch nicht schliefsen, ohne nicht noch eine gelegentliche Aeufserung desselben zu beriihren. Et. sagt:
die ungliickliche halbe' L7ndulation, welche yirfwahrend
oon allen Anhiingent der Unduldonstheorie gesucht
worden.<< Ich beriihre dieseu Einwurf, theils weil ich
schon einen etwas ahnlichen anderswo ,gehiirt habe, theils
meil ich aus der Art, wie Hr. P o t t e r ihn anfstellt, schliefsen mufs, dafs er sie aus einer sehr mangelhaften oder
irrigen Angabe entnoinmen habe. Ich kenne keinen Fall,
sey..s
wo neine halbe zi'ndulation zu sucheii
Zum Ungliick fiir eine Theorie geschielit es zuweilen, dafs die Worte ihres Urhehers, weiche io der Kindheit der Theorie niithig waren, beibehalten werden, wann
sie nicht nur tiberflussig, sondern gar nachtheilig sind.
Die SZitze, welche im Jugendalter einer Theorie nothwendig sitid, uin die Uirterscheidung verschiedener Felle
zu bezeichoen, tcagen in nicht geringein Grade zu ilirer
Dunkelheit bei, wenn sic so weit vorgertickt ist, dafs
jeder einzelne Fall in Einen allgeineinen Procefs eingeschlossen werden kann. Diefs hat sich mit den Siilzen
ereignet, auf welche, wie ich vermuthe, Hr. P o t t e r bier
anspielt.
Der W'echsel ciner halben Undulation ist in der
That ein Wechsel des Zeichens der Vibrationen, aus dcnen die Uudulation besteht. Das Einzige, was erklsrt
werden mufs, ist dieser Wechsel des Zeichens; und die
einzigen Falle, wo ein soIcher Zeichenwechsel eintritt,
findeu sich meines Wissens zuweilen bei der 'Interferenz
des polarisirten Lichts, uud bei der Interferenz des Lichts,
welches die N e w t on'schen Ringe bildet. Vielleicht erklare ich die scheinbare Schwierigkeit am besten, wenn
ich gewisse Falle in der Geometric als Gleichnisse wahle.
Urn einem Schiiler die Beziehung zwischen dem sinus versus und dem cosinus Mar zu machen, k h n e n wir
))
314
sagen: *der sinus versus enfsteht durch Subtraction des
cosinus vom radius, wenn der Bogen kleiner ist als ein
Quadrant, dagegen durch Addition des cosinus zum radius,
falls der Bogen grbfser ist als ein Quadrant. D i e t sind
fur ihn zwei besondeFe Fiille; allein der ausgebildete Mathematiker betrachtet beide, vermage der Theorie des Zeichenwechsels, nur als einen einzigen.
Eben so verhalt es sich mit der Interferenz des POlarisirten Lichts. In gewissen Fallen sind zwei zerfallte
Vibrationen zu addiren; bei AnnVherung an eine gewisse
Granze verscbwindet eine von ihnen; iiber diese Granze
hinaus kommt sie wieder zum Vorschein, doch in solcher Weise, dafs sie von der ersteren abgezogen werden muh. Doch alle diese Veranderungen finden mit
eben SO grdser Regelmafsigkeit statt wie die Veranderungen in der Vorschrift zur Bildung des sinus versus
aus dem cosinus, und folgen in der That genau demselben Gesetze.
Wollen wir einem Anfinger in der Mechanik die
Bewegung elastischer Kugeln, von denen eine die andere,
welche in Ruhe war, gestoCsen hat, erklfren, so kiinnen
wir vielleicht zwei besondere Fiille unterscheiden , namlich den, wo die stokende Kugel griifser, und den, wo
sie kleiner war als die ruhende; und wir werden dann
sagen im ersten Fall habe die Bewegung der stobenden
Kugel nach dem Stoke dieselbe Richtung wie vor demselben, im letzteren Falle sey dagegen die Bewegung
nach dem StoEse von entgegengesetzter Richtung wie vor
demselben. Ein weiter vorgeriickter
Scbiiler wurde begreifen, d a t beide Falle in die allgemeine Formel
A-B
A+B ."
eingeschlossen sind.
So verhilt es sich mit der Reflexion des Lichts an
der innern und aufsern Oberflache des Glases. Die mechanischen Bedingungen scheinen den eben angefiihrten
genau gleicb zu seyn, uud dns theoretische Resultat ist
315
such abnlich. In dem einen Fall namlich sind wir zu
der Aunahme gezwungen, dafs die iibrigbleibende Bewegung (welche den reflectirten Lichtstrahl eneugt) dieselbe Richtung wie zuvor behalte, und in dem andern
Fall sind wir eben so zu der Voraussetziing genothigt,
dafs die iibrigbleibende Bewegung eine entgegengesetzte
Kichtung habe als sie vorhin hatte.
Ich lege weniger Gewicht auf diesen Theil der Zhdulationstheorie als
auf den andern, weil ich den mechanischen Theil der
Undulationstheorie im Allgemeinen fur weniger vollkommen als den geometrischen halte; doch was ich gesagt
babe, zeigt klar, dafs in diesem Zeichenweehsel niehts
Willkuhrliches liegt, sondern dafs er nothwendig von
der Theorie gefordert wird. Ich mufs hinzufugen, dafs
iiber welclien Theil der Undulationstheorie man auch
eine vollsWndige mathematische Untersuchung anstelle, z. B.
iiber die verwickeltsteil Polarisationserscheinungen,
die
welche ein Nachfrage nach einer halben fildulution,
lien so starken Eindruck auf Hm. P o t t e r machte, nz'emaIs vorkommt.
Ich bin erfreut, dafs Hr. P o t t e r ernstlich bemiiht
war seine Versuche mit den mathematischen Resultaten
aus der Undulationstheorie zu vergleichen.
Ich hoffe,
zum Besten der Wissenschaft, dafs er seine Versuche
fortsetzen werde, hoffe, mehr zu seiner eigenen Ueberzeugung, daL er auch -die entsprechende mathematische
Uiitersuchung verfolgen wolle. Fiihrt .er dabei fort den
Vergleich zwischen beiden in demselben philosophischen
Geiste, welchcr seinen letzten Aufsatz auszeichnet, anzustellen, so kann ich mit Zuversicht voraus sagen: Hr.
P o t t er wird bald ein Unddationist werden.
-
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