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Bemerkungen ber einige zu Pompeji aufgefundene Farben.

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1
BEMERKUNGEN
fiber e i n i g e zu P o m p e j i aufgefunrlene
Farben;
toll
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P T
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L.
(Vorgel. in der erftea Klaffe der Inftitutr am 6. M&r 1809.)
1
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o Maj., die Kaiferinn Kiiniginn , h a t mich mit
7 Proben von Farben beehrt, die man zu Pompeji
i n dem Laden eines Farbenhiindlers gefunden hat.
Unter diefen Farben ifi eine (No. I . ) , die
k e i n e Pripa ra t i on vo n Men fch en h 1n d e n e rh a1ten
h a t ; ein griiner feifenartiger T h o n , wie ihn uns
die Natur art verfcbiedenen Orten giebt, dem analog, d e r unter dem Namen YeroneJer- Erde (oder
Griinerde von Verona) bekannt ift.
No. 2. ift ein durch SchlHmmen von allen
groben u n d fremden Theilen gereinigter Ocher,
von fch8nem Gelb. Da er beim Calciniren roth
w i r d , fo ifi das Gelb deffelben ein Beweis; dafs
d i e Afche, von d e r Pompeji verfchattet worden,
keinen hohen Grad von Vl'lrme gehabt hat.
No. 3. ift ein braunliches Roth von gleicher
Natur mit d e m , das noch jetzt i m Handel vorkommt, und deffen man fich zum groben rathli-
h
*) Nach den RnnaIes de ChimiesAvril
18O!Is
frci bearbeitch
chen Uebertilnchen dcr T o n n e n in den Seehiifen,
bnd zum Bemahlen d e r ThDren und d e r Fenfter
tnan'cher HSufer bedient. Man erhiilt diefe Farbe
durch Calciniren des eben erwzhnten gelben
Ochers.
No. 4. ilt ein fehr leichter u n d fehr w e i k e r
Birnsftein von einern feinen und dichten Gewebe.
D i e drei andern Farben find zurammen gefetzte, und ich habe fie chernifch unterfuchen miiff e n , um i h r e Befta'ldtheile zu finden.
No. 5. ift ein fchones, intentves, u n d volles
Blau, in kleinen Stiicken von gleicher Geftalt. Das
Aeufshre jedes Stiicks iTt von blalferem Blau, als
das Innere; letzteres iibertrifft a n Glanz und Lebhaftigkeit das fchonfte Bergblau.
N i t Salzfaure,
Sa I per er lZu r e u n d Sch w e f el ci u re bra u fen d i e fe St il kke ein wenig, und die F a r b e gewinnt a n Lebhaftigkeit, felbft wenn man die SSuren eine Zeit lang
fiber fie kocht ; oxygenirt falzfaures Gas hat k e i n s
W i r k u n g auf fie. Diele Farbe hat alfo nichts mit
d e m Ultramarin g'emein , das von jenen vier Saur e n zerftort wird, wie die HH. C l C m e n t und
D e s o r m e s g e z e b t haben.
Auch Ammonium
w i r k t darauf nicht. Vor d e r Flamme des Liithrohrs verwandelt fich das Blau i n Schwarz, u n d
die Ma& verwandelt fich zuletzt i n eine riithlichbraune Fritte. Mit Borax vor dern L6throhre gefchmolten , giebt fie ein grilnlich - blaues Clas.
Wenn man diefe blaoe Farbe auf einer Unterlage von Platin mit Kali behandelt, fo giebt fie
-
eine grtlaliche Fritte, die braun w i d , u n d endlich die metallifche Farbe des Kupfers annimmt.
Diefe Fritte lafet fich zum T h e i l irn Waffer auf;
trijpfelt man in die Aufldfung Salzfaure, fo entfieht ein reichlicher flockiger Siederfchlag und
die von dem erften Di’iederfchlage abgegoffene Flnffigkeit giebt mit fauerltleefaurem Ammonium noch
einen imeiten ziemlich reichlichen Niederfchlag.
Was das Kali niclit aufgeldet hat, liifet fich unt e r Aufbraufen in Salpeterfhre auf, die dadurch
griin wird ; Ammoniak giebt darin eiiien Kieclerfchlag, den es wieder auflijfet, wenn man
es i n Ueberrnafs zufetzt, und d a m w i r d die AufIaT~ngblau.
Diefe blaue Farhe fcheint hiernach aus Rupferoxyd, aus Kali, u n d aus T h o n e r d e zu bellehen. Sie nPhert fich alfo zwar in ihren Befiandtbeilen dem Bergtlau, unterfcheidet fich ober davon durch itire chemifchen Eigenfchaften.
Sie
fcheint nicht ein Niederfchlag, fondern der Anf a n g einer Verglafung , zu feyn.
Der Prozefs, durch d e n die AIten diefe Farbe erhielten, fcheint far uns verloren gegangen
zu feyn. E n Beweis, dafs fie fchon im hachften
Alterthume in Gebrauch war, iR, dafs H e r r D e s c o s t i l s in d e n hieroglypbifchen Gemihlden eines
alten iigyptifchen Monuments eia lebhaftes, glPnzcndes und glasartiges, Blau gefunden h a t , von
d e m e r fich iiberzeugte, dafs der fzrbende Stof€
Kupfer ifi.
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519
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D e n Befiandtheilen nach kifnnen wir diefem.
Blau unter unfern Farben das BcrgbIau, uod d e r
Natzlichkeit nach das UIrramarin a n die Seite lett e n , befonders feit dem Herr T h e n a r d eine Zubereitungsart diefes letztern hat kennea gelehrt,
weIche es fiir die Oehlmahlerei tauglich macht.
A b e r das Dergblarr hat wetler den Glanz noch die
D a u e r des Blau d e r Alten, und LaJur und UItranzotin find fehr vie1 theurer, als das eine Mifchung
aus drei Befiandtkeilen feyn kann, deren Preis fo
geringe ifi. h'achforfchungen Ober den Fabrications P r o d s diefer blauen Farbe millsten d a h e r
von allgemeinem Interefre feyn.
No. 6. ifi ein blafsblaner, mit eiaigen weifsen Kcrochen gemengter, Sand. Die chemifche
Analyfe zeigt darin diefelben Befiandtheile, als i n
d e t vorhergthenden Farbe; man mufs fie d a h e r
f a r eine Zufammenfetzung von derfelben Natur a l s
die vorige halten, i n welcher Kaflc und T h o n e r d e
iich nach griifserem Verhlltnilfe befiodea.
No. 7. ifi ein fchiines Rofenroth. Der Farbeftoff iR von weichem Anfilhlen, und ISfst fich
mif'chen den Fingern zu einem unfnhlbaren Staube zerreiben, d e r d i e Haut mit einem angenehmen
zwifchen Rofeo und Scharlachrotb ftehenden
R o t h ilberzieht. Dem Feuer ausgefetzt wird die
Farbe fchwarz und zuletzt weirs, ohne einen wahrnehmbaren Geruch nach Ammonium zu verbreiten. Von Saltfiure wird fie unter einem leichten
Aufbraulen aufgelafet uod Ammonium bildet in
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-
,
diefer Auflafung einen flockigen Niederfchlag, d e n
Kali g a m wied e r au flafet. Wed e r Galllpfel t inka r noch Schwefel Wafferftoff Ammonium zeigen
darin die Gegenwart eines Mstalles. M a n ltantr
folglich diefe rofenrothe Farbe filr eine wahrs
Lackfarbe nehmen, i n welcher das Pigment a n
T h o n e r d e gebunden i f i . In ihren Eigenfchaften,
i h r e r Niiance, und d e r Natur ihrcs fsrhenden Principes fiimmt fie fafi vollkommen mit d e r Lackfarbe
dus Krapp ilberein, von der ich in meinem W e r k e
fiber die Baurnwollenf3rberei geredet habe. Dafs
fich diefe Lackfarbe I 9 Jahrhunderte I a n 5 faft ohn e wahrzunehmende Veriinderung erhalten hat,
mufs die Chemiker in Verwunderung fetzen.
Die Farben j welche mir von l h r o Majefta't,
d e r Kaiferinn, zagefiellt find, fcheinen alle fieben
Zur Mahlerei befijrnmt gewefen z v feyn. Unterfuchen w i r indefs die Glarur o d e r den Ueberzug des
Topferzeugs d e r Hiinier , W O V O ~flberall , w o romifche H e e r e Iich angefedelt h a t t e n , uogeheure
Haufen von Scherben licgen, To ilberzeugen w i r
nns leicht, dafs die mehreRen tliefer Erden zum
Ueberzuge, w o m i t diefes Tiipferzeug bekkirtet
ift, haben dieneit kiinnen.
D e r gewiihnlichfte
Ueberzug defrelben ifl roth, und h a t aichts Gfasbrtiges; er fcheint mit dem gelhen o d e r mit dem
brjiunlich rotlren O c h e r erhalten worden zu r e p ,
d e n man auf das feinfie zerrieben, und mit'einem
Ichleimigen o d e r Chligen K6rper zu einem feinen
Teige gemacht, und mit d e m Pinfel aufgetragen
-
hat.,;-@err d 'A.r.c
. . e t ,:.yon dem wir eine fehr is.
terefante.
. , _ Arbeit ilber diefes T6pferzeug baben,
,
I...
.
-a.
be&zt,,ein Gef+s, deffen
. . MafCe fchrn'upig, roth,
,qp,d .das
. 3n
. cler O a r f l + b e init einer folchen Lage
pber.zogen jft.
M a n .Gelit. daran
.
.die, Stelle, wo
,der Iiunftler vufge'hiirt hat,, das G e f a t zu decken,
a nd auf der 3ufscrn nicht iiberzogenen.Seite des
B o c k u s aeigen. iich rothc.Striche, die..der Arbeiter
..
.dort
. . gemacht hat, um clie Farbe ,zu .beurtlieilen
ynd, . kin en Pinlel zu verfuchen. Kiiclit felten fin;
den.;fich GefiiCse, .deren MalCe eine andere Farbe
hqt, ,aIs. das Hoth, wornit fie ilherzogen find.
.
. Dje ,Rarner.
. . hab.en Gch vielleiclit fclion d e r
"
Salze,
'.
. p l s FlilCfe fur den Ueberzug ihres Tijpferz e q p , : um,ilin leichter zum Schrnelzen zu bringen,
.bedient;
..
wenigftens h at H e r r d'A r c e t den wei.fsep, Ueb,erzug d er hetrurifchen Vafen vollkonirnen
pachgemacht, mit ei,nern lich . weirs brennenden
Than ,und einem,-?ufatze von einem Zwantigftel
Bqrax. Die metallilchen Flilffe und deren Gebrauch
zum Verglafen und zum Feftrnachen. des Ueber;.
zugs d e r Tijpferwaaren Ccheinen den Rijmern irn
'L, .
.
sr$en J a h rh un cl e r t e u nfe r e r Zei t r e ch nu g n o c h
gnbe kan n t getvefen zu fejn ; weder H e r r d 'A r c e t
p o c h ich haben bci.der Ancllyfe des L'eberzugs der
.hetrurifchen Vafen u n d des rotheo, weifsen, ode;
b r a u n e n Topferzengs. eine Spur von M e t d l gefunden. Erfi i n fpiitern Zeiten hat n u n dazu Schwef e l - Kupfer, SchweCel N e j , und die Blei - Ox y d e
Zwar finden fich manchmahl diefe
genommen.,
a
..
i
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-
.
metallifchen Glafuren auf ausgegrabenen Gefafsen ;
4olche Gefiifse fcheinen mir rber aus einer fprtern
Zeit herzurtlhren, als da die Ramer Gallien bef&
fsen. Deno alle rornifchen Gefiifse, die mit Ge;
wifsheit I U S jener Zeit herrtlhren, haben mir bea
d e r Analyfe nie eine Spur von Hupfer oder Blei
gegeben.
M a n c ~ m a h lzeigen fich Merkmahle der Verglafung; doch allein beim Schwara.
Ich habe
felbfi mehrere Bruchftticke alter Tlipfertvaaren 5"felien, an denen diefer Charakter unbezweiflich
war. Ich habe immer geglaubt, dafs der Grundtheil diefer Ueberziige aus glafiger Lava befiehe,
die an fich leicht fchmelzbar i l l , und die durch
Salze noch Ieichter zurn Scbmelzen gebracbt feyn
mag.
Meine Unterfuchungen hieraber habe ich
vor 25 Jahren bekannt gemacht; H e r r F o u r m y
hat von ihnen die glilcklichfte Anwendung in fein e r Fabrik zu Paris gemacht, und Herr d ' A r c e t
%at vor Kurtem diefe Ideen durch feine eigene Erfa h rung b eft; t igt.
Uebrigens find die ramifchen Tapferwaarerr,
befoaders die hetrurifchen Vafen , bei einer Hitz)
gebrannt, die im Vergleich mit der, die man jetzt
giebt, fehr geringe ift. Sie l i k t Gch auf 7 oder 8
Grad nach W e d g w o o d's Pyrometer fchiitzen ;
und bei diefern Hittegrade find, wie H e r r d ' A r ce-t hewiefen hat, die Blei- Oxyde unbrauchhar;
fie dringen Jann in die Thonmaffe ein, uod laflea
die Farbe glanzlos an d e r OberAPche zurtkk.
f 323 j
Wir find unfireitig in d e r KunR der T b p f e r e i
den Alten weit iiberlegen. Die hlenge von Metalloxyden die man nach einander entdeckt u n d
ongewendet hat habep uns Mittel a n die Hand ges e b e n , unfere T6pferwaaren m i t einer Menge
gliinzencler und dauernder Farben zu uberziehen,
und eine befrere Auswahl itnd Verbindung d e r Erd e n hat uns i n den Stand gefetzt, die grijfste Hart e und eine fafi ga’nzlirhe Unfchmeltbarkeit zu erreichen.
Dennoch werden die hetrurifchen Gefzfse wegen der Schonheit, d e r Eleganz, und d e r
RegelmBfsigkeit ihrer Formen immer gefucht bleib e n ; auch habe ich geglaubt, dafs alles, was a u f
,die Gewerbe und die Iconfie tler Riimer Ueziebung
hat, f a r die intererrant feyn werde, welche an den
Fortlchrjtten d e r l n d d t r i e Antheil nehrnen.
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