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Bemerkungen ber erschtterungsfreie Aufstellung.

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9. Bemerkzcnyen iiber e r s c h i i t t e r u q p f r e i e
Azcfstellzcny ;
v0.n W. H. Jzclizcs.
Die Methode der erschutterungsfreien Aufstellung, welche
darin besteht, daB man den zu schutzenden Apparat unter
Innehaltung gewisser Bedingungen an drei elastischen Drahten
aufhangt, hat in den letzten Jahren vielfach Anwendung gefunden. Es sind jedoch von maBgebender Seite als Ausfiihrungen dieser Methode gewisse Vorrichtungen beschrieben
und abgebildet worden, die den Anforderungen nur teilweise
entsprechen, indem wichtige Einzelheiten des Verfahrens dabei
auBer acht gelassen werden. Dieses veranlaBt mich, die
wesentlichen Zuge der Methode unter Hinweis auf fruhere
Mitteilungen hier noch einmal kurz zusammenzustellen.
Erste Bedingung. Die drei Drahte, an denen der Apparat
aufgehangt ist, sollen von gleicher LiZnge und gleich stark
belastet sein, und durch die Belastung merklich verlangert
werden.l)
Zweite Bedingung. Der Schwerpunkt des ganzen hangenden Kbrpers befinde sich in der horizontalen Ebene, welche
durch die drei Punkte bestimmt ist2), in denen der Apparat
auf den Osen der Drahte ruht.
Dritte Bedingung. Diejenigen Teile des Apparates, auf
deren Ruhe es hauptsachlich ankommt, sollen in der Nahe
des Schwerpunktes liegen.3)
Vierte Bedingung. Wenn es sich darum handelt, auch
die Vertikalkomponenten der Erschiitterungen moglichst abzuschwachen, so hat man nur einige Dezimeter der Aufhangedrahte durch Spiralfedern zu ersetzen , wodurch bei gleicher
Belastung die Verlangerung sehr vie1 groBer, und also der
1)
W. H. J u l i u s , Wied. Ann. 56. p. 151. 1893.
2) 1. c.
3) W. H. J u l i u s , Zeitschr. f. Instrumentenk.
16. p. 267. 1896.
Bemerhungen uber emchutterungsfreie h r f ' s i e h n g .
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EinfluS vertikaler Impulse i m gleichen Verhaltnisse geringer
wird. *)
Funfte Bedingung. Die Eigenschwingungen des Apparates,
die durch Beriihrung oder durch Luftstrbmungen angeregt
werden, beruhigt man mittels in Fliissigkeit eingetauchter
Fliigel oder mit Wattebiischeln. Diese Dampfungsvorrichtung sol1
ebenfalls in der Ebene des Untersttitzungsdreiecks und des
Schwerpunktes angebracht sein, damit die in ihr angreifenden
Krafte keine Drehungsmomente um horizontale durch den
Schwerpunkt gehende Achsen hervorrufen konnen.
Bei nnseren Uberlegungen wurde der hLngende Apparat
(Stativ und Instrument zusammen) nls sturrer Korper betrachtet.
Wenn diese Voraussetzung nicht mit geniigender Anniiherung
erfiillt ist, und sich in dem aufgehangten Korper unter dem
EinfluB der Erschiitterungen stehende Wellen von merklicher
Amplitude ausbilden konnen, so treten verwickeltere Verhaltnisse ein. Es ware dann z. B. moglich, da6 in gewissen
Knotenpunkten des Systems gro6ere Ruhe als im Schwerpunkte
herrschte. Solche Falle wurden eine absonderliche Betrachtung
erfordern.
In dem vorziiglichen Lehrbuch der praktischen Physik
von F. K o h l r a u s c h findet sich nun leider eine in fast allen
Teilen unrichtige Beschreibung des Aufhiingeverfahrens vor
(p. 48 der zehnten Auflage). Das Prinzip der Methode wird
nicht erwahnt ; die abgebildete Ausfiihrung gestattet nicht, der
zweiten und dritten Bedingnng Geniige zu leisten; die vierte
Bedingung bleibt unbeachtet ; die Dlmpfung erfolgt an unrichtiger Stelle, und es wird eine noch schlechtere Dampfungsvorrichtung als bessere empfohlen. Auch die Bemerkung, es
beschranke sich die Anwendung meiner Methode auf Instrumente,
an denen man selten Manipulationen vorzunehmen hat, trifft
1) W. H. J u l i u s , Handelingen van het Zesde Ned. Natuur- en
Geneesk. Congres Delft, p. 428. 1897; Zeitschr. f. Instromentenk. 18.
p. 85. 1898. Am Schluese eines Aufsatzes uber ,,Sensitive moving coil
galvanometers'' (Physic. Review 19. p. 305-329. 1904) bespricht Hr.
W. P. W h i t e mehrere vorrichtungen zur erschutterungsfreieuAufstellung
und sagt, es liefie sich die yon mir angegebene durch die Anwendung
von Federn verbessern. Spiralfedern wurdcn aber von mir schon in 1897
fur gewiese Fiille empfohlen und benutzt.
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W. H. Julius.
offenbar nicht zu; denn es ist leicht eine Vorrichtung anzubringen, rnit der man den Apparat durch einen einzigen
Griff fest mit einem untergestellten Tische verbindet.
Die Aktiengesellschaft S i e m e n s & H a l s k e hat unter
meinem Namen eine ,,erschutterungsfreie Aufhangung" des
d u Rois-rub enswhen Kugelpanzergalvanometers eingefuhrt
(Listennummer 31 567; vgl. Abbildung in Preisliste 11, 1903,
auf p. 1130), welche jedoch mit der von mir angegebenen nur
die Erfiillung der ersten oben eswahnten Bedingung gemein
hat. Es fallt zwar bei jener Ausfuhrung der Befestigungspunkt
des Quarzfadens in die Ebene des Unterstutzungsdreiecks ;
das hat aber keinen Sinn, wenn der Schwerpunkt nicht auch
in dieser Ebene liegt, und diese letztere Bedingung ist nicht
erfullt. AuBerdem kann man das ganze System schwerlich
als ,,starren KiirperlL betrachten, weil in ihm die langs den
Drahten fortgeleiteten Impulse an den freien Enden ziemlich
dunner Stabe angreifen. Die Dampfungsvorrichtung schlieB1ich
befindet sich auch hier nicht an der gunstigsten Stelle. Trotz
ihrer Mange1 wird vielleicht die S i e m e n s & Halskesche Aufhangung in gewissen Fallen genugenden Schutz gewa$ren ;
das Optimum kann man aber mit derselben nicht erreichen.
I n dieser Hinsicht ist die von der Firma R i p p & Z o n e n in
Delft ausgefuhrte, universal verwendbare Vorrichtung entschieden vorzuziehen.
Wenn man ubrigens auf die allgemeine Verwendbarkeit
eines hangenden Stativs verzichten und nur ein bestimmtes
Instrument erschiitterungsfrei nufstellen will, so kann man sich
auch, mit Innehaltung aller wesentlichen Bedingungen, in einfacherer Weise z. B. folgenderma6en helfen :
Zwei starke dreieckige Brettchen werden durch drei in
den Ecken angeschraubte Holzstangen zu einem derben Gestell vereinigt. Auf dem unteren Brettchen befestigt man in
passender Weise den zu schutzenden Apparat. Durch den
Punkt, auf dessen Ruhe es hauptsachlich ankommt, denke man
sich nun eine horizontale Ebene gelegt, wo diese die Holzstangen schneidet, werden in letztere die drei Haken zum Aufhangen eingesetzt. Das obere dreieckige Brett tragt in der
Mitte einen vertikalen Messingstab, auf den sich ein Bleigewicht stecken la&, dessen Masse eben ausreicht, urn den
Bemerkungen iiber erschutterungsfreie Aufstellung.
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Schwerpunkt des Ganzen bis in die Unterstiitzungsebene zu
heben.
Wenn nun der Apparat uber einem Pfeiler oder einem
Tische aufgehLngt ist und mit diesem durch eine kraftige
Klemmvorrichtung jederzeit schnell verbunden werden kann,
iat man auBerdem in der Lage, alle erforderlichen Manipulationen
an dem Instrument bequem vorzunehmen.
Als Klemmvorrichtung benutze ich einen mit drei FiiBen
auf dem Pfeiler zementierten dreieckigen Rahmen (aus Metal1
oder Holz), der das Bodenbrett des hangenden Gestelles in
etwa 1 cm Abstand rings umgibt. Durch eine Seite dieses
Rahmens sind in horizontaler Richtung zwei Schrauben gefuhrt,
durch die gegeniiberliegende Ecke eine dritte. Wenn die ersten
zwei Schrauben so eingestellt sind, daB sie die Bodenplatte
beinahe beruhren, so geniigen ein paar Umdrehungen der
dritten Schraube, um das Gestell unverruckbar zu befestigen.
Eine solche Klemmvorrichtung kann man uberhaupt nicht entbehren, falls der Apparat an Spiralfedern hangt.
Drei Messingstangen, welche auf dem Rahmen in den drei
Ecken befestigt sind, tragen in angemessener Hohe die OlgefaBe
oder die Wattebiischel zum Dampfen der Schwingungen.
U t r e c h t , August 1905.
(Eingegangen 8. August 1905.)
Annalen der Physik. IV. Folge. 18.
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