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Bemerkungen zu Hrn.

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XIII. Bemerkungen zu Hrn. S c h 6 n h e i n 's Beleuchtung meiner Meinung, betreffend
Ozon; von N. T T F i s c h e r .
&is
E n d l i c h hat Hr. S. meine Kritik seiner Schrift: 11 Ueber
die Erzeugung des Ozons auf chemischem Weget,, in
den Berlioer Jahrbiichern fur wissenschaftliche Kritik zu
Gesicht bekommen, und seinen Aerger dariiber in einem
Aufsatz: Beleuchtunfi der Meinung e k e , in diesen Annalen, Bd. 6 5 , S. 190, ausgesprochen. Ob es ein blofser Zufall ist, dafs in dieser, vom 15. April datirten
YBeleuchtungm die Quelle ~iichtangegeben ist, wo ich
diese Meinung aufgestellt habe, kann ich freilich nicbt
when.
Gewifs wird es Jedem iinaugenehm beriihren, dem
die geglaubte Entdeckuug als ein Irrthum nachgcwieseii
wird ; aber der wissenschaftlich gebildete Mann wird seinen Verdrufs iiber den Verlust des Ruhmes, eiue so
wichtigc Entdeckung gemacht t u habeu, wie die des Ozons
zu seyn schien, nicht durch Schmalireden gegen Den aufsern, welcher den Irrthum aufgedeckt hat, wie diese Beleuchtung solche gegen mich enthalt. Indem ich hier die
Behauptungen des Hrn. S. fiber Einzelnes meiner Beurtbeilung zu berichtigen veranlatt bin, werde ich von alIen jenen Anziiglichkeiten ganz absehen. Sowohl weil
es meiner Natur entgegen ist, mich solcher Waffen zu
bedienen, als auch aus Achtung f i r diese der Wissenschaft gcwidmetcn Zeitschrift.
Vor allen Dingen bemerkt Hr. S., dafs icb micli
eines mit jodsaurem Kali verunreinigten Jodkaliums bedient habe. "Denn er selbst giebt ana, heifst es w6rtlich, , I d a t die verschiedensten, mit Wasser verdiinnten
Sauren seine mit Jodkalium getrankten Papierstreifen ge12
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brlunt oder seinen Jodkaliumkleister gebieut hatten. Niiii
w e i t jeder Chemiker, oder sol1 es wenigsteus wissen,
dafs mit Wasser gehorig verdiinnte Schwefelslure, Phosphorsaure etc., organische Siiuren etc. kein Jod aus dem
Jodkalium ausscheiden, falls dieses rein ist, d. b. kein
jodsaures Kali enthalt. Alle Schliisse, welche Hr. F.
aus den mit (unreinem) seinem Jodkalium erhaltenen
Resultaten gezogen hat, sind daher falsch etc.
Hr.S . ist von der fixen Idee eines unreinen Jodkaliums so geblendet, dafs er den wesentlichen Unterschied
iibersehen hat, deli ich in Hinsicht der Wirkung wllsriger Sauren au f Jodkaliumpapier und Jodkalimiiismg
aufgestellt habe. Die Stelle, worauf sich dieses Raisouneinent von S . bezieht, ist nicht in der Kritik, sondern
in dem Aufsatz: Ueber das Vermfigen mehrerer gasund dunstfbrmiger Kbrper etc. ( E r d m . Journ. f. pract.
Chemie, Bd. 34, S. 166) enthalten, und lautet: ~~Aul'ser
diesen gas - und dunstfiirmigen Substanzen bewirken alle
fllissigen (wafsrigen) Sluren, wie Schwefel-, Phosphoretc., Essig-, Weinsaure, ja selbst die Blauslure, sofort
die blaue Flrbung des Pupiers, wahrend alle, mit Ausnahme der Schwefelsaure (d. b. wenn sie iiicht zu sehr
verdiinnt ist), mit Jodkaliumliismg vermischt, wie natiirlich, keine ( wahrnehlnbare ) Zerzetzung des Salzes,
und folglich keine Farbung hervorbringen.
Und als
Grund dieses scheinbaren Widerspruchs gab icb an, dafs
beim Benetzen des Papiers mit einer wafsrigen S u r e der
Sauersioff der Lufi mit wirke. Hr. S. eifert ferner gegen meine Behauptung, sein chemisches Ozon auch mit
Sauerstoffluft erhalten zu haben, da weder er uoch M a r i g n a c es auf diese Art erhalten konnte. Aber ich
war weit entfernt zu behaupten, sein chemisches Ozon
dargestellt zu haben, wohl aber habe ich behauptet, und
Jeder, der den Versuch macht, wird es bestztigen, dafs
das negative Polarisiren von Platiu und das F3rben des
Jodkaliumpapiers eben so in der AtmosphBre atattfindet,
(t
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welche durch Eiiiwirkuiig von reiner Sauerstoffluft auf
Phosphor, wie in der durch Einwirkung der atmospharischen Luft gebildet worden ist,
nur mit dem aufgestellten Unterscbied, d a b bei Anwendung von Sauerstoff
diese Wirkung splter erfolgt und eine huhere Tempeiiber das
ratur erfordert * ). Aufser dein angegebenen
Jodkalium und der Sauerstoffatmospbare
giebt es noch,
meint Hr. S., einen H a u f e n Thatsachen, die grtlfstentheils in dem von Hrn. F. beurtheilten Werkchen verzeichnet sind, und welche es ganz unbegreiflich mnchen,
wie Derselbe zu dern unglucklichen Schliisse kommen
konnte, dafs niein chemisches Ozon dampfftlrmige phosZu diesem tlaufen von Thatsachen
phorige Saure sey.
gebtlrt: d a t die phosphorige Saure leicht liislich im Wasser ist, wYlireiid das sogenannte Ozon Woclien lang in
verschlosseneii Gefiifsen mit Wasser in Beriihrung den
Gerucli behalt; dafs eine geringe Menge Wasser, durch
welches Ozoii geleitet wurde , das Lackmuspapier nicht
rtltliet ( 7 ) ; dafs das Ozon ehenfalls Lackmus niclit rathet, aber mit grofser Energie die Pflanzenfarben zerstart. (Bei dieser Gelegenheit bemerkt Hr. S . , dafs ich
diese Bleichkraft in meiner Kritik nicht beruhrt babe,
und fiigt hinzu: ses mochte Demselben fur seine Hypothese etwas unbequein seyn, und cs war so leicht sich
zu uberzeugeii, dafs die phosphorige Siiure keine orgaiiischen Stoffe zu zerstilren vermtlge). w Ferner gehbrt
zu diesen Thatsachen, d a k das Ozon J o d in Jodsaure
und Jodkalium in jodsaures Kali verwandelt , ohne dafs
eine Spur irgend einer Phosphorsiiure in das Salz eingehe. Endlich: wie kiinnte phosphorige Slure Silber oxy-
-
-
-
11
((
1 ) Man sieht den eigentlichen Grund nicht ein, warum dieses sogenachdem es nunmehr gewifs iat, dafs d w Stickstoff
keincn Antheil an seiner Errcugung hat, uad es nichts andcrw als
cin Hypcroryd dw WuserstaKs ist, nicht ehcn so gut dnrcb Einwirkung dcr ( wauerhrltigcn) Sauerstomuk, wis der dcr atmorphkisclran Luft auf Phosphor gehildet werden tiinne.
nannte Ozon,
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diren, ohne irgeud eine Spur Phosphor in der Verbindung aufzufinden, wie Ma r i gn a c dargethaii.
Dagegen lnufs zunachst bemerkt werden, dafs ich
streng iiur angegeben habe, die bezeichnete Wirkung der
Phosphoratmosphare sey die einer Siiwe des Phosphors,
hinzufugend, dafs sie entweder phosphorige odcr uuterphosphorige seyn kbnne, welche aber unter den obwaltenden Umstandeu nicht, wie gewbhiilich, in fliissigem,
soudern in gasfbrmigem Zustand dargestellt werde, wodurch sie nattirlich anders als die gewbhnlicbe auf bestimmte Kbrper wirken werde. ( X u einer Anmerkung aufserte ich noch, dafs man auch aiinehmen k h n e , es werde
unter diesen Uinstiinden eine Stickoxydphosphorsaure lhnlich wie eine solche Schwefelsaure
gebildet werden. Diese Anmerkung wurde jedoch von dem Abschreiber meiner Schrift tibersehen, und als ich sie, nachdem
ich es erfuhr, abschriftlich an Hrn. Prof. D o v e in Berlit1 fiir die Redaction der Jahrblicher zusandte, war es
schon zu spat, da meine Beurtheilung bereits gedruckt
war.) Von welchem Eintlufs ubrigens die verschiedenen
Umstlnde, unter welchen das Oxydiren des Phosphors
bei niedriger Temperatur erfolgt, auf die Natur des Productes ist, geht aiicli aus einem Versuche von Will i a m s o n hervor ( Aunalen der Chemie und Pharmacie,
Bd. 54, S. 131 u. f.), nach welchein uuter den obwaltenden Umstanden nur Phosphorsaure eneugt worden
ist, dn bei gew6hnlicher Einwirkung der Luft neben dieser zqleich phosphorige, ja unter besonderen Umstzndeu, wie ich bei einer anderen Gelegenheit darthun werde,
sogar nur phosphorige Siiure gebildet wird. W e n n ich
nun auch mit dem Angegebenen alle soustigen Verschiedenheiten in dem Verhalten der Phosphoratmosphare und
den gewbhnlich dargestellten Sauren des Phosphors zu
erklaren vcrmag, so miifste ich deiinoch eingestehen, dafs
unter den obwaltendeu Umstanden nebeu der Sauerstoffverbindung des Phosphors noch eine ganz andere Sub-
-
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stanz eneugt werde, wenii diese Phosphoratmosphare
wirklich Jod iu Jodslure, Jodkalium in jodsaures Kali
und Silber in Oxyd zu verwandeln im Stande ware,
ohne dafs diese Producte Phosphor enthielten, woran
ich aber vorlgufig noch zu zweifeln mir erlaube.
Der Grund, warum ich in der Beurtheilung nichts
vom Bleichen der Pflanzenfarben erwiihnt babe, ist nicht
der von S. mir untergelegte, sondern folgender: Hr. S.
sagt ausdrucklich in der beurtlieilten Scbrift (S. 94):
JJEnthlilt die Luft oder irgend cine andere Gasart so wenig freies Ozon, dafs die Gegenwart desselben weder
durch das Galvanometer, noch auch durch den Geruch
inehr angezeigt wird, so blaut sie dennoch merklich mein
Probepapier..
Und fiihrt als Beweis fur die Empfindlichkeit desselben einen Venuch an, nach welchein dieses Papicr in einer kleinen Flasche mit atmospharischer
Luft, worin ein Stiickchen Phosphor bei 1 5 O sich befindet, schon nach wenigen Minuten sich zu blfueo anfhgt,
.in welcbem Falle die Menge des freien Ozons noch
so aufserordentlich klein ist, dafs es durch kein anderes
Mittel dargethan werden kthnte.#t Es war daher natiirlich, dafs ich iiber das Bleicheii keiiie sorgf~ltigerenVersuche anzustellen brauchte, und die Resultate aus den
wenigen dariiber angestellten, welche den Angaben von
der Bleichkraft der Phosphoratmospl1;ire nicht entsprechcn, mit Stillschweigen iiberging. Ich hatte nlmlich bei
diesen Versiicben nur das Rbthen, aber nicht das Bleichen des Lackmuspapiers walirgenommen , glaubte aber
in sofern darin keinen Widerspruch mit den Angaben
von Hrn. S. annehmen zu kdnnen, weil ich meine Versuche, wie angegeben, nur in kleinen Flaschen, S. aber
in grofsen Ballons angestellt hat. W i e ich dann in der
Folge bei den Versuchen iiber das Leuchten des Phosphors in der That ein solcbes Bleichen wahrgenoinmen
habe, wenn der Versuch unter gunstigen Umstsnden in
einer grofsen Flasche angestellt worden war, woriiber
an einem anderen Ort das NShere angegeben werdeii
soll. Die Unrichtigkeit meiuer Ansicbt iiber den elektrischen Geruch glaubt Hr. S. durch die einfache Thatsache danuthun, dafs der Geruch uach rnerklicher Zed
noch fortdauert. I)em ist aber nicht also. Grofse Flaschen, in welche die Elektricit2t so Iange eiustrbmte, bis
der Geruch sehr stark war, und die rasch verschlossen
worden sind, batten nach sehr kurzer Zeit alIen Gcrucli
verloren.
Ich g6nne Hrn. S. gern die Berubigung, die er am
Schlusse seiner Beleuchtung in der Versicherung zu haben scbeint, dafs wenn ihm seine eigenen neueren Versuche nicht die Grundlosigkeit seiner fruheren Ansicht
iiber das Ozoii als Bestandtbeil des Stickstoffs dargethan
hltte, meiiie Arbeit es nicht bewirkt liabeii wiirde, so
wie in der Aeufserung: mwenn man Andern begangene
Irrthiimer nachweisen will, so muk man uicht selbst in
noch vie1 grbbere verfallen etc.n Dagegen kann ich es
nicht unbernerkt lassen, dafs Hr. S. sich gewaltig irrt,
wenn er meint, ich dUrfte jetzt, d. h. nach dieser seiner
Beleuchtung, es selbst bedauern, das Amt eines Kritikers Ubernommeu zu haben. Dem ist ganz und gar niclit
also; vieImehr freue ich mich es gethan zu baben, indem
ich nach competenten Urlheilen den Zweck einer solcheii
Beurtheilung, den Werth oder Unwerih einer Schrift
danustellen , vollkommen erreicht habe.
B r e s l a u , den 30. Juli 1845.
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