close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Bemerkungen zur Berufsbezeichnung ДChemikerФ.

код для вставкиСкачать
108
~
~
~
.
-
Henda: Die Psul-Ehrlich-8tiftuit~
__
_---____._.___.
____-
Dipepti'd auf. - Das Anhydrid aus Phenylaminozimtsauro und Asparaginsiiure bildet sich zum Anhydrid
aus Phenylalanin und a-Aminofumar- bzw. a-Aminomaleinsaure um. Von versch.iedenen Aniinosaurcii
kann je nach dmen Versuchsbedingungen einnial die eine,
ein andermal sdise anldere zuerst dehydrierenlden Einfliissen zum Opfer fallen. Liegen ungesattigte Aminosauren neben gesattigten vor, so kann ein Austausch
von Wasserstoff stattfinden. Im Stoffwvechsel koiinen
die aus Ketosauren und Amnioniak gebildeten ungesattigten Aminosauren den ge'sattigten Aminosluren
Wasserddf entzieh.en .und sie fur den Abbau vorbereiten. Dilese Folgerungen verbinden den Stoffwechsel der
"
Zeitschr. hir angew.
~~~
~
Chemie,
43. J. 1930
_ _~
_ _ _~_ __
_ __
~ _
r e wh ie d e n e n Aminosauren uber -die Briicke: Brenztraulbensaure-Alanin mit d'em Abbau der KohleDiacyli,erte Histitdinester spalten unter der
Wirkung von Aminosauren auch h i Abwesenheit von
Wasser s&hr leicht den Acylrest des Imi~dazolkeniesab
und binden d,ie zugesetzte Arninosaure ami~tartig37~).
.4cetyld,l-histildin gibt mit Glycinest,er unter gewisseii
Bedingungen u d nach A sp ltu n g des Acetyls d,l-Hsistidyl-glycin.
(F o r t s e t z u n g f o l g t.)
Ztschr. physiol. Chem. 174, 7G; Chem. Ztrbl. 28, I, 2260.
Ztschr. physiol. Chem. 175, 145-157; Chem. Ztrbl.
2SII?I, 2614.
si4)
Die Paul-Ehrlich-Stiftung.
Von Dr.
L. BESDA,Frankfurt a. M .
Der Aufforderung d e r Schriftleitung, nahere Angaben
uber die vor kurzeni begriindete Paul-Ehrlich-Stiftung 111
niachen, komnie ich um s o lieber nach, als Paul E h r l i c h , w i e ich aus seinem eigenen Munlde weiij, dem
Verein deutwher Chemiker stets besonders zugetan war:
Durch Verleihung der Liebig-Denkmunze hat dieser
Verein m m Ausdruck gebracht, wie hoch e r auch ,die chemische Arbeit des groijen Biologen einschatzte. Ich erinnere mich nwh, wie E h r 1 i c h - es war in1 Ja h r e
1911 an d e r Mikrobiologentagung in Dresden - inir
freudestrahlend das Telegramm zeigte. das ihm diese
Auszeichnung verkundete, die, an eineii Mediziner verliehen, in d e r Tat etwas Einzigartiges bedeutet.
Nahezu ari8derthalb Jahrzehnte siiid vergangen,
seitdem Paul E h r l i c h starb, auf lden von ihni
eroffneten und befruchteten Gebieten ist enisig
weitergearbeitet, manche schonen ErIolge sirid erzielt worden. Diese Forschungen zu fordern, ihre Urheber auszuzeichnen, jungen Gelehrten bei ihrer Arbeit
materielle Hilfe zu gewahren, ist d e r Zweck der PaulEhrlich-Stiftung, die Frau H e d w i g E h r 1 i c h im Sinne
ihres Gatten errichtet hat. Es stand ein Fonds zur Verfugung, d e r sich heute auf etwa 85000 M. belauft und
der von der ,,Vereinigung von Freunden und Forderern
der Universitat Frankfurt" als P a u 1- -E h r 1 i c h F o n Id s verwaltet wird.
Es sol1 eine goldene hul-Ehrlich-Medaille geschaffen welden, die nur fur besondere Groi3taten auf
biologischem Gebiet verlieh'en wird*).
Aus d e n Zinsen dieses Fonds sollen ferner Preise
oder Stipendien gewahrt werden an Urheber wertvoller
Arbeiten auf dem Geibiete der experimentellen und Chemotherapie, Blutforschung, klinischen Bakteriologie, Immunitatslehre, Krebsforschung usw. Diese Paul-EhrlichPreise und Stipendien sollen vorzugsweise an jiingere
Forscher verliehen werden.
Dem Stiftungsrat, der uber die Verleihung zu entscheiden hat, sollen stets angehoren: der jeweilige Vorsitzenlde d e r Vereinigung yon Freunden und Forderern
der Universitat Frankfurt a. M. (zurzeit Geheimrat
A r t h u r v. W e i n b e r g ) als Vorsitzender und der jeweilige Dekan der medizinischen Fakultat der Universitat Frankfurt (zur Zeit der Griindung der Stiftung Prof.
B 1u n t s c h 1 i , jetzt Prof. v. M e t t e n h e i m) als stellvertretender Vorsitzender. Ferner gehoren dem ersteri
Stiftungsrat an Prof. H e u b 11 e r , Geheimrat N e u f, e 1 d
und Geheimrat W i 11 s t a t t e r ; andere Gelehrto
konnen von Fall zu Fall als Gutachter zuugezogen werden.
Schriftfiihrer ist Dr. L. B en d a.
Dieses sind im wesentlichen die Bestimmungen der
Paul-EhrlichStiftung; mogs sie - im Geiste E h r 1 i c h s
und im Sinne der Stifterin - der medizinischen Wissenschaft Forderung und damit der Menschheit Nutzen
bring en.
[A. 189.1
*) Aniii. d. Schriftleitung: Siehe die Personalnotiz auf
S. 119 betr. die Verleihung des Preises an Prof. W n l d s c h rn i d t - L e i t z.
Bemerkungen zur Berufsbezeichnung ,,Chemiker".
Von Regierungsrat Dr. MERRES,
Mitglied des Reichsgesundheitsamts.
(Eingeg. 3. Dezember 1929.)
I n h a 1 t : Staatliche Prufung und Titel fur Chemiker in der Vergangenheit; Studiengatig und StudienabschluR dar
Cherniestudierenden der Gegenwart; derzeitige geschlltzte Berufsbezeichnungen. fur Chemiker ; Stellung des Chemiliers
als Sachverstandiger nach den gesetzlichen Bestimrnungen; Stellung des beaniteten Chemikers; Zusatiittienfassun~.
Der Wirtschaftspolitische Ausschuij des Vorlaufigen
Reichswirtschaftsrates hat sich auf Ersuchen des Reichswirtschaftsministeriums mit d s r Frage des gesetzlichen
Schutzes gewisser Berufsbeizeichnungen befaBt und ist hierbei zu dem Ergebnis gekommen, dai3 der Reichsregierung d i e Einfiihrung eines solohen Schutzes unter anderem auch fur selbstandige offentliche Chemiker n i c h t
zu empfehlen seil).
1)
Vorlaufiger
Reichswirtschaftsrat,
Drucksache
Nr. 363
(1929), Verlagsbuchhandlung E. S. Mittler & Sohn, Berlin SW 68.
Ztschr. angew. Chem. 42, Nr. 47, 1097/98 [1929].
Diese Stellungnahme jener Korperschaft kann nicht
ohne Widerspruch hingenomnien we.rden. Wird es doch
seit jeher in weiten Kreisen als MiDstand empfundeii,
daD sich ,,Ch,emiker" jeder ungehindert iiennen darl, der
dies auf Grund seiner Tiitigkeit glaubt, tun zii konnen ganz gleich, ob e r eine Universitat oder Hoohschule besucht und naoh Abschlui3 seiner Studien eine Prufung abgelegt oder das letztere nicht oder sogar beides nicht getan hat. Der Gmedanke, durch eine geschutzte Berufsbezeichnung einer Herabwurdigung des Chemikerstandes entgegenzuwirken, ist daher auch nicht neu, in-
_
Zeitschr. fin-angew.
Chemie, 43. J. 1930)
Merres: Bemerkungen zur Berufsbezeichnung ,,Chemiker"
dem schon fruher angestrebt wurde, eine Staatsprufung
fiir Chemiker und in Verbindung damit einen gesetzlich
geschutzten Titel fur diejenigen zu schaffen, die sich
dieser Prufung mit Erfolg unterzogen haben.
Bereits im J a h r e 1879 trat der damalige Herausgeber der ,,Cheniilter-Zeitung", Dr. G . K r a 11 s e , auf
Vermlassung zahlreicher angesehener Chemiker der
verschiedensten Stellungen fur eine solche MaBnahme
ein, und er hat seiner Anregung durch viele Aufsatze2)
sowie durch Eingaben an die Reichsregierungs) 0ine
weitere Folge gegeben, wobei seine Bestrebungen alsbald aucli von anderer Seite unterstiitzt wurden. So hat
der ,,Verein zur Wahrung d e r Interessen der chemischeii
Iiidustrie Deutschlands" auf der am 17. und 18. Dezemher 1886 zu Berlin abgehaltenen Generalversammlung
airf Grund einer Aussprache uber d i e Ausbildung d e r
Chemiker fur die Praxis einen AusschuB zur Bearbeitung dieser Angelegenheit gewYhlt, dessen Vorschlage
schl i eB1ich i m w esen tlichen d arau f hi nausl i ef en, d aB
beini Abgnng von d e r Universitat oder Technischeii
Hochschule die Ablegung einer Stnatspriifung zu fordern
sei'). Im Reichstage war in der Sitzung vom 19. November 188g5) durch den Abgeordneten Prof. Dr.
E n g 1 e r ein Antrag nuf Einfuhrung einer Staatspriirung fur Cheniiker eingebracht worden, mit den1 Erfolg, IdaB die, Regierung erklarte, eine reichsgesetzliche
Regelung lionne ninngels einer durch die Reichsgewerbeordnung gegebenen Handhabe nicht erfolgen. Ganz besonders aber hat sich die D e u t s c h e G e s e l l s c h a f t
f u r a n g e w a n d t e C h e m i e, d i e Vorlauferin des
V o r s i n s d e u t s c h e r C h e m i k e r , schon seit dem
J a h r s 1888 fur dio Einfuhrung einer allgemeinen Che111ik e r p r ii f u ng ver wend et.
Die Angeleg enh eit wurde
Zuni ersten Male aut der Hnuptversammlung in Stuttgart
am 2. Dezeniber l 8 W ) auf die Tagcsordnung gesetzt und
war darriach auf der Freiberger Tagung am 25. Mai 1893
Gegenstand lebhafter Erorterung7). Der besondere AnlaB hierzu war, daB inzwischen die Regierungen der
deutschen Bundesstaaten sich entschlossen hatten, auf
deni W ege von V erein bar 11 ngen gl eichl au t ende landesrechtliche Vorschriften uber eine besondere Staatsprurung fiir diejenigen Cheniiker herauszugeben, d i e d i e
Befahigung als Sachverstlnldige im Rahmen der polizeilichen Uberwaohung Ides Verkehrs mit Nahrungsniitteln,
GenuBniitteln und Gebrauchsgegenstanden erhalten
wollen, und daf3 die Reichsregierung auf den Antrag des
Abgeordneten S i o g I e in d e r Reichstagssitzung voni
15. Januar 1892, nunmehr die gleiche Mafinahme in sinngemiiii3er Weise fur alle ubrigen Chemiker ins Auge zu
fassen, erkliirt hatte, man konne zunachst nur d a s B e d ii r f n i s e i n e s B e f h i g u n g s n a c h w e i s e s
fiir d i e e r s t e r e n C h e m i k e r a n e r k e n n e n ;
wenn die gemachten Erfahrungen guns t i g s e i e n , s o w e r d e m a n i n d e s s e n n i c h t zBgern, sich o n t s p r e c h e n d zu entschliefieil.
Ini Hinblick hierauf wahlte der vorgenannte Verein auf
der Hauptversammlung a m 12. Juni l & 9 3 ) in Frankfurt am
-
Chem.-Ztg. 1879, 6 4 i ; 1881, 195, 211, 231, 248, 435, 811,
871; 1882, 689; 1885, 1867; 1886, 175; 1888, 139; 1889, 2, 49, 165,
S19, 965, 1027, 1126; 1890, 1507; 1892, 1069, 1337, 1427; 1893,
1377; 1894, 431, 481; 1895, 1225, 1405; 1896, 35, 457; 1897, 51,
561, 583, 759, 913.
3) An das Reichskanzlerarnt im Jahre 1885, an das Reichsnnit des Innern irn Jahre 1895.
4) Chernische Ind. 1886, 304; 1887, 43.
6 ) 7. Legisl. V. Session 1889/90, 390.
6) Ztschr. angew. Chem. 2, 558 [l889].
') Ebentla 6,387 [1893].
8. Legisl. I. Session 1890/92,3667.
Ztschr. angew. Chem. 8, 405 [1895].
2)
I
109
Main einen Ausschui3, der im November 1895 den Entwurf einer Prufungsordnung aufstellte. Fur die Forderung der Angelegenheit haben sich C. D u i s b e r g lo)
und Ferdinand F i s c h e r 11) eingesetzt. Nach nochrnaliger Behandlung auf der Hauptversammlung in Halle
am 1 . Juni l896lZ) w - u r d e dern Reichskanzler d i e Bilte
unterbreitet, (den ErlaB entsprechender Vorschriflen in
die Wege zu leiten. Der Eingabe lagen eine als Manuskript angefertigte Sammlung des einschlagigsn Materialsls) unld eine Abhandlung von Ferd. F i s c h e r 14) bei.
Die Bestrebungen des Vereins deutscher Chemiker
hatten freilioh nicht nur Fiirsprecher, sondern auch
Widersacher gefunden, wie vor allem in W. 0 s t w a 1 d ,
der auf der Versammlung der Elektro+hemischcn G s
sellschaft, Juni 1897, in Munchen eine sehr ablehnende
Haltung gegen 'die beabsichtigte Prufung eingenommen
hatte, worauf C. D u i s b e r g sich veranlaBt sah, noohmals Stellung zu der Sache zu nehmenl"). Welches Interesse die beteiligten Kreise an der Prufungsfrage
nahmen, ersieht man daraus, daij zu dem Thema noch
folgende Veroffentlichungen zu verzeichncn sind:
E. v. M e y e r l a ) : ,,Zur Frage dor Staatsprufung fur
Chemiker"; G. L u n g e 17): ,,Zur Frage d e r Chemikerprufung"; Dr. H. S c h w o i t z e r l a ) : ,,Zum deutschen
Chemikerexamen"; W. L o s s e n : ,,Ausbildung und
Examina der Chemiker"; Alex N a u m a n n 20) : ,,Die
Chaniikerpriilung als vielumstrittene Zeitfrage"; Emil
E r 1o n m e y e r zl) : ,,Bemerkungen uber Examina und
husbildung der technischen Chemiker". Von diesen
Autoren haben sich L o s s e n und E r l e n m e y e r
gegen die erstrebte Regelung ausgesprochen. AuBer ini
Reichstago wur'de auch ini PreuBischen Abgeordnetenhause !die in R e d e stehende Frage angeschnitten, und
7war in den Sitzungen vom 7. Marz 189422) und
28. April 189723) durch den Direktor der Elberfelder
Farbenfabriken und Landtagsabgeordneten Dr. B o t t i n g e r. Die preufische Regierung hatte sich d e n Anregungen zwar nicht verxhlossen, aber ihnen auch keine
weitere Folge gegeben.
Die Erorterungen in der Fachpresse, im Reichstage
und im PreuBischen Abgeondnetenhause sowie die gestellten Antrage bewirkten schlieBlich, daB d i e Reichsverwaltung einer Behandlung der Frage nahertrat, ob
neben der Prufung fur Nahrungsmittelchemiker auch
cine solohe fur die ubrigen Chemiker und insbesondere
fur diejenigen, d i e s i c h d e r T e c h n i k w i d m e n
w o 11 t e n , erwunsoht mi. Mit Pder Bearbeitung der Ailgelegenheit wurde das Reichsgesundheitsamt betraut.
Ztschr. angew. Chem. 9, 97 [1896].
Ebenda 9, 111 [1896].
12) Ebenda 9, 395 [lsS6].
13) Gedruckt bei Gustav Schade (Otto Francke), Berlin 1896.
14) ,,Das Studiurn der technischen Chemie an den Universitlten und Technischen Hochschulen Deutschlands und das
Cherniker-Exarnen". Verlag Fr. Vieweg u. Sohn, Braunschweig 1897.
15) Prof. W. 0 s t w a 1 d und das Staatsexamen far Cheniiker,
Ztschr. angew. Chem. 10, 531 [1897]. Wegen O s t w a l d s
eigenen Ausfiihrungen vgl. Ztschr. Elektrochem. 1897/98, 1 ;
Ztschr. physikal. Chern. 1897, 568.
le) Ztschr. angew. Chem. 10, 541 [1897].
)'1
Ebenda 10, 751 [1897].
18) Ebenda 10, 753 [1897].
la) Verlag von G. Koester, Heidelberg 1897.
Zo) J. Rickersche Verlagsbuchhandlung. Giefien 1897.
21) Verlag von G. Koester, Heidelberg 1898.
z2) 18. Legisl., I. Session 1894, 945.
18. Legisl., IV. Session 1896/97, 2218.
24) Vgl. h i e n u den Bericht von C. D u i s b e r g aut der zu
Konigshutte vorn 24. bis 28. Mai 1899 abgehaltenen Hauptversarnrnlung des Vereins deutscher Chemiker, Ztschr. angem.
Chem. 12, 930 [1899].
10)
Met re5: Bertierkungett zur Berufsbezeichiiung ,,Cheniiker"
110
~
~.
~
_
Dort Tandeii voni 27. bis 29. Oktober 1897 einscliliigige
Verhmdlungen stritt, a n deneri das damalige Rciclisanit
des Innern, die PreuDischen Ministerien der geistlichen.
'Jnterrichts- und Me,dizinalangelegenheiten sowie fur
Handel und Gewerbe, ferner Vertreter der Universitlten, Technischen Hochschulen und der chemischen Industrie beteiligt waren. Die Beratungen wurden i n
!lohein MaBe durch 'die Mitteilung beeinflufit, dnD ani
19. September 1897 in Braunschweig ein V e r b a n d
d I' L a b o r a t o r i u m s v o r s t a n d e zu den1 Zwe,ckc
gegriindet worden sei, cine Zwischenprufung fur diejenigen Personen einzufuhren, ,die8 in Cherriie promovieren wollen. Die Vertreter der Reichsregierung fuhlten
sich durcli diesen Schritt der Hoclischullehrer bewogen,
ZII erkliiren, daD zuniichst d i e Erfahrungen nbgewartet
\\erden iiiiifiten, die rnit ,dieser ,,Verbandsprufurig" geitlaclit wiirden.
Etwa reichlich 10 J a h r e spliter lint sic11 der ,,V e r b n n d L a n d w i r t s c h a f t 1 i c h e r V e r s 11 c h s s t a t i o n e n i m D e u t s c . h e n R e i c h " niit der
Schaffung einer staatlichen Priifung fiir .4nwiirter auf
Chemikerstellen in landwirtschaftlichen Versuchs- und
Iiontrollstationen befaDtz5). Hier m'ag der Hinweis genugen, daD in Aussiclit genonimcn worden war, die Priifungsvorachriften eug an diejenigen fur Nahrungsmittc?lcheniiker anzulehnen, nnd daf3 das erstrebte Ziel nicht
e-rr eich t word en i st, \v i e na chs t eh c n d e Mitt ei 1ii ri g zeig t ,
die nuf der am 4. April 1914 in Berlin stattgefundenen
35. Hauptversammlung des Verbnndes LnndwirtschaftI icher V E!r suchsst at i on en b eka nn tgege,be n w u r de?O).
€1
,,Der in Dresden ernnnnte AusschuB fur die Berattin= der
Ausbildung der Assistenten an den landwirtschnftlic~ien Versrichsstiitionen hat nach eingehender Reratung folgende, vori
11 a s e 1 h o f f vorpeschlagene Resolution angenonimen:
1. Die Gewinnung tiichtiger Mitarbeiter, die uttsereni Berufc
treu hleiben, sc::eitert i n vielen Flllen daran, daO die Aussich!eri
tler wissenscliaftlichen Beamten an den Versuchsstationen nich!
gunstig sind. Deshalb niuO in erster Lillie die Besserung der
Anstellungsverhaltnisse sowohl hinsichtlich des Gehalts \vie der
amtlichen Ftellung (Titel) nngestrebt werden.
2. Wenn dieses Vorgehen Erfolg hat, so kann erwartet
werden, dal) Stcdierende \viihrend ihrer Ptudienzeit sirh aucli
i n der Agrikulturchemie uud den ihr verwandten Fachern ausbjlden utid sich so fiir den Beruf eines Agriku1turchernikel.s
Iorbereiten."
Die Darstellurig dieser
C h n i i s t u d i u ni 2').
den Cheiiiikern hinliinglich bekannten VerhHltnisse ist
deshalb gerechtfertigt, weil vielfach - bei andereri aknd e m i x h e n Berufen und auch bei Behordeii - Unklarheit iiber den Studiengnng des Chemikers und die in Bet rach t kornnieaden Priif ungen her rsch t.
Das Studium der Chemie kann im Deutschen Reich
sowohl an den Universitiiten als aucli an deli Technischeii
H ocli sch u 1e n zu riickg el egt we m
r d en. A n d er U n i v er si t iit
€1
€1
2 5 ) Niiheres hieriiber ist aus folgenden Aufsitzeii zii ersehen: ,,Zur Frage der Ausbildung von Agrikulturcheniikerii
urid der Organisation agrikultur-clietiiischer Anstulten", von
0. L e ni ti1 e r n i a II t i , Berlin (Landwirtschl. Vers.-Stat. 1914,
Bd. 83, S. 317) ; ,,Zur Frage der Organisation der landwirtschaftlichen Versuchsstationen ui:d der Ausbildung der Agrikulturthemiker", von E. H a s e 1 h o f f (Landwirtschl. V e rsSta t. 1913,
Hd. 84, S. 237) ; ,,Die Aufgaben der Iandwirtschaftlichen Versuchsstationen und die Vorbildung ihrer \vissenschaftlichetl
Assistenten", von Regierungsrat Prof. Dr. S t e g 1 i c h , Dresden
(Landwirtschl. Vex-Stat. 1914, Bd. 85, S. 191).
20) Landwirtschl. Vers.-Stat. 1915, Bd. 86. S. 142.
p i ) Vgl. Prof. Dr. A. B i n z , ,,Das Studiuin der Chemie",
Leipzig, Verlag von Otto Spamer, 1916; Dr. Paul K r i s c h e ,
.,Wie studiert man Cheniie?", 11. Aufl., Stuttgart, Verlag von
Wilhelrn Violet, 1919; Dr. phil. Elisnbeth S p r e c k e 1s , ,,Das
Studium der Chemie", Halle, Verlag von Alex Niemeyer, 1930.
_
_
Zeltschr. fiir angew
[Cheniie,
43. J . 1930
wird e s durch die auf Grund einer Dissertation und Ablegung einer Priifung erlangte Doktorpromotion nbgeschloFsen. Die Dissertntion sol1 eine Arbeit von wissen.chnftlichem Charakter sein un,d d e n Nachweis erbringen, ,daiJ i h r VerTasser imstande ist, sich selbstandig
auf deni G ebieto cheniixher Forechung zu betatigen.
Daniit geniigeiild vorgebildete Stndierende sich dieser
=5 ufgabe unt'erziehen konnen, ist ,durch d e n ,,Verband d e r
Lab o rat o rm
i u in svo r c'tan,de a n D e u t schen H ochsc h u b n Z R*' )
r i n 2 Vorprufung, das s q e n a n n t e Verbandse.xame.n, eingefuhrt worden. An ,den Technischen Hochschulen ist eine
Eiplornpriilucg fur Cheniiker vorhanden, d i e aus 'einer
Vor- und Hauptpriifung b,este,ht. Die Vorpriifung kann
n,ach vier Halbjnhren, d i e Hauptpriifung nach w'eiteren
vier Halbjahreii abg?l,egt wemrLden.Dur'ch das Bestehen
der Hauptpriifung arhalt ,der Priifiing den Grad cines
Diplom-Ingenieurs. Der Diplom-Ingenieur kann weiierh i n mdurch Vorlage einer Dissertation un,d Ablegung eincr
Prii f ung die W iirde eines Do kt o'r-Ingenieurs e r werben.
Die Diplom-Prufung stecllt keine Staatsprufung, sondern
eino Prufung akadeniischen Char,akters 'dar.
E i n s staatliche Priifung besteht mdagegeu fur diejeuigen Chemiker, die bei der Uberwachung des VerIrehrs mit Lebensniitteln und Bednrfsgegenstanden amtliche
Tatigkeit
ausiiben
wo11enZe). Die
erste
Priiyung (Vorpriifung f u r Nahrungsmittelchemiker) ist
]inch eine.111 Studiuni von sechs Halbjahren, ,die zweite
(HnuptpriiTung fur Nahrungsmittelchemiker) nach Ableistung einer praktischeli Tatigkeit von ,drei Halbjnhren an Anstalten zur Untersuchung von Lebensiuitteln rind Readarfsgegenstanden abzulegen. Einige
rtnatliche Priifungen, die Chemie als Prufungsfach entlinlten, werden als Ersatz der NahrungsmittelchemikerVorprufung gerechnet, so d i e 'Diploni-Hauptpriifung an
einer Technische~iHochschul.e, sodann die Priifung zur
Erlangung der Lehrbefiihigung a n hoheren Schulen fur
Cheniie und Botanik als Hnuptfiicher sowie fur Physik als
Nebenfach, ferner die pharinazeutische Hauptprufung,
sofern diese niit de.m Urteil ,,Sehr gut" bestanden ist und
I?i n na t u r w i ss e n sch aft 1ich es St u d i u ni vo n s ech R H a 1b jahren nachgewiesen wird. Die Prufungsvorschriften fur
Nalirungsniittelcheniiker sind in niehrlacher IIinsicht
veraltet. Der Entwurf einer neuen Priifungsordnung fur
L ebensnii t t elchemi ker liegt berei 1s den1 Reichsrat vor.
Dio Xbanderung d e r Priifungsvorschriften ist in den
letzten Jahren vielfach in d e r Fachpresse erortert
worden"O).
Von den aufgefuhrten Priifungen hat nur diese d i e
Eigenschaft, eine geschutzte Berufsbezeichnung fur Cheniiker zu verleihen, namlich .die als ,,G,epriifter Nahruiig~mittelchemiker". DaD d i e Bezeichnurig ,,Gepriifter
Nahrungsmittelchemiker'' bei Vernieidung eines Verstoijes gegeri 5 360 Nr. 8 des Reichsstrafgesetzbuches nur
derjenige fiihren darf, der den Busweis einer solchen
erworben hat, ist zweifelsfrei.
Eine zweite geschiitzte Berufsbezeichnung fur Cheniiker, ohne daD sie durch eine bestandene PriiFung bedingt ist, liegt in d e r Bezeichnung .,VerA. a. 0.
-0) A . a. 0.
,,Das Studiurn der Lebensinittelchernie nach deni Kriege",
von P a u 1 (Ztschr. angew. Chern. 32, 105 [1919]); ,.Das Studiuni
cies Nahrungsniittelc.heniikers", von Prof. Dr. A. B e h r e (Cheni.Ztg. 1928, Nr. 18, S. 181); ,,Das Studium des Lebensmittelcheniikers", von K. W r e d e (Ztschr. angew. Cheni. 41. 568
[1028]); ,,Zur Nahrungsniittelcheittiker-Prufung", von C. W e h in e r (Chem.-Ztg. 1929, Nr. 10, S. 97); ,,fiber die Vertretung
des Faches der Lebensniittelchemie a n den deutschen Universittiten und Technischen Hochschulen", von Prof. .J. T i 1 I i n a n s (Ztschr. Unters. Lebensniittel 58, 12 [1929]).
z8)
Zeitschr. f i r angew.
Chemie, 43. J. l930]
Merres: Beinerkungen zur Berufsbezeichniing ,,Chemiker"
ei digter
Hand elscheniiker".
V ereidigt e Handel 3cllerniker sind Chemiker, d i e auf Grund des 9 36 der
Reichsgewerbeordnung fur d i e Untersuchung und Begutnchtung von Waren beeidigt und offentlich angestellt
sind. Die Zustiindigkeit zur Beeidigung und Anstellung
regelt sich nach Landesrecht. In Preui3en und Bayern
liegt z. B. die offentliche Anstellung und Beeidigung van
Chernikern den Handelskamniern ob; in Haiiiburg werden die Handelschemiker von der Deputation iur Haildel, Schiffahrt und Gewerbe angestellt und beeidigl.
Wiihrend in der Reichsgewerbeordnung die Berufsbezeichnung Cheniiker an sirh nicht vorkomnit,
vielmehr in 5 36 dieser Ordnung lediglich von einer
Tatigkeit die Rede ist, d i e auch diejenige des
Chemikers erfafit"), d'aher auch keine Bestimniung
enthielt, welchen Personen die Bezeichnung Chemiker zuzubilligeI1 ist, wird in dem Futterniittelgesetz vom 22. Dezember 1826 (Reichsgesetzbl. 1 S. 525)
nls berufener Sachverstiindiger Eur eine bestimmte Befugnis ausdrucklich der C h em i k e r benannt, indem
8 8 des Gesetzes vorxhreibt, daD die Untersuchungeri
der Futtermittel durch vereidigte Haiidelscheiriiker vorzunehnien sind, wobei d a s Gesetz aber nicht sagt, wer
berechtigt ist, sich S O zu nennen. Dies wird in den
Kommentare~i zu deniselben dahin erliiutert, daB
vereidigte Handelechemiker solche Chemiker sind, die
geniiii3 S 36 der Reichsgewerbeordnung beeidigt und
6ffentlich angestellt sind (kgl. Dr. A. M o r i t z , ,,Futterrnittelgesetz mit E r l i i u t e r ~ n g " ~Anm.
~ ) , 5 ZLI 9 8, S. 81; ,,Das
Futtermittelgesetz", von Dr. S c h n e i d e r und S c h u 1h o fr f 6 r 3 3 ) , S. 35; ,,S t e n g 1 e i n s Komnientnr zu den
strafrechtlichen Nebengesetzen d e s Deutschen Reiches'IJ4), Bd. I, Anm. 1 b zu S 8, S. 1083). DaIJ iiii ubrigen durch 0 36 der Reichsgewerbeordnung ein Beruf von
so wissenschaftlichem Charakter, wie ihn der des Cheiiiikers verkorpert, in die gleiche Linie gestellt ist niit
Berufen ohne j e d e hohere Ausbildung \vie die der
Gut er best at ig er, Schaf f e r, Wiig e r , M esse r, Br acke r ,
Schauer, Stauer usw., mui3 befrenidend wirken. Es ist
daher nicht verwunderlich, dni3 vielfach unbekannt ist,
dai3 sich die in jenem Paragraphen unirissene Tiitigkeit
auch auf die des Cheniikers bezieht.
Als berufener Sachverstiindiger fur eirien bestininiten Fall wird weiterhin d e r Cheniiker im 5 91 der Strafprozeaordnung genannt. Dieser Paragraph sieht vor,
dai3 bei einer Leichenoffnung, sofern d e r Verdacht einer
Vergiftung vorliegt, die Untersuchung der in der Leiche
oder sonst vorgefundeneri Stoffe durch einen C h e ni i k o r vorzunehmen ist. Es wird aber auch hier nicht
0 36 lautet:
Das Gewerbe der Feldinesser, Auktioniitoren. Bucherrevisoren, derjenigen, ael ch e den Feingehalt edler R'letallp.
oder die Beschaffenheit, Menge oder richtige
Verpackung von Waren irgendeiner Art fests t e 1 1 e n , der Ciiiterbestltiger, Schaffer, Wager, AIesser,
Rracker, Schauer, Stauer usw. darf nvar frei betriebeii \I erden,
es bleiben jedoch die verfassungsniiGig d a m befugten Staatsoder Konimunalbehorden oder Korporationeri auch ferner berechtigt, Personen, welche diese Gewerbe betreiben 1% ollen, auf
die Beobachtung der bestehenden Vorsrhrilten zii beeidigeli
rind offentlich anzustellen.
Die Bestimniungen der tiesetze, H elche den Haiidlungeri
der genannten Gewerbetreibenden eine besondere Glaub\\ iirdigkeit beilegen oder an diese Handlungen besondere rechtliche
Wirkungen knupfen, sind nur auf die von den verfassungsniaDig d a m befugten Staats- oder Komniunalbehorden oder
Korporationen angestellten Persorien zu beziehen.
Carl Heymanns Verlag, Berlin 19'7.
33) Verlagsbuchhandlung Eugen Ulmer, Stuttgart 1927.
5. Auflage, Verlag von Otto Liebmann, Berlin 1928.
31)
______
111
_ _ - ~ -__-
gesagt, wer als solcher anzusprechen ist, wornus man irrlunilicherweise entnehmen konnte, dai3 der Begriff Chemiker ebenso wie der des Arztes gesetzlich eng u ~ n grenzt ist, und .die Beze.ichnuiig Cheniiker nur hierzu
nu sd ruck1ich ber eclit igt e P e r son e 11 f iih r e n d ur f en. D i o
Bestellung \ion Sachverstiindigen in diesem Fall ist den1
Ermessen der zustandigen Behorden uberlassen, d i e sich
in geeigneter Weise von der Befahigung des zu berufenden Chemikers z u uberzeugen haben, wofiir sich allerd ings g ew is se Gr u nd sHt ze 11 era usg eb il d e t u n d bew iih r t
haben; .denn es mui3 zugestanden werden, dai3 d i e Behorden es seit geraumer Zeit vermccht haben, fur die.;e
Zwecke hervorragende Vertreter der tosikologischen
Chemie heranzuziehen.
Wie sich aus vorhergehendeni ergibt, ist der Stand
des Chemikers liinsichtlich seiner Wertung als freier
Gewerbetreibeiider und des Schutzes .der Berufsbezeichnung nicht demjenigen der verwnndten Berufe d e r ApoLheker, Arzte, Zahnilrzte und Tieriirzts gleichgestellt, die
einen dernrtigen Scliutz durch
29 und 1-27 Nr. 3 der
R eichsgewe r b eo r dnuiig ge ii i ei3e.n. D iese u ti t erschie'dlich c
Behandlung e I. sclie i n t nng esicli t 5 d e r gr o l
kn V e r a n t wo r t lichkeit nicht gerechtfertigt, die ein Chemiker ini Fal!e
von forensischen Unters.uchungen cder ini Rahrnen der
Z U V O T angefiihrteii Aufgabeii hat.
Wiihrend bei jeneii
sein Urtnil von schwerwiegender Bedeutung fur hohe
Rechtsguter des hleiischen ist, linridelt es sich bei dieseii
oftmnls uiii sehr vitale wirtrcliaTtliche Interessen, die
das Sein oder Nichtsein einer Esistenz nusmachcn
kiinnen. Es muB dalicr irii Belnnge aller. beteiligteii
Kreiso als durch:.us erwiinscht bezeichnet werden, dalj
pi113 s tnntliche Approbation nicht n u r v o n denjenigeii
Chemikern zu iordern ist, dio sich bei d e r aiiitlichen
Oberwachung des Verkehrs mit Lcbensniitteln und Bedarfsgegenstlnden betiitigen wollen, sonderir von alleti,
dio den c'h e n i i k e r b e r uf i n i o f I e n t l i c h e n I n t CI r s s e. ;iusuben \vollen. Wenn des ofteren ausgesprochen jvorden ist, dcD I)ei der Bestellung von Saclive,rstlndigen auf G r u n d des $ 36 der Reichsgewerbcor:iiiung wrzugsweise d i e geprulteii Nnhrungsinittelcheniiker berucksichtigt werden sollen, so ist dies kein
Zwnng, und ein sofchcr wiire aucli iilsoferii nicht begrundet, ills 0l)liegenheiten ini Sinne des 8 36 der Ge~verl~eortlriung
nicht nur d i e Untereucliuiig u n d Begutnchlung voii Gegensti'ndeii unifassen, die deni Lebensiiiittelgesetz sowie dessen Erginzungsgesetzen und -verurdnutigen unterliegen, sondern nuch yon Wareii anderer
&Ar;, fur deren Untersuchung und Begutnchtung del.
Nalir~irigzniittelclieiiiiker in der Regel keine besondere
liennlnis und Erfahrung geltend z u niachen vermag3').
.\lie d i e s € E r \ v ? i g u n g e n l a s s e n e s b e t 1 a t i c : r I i c h e r s c h e i n e n , dni3 d e r V o r l B i i f i g o 1: e i c l i s \v i r 1 s c h a f t 5 r a t 1) e i s e,i 11 e r
g r 11 11 d s ii t z 1 i c h c, 11 E i ii s t e 1 1 II n g g e g e n e i n e
w e i t e r e Xiisdc,hnung d e s Sc1iutze.s voii
eines
€3 e d u r f n i s
I3 fr z ct i c h n u n g e n
d ns
Schutzess n u c h f u r d e n H e r u f s s t n n d dei.
C l i o n i i k e r g l a u b t v e r n e i n e n z u m u s s e n . In\vieweit die bei den1 Clieniikerstand obwalteiiden b e
s o n d e r e n V e r h i l t n i s s e e i n e Wiirdigung ge-
ss
€0
-
en t 1ich 1111g : ,,Zur \'ere id ig ung U I I :I
R5) Vgl. ferner die Ver
i4feritlicheii A.nstellurig selbstlndiger offentlicher C'heniilter."
Ztsclir. iiffenll. ('heinie S I I I , 271 [18!39]. Hierin lvurde nu<gefiihrt, dnfi die a 11 s s c h 1 i e I3 1 i c 1) e Beriicksichtigung v o ! ~
gcpriiften ~Knhruii~s~iiittelchemikern
fur die Anstellung und
I!eeidigiing als (hemiker auf Grund des 0 36 der Reichipewerbeordnuiig nicht gerechtferligt ist. z. B. bei Ppezinlisteii
liir die Untersuchung und 13egut;ichtung von nrerinmalerinlieii.
kletnllen, Erzen, 1;eraniischen Erzeiignissen u. dgl. rnehr.
112
--.
_____
Merres: Benierkungen zur Berufsbezeichnung ,,Cheniiker"
funden haben, Iai3t sich aus der Reichswirtschaftsratsdrucksache leider nicht ersehen.
Wie liegen nun die Verhaltiiisse bei denjenigen Chemikern, die sich dem Dienste des Reiches, der Lander
oder der Korperschaften des offentlichen Rechts widmeii
wollen?
Der Umstand, dai3 das Wort ,,Chemiker" als Berufsbezeichnung nicht geschutzt ist, ist fur die Chemiker im
Reichs- oder Staatsdienst von geringerem Belang als fur
diejenigen im freien Beruf. Dafur liegt es im Standesinteresse jener, darauf Wert zu legen, da13 sie wurdige
Amtsbezeichnungen haben. Die Anitsbezeichnungen
sehen im Reiche und in den Landern einer Neuregelung
entgegen. Ini vorliegenden Aufsatz hierauf einzugehen,
soll unter Beschrankung auf den Hinweis verzichtet werden, dai3 Amtsbezeichnungen abzulehnen sind, die den
Wert des Chemikers in der Verwaltung gegenuber anderen Akadernikern, z. B. Juristen oder Bauteclinikern,
in der Uniwelt aufierlich herabzumindern vermogen.
Es konnen daher nur Anitsbezeichnungen als wurdig
anerltannt werden, d i e denen der ubrigen wissenschaftlichen Beamten der jeweilig in Betracht komnienden
Behorden angeglichen ~ i n d ~ z.~ B.
) ; mui3 es als abwegig
beurteilt werden, dai3 die in den oberen Reichsbehorden
tatigen Sacharbeiter mit chemischer Vorbildung eine
andere Amtsbezeichnung erhalten als etwa die juristisch
vorgebildeten Referenten, wie es dem Vernehmen nach
in einem gewissen Stadium d e r Verhandlungen uber die
erwahnte Neuregelung geplant geweseri sein soll.
Die Voraussetzungen fur den Eintritt in den Reichsoder Staatsdienst sowie fur die Erwerbung der Anstellungsfahigkeit sind bei den Chemikern wesentlich
nnders als bei den meisten ubrigen Akademikern wie
Juristen, Bautechnikern, Forstleuten, Studienraten, Bibliothekaren, auch Arzten und Tierarzten. Diese alle
erwerben die Beflhigung ftir den Reichs- oder Staatadienst durch die Ablegung mehrerer staatlicher Prufungen und d i e Zurucklegung einer geregelten praktischen
Ausbildungszeit im Vorbereitungsdienst. Wie oben
dargelegt worden ist, besteht bei den Chemikern nur
eine Staatsprufung, d i e einen besonderen Charakter hdt
(Nahrungsmittelchemiker-Vor- und -Hauptpriifung) und
deren Ablegung, wenigstens was die Hauptprufung anbelangt, nur fur einen Teil von Chemikern in Betraclit
kommt, d a die Sonderausbilldung als Nahrungsmittelchemiker fur viele Behorden zumeist von keinem erheblichen Wert ist, wie in den beiden nachsten Absatzen ausgefiihrt wind.
In der Reichsverwaltung werden Chemiker in
niehr oder minder groBerer Anaahl beschaftigt: im
Reichsgesunmheitsanit, im Reichspatentamt, in der
Chemisch-Technischen Reichsanstalt, in der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt, in der Biologischen Reichsanstalt, in d e r Reichsregisterstelle
fur Futtermittel, im Reichsmonopolamt, in der
Zollverwaltung, im Geschaftsbereich d e s Heichswehrministeriums, sodann auch in der Verwaltung
der Reichsbahn.
Von preuflischen Anstalten sind
vornehmlich zu nennen das Materialprufungsanit,
die Landesanstalt fur Wasser-, Boden- und Luithygiene,
die Geolugische Landesanstalt, die Hygienischen Institute, d i e Staatliche Nahrungsmitteluntersuchungsanstalt,
die Chemischen Abteilungen der Auslandsfleischbeschaustellen, die verschiedenen Versuchs- und Forschungsanstalten fiir Land- und Forstwirtschaft, fur Milchwirtschaft, f u r Wein-, Obst- und Gartenbau. In den ubrigen
38) Vgl. Ztschr. angew. Cheni. 42, 1083 [1929]: Regelung der
Amtsbezeichnung der Regierungschemiker.
Zeitschr. f i r angew.
IChemie,
'
J.
43.
1930
Landern kommen ahnliche Anstalten und Einrichtungen in Betracht. Ferner haben M a r f an C h e
mikern: d e r Gewerbeaufsichtdienst, di e Flui3wasseruberwachungsstellen, staatliche Betriebe wie di e Porzellanmanufakturen, Munzen, Bergwerke, Salinen,
auaerdem (die Kommunalverwaltungen fur ldie Gasun'd Wasserwerke sowie fur die Untersuchungsamter, schliei3lich die Versuchsstationen der Landwirtschaftskammern. Vereinzelt befinden sich Chemiker
in den obersten Reichs- und Landesbehorden als R e f e
renten oder Hilfsreferenten, so je einer im Reichswirtschaftsministerium (als Oberregierungsrat), im Reichsministerium fiir Ernahrung und Landwirtschaft (als Regierungsrat), im Reichsfinanzministerium (als Hilfsarbeiter), im Preuflischen Ministerium fur Volkswohlfahrt (als Hilfsreferent mit dem Charakter als Professor). Im Reichswehrniinisterium ist di e Stelle eines
Ministerialrats niit einein ,,Gepriiften Nahrungsmittelchemiker" besetzt, der - nus Idem Militarapothekerstande
hervorgegangen - in d e r Hauptsache pharmazeutische
Angelegenheiten zu bearbeiten hat und deslialb
nls Apotheker ini Ministerialdienst anzusprechen
ist. Im ubrigen haben die Apotheker, wie beilaufig
bemerkt sei, noch in anderen obersten Behorden
Vertreter, z. B. ini Reichsarbeitsniinisteriuni (als Oberregierungsapotheker) und im Preui3ischen Ministeriuiii
fur Volkswohlfahrt (als Oberregierungs- und Medizinalrat). Soweit im Pr e d isc h e n Ministerium fur Handel
u n d Gewerbe Referenten mit chemischer Vorbildung
wirken, gehoren sie dem Kreise der Gewerbeaufsichtsbeamten an und sind wegen ihrer Betatigung auf den
Gebieten des Arbeiterschutzes und anderer Obliegenheiten des Gewerbeaufsichtsdienstes, nicht aber als
Facharbeiter rein chemischer Fragen Ministerialbeamte
geworden.
Die Nahrungsniittelchemiker werden in der Hauptsache bei den Lebensmitteluntersuchungsanstalten und
den chemischen Abteilungen d w Auslandslfleischbeschaustelleri benotigt, von denen insgesamt rund 150Anstaltens7)
mit eineni Personalbestand von etwa 500 gepriifteii
Nahrungsmittelchemikern im Deutschen Reiche vorhanden sind. Daneben bedienen sich teilweise die Anstalten fur d ie Erforschung der Lebensmittsl, wie das Institut fur Zuckerindustrie, das Institut fur Glrungsgewerbe, d i e Lehr- und Forschungsanstalten fur Wein-,
Obst- und Gartenbau, d i e Versuchsanstalten fur Milchwirtsohaft, gern der Nahrungsmittelchemiker. Fur v i d e
Behorden und Anstalten sind aber d ie gegebenen Arbeitskrafte nur solche Chemiker, d i e eine Sonderausbikdung in anderen Zweigen der angewandten Chemie
genossen haben, z. B. beim Reichspatentamt, bei
der Chemisch-Technischen Reichsanstalt, b i m Materialprufungsamt, bei der Biologischen Reichsanstalt
ulbd bei den Gewerbeaufsichtsbehorden, wo uberall Bedacht darauf zu nehmen ist, dafi ihre Stellenanwarter
neben der Ausbildung in d e r allgenieinen Chemie auch
eine solche in d e r technischen Chemie genossen haben.
Die Nahrungsmittelchemiker-Hauptprufung kann daher
fur Stellenanwarter dieser Behorden n i c h t z u r
Grundlage fur die Anwartschaftgsmacht
w e r d e n . Soweit in den Annahriiebedingungen auf die
Haupt- oder Vorprufung Bezug genommen w i d , geschieht dies i n E r m a n g e l u n g e i n e r v o r h a n d e n e n a l l g e m e i n e n S t a a t s p r uf ung.
Abgesehen \'on den Lebensmitteluntersuchungsanstalten
ist a n fast allen Behorden und Anstalten Vorbedingung fur den Eintritt eines Chemikers in ihren
~.
37)
Ztschr. angew. Chern. 42, 118 [1929].
Zeitschr. f i u angew.
Chemie, 43. J. 19301
Merres: Bemerkungen zur Berufsbezeichnung ,,Chemiker"
113
d) die an der Preufiischen Geologischen Landesanstalt von
Dienst, daS dieser entweder zum Doktor oder
Cheniikern abgelegte erste Staatsprufung als Geologe;
zum Doktor-Ingenieur pronioviert worden ist. Auch
e)
die
an einer deutschen Hochschule erfolgte Habilitation
das Reichsgesundheitsamt kann trotz seiner ausgedehnin einer der unter a genannten Fachrichtungen.
ten Tatigkeit im Rahmen der L s ~ u s m i t t ~ l e r f o r s c h u n g
2. Die zweite Prufung wird nach einem mindestens zweiund Lebensmittelgesetzgebung bei seinen vielseitigen
jahrigen
Ausbildungsdienst iin chemischen LaboAufgaben auf anderen Gebieten dier Gesundheitsfursorge ratorium praktischen
der Geologischen Landesanstalt vor einem Priifungsnicht nur auf Lebensmittelchemiker euruckgrdfen, son- ausschuD dieser Anstalt abgelegt.
dern mui3 auch Chemiker einstellen, dEe sich z. B. in
0 6. Der zur praktischen Ausbildung Zugelassene fiihrt die
der pharmazeutischen, toxikologischen d e r auch phy- Amtsbezeichnung
,,Cherniker auf Probe". Er wird bei Antritt
sikalischen Chemie an wissenwhaftlichen Instituten des Dienstes vereidigt.
mehrere Jahre nach AibschluQ dies@ S t d i u m s betatigt
9 15. 1. Durch die erfolgreiche Ablegung der zweiten Priiund wom6glich ihre wissenschaftliohe Befiihigung durch fung erwirbt der Chemiker auf Probe die Anstellungsfahigkeit,
die Habilitation erwiesen haben.
jedoch keinen Anspruch auf Anstellung bei der Geologischen
Hieraus erhellt, Ida8 ein gleichmai3ig nu gestaltender Landesanstalt.
praktischer Ausbildungsgang nach Aibschlul3 der HochIm Reichspatentamt bestehen fur di0 Annahme von
schulstudien fur )die beamtden Chemiker nicht analog Bewwbern mit chemiseher Ausbildung keine rwhtsverdem der Juristen, Bautechniker, Forstbeamten usw. bindlichen Vorschriften, jadoch sind Grundsatze aufdurchfiihrbar ist. Es ware nur moglich, fur die ein- gatellt, die in sinngemai3er Weise auch fur Anwarter
zelnen Verwaltungen und Anstalten eine Sonderregelung mit anderer technischer Vorbildung gelten und im folzu treffen unid demgemaB auch gesondert Priifungen gentd'en widergegeben wenden: Die Bewerber mussen
iiach A bs c hl d der praktischen Vormbereitungszeit, ent- das 28. Lejbensjahr vollendet haben, das Reifezeugnis
sprechend der sogenannten groi3en Staatsprufung bei einer neunstufigen hoheren Lehranstalt besitzen, dns
Juristen, Bautechnikern oder Forstleuten, einzufiihren. Studium der Chemie mit der Promotion abgeschlsssen
Eine Regslung in diesem Sinne besteht bereits bei haben unid eine wenigstens fiinfjahrige praktische TBeinigen Verwaltungszweigen oder befindet sich in Ent- tigkeit nach AbschluS d0r Universitats- oder Hochschulwicklung.
studien aufweisen. Daneben werden Kenntnisse in der
So schreibt die Vorbildungs- und Prufungsorhung englischen und franzosischen Schriftsprache sowie Ferfur die GewenbeaufsichCslbeamten vom 7. September 1897 tigkeit in der Kurzschrift gefordert. Dem Vsrnehmen
(PreuDisches Ministerialblatt fur die gesamte innere nach schweben Erwagungen, auch hier eine zweite PruVerwaltung 1898, S. 29) fur den Eintritt von Chemikern fung nach Abschlui3 ber praktischen Vorbereitungszei t
in den GePwerbeaufsichtsdienst vor, daD diese die Ab- eiozufuhren, die die G e e b e t h e i t fur die besonderen
begung der Nahrurgsmittdchemiker-Vorprufungodder der Aufgaiben des Patentamts dartun soll, sioh mithin auch
Diplomhauptprufung als Ghemiker an einer preui3ischen auf den Naohweis von Rechtskenntniswn, insbesondere
Technixhen H o c h d u l e oder die Habilitation fur Che- des Patentrechts, erstrecken durfte, wie sich ja auch die
mie d e r die Doktorpromotion an einer preuDischen
Hauptpriifung der Labensmittelchemiker auf di0 GeUniversitat mit Chemie bei der Promotionsprufung sebe und Verordnungen zu erstrecken hat, die deli
nls Hauptfach nachzuweisen haben. Nach Annahme
Verkehr mit Lebensmitkln und Bedarfsgegenstanden
werden die Anwarter zu Referendaren ernannt, worauf
regeln, sowie auf die Organisation d e r Behorden, die zu
sie sich nach einer weitsren Ausbildungszeit von drei der Tatigkeit eines solchen Sadwerstandigen in BeJahren einer zweiten Prufung zu unterwerfen haben, zlehung stehen.
die sich auf die besonderen Verhaltnisse bei d e r HandMithin sind gleichlautende Vorschriften fur eine
habung des G ewer~ u fsich tsd ien stesbezieht und nach zweite, nach Ableistung der praktischen Ausbildungszeit
deren Bestehen die Amtsbezeichnung Gewerbeassessor abzulegende Staatsprufung fur Chemiker unangebracht.
verliehen wird .
Anders aber ist die Sachlage hinsichtlich der Forderung
Weiterhin hat das PreuSische Ministerium fur Han- einer allgemeinen Staatspriifung fur den Eintritt in den
del unid Gewerbe die nachstehenden im Deutsohen Reichs- oder Staatsdienst. Die Frage, ob dies angangig
Reichsanzeiger und PreuQischen Staatsanzeiger Nr. 44 ist, kann wohl bejaht werden, wenn man das gleiche
vom 21. Februar 1928 veriiffentlichten Vorschriften iiber MaS der Kenntnis in allgemeiner, anorganischer, orgadie Ausbildung und Prufung der Anwiirter Wr Chenischer, physikalischer Chemie sowie i n den Hilfsmikerstellen bei der PreuDischen Geologischen Landes- disziplinen, wie Physik, von allen Chemiebeflissenen
anstalt unter dem 15. Februar 1928 zur Kenntnis ge- f o r d e r n wiipde. Die Befurchtungen, dai3 durch die
hracht, von denen 5s l, 2, 6, 15 angefiihrt seien:
Schaffung einer staatlichen Prutung die angehenden
0 1. Die Befahigung fur die Anstellung als Cherniker bei der Chemiker sich nicht mehr d e r Anfertigung einer
Geologischen Landesanstalt wird durch eine wissenschaftliche
Dsktordismrtation unterziehen und somit die Ausund praktische Ausbildung genial3 den folgenden Vorschriften
bildung in der wissenschaft lichen Forschungsweise
erworben und durch die Ablegung zweier Priifungen sowie
hintangesetzt wurde, erscheinen nicht so schwerdurch die auf Grund einer Abhandlung chemischen Inhalts vollwiegend: die Beleihung mit der Doktorwunde wird
zogene Promotion zum Doktor der Philosophie oder zum Doktorihren Anreiz nach wie vor behalten. Es hat sich auch
Ingenieur nachgewiesen.
herausgestellt, daD fast samtliche gepriiiften Nahrungs0 2. 1. Als erste Priifung gilt:
mittelohemiker promovieren. Zudem konnten, wie dies
a) die an einer deutschen technischen oder landwirtschaftja auch bei der geplanten neuen Prufungsordnung fur
lichen Hochschule oder Bergakademie in der FachLebensmittelchemiker vorgesehen istS8), Bestimmungen
richtung der Chemie oder der Huttenkunde oder als
daruber getroffen werden, daB d e r durch die DoktorLandwirt abgelegte Diplompriifung;
priifung erbrachte N'achweis unter gewissen Bedingunb) die Staatspriifung als Nahrungsmittelchemiker;
gen bei der Staatsprufung in Anrechnung gebracht wird.
c) die in mindestens drei naturwissenschaftlichen Fachern,
Ahnliches findet sich im iibrigm hinsichtlich der Prudarunter Chemie, aul3erdem Physik oder Mineralogie
oder Geologie, ahgelegte Prufung fur das Lehramt an
hoheren Schulen;
88)
A. a. 0.
114
Versaiiiml ungsberichte
fungsvorschriften fur d i e hoheren Baubeamten beziiglich
der Anrechnung der Diplomhauptpriifung.
Z u s a m m e n f a s s u rig.
Di0 Bestrebungen zum Schutz der Berufsbezeichnung ,,Chemiker" und d i e Forderung des Befahigungsnachweises durch eine Staatspriifung stehen im ursachlichen Zusammenhang. Die fur den Chemikerstand bedeutungsvollen Fragen der Einfuhrung einer solohen PriiIung wurden langer als ein Jahrzehnt umstritten, ohne
dai3 man eine Losung fand. Die Wertung der Proniotion oder der Diplomprufung bei der Anstellung im
offentlichen Dienst ist bei den einzelnen Verwaltungszweigen eine verschiedme geblieben, weil d e n Pruhmgen ,,akademischen Charakters" im Vergleich mit den
eigentlichen Staatsprufungen a n d e r e r wissenschaftlicher Berufe bei Anstellungen und bei Beforderungen
nicht d i e gleiche Geltung zuerkannt wurde; d,ie Staats-
VERSAMMLUNQSBERICHTE
Faraday Society.
Bristol, 24. und 25. September 1929.
Vorsitzender: Prof. Dr. L o w r i e , Cambridge.
Die diesjahrige Tagung hatte als Hauptthema ,,Molekularspektren und Molekularstruktur" gewahlt.
Die Vortragc
gliederten sich uni die drei Gruppen, I. Bandenspektren ini
sichtbaren und ultravioletten Strahlengebiet, 11. R a m a 11 Effekt und 111. infrarote Spektren in festen Stoffen, in fliissigen
und in gasformigen Stoffen.
I. Bandenspeklren im siehtbaren und ultravioletten
Strahlengebiet.
Prof. J. E. L e n n a r d - J o n e s und Prof. W. E. G a r n e r ,
Bristol: ,,Allgemeine Einfiihrung." Prof. 0. W. R i c h a r d s o n , London: ,,Nomenklnlur und
Formelzeichen fur die Spektren der zweintomigen Molekule."
Die Gruudziige der Theorie der Bandenspektren sind jetzt,
wenigstens soweit zweiatomige Molekiile in Frage konimen,
geniigend sichergestellt, um ein Formelsystem zu entwickeln,
das es gestattet, sicher, einfach und ini nioglichsten AnschluB
a n die bisher gebrauchlichen Bezeichnungen der Spektrallinien
die Verhaltnisse wiederzugeben. Vortr. macht Vorschlage zur
Vereiriheitlichung der Nomenklatur und Fornielzeichen auf
dem Gebiet der Spektren zweiatomiger Molekiile, ausgeherid
von den Verhaltnissen bei Wasserstoff und Helium. Prof. W. E. C u r t i s , Newcastle-upon-Tyne: ,,Uber dlrs
llnndenspeklrtcm des Heliums."
Vortr. gibt eine Ubersicht iiber unsere derzeitigen Kennlriisse des Heliumspektrurns, die im sichtbaren und in derii
ersten Ultraviolettgebiete nahezu vollstandig sind. Es bestehen
zwei Systeme, ein Triplet- und ein Singletsystem, die einander
sehr ahnlich sind, nur ist das Tripletsystem vie1 starker. Die
Struktur der aufeinanderfolgenden Banden in einer Sequeriz
zeigt eine sletige Anderung. Vortr. gibt die Werle der
Elektroneritermen und Schwingungsfrequenzen in einer Tabelle
w i d e r , ebenso die Unterschiede in den Rotationswerten der
ersten und letzten Glieder jeder Sequenz. Dr. R. C. J o h 11 s o n , London: ,,Die Elektronensfruklur
eweiatomiger Molekule mil besonderer Berucksichtigung des
Kohlenoxyds."
Vortr. geht aus von der H u n d s c h e n Ansicht iiber das
Molekiil als eine Interpolation zwischen zwei Grenzfallen, den
getrennten Atomen urid dem vereinigten Atom. Letzteres kanri
man sich entstanden denken dadurch, da5 man die beiden das
Molekiil aufbauenden Atorne so nahe aneinander bringt, daB
ihre Kerne ineinander verschmelzen. Jedem einfachen Molekill
entspricht ein derartiges Atom, obwohl die Synthese auf diesem
Wege nur im Gedankenexperiment moglich ist. Die Quantenzahlen des Molekiils entsprechen denen des vereinigten Atoms
in einem nicht gleichmaoigen, axialsymmetrischen elektrischen
Feld. Die Ahnlichkeit des Molekiils mit dem vereinigten Atom
ini elektrischen Feld ist fur die Zuweisung der Quantenzahlen
"
Zeitschr. [fir nngew.
Chernie, 43. J. 1930
priifungen der Nahrungsniittelcheniiker bedeuten nur
eine Son,derregelung fur einen beschrankten Kreis amtlich tiitiger Chemiker. Da der Bedarf a n Cheniikern
bei den Verwaltungen des Reichs, der Lander und der
Korpersch'aften d'es otfentlichen Rechts erheblich zunirnmt, so sollte man fur diejenigen Cheniiker, die sich
der a m t 1 i c h e n Laufbahn widmen wollen, Staatspriifungen einfuhren, von dmen d i e erste einheitlich fur
alle Anwarter auf staatliche Stellen zu gestalten ware,
die zweite maber, nach Ableistung einer praktischen Vorbereitungszeit, sich den verschiedenen Aufgaben der
einzelnen Geschaftsbereiche der Verwaltungen anzupassen hatte.
Eine solche Regelung wiirde mit Nachteilen fur die
Ausbildung der Chemiker nicht verbunden sein und ziidem im Sinne unseres Standes nur Gutes schaffen
konnen.
[A. 181.1
schon verweridet aorden, auch fur die Bestinimung der Molekulschalen usw. Vortr. wendet nun diese Anschauungen fur die
Molelrularsynthese und Dissoziation der aufbauenden Atonie an.
Die Elektronenkonfiguration des Molekiils mu6 zu derjeuigen
tler aufbauenden Atome in Beziehung stehen, und die Dissoziationsenergie des Molekiils und die Elektronenzustande der
durch die Dissoziation entstehenden Atome miissen mit der
Struktur in Ubereinstimmung stehen. Beim Kohlenoxydmolekiil
kennen wir mindestens 16 Bandensysteme, die dem neutralen
CO-Molekiil zuzuschreiben sind, und drei weitere fur das
CO-Ion. Vortr. erortert die Frage narh der Natur des nornialen Elektronengipfels der CO-Molekule. Die Deutung der
Elektronenzustande des Kohlenoxydmolekiils durch die Elektronenkonfiguration fiihrt zu der Annahine einer Reihe neuer
Molekularkonfiguratiorien. Aus den Untersuchungen schlieS1
Vortr., daB die Dissoziationsprodukte zwei normale Atome sind. Prof. R. S. M u 11 i k e n , Chicago: ,,Bandenspektren und
Atomkerne."
Die Erscheinungen der wechselnden Intensitaten und der
felilenderi Linien in den Bandenspektren sind zur Zeit die
Hauptquelle unserer Kenntnisse iiber die Protonen und Kernwinkelnioniente. Eine weitere Quelle unserer Kenntnisse
geben die Hyperfeinstrukturen der Atonispektrallinien. Vortr.
gibt eine Ubersicht unserer derzeitigen Kenntnisse iiber die
wechselnden Intensitlten und damit verkniipften Isotopen. In
Spektren von Molekiilen, welche zwei an Ladung und Masse
gleiche Kerne enthalten, findet man in jeder Reihe der Baudenlinien immer die eine Linie sehr schwach oder sogar verschwunden. H e i s e n b e r g und H u n d haben zur Erklarung
tlieser Erscheinung angenornnien, da5 fur die Existenz irgendeines Molekiilzustandes alle Protonen, wie auch alle EIektronen
nntisymmetrisch sein miissen. Das einfachste Molekiil, das die
durch Protorieuantisymrnetrie ausdriickbaren Erscheinurigen
zeigt, ist der Wasserstoff. Vortr. verweist auf die Untersuchungen, welche zeigten, daB die normalerweise beobachtete
spezifische Warrne des Wnsserstoffgases bei tiefen Teiriperaturen durch Berechnung aus diesen Verhaltnissen abgeleitet
werden kann. B o n h o e f f e r und H a r t e c k habeu bei der
spektroskopischen Untersuchung von Wasserstoff, das bei tiefen
l'eniperaturen irn Gleichgewicht ist, gezeigt, da8 durch Erwarniung auf Zimmertemperatur in den H-Banden des Sekundarspektrurns die fehleuden Linien gerade diejenigen sin&
die bei gewohnlichem Wasserstoff am starksten auftreteu. -
R. T. B i r g e , Los Angeles (Californien) : ,,Neuere Untersuckungen uber Isotopen in Bandenspektren" (gerneinsam mit
H. D. B a b c o c k , A. S. K i n g , W. F. G i a u q u e und H. L.
J o h n s t o n).
In starker Annaherung miissen die elektrischen Felder
zweier Isotope identisch sein. Alle chemischen und physikalischen Eigenschaften niit Ausnahme derjenigen, die von der
Masse a b h h g e n , miissen identisch sein. Zweiatomige Molekiile, die Isotope enthalten, werden die gleichen Kerne besitzeii,
wenn sie nicht schwingen, und die gleiche H o o k e sche Konstante, die diese Schwingung regelt. Das Ruhemoment dieser
beiden wird jedoch verschieden sein, ebenso die Frequenz der
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
1
Размер файла
1 056 Кб
Теги
zur, bemerkungen, berufsbezeichnung, дchemikerф
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа