close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Bemerkungen ДZur Frage des berangebotes akademisch ausgebildeter ChemikerФ von Prof. Dr. A. Eucken

код для вставкиСкачать
Zur Frage des Uberangebotes akademisch ausgebildeter Chemiker.
Von Prof. Dr. A. EUCKEN,
Brednu.
(Eingeg. 4. April 1928 )
Noch iinmer begegiiet man in 'l'ageszeitungen us".
dem Nachhall der Warnungen vor dem Studium der
Chemie, die vor einigen Jahren insbesondere auch in
dieser Zeitschrift seitens der Industrieverbande veroffentlicht wurden. Es soll keineswegs geleugnet werden, dai3 diese Warnungen damals in vieler Hinsicht berechtigt waren, zumal die Qualitat der in den Nachkriegsjahreii ausgebildeten Studierenden durch deren groDe
Zahl zweifellos nachteilig beeinfluot war. Es soll hier
auch ~iichtdie schwierige Frage angeschnitten werden,
oh und in welcheni Umfange der akademisch-chemische
Beruf auch heute noch a19 tiberfiillt bezeichnet werden
IllUD.
lndessen moge auf einen Punkt hingewiesen werden, der offenbar bei der Bekanntgabe der Warnungen
vor den1 Chemiestudium nicht genligend beacbtet worden ist und der eine schwere Gefahr fiir die Zukunft
in sich birgt: Man glaubte erreichen zu kbnnen, daD
hauptsichlich die untuchtigeren Elemente von der Cheiiiie ferngehalten werden konuten, so dat3 nur eine
kleine Elite von hervorragend begabten jungen Cheiiiikerii ubrigbliebe. Gerade diese Auffassung ist indessen, so naheliegend sie auch sein mag, falsch. Wie
die Erfahrung einer Keihe von Hochschulen lehrt, is1
dort in den letzten Semestern nicht nur die Gesamtzahl
der Cheniiestudierendeu mehr oder weniger stark zuruckgegangen, sondern vor allen Dingen ist, namentlich
bei der jungeren Generation, ein ganz auffalliges
Nachlassen der durchschnittlichen Qualitlit zu konstatieren. Worin mag die Ursache dieser auffalligen Erscheinung zu suchen sein? Offenbar sind es gerade die
geistig regsameren Abiturienten, welche die Augen ein
wenig offen haben und sich leichter beeinflussen lassen;
diese denken schon vor Beginn ihres Studiums uber ihr
spateres Fortkommen ernsthaft nach und vermeiden
es naturlich, sich einem solchen Fache zuzuwenden, in
dem sie fiirchten miissen, keine a'usreichende Gelegenheit zu haben,ihre Fiihigkeitenvoll zu entfalten. Diegeistig
weniger Regsamen und Untiichtigeren dagegen stehen
von vornherein der Frage ihres spateren Fortkommens
leilnahmsloser gegeniiber; haufig fehlt es wohl auch
gerade diesen a n genugender Selbstkritik, so dai3 sie
sich eher zutrauen durchzukommen, als die objektiv
Wertvolleren. So kommt denn die merkwiirdige Wirkung zustande, daD Warnungen vor dem Chemiestudium
ini grotlen ganzen verhaltnismaDig wenig Gehor findeii
bei denjenigen, an die sie eigentlich gerichtet
sind, daD aber gerade diejenigen stark darauf reagieren,
die man gern behalten mochte. Obrigens handelt es sicli
hierbei keineswegs um einen Spezialfall; man beob:rchtet ja Ahnliches in zahlreichen anderen Berufen.
Beispielsweise bieten bereits seit langerer Zeit einzelne
kiinstlerische Berufe sicher alles andere als gllnzende
Aussichten. Dennoch herrscht hier nach wie vor eine
Uberfiillung, die teilweise zu sehr beklagenswerten
personlichen Zustiinden gefiihrt hat. Vergleicht nian
aber die Leistungen der heutigen kunstlerischen Jugend
i i i i t denjenigen einer fruheren Zeit, so muf3 man zu den1
Eindruck kommen, daS Personlichkeiten von miibiger
oder geringer Begabung bei weitem uberwiegen, daB
also diejenigen, die wirklich iiber Gestaltungskraft und
ldeen verftigen, sich der Hauptsache nach andere Mdglichkeiten einer BeUtigung suchen.
Es kommt noch ein wichtiger Punkt hinzu, in dem
vielleicht sogar der eigentliche tiefere Grund zu suchen
ist, weshalb die Warnungen vor dem Chemiestudium
eine so bedenkliche Wirkung zu zeitigen im Begriff sind.
1st das, was einem ttichtigen akademisch gebildeten
Chemiker in seiner Lebensstellung geboten wird, wirklich allzu verlockend? Durchaus abhangige Stellung, anstrengender Dienst (z. T. Nachtschichten u. dgl.), relativ
wenig Gehalt, wenig Urlaub, Aufenthalt in teilweise
recht wenig anziehenden Industriestadten? Gibt es da
nicht eine ganze Reihe anderer Berufe, in denen sich
subjektiv wie objektiv, was Einnahmen, Lebensstellung
und Art der Betlitigung anlangt, vie1 mehr erreichen
lafit? Wenn in derartigen Berufen das Oberangebot
teilweise auch noch grbl3er ist, das grbDere Risiko fiillt
fiir einen wirklich Vorwartsstrebenden weniger ins Gewicht als die Aussicht auf einen hbheren Oewinn und
eine freiere Lebensstellung.
Es durfte sich vielleicht verlohnen, daS die chemiscbe Industrie, soweit sie an der Heranbildung eines
guten akademischen Nachwuchses interessiert ist, die
hier geschilderten Gesichtspunkte einmal etwas eingehender priift, a k es offenbar bisher geschah, und g e
gebenenfalls MaSnahmen ergreift, die geeignet sind, A bhilfe zu schaffen, ehe es zu spat ist. Jedenfalls ware es
dringend wiinschenswert, wenn Warnungen ~r den1
Chemiestudium, soweit sie gegenwartig uberhaupt noch
angebracht sind, mit grbDerer Vorsicht als bisher ausgesprochen wiirden, wenn vor allem immer wieder betont wiirde, dat? naturwissenschaftlich begabte, arbeitsfreudige und energische Studierende -- ihre Zahl ist ia
ohnehin recht klein - nach AbschluD ihrer Examina
stets nut ein Unterkommen in der chemischen Industrie
[A. 52.1
rechnen durfen.
Bemerkungen ,,Zur Frage des Oberangebotes
akademisch ausgebildeter Chemiker"
von Prof. Dr. A. Eucken.
Von Dr. F. S c h a r t , Berlin.
Als die Zahl der Chemieetudierenden nach dem Kriege bis
auf das Zweieinhalbfache anstieg, muate der Verein deutscher
Chemiker PflichtgemiiB a d die unausbleiblichen Gefahren der
dndurch drohenden Uberfiillung unseres Berufes hinweisen.
Deesenuugeachtet lie0 der Andrang zum Chemieetudium in
den ersten Jahren nur wenig nach. So knm es, daD statt der
Vorkriegsnorm von rund 450 jungen Berufsanwirtern jiihrlich
in den letzten siebeii Jahren 547, 867, 1011, 841, 728, 611,
699, im Durchschnitt 758 junge Chemiker jiihrlich die Hochschulen verliefkn. Es wurden also in den letzten 7 Jahren
2000 Chemiker mehr ausgebildet als in dem gleichen Zeitraurn
der Vorkriegejahre. Wenn trotzdem die Zahl der stelluqplosen Chemiker hinter dieser Ziffer zurilckbleibt - ich
schltze sie mit dem ,,Bund angestellter Akademiker" auf 1200,
d. h. 10% der Gesamtzahl, ungerechnet allerdings die zahlreichen Chemiker, die sich in Hilfs-, Laborantenetellungen u. dgl.
befinden -, so liegt das daran, dal3 die GroDfirmen die
Zahl ihrer Chemiker gegen die Vorkriegszeit um 5-800 vermehrt haben, und dal3 ein Teil der Stellungelosen in Induetrien
eindringt, in denen bisher Chemiker nut wenig Beschllftigung
fanden, freilich, wie betont werden muB, vielfach zu Bedingungen, gegen welche die von Prof. E u c k e n bemiingelten
Dienstverhtiltnisse in der chemischen Industrie noch glllnzend
genannt werdeo miissen. Die itbrigen Firmen der chemischen
Industrie haben gegenuber der Vorkriegszeit keinen Mehrbedarf an Chemfkern, die Kaliindustrie hat sogar unter den
adt.ehr.fur w .
w e . 41. J.
IOJ
H d u. Komareweky: Ober hielierung und Ne~hwehvon bllulom in Torf
bekannten V e r h U n i m n einen sehr seharfen Abbau von
Chemikern durchfuhren mUeeen.
Wenn nun gesagt wird, dab die Warnungen einen nachteiligen Einflub auf die Q u a 1 i t ii t der Chemiestudiereuden
gehabt haben, 60 mu0 doch betont werden, dal3 diese vielerorts beobachtete, bedenkliche Erscheinung doch auch anders
erkliirt werden kann. Zuniichst diirfte dns Vorhandensein der
groDen Zahl von stellunglosen C'heniikern vie1 mehr abschreckend wirken als alle noch so eindringlichen gedruckten
Warnungen. Wenn die Chemiestudierenden selbst erleben,
iaR nur 50 bis 60% der Hochschulabsolventen ein Unterkommen
11 der Praxis finden, dann werden auch sie und ihre Organi;ation, die Chemikerschaft, nicht gerade ermutigende Auskiinfte
vteilen.
Ein for den Hochschulverband erstattetes Gutachten der
Berliner Philosophischen Fakultiit weist ernst und nachdrilcklich auf die schweren Miingel in der Vorbildung der Studierenden hin. Die Klage Uber den Riickgang der Qualitiit der
Pfudierenden ist also allgemein, keinesfalls aber auf die Cheinie
beschriinkt. Schon diese Feststellung zeigt zur Genifge, daO
Pro?. E u c k e n R ErklHrung unzutreffend ist.
Ein weiterer Gesichtspunkt, der flir die Beurteilung dieser
Fragc herangezogen werden kann, ist der preaischen Hochsrhulstatistik zu entnehmen. Hinsichtlich der Art der V o r b i1 d u n g der Studierenden sind gegen frllher erhebliche
Versrhiebungen eingetreten. Der Anteil d e t Gymnaaialiibiturienten ist stlndig zuriickgegangen, derjenige der Realg j niiiasial- und Oberrealschulabiturienten dagegen im gleicheii
MaBe gestiegen.
Der Vorbildung nach waren unter den reichsdeutschen
Studierenden an den preuBischen lhiversitiilen in Prozenten:
allgemein:
(iyinn.Rea1g.Abiturienteii
i n den
Studienjahren
. . . . .
. . . . .
1911/12 . . . . .
1935/06
1908109
w.-s.
1937!98 . .
.
.
.
0.-R.-S.-
69,O
10,s
11.8
14,3
10,o
46,9
25,s
17,l
74.8
72,O
4,7
6,9
541
unter den C h e m i e s t u d i e r e n d e n :
ReaIg.0.-R.4.in den
Gynin.Abiturienten
Studienjahren
1905/06 . .
. . 41,5
251
16,3
1911/12 . . . . . 37,2
23,l
26,6
.
w.-s.
. . . .
. 27.6
33,1
x3,4
Es ist nicht meine Absicht, hier den alten Streit llber Wert
oder Unwert der einzelnen Schulgattungen zu erneuen. Ich
rnkhte hier auf das verweisen, was Prof. S t o c k in seineni
Aufsatz: ,,Die Chemiestudierenden und ihr Studiuni"1) Uber
die Eignung der verschiedenen SchUlergattungen ausfiihrte und
mir hieraus nur den folgenden wohl v6llig unbestrittenen Gedankengang zu eigen machen : Nur derjenige Gymnasiolabiturient wird sich zum Chemiestudium entschlieoen, der hierfllr ganz besonders interessiert und begabt ist. Manche Abiturienten von Realanstalteii .studieren ohne rechten inneren
Drang Chemie, weil ihnen dies als das Bequemste erscheint.
Zweifellos spielen also in die Frage nach den Ursachen
dee Qualitlltarllckganges der Chemiestudierenden zahlreiche
Imponderabilien hinein. Was nun die von Prof. E u c k e n
belllrwortete Besserung der Anstellungs- und Arbeitzbedingungen der Industriechemiker betrifft, so ist dies das
Atbeitsgebiet des ,$undes angestellter Akademiker technischnaturwissenschaftlicher Berufe", nicht des Vereins deutscher
Chemiker. Hier ist zweifellos schon rnanches erreicht, wobei
die Vorarbeiten des Vereins deutscher Chemiker in der Vorkriegszeit (Erfinderentschldigung, bezahlte Karenz usw.) zustatten kamen. Die Fortschritte zeigen sich bei einem Vergleich der Verhiiltnisse in der chemischen und in der llbrigen
Industrie, welche meist ungthstigere Arbeitsbedingungen haben
als die chemische Industrie. SchlieBlich regeln sich trotz aller
Tarifvertriige die dienstlichen Verhhltnisse der Angestellten in
ihren Grundzugen doch nach Angebot und Nachfrage. Da im
vergangenen Jahre immerhin - trotz der eingetretenen Abnahme - noch fast 500 Anfilnger sich dem Chemiestudium
zugewandt haben, im Wintersemester 1927128 allein 212 gegen
203 im Wintersemester des Vorjahres, so braucht die Industrie
einen q u a n t i t a t i v e n Mange1 an Chemikernachwuchs nicht
zu befllrchteo. Ihn q u a 1 i t a t i v zu heben, wird eine ebenso
wichtige wie whwierige Aufgabe f i r Schule undHochwhule sein.
1927/28
Ztwhr. cingew. ('hem. 38, llW/f@ [11)25].
1)'
I Analytisch-technbde Untersuchungen. 1
Uber Isolierung und Nachweis von Cellulose in Torf.
KURTHESS und Dr. W A ~ S IKOMAREWSKY.
I.~
Kniser Wilhelm-lnstitut ftir Chemie, Berlin-Dahlem.
Von Prof.
(Eingcg. 5. April leZe.)
Fur die Kenntnis des Torfs und nnderer Vermoderungsprodukte des Holzes (Braunkohlen, Kohle usw.) ist
der Nachweis und die Bestimmung von Cellulose wichtig.
rn den bisherigen, obrigens recht sparlichen Untersuchungen, hat man ohne exakten Beweis vorausgesetzt,
dafl im Torf Cellulose enthalten ist.
H-V. F e i 1i t z e n ') schmolz nach dem von L a n i3 e
zur Bestimmung von Cellulose in Holz angegebenen Verlahren') Tort mit KaliumhYdroxYd bei 170' und bestimmte den i n Wasser unlSslichen Ruckstand a h CellUlose. G. K e P P e 1 0 r '1 bestimmte den KohlenhYdratgehalt von, Tor? nach der Hydrolyse mit Schwefelsaure
l)
2)
H. v. F Ai 1 i t z e II , Journ. Ltlrrdwirtsch. 46, 20 [1898].
A. L a n g e , Ztwhr. physiol. Chem. 14, 283 [1895].
G . K e p p 1 e r , Journ. Landwirtsch. 68, 43 [1920].
durch Reduktion gegen F e 11 1 i n g und ~ialinian, daD die
Reduktionszahl (,,Oesamtreduktion") dem Gehalt ao
Ce1lUlOSe und PentOsanen entspricht. s. 0 d 6 11 und
L i n d b e r g '1 behandelten Torf nach Extraktion mil
Ather mit dem Nfachen Gewicht n-schwefliger Saure
12 Stunden bei hbherer Temperatur, extrahierten d a m
mit wasserigem Ammoniak unter Druck und bestimmten
als Cellulose den Anteil, der nach dieser Behandlung io
Schweizerlasung gelbst wird. J. M a r c u s s 0 n 6 ) unterwar! Torf nach Extraktion mit Xther, Alkohol-Benzol und
1%iger Natronlauge dem AufschluBverfahren"on c r 0 9
und B e v a n mit Chlor-Natriumsulfit und bestimmte den
erhaltenen Ruckstand als Cellulose und Pentosan.
*) S. 0 d 6 n
llezsl.
5,
J. M a
rc
u. L i n d b e r g, RreonstoH-Chem. 7,
ICi
u s s o n , Ztschr. angew. Chem. 40, 48 [1927].
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
1
Размер файла
281 Кб
Теги
prof, frage, akademisch, дzur, berangebotes, bemerkungen, ausgebildeter, des, eucken, von, chemiker
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа