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Beobachtung einer Erdtrombe und Wasserhose zu Coblenz am 1. Mai 1835

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ladene Kiigelchen nur den Eingebungen dieses mtlchtigeren Einflusses, ohne sich diirch die schwiichere Elektricit%t des Vertheilungscylinders stilren zu lassen. Der Indifferenzpunkt kann auf diese Weise ebenfalls nicht gefunden werden.
Alle diese niedlichen von B i o t bescbriebenen Versucbe sind aus der nicht bewiesenen Voraussetzung hergeleitet, dafs der Iodifferenzpunkt in der Mitte des Vertheilungscylinders liege.
An die vorgelegten Versuche lassen sich ohne Zweifel noch eine Menge andere fiigen, welche dieselben theils
bestatigen, tbeils erweitern.
VI. Beobaclitung einer Erdtrombe und Wasserhose zu Coblenz am 1. Mai 1835; oom Medicinal- Assessor Mo h r in Coblenz.
A m heutigen Morgen hatte sich bei vorherrschendem
Ostwinde und einem Baroineterstande von 27” S”’,9 mit
+2O,0 R. Therinonieterstande Reif und ein dichter Nebe1 gebildet, welcher gegen 9 Uhr den hcrvordriogenden
Sonnenstrahlen weichen mufste. Der Horizont beiterte
sich auf, und gegen 12 Uhr war die Witterung freundlich und warm. Um diese Zeit bildeten sich in W. Gewitterwolken, das Barometer fing an langsam auf 27” 8“’,0
zu sinkeo, und der Himmel‘bew6lkte sich. Um halb 3
Uhr bildete sich am Fufse der Alexander-Festung, im
Felde von Neuendorf, ein Wirbelwind, der rasch zu einer fiirchterlichen Stzrke heranwuchs, Sand und Staub
aufwiihlte und mit sic6 fortfuhrte. Er nabm seine Richtung von W N W . nach SO., gerade arit die Laodspitze
Z U , welche von dem Ausflusse der Mosel in den Rhein
an ibrem linken Ufer gebildet wird. Auf diesem W e g e
balk er ganz die Starke einer gewaltigen Erdtrombe an-
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genommen. Eine Frauensperson, welclie niit einem Korbc
voll Kraut auf den1 Kopfe aus dem Felde kam, wurde
davon zu.' Boden gemorfen, der K o r b 'iiiit dem Kraute
aber lioch durcli die Luft auf die andcrc Kheinseite fortgefiilirt. Ein Mann, welcher in] Fclde nit Kartolfelsetzen
bcschuftigt war, wurde eben so zu Eoden geworfen, seiii
K o r b mit KartofEeln aber auf eiuige hundcrt Schrittc weit
in die Mosel geschleudert. Ein Knabe rettete sich durcli
Festhnlten an einem Weidenstrauche, und andere Leute
im Fclde, welcbe von dem Meteor iiberfallen wurden,
riefeii einander zu und lieken sich zu Boden fallen. Die
Staahwolke, welche wirbelnd iiber die Erde fortzog, w a r
ganz grau von F a r b e und undurchsichtig. Sic liatle cine
sctirlige Lage nach der Stromung dcs W i n d e s in den 115liereii Regionen mit dem oberen und breiteren Tlieile
nach vorn , den unteren und sclimtileren gleiclisain nacli
sicli zieliend. Sie liatte die scliciiibare Forin cines Trichters, desseii Spitze, nach untcn gckehrt, einen Durcliinesser von 30 his 40 Fufs hatte, dessen ohercr Durchinesser aber drei bis vier Ma1 so grofs war. Die Hiihe
hattc bald alle nahe gelegene Hauser weit iibersticgcn.
Diese 'I'rombe, deren Bewegung VOD einem fiirchterliclicu
Sausen begleitet war, zog gerade iibcr die Safian-Fabrik
des Hrn. J. I?. M i i n c h liin, dcssen Gebiiude der erste
hiihere Gegenstand war, welclier davou beriiiirt ivurde.
Untcr schreclilichem Geprassel wurde das Dacli des hinteren Gebaudes auf einige hundert Quadratfurs breit losgcrissen und iiber das H a u p t g e b ~ u d ehinweg, e t m 40
Schrittc weit, in's Feld geschlcudcrt ; die Fachwiindc wurdeli io allcn Fugen erschuttert, das Mauerwerk theilweise
herausgeworfen, in der uuteren Wcrkst8tte die Fenster
zertrummert, uiid ein fest eingeklemmter Pfosten, von 6
Zoll Dicke, mit der daran befestigten Gliittmaschine ~ i m gestiirzt. Eine zweite dieser Art, gerade daueben stehcnde, blieb unversehrt. Zugleich wurden mehrere Fenster, uud am Dache der vorderen Gebsude die Schiefer
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und L5den nebst den Fensterflugelo hcrausgerissen und
alles weit unihcr zerslreut. Die iin Speicher aufsehaxigeneu HSute \v.urden von der Troinbc fortgerissen und
in die holie Luft geschleudert, wo inan sie wie schwarze
Punkte odcr 1vi.e schwarze Viigcl hcrumsc~in.irren geselicn hat. Auf dem l'lalze V O dcin
~
Hanse waren vielc
lackirtc Hijute, in Holzrahmen ausgespaunt, zuni Trocknen gelegen,, deren jede 40 his 50 Pfund an Gewicht
betrug. Alle diesc Rahmcn wiirden weit uinhcrgeschleudert, ulid inehrere sehr beschiidigt oder zerbrochcn wicder gefuliden; vielc nber, SO W ~ Cvon dcn crsteren Hsuten, wurden uber den Rliein odcr in clenseiben geworf e n , und sind vcrloren gcgangcn. D e r gaiizc Verlust
war noch niclit ermittelt. Dick alles war in eiiiigen Miiiuten geschehen. Ein Arbeiler i n dcr Werkst:itte, we]cher gerade an der G1;ittmaschine arbeitete, als das Fenster hinter iliin zertriiminert wurde, bchauptete, einen eigenthiimlichcn fremden Geruch clabei beincrkt zu Iiaben,
den eiu anderer init dem scliwefligen Geruche bci Gewitterscli1:igen vergleichen wollte. Dieser Geruch mar
noch 4 Stiintle nachlicr beincrkbar (verinuthlich der eigenthumliche Gcriicli der frcicn clektriscl!en Striiinung).
Diese Erdtroinbe b e w e g e sicli in der an;;enoinmenen niclitung rasch fort gegen das ctwa 100 Schritte entfernte linke Ufer der Moscl. Hicr vcriinderte sich das
ganze Schauspiel uud naliin eioe aiidere Gestalt an. Die
Erdtroinbe wurde eine ~ICTasserIiose,und indem sic iiber
die Oberflache der Mosel yuer iiacli dein rccliten Ufer
c
hinubereilte, wuhlte sie das Wasser in so wildein Brausen auf, dafs es, auf dcr ganzcn Basis scbiiuineiid, auf
cine bedeutende Hijlie wirbeliid Iieraufgezogcn wiirde,
wshrend aukerhalb des Wirkringskreises der Wasserspiegel weder gestiirt nocli getriibt wurtle. D c r Trichter
nahln eine Ausdehnung uber die Hslfte des Flulsbettcs
ein, ynd mitten aus diesem Trichter schien einc grauweifse
Diinstsaule von Maunesdicke liervorzusteigen, deren An'
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sehen und Bewegung alle Zuschauer mit dem Wasserdampfc aus den Dampfmaschinen vergliclien, wenn das
Venlil geijffnet wird. Die Saule schien zu einer unberechenbaren Hiihe heraufzusteigen, wallrend siclr aus den
Hijhen ein Wolkenkegel herabsenkte und mit dcrselben
vereinigte.
In di&er Form und Richtung gelangte sie
an die Landspitze vom rechten Moselufer, an der Ecke
des ehemaligen deiitscheii Hauses, wo die Mosel mit dem
Hhein zasammenfliefst. Hier schien das ganze Meteor einen Augcnblick still zu stehen, nahm abcr gleich seine
Richtung in gerader Liuie quer iiber den Rhein gegen den
Ebrenbreitenstein hin, und, am dortigen Ufer angelangt,
warf es das W a s s e r S his 10 Fufs hoch auf das Ufer,
und schleuderte zugleich eiue Menge Sand und kleine
Steine gegen das am Ufer gelegeue Gartenhaus, worin
v i d e Fensterscheiben zerbrochen, und zugleich viele Leinw a n d , welche daneben auf einer Bleiche lag, narnenllich
ein 60 Ellen langes Stuck T u c h , in die hohe Luft fortgetragen wurde, wo man es wie eine Bandschleife herumflattern gesehen hat. Die Wasserhose riickte nun fort
iiber die Mauer in den anstofsenden Garten und hat viele
Zerstijrungen darin angerichtet. Sieben BYume verschiedener Dicke, von 6 bis 6 Zoll Durchmesser, wurden theils
in der Quere abgebrocheu, theils die Aeste von 4 bis 6
Zoll Dicke abgerissen und nach allen Richtung_en iiber
die Mauern geschleudert. Ein Arbeiter im Garten, welcher die T h u r eben schliefsen wollte, wurde von dem
Strome ergriffen, und nur mit der aufsersten Anstrengung
und hnklammern an die l'hur hat e r der Gewalt widerstanden, urn nicht fortgerissen zu werden.
Er glaubte
nach mehreren Stunden noch das Gerausch von einem
hohen Wasserfalle in den Ohren zu haben, und wollte
auch deutlich den oben erwahuten fremden Geruch bemerkt haben, der ihm das Athmen beschwerlich machte.
An dieser Stelle scheint das ganze Meteor sein Endc
oder seiue Entladung gefunden zu haben, obgleich der
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erste Anstofs such noch auf den CIstlich gelegenen Gebirgen , namentlich in den Ortschafteu Arzheim, Ahreuberg bis Neulleufsel verspiirt worden ist. Die ganze Erscheinung lyar auf einmal verschtvunden, indem die Wolk e n sich trennterl und ziiriickzogen, nachdem sie etwa
eille llalbe Viertelstunde voin ersten Erscheinen bis zuiii
Versch\linden gedauert hatte. Es ist niclit miiglicli die
Zeit der Dauer geuau anzugebcn, weil alle Zuschauer, die
sie voll verschiedeneii Stantlpunkten beobachteten, vie1 zli
selir you Erstnunen ergriffeu waren, um daruber riclitig
urtlieilen zu kiinnen.
Wenige Millilten nacli dem hufhijren tie1 ein heftiger Platzrcgen init so starkem Hagel,
,vie er hier riie beobaclitet worden, theilweise so dick
wie Haselniisse oder dicke Erbsen. Er dauerte aber nur
5 bis. G Minuteu. Die VBgel voin Felde oder in d e r
Luft, nnmentlicli die Schwalben, retteten sich in die Speicherfcnster. Unterdessen liatten sich die Gewitterwolken
in W. in schwarzen Massen zusaininengezogen und aufgethiirmt. Sie kanien init Blitz und Douner zum Ausbruch, rind zogen in dreimaligcn sehr heftigen Schliigcn
in derselben Richtung nacli OSO. schucll iiber uasere
Stadt weg. Die Masse des gelallenen Regens hatte beinahe 3 Linien in verticaler Hiihe oder qT Quart Wasscr auf den Qundratfufs betragen. Abends war das Barometer auf 27" 9"',0 gestiegen, der Himmel von Kegenwolken iiberzogen, der Neurnond init einem Hofe umgeben, und die Ternperatur auf +5",6 I<. gesunken. Keine
anderen Erscheinungeu sind dabei oder nachher beobachtet worden.
VII.
Beo bachtiing eines ErrEbebens zii Coblenz.
i i m 17. December 1634 Morgens gleich nacIi 6 Uhr
wurde hier ein ziemlich starker Erdstofs rerspiirt, der
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