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Beobachtung einer Strung der Magnetnadel bei der am 23. Februar 1828 in den Rheingegenden versprten Erderschtterung

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XVII. Beobachtung einer Stiirung der Magnetnadel bez' der am 23. Februar 18'28 in den
Rhez'n-gegenden oerspiirten Erderschuttrrung.
D i e Entdeckung des Hrn. Dr. S e e b e c k , dafs heterogene und selbst homogene Metallmassen jeder Art durcli
ungleiche Erwdrmung in eincii magnetischen Zustand vcrsetzt werden kihinen , macht es hci den mannigfacheu
Grtinden fur das ausgebreitete Daseyn solcher Massen iin
Innern der Erde, geivifs sehr wahrscheinlich, daL die vulcanischen Actionen cinen Einflufs auf die Magiietnadel
aiiszuiiben vermijgen; wie d e m auch der Entdecker des
Thennomagnetisinusis selbst , in einer friiheren hbhandlung
(dies. Ann. Bd. 82. S. 280.) schon versucht hat, die
Plidnomene des Erdmagnetismus mit denen des Ynlcanismus in Zusammenhang ZLZ bringen, Um so inehr Interessc
hat aber auch deshalb gerade jetzt eine jede wohlerwiesene Thatsache, die solch einen Zusainmenliang aufser
Zweifel setzt, zumal die alteren Erfahrungen dieser Art
zum Theil wohl nicht ganz ztiverlGssig sind. An vereinzelt stehenden Beobachtumgen, die eine Einwirkung der
Erdbeben imd vulcanischeii Ausbriiche auf die Magnetnadel anzudeuten scheinen, fehlt es niimlich nicht.
SO sagt K a n t in seinein Berichte ubcr das Erdbeben von Lissabon ((less. vennischte Schrift. Bd. 1. S. 66i.),
dafs in -4ugsburg am 1.Noveinher 1755 die Magncte ihre
Last abgeworfeii haben und die Magnetnadeln in Unordnrmg gerathen seyen, auch fugt er hinzu, dab, nnch B o Y 1e,
dasselbc schon friiher einmal in Neupcl nach eineln Erdbebeii vorgegangen sey AUSeiner etwas untleutlichen Beschreibuilg in K a n t ' s yhys. Geographie, Bd. 2. .Abtb 2.
S. 420. , scheint ferner hervonugehen , dafs W u ch e r e r
zu Hohen Embs, an der vstlichell Grhze der Schweiz,
-
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bei demselben Erdbeben, am 9. December, an einem
Rlagnetstabe eine Bewegung im Sinne der Inclination beobachtet hat. Der Faden, moran ein l l h Unzen schwerer
Magnetstab senlrrecht aufgehangen morden "), sol1 niimlich wahrend der Erschiitterung, die einc ganze Minute
dauerte, iiiu 40° ails der Verticalc nach Siiden abgelenkt
worden seyn, und erst nach dem letzteil Stoke, nach einigen Schwingungen, seine senkrechte Richtung wieder
angenommen haben. W i e R o b i s o n (System of mechanical phiZosophy, T.I?? p. 371.) anfiihrt, hat ferner
D a n i e l B e r n o u l l i die Magnetnadel bei einem Erdbeben M 451 ans ihrer Lage weichen gesehen, und Miill e r mahrend des Erdbebens in Calabricn eine grofse Stiirung in der Declination der Magnetnadel zu Mmiheim
bemerkt. Auch sollen, nach I) e 1a m e t h e ri e ( Theorik
de la Terre, T. I11 p. 295.), solche imruhige Bewegungen der Magnetnadel wiihrend eines Erdbebens von
R e r t r a n d in der Schweiz beobachtet seyn. Endlich
giebt aoch der Pater d e l l a T o r r e an, dafs er bei den
hhsbriichen des Yesuvs im J. 1767 eine Einwirkung nuf
die Magnetnadel gefunden habe. Er beobachtete nalrilicli
4 Wochen lang ZLI S, Giorgio di Cremano bei Portici
eine 911 7/11 lange Mapetnadel, und fand dabei im Laiife
eines Tages Unterschiede in der Declination, die bis zu 2"
gingen (dess. Histoire et phenomines du oesuue, p. 221.)
Ohne Zweifel Iielsen sich aus alterer Zeit noch mehrere Beobachtungen aufzahlen, die init griifserer oder geringerer Wahrscheinlichkeit fur den storenden Einflufs
der Erdbeben auf die Magnetnadel sprechen wiirden
Die bereits angefuhrten werden indefs fiir unseren Zmeck
sclion hinreichend seyn, da eiue nlhere Kenntnifs der verschiedenartigen Abiinderungen, welche dieser Einflids
nach der Beschaffenheit des Erdbebens etwa erleidet,
doch nur erst von kihiftigen Beobachtungen zu erwarten
'1
Wk eigentlieh der Magnetstab hing, ist, wenigstens bei K a n t,
nicht dautlicli gesagt.
380
steht *). Ich will daher nur noch der merkwiirdigen
Beobachtimg des Hm. v. Hum b o Id t emahnen, welche
sich mesentlich von den scbon genannten unterscheidet,
hdem sie zeigt , dafs die magnetischen Verhaltnisse eiiies
Ortes auf eine bleibende Weise durch Erdbeben gestiirt
werden kannen.
Am 1. November 1799, drei Tage vor dem Erdbeben, welches Cumana betraf, fand Hr. v. H u m b o l d t
daselbst die magnetische Neipng mittelst eines B o r d a’schen Inclinatoriuins zu 43O,65; drei Tage nach dem Erdbeben, am 7. Nov., betrug sie dagegen nur 42O,75. Als
Hr. v. H u m b o l d t ein Jahr darauf die Neigung mit demselbcn Instruniente abermals zu Cumam bestilnrnte, betrug sie noch 42O80, hatte also in der ganzen Zeit noch
nicht die Griibe wieder erhalten, welche sie vor dem
*) Nicht ganz m i t Stillschweigen darf es wohl iibergangen werden,
d a h es auch positive Angaben von F5llen giebt, w o vulcanische
Erscheinungen, oder solche, die ihnen aller Wahrscheinliclrkeit
nach beigezahlt werden miissen, ohne allen Einflufs auf die
Magnctnadel gebliebcn sind. V a s a l l i E a n d i i n seinem Berieht iiber das Erdbeben, dureh welches i m April 1808 die
Grafschaft Pignerol heiiugesucht wurde (Juum. de physiq. T. 67.
p. 292.1, sagt ausdriicklich, dafs die Magnetuaclel nichts gczcigt
habe, was m a n dem Erdbeben IrBtte zuschreiben kiinncn; uud
Hr, P a r t s e h bemerkt ebenfalls in seiner Beschrcibung des ritlirellraften Detonations-PhHnonrens auf der Insel BIeleda (p. 95.
Auch dies. Ann. Bd. 83. S. 292.), dafs w i h r e n d seines dortigcn
Aufenthaltes die Detonationen keine Einwirkung auf die Magnctnrdel ausgeiibt haben. Be; der Erderscliiitterung, die man am
19. F e b r u a r 1822 in Puris verspiirt hat, sind zwar auf der Sternwarte viele Unregclm6Ligkeiten im Gauge d e r Declinationsnadel
beobachtet worden, und merkwiirdig genug nur Oscillationen im
Sinne der LHnge der Nadel; allein Hr. A r a g o , der dariiber i n
den Annules de chimie P? de physique, T. XIX.p . 206., eine
Notiz bekannt gemacht hat. seheint nicht geneigt zu seyn, diese
Stiirungen dem Erdbeben zuzuschreiben, denn er s a g t : j r ne vois
g d u n irrmblement de terre p’il uif pu donner licu b un
mouvement de cefie espkce.
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&&eben besafs *): f)ie Intenbitst des Erdmagnetismm
mar sich vor und nach dein Erdbeben gleich geblieben;
&e Badel machte beide Ma1 229.OscUationen in 10 Minuten.
Auch die Declination hatte sich anscheinend
durch das Erdbeben nicht geandert; da indefs die stkdlichen Variationen derselben in Cumana 5 bis 6 Mmuten
betragen, so werden dadurch, wie Hr. v. H u m b o l d t
bemerkt, die Aenderungen in der absoluten Declination
sehr verdeckt und schwer zu beobachten. (Voyage aux
regions eqw'noxiales etc. T. IV. p. 25. der Octav-Ausgde. 1
Nach dieser geschichtlichen Einleitung folge nun der
Bericht, welcher den eigentlichen Gegenstand dieser Notiz
ausmacht. Er ist entnoininen aus einem Schreiben des
K. Bergraths und Ber,perksdirector Hrn. H e i n t z m a n n
zu Essen an die K. Ober-Berghaupbnnannschaft, und mir
yon dem Chef des gesaminten Berg- und Hiittenwesens,
Hqn. Ober-Berghauptinann G e r h a r d , zur Bekmtmachung in den Annalen giitigst initgetheilt worden.
,,Auf der Steinkohlengrube Wiesche, unfern Miillrlheim
an der Ruhr, wird der Bau aof dem Friedrichschachtc
in -is0 Furs unter Tage nnd 222 Fufs tief unter dem
Mccresspiegel gefuhrt. Auf der sudlichen Grundstreclie
des Auroraschachtes dieser Grube (etwa 155 Fufs unter dern Meeresspiegel), in 1400 Furs Entfernung von
dem Schachte, marksclreidete der Obersteiger Z o b e l am
23. Februar 1828. Er hatte einige Zeit den Compafs
*) W i e Hr.
V. H u m b o l d t bemerkt, findet sich in M e n d o z a ' s
Trntudo dr Navigucion die Angabe, dafs die Inclination der
JIagnetnadel sich nach den verschiedenen Monaten und Tagesr e i t e n 7.u Cumana mehr verhdere als die Dcclination.
Wolil
modich, dals die Eeobachtungcn , worauf sich diese Angabe
s l u t z t ~zur Zeit anhaltcnder vulcanischcr Actionen gemacht worden sind.
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gebraucht , ohne etwas besonderes bemerkt zu haben.
Zwischen S$ und 9 Uhr wurde die Nadel so unruhig,
dafs eine Beobachtung derselben zur Winkehnessung nnlniiglich war. Die Schivingungen derselben betrugen lSO",
reichtea vom Nord- bis ZLUU Siidpol; auch fanden Schwingungen, der Inclination nach, statt. Dieser Zustand der
Schwankungen wurde 15 bis 20 Minuten lang beobachtet. Alsdann hiirte der Obersteiger Z o b e l auf, die Nadel zu beobachten, ohne auch nur eine Ahnung gehabt
zu haben, dafs iiber Tage eine Erderschutterung zu derselben Zeit beobachtet worden w8re. Zu bemerken ist
hiebei, daL in keiner der vielen von MiiUeirn an der
Ruhr gcgen Osten bis in die Nahe von Unna liegenden
Steinkohlengruben irgend eine Spur einer Erderschiitterung von wenigstens 2500 darin arbeitenden Personen
beobachtet worden ist *); mzhrend dieselbe zu Essen
sehr deutlich, zu Bochurn weniger stark, zu Dorimwid
sehr schwach als zwei Stsfse in der Richtung von West
gegen Ost bemerkt worden ist."
XVIllr.
Ueber den Isopyr, eine neue Mineralspecies; oon WiZheZm Haidinger.
(hus dem Edinb. New philosopli. Journ.
No. VL p . 263.)
-
1. Beschre&mg.
Regupire Gestdten sind niclit
beobaclitet. Sehr rehe Massen yon betrachtlicher Grijfse,
*) Aelinliches hat man bei dem Erdbebeii bemerkt, welches am
24. Nov. 1823 in mehreren Theilen von Schweden verspiirt warden ist.
B e r z e I i u s sagt dariiber in seinem Jaliresbericlrte,
KO.1V. S. 265.: Diejenigen, wrlehe sicli auf dcm Boden der
Grube bcfandcn , hiirtcn und spiirten nirhts ; nher dicieiiigen,
welclic gerade auf den Stiegen waren, unr hernrif o d e r Irinunlerzugelien, empfanden eine sn starke ErscliiittLv-ang, d& sic niclrt
anders glaubteo, als die Stiegen wiirden m i t ilinen einstiirzerr.
1ch braucbe wohl niclit besonders IU beroerk-t:n, dnfs die Beobaclltung dcs Obersteigers Z o b e l geradc drirch das gbzliche AUSbleiben der Erschiitterung i n der Grubc cine erhiihte Glaubwiirdigkcit und Zuverliissigkcit crhalten hat.
P.
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