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Beobachtungen ber die galvanische Leitungsfhigkeit reinen Wassers und ber seinen Temperaturcofficienten insbesondere.

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Leitunpjahigkeit reinen Wassers.
83 1
VI. BeoBach,tungen GBer d i e galvaniselm LeitzcngsfCilu2gkeit r e i n e n Wassers und uber s e i m n Ternperaturco&yficienten insbesondere;
von E. Pf e iff e r .
(Hlerzu Tar. VI Flg. 7-9.)
0 1. F o r m d e r G e f a s s e . - Es kamen zur Ermittelung der Widerstande zwei ganz verschieden construirte Glasgefasse zur Verwendung. Das grossere der beiden besass
die bereits friiher I) in diesen Annalen beschriebene Anordnung. Die einander als concentrische, 14 cm hohe Cylinder
von 3 3 cm mittlerem Durchmesser im Abstande von circa
2 mm gegeniiberstehenden Platinelectroden ergeben eine
Widerstandscupacitat von 10-lo x 1273.
Das zweite kleinere Widerstandsgefbss ist in Fig. 7 dargestellt. Ein cylindrisches, 20 cm hohes Qlasgefdss ist oben
durch einen eingeschliffenen Glasstopsel geschlossen, unten
in einen schweren Metallfuss eingekittet. Die Zu- und Ableitung geschieht durch seitlich eingeschmoleene Platindrahte,
an welchen die beiden yuadratischen Ylatinbleche von 3 cm
Seitenlange frei im Gefasse, also von der Gefasswand entfernt, hangen. Um dabei die vollige Unveranderlichkeit der
Widerstandscapacitit zu wahren, sind die beiden auf 2 mm
Abstand einander gegeniiberstehenden Electroden zu einem
festen System dadurch verbunden, dass an den 4 Ecken und
in der Mitte die Flachen kleine DurchLohrungen besitzen,
durch welche 5 Glasstabchen normal von einer Electrode
zur anderen gelegt, und welche fest mit dem Platin zusammengeschmolzen wurden. Eine Durchbiegung und gegenseitige
Verschiebung der Platten ist dadurch ausgeschlossen. Bei
Erschiitterungen federt nur das game Electrodensystem an
den Aufhangedrahten, was die Constanz der Widerstandscapacitat nicht beeinflusst. Die letztere Grosse ergab sich
fur dieses Gefass zu
x 2113. Der Orund fur die Construction dieses Gefasses sol1 spater erortert werden.
-~
1) Pfeiffer, Wied. Ann. 25, Taf. 111. Fig. 8. 1885.
I?. Pfeifer.
832
6 2. E i n f l u s s d e r P o l a r i s a t i o n . - I n beiden Gefassen
waren die Platinelectroden, wie bei friiheren Versuchen, nicht
platinirt, d a der Platinmohr ganz unerschapflichc Mengen
von Verunreinigungen zu enthalten scheint , die auch nach
langandauernder sorgfaltigster Reinigung der Electroden durch
Auswaschen, Stehenlassen rnit reinem Wasser u. dgl. immer
wieder das eingefullte reine Wasser rasch verderben. Bei
dem grossen Gefass Nr. I hat dies nichts weiter auf sich,
denn die bedeutende Grosse der Electroden, deren jede eine
Flache von uber 150qcm besitzt, lassen den Einfluss der
Polarisation schon bei massiger Tourenzahl des Sinusinductors
vollig verschwinden. Anders verhalt es sich mit dem kleinen
Gefass Nr. I1 mit circa 9 qcm Electrodenfliiche. Hier t r a t
hei milssigen Widerstanden der eingef'tillten Fltissigkeit selbst
bei hoher Tourenzahl die Polarisation sehr merklich auf; mit
wachsenden Widerstanden wurde ihr Einfluss kleiner und fie1
bei Widerstanden von mehreren Tausenden vallig in das
Bereich der Versuchsfehler. D a nun bei den vorliegenden
Messungen diese untere Grenze nicht iiberschritten wurde, so
konnte auch das zweite Gefiass unbedenklich angewandt werden.
Die Erscheinung erklgrt sich dadurch sehr einfach ,
dass rnit wnchsenden Widerstanden die das Geftlss durchsetzenden Electricitatsmengen abnehmen; deshalb vermindert
sich die abgeschiedene Menge der Ionen, die Dicke der in
gewissen Intervallen auftretenden Schichten und damit die
bei so unendlicli feinen Belegungen wohl der Dicke der
Schichten nahe proportionale Polarisation.
0 3.
Ermittelung der Widerstandscapacitaten.
-
Als Vergleichsgefass diente ein solches von gewohnlicher
Form, wie es von F. K o h l r a u s c h angegeben ist., mit plati1057.
nirten Electroden und einer Capacitat
I n beiden zu untersuchenden Gefassen I und I1 musste
ich Lasungen zur Aichung verwenden, die man fur gewahnlich
als reines destillirtes Wasser bezeichnen wiirde, und zwar in
Gefass I wegen seiner sehr kleinen Capacitat, in Gefass 11,
urn die Polarisation nach dem oben Qesagten zu vermeiden.
Dadurch stellt sich jedoch ein Umstand ein, der die Schllrfe
833
LeittmngsfahQkeit winen Wassers.
der Bestimmung beeintrachtigt, und dem ich zunllchst einige
Zeilen widmen mochte.
Zum Zweck der Aichung ftillt man das Vergleichs- und
das zu untersuchende Gefiiss mit derselben Losung und Rtellt
sie in das gleiche grosse Wasserbad. Dann gibt die Widerstandsmessung beider Qefasse sofort die gesuchte Capacitilt.
Bezeichnet man allgemein Capacitat , Widerstand, Leitungsfahigkeit mit k, 10 und 1, und zwar fur das hekannte Gefass
mit dem Index 0, fiir das unbekannte mit dem Index 1, dann
ist allgemein: k., = ilotoo, k, = 1,w, und daraus:
Im allgemeinen wird die Bestimmung deshalb so einfach,
weil der eingeklammerte Factor = 1 ist. Bei dem von mir
henutzten, reinen Wasser ist diese Annahme nicht mehr
richtig; denn wahrend des Stehens andern sich die k ia
beiden Gefassen in verschiedener Weise. Da zwischen Einfullung und Widerstandsbestimmung nothwendig einige Zeit
verstreichen muss, damit man der Gleichheit der Temperatur
in beiden Gef&ssen sicher ist, so ist lJko nicht mehr der
Einheit gleich. Um diesen Fehler zu eliminiren, wurden die
Widerstandsbestimmungen zweimal vorgenommen und die
verflossene Zeit gemessen. Es ergaben sich dann durch die
gewohnliche Rechnung zwei verschiedene Capacitsten k,' und
A,", aus welchen fiir den Moment der Erfullung dns entsprechende k, extrapolirt wurde, was bei den schwachen
Aenderungen der k, wohl von vornherein als statthaft erscheint. Durch den Verlauf von k, wiihrend mehrerer Zeitintervalle, habe ich mich auch von der ungefahren Proportiontllitiit zwischen verflossener Zeit und Aenderung von k,
uberzeugt.
I n der folgenden Tabelle Xr. I gebe ich die Beobachtungsreihe als Beispiel, welche zur Ermittelung der Capacitilt
des Gefasses Nr. I angestellt wurde. In derselben bedeuten
w0 und w, die in Quecksilbereinheiten ausgedruckten Widerstande des Vergleichsgefasses und des Gefllsses Nr. I; 4' und
kl" sind die aus diesen Werthen direct berechneten Capacitiiten von Nr. I, rnit 1Olo multiplicirt. k, ist die mit demAun. d. Phys. u. Chsm.
N. F. XXXI.
53
E. Pfeifser.
834
selben Factor versehene, fbr den Moment der Einfbllung
extrapolirte Capacitat. Die grosste Abweichung vom arithmetischen Mittel 1273 ist 0,6 Proc., eine in Anbetracht der
Pehlerquellen, sowie des starken Uebersetzungsverhaltnisses
(die Cttpacit'aten der beiden Gefasse verhalten sich wie 83 : 1)
befriedigende Uebereinstimmung.
I.
%belle
Nr.
des
Vers.
- .. -.
.
1
4h
2
9 10
2 38
4 55
3
4
-I
r 4 h ~ 7 7 9 7 7 7118,811
!
i 9 34 97061 117,351
1 2 57 94941 115,211
5 13 9453,114,35
1282
1275 I
1280 1
1276
~
4'1 41' 196551 118,731 1298 11270
9 57 196401 117,19' 1283 i 1268
3 20 19450i 115,181 1286 1276
5 37 19375, 114,171 1284 11270
I
5
6
Durch eine analoge Iieihe, die ich nicht weiter mittheilen
will, wurde auch die Capacitat des Gefasses Nr. I1 ermittelt.
6 4. W i r k u n g d e s W a s s e r s a u f d i e G l a s s u b s t a n z
d e r Gefiisswande. Die bekannte Thatsache des Ansteigens
der Leitungsfahigkeit von reinem Wnsser und anderen Lijsungsmitteln beirn ruhigen Stehenlassen in einem ganz reinen,
vollig abgeschlossenen Gefass beweist, dass Wasser die Glaswande angreift, und bestimmte Theile derselben in die LBsung
gehen. Dieser Angriff. findet bei a l l e n T e m p e r a t u r e n ,
bei denen Wasser bestehen kann, statt; er steigt sehr rasch
mit wachsender Temperatur. Ich betrachte zunachst die
Vorgiinge in e i n e m u n d dernselben Qefass bei c o n s t a n t e r
T e m p e r a t u r . Als Maass der aufgelosten Glassubstanz kann
man das Steigen der Leitungsfahigkeit h des eingefiillten
Wassers pro Stunde ansehen, das ich mit A,, bezeichnen will.
Beim neiien Qefass sind die A,, betrachtlich, nehmen aber
verhaltnissmassig rascli ab, urn n a c h e i n i g e r Z e i t ziemlich
c o n s t a n t e M i n i m a l w e r t h e z u e r r e i c h e n , d i e a u c h bei
vielinonatlichem Qebrauch sich nicht mehr wesentl i c h Bndern. Offenbar hat man es also hier mit einer vorzugsweisen Auflosung gewisser Glasbestandtheile, etwa der Silicate
LeitungsfahigRetl reinen Wassers.
835
der loslichen Alkalimetalle, zu thun, welche bei frischer
Oberflilche von hier direct in Losnng gehen. Die unloslichen
Bestandtheile bleiben gleichsam als Gerippe zurtick, und das
Vorhandensein der loslichen Theile wird immer seltener.
Lilsst man das Wasser bei constanter Temperatur kingere
Zeit stehen, so bemerkt man mit steigendem A auch ein
langsames Wachsen von A h . Innerhalb geringerer Zeitintervalle, etwa eines Tages, kann man diese Qrosse als nahe
constant ansehen, wie die Tab. I1 zeigt fUr eine im Gefass 11
T a b e l l e I1 ( 7 ' 5 24,48O).
beobachtete Wttssersorte. Mittelst eines The mostaten wurde
bis auf einige Hundertel die Temperatur des umgebenden
Wasserbades auf 24,48O srhalten. Abgesehen von der anfiinglichen Abweichung , die unmittelbar nach Einffillung
immer auftritt ,, ist die Richtigkeit obiger Behauptungen,
welche niir fur ruhig stehendes Wasser gilt, sofort ersichtlich. Aus dem gesetzmassigen stetigen Verlauf dieser Grosse
d h muss man auf ein ganz gleichniassiges Inlosunggehen der
Qlassubstanz schliessen, d. h. in gleichen Zeiten werden gleiche
Mengen aufgelost; das allmahliche Wachsen von A h beweist,
dass d i e . L e i t u n g s f a h i g k e i t d e s W a s s e r s d e r a u f gelosten Menge n i c h t g e n a u proportional ist, sond e r n e t w a s r a s c h e r " 9 c h s t . Bildet man jedoch zu verschiedenen Zeiten den Ausdruck A h l I , so wird derselbe
immer kleiner. Trot2 des Steigens Yon d h fiillt es mit zunehmender Verunreinigung immer weniger gegen I selbst
ins Oewicht und kann schliesslich vernachlassigt werden.
Ich habe mich vielfach von diesen Thatsachen uberzeugt,
gebe aber ausser der Tab. I1 keine Ztthlen, weil diese aus
den spsteren Tabellen IV, V und V I iiber den Temperatur53 *
E. Pfeger.
836
coefficienten entnommen werden konnen, wo die A h eine
bedeutende Rolle spielen.
I n welcher Weise die A h , also der Angriff des Glases,
rnit der Temperatur steigen, ergibt sich BUS folgenden Zahlen.
I n der ersten Horizontalreihe stehen die Temperaturen, in der
zweiten die entsprechenden Ah,natiirlich wegen ihrer Veranderlichkeit rnit il auf ungefahr gleiche Verunreinigung reducirt.
Die 4, sind wie die Leitungsflihigkeiten auf Hg = 1 bezogen
und mit 1O1O multiplicirt,:
T = 17,0° 1 2 G 0 ' 30,8" \ das diesein Wasser zugehijrigc
A,
= 0,020
'
0,077
I
0,2301
I , , ist circa = 3.
In Anbetracht dieses schnellen Ansteigens werden die A h
fur kochendes Wassers ganz betrachtliche sein. Die wirklichen Gewichte aber auch der bei looo losgelosten Glasmengen sind noch sehr unbedeutend. E m m e r l i n g ' ) kochte
z. €3. reines Wasser in einem Qlasballon von circa 700 ccm
lnhalt - die massgebende Oberflache ist nicht angegeben und fand:
In der
9)
97
9)
3,
0,0039 g Oewichtsabnalime des Gefasses
0,0027 g
19
71
1,
0,00?5-0,0015g
,)
71
97
1 . Stunde
2.
3.-30.
77
9,
Es geben diese Zahlen, mit dem eben erwahnten Verhalten
der A h mit steigender Temperatur zusammengehalten, einen
Begriff von der Empfindlichkeit der electrischen Messmethode.
Vergleicht man die A h in den beiden Gefassen I und 11,
welche das gleiche Volumen Wasser fassen, unter gloichen
ausseren Verhaltnissen, so zeigt das Gef'ass I1 trotz seiner
3-4 fach kleineren inneren Oberflache ganz constant ein
hoheres, fast doppelt so grosses A,,, ein Umstand, der offenbar mit der Verschiedenheit der Glassubstanz beider Gefiisse
zusammenhangt. Beachtet man nun, dass bei Wasser aus
dem gleichen Destillirapparat einem bestimmten 1 bei bestimmter Temperatur im Contact mit einer bestimmten Glasfliiche immer wieder das gleiche A h zukommt, so liegt der
Gedanke nahne, d i e s e fur die Aufloslichkeit der angewendeten Qlassubstanz c h a r a k t e r i s t i s c h e n G r o s s e n A h a l s
M a a s s d e r W i d e r s t a n d s f a h i g k e i t d e r v c, r s c h i e den e n
I
-
1) E mrn erl i n g , Chem. Jahresber. 1869. p. 820.
Leitunysfah(qke2? reinen Wassers.
837
G l a s s o r t e n , allerdings zunachst nur gegen Wasser , dann
aber wahrscheinlich auch gegen sonstige verwandte chemische
Einfliisse aufzustellen.
Dieser nach meiner Ansicht fur wissenschaftliche und
praktische Zwecke wichtigen Frage bin ich schon vor mehr
als 2 Jahren naher getreten und habe sie so weit gefordert,
dass keine wesentlichen Schwierigkeiten zur Beantwortung
vorliegen , was den physikalischen Theil der Sache anbelangt. Allein offenbar handelt es sic11 bei der Verwerthung
dieser Resultate urn die Kenntniss der chemischen Zusammenset7 ing der betrachteten Glassorten. Die chemischen
Analysen werden den zweiten, gleich wichtigen Theil der
Untersuchung bilden. Dann wird es voraussichtlich gelingen,
bei Priifung einer grosseren Anzahl von Glasern den Einfluss der einzelnen Constituenten der Glassorte oder gewisser Gruppen derselben auf die Widerstandsfiihigkeit gegen
derartige chemische Einfliisse aus der Gesammtwirkung herauszuschalen; es werden sich vielleicht Anhaltspunkte dariiber
ergeben, in welcher Zusammensetzung Glas am widerstandsfahigsten gegen Auflosung ist, ein Punkt, der namentlich far
die Chemie von Wichtigkeit ist.
Ich habe mir zwolf der wichtigsten, zu industriellen und
wissenschaftlichen Z wecken verwendete Glassorten gesammelt;
allein bislang konnte ich in Miinchen keinen Chemiker finden,
der sich mit mir vereinigt und den chemischen Theil der
Untersuchung fibernommen hatte. Ich habe obige Ideen hier
eingefiigt in der Erwnrtung, dass diese Zeilen vielleicht einen
Leser finden, welcher sich dadurch animiren liisst, mit mir
zu obigen Zwecke in Verbindung zu treten.
6 5. U e b e r d a s a n f g n g l i c h e S i n k e n d e r L e i t u n g s fahigkeit r e i n e r W a s s e r n a c h dem Einfiillen i n die
G e f a s s e . - Zu gleicher Zeit ist diese Erscheinung im gleichen Hefte von Wied. Ann. von F. K o h l r a u s c h ’ ) und mir2)
erwahnt worden. K o h l r a u s c h fand sie bei stark verdtinnten
LiisungeD, namentlich von Sauren, und zwar bei Anwendung
-. -
_.
--
1) F. K o h l r a u s c h , Wied. Ann. 26. p. 220. 1885.
2) E. P f e i f f e r , Wied. Ann. 26. p. 232. 1885.
838
E. P f e i e r .
platinirter Platinbleche. Bei der bekannten Eigenschaft des
Platinmohrs liegt nahe, wie auch K o h l r a u s c h thut, die
Erscheinung durch Absorption eines Theiles der gelosten
Electrolyte an den platinirten Oberflachen zu erkliiren.
Ich f m d die fragliche Thatsache xuerst bei der Untersuchung der Mischungen von Aethylalkohol und Aethylather
auf ihre galvanische LeitungsAhigkeit. W ahrend sie sich bei
absolutem Alkohol nicht zeigte, trat sie mit wachsendem
Aethergehalt immer starker bis zu einem Maximum hervor, um
dann gegen die atherreichsten Gemenge wieder abzunehmen.
Bei einem Aethergehalt von 34 Proc. war bei sehr nahe
gleicher Anfangs- und Endtemperatur die Leitungsfahigkeit
in 16 Stunden vom Anfangswerth 0,15 bis ziim Minimalwerth
0,11 gesunken, also um mehr als 'is des schliesslichen Werthes.
Dabei bediente ich mich nicht platinirter, sondern vollig
blanker Platinbleche als Electroden, bei welchen der Gedanke
an eine Absorption nicht so nahe liegt; ich habe inir die
Erscheinung durch Annahme eines nach volliger, mechanischer
Mischung der Bestandtheile sich vollziehenden, molecularen
Umlagerungsprocesses erklilrt. Unterdessen ist mir die E r scheinung auch bei reinem W asser nach dem Einfbllen sehr
haufig vorgekommen und hauptsachlich die Absicht, zur Entsclieidung der vorliegenden Frage einen Heitrag zu liefern,
hat mich veranlasst, die oben beschriebenen Formen der
Gefasse zu wilhlen. Ich ging dabei von dem Gedanken aus,
die den Vorgang voraussichllich bedingenden Factoren in
beiden Fallen recht verschieden zu gestalten. Zu dem Zwecke
wurden die im namlichen Abstand (2 mm) einander gegeniiberstehenden Electroden mit OberflIclien versehen, die sich
wie 152: 9 verhnlten; ferner war i m Gefass I niit der grossen
Oberflache ein betrachtlicher Theil der gesammten Fliissigkeit zwischen den Electroden enthalton, etwa dic Halfte,
wahrend beim Oefass 11der zwischen den Blechen enthaltene
Bruchtheil der gesnmmten Fliissigkeitsmasse ein ganz geringer war.
1st die Erscheinung eine Absorptionserscheinung so
muss man erwarten, dass der Process im grossen Gefaqs I
bei weitem entscliiedener zu Tage tritt, als in 11. Allerdings
,
Leitunpf2tigkeit reinen Wassers.
839
miisste, wenn nur die Eltissigkeit zwischen den Electroden
vorhanden ware, bei grossen unrl kleinen Blechen der Vorgang relativ derselbe seih, da ja der Electrodenabstand in
beiden Gefassen ungehhr der gleiche ist. Allein im Gefbss I1
ist dieses Plussigkeitsquantum gcgen die ganze Wassermenge
verschwindend klein, sodass bei der langen Dauer des Phanomens (bis zu einem Tage und daruber) die Diffusion jeden
Concentrationsunterschied zwischen innen und aussen rasch
ausgleichen mksste.
Berncr ist das Sinken der Leitungsftihigkeit das Resultat
zweier in ihrer Wirkung entgegengesetzter Vorgange, niimlich der hier zu besprechenden Ursache einerseits und des
Steigens von 3. infolge der Glasauflosung andererseits. Nun
sind aber die Ah fur das Gefass I vie1 kleiner als fur 11;
also die die Erscheinung verwischende Einwirkung fiir 1
geringer, weshnlb auch aus diesem Grund das Sinken in I
deutlicher eintreten sollte. Trotz dieser zwei giinstigen Bedingungen fur I ist aber zwischen Gefass I und I1 ltein
grosser Unterschied wahrzunehmen. Allerdings ist in den
meisten Fallen, wo ein Sinken von h iiberhaupt auftritt, dasselbe in I stirker als in 11, allein unbedeutend, manchmal
tritt es iiberhaupt nicht auf, und sind gleich nach dem Einfiillen positive Ah zu verzeichnen. Manchmal war das Sinken
sogar in I1 starker, einmal ganz betrachtlich. Ich unterlasse
wegen dieser Unregelmassigkeiten, Zalilen anzngeben, obwohl
mich die Untersuchung dieser Verhaltnisse lange beschaftigt hat.
Wenn ich auch die Frage auf Grund der Resultate nicht
entscheiden kann, so scheinen mir doch die Thatsachen statt
fur Absorption an den Electroden eher fur die Annahme zu
sprechen, dass die Erscheinung durch Mischung der infolge
der Adhiision a n den Wanden und Electroden von der vorhergehenden Fullung zuruckbleihenden Flussigkeitsreste mit
dem neuen Wasser hervorgerufen ist. Da der fragliche Process bis zu 24 Stunden und daruber andauert, auch nach
kraftigem Schutteln sich noch zeigt, kann es nicht der Vorgang der mechanischen Mischung sein, der die Erscheinung
bedingt, sondern eine infolge der Mischung ents tehende che-
840
E. Pfeiyer.
mische Umsetzung zwischen den Beimischungen beider Fliissigkeiten. Dass dt1s Gefiiss I starkere Depressionen fiir I zeigt,
erklart sich aus dem Umstand, class hier die adhiirirende
Menge beim Ausgiessen bedeutender ist, als in 11.
0 6. D e r T e m p e r a t u r c o e f f i c i e n t d e r g a l v a n i s c h e n
L e i t u n g s f a h i g k e i t r e i n e n Wassere. - Ueber die Tem.
peraturcoefticienten fliissiger Leiter sind ausgedehnte Versuche verschiedener Autoren vorhanden. Namentlich wurde
in neuerer Zeit diese Grasse fiir stark verdiinnte Losungen von K o h l r a u s c h , V i c e n t i n i und A r r h e n i u s in
den Kreis der Betrachtung gezogen, und es zeigten sich fur
dieselben iiberraschend einfache Gesetze. Zunachst ergab
sich fur die verschiedensten Salzlosungen, dass die Temperaturcoefficienten mit wachsender Verdiinnung einander verhlltnissmassig sehr nahe kommen; weiter, dass sich der
Werth fur einen bestimmten Electrolyten innerhalb weiter
Grenzen bei starken Verdiinnungen nicht wesentlich andert,
und endlich, dass er von ausserster Verdiinnung an bei allen
Electrolyten zunachst abnimmt.
Will man diese Satze bis zum Extrem, namlich bis zum
reinen Wasser hinab, verfolgen, S O stosst man auf eigenthiimliche Schwierigkeiten, welche mit der unter 6 4 und 5
naher besprochenen Veranderlichkeit solcher Lasungen zusammenhiingen. Am weitesten wurde der Verlauf meines
Wissens von V i c e n t i n i verfolgt. Seine Abhandlung ist
mir nicht zuganglich, aus Referaten entnehme ich, dass er
etwa bis zu 1= 50 hinabging und obige Satze bestitigt fand.
Ich stellte mir nun die Aufgabe, den Verlauf der Ternperaturcoefficienten far i r g e n d e i n e n E l e c t r o l y t e n von
moglichst reinem Wasser an zu verfolgen. Es liegt hier
nshe, als diesen Electrolyten die von den Glaswanden des
zur Untersuchung dienenden Gefisses sich losenden Bestandtheile, die man ja nicht zu kennen braucht, zu benutzen.
Denn aus den unter Q 4 besprochenen gesetzmassigen und
constanten Verhiiltnissen muss man schliessen, dnss von der
Wand eines bestimmten GefAsses nach langem Gebrauch ein
bestimmtes Salz oder ein bestimmtes Gemisch von Salzen i n
Leitungsfahigkeit reinen Wassers.
84 1
Lasung geht. Man hat den Vortheil, dass sich die Concentrationssteigerung dieses Electrolyten je nach der Wahl
der Temyeraturen der Btider beliebig langsam vollzieht, und
dass man bei einer ganzen Versuchsreihe das Gefass gar
nicht zu offnen braucht, da die Concentrationsanderung von
selbst geschieht. Auf diese Weise sind eine Reihe stijrender
Einfltisse eliminirt.
Das b e n u t z t e W a s s e r wurde aus einer verzinnten
Kupferblase gewonnen. Der Kuhler war aus Zinn, und es
war dafiir gesorgt, dass auch der Dampf auf seinem ganzen
Wage nur mit Zinn in Beriihrung kommen konnte. So gewann
ich ohne besondere Vorkehrungen ein sehr reines Wasser, die
beste Probe hatte die Leitungsfilhigkeit ?,65 x 10-1O bei 14O.
ZunLchst beobachtete ich nur init dem Gefhsse I. Allein
es zeigten sich so eigenthumliche und unerwartete Resultate,
dass ich auf den Gedanken kam, sie konnten durch Storungen
entstanden sein , sei es nun, dass die eigenthumliche Construction des Oefiisses, welches mit seinen grossen, einander
auf geringe Entfernung gegenuberstehenden Electroden und
mit dem dazwischen liegenden Halbleiter einem Condensator
alinlich ist, - sei es, dass die Natur des schlechtleitenden
Wassers selbst die Ursache bildet. Dies war der Hauptgrund
fiir die Construction des Gefasses 11, welches infolge seiner
ganz anderen Anordnung die obenerwahnten Starungen wenigstens in wesentlich verschiedenem Betrage erscheinen lassen
musste. Ich habe i m Verlaufe dieser Untersuchung sehr
haufig mich davon uberzeugt, dass die Angaben der beiden
Gefasse in Bezug auf den Temperaturco6fficienten dieselben sind.
Bevor ich zur Angabe einiger Resultate iibergehe, muss
ich betreffs der Beobachtungsweise und der Berechnung der
Ergehnisse einige Bemerkungen machen. Wahrend des Ueberganges von einer Temperdtur z u r anderen vergeht nothwendig
soviel Zeit, dass sich die Losung unterdessen sehr merklich
geandert hat. Es handdt sich darum, den Einfluss der Glasauflosung durch Anbringung einer Correction moglichst zu
eliminiren. Dies wurde in folgender Weise bewerkstelligt :
Zuerst wurden bei constanter Temperatur zwei eine gernessenc
842
Zeit auseinander liegende Widerstandsbestimmungen gemacht
und daraus das entsprechende d h (cf. 0 4) berechnet; nach
Herstellung der anderen Temperatur geschah das Qleiche.
Das arithmetische Mittel aus diesen beiden d h wurde als
das wahrend der Temperaturanderung giiltige A h in Bechnung gesetzt, um die Leitungsfahigkeit nach dem Sprung in
der Temperatur auf die vorher vorhandene zu reduciren.
Wir bezeichnen die der tiefen und hohen Temperatur t und T
entsprechenden Leitungsfahigkeiten mit At und AT, die denselben Temperaturen zugehorigen d h mit ,# und dim, ist
ferner die zwischen beiden Ablesungen verflossene Zeit in
Stunden = H , dann ergibt sich die Zunahme des Leitungsvermogens pro Qra? dl aus der Formel:
Aus dieser Grosse lLsst sich der Temperaturcogfficient
berechnen, unter dem ich zum Zwecke directer Vergleichbarkeit der Zahlen wie friihere Autoren nach Vorgang von
K o h l r a u s c h den Ausdruck a = dr/h,,verstehe.
D a s noch erforderliche Al, lasst sich sowohl durch
Ausgang von I t , als auch (lurch ;1T berechnen. Offenbar
erhalt man aber dann zwei verschiedene A18, weil sie j a verschiedenen um H Stunden auseinander liegenden Zeitpunkten
entsprechen. Da beide Annahmen gleichberechtigt sind, so
liegt hier eine gewisse Unbestimmtheit des Temperaturcoefficienten vor, und habe ich deslialb immer zwei aufeinander
folgende Bestimtnungen von u , die eine bei sinkender Temperatur, die andere bei steigender, vorgenommen, beide in
gleicher Weise berechnet und das Mittel aus beiden als das
dieser Periode entsprechende u angesehen. Z u einem u war
immer ein ganzer T a g erforderlich. Die Art der Beobachtung und Berechnung lehrt am besten ein beliebig aus meinem Beobachtungsjournal herausgegriffenes Beispiel, das in
der folgenden Tab. 111 enthalten ist..
Leitunpfi!higheit reinen Wassers.
8 13
T a b e l l e 111.
Zur Widerstandsmessung diente eine S i e m e n s'sche
Rrucke, die beiden Verhaltnisswiderstande waren 1000 und
1000, der gesuchte Widerstand wurde durch Interpolirung
aus den Scalenablesungen zweier ihn einschliessender Vergleichsaiderstande gefunden. Um von den Folgen der Nullpunktsanderungen des Dynamometers wahrend der Messung
moglichst frei zu sein, wurde in den Rruckenzweig ein Commutator eingeschaltet. Aus den beiden Wcrthen A1,, sowie e,
wurde das arithmetische Mittel genommen. sodass also in
unserem Beispiel das der Leitungsfhhigkeit :
A18 = 3,082
entsprechende:
u = 0,02415
sich ergibt.
HBtte man die aus den Ah sich orgebende Correction
weggelassen, so hatten sich fur den Temperaturcoefficienten
die Werthe ergeben:
___-
--..-
1) Diese direct arn Thermometer abgclesenen Teoipersturen sind,
wie eine Priifung des Thermometers ergab, mit der Correction -0,35
zu versehcn.
2) Hier i s t noch dcr Widerstand der Zuleitungsdrhhte = 0,2 in Abzug zii bringeri.
I?, Pfe#er.
844
a = 0,0233
im ersten und
= 0,0245 im zweiten Fall; also
a = 0,02385 im Mittel.
fK
Man sieht, dass dieser W e r t h vom obigen corrigirten nicht
unbedeutend abweicht, was darin seinen Grund hat, dass die
Verhaltnisse bei sinkender und steigender Temperatur nicht
vollig symmetrisch sind. Halt man die uncorrigirten a, die
sich um 12 unterschieden, zusammen mit den corrigirten, die
nur noch um 1 differiren, so findet man, dass die beiden
Differenzen denselben Sinn haben, d. h. die Correctionen noch
nicht ausreichend sind. Es hat sich dies fast durchweg, wie
auch die spiiteren Versuchsreihen zeigen, als Regel erwiesen,
dass namlich das M bei sinkender Temperatur kleiner ist,
als bei steigender. Das hat einfach in der A r t der Correction, die wohl sehr annahernd, aber nicht vollig richtig ist,
seine Ursache. Zunachst scheint die der Correction zu
Grunde liegende dnnahme iiberhaupt unberechtigt. I n der
Zeit der Temperaturiinderung wird das Mittel aus dem vorhergehenden und darauffolgenden A,, als herrschend angenommen. Diese Zeit betragt aber meist weit tiber eine
Stunde, um vollig constanter Temperatur ganz sicher zu sein.
Nehmen wir etwa eine Bestimmung bei sinkender Temperatur. Nach wenigen Minuten hat sich, wenigstens im
grossen und ganzen , die tiefere Ternperatur hergestellt,
sodass wahrend der ganzen iibrigen Zeit das der tieferen
Temperatur entsprechende d h massgebend sein sollte. Es
zeigt sich aber, dass noch langere Zeit nach der Abkuhlung
Nachwirkungen des vorhergehenden hohen d h fhhlbar sind,
sei es, dass die bei der hohen Temperatur stark angegriffenen Glaswande auch nach der Abkiihlung noch einige
Zeit mehr abgeben, oder dass die vollige Diffusion der vorher in hoherem Maasse losgelosten Glassubstsnz noch langere
Zeit in Anspruch nimmt. In Ermangelung von etwas Besserem wird also das Mittel beider A/, wohl der Wahrheit
am nachsten kommen. Bei steigender Temperatur gelten
analoge Verhaltnisse.
Betreffs der Herstellung der gewunschten Temperaturen
bemerke ich, dass die hohere Temperatur mit einem Ther-
Leitungsfahigkeit reinen Wassers.
845
mostaten, die wahrend beliebig langer Zeit nur um einige
Hundertel schwankte, wie aus der folgenden Tabelle ersichtlich ist, erzielt wurde. Die tiefe Temperatur war die jeweilige Zimmertemperaiur. Die kleinen Temperaturschwankungen bei der Beobachtung der dh wurden naturlich durch eine
entsprechende Correction eliminirt.
6 7.
--
R e s u l t a t e tiber d i e Temperaturcoefficienten.
Von den zahlreichen Versuchsreihen habe ich drei recht
vollstandige und charakteristische in den folgenden Tabellen I V , V und V I zusammengestellt. In den drei in Figur 8
und 9 mit IV, V und V I bezeichneten Curven bedeuten die
Abscissen die A l e , und zwar immer das arithmetische Mittel
zweier zum gleichen T a g gehorigen, die Ordinaten die entsprechenden Temperaturcoefficienten u. Jedem Curvenpunkt
entspricht also immer eine eintagige Beobachtungsreihe. Die
Tabellen und Curven I V und V beziehen sich auf zwei bei
derselben Destillation unmittelbar nacheinander dem Destillirapparat entnommenen Proben, die eine im Gefass I, die
rtndere im Gefass I1 aufgefangen. Ein Blick auf die Curven
zeigt das eigenthiimliche Resultat, dass trotz der anfanglichen grossen Gleichheit beider Wasserproben doch gleich
von Anfang an die Temperitturcoefticienten u in beiden Oefassen wesentlich verschieden sind und auch verschieden
bleiben. Es liegt die Annahme nahe, diese Differenz fehlerhaften Angaben beider Geflisse, oder nur eines derselben,
welche von der Construction derselben herruhren, zuzuschreiben. I c h hahe mich aber, wie ich weiter unten noch ausfiihren will, otter tiberzeugt, dass bei gleicher Losung die Angaben beider Gefasse dieselben sind. Die Erklarung obiger
Erscheinung liegt darin, dass infolge der Auflosung von
Glassubstanz gleich von Anfang a n das Wasser in beiden
Gefassen verschieden ist, um so mehr nach der langen Zeit,
welche x u r Ermittelung des ersten u nothig ist.
E. Pfeifer.
846
T a b e l l e IV. G e f a s s Nr.
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0,0266
-
.
....
847
Leitungsfiiltigkeit reinen Wassers.
(Fortuetzung von Tabelle JV.)
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Kiinmehr dar Inhalt des Gefasses in ein neues Gefgss Nr. 111 mit platinirten Electroden ubergegossen.
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24.
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848
(Forteetzung von Tabelle IV.)
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25.
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Zeit
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0,0813
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849
Leitungfahzi~Aeit reinen Wassers.
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[Forbetzung von Tabnlle V.)
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0,1786
7,718
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0,1858
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0,0229
8,186
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0,0224
0,0229
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0,287
10,49
0,0226
0,242
10,60
0,0228
54
E. Pfeger,
850
(Fortsetzung von Tabelle V.)
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I
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Tag
i
Zeit
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1
!
o,0229
1
1
Uebergefiillt ins Gefgss Nr. 111 (platinirte Electroden).
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25.
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26.
13,15
I loh 58'.-.
-. 15.35 I 8" 5'
10 3
12:26
2 57
12,12
4 27 ..
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T n b e l l e VL- Gefiiss Nr. I.
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2,497
3,248
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3,207
3,289
4,048
__ _ _
4,334
3,613
3,618
4,129
---
gh 40'
20,06 11
11 20
11,20 ; I
3 3a
11.10 II 0,0°3
4 39
.2°~04- 0,016
Bh 1 7 '
20.08 1
11 27
2 39
3 57
7 h 55'
10 18
loloo i \
3
3
10.38 II 07002
4 45 ._
8h
7'
10 8
2 2
4 7
~
8h
6'
10 6
4 57
__ 6__ --6- 8 h 7'
9 37
3 51
-5 _ _45
- _
1
-__
0,0534
0,0535
__
2,078
0,0257
2,112
0,0253
__
.
0,0664
2,728
0,0243
0,0681
2,782
0,0245
0,0734
3,048
0,0241
3,117
0,0755
0,0242
_____
__ -- -
3,399
0,0243
3,465
0,0243
0,0898
3,734
0,0240
0,0941
3,817
0,0987
1,092
0,0245
____
0,0241
0,1034
_ ..
__--
4,178
0,0247
-.
0,0826
0,0843
_____
Leitungsjahigheit reinen Wnssers.
8531
(Fortsetxung von Tsbelle VI.)
L
__
1
1
-_
I
1)
20,80
l3,I4
18.06
22;24.22,22
12,24
12,80
22,20-_
22,20
__
22,22
13,58
5,338
13,54
5,344
3 39
22,26
_ 6,628
_ ._ __
7,144 - 11” 52’ 1 2422
7l’ 48‘
22,22
7,722
6,290
10 18
13,80
2 25
13.76
6,293
7,855
8,564
6,805
6,848
8.739 .. .
gh 36’ 1 22,26
_~ 16.
7 h 54‘ I 22,22
17.
8;160
9 41
13,04
3 0 ’ 12,42
8,335 I
10,R24 , 4 44
21,78
.
21.80
11”
19‘
18.
.
11,765
I
__
.
. _Eh 4’ I 21,74
19. 12,846
10,448
10 4
13.70
12 0 I 13170
10,463
13,048
2 30 _____
1 21j70
13.900 I
20.
8” 3’ ! 21.66
ll;li38 I 10 18
14I74
11,711 1
1 57
14,85 ’I }
4 -10
.- .-22,401)
__ __ 14,392
15,282 , 7” 40’ ! 22,40
21.
I
I-
50‘
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5
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33
10
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I}
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1
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I
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1
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10
15.48
1 12:60 I 12
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i 15,71 1 5
___
22. ! 16,36 I
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I
I
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1
I
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0,1080
4,499
0,1117
-0,1183
4,584
4,985
0,1220
6,083
0,0240
0,0244
--
.-
0,0237
0,003
0,028
0,026
_
0,1439
0,003
0,0242
--
__
I
_ ..
0,0240
5,985
0,1455 I 6,061
0,026
- -
0,029
-
0,0240
1
..-
1
--___
0,1748
-
7,045
0,0248
7,165
0,0254
7,810.
0,0256
7,942
0,0258
0,002
0,1823
~
I
a
4 8
___
_ -- - _
4,764
3,966
10
3,977
3
4
5,020
5,443
7”
4,284
9
4,376
5
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6
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10”
-.
,
_.
Zeit
~
0,1997
0,001
1
I
0,2U50
0,048
0,048
~
_
_
-
_
0,007
0,051
0,053
_
_
-
~1
0,306
’ 11,802 ’
0,314
I11,996
0,008
0,0262
0,049
o,olo
o,058
_
0,0260
-
0,936
112,791
0,0263
0,344
12,999
i 0,0264
1
1
Uebergefullt ins Cfefiiss 11.
13’
17
7
35
7
41’
1
1
54 *
_
852
E Pfetfer.
Beschranken wir uns weiter zunachst auf die dem Gefass I zugeharige Curve IV. Man sieht, dass mit wachsendem A der Temperaturcoefficient zunachst schnell abfallt, nach
einigem Schwanken sein Minimum 0,0240 erreicht ; dann sehr
rasch zum Maximum 0,0269 aufsteigt und von da an sich
ganz constant in der Hahe 0,0260 erhalt. I n der Periode
seiner Veranderlichkeit, welche von b = 1 bis I = 6 dauert,
aindert sich der Werth von a um 12 Proc. Von 1 = 6 an
ist er vollig constant bis ans Ende der Untersuchung bei
a = 11.
Geht man vom Ende der Curve herein, abgesehen vom
punktirten Theil, von d e n spitter die Rede ist, so zeigt ihr
ZUP Abscissenaxe nahe paralleler Verlauf eine Bestitigung
des Satzes, der sclion oben citirt wurde, dsss bei ganz verdlinnten Losungen innerhalb weiter Grenzen der Temperaturcoafficent mit variabler Concentration sich nicht melir wesentlich andert. E r g i l t i n u n s e r e i n F a l l e b i s h e r a b z i i
3. = G , a l s o b i s z u V e r d i i n n u n g e n , d e r e n B e t r a g m i t
c h e m i s c h e n M e t h o d e n w o h l n i c h t m e h r zu b c s t i m m e n s e i n wird. Als geloster Electrolyt sind hier die von
der Glaswand losgelosten Theile der Glassubstanz zu betrachten. Unter A=G kommt die Periqde des starken Schwankens
von u. Offenenbar hat man es hier mit einem Kampf der im
Wasser enthaltenen, vom Destillirapparat stammenden Verunreinigungen mit den neu hinzutretendm Glastheilchen urn
den Einfluss auf den Werth von u zu thun, welcher in
diesem Bereich eine in Anbetracht der minimden V e r h d e rung des Wassers erstaunliche Veranderlichkeit besitzt , die
an die Empfindlichkeit von A selbst bei dieser Reinheit
erinnert.
Wegen dieser eigenthtimlichen Resultate wurde die parallel laufende Reihe der Curve und Tabelle V mit dem
total verschiedenen Gefiiss I1 aufgestellt. Auch hier pnsst
rlahezu die Heschreibung bei Curve I V . Von rechts herein
bis unter A = G llaben wir nahe geradlinigen, wenn auch
etwas mehr gegen die Axen geneigten Verlauf, dann das
wellenformige Schwanken und zum Schluss das starke Ansteigen. Die grosse Verschiedenheit der constanten Schluss-
Leitunysfahigkeit reinen Wassers.
853
werthe beider GefLsse: 0,0260 und 0,0230, ist leicht erkllrlich,
da die Glassorten beider Gefasse , die verschiedener Provenienz sind , ganz auseinandergehende chemische Zusammensetzung haben k6nnen. Auch die Abweichungen beider
Curven in dem wellenformigen Theile bietet von diesem Gesichtspuukte aus niohts Auffalliges.
Fig, 9, Curve und Trtbelle V I bezieht sich auf eine in
Gefass I untersuchte Wasserprobe, die nicht direct dem
Uestillirapparat entnommen wurde , sondern cinige Zeit in
einem grossen Glasgefass aufbewnhrt war, daher die hijhere
Anfangsleitungsfahiglroit. Auch diese Curve besitzt die erwahnten Eigenthumlichkciten, nur sind die Uebergiinge nicht
so schroff, die Wellen niehr in die Lange geaogen. Bier ist
eben ein Theil der Umwancllung sclion vorher iiri grossen
Aufbewahrungsgefass vollzogen worden , und nur der Rest
macht sich in den wesentlich kleineren Amplituden bemerkbar. Das Constantwerden beginnt hier erst vie1 splter, etwa
bei il = 9.
Die gefundenen Resultate lassen sich also kurz dahin
zusammenfassen:
1. D e r S a t z , d a s s b e i g r o s s e r V e r d u n n u n g d e r
Temperaturcoefficient innerhalb weiter Grenzen
s i c h n i c h t w e s e n t l i c h B n d e r t , g i l t h i n a b b i s zu d e n
Bussersten Verdunnungen, aber nur so lange, a l s
cler g e l o s t e E l e c t r o l y t a n M a s s e d i e s o n s t i g e n B e s t a n d t h e i l e (etwa V e r u n r e i n i g u n g e n o r g a n i s c h e r Nat u r ) d e r L o s u n g uberwiegt. Fiillt die Masse der
lutzteren gegen e r s t e r e i n die Wagschale, so wird
d e r C o e f f i c i e n t u n b e s t i m m t , e r ist g r o s s e n , v o n d e n
z u f a 11i g e n R e i m i s c h u n g e n a b h a n g i g e n S c h w a n ku u gen unterworfen.
2. D e r T e m p e r a t u r c o e f f i c i e n t m e i n e s r e i n e n
W a s s e r s f a l l t b e i a l l e n B e s t i m m u n g e n vom E i n giessen i n die Gefasse a n zunachst schnell a b , um
d a n n e r s t n a c h g r o s s e n S c h w a n k u n g e n zu c o n s t a n t e n W e r t h c n zu g e l a n g e n .
3. D i e U n t e r s c h i e d e d e r T e m p e r a t u r c o e f f i c i e n -
854
E.
+?zzeer.
t e n i n d e r P e r i o d e d e s S c h w a n k e n s betrrtgen b i s zu
12 P r o c .
Z u wiederholten Malen habe ich mich davon iiberzeugt,
dass die Angaben der Gefasse I und I1 b e i g l e i c h e r
L 6 s u n g d i e g l e i c h e n , dass also die in Curve I V und V
dargestellten Unterschiede nicht auf fehlerhafte Angaben des
einen oder anderen Qefasses zurlickzufuhren sind. Einer
dieser Belege findet sich in Wig. 9. Der letzte Punkt der
Curve, durch ein Kreuz markirt, wurde erhalten, indem
man am Schluss der Reihe das Wasser aus Gefhss I ins
GefAss I1 umgoss. Von einer unbedeutenden Depression,
welche dem herabdrtickenden Eintiuss der Gltmubstanz von
Nr. I1 zuzuschreiben ist, halt sich die Curve auf constanter
Hoho.
I n Fig. 8 sind die Ablesungen bei Gefilss I mit Punkten,
bei I1 mit Kreuzen und bei einem Qefasse (Nr. 111)gewohnlicher Construction, mit platinirten Platinelectroden und einer
Capacitat 1 0 - 8 ~1057 mit Ringen bezeichnot. Kach Fortsetzung beider Reihen bis 1 = 11 wurden die Lasungen in
dieses Gefass 111 eingegossen. Die sich hierdurch ergebenden
Fortsetzungen der Curven sind punktirt. Nunmehr suchen
die hier namentlich aus dem Platinmohr austretenden Verunreinigungen dem a den ihnen eigenthumlichen Werth beizulegen. I n Curve I V ist der Temperaturcoefficient zunachst
noch nahe derselbe, um dann allmahlich in die Hiihe zu
gehen. Die Tendenz des Geflisses 111, den Temperaturcoefficienten stark zu steigern, sieht man namentlich deutlich
am punktirten Theil der Curve V, welcher steil in die Hohe
fuhrt.
Man erkennt, dass jedem Gefhss nach lllngereru Gebrauch und bei gleichen Temperaturgrenzen ein constanter,
nach einiger Zeit erreichter, fur dasselbe charakteristischer
Temperaturcoefficient zukommt. Die vom Wasser geliisten
Qlttstheile werden wohl in erster Linie die leichtloslichen
Silicate von Kalium und Natrium sein. Der grosse Unterschied des cc in beiden Gefiissen I und I1 (0,0260 und 0,0230)
ist vielleicht darauf zuriickzuftlhren, dass beim ersten Glas
die Natrium-, beim zweiten die Kaliumverbindungen vor-
886
Leitungsfahigkit reinen Wassers.
herrschen, da aus einer Tabelle von K o h l r a u s c h l) hervorgeht, dass die Temperatzlrco5fficienten der Natriumsalze
immer betriachtlich hoher stehen, a19 die der entsprechenden
Kaliumverbindungen.
Dass gegen reines Wasser zu die silmmtlichen Curven
so steil in die H6he gehen, konnte auf den Gedanken bringen,
dass auch das vollig reine Wasser einen ausgesprochenen
Temperrrturcoefficienten vom gleichen Vorzeichen, wie die gewiihnlichen Electrolyte, besitzt. Allein die grosse Veranderlichkeit der Werthe u 1Lst ebenso leicht die fioglichkeit
zu, dass die Curve nochmals umkehrt und sogar schliesslich
gleich Null wird.
Jedenfalls ist aus den obigen Untersuchungen ersichtlich, dass die Verhaltnisse der Electricitatsleitung welche
bei grossen Verdunnungen sich so libersichtlich gestalten,
im Grenzfalle, d. h. beim Uebergang zum reinen Wasser,
wieder erhebliche Complicationen erfahren.
M u n c h e n , im Mai 1887.
,
VIL. Ueber das electrisciie Vet-liuZte*i,des NtednsaZxes;
vim Per d i n u n d Braun.
(Hlerzu Tar. VI Plg. 10-14.1
1. Steinsnlz ist bekanntlich optisch isotrop, wahrend es
sich fiir die mechanische Elasticitat nach verschiedenen Richtungen verschieden verhillt. Sein Elasticitatsmodul ist nach
den Bestimmungen von V o i g t a ) parallel zu den Normalen
der Wurfelflache, der Rhombendodekaederflilche und der
OctaederflLche resp. 4170; 3400; 3180 (kggew /qcm). Es
schien mir von Interesse, sein electrisches Verhalten kennen
zu lernen, umsomehr als Steinsalz fur Licht (resp. strahlende
Witrme) von sehr grosser W ellenlange ausserordentlicli durchlassig ist. Nach den Anschauungen von M a x w e l l wtirde
man daher eine sehr hohe Isolationsfahigkeit von ihm er1) K o h l r a u s c t i , Wied. Ann. 26. p. 223. 1885.
2) V o i g t , Dissertation. Leipzig 1874.
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