close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Beobachtungen ber die Magnetkraft.

код для вставкиСкачать
557
1'. Brolarhtungm iiber. ilk Mognutkraft;
con Hrn. Fii r n clny.
(Entiiommen nus
d m voin Hi-ii. Verf. mitgrtlicilten IJrocccdin,os o / . thr
Huyd h t i t t i t i u n , Janciar 1853. )
z
u
i
i
i sorfdtigereii Stutliurn der Magnetkraft war cine Torsionswaage construirt worden. Der Torsioiisfadeii dersclbe11 war von hartgezogenem Platindraht, 24 Zoll lang, iind
so diinn, dafs 28,5 Zoll eiiien Gran engl. wogen; cr hing,
mie gewiihnlich, an einein init Zeiger versehenen Torsionskopf. Der horizontale Balken bestaud nus einer diinnen
Glasriihre, die a11 dem eineii Ende zit einem Haken gekriiuimt war. Die Substanzen, melche der Magnetkraft
unterworferi werden sollteu, bestanden entweder aus Glascgliiidern, deren jeder zu einem hakenfiirinigcn Faden atisgezogcn war, um dainit an den Balken gehgngt zii wer(leu; oder aus cylindrischen Glasblasen von ahnlicher, aber
griifserer Gestalt, oder aus anderen Substanzen. Die Glasblasen waren an den beideu riihrenfilrmig ausgezogeneii
Enden offeu, uin soinit leicht init irgcnd einer Fliissigkei t
odcr irgend einein Gase gefiillt zu werden.
Als Kraftquelle diente axifangs ein grofser Elektromagnet, spiiter aber, uin dcr Constatiz der Kraft gewifs 211
seyn und uin die Beobachtung beliebig lange fortsetzeii
zu kiinnen, der grofse Stahlmagnet, den Hr. L o g e m a JI
noch der Vorschrift des Hrii. Dr. E l i a s verfertigt, und
die Royal Institution angekauft hat; derselbe wiegt iiber
100 Pfiiud und tragt, dein Berichte der Great-EshibitionJury zufolge, -430 Pfund. Dieser Magnet wurde so aufgestellt, dafs die Axe der Kraft sich fiinf Zoll uiiter d e n
Kiveau des Glasbalkens befand; durch den Zwischenraum
ging der oben erwahnte Aufhaogefaden oder Haken. Die
Form und L a p der Ansatzc
aus weichem Eisen sind durcb
c
c1
nebeustehende Figur i n gn cler
wahren Grorse dargestellt.
I
IIC
555
Dieser ganze Theil ist eingeschlossen in das Gehause
der Torsionswaage, welches von sechs auf dem MagnetTisch (magnet table) befestigten Schrauben regiert wird.
Gehaiise und Tisch sind mit Scalen versehen, und so ist
cs leicht das erstere auf dem letzteren so zu verschieben,
d a t der Balken iiber und parallel der Linie ae liegt, und
der Aiifhiingepunkt sich entweder iiber c befiudet, oder,
nach m hin, irgend einen Abstand vom Wiukel c besitzt.
W i e schon gesagt, waren die Objectc mit einem Aufhangefaden von solcher Lange versehen, dars sie in HGhe init
dem Winkel im Magnetfelde coincidirten. Bei Aufhlngung
an den Balken wurden sie durch einen oder melire auf
den andern Arm gesteckte Bleiringe aequilibrirt. Die Ringe
miirden auf dein Balken so lange verschoben, bis dieser
horizontal war, wovon man sich durch einen doppelormigen
Trager uberzeugte, der, nach Bedarf, zum Halten, Hemmen,
oder Loslassen des Balkens diente. Die Verschiebung des
Gehaoscs nach der Kechten oder Linken, urn das Objectiv
in die Mitte des magnetischen Winkels zu bringen, gcschah durch zwei der vorerwiibnten Schrauben; die Verschiebung in den gegebenen Abstand von c durch die
vier ubrigen.
Urn zu beobachten, ob der Balken, der anfangs zwar
belastet, aber obne Object und ohne Torsion in seiuer natiirlichen Lage vor dem Magaet schwebte, nachdein ein
Object darau gehangt und dieses abgestofsen worden, durch
die Torsionskraft wieder genau auf den fruheren Punkt
ziiruckgebracht war, wurde folgeudermafsen verfabren.
Ein kleiner Planspiegel wurde, unter dem hufhlngepunkt
an der Mitte des Balkens befestigt, und sechs Furs davon
ein kleines Fernrohr nebst Scale so aufgestellf dafs wenn
der Balken in gehilriger Lage war, ein gegebener Theilstrich der Scale von dein Faden im Fernrohr gedeckt ward.
Natiirlich schien, sobald der Balken sich bewegte, die
Scale hiiiter dem Faden fortzugehen, und zwar, wegen der
Reflexion, mit der doppelten Winkelgeschwindigkeit des
Balkens. Da es auf diese Weise leicht war, 402 uud
559
selbst 0,Ol Zoll abzuleseo, und bei dein Radius von 6 Furs
jeder Grad der Scale scheinbar 2,4 Zoll einnahm, SO konntc
man eine Winkelbewegung oder einen Winkeluuterscliied
von &Grad beobachten. Da der das Object tragendc
Arm des Balkens 6 Zoll lang war, so wiirde eine solche
Grfifse weniger als
2011 ausmachen, d. h. die Zuruckfiihrung des Balkens in seine erste oder normale Lage
durch die zur Ueberwaltigung der Abstolsung ausgeubte
Torsiooskraft konnte bis zu diesem Betrage ermittelt werden. Der ain Fernrohr sitzende Beobachter bewirkte die
Torsion mittelst einer langen Handhabe mit Rad und Getriebe bis der Balken wieder in seiuer anfanglichen Lage
war, und der d a m an dein getheilten Kreise abgeleseiie
Betrag gab, in Graden, das Maals der Ahstolsungskraft,
die auf das Objectiv, angenommen diefs ware ein diamagnetisches, ausgeiibt worden. Bei den mirklichen Beobachtuugen standen Magnet, Torsionswaage und Fernrohr im
Erdgeschofs auf einem steinernen Fufsboden ; die vielen
sonst iioch getroffenen Vorsichtsmafsregeln , um sich z. B.
gegen Luftzug, etwaige Elektricitat des Balkens u. s. IV.
zu schiitzen, hier zu schreiben , wiirde iiberfliissig seyu.
W e n n man einen Kbrper der Kraft eines Magnets aussetzt, so wird er iiicht alleiii von dieser, sondern auch
von dein umgebenden Medium affcirt, uud selbst wenn
man das Medium. gegen ein Vacuum vertauscht, steheii
Vacuum und Kbrper noch in Ihnlicher Relation zu eiiiauder. In der That ist das Resultat iuimer differential;
jede Veranderung bei dem Medium andert die Wirkung
auf das Object; es giebt viele Substanzeu, die, von Luft
umgeben, vom Magnet abgestofsen, und in Wasser von
ihm angezogen werden. Als ein gewisser kleiner Glascylinder, der nur 66 Gran wog, umgeben von Luft, an der
Torsionswaage dem Logeman’schen Magnet, in 0,5 Zoll
Abstand von der Axiallinie, ausgesetzt wurde, waren zur
Ueberwaltigung der Abstofsung 15 O der Torsion erforderlich. Als dagegen ein Gefafs init Wasser in das Magnetfeld gebracht und der Cylinder hineingehangt ward,
,
560
bedurfte cs 54",,5 Torsion, um die Abstofsuog bei demselben Abstaud voii 0,Fi zu iiberwinden. H:itte das Gefiil's
eine dein Glascylinder an Diamagnetkraft genau gleichc
Flussigkeit enthalten, so wiirde wcder Anziehung noch Abstofsung stattgefunden haben, also die Torsion On gewesen
seyn. Die drei KBrper: Luft, Glas (von der besonderen
Art) und Wasser, verhalten sich also in relativer Kraft
zu einander wie die drei durch den Versuch gefundeneu
Zahlen 15", On und 54O,5. Werdeii andere Fliissigkeiteii
z. B. Oel, Aether u. P. w. bei demselben Glascylinder als
umgebende Mittel angewandt, so zeigt der bei jeder niithige Torsionsgrad die Stclle derselbeu i n der magnetischen
Reilie an. Es ist das Archimedische Princip des Hydroiiieters, angewandt auf Magnetkrafte. W i r d ein Cjliiider
von anderer GriiCse oder anderer Substanz und bei anderen
Abstsnden genominen, so wird die Torsionszalil und dcr
(vom Cyliiider gegcbcne) Nullpunkt auch ein anderer seyn ;
aber die Media (mit einer spater zu erwiihnenden Ausnahmc ) merden iioch die friihere Relation zu eiuander
hahen. Um alle erperimeiitellen Resultate in eine gemeinschaftliche Beziehung zu bringen, wurde daber eine hunderttheilige Scale angenommen, begranzt durch Luft und W a s ser bei gewghnlicher Temperatnr oder 60° F. Zu dem Ende
wurde jede einzelne Reihe von Resultaten unter genaa
denselben Umstanden, eingeschlossen Luft und Wasser,
angestellt, und d a m wurden alle Resultate der eiuen Reihe
multiplicirt mit einer solchcn Zahl, dafs der Unterschied
zwischen Luft und Wasser in 100° iibergiag; auf dicse
Weise wurden die obigen drei Resultate: 21°,6, O o und
780,J. Auf solche Weise werden die magnetischen Interralle zwischen KBrpern nach der hundertheiligen Scale erhalten, aber der malire Nullpunkt ist bisher noch nicht
bestimmt. Man kann entweder Wasser oder Luft oder
Glas als Nullpunkt ansehen : die Intervalle siiid durchaus
nicht davon abhangig; allein die Resultate werdeii verschieden, mie folgender Ausdruck zeigt:
Luft
561
Luft
00
21",6
looo
21 ,6
Glas
0
76 ,4
78 ,4
0.
Wasser 100
Alle Kiirper iiber Null sind parainagnetisch, alle darunter
diamagnetisch. In der weiterhin folgenden Tafel habe ich
das Vacuum als Nullpunkt angenommen.
Klar ist, daL man auf diese Weise jeden starren Kiirper, von welcher Gestalt und Beschaffenheit er auch seyn
miige, in die Liste einreihen kann, wenn man ihn in Luft,
in W'asser oder in einer anderen sclion festgestellten Flussigkeit einem Magnet aussetzt; daEs dasselbe auch von jeder Fliissigkeit gilt, wenn man immer einen uud denselben starren Kiirper darin eintauclien Iiifst; und dafs endlicli auch Gase und Flussigkeiteii liinsiclitlich ihrer Stelle
bestimnt werden kiinnen, wenn man successive init ihnen,
so mie init Luft uud mit Wasser, immer ein und dasselbe
Gefiifs, z. B. eine uiid dieselbe Glasblase fullt. Die folgenile Tafel enthllt einige solchergestalt nacli der hunderttheiligen Scale bestimmte Substanzen. Die Resultate kiinnen zwar, wegen eiuiger noch niiher auszumittelnder Yunkte
beim Gebrauch der Torsionswaage, nur als eiiie Annaherung betrachtet werden ; allein dennoch bestimmte das Mittel aus drei oder vier sorgf~ltigenVersucben den Ort eiiier
Substanz, fur gleichen Abstand, gleiche RIagnetkraft u. s. w.,
bis auf einen Grad und oft innerhalb desselbeo. Die Krsfte
gelten fur einen Abstand von 0,6 Zoll von der magnetischen Axe des zuvor beschriebenen Magnets, und naturlich fur gleiche Volume der untersuchten Substanzen. Dic
letzten Decimalstellen sind das Resultat der Rechnung uiid
durfen also nicht als Beweis der Genauigkeit der Versuche
angeseheii werden. Wasserstoff, Stickstoff wid vielleiclit
noch einige dem Nullpunkt nahe stehende Substauzen,
mbgen spater als gleich dem Vacuum befunden werden,
&nil es ist klar, daCs ein kleiner Sauerstoffgehalt Unterschiede, wie der beim Stickgas, hervorrufen wiirde. Die
zuerst genaniite Kupferliisung war farblos, und die zweite
Poggen orffs Anaal. Bd. LXXXVIII.
1
36
562
war durclr Oxydation, durch blokes Schiitteln in einer
Flasche mit Luft, aus der ersten erhnlten; Kupfer, Ammoniak iind Wasser waren in beiden gleich
Ammoniak - Kupferoxrdiil
Amrnoniak- Kupferoxjd
Sauentoff
Lurt
Oelbildeudes Gas
Slickstoff
Vacuum
Kohlensaurer Gas
Waserstoff
Ammoniakgas
Cyan
Ein Glas
Reiues Ziok,
Aether
Alkohol, absoluter
Limonien - Oal
13JO.23 Camplicr
I19,83
17 ,S
3 ,4
0 ,G
0 ,3
0 ,O
0 ,O
0 ,1
0 ,5
0 ,9
1 8 ,2
54 ,6
75 ,3
78 ,7
80 ,O
Camphin
Leimaat - Oel
Oliven-0el
Wadis
Salpetersiure
Wasser
82',59
82.96
85,56
85 ,G
86 ,73
R7 $6
96 ,8
98.5
99 ,G4
Ammoninkfliissigkeit
Scliwefelkolilenstol~
Salpetcrl6rimg gesit~.
100,08
Schwefelskc
104,47
Schwcfcl
118
Arsenelilorid
121 .iR
Borsaures Blei, geschmolzen 136 ,G
Phosphor
Wirmutli
1967 ,G
P l u c k e r , in seinem sehr schiitzbaren Aufsatz I ) , behandelte Substanzen, die zu den starkst paramagnetischen
gehihen; er bestimmte die Kraft fiir gleiche Gewichte.
Ein Hauptzweck bei der Constructiou eines so empfindlichen Instruments, wie das beschriebene, war die Untcrsuchung gewisser Puukte in der Theorie (philosophy) des
Magnetismus, und darunter besonders deu fiber die richtige Anwendung des Gesetzes des umgekehrten Quadrats
der Entfernung, als des allgemeinen Gesetzes der magnetischen Wirkung. Von der gewtihnlichen magnetischcn
Wirkung kann man zweierlei Art unterscheiden : die zwiSCIACII zwei permanenten Magneten voii unveriinderlicher
Bescbaffeuheit, und die zwischen einem solchen und eiiiein
an sich unmagnetischen Kiirper, der seinen Magnetisinus erst
empfangt und behzlt, wahrend er dem ersteren ausgesetzt
ist. Die erste Wirkungsart scheint in den reinsten Fallen
jenem Gesetze zu unterliegen; allein es wiirde voreilig
seyn, ohne Weiteres dasselbe Gesetz auch als gfiltig fiir
I ) Taylor's
s. 345.)
scLnt+t
Memoirs, 7, 713, 730 (hus dies. Ann. Bd. 72.
563
die zweite Art zu betrachten I ) . W i r wisseii nicht, ob
Kilrper wie Sauerstoff, Kupfer, Wasser, Wisinuth u. s. w.
ihren respectiven Paramagnetismus und Diamagnetismus
einer grilfseren oder geringeren Leichtigkeit der Leitung
in Betreff der Magnetkraftlinien verdanken oder einer A r t
von Polaritiit ihrer Theilchen oder Massen oder einem anderen noch unbekannten Zustand; und es hat geringe Hoffnung, dafs wir den wahren Zustand und deshalb die Ursache der magnetischen Wirkung auffindeu werden , wenn
wir im Voraiis das unerwiesene Wirkungsgesetz aunehmen, und Versuche, die schon daraiif hiudeuteten, verwerdenn P l u c k e r hat es bestimmt als Thatsache hinfen,
gestellt, d a t , bei Verstarkung der Kraft des doniinirenden
Magnets , die diamagnetische Kraft rascher wachse als die
und diese Thatsache steht dein obigen
magnetische,
Gesetz entgegen. Folgende Resultate sind weitere Belege
dafiir.
W e n n man einen K6rper in Luft uud in Wasser dem
grofsen Logeman'schen Stahlmagnet aiissetzt und die Resultate auf die hunderttheilige Scale redacirt, so bleibt die
Relation der drei Substanzen dieselbe fur gleichen Abstaud,
aber nicht fur verschiedene Abstande. So erwies sich ein
Cylinder von gewissem Flintglase, wenn er, umgeben von
Luft oder Wasser, dem Magnet in 0,3 Zoll Abstand ausgesetzt ward, diamagnetisch gegen beide, und wenn man die
Resultate auf die hunderttheilige Scale reducirte und Wasser
zum Nullpunkt annahm, war er 9 O , 1 darunter oder auf
der diamagnetischen Seite des Wassers. Bei 0,4 Zoll Abstand war er aber 10°,6, und bei 0,7 Zoll Abstand gar
1 2 O , 1 unter Wasser. Bei Anwendung eines diamagnetiscberen Kilrpers, z. B. des schweren Glases, trat dasselbe
-
-
1 ) Die Elernentar-W'irknng eines Magnets auf einen KGrper, wie
z.
B.
weiclies Eisen, den er erst magnetisell erregen mufs, um ihn anrielien
zu kihnen, ist, eben w q e n dieser Doppelwirhung, auch wolil nie als
proportional dem umgekehrten Quadrat der Entfernuog angesehen worden; sie k6nnte im cinfachsten Fallc sich nur umgehehrt wie dns BiP.
quadraa der Entfernung verhalten.
36 *
564
Resultat noch starker auf, denn bei 0,3 und bei 0,8 Zoll
Abstand war diefs respective 370,fJ und 4S0,6 unter Wasser.
Wismuth stellte einen noch auffallenderen Fall dar, obwohl, da sein Volum nothwendig kleiu seyn mufste, in
die Richtigkeit der erhalteucn Zahlen kein gleiches Zutrauen gesetzt werden kann. Die Resultate fur die drei
Snbstanzen sind meiter unten gegehen; Luft ist iminer looo
uud Wasser Oo. Die erste Columne bei jeder Substaiiz
elithalt den Abstand in Zehntelzollen voii der Axinllinie
des Maguetfeldes, und die zweite deli Ort in hunderttheiligen Magnetgraden unter Wasser.
0,3
0.4
0,5
0,6
0,7
- 9O.1
10 ,6
11 ,1
- 11 ,2
- 12 ,I
0,3
0,4
0,G
0,8
1,0
1,2
- 37',8
- 38 ,6
- 48
40 ,O
$6
51 ,5
- 65 ,6
0,6
I,O
1,5
- 185Io
- 2734
- 36%
Hieraus geht hervor, dafs diainagnetische Kdrper desto
diamagnetkcher gegen Wasser sind, je grirfser ihr Abstand
vom Magnet ist, dabei das Interval1 zwischen Wasser und
Luft als Einheit angenommen. Es erhellt ferner, wenn
man aus so wenigen Versuchen etwas folgern darf, dafs
dieser Abstand desto grdfser wird, je diamagnetkcher der
Kdrper gegen Luft und Wasser ist. Anfanglich glaubte
ich, die Resultate miichten daraus entsprungen seyn, dafs
der Kdrper, indem er dem Maguet bald naher, bald ferner
gewesen, zuvor in eiueln besonderen Zustand versetzt worden. Allein es faiid sich, dafs die Resultate gleich waren,
man iuochte bei den Versucheii von kleinen zu grofseii
Abstanden tibergehen oder umgekehrt, man mochte, bei irgend einem Abstand, die Substanz vor der Messung dicht
an deli Magnet oder weit von ihm ab halten. Auf keinem
dieser W e g e liefs sich eine Anzeige von einem temporlr
inducirten Zustand auffinden ).
1 ) Eine gegebenc Verhlerung in dem Abstand schliekt nothwendig eiae
Verznderung in dem Grade der Krali und in der Form der Krafilinien
565
Es folgt nicht aus den Versuclien, dafs uiir Glas oder
Wisinuth seine Relation zu den beiden anderen Karpern
lndere. Es konnte auch der Sailerstoff der Luft sich andern, oder das Wasser, oder , wahrscheinlicher, jeder der
anderen Kiirper. Die Hauptsache ist, dafs die drei betreffenden Substanzen, Wasser , Luft und der Zuni Versuche
genommene Karper, ihre magnetischen Relationen zu einander andero, ihre rnagnetischen Krafte bei verschiedenen
Abstlndeii von dem Magnet iiicht in deinselben Verhdtnifs
bleiben; und wenn sic11 diefs Resultat bestatigt, kann es
nicht dew Gesetz des umgekehrten Quadrates der Entferlung untergeordnet werden. Ein auf einer Fliissigkeit
schwinimendes und blols der Schwerkra ft der Erde ausgesetztes Hydrometer, wiirde, wenn alles Uebrige gleich bliebe,
seinen Stand niclit lndern, wenn es voii der Erdoberflzche
uin mehrere Erddurchmesser von ihr entfernt wiirde, weil
die Wirkung der Schwerkraft sich uingekehrt wie das Quadrat der Entfernung verlitilt ’); iiehinen wir aber an, die
Substanz des Hydrometers und die der Flussigkeit seyen
magnetisch verschieden, wie Wasser und Wismuth es sind,
so wiirde das Hydrometer, gemtifs den Versuchen, in verschiedenen Entfernungen auf verschiedenen Punkten stehen.
Die Ursache dieser Verznderung des gegenseitigen Verltdltnisses der Substanzen, ist noch aufzusuchen. Sie kann
eiiiigermafsen ahhangen von den in verschiedenen Entferiiungen verschiedenen Gestalten der Magnetkraftlinien ; oder
nicht von den Gestalten der Linien, sondern von dem Krafteirr; aber sie bewirkt diese Ver6nderung niclrt immer 211 gleichem BeBri demselbcn Abstande von 0,4 2011 odrr bei einem andrren
mdrsigen Abstand sind die Kr5fte in entgcgcngesetzten Ric~itungen a b wirts VOQ der Axiollinie gegen m und n (Sirlie Figur S. 555) nicht
dieselben; und wenn aueh bei VrrgrGfserung oder Verringerung des Abstandes die Verinderung gleielie Richlung lrat , erfulgt sic doclr nielit in
gleirliem Verli;ltnifs. Bei zwechmSLig eingeriehteten Anhcr n kann sic
in der &en Rielitung wit ungemeiner Selinelligkeit erfolgen, in der anderen dagegen ruit 6ulberster Langsamkcit odcr gar nicht.
1) Oder richtiger weil siclr die V\’irkung der Schwerkraft atif beide Kiirper iu gle~clrcm Maofse 6nder.t.
P.
wage.
566
betrage iu verschiedenen Entfernungen ; oder niclit von
dem Kraftbetrage allein, sondern von dem Umstande, dafs
in jedem Fall der dem Versuch unterworfene KBrper in
seinen verschiedenen Theilen von Linien oerschiedener Kraftgrade durchschnitten wird ; denn wie verschieden auch der
inagnetische oder diamagnetische Zustand eines KGrpers und
der ihn uingebenden Fliissigkeit seyn mag, so wiirden doch
beide in einem Felde von gleicher Kraft sich nicht gegen
einander bewegen. Was aber auch die Ursacbe seyn miige,
so wird sie eine Begleiterinn (concomitant) von magnetischcn Actionen seyn ; und deshalb niufs sie eingeschlossen
seyn in die Kesultate irgend eines Gesetzes, welclies vorilussetzlich diese Actionen beherrscht.
Es ist noch nicht hervorgehoben worden, dafs diese allgeineinen Kesultate im directen Widersyruch zu stehen scheilien init denen von P l f i c k e r , nach melchen die diarnagnetische Wirkung, bei Znnalime der Magnetkraft, rascher wlcbst
als die magnetische. Allein dieser Umstand, wenn unsere
beiderseitigeii Scbliisse init der Erfahrung Ubereinstimmeo,
zeigt nur, dafs wir noch vie1 iiber die physische Natur dieser Kraft zu lernen haben. Kiirper, welche der Magnetkraft nnterworfen werden, erlangen einen neiien yhysisclieii
Zustand, welclier sich mit dem Abstande oder der Kraft des
Magnets vergndert. Jeder Kiirper mag sein eigenes Verhsltnifs VOII Zu- und Abnahme haben, und diefs kann eiii
solches seyn, dafs der extreme Effect, den P l u c k e r unter
den paramagnetischen Kiirpern beobachtet hat, mit den extrenieii Effecten von diainagnetischen KiSrpern, die hier beschrieben wurderi, in Verkniipfung kommen ; uud wenu wir
alles recht verstehen, wird der scheinbare Widerspruch ziir
Harinonie werden, obwobl es nicht iibereinstiminen mag mit
dem Gesetz des uingekehrten Quadrats der Eutfernung, wie
wir jetzt versuchen es anzuwenden.
Schon P 1u c k e r hat iu Folge seiner Beobachtung.cn gesagt, d a t keine geuaue Liste von inagnetieclien Substanzen
gegeben werden konne. Dieselbe Folgerung ergiebt sich,
obwohl iii anderer Riclituiig, ails dein jetzt Angegebenen,
567
wid dalier wurde der Vorbehalt S. 560 gemacht. Daher
ist die Tafel iiur als eiiie Annaherung gegeben, die iudefs
eiiistweileu iiiitzlicli seyn kann.
Friilier I ) babe ich aus der dualen Natur des Magnetisinus und der Elektricitit auf das Daseyn pliysischer Krafth i e n bei densellben geschlossen, sowie aucli auf die Nothwendigkeit einer Relation und Abhangigkeit, in allen Fallen
und zu allen Zeiteu, zwisclien den Polaritaten des Magnets
oder den positiven uud negativen elektrischen Oberflachen.
In Betreff der Schwerkraft wurde eine unschliissigere Meinung ausgesprochen, weil es schwierig war, Thatsacheu zu
beobachten, die eine Beziehung zur Zeit hntten , uud weil
zwei gravitirende Theilchen oder Massen, was das Daseyii
oder die Erregung ihrer gegenseitigeii Kraft betrifft , in
keiner nothwendigen Abliangigkeit zu stehen schienen ’).
Gegenwzrtig will ich eine in N e w t o n ’ s Werken aufgefundene Stelle beibringen, welche ilin, indem sie zeigt, dal‘s
er ohne Anstand an physische Linien der Sclimerkraft glaiibte,
unter Diejenigen versetzt, welche die physische Natur der
Linien magnetischer und elektrisclier Kraft behaupten. Die
Stelle ist folgende, an B e n t l e y geschrieben *): BJDafs der
Materie die Schwerkraft angeboren, iniiewolinend und wesentlich sey, so d a t ein Korper auf einen andern i n der
Feriie durcli ein Vacuuin wirkeu kbnnte, ohne Vermittlung
von Etwas, womit und wodurch die Wirkung und die
Kraft von dem einen zum andern fortgefiihrt wiirde, ist
fur mich eine so grofse Ungereimtheit, dafs ich glaube,
Keiiier , der in pliilosophischen Dingen eine competente
Fahigkeit des Deukens besitzt, kbiine jemals iu dieselbe
verfallen. Gravitation mufs durch ein bestandig nach gewissen Gesetzen wirkendes Agens erzeugt werden; allein
1) Proceedings oJ’ the Roy. Institution p. 216 ( Ann. ErgBnzbd. 111,
s. 535.)
2) PhilUsoph. Mag. Ser. IY. 1852, III, 503 (3246).
3) N e w t o n ’ s W o r k s , H u r s f r y ’ s Xdifion, 4’,
V u l . IV,
p. 438 oder dritter Brief an B e n t l e y .
568
ob dieses Agens materiel1 oder immateriell sey, habe ich
der Erwagung rueiner Leser uberlassen I).
Eudlicli erwabute der Verfasser uoch der merkwiirdigen,
von S a b i n e gemachten, und von W o l f , G a u t i e r und
Anderen bestatigten Beobachtung fiber den Zusammenhang
zwischen dem Ersclieinen von Sonnenflecken und der taglichen Variatioii des Erdmagnetismus. S c h w a b e ist veraiilakt worden, die Soiiiienflecke seit dern Jahre 1826 sorgftiltig zu heobachten. E r f a d , dais sie an Zahl und G r b t e
yon Jalir zu Jahr allmalig ziinahinen und daun abnahmen,
wieder zunahrnen und aberinals abnalimen und so fort in
regelmlfsiger Periode von etwa 10 Jahren. Folgendes ist
ein Theil der ‘I’afel, welche die Jahre der Maxima uiid Minima der Flecke angiebt z):
Gruppe in den Jalrren.
ITage olme Flecke. Beobaclitungstage.
~~
1826
18.18
225
33
0
I39
1833
I837
33.3
0
1843
31
1848
1851
330
149
0
282
267
I68
312
2i8
L a m o n t (Dec. 1851) 3, wurde durch neuete Uatersuchuugen des atinospharischen Magnetismus veranlafst, die
tagliche Variation der Declination zu priifen, und f a d ,
dafs sie als Games zunimmt, abnirnint und wieder zunimmt,
in regelmafsiger Veranderung von etwa 10 Jahr. Das Jahr
1844 hatte, wie e r angiebt, ein Minimum der Variation von
6’,61 und das Jahr 1848 ein Maximum von 11’,15.
Bei Aufsucbung eines periodischen Gesetzes unter den
inittlereu Effecten der grbfsern magnetischen Sttirungen fand
S a b i 11e ( M%rz1552) ’) eine gleicbzeitige Periode der Zu1) Ob N e w t o n nun darnit gerade der
Lelire von krurnnwn Kraftlinien
beigetreten rey, k6nnie denn doc11 noch etwas rweiTelhaft seyn.
P.
2) H u m b u l d t ’ r Cosmos 111, 291,292,Bibf. unirerselfe 1852, XX,184.
3) P o g g . Ann. LXXXIV, 572.
4) Phil. Trunsuct. 1852,p. 103.
569
uud Abuahme in Hobarton und Toronto, Orten an eiitgegengesetzten Seiten der Erdkugel. Der Minimum - Effect
war i. J. 18.13, der Maximum -Effect 1548, folglicli fast
genau und tibereinstimmend mit L a in o n t’s Beobachtungen
i n Mtinchen. Allein aufserdem hob er den aufserordentlichen
Umstand hervor, dafs diese Variation der tsglichen magnctischen Decliiiation eine Periode von gleicher L h g e hat,
,vie die von S c h w a b c bei den Sonnenflecken entdeckte,
und iiberdiefs: dafs die Maxima und Minima der beiden so
verschiedenen Erscheinungen zusainmenfallen ; denu 18-43
zeigte die kleinste tigliche Variation und die kleinste Zahl
von Sonnenflecken, lSd5 dagegen die grofste Variation und
die meisten Flecke. E r hat auch beinerkt, dafs dieselbe Periode der Zu- und Abnahme, init denselben Epochen, in dcr
tiiglichen Variation der Inclination, auf beiden Erdhiilften,
vorhanden ist. Das Phanomen ist allgemein, sowohl bci
allen magnetischen Elementen, als an allen, selbst den entferntesten Punkteu der Erdoberflkbe.
G a u t i e r scheint auf dieselbe Coincidenz gcstofs.cn zu
seyn, Itat seine Ansicht aber iiicht vor dem Juli 1852 veriiffentlicht I). W o l f in Bern, welcher die Geschichte der
Sonnenflecke durchforschte, hatte denselben Gedanken, publicirte ihn aber auch erst ausgangs Juli, oder anfaugs August 1852 *). E r bemuhte sich den allgeineinen Zustand der
Sonnenflecke vom Jahre 1600 an zu verfolgcn, und boinint
zii dein Schlufs, dafs die wahre LYnge dcr Yeriode 11,11
Jahre sey. Solche Coincidenz in der Lange der Periode
uud in den Zeitpunkten der Maxima und Minima zweier
so sehr verschiedenen Erscheinungen erweckt nothwendig
den Gedanken, dais sie in einer Beziehung zu einer gemeinschaftlichen Ursache stehen. So mufs uus jetzt die
Beobachtuug einer solclien Coi’ncidenz mehr als je zu eiiier
ernsten Untersuchung der wahren Natur des Magnetismus
treiben, wodurch wir jetzt Hoffilung haben , niclit allein
5i0
diese merkwiirdige Erdkraft , soudern auch die ahuliche
Kraft der Sonne, in einer ueuen Richtung zu beriihren.
V I. Veriinderungen cler mugnetischen Deciinution
irnrt Inclination zu Briissel, wiihrend tles fcrtzterz
Virrtei- Juhrhunderls, nach den Beobachtungen des
Hrrt. Q u c t e I e t .
I
/Declination. Inelinatinn.
1827 Oct.
1830 Ende Mirz
1832 n
Y
1833 >I
n
1834 Apr. 3 u. 4
1835 Endr M i n
1836 >)
Y
1837 N
N
1838
>I
>)
1839 N
IP
1840 Mirz ')
1841
1842
1843
1844
1845
18.16
1847
1848
1849 Apr. 5 U. 6
1850 Apr. 11 u. 12
1851 Apr. 23 u. 24
1852 MBrz 29 u. 30
220281.3
25.6
18 ,o
13,5
15.2
6 ;2
7.6
4 11
3;7
2Lo 53l.6
46 I1
38,2
35.5
26 ;2
17,4
11.6
4 97
20°56'.8
49 ;2
39.2
25,7
24 ,i
18,2
68'56',3
51.7
49,l
42,8
38 .a
35 ;o
32,2
28,8
26,l
22,4
21 ,4
16,2
15.4
3;4
1.9
0 ;4
65O 56',8
54.7
50,6
48,s
( B i d l e t . dr i'ucad. dr Bruxeh'es, T. X f X , p t . 1. p. 534; ausfiilrrlid. Annul. d e I'ubserrwfoire de B r u x e l l e s ) .
clrer in
1) Vun 1840 bis 1848 ist die Declination dar Mittel aus den irn Mirz
tiglicli urn Oh, 2" und 4h am Magnetometer gemacliten Beobaclrtungen.
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
0
Размер файла
614 Кб
Теги
ber, die, magnetkraft, beobachtungen
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа