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Beobachtungen ber die permanenten und temporren Modificationen welche die Wirkung der Wrme einigen optischen Eigenschaften mehrer krystallisirter Krper einprgt.

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48 1
VIII.
Btobnchtungen iiher rh'cl permanenten und
temporaren Modi$cutionm, wulche die W i r k u n g
der W a r m e einigen optischen Eigenschaf t e n
mclhrer kryslollisirtcr Kiirper einpragt ;
con Hrn. D e s C l o i s e a u x .
(Annul.
d.
Mines,
Ser. VJ, 701. 11, p. 327.)
A e ~ t e r eVersuche der HH. B r e w s t e r und M i t s c h e r l i c h
haben gezeigt , dafs bei gewissen Krystalleii der Wiiikel
zwisclien deu optischeii Axen iind die Lage ihrer Ebeiie
sich verindern mit der Teinperatur, denen die Krystalle
ausgesetzt werden. Man hat lange Zeit hindurch niir die sehr
hervorslechenden Erscbeiiiungen beim Glaubetit und beiin
Gyp8 gekaiiiit. Neuerlich habe ich uachgewiesen, d a b eine
zienilich grofse Anzahl wasserfreier uiid wasserhdtiger Substamen, wie Feldspath, Cymophan, Brookit, Heulandit, Prchnil, lilinochlor usw. ebeofalls d ~ uEiuflufs der WPrme in
einer niehr oder weuiger belnerklichen W e i e e erleideri ; alleiii ich habe tiberdiefs erkannt, dafs wenn man die Temperatur hiJireichend steigert, was bei Karpern wie Feldspath,
Cyinophaii und Brookit z. B. leicht auszufiihren ist, die
optischeu Modificatioueri permanent werdeo, s b t t temporar
zu s e y u , wie sie es sind, n e n u die Temperatur nicbt 300
bis 400" C. ifhersteigt. Uas Mineral, welches sich wegen
seiner Durchsichtigkeit und Homogenitat am besten zu den
maiinichfaltigsteu und genauesten Vereuchen eignet, iet eiu
glaaiger Feldspath, welcheu man in Bruchstlicken oder Kryetallen iumitten des vulkanischen Sandes von W e h r in d e r
Eifel findet.
Ale ich eine Platte dieser Art anwandte, erhielt ich fiir
die temporliren Modificationen folgende Resultate:
Yoggendorffr Ann. Bd. CXIX.
31
48'2
Winkel ewfscheo den optischeo Axen:
16" rothe Axen; Ebene parallel der borizo n t aleii l)i ago n a1e
12 bia 13" blaue Axen; Ebeiie psrallcl der
Ebene der Symrnetrie
W'iokel
W'inkel
ZW.
d rothen Asen Tcmpcin drr Ebenc
parallrl drr
Symmetric-
Ebmc
I
ra'ur
co
ZW.
I
Ebene
I
6
7
10 30'
11
i
pcratur
co
132 ,5
142
145
12
13
I5
17
3830'
1M
42
155
I62 ,5
21
22
23
24
25
43
1i f )
44
I53
150
41
26
27
2R
90
30
100
95
45
46
46
46
47
47
611
I b 2 ,5
I90
15
30
195
YO4
15
207
210
212
15
,
LW.
Trmpe-
rothen Asco
r,,uI'
parallel der
Co
Symmetric-
Ebene
128
39
40
Winkcl
n tier Ebeoc
105O,5
120
125
31
33
34
35
37
O0
I
I 'Tempe-
rnttrcn A x e n
n drr Ebene'
oar,illrl drr I
'Symmetric-
2150
490
51)
hl
52
53 30'
65
225
228
237
240
a50
6i
260
270
275
275
279 ,5
290
57 30
57 45
58
58 15
58 30
50 40
59 15
60
60 30
61
61 45
63
63 45
64
290
295
30a
306
312
316 .6
I 319
329
349 ,5
1
Mau siebt, d a t der Winkel zwiacheii den optiecben
Axeii fortwlhreiid zunimmt, und dale die Zunabme vie1 rascber iat zwiacbeii 43" und 1 4 2 O als zwkchen 142" und
34'2". Uie Beobacbtung wurde geinacht mittelst einea eigeiithiimlicben , an einem polarisirendeii Mikroskop angebracbten Gouiometers, von dem icb in deli Bnnoler dsr Mines l&g, T. X V I eine h u n e Beschreibuiig gegeben babe.
Uie Platte war einem heifsen Luftstrom ausgesetzt, der von
einer Alkobolflamrne geliefert ward und iu einem borizontaleii , auf das Mikroakop gestellten kupferoen Schorustein
circulirle. Uer Winkel der optischeu Axen kouiite in jedem
Augenblick gemeesen wcrdeu durch zwei in der Mitte der
horizontalen Wi-inde des Scbornsteins fibereinander angebrachte und durch dtiniiee Glas verschloesene Oeffnuugen.
Zwei Thermometer recbts und links von diesen Oeffnuugen
gaben gleichzeitig die Ternperatur der Loft an. Bei Anweodung dieses Verfabrene kounte icb iudels nicbt vie1 Uber
350" hinausgebeu. Urn mich zu versichern, ob die Erscheinungea auch fiber diesen Puiikt hiuaus ooch denselben
G a n g zeigeu wUrden, brachte ich das Mikroskop in horizontale Lage und stellte, i n der Verliiiigerung seiner Axe,
hinter dem Erleuchter, ein Nicol'sches Prisrna auf, das als
Polarisator diente. Zwischen dem Erleucbter und dem etwa
2 Centimeter davon entfcrnten Objectiv, hing ich mittelst
einer Platiuzange sehr kleine, vollkommen klare uiid homogeue Platten vom W e h r e r Feldspath arif und ricbtete auf
sie die Flamine einrs Gas - Ltlthrohrfi: ein horizontaler
graduirtw Kreis , durch deesen Mitte der die Platiozarige
hsltende Stift ging, erlauble deli W i a k e l zwisclien den optisrheii Axen zii messen; uiid zur Erleichterung der Operation geschah dieselbe bei einem mouocbromatischen rothen Glase.
Eiue erste Platie, deren rothe Axen bei 14" C. UUI
18" 30' in einer der Symiiietrie-Ebene parallelen Ebene
auseiuander weichen , zeigte bei erster Anwendung der
Warrne zwei Systeme von Ringen, deren Anzahl rasch zunahin, wshrend ihr Durcboiesser abriahm: ihre Gestalt, sowie die der sie durcbschiieideiiden Hyperbeln, behielt ihre
ganze Sylnmetrie biR ziir entetehenden Rothgluth urid in diesem Moment wurde der Wiiihel zwiecheu den Axen zu 70°
gefundea. Sowie die Rothgluth eingetreten war, entstalteten
sich die Kiuge und Hyperbeln, indem sie zerfielen; die Winkelmessuog geschah uur mit Schwierigkeit und gegen 700°
gab sie ~uccessive2 E L 118", 122", 124". Nachdem der
Versucb nbgebrochen worden, urn nicbt die Lineen des Mikroskop springeu zu lasaeo, eikaltete die Platte rasch, die
optischen Erscbeinuagen gingeii durch alle Phasen zurlick,
31"
404
welcbe rie durcblaufen batten, uud bei 19" C. frud ich
E = 19". En war daber keine bleibcude Verhuderupg eisgctretcu. &brmalr deoselbeu Verrucbcn uoterworfco, reigle
dieae Platte $842 Ihaliche Erscheiiiuiigcii. Die TemperrturErbbbung scbiep ibre Uiclre t u verinehrw uud bei Bothglutb agberte aicb ihre Structur derjeuipu, nelcbe gowime
aus unregelwafaig vcrwicheeoeu Lamellen beatebeode Krystalle vau Brookit, Heulandit uaw. bei gewthalicbcr Temperatur dsrbieteu.
Eiue zneitc Platte, die bei 15" C. ihre rotheu Axeu in
der, der bkzoutaleo Diagonale der Base parallelen Ebene
13" auseinander zu liegen hatte und deren blaue Asen eiuen
Wiukel von 16" 3U in der der Symmetrie-Ebenc parallcleu
Ebeiie hildetes, verhielt aich analog. Voo der aofangcnilen
achwachaten Roibgluth ab eotstalteteu aich die Riuge stark,
die Hyperbelu verschnaudeii uiid der scheiubare Wiokel
der Axeo, der aehr bedeutcnd war, kouute nicbt mebr gemeascn werdru. Hatte man daa Glfiheu gewiaser StilcLe
hioreiclieud geateigert , w h d e nabracheiolicb die Mittellhie
den reellcn rchorfen Winkels der optischeri Axsu zur Mittellinie ihrea rtumpfen Wiukela geworden aeyo.
Unter welcheu Umathudeu perrnaueute Modificationen
entatehen, mag aua Folgeiidem erbellcu.
1. Eine Feldapatbplatte voo Wehr gab bei 15" C. vor
delu Glbhen:
2 E = 13" rotbe Ascn, Ebene parallel der horizontalen
Uirgonale.
2 E = 1 7 O blaue Asen, Ebene parallel der SymmetrieEbcne.
Nacb 1atfindigem Glbhen Ubcr einer genihdicbeu Alkobollampe:
2 E =; 10" rothe Asen, Ebene parallel der borirootrlen
Uiagooalq.
2 E 5 21" hlrue Axen, Ebeue parallel der SymmctrieEbene.
Nacb 4attiudigem GlUhen Uber einer Gaslempe bei etwa
GOO" und 1atliodi(;em laogsamem Erkalten.
2
485
2E = 21" rothe Axen Ebene parallel der Symmetric= 30 blaue Axen
Ebene; bei 13" C.
1
Nach abermaligem 7 stiiudigem Glflhen Uber der Gaslampe bei etwa 6 0 ° und plbtzlichem Erkalteo
2 E = 25" 30' rothe Aren Ebene parallel der Symme= 3 2 30 blaue Axen
trie-Ebene; bei 1 3 O , 5 C.
2. Platte von W e b r gab vor dem Gltihen hei 13O C.
2 E = 22" rothe Aren
Ebene parallel der borizon= 1 1 O 30' blaue Axen
talen Diagonale.
Nach 8stUudigem GlUhen fiber der Gaslampe bei etwa
600° und plbfzlichem Erhalteo:
Ebene parallel der Symme2E = 14" rothe Axen
=24O 30 blaue Axen
trie-Ebeoe; bei 1 5 O , 5 C.
Nach 8 tsgigeln Verweilen in eiuem Verg1Ubofen (four
cuissant ou ddgoutdi) von S B v r e s , wovon 36 Sfuuden aiif
das Gltihen bei etwa 800" ond 6 Tage auf das allmahliche
Erkalten kamen.
2E =3 7 O rothe Axen Ebene parallel der Symmetrie=49 blaue Axen
Ebene; bei 19O,5C.
3. Sehr dicke Platte von W e h r gab vor dem Gltiheii
bei 12OC.:
2E =25" rothe Axen Ebene parallel der horizontalen
= 17 blaue Axen
Diagonale.
Nach 1stiiudigein GlUhen iiber der Gaslampe : keine
Verlinderung.
Nacb 5 minutlichem Gliiheu vor einem Gasgeblgse bei
etwa 900° und platzlicher Erkaltung:
2 E = 3 3 O 30 rothe Axen Ebeue parallel der Symmetrie-Ebene; bei 1 3 O C.
= 38" blaue Axan
Nacb 8 Isgigern Verweilen in einem Verghhofeo von
Shvres:
2 E =430 rotbe Axen Ebene parallel der S p m e t r i e = 4 R blaue Axen
Ebene; bei 19",5C.
4 , Exemplar von W e h r , zerschnitten 211 drei Platteu,
gab vor dem GlUhen bei 1 3 O C.:
2 E = 17" 30' rothe Axen Ebene parallel der Symme= 27" blaue Aren
trie-Ebene
1
1
1
1
!
1
1
486
Die erste Platte, 7 Stundeli lang fiber einer Gaslsmpe
schwachen Rothgluth erhitzt iind platzlich erkeltet, gab:
2 E = 21" rothe Axen Ebene parallel der Symmelrie= 29 blaue Axen Ebene; bei 1 3 O
Nach ?, stiindipein lebhaftem Hot%glllhen (Kupferscbmelze)
vor dein Gasgebllse und plfitzlichem Erkalten:
2E=15" 3 0 rothe Axeii Ebene parallel der Symmetrie-Ebene; bei 1 5 O C.
= 49 SO blaue Axen
I)ie zweite Platte zu S e v r e s acht Tage tang einem
Vergltihofen aufigesetzt und sehr laigsam erkaltet, gab :
2 E = 46" rotbe Axell Ebeiie parallel der Symmetrie= 52 blaue-Axen Eberie; bei 19',5 C.
Nachdem sie aberrnals 8 Tage laiig in eiiiem Brenaofen
dem heftigsten Feuer ausgesetzt worden und sehr langsam
erkaltct hatte, wurde erhalteu:
2E = 48' 30' rothe Axen Ebene parallel der Symme=5 3 30 blaue Axen
trie-Ebeiie; bei 18" C.
Die .dritte Platte, zu S e v r e s dem heftigstea Feuer eben
so laiige wie die zweite ausgesetzt, gab:
2E = 48' rothe Axen Ebene parallel der Syuimetric=53 blaue Axen
Ebene; bei 20' C.
Melire Plalten Adular von St. Gotthardt bis zur schwachen Rothgluth fiber eiiier Gaslampe erhitxt, erlitten keiiie
V e r h d e r u i i g in dem Wiiikel ihrer optischeri Axen. Allein
als eine Adularplatte, die vor dem Gltiheo bei l(i",fi
C. fIir
die rothen Axen iii der der borizoiitalen Diagonale parallelen Ebene 2 E = 10SU gegeben hatte, eine Viertelstuilde
t o r dein Gasgeblase lebhafl rothgeghht wurde (Silberschmelze) wurde sie stelleiiweise rnilcliig uod durchscbeiuend
und gab bei l A o (2. flir den Wiiikel ihrer o p t i d e l l Axeii
nicht mehr als 102"2.5'.
Eiiie andere Adularplatte, die vor dein W h e n bei 15" C.
ihre rothen Axen i n der der' horizontaleu Diagoiiale paralleleo Ebeoe I I I"'23' ausciriander zu liegeii hatte, wiirde
eine halbe Slunde laug vor deiii Gasgeblase lebhaft roth
geglllht. D e r W i n k e l zwischeu den Axen, bei 16" C. beobachtet, war dauii auf 90"27' reducirt. In deli Oefeii vou
Ziir
!
c.
1
1
1
1
487
S Z v r e s nahm die milchipe Ftirbring zu uud die Durqhsirhtigkeit a b , daher der W i n k e l der Axen nicht mehr recht
genau ermittelt werden konnte.
Eine Platte von Mondriein aus Ceylon gab vor dem
Glfihen hei 15O5 einen W i n k e l vou 101u15' fiir die rothen
Axen, die in der der horizontaleu Diagonale parallelen Ebene
lapen. Nach viertel~tiindigcm Gliihen vor d m Gasgebltise
(Silber~chmelze) hatte sie den schilleruden Reflex verloreri
und eiiie milchige F i r b u n g angenommen, und der W i n k e l
dt-r Axen zeigte sich bei 18" C. auf 117"31' verringert.
Nach voretehenden Resultaten Rcheint es erlaubt zu
glaoben, dafs die W#rmeleitung im lnuern des Orthoklases
bis zu etwa 400" C. keine merkliche Verznderung erleidet,
dare sie a b e r fiber 400" oder 500° C. hiiiaus in ziemlich
unregelmafsigei W e i s e vor eicb geht, um eine mehr oder
weniger starke Storung in den1 Gleicbgewicht der molecularen Anordnungen hervorzurufen. Dieses Gleicbgewicht
kann nacb dem Erkalten seinen urspriinglichen Zostand
wieder annehmeu, sobald die Storung n u r 2 oder 3 Miiiuten bei einer nicbt 700" iibersteigenden Temperatur gedariert hat. W e n n sie aber bei dunkler Rotbglutb 36 Stuoden oder bei Weifsglutb etwa eine Viertelstunde angehalten, so erfolgt eine neue pbgsieche Auordnung, welchen die
oben bezeichneten permanenten Modificationen in der Lage
und dem W i n k e l der optischen Axen eutsprechen.
D i e permauenten Modificationen verhindern Librigens
nicht die Platten, welche sie erlitten haben, neue temportire Modificationen zu erleiden, wenn man aie abeririale
tweckmafsigen Erw%rmungen aussetzt; nur ist klnr, dare
d a m die Verlnderungen zwiscben engeren Grcnzen stattfinden. Die etgrkate und lliiigste Gliihung, welcher ich meine
verschiedenen Probestiicke aussetzte , schien die gegemeitige Neigung der heiden schiefen krystallographischen Axen
nicht merklicb zu verandern. Ale ich z. B.an mehreo Platten des Feldspatbs von W e h r den W i n k e l zwiscben einer
natiirlicheo, dem baeiscben Blatterdurchgang parallelell FIIche und der klinatlicben, auf der Mittellinie dee scharfen
400
Winkele normalen Flache vor und nacb dem Gliihen mare,
fand ich nielnale einen Uoterechied von mehr als einer a d e r
zwei Minuten. Die Lage uud die LBnge tler optiechen Elasticitltsaxeu scheinen ebenfalls nur erhr geringe Veranderungen zu erleiden; allein man weirs, dare geringe V e r h d e r u n gen bei diesen, eehr groffie in dem W e r t h e des wahren W i n kels zwiechen den optiecbeu Axen herbeiflihren k6onen.
Directe Versuche zeigten, dafe der Feldspath von W e h r
uud der Adular vom St. Gotthardt, zur Weilsgluth erhitzt,
nicht ein Milligramm aufs Gramm verloren.
Meine ereten Versuche waren auf den Feldspath von
W e h r , don Adular vom St. Gotthardt und den Mondsteiu
von Ceylon gericbtet; die Schliieee, zu welchen eie fiihren,
aind folgeude :
1. Die im Adular vorn St. Gotthardt vorkommenden
inilchigen Stellen (pluger) wit mehr oder weniger geniiherteu Axen verdanken ihre Existeriz dem Einflufs einer hihereii Temperatur ale die klaren Stellen mit mehr divergirenden Axeu, inmitten welcheu sie eiugelagert eind.
2. Die in dem vulkanischen Saiide vou W e h r vorkonrmeuden Feldsputhstiicke habeii eehr uagleiche, aber imnier
ziemlicb schwache GlIilruirgeu erlilteu.
3. Die beigebrachten Thatsachen stehen anscheiuend im
Widerepruch mit der Meinung, welche #ufb;erst hohe Temperatur als uotbwendig annimmt, urn die Bildung der G e eteirie zu erklliren, woriu Feldspalh uud Quarz vorwalten.
Bekaniitlich hat tibrigens Hr. S o r by in den Quarzkryetdleu der Grauite uuzlihlige, von eiiier Flfheigkeit erflillte
Hbhlungen aufgefunden. I )
W i e man sieht, koniite ich meine Beohachtuogen ausdehiien uird ihnen eine grOlsere Allgemeiulieit verleiheu,
wenii irh mil euderen Kryetallen operirte, die ohne merkliche Veranderung fitarkea Gllihen ertragcn.
Die verschiedeiien Feldspatharten , bekauiit ulrter den
Nameii Eisspath voii der Somma, Sanidin aus den Tracbyten vom Rheiuufer uiid der Auvergue, Loxoklar von New1) Sichc Jcn Aufsata
dcs
Hiti. I h . Z i r L e l
s. 268 dierrs Hd. d.
Ann.
(P.
489
York, Mikroklin von Frederiksvlrn (schillernd) oder von
Rodellmais (griin, nicht schillernd), Murchisonit a m Devonshire, Hyalophan VOII Binnen, erleiden shmrtlich unter dem
Einflub der Wiirme pennanente und temporare Modificationen analog denen des glasigeii Feldspatbs von Wehr.
His zur duuklen oder hellen Rotbglutb erhitzt, bebalten die
durcbsicbtigsten und homogensten Stticke, wie die voo W e h r
uod der Somma , ihr urfiprtingliches Aiisehen, anscheineud
ohne weitere Versnderuiig ale d a h die ihreu beiden recbtwinbligen Blhtterdorchg#ngen parallden Rime deutlicher
werden; andere nebmeu eine mehr oder weniger starke milcbige Flrbuiig an, und noch aiidere, wie die aus den Tracbyten, werden fast vollstlndig opak. Nimmt inan als Grundform ein schiefes rhomboidales Prismn ron 11E04R' so ist
die Ebene der optiechen Axeii bald parallel der horizontaleu
Diagonale der Base, bald parallel der Symmetrie-Ebene diesee Prisma's. Bei gleicher Temperatur macht die Axe der grii[sten optischen Elasticitst, die immer mit der Mittellinie des
schurfen Winkels zusammeufSllt, mit der gcneigten Diagonale
eiuen bei jeder Varietlt etwae anderen Winkel. lu der
That fand ich in rothem Lichte bei 22" C. diesen Wiiikel
zu 4 " 18 beim Feldspath von Wehr, zu 5" 15' beim Adular
vom St. Gottbardt, zu etwa 5" beim Loxokfus von NewYork, zu etwa 10" 10 beim opalescirenden Mikroklin von
Frederiksvtirn. Die Dispernion derselben Axe scheiut dagegen beiuahe constaiit zu seyu denu die Mittellinie der
rothen Axe macht mit der der blauen einen M'inkel von
0'126im Adular vom St. Gotthardt und von O"28' im Feldspath von W e h r .
Die Feldspetbe des secbsteu Krystallsystems, wie der
Albit, der Oligoklas, der Labrador und der Anorthit erleiden durch die Warme keiue temporare oder permanente
Verinderiiug in ibren doppeltbrechenden optischen Eigenschaften. Die optiscbeu Axen liege11 darin immer eehr nahe
wie im Albit uud die Mittellinie ihrea scharfeu Winkels ist
positin; ihre Divergenz in der Luft iibersteigt nicht 135"
Man wird daher zu der Annahme gefiihrt, dab, wie auch
490
die Bildungsweise dieser Feldspathe gewesen seyn mag und
\vie haufig auch die heiden ersteren mit dem Orthoklose
vorkoinmen, sie i n der Natur nicht denselben Einflussen
ausgesetzt gewesen seyn kgnnen, wie die, deren Typus der
Adular ist.
Die Krystalle des Cymophans ( B e 0 Al, 0,) aus Brasilien und die des Brookits (TiO,) von der N t e - Noire
und dem Dauphin6 zeigen zuweilen Stellen, in welchen die
optischen Axen bei gewiihulicher Temperatur sehr verschiedene Divergemen zeigen, so wie eine Orientirung, die nach
zwei rechtwinklichen Ebenen stattfinden kann, verbunden
mit einer Dispersion, die desto betrtichtlicher ist je kleiner
die Divergenz. Es giebt daher eine grohe Analogie zwischen der physischen Constitution dieser beiden Minerale
und der der Feldspathe des fiinften Krystallsystems. Obwohl die Axen der optischen Elasticitgt nothwendig immer
niit den krystallographischrn Axen zusamuienfallen und nur
ihre Lauge variiren kanu, so bedingt das Gliihen dennoch
in ihreu doppeltbrechenden optischen Eigenschaften permanente und temporare Modificationen ganz ahnlich denjenigen, welche ich im Feldspath eiitdeckt habe. W e n n man
die Formen des Cyniophans auf ein gerades rhomboi'dales
Prisina von 119"16' bezieht, so sieht man in den durchsicbtigsten rind hoinogensten Krystallen von Brasilien , dafs
die Ebene der optischen Axen winkelrecht ist auf der Base
und dafs die positive Mittellinie des wharfen Winkels parallel ist der kleinen Diagonale dieser Flache; gegen 20' C.
steigt der Winkel der dem Roth CorreRpondirenden Axen
auf 120' und der- dem Violett correspoadirenden Axen auf
118". Gewisse StelIen mit opalescirenden Reflexen zeigen
rothe Axen vereinigt und blaue Axen getrennt in einer der
Base parallelen Ebene; andere Stellen lasseii die allen Farben correspondirenden Axen getrennt in derselben Ebene
sehen. Eine Steigerung der Temperatur bewirkt, da€s die
parallel rler Base liegeiiden Axen sich nahern und die von
winkelrechter Lage auseinander gehen. Bis zur anfangenden Rothgluth sind die f'eranderungen nur temportir; allein
.
49 1
ein Glfihrii von 15 Miuiiten bei der Temperatiir der Silberschrnelze reicht hin sit: prrmaneiit und schon betrachtlich zu machen. D e r Gcwichtsverlust betrggt, wie beim
Feldspath, niir 1 Milligramm aiif das Grainin und das arifsere Aiisehen ist durchaiis riicht rer#ndert; n u r srheiiit es,
dafs im Cptnophaii die inilrliigeii Sfellen in1 Iiinereii bei
eiiwr betr:ichtlich niedrigeren Temperatrir gcbildrt wurden
als die durchsichtigeu.
Hcilu Brookit, dessen Krystallforiiieii sich aris einein
rhoinbischen Prisrna von 9 9 " W ableiten lassen , ist die
Ebeoe der optischeii Axen bald parallel, bald winkelrecht
zur Basis; die Mittellinie ist positia und bleibt inirner parallel der kleinen I)iagonale dieser FIBchc. Uie I h p e r s i o n
ist eehr bedeatend, und, wenn die Axen in der Ebeiie der
Basis liegen, siud die rothen mehr auseinaiider als die violetten. Durch schwacbee Gliihen wtichst ihre Divergenz
t e m p o r b , durch stiirkeres Gllihen permauent. Bei einem
Exemplar vom Dauphind, bei dem der Winkel der rathen
Axen 52" bei 20° C. war, beobachtete ich, dals die Divergenz von 65O bis 220" C. temporar war. Eine audere
Platte, vorsicbtig in einer Muffel bis zur lebhaften Rothgluth erhitzt , erlitt eine permanente Modification, wvlche
deli W i u k e l der rothen .4xeu von 42" auf 4 7 O bracbte.
Die vorhin geinachten Betrachtungeu fiber die permanenten Stilrungen, welche Temperaturveranderungeu in dem
molecularen Glcichgewicht dee Feldspaths herbcifuhren, sind
offeiibar anwendbar auf den Cymophan und den Brookit.
Diese Stfiruiigeii sind also gain unabhangig von der cheiuischeu Zusammei~sctzung. Mali kanu sie auch iiicht den
Effecten der Hartung ziischreiben, wie die in den Oefen
von S ti v r e s geinachten Versucbe zeigea, da bei ihiien die
Abkiibluug 6 Tage dauerte; und sie scheiiieii aucb keine
Reziehung zu habcu auf die Anordiiuug der physischeii
Molecule in deli krystallisirten Kl)rpern. Folglich rnufs man
annehmen, dafs bei einer selben Mineralspecies und ungeachtet der Abwesenheit jeder isomorphen Substitution, die
Divergenz der optischen Axen und die Lage ihrer Ebeiie
492
keiiieRwegs charakteristisch sind, sondern sich verandern
k6nnen mit der Trinperetur, welcher die Krystslle rusgesetzt sind oder toaren.
IX.
Bemerkungen
von
zur Ttieorie der
J.
Gase;
Stefan.
( A U S Z Uaus
~ ciner im XLVII. Band dcr Sitzungsbcricbts dcr
Wiener
Akrdcmie enthaltcnen Abhrndlong.)
G e g e n die ueue Theorie der Gese ist acbon von mebrereu
Seiten der Vorwurf erhobeii worden, dafe uach ihr ein localcr Temperaturtibersrhufs in eiaem Gase fast augenblicklich von eeinein Orte vernchwiiiden mlffste. Dieeen Vorwiirf g r b d e t e man auf die Betrachtuug jenes einfacben
Falltrs, iu welchem es sich urn die Fortpflanzung von lebendiger Kraft in eioer Reihe gleich grofser elaetiecher Kugelu
handelt. Jede Kugel tauscht beim centralen Zusammenstofse
mit der nachsten die Geecbwindigkeit aus und ibr Ueberschufs an lebendiger liraft pflanzt eich diirch die game Reihe
der Kugelu mit ihrer Geschwindigkeit fort. Die neue Theorie liefert fur die Geachwindigkeiten, mit denen sich die
Gasmolecfiie fortscbreitend bewegen, sehr grofee Wertbe,
dadurch schieti der obige Eiuwurf begrtlndet.
Dagegen hat C l a u s i u s in seiner Tbeorie der Wermeleitung in Gaseu gcantwortet. Er verwirft den angefubrten
einfacben Fall der Fortpflanzung lebendiger Krah a h ganzlich unbraucbbar, aucb nur in sngenlberter W e k e , fiber
den fraglichen Punkt Aufschlufs zu geben. Irn Gegentbeil
legt C I a t i si u s auf die Betracbtung der irreguliren B e w b
gungen der Moleciile besonderes Gewicht und rnit Recbt.
Seine daraiif basirte Rechnung liefert for daa Wlrmcleitungauerm6gen der Gase einen eehr kleinen Werth. Dieses
Resultat ftibrt er a h TViderlrgung des obigen Einwurfes
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