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Bericht der sterreichischen Gewerbeinspektoren ber ihre Amtsttigkeit im Jahre 1906.

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XX. Jahrgang
Heft 49. 6. Dezember 1907.1
im Hinblick auf die Unmoglichkeit der Erzielung
absolut alkoholfreier Getranke, solche trotz eines
geringen Alkoholgehaltes als alkoholfrei im Sinne
des Steuergesetzes anselien miisse und cine Grenzzahl aufstellen sollte. Das Kgl. Wiirttembergische
nlinisterium hat nun auch neuerdings an1iBlich eines
Spezialfalles entschieden, da13 sogen. alkoholfreie
Getranke nicht als geistige im Sinne des § 33, Abs.
11, lit. b der Gewerbeordnung zu behandeln seien,
wenn sie nicht mehr als 1 Gewichtsprozent Alkohol
enthalten. D i e s e Forderung kann von seiten der
Fabrikanten jedenfalls leicht erfullt werden.
Was nun die bisherigen Erfolge der neuaufstrebenden Industrie anbelangt: so ist riickhaltlos
anzuerkennen, daB fur diejenigen, die keinen Alkohol trinken wollcn oder sollen, bereits eine Reihe
recht annehmbarer alkoholfreier Getranke zur Verfiigung steht. Mogen die Bestrebungen der reellen
Fabrikanten einerseits und die Bemuhungen der
Nahrunsgniittelkontrolle andcrerseits in gemeinsamem, zielbewuhem Zusammenarbeiten hier noch
weiter Wandel schnffen. Wenn die unlauteren Auswuchse gemeinsam unterdriickt werden, und der
Konsument im iibrigen durch die Ueklarationen
ohne weitcres crkcnnen kann, was er kauft', wird
sich die neu emporbiuhcnde, reel1 arbeitende Indnstrie sicher gedeihlich weiterentwickeln. Neue
Fortschritt'e auf dem Gebiete der Erzeugung brauchbarer, wohlschmeckender und nicht zu t,eurer,
alkoholfreier Getranke wiirden sicher auch eine weitere nicht zu untcrschiitzende Handhabe zur wirkungsvollen BekLrnpfung dcs AlkoholmiSbrauches
liefern.
Bericht der
Gsterreichischen Gewerbeinspektoren
iiber ihre Arntstatigkeit
irn Jahre 1906').
Die Tiitigkeit der Gewerbcinspektorate weist
hinsiclitlich der Inspektionen und der Teilnahme an
Konrniissioncn eirir erhebliche Steigcriing auf. tm
ganzen wurden 23 96.5 Irispektionen und Revisionen
in 22 493 Betrieben vorgenommen. I n sknitlichen
&ten Betrieben warcn 884 448
tigt,. Unter diesen wiircn 66,20/6
erwachsene mknnliche, 28% crwachsene wcibliclie,
3,7'1;, jugcndliclie rninnliche und 2,lnk jugendliche
weibliclie Hilfsarbeiter I n der Verwendung weiblicher Arbeitspersonen tritt in don lctzten !Jahren
eine steigende Tendenz zutage.
Die fortschreitende Besserung der geschiftlichen Konjunktur und die durch diese bedingte
Erhohung der industriellen Tatigkcit fanden ihren
sichtbarsten Ausdruck in dem Entstehen zahlreicher
neuer Betriebe, sowie in der Vornahme bedeutender
Investitionen seitens der bereits bestehenden Unternehmungen. Bei der Projektierung der meisten hicr
in Uetracht kommenden Aniagen, waren die Gewerbeinspcktorate in der Lage, auf eine den mo1) Jk'ien 1907. Druck und Verlag der k. k.
Hof- and Staatsdruckerei. Beziigl. d. J. 1905
vgl. d. Z. 19, 2041 (1906).
Ch. 1907.
2121
Bericht der osterreichischen Gewerbeinsyektoren.
iernen Anforderungen der Hygiene und Schutz.echnik entsprechende Ausgestaltung der Betriebe
iinzuwirken.
Besonderes Interesse beansprucht unter den
ieuen Betrieben die im Berichte des Gewerbeinspek,om in St. Polten des nahreren beschriebene Glanzitoffabrik, weil deren Errichtung gleichzeitig die
Einfuhrung eines neuen E'abrikationszweiges inncrialb der Reichsgrenzen bedeutet. I n diesem Unteriehmen kommt auch die ,,Elektrolytbleiche" zur
Anwendung. I n einigen MetallgieRereien wurde a n
3telle cines stabilen Schmelzofens mit Kolrsfeuerung
:in amerikanischer transportabler Schmehofen mit
Roholfeuerung in Vcrwendung genommen, wodurch
ler schwere und gefahrliche Tiegeltransport entfallt.
Wegen ihrer praktischen und sicheren Betriebsweise
wird eine Kohlensaurefabrik erwiihnt, in welchrr zunLchst Wassergas erzeugt wird, das zum Bctriebe
:ines Sauggasmotors dient; die hierbei entstehenden
Abgase wcrden in eigenen Apparaten von mitgerisscnen Verunreinigungen befreit, und dann in
Pottaschelosung eingepreRt, welche das Kohlcndioxydgas absorbiert.
Die unter Druck aufgenommene Kohlenskure wird im Vakuum freigemacht und unter Verwendung der von dem Sauggasniotor gelieferten Kraft komprimiert, verflussigt
und in die handelsiiblichen Stahlflaschen gefiillt.
Die entgaste Pottaschelosung wird durch Riickleitung wieder in den ProzeR eingefiihrt.
Vielfach wird die zunehmende Verwendung
von armiertem Beton bei der Ausfiihrung von Industriebauten lobend erwlhnt. Von besonderem
Vorteile erwrist sich die Eisenbetonkonstruktion
bei der Herstellung der Decken in Brbeitsraumen,
welche nicht nur eine grofiere Feuersicherheit, sondern auch lickitere Arbeitsriiume gewahrt,. Dagegen
wird an der Hand mehrerer Beispiele auf den
schiidlichen EinfluR hoherer Temperaturen auf
Holzkonstruktionen hingewiesen.
Hinsichtlich der Ventilation der ArbeitsrBume,
der Entnebelung und Staubabsaugung liaben die
Verbaltnisse in viclcn Betrieben eine erhebliche
Besserung erfahren. Zur Hintanhaltung der die
Verkehrssicherheit st'ark beeintrachtigendcn n'ebelbildung werden einige Einricht'ungen angegeben,
welche die in anderen Teilen des Betriebcs vorhandene, uberschiissige, trockene Wiirme verwerten
lassen.
Die in den Einxelberichten geschilderten Wahrnehmongcn hinsichtlich der Aufstellung der Acetylcnapparate und der Ausstattung der Apparatenraume lassen erkennen, daR den bestehenden Vorschriften in zahireichen Falien niciit entsprochen
wird. Auch mit Benein wird, trotz mannigfacher,
zur Vorsicht mahnenden Erfahrungen noch immcr
sehr sorglos manipuliert. Ebenso gaben die Wahrnehmungen, die bei der Verarbeitung des Celluloids
gemacht wurden, vielfach Anlalj zu Bemangelungen.
Uber Berufskrankheiten der gewerblichen Arbeiter enthalten die einzelnen Berichte dcr 34 Inspektoren viele neue lehrreiche Mitteilungen, aus
denen vor allcm hervorgeht, da13 die drbeiter physischen Berufskrankheiten weit ofter ausgesetzt
sind, als friikier angenommen wurde. Von Blciintoxikationen wurden 20 Fille gemeldet, von Phosphornekrose 8 F"i1e. Xehr hiiufig sind die Mitteilungen iiber das A4uftretenvon Exzemen, sowie Paraf266
2122
Metallurgie und Huttenfaoh, Elektrometrtllurgie, Metallbearbeitung. [ a n $ $ ~ ~ ~ ~ f " , ~ , e .
fin- und Zuckerkratze. Einige Falle schwerer Vergiftungen durch Einatmen nitroser Dampfe ereigneten sich in SchwefelsLurefabriken. Auch Milzbrand- und Wurmerkrankungen kamen wiederholt
zur Anzeige.
I m Berichtsjahrc gingen den Inspektoren 76 432
Anzeigen uber die in den gewerblichen Betricben
stattgehabten Unfalle zu, darunt'er 572, d. i. 0,7%,
mit todlichem Ausgange. I n der chemischen Industrie ereigneten sich 2406 Unfalle, von dencn 22
den Tod der Betroffenen zur Folge hatten.
Viele Einzelberichte beschiftigen sich eingehender mit den Schntzvorrichtungen an Arbeitsmaschinen aller Art und der verschiedensten Industrien.
Die Wirkung des gebesserten Ganges der I n dustrie auBerte sich fur die Arbeiter zunachst in
Lohnerhohungen und in vermehrter Arbeitsgelegenheit. Das Bestreben der Arbeiter nach Verkiirzung
der Arbeitszeit hat auch im Berichtsjahre nicht geruht und war vielfach von Erfolg begleitet. Die
Zahl der Arbeitskonflikte ist gegen das ebenfalls
eine sehr lebhafte Arbeiterbewegung aufweisende
Vorjahr auf mehr als das Doppelte gestiegen.
Hinsichtlich der Einfiihrung von nach hygienischen Vorschriften ausgefuhrten Arbeitsstatten,
von Wohlfahrtseinrichtungen und besonders der
Alters- und Invaliditatsversorgung, welche noch der
allgemeinen gesetzlichen Xinfuhrung harrt, bieten
die Berichte erfreuliche Beispiele.
I m Laufe des Berichtsjahres erlassene und dem
Berichte beigefugte wichtigere Verordnungen betreffen das Verfahren bei Genehmigung gewerblicher Betriebsanlagen, die Gestat,tung der gewerblichen Arbeit an Sonntagen, die Priifung von Betriebsstatten, die Herstellung, Benutzung und I n standhaltung von Anlagen zurverteilung undverwendung brennbarer Gase (Gasregulativ)und die Kompetenz zur Genehmigung von Elektrizitatsanlagen.
Das iiberreiche Naterial, das in iibersichtlicher
Weise geordnet ist, verdient die groBte Aufmerksamkeit und Beachtung aller beteiligten Kreise und
wird jedem Betriebainhaber reiehe Anregungen
bieten.
N.
Erwiderung
auf den Vortrag von Herrn Deckers
gehalten im Bezirksverein Belgien.
(Eingeg. den 7.'lI. 1907.)
Es moge mir gestattet sein, Herrn Dr. D e c k e r s
in Kiirze auf seine Bemerkung uber eine meinem
Buche ,,Die Untersuchungsmethoden des Zinks"
entnommene Ausfiihrung zu erwidern.
Aus der von ihm zitierten Stelle geht keineswegs hervor, daB ich das mechanische MitreiBen
von Ammoniumsulfat nach D. C o d a mit einem
auf einen chemischen Vorgang zuruckzufuhrenden
EinfluB der Ammoniumsalze, wie ihn Dr. D e c k e r s
beobachtet haben will, identifiziere. Ich muB aber
betonen, daI3 ich den Unterschied in der Konzentration der Ammonsalze zwischen Titer und Probe,
wie ihn die deutsche Methode vorschreibt, fur unschadlich halte.
Da13 NaeS mit Ammoniumsalz sich umsetzt, ist
eine Tatsache, die nicht erst der Versuche Dr.
D e c k e r s bedurft hiitte. Aber das resultierende
Schwefelammonium fallt das Zink in gleicher Weise,
wie Na,S. DaB selbst in ammoniakalischer Losung
hierbei H,S entweicht, ist eine Entdeckung, die
allerdings erst Dr. D e c k e r s vorbehalten blieb.
Denkbar ware freilich bei der leichten Komplexbildung ein derartiger Vorgang :
(NH4),S
+ ZnC1,
= (NH,),ZnCl,
+ H,S .
Aber es ist eine wiederum erwiesene Tatsache, daS
selbst in diesen Komplexsalzen die Konzentration
der Zinkionen (Herr Dr. D e c k e r s verzeihe mir
einen abermaligen Gebrauch des Wortes Ionenkonzentration) eine geniigend groBe ist, um bei der
so geringen Loslichkeit dcs Zinksulfids ein Ausfallen desselben zu bewirken. SchlieBlich muB es
doch auch einem ,,industriellen Chemiker" erlaubt
sein, theoretische Oberlegungen iiber taglich angewandte Methoden anzustellen.
H . Nissenson.
Referate.
11.
Metallurgie und Hiittenfach,
Elektrornetallurgie, Metall=
bearbeitung.
2.
W. Guertler. Die molerne Metallographie. (Chem.Ztg. 81, 495 u. 514 [1907].)
Unter ,.Metallographie" versteht Verf. die ganz allgemeine, umfassendc Lehre von allen physikalischen
und chemischen Eigenschaften, von der Bildung und
Entstehung der Metallegierungen.
Die nachstliegende Frage ist diejenige nach der Konstitution
der Legierung, d. h. die Frage, ob die Lcgierungen
physikalische Losungen oder chemische Verbindungen, ob sie amorphe Massen oder krysiallini'sch sind.
Nur solche Metalle konnen zur Darstellung von Legierungen in Betracht kommen, die im geschmolzenen Zustand zusammengegossen eine homogene
Schmelze, eine Losung des einen Metalls im anderen
bilden. Die Zustandsmogliehkeiten der Legiemngen
im festen Zustand sind weit mannigfaltiger. 911gemein lassen sich folgende Satze aufstellen :
1. Alle Metalle und Legierungen krystallisieren
beim Erstarren.
2. Legierungen von zwei Metallen bestehen im
festen Zustande entweder aus einer einzigen oder
aus zwei Krystallarten (abgegsehen von wenigen
Abnormitsten).
3. Die Krystallisation der Legierungen aus
ihren Schmelzen geht ganz nach denselben Gesetzen
vor sich, wie die aller andercn gemengten Stoffe, wie
z. B. die Krystallisation der Gesteine aus dem feuerflussigen Magma. *Jede Legierung besteht also aus
lauter einzelnen, zusammengelagerten Krystallen,
die entweder alle gleich oder verschieden sind. Nie-
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