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Berthold Rassow zum 60. Geburtstag

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Zeitschrift fur angewandte Chemie
39. Jahrgang S. 1137-1164
I
Inhaltsverzeichnis Anzeigenteil S. 9
1’
30. SeDtember 1926. Nr. 39
BertholdRassowzum 60.Geburtstag
A
m 2. Oktober feiert der in allen Kreisen des auf der letzten Hauptversammlung in Kiel, ganz vorVereins deutscher Chemiker wohlbekannte und ziiglich gelungen ist.
hochgeschatzte Prof. Dr. B e r t h o l d R a s s o w seinen
Seit 1899 ist R a s s o w auch wissenschaftlicher
60. Geburtstag, zu dem wir ihm herzlichst Gluck Sekretar der Gesellschaft deutscher Naturforscher
wiinschen. Nach dern Vorbild seines verehrten Leh- und Arzte.
rers J o h a n n e s W i s l i c e n u s , der sich eine Feier
Seine sehr vielseitige literarische Tatigkeit ist
des 60.Geburtstages verbekannt genug, so dai5
man heute hieriiber nur
bat und dabei sagte, man
Stichworte zu geben
solle ruhig warten, bis er
braucht. Er ist seit 1917
70 sei, wollen auch wir
geschaftsfiihrender Herden Tag nicht mit vielen
ausgeber desJournals fur
Reden begehen, ist doch
praktische Chemie, seit
unser R a s s o w noch so
1922 Herausgeber der
jugendlich elastisch, in
Chemischen
Technologie
geistiger wie in korperinEinzeldarstellungen im
licher Hinsicht, dai3 man
Verlag Th. Steinkopff.
getrost auf seinen 70.
Auflerdem gibt er seit
und 80. Geburtstag setzen
1912 den Jahresbericht
kann. Ein paar Worte
uber die Fortschritte der
des Riickblicks seien aber
Chemischen Technologie
doch gestattet, weil unbei J o h a n n A m b r o s i u s
ser Geburtstagskind si&
B a r t h heraus,zusammen
wohl mehr, nachhaltiger
mit P a u l F. S c h m i d t ,
und langer um das WohlW. E v e r d i n g und A.
ergehen und Gedeihen
Losche.
unseres Vereins und daDie vielseitigen, teils
mit des deutschenchemivon R a s s o w allein, teils
kerstandes gekummert
mit seinen Schulern
hat, als sonst jemand.
gemeinsam gemachten
Nachdem er sich im
Einzelveroffentlichungen
Jahre 1895 in Leipzighagelten hauptsachlich den
bilitiertundim Jahre 1898
Gebieten der Farbstoffverheiratet hatte, begann
er im Jahre 1904 die Herausgabe unserer Zeitschrift und Faserstoffchemie; die Themen der seit seiner
zu leiten, eine Tatigkeit, die er 16Jahre lang ausiibte. Habilitation gehaltenen Vorlesungen dehnen sich
Von 1907-1920 war er Generalsekretar des Vereins, uber fast alle Bereiche der analytischen, anorganiund seit 1921 ist er Beirat der Geschaftsstelle mit dem schen, organischen und technologischen Chemie am.
Auftrag, das wissenschaftliche Leben in den Bezirks- Was den stets hilfsbereiten und auch immer frohvereinen anzuregen und die wissenschaftlichen Sitzun- lichen und humorvollen Menschen und grundgutigen,
gen der Hauptversammlungen vorzubereiten, eine lauteren Charakterbetrifft, soist B e r t h o l d R a s s o w
Arbeit, die ihm, wie wohl alle zugeben werden, z. B. in dieser Hinsicht nicht nur seinen Freunden und
Aogew. Chemie 1926. Nr. 39.
39
1138 Spilker und Zerbe: Beitrag zur Kenntnis der chemischen Vorgange bei der Hydrierung der Kohle usw.
__
Schiilern, sondern allen Fachgenossen seit Jahrzehnten zu gut bekannt, als dai3 es no& weiterer Worte
hieruber bedurfte.
Wir wiinschen ihm von Herzen Gliick und alles
Gute zu seinem Geburtstag und hoffen, da13 er noch
lange Jahre in alter Frische und Gesundheit seine
vielverzweigteund dem ganzen deutschen Chemikerstand nutzreiche Tatigkeit ausiiben moge.
P. Krais.
Beitrag zur Kenntnis der chemischen Vorgange bei der Hydrierung der Kohle nach
Bergius.
Von A. SPILKER
und K. ZERBE.
Bergin-Laboratorium der Gesellschaft fur Teerverwertung m.b. H.,
Duisburg-Meiderich.
(Eingeg. 17. Juli 1928.)
Die Verfliissigung der Kohle durch Hydrierung nach
dem Verfahren von B e r g i u s hat infolge der Bedeutung, die das genannte Verfahren einmal fur die
Wirtschaft haben diirfte, in der Literatur oft zur Erorterung der bei der Berginisierung sich abspielenden
chemischen Vorgange gefiihrt. DaD eine Hydrierung, das
heifit also Anlagerung von Wasserstoff, stattfindet,
dariiber bestehen wohl nirgends mehr Zweifel, das zeigt
auch einwandfrei der bei dem Vorgang starlre Verbrauch
an Wasserstoff ; auch sind die Reaktionsprodukte wasserstoffreicher und sauerstoff armer wie die Ausgangskohle
und unterscheiden sich durch ihren gesattigten Charakter
vorteilhaft von den iiblichen Krack- oder Urteeren.
Dariiber jedoch, ob eine direkte Anlagerung von Wasserstoff an aromatische Bindung stattfindet, oder ob das
Molekiil zuerst zertriimmert und dann dessen Spaltstucke
hydriert werden, ob also lediglich eine mit Hydrierung
verbundene schonende Krackung stattfindet, dariiber
gehen die Meinungen noch stark auseinander.
In jiingster Zeit wurde von M. D u n k e l und
M. H e i n I) der Vorgang bei der Verflussigung der Kohle
mit folgenden Worten gekennzeichnet: ,,Die Veriliissignng der Kohle nach B e r g i u s wird in der
Literatur gewohnlich als ,Hydrierung' bezeichnet. Das
ist sie naeh unseren Ergebnissen nicht, wir haben diesen
Ausdruck auch stets vermieden. Wohl ist das Reaktionsprodukt wasserstoff reicher und sauerstoff arnier als die
Susgangskohle, Anlagerung von Wasserstoff a n aromatische Bindung findet aber nicht statt. Der Berginablauf ist als ein, allerdings sehr schonend hergestellter
Krackteer zu bezeichnen."
Dai3 diese Behauptungen unzutreff end sind, haben
unsere Untersuchungen unzweideutig erwiesen.
Auf einen ahnlichen Standpunkt stellen sich
A. K l i n g und D. F l o r e n t i n 2 ) , die behaupten, dafi
unter erhohtem Druck und bei gesteigerter Temperatur
der molekulare Wasserstoff nur mit den Teilstiicken der
Ausgangsmolekiile in dem Augenblick in Reaktion trate,
in welchem sich diese aus Primarmolekiilen infolge
Dissoziation und Zerfall bilden. An gleicher Stelle aber
teilen sie die Beobachtung mit, dai3 man aus Naphthalin
1)
2)
Naturwissenschaften 13, 1021 [1925].
C. r. 182, 389, 526 [1926].
[ a__, , " , e ~ ~ ~ ~ ~ ~
unter Wasserstoffdruck bei 500 O in geringer Menge
Hydronaphthalin erhalte und geben damit eine direkte
Anlagerung von Wasserstoff a n aromatische Bindung zu.
H. I. W a t e r m a n n und I. N. I. P e r g u i n 3 ) bezeichnen das Berginisieren als einen kombinierten Krackund Hydrierungsprozei3, wobei einer der Vorteile des
Krackprozesses, der Abbau, erhalten und reguliert wird.
Die Spaltprodukte werden duroh Wasserstoffaufnahme
in einen weniger labilen Zustand ubergefuhrt, wahrend
starke Verliokung und Polymerisation vermieden werden.
Nach Ansicht der Genannten handelt es sich beim
Berginisieren also nicht um das Sattigen bereits vorhandener ungesattigter Kohlenwasserstoffe, sondern nur
die beim Kracken entstandenen Spaltstucke werden aufhydriert.
Zweck nachfolgender Untersuchung sollte es sein,
die chemischen Vorgange bei d e r Berginisierung zu
untersuchen in erster Linie, um dadurch festzustellen, ob
bei dem Prozesse eine Anlagerung von Wasserstoff an
aromatische Bindung urspriinglicher Molekiile stattfindet,
was nach den Ergebnissen der Untersuchung der verschiedensten Steinkohlenberginablaufe reciht wahrscheinlich war.
Da der Nachweis der verschiedensten hydrierten
Verbindungen aromatischer Struktur im Berginteer als
stichhaltiger Beweis fur den Hydrierungsvorgang nicht
amusehen war, sohien es erforderlich, durch Behandeln
reiner, hochsiedender aromatischer Verbindungen des
Steinkohlenteers nach dem Verfahren von B e r g i u s
nachzuweisen, dai3 und in welchem Ausmaije eine direkte
Anlagerung von Wasserstoff a n aromatische Bindung stattfindet. Denn nur so konnte man dem etwaigen Einspruch,
daij ein groijer Teil der im Berginteer vorkommenden, hydrierten aromatischen Verbindungen auch im
Steinkohlentieftemperaturteer vorkomme, und ihre
Entstehung im Berginteer ursachlich ahnlich ware, begegnen.
Das Studium der chemischen Vorgange bei der
Berginisierung an einhsitlichen Substanzen sollte des
ueiteren auch dazu dienen, Wege zu finden, um die Reaktion im gewiinschten Sinne zu beeinflussen und diese Ergebnisse dann auch auf Rohprodukte wie Kohle, Teer,
Pech usw. auszudehnen. Zum Vergleiche haben wir jeweils von den einzelnen Verbindungen deren Hydroprodukte auch noch durch katalytische Hydrierung mit
Nickel hergestellt.
Wie die nachfolgenden Untersuchungen einwandfrei
zeigen, findet bei der Berginisierung auch eine A n 1 a g e r u n g von Wasserstoff a n a r o m a t i s c h e
B i n d u n g i n e r h e b l i c h e m M a G e s t a t t . Beim
Anthrazen z. B. geht dieselbe so leicht und weit, dai3 man
die Berginisierung als einfachsten Weg zur ijberfiihrung
von Anthracen in seine Hydroverbindungen bezeichnen
kann, da diese ohne Katalysatoren arbeitende Methode
eine fur katalytische Hydrierung erforderliche sorgfaltige
Vorreinigung des Anthracens unnotig macht. Aus den
Versuahen geht ferner hervor, daij die Reaktion nur b g
ejner fur dire betreffende Verbindung unter dem obwaltenden Druck bestimmte Temperatur, bei der der Verband des Molekuls sich lockert, und die K i n g und
F 1 o r e n t i n sehr treffend als ,,Grenztemperatur" (seul
de temperature) bezeichnen, vor sich geht. Erreicht man
diesen Temperaturpunkt nicht, so tritt keine oder eine
3,
C. 1925, 11, 2301.
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