close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Beschreibung eines neuen Polariskops und Untersuchung ber die schwachen Doppelbrechungen.

код для вставкиСкачать
395
111.
Beschreibung eines neuen Polariskops und
Untersuchung iiber die schwachen Doppelbrechungen; von Hrn. A. B r n v u i s .
( A n n . de chim. et de phys. Ser. III.
T.XLrlI. p . 129.)
R l l e Physiker wissen, dafs zwei Lichtstrahlen, die parallel
oder fast parallel sebr nahe bei einander fortgehen, in ihrer
Bahn bisweilen verschiedene Einwirkungen erleiden, durch
welche ihre Fortyflanzungsgeschwindigkeiten abgeandert
werden. Zwei Strahlen, die zur Zeit ihres Aiisgangs im
Betreff der Maxima oder Minima ihrer Vibrationen in Uebereinstimmung waren, k6nnen es dadurch im Moment ihrer
Ankunft vielleicht nicht mehr seyn.
Der nainliche Effect kann auch bei zwei ziigleich in
ciner und derselben Richtuiig fortgehenden Strahlen eintreten, wenn das durchlaufene Mittel die Art, wie sich die
Querschwiiigungen des Aethers nach diesein oder jenem
Aziinut fortpflanzen, verschiedentlich affieirt. Alsdann bewirkt, iiach einer gewissen L h g e des gemeinschaftlichcn
Weges, der geringste Geschwindigkeitsunterschied einen
Phasenunterschied zwischen deli beiden Strahlen.
Operirt man mit plan -polarisirten Strahlen, so findct
man den Durchgang durch gewisse Mittel abgeandert, je
iiaehdein die Polarisationsebene diese oder jene Richtung
hat. Die Maxima und Minima der Geschwindigkeit eutsprechen zwei zu einander rechtwinklichen Hauptricbtungen, und fur die dazwischen liegendeu Richtungen sind die
Vorglnge der Art, wie wemi die geradlinige Schwingung
eines jcden Aethermoleculs gemsis den Regeln der Mechanik in zwei andere nacti den beiden Hauptaziinuten gerichtcteii Schwingungen zerlegt wiirde.
Die Flhigkeit, cine geradlinige Schwingung in zwei
zu einander rechtwinkliche Schwingungen mit Maxiinuiii
rind Miniinum der Fortpflanzungsgescbwindigkeit zu zerlegen, fiodet sich bei den doppeltbrechenden krystallisirten
39G
Mitteln, so wie bei den starren, iricht krystallisirten Mitteln,
bci welchen die Molecular - Spannung ringsum den Schwcrpunkt eines jedeu Moleculs nach verschiedenen Richtungen
von diesein Centrum aus verschicden ist.
I n allen bisher bekannten l~iillcn aiidert sich die Geschwindigkeit init dem Polarisationsaziinut in d e r W e i s e ,
dafs sie bei jcder halben Umdrehung, die man init dcr
Polarisationsebene vornimmt, dieselben W e r t h e dnrchliiuft.
1st diefs aber iminer der Fall? und konnte es niclit gescheheii, d a b die Drehungsperiode der Polarisationsebene,
w e l c h die Gescliwindigkeiten auf denselbeu W e r t h zuruckfuhrt, ein Subinultipluin von 180° ware, z. B. 90° oder G O O ?
Ich betrachte einen cubischen Krystall. Statt ihn voni
Licht in einer den Kanten parallelen Rfchtung durchlaufen
z u lassen, kann inan annehmen, dasselbe bewege sich parallel
cincr der grofsen Diagoualen des W u r f e l s , also parallel
eiiier der lernaren Symmetrieaxefi des Krystalls. Alsdaiin
kiinnte offeubar die Fortpflanzungsgescliwindigkeit in solcher W e i s e init dein Aziinut der Aetherschwingung variiren,
dafs sic allemal clenselbcn W e r t l i annahine, wenn die E b e n c
d e r Schwingung parallel ware eincr d c r vier Wiirfelkanten,
d. 11. bei jedein Seclistel eines Uir.gangs. Allein i n den
intermediaren Lagen kiinnte die Fortpflanzung cine anderc
Gcschwindigkeit haben.
Ausgczeiclinete Beobachter habeni die Krystalle dcs regulsren Systems eincin griindlichen Studiuin untcrworfen,
ohne die inindestc Spur voii Doppelbrcchung daran entdecken zu konnen. Wenn sic also Gin doppeltbrecbendes
Vermiigen besitzen, so konnte es n u r in ungemein schwachcin Grade scyn. Alleiii dieser Urnstand darf iiicht genugen, u111 iin Voraus jede Untersuchung in dieser Bezieliuug zu verwerfen, weil wir sehen, dars iin Quarz dic
rcclr ts - u u tl li 11hsg ewra 11d te 11 A c th crsch wing u n gen si ch 1: 11gs
dcr Axe init Gcschwindigkeiten for tpflanzen, die unter sich
n u r uin ein Zwanzig- Tauscndstel ihrcs absoluten Wertlies
vcrschicden sind ; und dafs dic Zuckerliisuugen iioch kleincre Do~~pelbrecI~uiigs-Vermii~ci~
bcsitzcn.
Icli liabe geglaubt, dafs inan ioit Hulfe hinrcichend
genaiier Apparate viellciclit die Existenz voii sehr kleinen
(;eschwindigkeits- Uiitersciiieden werde iiaclimeisen kiirinen,
u u d dafs, falls die Versuche zu negativen KesuItaten fuhren
wiirden, es doch einiges Ititeresse liatte, zit wisseii, dafs
diese Unterscliiede, weiiii sie vorhanden, unterhalb einer
vvolil bestiintntcn Grsnze liegen. Demgetnsfs beabsichtige
ich die Losuiig der Aufgabe: Bei StrahZen von gleicAer
Richtuag und unter einander rechfwinklichen Schwingungen
einen Gang - Unterschied nacftsuweisen, wenn der Unterschied
der Geschwindigkeiten nicht kleiner als ein Zehlaniilliontel
dieser Gescku?indigkeiten ist.
Es leuchtet ein, dafs eiii Unterschied voii einern Zebniiiilliontel zu gering ist, iiin mittelst Prisincii- Colnbiiiationen,
wie sie F r e s n e l andererseits zuin Erweise dcr allgemeiiien
Thatsachcn der Doppelbrechuiig so glucklich erdacht hat,
sichtbar inachen zu konuen.
Ich iialiiii ein Gliminerblatt, etwa eiii Nenntel-Rlilliineter
dick, welches zwischen den ordentlichen und aufserordeutIiclicn gelberi Strahleii, bei seiihreclitein Durchgang, eincii
Gaiig-Unterschied yoti einer T7S‘ellenllnge gab. Gesetien
durch eioen Polarisator und eiiieti Zerleger, bei gekreuzter
Lage, r a r seine Farbe voii dcr Art derjenigen, die Hr.
B i o t sensible Farben genaiiiit bat. Es ist die, w&he die
erste Ordnung von N e w t o n ’ s Faibenriiigeii bedingt, elitsprechend etwa der Zahl 11 der Dickeii seiner Faibenscale.
Ich sclinitt dieses Blatt i n zwei, nach einer Geraden, die
init deiii Hauptsclinitt dcs Blattes, welcher die optischen
Axen eiithdt, einen Wirihel von 45O rnaclit, kehrte die eiric
Halfte urn, so dafs die obere Seite zur oiitereii wurde,
uiid legte sie iiach der Linie des kiinstliclien Srhiiitts wieder aneinauder, so dafs sic wicder ein eiiiziges Blatt dnrstcllteii, bestehead aus zwei I-lllften von unter einander
re cbt w i n k I i cli en Ha up t schni t t e n. Z w ei pla ti - para 11el e Glasplatten hieltcn das System in unverruckbarcr Lage.
Gelcgt auf den Objecttisch dcs Niirreinberg’scben Apparats, dessen Polarisator uiid Zerlegcr bis zum Verschwitiden
des Lichts gekreuzt sind, giebt ein solches Blatt einc Farbc
von gleicher Art fur beide Halften, deren Intensit5t jedoch
variirt, sowie inan das Blatt in seiner Ehene dreht. Das
Maxiniuin tritt ein, wenn die Hauptschnitte der beiden
Halb-BIBtter 45" iriit der PoIarisationsebenc des durchgehenden Lichtes machen. Die einzige Vorsicht dabei zu
nehmen, besteht darin, das Doppel-Blatt winkelrecht gegeii
die Bahn des Lichtes zu legen, deiin wenn das Blatt neigte,
wahrend Lnaii es um eine horizontale, zuin Hauptschiiitt
der einen oder anderen Halfte parallele oder winkelrechte
Liriie dreht, wiirde die Farbe der eiiien dieser Hdfteu in
der Ordnung der Kinge steigeii, und die Farbe der anderen nni eine aequivalente Grafse sinken.
Statt das Doppel-Blatt auf den Objecttisch zu legen,
kann inan es, jedocli itnuier im Azimut 45", auf deli obereii
Spiegel des Niirremberg'scheii Apparats bringen. Jede
Halfte wird dann zwei Ma1 von dem polarisirteii Strahl
durchlaufen, und soinit spielt das Blatt die Rolle eincs
Blatts von doppelter Dicke; seine Farbe ist alsdaiiii diejenige sensible Farbe, welche die zweite Ordnung der
Farbenringe bedingt. Die Eiupfindlichkeit seiner Aiigaben
ist in den beiden Fallen fast gleich.
Endlich kaiin man ein solches Blatt a n dein einen Ende
eines zwei Uecimeter laiigen Rohres anbringen, das am
anderen Ende verschlossen ist durch eiu doppeltbrecheodes
Quarzprisma , dessen Hauptsclinitt einen Winkel von 43"
litit denen des Mattes macht. Dieser Apparat giebt beitn
Durchgaiig des polarisirten Lichts zwei conipleinentar gefarbte Bilder, ein violettes und ein gelhliches, und diese
Farbeii verandern sich, indem sie voin Violett durch WeiCs
von halber Intensitat iris Gelhliche ubergehen, wenn inan
den Apparat utn seine Axe dreht. Es ist also ein wahres
Polariskop.
Handelt es sich urn die Erkennung des Daseyns der
geradlinigen Polarisation, so erfiillt dieser Apparat den
Zweck eincs gew6hnlicheii Polariskops, und seine Empfindlichkeit iibersteigt riicht die der bislier bekannten Polaris-
kope. Allein wenil dic Polarisation clliptiscli wird, wenn
die von den Aethcrthcilchen beschriebene Curve sich in
eine selbst sehr verlangerte Ellipse uinwandelt, weist der
Apparat auch diesen Zustaud nach, dadurch d a b die Farbe
der beiden Halften des seusiblen Bfattes sich aodert. Gesetzt,
uin die Idheen zu fixiren, der zerlegte Liclitstrabl gelange in
horizontaler Richtuug ins Auge und die Vibrationen des
Aethers geschehen in einer Ellipse wit verticaler grofser
Axe. Drehen wir nun das Polariskop um seine Axe, damit die Trennungsliuie der beiden Halb -Blattchen auch
vertical werde, so wird die elliptische Vibration zerfailen
konnen in zwei geradlinige Vibrationeu von +45" uiid
- 6 5 0 , die um einen kleinen Phasenunterschied von einander abweiclien. In dem einen I-Ialb -Bl;ittchen addirt sich
dieser Unterschied zu dein voin Durchgang durch den C I'iminer erzeugten, in dem anderen subtrahirt er sich; die eiiie
Farbe wird in der Reihe der Ringe sinken und ins Rothe
stechen, die andere steigen und ius Blauliche fallen.
Die geringste Veriiuderung dieser Art bewirkt einen
sehr inerkbaren Effect auf die sensible Farbe, und die
Juxtaposition der beiden, dic eine in plus, die andere i n
iuiuus, veranderten Farben inacht diesen Effect noch deutlicher, wie das bei der von Hrn. S o 1e i 1 erdachten Qiiarzplatte init zwei Drehungen gleichfalls geschieht.
Drehen wir nun das Polariskop urn 45" uin seine Axe,
sey es im Siniie der I)rehrrng der Aethertheilchen um das
Centrum ihrer Vibrations-EIIipse, sey es im entgegengesetzten Siune, so fiihrt die in minus veranderte Farbe zu
siuken fort, und bleibt, weon die Drehung 45" erreicht
hat, bei ciner Orangeufarbe stehen, die in den Ringen mit
schwarzern Centrum einen Gang-Unterschied von drei Viertelwellen entspricht und init eiiier desto grofseren Mengc
weiLen Lichts vermischt ist als die Ellipse sich inehr der
geraden Linie nlliert. In dem beiiachbarteri Blattchen dagegen steigt die Farbe auf die O r d n u ~ ~%,
g d. 11. auf eiu mehr
oder weniger init Weirs oermischtes Rlau.
Sobald inan die Lage 65" uberschreitet und init der
400
Drehung des Apparats in gleichcin Sixine fortfabrt, nahcrt
sich die Farbe erster Ordnung immer mehr dein Weifs
erster Ordnung; und wenn die Drchung 90" erreicht, weicht
die Farbe nur um einen Bruch voin Weifs ab, der genaa
gleicli ist dcm Unterschied zwischen der sensiblen Farbe
und dieser selben, durch die Ellipticitat der Vibrationen
abgeanderten Farbe. Nach Ueberschrcitung dieses Punkts
kommt die Farbe allmahlicli auf die sensible Farbe zuriick,
und im Moment, wo der Apparat eine vollstiiudige halbc
Drehung um sich selbst getnacht h a t , niinmt sie wieder
ihrcn ursprunglichen W e r t h an. In dein zweiten Bliittchen,
worin die Farbe im UebersrliuEs ist , sielit inaii w~ihrend
dieser selben Periode die Farbe sicli dem Gelb zvveiter
Ordnung niihern nnd darauf, weun der Drehui~gswinkel90°
iiberschritten hat, zariickgehen.
In dem besoriderell Fall, wo die Polarisation circular
wiire, niinmt das cine Blvttchen die Orangen farhe crster
Ordnung und das andere die blaue Farbe zwciter Ordnung
an, nnd diese Farben bleiben wahrentl der Drehuag dcs
Apparats urn seinc Axc permanent.
W a s das zweite vom Quarzprisnia geliefertc Kild betrifft, init dem wir uns hier nicht beschiiftigten, so ist es
i n seinen beiden 13ilften stets compleincntar zu den Farbeii
des ersten Bildes.
Mach diescr huseinandersetzung sicht inan, dafs das
Polariskop aris zwei Gliminerbl&ttchen hauptsYchlich zuui
Studiuin der clliptisch polarisirten Lichtstralilen dielit, vor
L4ilein in den1 brsondercii Fall, w o die Vibratioiis-Eliiipsc
sehr verlingert ist. In diesein Fall, der sicli bei optischen
Untcrsuchungen Iiiiufig darbietet, ist er in der Tliat yon
sell r gr o fs er Em p fi n d li ch k ei t.
W a r e das unsercr Analyse unterworfene Licht ein homogenes, so wurdc man es nicht inehr mit Farbenunterschieden, sondern nur init Inteiisitatsverlnderungeii zu thuu
haben. Alsdann inufste man zu sensiblen Blattchen greifen,
dcren Dicke eincni Unterschied gleicli eiuein der Bruche 4,
$, 4 etc. Welle wiire, dabei die We ll e geschatzt nach der
401
Wellenltnge der betrachtcten Farbe. Unser sensibles Blattchen ware also noch brauchbar, wenn man init rothen oder
violetten Strahlen arbeitcte, aber nicht, wenn es sich urn
gelbe oder griine Strahlen handelte; in diesem letzteren
Fall ware es das Blattchen von W e b , welches als sensibIe Farbe angewandt tvcrdeii kannte.
Kachdem unser Polariskop an dein oberen Theil des
Niirremberg'schen Appnrats angebracht worden, lege man
auf den Objecttisch ein Gliminerblatt von passender Dicke,
urn den gelben Strahlen einen Gangunterschied von Welle
zu geben, d. h. eine Dicke von & Millimeter. Diefs Blattchen wird die geradlinige Polarisation in eine elliptische
verwandeln, die zufallig fur die Azimute O o , 90° und 180°
geradlinig 'und fur die Azimute 45O und 135" zufallig circular ist. W e n n das Blattchen von Welle iin Azimut Oo
befestigt jst, gewahrt man die sensible Farbe, und die beiden Halften des Bkttchens bieten dem Auke einerlei Farbe
dar. Dreht man nun das Bltttchen erst ins Aziinut + 1 0
uud dann ins Aziinut - l o , so giebt man der Polarisation
des zum Blattchen von
Welle austretenden Lichts eiiie
Ellipticitat, charakterisirt durch ein Verhaltnifs der kleinen
zur grofsen Axe gleich der Tangente von einem Grad; nnd
diese Ellipticitst trubt sogleich die Gleichheit der Farben.
Bei Anstellung dieaes Versuchs ist es zweckmgfsig, das
Polariskop um einen M-inkel zu drehen, der glcich der
Drehuiig der Blattchen von Welle ist, damit die Hauptschnitte des Doppelbllttchens fortfahren Winkel von 45"
init denen des unteren Rlattchens zu bilden; jedoch ist diese
Vorsicht nicht mehr niithig, wenn der Drehungswinkel
klein ist.
Bezieht man die Schwingungen in einer Ellipse, dercn
Axen 1 uiid tanga: sind, auf die Halbirungslinien der Axen
dieser Ellipse, so mufs man annehinen, die Schwingungen
auf diesen Halbirungslinien haben einen Ganguuterschied
reprasentirt in WeIIenl~ngedurch den Bruch 5 . Unser
+
+
+
+
i
l
Apparat giebt also leicht einen Phasenunterschied von
PoggcndorfPs Annnl. nd. XCVI.
26
lo
1800
402
a n , d. 11. voii
Wellenliinge. Nocli mehr! Wenii die
Umstlnde guiistig sind, d. 11. wenii inan init inteiisivem Lichte
operirt und das Auge in zweckmafsiger Dunkelheit halt, kanii
sich d e r Farbenunterschied bei cineni Unterscliied von 0°,7
zeigen, und alsdann giebt der Apparat ohne Zweifelhaftigkeit einen Bhasenunterschied voii i U W e l l e n an.
F a s t denselben Grad von Empfindlichkeit erlaiigt man,
weiiii man zuin empfindlicheii Blattchen ein Blattchen von
doppelter Dickc iiimmt, welches die seiisible F a r b e zweiter
O r d n u n g giebt, die d e r Zahl 21 tinter den Dicken der
Newton'schen Tafel entspricht; weiiii das Licht etwas intensiv ist, ist cine solclie Dicke sogar vorzuziehcn.
Statt des Gliinmerbllttchens voii We!le lege ich auf
deii Objecttisch des Apparats eiiieii Glaswurfel vdri 16 Mllm.
Seite, dergestalt, dafs die Diagonalen seiner Gruodflache in
den Aziinuten 0" uiid 90" des Apparats liegen. Wenri
man d a m deii Wtirfel auf zwei seiner lothrechtcii flac1ie.n
zwischen den Fingern drtickt, sieht inaii die Farben des sensihleti Bl~ttclierissich von eiiiaiider trenneii ; eiii iiiafsiger
Druck reicht hiczu aus. Die beiden Farbcn, die dann die
sensible F a r b e ersetzcii , sind vollkomineii gleichfiiriiiig in
d e r p i i z e n Erstrcckuitg jeder der beiden Halften, und selbst
laiigs deiijeiiigeii beiden Seitenkanten, die winbelrecht sind
nuf denen, auf welche die comprimirende Kraft wirkt.
D e r ebeii beschriebeiie Apparat gestattet, die Umwandluiig der geradliiiigeti Polarisation in elliptische oder circulare allemal, wo sie vorhommt, qualitativ nachzuweisen,
aber sie liefert ins noch keiii genaues Maafs. Allein es
ist leicht, daraus ein wahres Polarimeter zu machcn.
Zuvorderst ist die Beinerkuog nothig, dafs es zwei Arten
voii Polarimetern giebt. Die eineii verstatteii , die Menge
des dem polarisirteii Licht beigemiscliteii iiaturlicheii Lichts
zu messen; zu dieser Bestimmung hat Hr. A r a g o sehr sinnreich die Glassaulen angewandt. Die aiidereii Polarimeter
habeii zuin Zweck, die Ellipticitat der Polarisation zu bestimmen oder, W B S arif dassclbe hinausliiuft, den Phasenuuterscliied zweier nach den Halbirungsliiiieti dcr Axe11 dcr
+
403
Ellipse gerichteter Schwingungcn. Zu diescin Zwcck beiiutzte Hr. J a in i la den Conipensator des Hrn. B a b i n e t
uiid verwandelte ihn sehr glucklich i n einen zur Bestiininung dieser Unterschiede geeigneten Apparat. In England
bediente inan sich oft einer auf der Axe winkelrechten Kalkspathplatte, deren Ringe, gesehen i n elliptischem Licht,
Verscliiebtingen eigenthiimlicher Art erleiden.
Allein sowie wir die Polarisation durch die Einerleiheit
oder Verschiedenheit zweier gleichforuiiger Farben bestimmen, sind offenbar diese Verfahrungsarten iiicht uiehr aiiwendbar.
Hier zwei, welche diese Verschiedenheit zu messell erlauben. Die erstere stutzt sich auf die schon arigezeigte
Anweiiduiig des Glimmerblattchens voii f Welle. Die
durchbohrte Srheibe, welche es trzgt, liegt h,orizontat auf
dem Objecttisch des Norreinbcrg'schcn Apparats; sie kanii
sich urn die verticale Axe dieses Apparates drehen und eine
Gradtheilung zeigt die Drehuiigen der Platte an. Das Mittel,
welches die Phase der i t i den Aziiniiten + 45" und - 45"
vibrirenden Strahlen abandert, kann gleicligiiltig zwisclien
dein polarisireliden Spiegel und den1 Objecttisch oder, iiber
d e n letzteren , zwischen diesem und den] Polariskop angebracht werden; diefs kann z. B. ein Glaswiirfel seyn, der
auf den Seiteii zusainmengediiickt ist und init zwei der
verticalen Seiten in den Azimuten + 45" und
4 5 O liegt.
W e n n das Blattchen von 4 Welle seinen Hauptschnitt
auf O o hat, gewalirt das Auge die beiden Farben, die in
Bezug auf die sensible Farbe verzndert sind, die eine in
plus und die aiidere i n ininus, und der beobachtete Effect
riihrt alleinig von der doppeltbrechendeli Wirkung des
Glaswiirfels her. We nn man nuu, olle iibrigen Theile des
Apparats uubewegt lassend, das Bl~ttchenvon 4 Welle in
seiner Ebeiie urn eine gewisse Zahi von Graden entweder
rechts oder links dreht, so wird man unfehlbar eine Lage
finden, bei welcher die Gangunterschiede, welche von der
Wirkung des coinpensirenden Blattchens und der des Glaswurfels herriihren , einander gleich und entgegengesetzt
26
-
*
404
sind, und danii kommcii die beiden veriiaderteii Farbeii
wieder auf ihren urspriiagliclien W e r t h und auf Identitiit
zuriick. Der Sinn der zu dieser Compensation nothigen
Drehung hangt ah von dern rechts- oder links gewaiidteii
Sinn der zu uiitersuchenden elliptischen Schwingungen und
kann zur Restiinmung desselben dieneii
Man kaiin auch statt des Gliminerbliittcbcns von 4 Wellc
ein Fresnel’sclies Parallelepipedum iiehmeii , da es, wie jelies, die geradlinige Polarisation in eine elliptische verwandelt, bei der das Verhaltnifs der Axen gleich ist dcr
Tangelite des W-inkels, den der Hauptschnitt des RhomboEders mit der urspriiitglichen Polarisationsebene inacht.
Der Nijrreinberg’sche Apparat gestattet leicht eiiie solche
Vertauschung.
Man mufs indefs bemerken, dafs das ebeii aiigezeigte
Verfahreii uur anwendbar ist in dern Fall, wo die zu
coinpensirenden Gaiiguiiterscliiede nicht einc Viertelwelle
iibersteigeii. Obwohl dieser Fall eiiier der interessaiitesten ist, der sich bei den Untersucliungeii darbieten kann,
so ist er doch nicht allgemein genug, und ich mufste eiii
arideres Coinpensationsverfalireii aufsuchen, welches in seiner Aiiweiiduiig nicht dieser Beschrankung uiiterworfcii
war. Folgendes ist das, bei welchem ich stehen hlieb.
Beliatiritlich hesteht der Compensator des Hrn. B a b i n e t
aus zwei, dcr Axe parallelen Quarzplatten, so auf einander
gelegt, dafs ihre Axen sich rechtwiuklich kreuzen. Jedc
der beiden Platten bildet eiiieii Keil voii kleinein Winkel,
z. B. von einein oder aiidertbalb Grad, und wenn die beiden Keile in entgegengcsetzter Lage unverriickbar init einander vereinigt sind, stellt das ganze Systein eine einzige
Platte init parallelen Flachen dar. Die Linie von gleicher
Dicke beider Platten befiudet sich gewiihnlich in der Mitte
des Systems, und dort bildet sich eine ceiitrale schwarze
Frarise, sobald der Compensator auf deli Objecttisch des
Norremberg’scbcn Apparats gelegt wird und seine Haiiptschnitte sich unter l B o mit deli Hauptsclinitten des Polarisators uiid Zerlegers kreozen.
405
Nehineii wir einen solchen Compeusator voii rechteckiger Gestalt uud schiieiden ihn durch eiiie auf den Kaiiteii
der Keile rechtwiuklichc Ebeue in zwei gleiche HalbRechtecke, so habeu wir zwei Coinpeiisatoren statt eiiies
einzigeii, utid weiiu wir sie auf eiiiauder legen, wirkt das
iieue System durcli eiiie bloke parallele Verschiebung,
ohne Drehuiig, indeln man die beideu Halb - Keclitecke init
eiiiaiider coiiicidireii lakt , wie eiii einziger Coinpensator.
Man erhalt iioch Fransen parallel den Keileri; die centrale
Franse niinint nocb denselbeii Platz wie zuvor eiu; allein
da die Gaiigunterschiede alle doppelteu Werth haben , so
werden die Franseii zwei Ma1 so zahlreich erscheineii als
sie von jedein Coinpensator fur sich gegeben seyii wurden.
W e m i man nun , wahreiid der untere Compensator unbewegt bleibt, den obereii uin eiiie durch seiueii Schwerpunkt parallel der Kante des Keils gezogeue Gerade um
180° drebt, und man ihn, nach dieser Drebring, wieder
rnit dein uiiteren Coudeusator in Contact setzt, so verschwinden die Franseii uud es bildet sich eiue gleichfiirinige Farbe, die von dein Uuterschiede der durchlaufenen
Dicken herrubrt. Die Theorie der alsdann cntstehenden
Erscheiiiung bietet nicht die geriiigste Schwierigkeit dar
und die Erscheinung selbst ist gauz analog der beiin saccharimetrisclien Coinpeasator, welchen Hr. S o 1e i 1 der Akadeinie i n ihrer Sitzung voin 18. Aug. 18-15 rorgelegt hat.
Die beideii aufeinaiider gelegten Coinpeiisatoreii zeigen
alsdaiiii die Gestalt der hier folgeiidcn Figur, welche einen
Durchschnitt wiukelrecht auf den Kaiiten der Keile vorstellt.
406
Dic beiden scliwach prisinatisclien Platten N N , N’ N’
liabcii ilire krystallograpliischcii Axen wiiikclreclit nuf deli
Sclineiden (biseauz) und folglich in der Ebene dcr Figur
Dagegen haben die Platten PP nnd P‘P’ ihre krystallographischen Axen parallel den Schneideii wid lothrecht auf
d c r Ebeiie der Figur. Der Lichtstrahl, wclcher das Systein
der beiden Coinpensatorcii winkelreclit durchdringt, zerfdlt
also in zwei Strahlen, voii deneii der cine parallel, uiid
der andere wiiikelrecht zur Schncide des Keils polarisirt
ist. Der erstere ist aufserordentlicher Stralil in N N , danti
ortlentlicber i i i PP uiid P‘P und wiederuin au,fserordcutliclier in N’N’; der zwcite ist ordentliclier Strahl in N N ,
auherordentlichcr in P P uiid P’P’ und wiederuin ordcntliclier i n N’N’. Da die in dieseii Eigenschaften durctilaufenen Dicken gleich siild fur jedeii dcr heiden Strahleii, so
erfolgt daraus beiin Austritt kein Gangunterschied, so dals
das System, wcnn es auf den Objccttisrh dcs Nbrrembergsclien Apparats gelegt wird, zwiscben gekrcuzten I’olarisator uiid Zerleger, keiii Licht wieder hcrstellt. Es wirht
alsdaiiu genau, wie zwci gleich dicke, dcr Axe parallele
Quarzplatten wirken wiirdeii, die inan init gekreuzteii Axeii
auf cinander legte.
Wciin man aber, sey es V O I I der Recliteii zur Linker]
oder umgekehrt, den Coiiipensator P‘N’N’P’ auf dem Cornpciisator P N N P verschiebt, so findet die Compensation der
Dickcu nicht inehr statt und es entsteht eine dcr Fnrbeii
der Ringe init scbwarzcin Mittclpunkt. - Die Strecke, 11111
welche inaii den Compensator P’N’N’P‘ zur Erlangung eincr
bestiniinteii Farbe veischieben iriufs, ist genau gleich dein
Abstaiid, in Millimetern, welcher in dein einfachen Coinpensator ( P M N P odcr P’N’N’P’) diese Farbe von der Mitte
der centraleii scliwarzeii Fraiise treniit. - TiVenn z. H. eiiicr der Coinpensatoren i n dem Niirrcmberg’sclien Apparatc
Franseii von drci Millinretern Breitc giebt, so mufs man
P‘N’N’P’ uid drei Milliincter vcrschieheii, UIII die schwarzc
Farbc. welche die Newtou’sclicn Binge an fang t, in die sensible Farbe ain Eudc der Kiiige erster Ordnung ubcrzu-
401
fuhren, und noclimals uni drei Milliineter, um die sersiblc
Farbe zwciter Ordnung zu erlialtcn, und so fort.
Der ebeu beschriebene Compensator mit gleichformigen
Farbcu kann niitzlich seyn, uln die Farben der Newton'schen Riuge auf grofsen Fl;ichen zu erhalten, eine schatzbare Sache fur verschiedene optische Untersuchungen I ) .
Glimmer- oder ('rypshlattcheu, die man gegen den sie durchdringenden Strahl verschiedentlich neigt, erfiillen zwar denselben Zweck; aber sie erfullen ilin weniger genau, weil
die von cinein Glimmerblatt schief durch ein Diaphragma
hindurchgelassene Farbe immer eine kleine Abstiifuiig von
der vorangehendeu zu der nachfolgenden Farbe zeigt, in
norinaler Riclitung zu dein Bogen der isochromatischeii
Lemniscate, welche das Licht durchlauft.
Es ist iiuu leicht, unseren Compensator mit gleichformigcr Farbe anzuwenden anf die Messung von Phasendiffercnzen zweier auf einander reclitwinklich polarisirtcr Strahlen, welche sich entlang der Axe des Norreinberg'schen
Apparats bewegen. Man lege den Compensator auf den
Objecttisch, mit den Kaiitcn der Keile im Aziinut 45". Die
beideu Hauptschnitte des Conipensators sind alsdanu in
Co'incideuz init den Haiiptschnitten des Bliittcheus aus zwei
Glimmcrn, welches die Rohre des zerlegenden Polariskops
unten verschliefst. Eine Mikroineterschraube etlaubt, den
oberen Coinpensator P'N'N'P', welcher ein Quadrat VOI:
8 Mllm. Scite bildet, auf dein unbeweglichen Compensator
P N N P zu verschieben. Weiin dcr obere Condcnsator auf
deni Nullpunkt der Theilung liegt , durcbdringen ilin die
+ 45" und - 4 5 " polarisirten Strahlen ohne Gangunterscliied
lieiiii Austritt und das aus zwei Gliinmern bestelieiide Bliittchen zcigt i n seiner ganzen Ausdehnung eine putpuriic
Nuance dcr sensiblen Farbe. Sowie nian aber die Schraubc
des Mikroineters in dein einen oder andcren Siiiiie bcwegt,
wird die Gleichheit dcr Fatben zerstiirt; die cine steigt in
1 ) Ein auf analogen Principieo
gegrundetcr, ciber anders gestalteter Coru-
pensator wurdc d o n \'or rncl~reren Jahreu
Vater, construirt
, jedoch
von
Ilrn. S o l e i 1, dciir
niclrt ijffcntlich beschrieben
408
der Farbenscale und die aiidere sinkt uili eine aequivalente GrBfse.
Befindet sich also oberhalb oder unterhalb des COWpensators ein doppeltbrechendes Mittel, z. B. ein comprimirter Glaswurfel, welcher zwischen beiden Strahlen einen
Gaiigunterschied hervorruft, so wird inan diesen Unterschied
coinpenSiren und also auf die sensible Farbe zuriickkommen
konnen , sowie man die Mikrometerschraube des Apparats
in dem einen oder anderen Sinne bewegt. Ich nehme an,
d a t die Fransen bei jedem Compensator 3 Mllm. breit
seyen; in dieser Annahme miifste, um einen Ganguuterschied von einer ganzen Welle bei Strahlen aus der Mitte
des Spectrums zu compeiisiren, die Schraube urn 3 Mllm.
verstellt werden. Nun giebt die Schraube, welche auf dem
Rande ihres Knopfs in 100 Theile getheilt ist, mit Leichtigkeit den 2OOsten Theil eines Millimeters und folglich
eine Phasendifferenz von a;v Welle. Es ware leicht, dies e l ~Geiiauigkeitsgrad noch zu vergrofsern; allein die Miihe
wurde uberflussig seyn, da die Empfindlichkeit des ZweiGlimmer-Blattchens keine Schatzung iiber Ti Welle hinails erlaubt, wie ich schon augegeben habe,
W e n n wan keine Quarzplatten von etwas betraclitlicher
Lange zu seiner Verfiigung hat, so kann man die Lange
des untereu Compensators auf 10 bis 1 2 Mllm. verringera,
eine Lange, deren Mitte die centrale schwarze Franse einnehmen muL. Der obere Compensator wird seine centrale
schwarze Franse in 8 bis 10 Mllin. Abstand vou einem
seiner Euden haben, und deren Abstand von dein anderen
Ende wird 20 bis 30 MHm. seyn. Betruge dieser letztere
Abstand z. B. 24 Mllm. und zieht inan davon, wegen der balben Lange des unteren (supdrieur) Compensators, 6 Mllm.
ab, so wiirde inan, von der schwarzen Farbe an, welche
die Farbenreihe anfangt, 18 Mllm. Spielraum haben und
folglich 2 Mllm. fur jede Farbenordnung. Der nach solchen
Bedingungen construirte Apparat koniitc sich bis a m Ende
der neunten Ordnung erstrecken, was fiir die Mehrzahl
der Falle auszureichen scheint,
409
Operirt man, uni am Material des Krystalls zu sparen,
mit einem Compensator, dessen Centruin also verschoben
worden ist, so kanu es geschehen, dafs die Coinpensation
eines Wegunterschieds eine Verschiebung des Apparats in
der Richtung erfordert, in welcher e r verkiirzt worden ist.
Uiii d a m die Compensation inoglich zu macheii , braucht
man ihn uur um 90O um die Axe des NiSrremberg’schen
Apparats zu drehen.
Unter den Versuchen, welche ich mit dem Polariskop
zur Zerlegung elliptischer Vibrationen aiigestellt habe, will
ich die anfuhren, welche sich auf das fur mbglich gchalteue
Doppelbrechungsvermogen von Substanzeu des regelmafsigen Systemes b eziehen.
Aus einer ziemlich betrzchtlichen Masse Steinsalz, welche
Hr. B a b i 11e t giitigst zu meiuer Verfiigung stellte, schnitt
ich einen Wurfel von 30 Mllm. Seite. Studirt niit meinem
Apparat zeigte er Flecke (plages) von etwas verschiedener
Farbe, allein der Ton der sensiblen Farbe war doch wenig
verdudert. Die Umrisse der Flecke hatten nichts recht
Scharfes. Wahrscheiulich entspraugen diese Erscheinuugen
aus kleinen Krystallisationsn~angeln, die in verschiedenen
Richtungen ungleiche Spannungen der Matcrie erzeugten.
Ich schnitt zwei Fliichen parallel denen des OctaEders
an. Die im Lichte winkelrecht auf diesen Flachen untersuchte Platte hatte eine Dicke voii 36 Mllm. Es zeigte
sich noch stellenweise eiue Veranderung der Farbeii. Als
ich den Krystall uin sich selbst drehte, kaineii die veranderten Farben auf die sensible Farbe zuruck nnd gingen
in die entgegeugesetzte Nuance iiber. Die Winkelperiode,
welche deii Farben ihren ursprunglichen W e r t h wieder gab,
betrug f Urngang und nicht Umgang; iiberdiefs behielten
einige Stelleu des Krystalls die sensible Farbe wahrend
der Drehung. Die Dicke von 36 MIlm. reprasentirte hier
hei gelben Strahlen eine Zahl von Undulationen gleich
+
36.1’55
_
_. - d. h. 10100 Vibrationen.
0,00055
Weuii die lothrecht anf
deli Fldcheii des Wiirfels polarisirten Strahlen von denen
410
wink el r ecli t zri i l i it en 13ola r is i rt en h i ii r ci ch en d an Gescli w i n
digkeit vcrscliicden gcwesen w#ren, uin heiin Austritt einen
Unterschicd von T:Tn W e l l e zu crzeugeii, so wiirde ich es
siclicr init rneinein Apparat erkaniit Iiabeu. Der Uiiterschied
in den E;ortpflanzungsgeschwi~id~gkeite~~,
wenn e r wirklich
vorhanden ist, kann also niclit eiri ZeliuiniIIionteI des absolriten W e r t h e s dieser Geschr.vindigrkeiten ubersteigen.
Denselben Versuch habe ich an eincin srhonen Alaunkrystall wiederholt , den Hr. R ti h in k o r f f mir grfalligst
anvertrauete. Dieser Krystall bildete eiiien Wurfel vori
19 Mllm. Seite und seine L)urclisiclitigkeit w a r fast vollkommen. Nachdein tlaran zwei Fldchen parallel denen dcs
OctaEders in 26 Mllm. Abstand von einander geschnitten
worden, braclite ich ihn auf den Ohjecttisch des Apparnts.
D i e sensible Far be nahm eiii etwas verschossenes Anselieii
a n ; alleiii die Gleichheit dcr Farhen erhielt sich bei alleii
Lagen der Platte ringsum die Verticale. Der Geschwindigkei t su n t ersch i e d st i eg also 11ich t a u f ei n Sieb en in i I1 i o n t el.
DerseIben Priifung unterwarf irh einc Flufsspathplattc
V~JII
9 Mllin. Uicke. J e d e Halfte d e r Platte erschien iin
Apparat wie eine Mosaik, gebildet aus kleiiien Flccken,
dereii Farbe betrsclitlich abwich von der sensiblen, zwischeii
dcn Extremen des lebhaften Roth und zarten Blnu. Diese
Farbcn vcrsnderten sich bei der Drehung und wurden bci
jcdem halben Umgang wieder dieselbei?. W e n i i man uberdicfs den farbigen Fleck rasch von der rechtcn Halfte tlcs
Gesiclitsfeldes i n die h i k e versetztc, wo sein Liclit durcli
die zweite Halfte des Zwei-Glifnmer-BIattchetis lnodificirt
wurde, so sprang seine F a r b e pliitzlich iiber die sensible
Farhe hiiiaus, wic diefs im Voraus zu erwarten war. K u r z
der Krystall schieii zusainmengesetzt z u seyn aus verschiedclien Stucken, die a n Intensitat und Kichtung verschiedeneii
und wenig regelmafsigcn Conipressio~le~l
niitcrworfeii warell.
Beryllplatten, winkclrcc.ht z u r Axe gcschnittcn, zeigtcii
in uiiserein Apparat ganz :ihnliche Ersclieinungen wic der
Flufsspath sic darbot. Dcshalb ist beiln Beryl1 das Cen-
41 1
trum dcs schwarzen Krcuzes iinmer niit W e i r s vermischt,
wie das Hr. Ba b i n e t vor langer Zeit beobaclitet hat.
Untersucht mau einen Krystall d e r oben besprochenen
Art, welche diese Erscheinungen der unregelinabigen Spannungen im Innern zeigt, so kann man ilin init dem Glimm e r b l ~ t t c h e n in Contact und folglich in die W e i t e des
deutliclien Sehens bringen. E r Iafst sich d a m Stelle fiir
Stellc studiren und diefs Verfahren gab die obigen Resultate. Allein man kann den Krystall auch sehr dicht ans
Auge bringen, dicht hinter das zerlegende Prisma, und alsdann beobachtet man n u r den allgemeinen Effect der gcinischten Textur d e r krystallinischen Masse. Die Einzelheiten der inneren Structur verschwinden und die sensible
F a r b e zeigt sich cntweder i n plus oder miiius schwach
verandert in dein einen oder anderen der beiden Bltittchen.
Alsdann erkennt das h u g e n u r den mittleren Effect der inneren Driicke des gesammten Krystalls durch die Verschiedenlieit der beiden Farben des sensiblen Blattcliens. Ihre periodische Kuckkehr zu denselben Wertlien, bei jeder halben
Umdrehung des Bllttchens in seiner eigenev Ebene, zeigt
klar die Ursache ihrer Eiitstehung.
Beiin Verfolge der i n diesem Aufsatz entwickelten Ideen
wollte ich wissen, o b die Strahlen, welche einen Quarzkrystall in lothrechter Ebene auf seiner I<rystallaxc durclidringen, identiscli dieselbc Geschwindigkeit haben, welch
eine Richtung sic auch in Bezug auf die Seiten des Seclisecks besitzen mogen, z. B. wenn sic zu den Seitenfllicheri
parallel oder winkelrecht seyen. Apriori scheint die Sache
niclit klar zu seyn rind die Krystallograpliie erlaubt sogar
Zweifel daran. Ich liefs also zwei Platten schneiden von
gleiclier Uicke und dcr krystallograpliisclie~i Axe parallel,
allein i n verscbiedciien Lagen gegen die Seitenfl~clien. Die
Untersuchung der Gleichheit des Ganges ist fein und noch
riiclit vollstendig beendct; alleiii bisjetzt hat sic inir erlaubt
zu erkennen, dafs der Unterschied der Gescliwindigkeitcn
kleiiier ist als eiii Zehnmilliontel ilires absoluten Wertlis
412
und dime Grsiize wird noch bcdeutcnd sinken, sobald iiieiii
Apparat deu vollen Geaauigkeitsgrad erlaugt haheii wird,
den ich glaube erreiclien zu kiiixien.
Deli eben beschriebenen Apparat habe ich angewandt,
inn das Doppelbrechiiogsveriii~~eii
eincr dicken, VOU beiden
Seiten her zusamineiigedriickten Glasplatte zu bestimincn.
Bekaniitlicli verh#lt sich cine solchc Platte, wctin sic auf
beiden Grundflachen den zusatzlichen Druck z. B. einer
Atmosph#re erleidet, wie ein einaxiger repulsiver Krgstall,
wobei die Compressionsaxe dieselbe RoIIe spielt wie die
krystallographische Axe bei eiiiein einaxigen Krystall. Das
l~o~~pelbrechungsverin~ge~i
kan ti also geinessen werden durcli
den Ganguiiterschied zwischen dein ordentlichen uiid aufserordentlichen Strahl, die zusaniinen , parallel dein Aequator
des Systems, eine Dicke voii 1 Mllm. der Substaiiz durcliclringen. Beirn Kalkspath z. B. weifs man, dafs das Doppelbrechuiigsrerinogeii, bei inittlerem Licht des Spectrains und
einein gemeinschaftlicben W e g c von 1 Mllm., eineii Ganguiiterscliied voii 311 Undulationen zwischeii dein ordentlichen uiid aufserordentlichen Strahl hervorruft. Das Dop,
pelbrechuugsverinoige!i dieser Substanz kann also durch die
Zalil 311 ausgedriickt werdeii.
Nacli dieser Weise, die I)oppelbrechungsverinogen numerisch auszudrucken, habe icli gefundeii, dafs das des coinprimirten Glases durch 0,0005 n vorgestellt werden hann,
wenn n die Zahl der Atmospliaren bei der Zusamniend riick u n g b ezeichnet.
Das Licht einer Lampe ging horizontal durch eine gcneigte Glassaule und zwar im Aziinut 4 5 O gegen die Verticalebene der Strahlen; es durclidrang alsdann unter rechtein Winkel eineit Glaswiirfel von 16 Mllm. Seite, der arif
der obereii Flaclie durch ein voii 0 bis 29 Kilograinm steigendes Gcwicht zusaniinengedriiclit wurdc. Weiterhia war
das sensible Bliittclien befestigt, voii desscii Nauptschiiitteu
der eine horizontal uiid dcr andere vertical war; in 3 Decimeter Abstand befand sich feriier ein Nicol’sches Prisina
in1 Aziiniit 4 5 O , welches das polarisirte Licht der S a d e
413
ausliischte, wenii inaii das sensible Bkittchen fortnahin; cndlich war zwischen diesem uiid dcin P r i s m eiu Glimmer
von
VS’elle, als Coinpensator dienend.
Das Gewicht, die schwere Bleiinasse von 29 Kilograminen, wurde durch eine lothrechte Schnur vou ver;iiiderlicher
Spaiinuog getragen, uiid letztere jeden Augenblick gemessen durch ein Feder-Dynamometer, das sich zwischeii dem
Gewicht und dein unteren Elide der Schnur befand. Iiidem
ich diese nach Belieben anspannte, crliielt icli alle interinedisren Druckc, ulid bei jeder Beobachtung brauchte mail
iiur die Augeii auf die Nadel des Dynamometers zu werfen,
uin durch eine eiufache Subtraction den auf den Glasmiirfcl
ausgeiibteii b u c k ZLI erfahreii. Somit k o p t e icli den Druck
von 0 bis 11 Atinospharen steigern, und ich fand, dafs,
inncrhalb dicser Gr#nzen, dic Farben des Wurfels, geseheii
durch beide Halftcn des einpfiiidlicEeii Rl:ittchens, sehr nahe
honiogen waren, vorausgesetzt jedoch , dafs ich auf die
gleichmafsige Vertlreilung des Drucks die niitliige Vorsicht
verwaiidt hatte. Alsdann lielsen sich die Farbeii durch die
Drehung des cornpensirenden Viertelwelle-Bllttcheiis auf
Gleichheit zuriickfiihren.
Ich fiige indefs hinzii, dafs es tnir schien, als nehine
das I)oppelbrecliuugsver~~~~ge~i
iiicht S O rasch zu als der
Druck. Zwischeii 0 uud 2 Atinosph~ren wiirde sein mittlerer Wertli ausgedriickt seyn drirch 0,00060.n, zwischen
0 und 5 Atm. durch 0,00055.n, un4 zwisclien 0 und 10 Atin.
iiur durch 0,00050.n. Fernere Versuchc scheineii mir 116thig, uin den Beweis voii der Wirklichkeit eiiier so raschen
Abnahme des optischen Effects der Drucke zu vervollstaudigen.
Bekanntlich hat F r es 11 e l bewiesen , dafs die absoIute
Geschwindigkeit des Lichts im Glase verlnoge der Compression abnilnmt, uiid dals die Geschwindigkeitsiinderung
bei dem ordentlichen Strabl doppelt so groL ist als beiin
aufserordentlicheii , winkelrecht auf der Axe. Mail folgert
daraus leicht, d a t durch eine Coiiiyressioii von 1 Atinosphare die Geschwindigkeit des ordentlichen Strahls urn
+
414
ein Dreiinillioiitel ihres Wertlies vor der Compression verlaiigsaint wird , die des aufserordcntlichen Stralils dagegen
n u r cine Verlangsamung von eiuein Seclmiilliootel erleidet.
Ein Parallelepiped von Steiosalz eiucin Drock V O I I 7 Atmosphiircn unterworfeti, gab inir fiir das dadureli entstehendc Doppelbrechungsverinogen diescr Substanz die Zalil
0,00059 . n , die etwas grofser als die des Glases zu seyn
scheiut.
Diese Verfahrungsarten sind auf alle durchsichtigen Substanzen anwendbar und die Messungeii werdeii , Iioffe ich,
nngeinein erleicbtert werden durch den Gebraucti cines Zusamincndruckers init dyiiaiiiornetrisclien Anzeigen, welclien
ich gegenwlirtig construiren lasse.
VI. Ueber den Leuchtenbergit und srine Btjgleitcr,
Hyclrargillit , Grurzut , Perowskit, P!.ugrit*tit, T d k apatit etc.; oon G. H . O t t o F70 Zger in Ziirich.
D e r Giite nieines hochverelirteii Freundes des Hrn. D a v i d F r i e d r i c h W i s e r hieselbst, verdanke .ich die Gelegenheit zur Untersuchung eiiier interessanteii Stufe iiiit der
Handelsetikette von Hrq. A. K r a n t z in Berlin )a Leuchtenbergit (Komoneii) voii Slatoust am UraZc,.
Der Leuchteubergit ist von verschiedenen Beobaclitern
bekauntlich sciiier Krystnllisation nach batd fur kreiselmap i g ( hexagonal ) , bald fur rautenm$sig (rhombisch ) und
zwar theils fur gbndingisch (holocdrisch orthorhombiscli),
theils fur hblblingisch (rautenmlfsig (hemirhombisch , kliiiorhoinbisch 1 erklart worden. Alle diese Beobachter haben itiii ganz richtig charakterisirt; es zeigt nHmlicli derselbe, wie alle Mineralien der Talkglimmer- Familie ') alle
1) Vergl. meine: Entwickelungsgeschiohte der Mineralien der TalkgliromerFamilie etc. Zurich 1854 (1855). - Tdkgfirrimcr nenne icli die Sub-
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
0
Размер файла
920 Кб
Теги
ber, die, schwachen, polariskops, doppelbrechungen, eine, neues, untersuchungen, und, beschreibung
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа